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  • Dora Pejačević

    von Jutta Heise
    Namen:
    Dora Pejačević
    Geburtsname: Maria Theodora Paulina Pejačević
    Varianten: Dora Lumbe, Dora Pejacsevich, Dora Maria Theodora Paulina Pejačević, Dora Maria Theodora Paulina Lumbe, Dora Maria Theodora Paulina Pejacsevich, Dorá Pejačević, Dorá Lumbe, Dorá Pejacsevich, Dorá Maria Theodora Paulina Pejačević, Dorá Maria Theodora Paulina Lumbe, Dorá Maria Theodora Paulina Pejacsevich, von Pejačević, von Lumbe, von Pejacsevich, von Maria Theodora Paulina Pejačević, von Maria Theodora Paulina Lumbe, von Maria Theodora Paulina Pejacsevich, Dora Dora Pejačević, Dora Dora Lumbe, Dora Dora Pejacsevich
    Lebensdaten:
    geb. in Budapest, Österreich-Ungarn
    gest. in München, Deutschland
    Tätigkeitsfelder:
    Komponistin, Violinistin, Pianistin
    Charakterisierender Satz:

    „Vielseitig begabt und zeitweise auch literarisch aktiv, lebt sie in erster Linie in der Musik und für sie.“ (Kos, S. 45)


    „Ihre äußerst sensible Natur reagiert wie ein Seismograph auf die feinsten Anregungen. Natur, Literatur, Gefühlszustände: alles das ruft eine besondere schöpferische Spannung hervor, die im Entstehen des Werkes, freigesetzt wird. Offenbar gehört sie zum inspirativen Typus, der in der Trance einer musikalischen Besessenheit arbeitet.“ (Kos, S. 45)


    Profil

    Dora Pejačević war die erste Frau in Kroatien, deren Orchesterwerke öffentlich aufgeführt wurden. Ihre Entwicklung zur reifen Künstlerin fällt in die Blütezeit des Jugendstils. So sind auch ihre Werke davon teilweise ästhetisch geprägt. Ihre Stücke lassen sich in zwei Gruppen einteilen – einerseits komponiert sie in klassischen Formen mit dem ästhetischen Anspruch „absoluter Musik“ und andererseits entstehen kleinere Werke mit Programmcharakter für Klavier, Violine und Sologesang. In diesen Werken durchbricht sie teilweise die traditionelle Musiksprache. Zu ihrem Œuvre zählen auch Lieder mit Orchesterbegleitung, einer zentralen Form des Fin de siècle.

    Im Bereich der Melodik finden sich teilweise folkloristisch slawische Anklänge. So gilt ihre Sinfonie fis-Moll als im slawischen Color gearbeitet.

    Orte und Länder

    In Budapest geboren, wuchs die Komponistin Dora Pejacevic auf dem Familienbesitz Schloss Našice auf. 1902 siedelte die Familie nach Zagreb um. Zu Studienzwecken hielt sich die Komponistin ab 1907 vor allem in Dresden und München auf. 1912 kehrte Dora Pejačević nach Našice zurück. Sie unternahm weiterhin zahlreiche Reisen nach Wien, München, Dresden und Prag und 1912 nach Ägypten. Des Öfteren besuchte sie ihre Freundin Sidonie Nádherny von Boroutin auf Schloss Janowitz. Nach der Heirat wohnte die Komponistin mit ihrem Gatten Ottomar von Lumbe in Dresden und München, wo sie 1923 verstarb.

    Biografie

    Dora Pejačević stammte aus dem slawonischen Adel und wurde am 10. September 1885 in Budapest geboren, wo sie fünf Tage später in der Maria-Himmelfahrt-Kirche getauft wurde. Der Wohnsitz der Familie befand sich zu der Zeit am damaligen Servitenplatz 10. Sie hatte vier Geschwister – Markus, Èlmèr, Lili und Gabrielle – und wuchs in Luxus und Wohlstand in einem intellektuell-künstlerisch anregenden Umfeld auf. Ihre Kindheit verbrachte sie auf Schloss Našice, das sich seit 1734 im Besitz der Familie Pejačević befand. Der Park des großen Schlosses gilt als sehr artenreich in der Vielzahl seiner Bäume und ist der größte Schlosspark Kroatiens. An die idyllischen Plätze des Schlossparkes zog sich Dora Pejačević oft zurück, um nachzudenken und zu komponieren. Dort entstanden einige ihrer Kompositionen wie beispielsweise die beiden Nocturnes op. 50 im Sommer 1918 bzw. im Mai 1920. (Ostleitner, S. 14)

    Der Vater Teodor Pejačević (1855-1928) bekleidete hohe politische Ämter. In seiner Position als Banus (1903-1907) war er für die Verbesserung der ökonomischen und sozialen Situation Kroatiens verantwortlich. Von 1913 bis 1918 verwaltete er das Amt des Ministers für Kroatien in der Pester Regierung von Graf Tiszla. Ihre Mutter (1860-1942) – die ungarische Baronin Lilla Vay de Vaya – war ausgebildete Sängerin und Pianistin, komponierte und war von 1904-1918 Schirmherrin des Kroatischen Musikinstituts. Darüber hinaus interessierte sie sich für Malerei und förderte die bildenden Künste. Von ihr erhielt Dora Pejačević zahlreiche musikalische Anregungen. Ihren ersten Musikunterricht erhielt sie beim Budapester Organisten Károly Noszeda, dem späteren Dirigenten der Budapester Oper. Geige- und Klavierspiel erlernte die Komponistin, abgesehen von einigen Privatstunden, zunächst autodidaktisch. Ihr erstes überliefertes Werk „Berceuse“ op. 2 für Klavier schrieb sie bereits als Zwölfjährige. Ein Jahr danach entstanden weitere Kompositionen für Klavier.


    Wie es oft in aristokratischen Kreisen üblich war, erhielt Dora Pejačević Unterricht bei der Gouvernante Miss Davison, von der sie auch ihre umfangreichen Sprachkenntnisse erwarb. Miss Davison blieb der Komponistin auch über die Kindheit hinaus verbunden und begleitete sie auf ihren zahlreichen Reisen. Das großzügig angelegte Schloss enthielt eine umfangreiche Bibliothek, in der sich neben den Klassikern der Weltliteratur auch philosophische Bücher befanden. Hier konnte Dora Pejačević ihre Studien vervollständigen. Über die von ihr gelesenen Bücher legte sie ein Tagebuch an. Daraus geht hervor, dass sie neben Klassikern der Belletristik musikwissenschaftliche und philosophische Studien betrieb und auch politische Texte las. Alle Bücher studierte sie in der Originalsprache. So beherrschte sie Kroatisch, Englisch, Deutsch, Ungarisch, Französisch und Italienisch.

    Regelmäßig fanden auf Schloss Našice zahlreiche Soiréen statt, an denen die Mutter selbst als Pianistin und Sängerin mitwirkte und auch Dora Pejačević und ihre Geschwister ihre ersten Konzerte gaben. Bei diesen Gelegenheiten gelangten auch einige ihrer Kompositionen zur Uraufführung. An den Hauskonzerten nahmen einflussreiche Persönlichkeiten der kroatischen Gesellschaft teil, wie beispielsweise der Präsident des Kunstvereines, der Präsident und Vizepräsident des Landes Musikinstitutes und einige Herren des Komitees zur Pflege der Kammermusik, was zeigt, in welchem musikalischen Umfeld die Konzerte stattfanden.

    Im März 1904 standen Dora Pejačevićs Trio in D-Dur op. 15 für Violine, Violoncello und Klavier und das „Impromptu“ op. 9b, gesetzt für Klaviertrio, dort auf dem Programm. Der Kritiker der Angramer Zeitung bemerkte über die Werke: „Jeder einzelne Satz trägt jedoch bereits echten Kammerstyl so der erste Satz gleich, mit seinem flotten, frisch eingegebenen Allegretto, das in sich den Keim zur richtigen Durchführung trägt, indem dem prächtigen Motiv ein Seitensatz beigegeben wurde, der dann mit dem Hauptsatz zu der Ausarbeitung des ganzen Satzes vollständig ausreicht. Ein zartes Motiv birgt der zweite Satz Andantino, das Adagio enthält eine breit dahinströmende Melodie des Cello, ein Motiv von tiefem Ernste, während der letzte Satz mit einem flott dahinfließenden Thema zum Schlusse eilt. Das zweite Werk eigener Factur ist ursprünglich ein Klaviersatz gewesen, dessen Umarbeitung für Clavier, Violine, Viola und Cello den sauber gearbeiteten Satz erst in die richtige Beleuchtung rückte.“ (AZ 17.3.1904, 79. Jg., Nr. 63, S. 4-5) Auch in anderen aristokratischen Privatkreisen in Zagreb und Budapest wurden ihre Werke aufgeführt.

    Zur ersten öffentlichen Aufführung kam es am 25. Oktober 1901 in Sombor im Rahmen eines Kammermusikprogrammes. Die Violinistin Stefi Geyer spielte die ihr gewidmete „Canzonette“ für Violine und Klavier op. 8. Am Klavier begleitete sie die Pianistin Valéria Ipolyi.

    Neben Stefi Geyer spielten auch Jaroslav Kocian und Olga Schulz schon frühzeitig ihre Stücke.


    1902 siedelte die Familie nach Zagreb um. Hier erhielt die Komponistin Privatunterricht bei Václav Huml (Violine), Ćiril Junek (Theorie) und bei dem Wiener Professor Dragutin Kaiser (Instrumentation). Im kroatischen Musikinstitut Zagreb fanden zahlreiche Konzerte statt. In diesem Rahmen wurde ihre 1903 vollendete Komposition „Sechs Phantasiestücke“ op. 17 gespielt. Im folgenden Jahr wurde ihr 1902 entstandenes Klaviertrio D-Dur op. 15 öffentlich aufgeführt. Trotz ihres jungen Alters war Dora Pejačević bereits in Zagreber Kreisen als Komponistin anerkannt. Hier lernte sie auch zahlreiche prominente Vertreter des öffentlichen Lebens und Künstler kennen, von denen sie auf verschiedenen Gebieten Anregungen bekam. So schickte ihr der Musikwissenschaftler Franjo Kuhač vier Bände seiner Sammlung „Južnoslovjenske narodne popievke“ (Südslawische Volkslieder). Sie waren die erste Begegnung mit dem slawischen Volkslied und Quelle für Inspirationen für ihre Kompositionen, wie man beispielsweise am Motiv der Humoreske op. 54 hört.


    Ab 1907 setzte Dora Pejačević ihre Studien in Dresden fort und nahm bei Percy Sherwood Unterricht in Kontrapunkt und Komposition, bei Henri Petri, einem Joachim Schüler, Geigenunterricht. Bis dahin entstanden fünfzehn weitere Werke wie u.a. der Klavierzyklus „Blumenleben“ op. 19. In der Elbestadt bot sich für die junge Studentin die Möglichkeit, am regen Musikleben teilzunehmen. So kam sie hier mit der Musik von Richard Strauss in Berührung und erlebte u.a. die Uraufführung der „Elektra“. Darüber hinaus nahm sie in München bei Walter Courvoisier, der an der Akademie der Tonkunst lehrte, Kompositionsunterricht.


    In Zagreb fanden weiterhin regelmäßig Aufführungen ihrer Werke statt, wie 1909 die Aufführung ihres Klavierquartettes d-Moll op. 25. Ein Jahr später spielte dieses Werk das Bachmann-Trio mit dem Budapester Bratschisten Köszegi in Dresden. Am gleichen Abend erklangen das Werk „Blumenleben“ op. 19 gespielt von Walther Bachmann und verschiedene Lieder, dargeboten von Claudy Bondy. In diesem Konzert erklangen auch Werke von Johannes Brahms, Franz Schubert und Ludwig van Beethoven, was zeigt, welchen Wert ihren Kompositionen beigemessen wurde – und dass sie die Konkurrenz nicht scheuen musste. Der Dresdner Pianist Walter Bachmann spielte regelmäßig die Werke Dora Pejačević. Ihm ist auch das Klaviertrio C-Dur op. 29 gewidmet. 1921 spielte er in Dresden in einem Klavierabend ihre Klaviersonate b-Moll op. 36. Eine weitere Interpretin der Werke Dora Pejačević war die Pianistin Alice Ripper. Am 1917 führte sie in Stockholm die ihr gewidmeten „Vier Klavierstücke“ op. 32a und das „Impromptu“ op. 32b auf. So wurden die Werke der Komponistin seit 1910 über Zagreb hinaus immer bekannter.


    1912 kehrte Dora Pejačević nach Našice zurück, reiste aber weiterhin viel und hielt sich so regelmäßig in Wien, München, Dresden und Prag auf. Eine größere Reise unternahm sie 1912 nach Ägypten. 1913 entstand ihr erstes orchestrales Werk, das Konzert in g-Moll für Klavier und Orchester op. 33, das der Pianist Svetislav Stančić am 5. Februar 1916 im Rahmen des „Konzertes junger kroatischer Komponisten“ zur Aufführung brachte. Es ist das erste Klavierkonzert in der kroatischen Musikgeschichte und folgt der Tradition des klassisch-romantischen virtuosen Solokonzerts.


    Eine wichtige Freundin und Bezugsperson für Dora Pejačević wurde neben Alice Ripper (Klavier) Sidonie Nádherný. 1896 hatten sich die Familien Nádherný und Pejačević in Meran kennen gelernt und zwischen den Frauen entwickelte sich eine lebenslange Freundschaft. Sidonie Nádherný begleitete die Komponistin regelmäßig auf ihren Reisen. Auf dem Schloss Janowitz ihrer Freundin Sidonie Nádherny von Boroutin hielt Dora Pejačević sich öfter für längere Zeit auf. Beispielsweise verbrachte sie die Zeit von Sommer 1919 bis Anfang 1920 mit kurzen Unterbrechungen dort. Hier vollendete sie die Ouvertüre in d-Moll für Klavier und Orchester op. 49. Während der Besuche lernte sie Karl Kraus, den Liebhaber der Gastgeberin, Rainer Maria Rilke, dessen erste Frau Clara Rilke-Westhoff und Anette Kolb kennen. Die enge Beziehung der beiden Freundinnen gab Karl Kraus Anlass zur Eifersucht. Trotz der Rivalität entstand zwischen Karl Kraus und Dora Pejačević ein reger Gedankenaustausch. So las sie zahlreiche Werke von ihm wie auch die von ihm herausgegebene Zeitschrift „Die Fackel“ und regte ihn zu Beiträgen und Berichten an. Zwischen den beiden Künstlern entstand eine enge Zusammenarbeit. So vertonte Dora Pejačević die zwei Gedichte „An eine Falte“ und „Verwandlung“ von Karl Kraus. Beide Lieder sind der gemeinsamen Freundin Sidonie Nádherný gewidmet. Für ihr politisches Interesse spricht zudem, dass sie Lily Brauns „Memoiren einer Sozialistin“ und Karl Kautskys „Terrorismus und Kommunismus“ auf ihrer Leseliste führte.


    1917 entstand ihre Symphonie fis-Moll op. 41, die sie ihrer Mutter widmete. Am 25. Januar 1918 wurden unter der Leitung von Oskar Nedbal die Sätze 2 und 3 in einem Konzert im Großen Musikvereins-Saal in Wien uraufgeführt. Es war das erste Mal, dass von der Komponistin ein sinfonisches Werk in Wien erklang. Die Aufführung war ein Erfolg: „Andante wie Scherzo sind sicher gestaltet, mit der Neigung zu Überraschungen des Esprits in Rhythmik und Farbe, auch mit der Fähigkeit, eine Grundstimmung fest zuhalten. Das Andante berührt wie eine schwermütige Szene auf der Haide; gegen das pastorale Englischhorn Moll des Anfangsthemas kontrastiert ein geschmeidiger Gedanke, der französisch spricht. Geradezu pikant die Rhythmen des Scherzos mit nationalem Einschlag.“ (Freie Presse 28.1.1918, S.2)

    Zwei Jahre später, am 10. Februar 1920 spielte das Dresdner Philharmonische Orchester unter der Leitung von Edwin Lindner die gesamte Sinfonie. Die Aufführung wurde in den Kritiken positiv beurteilt, so dass Arthur Nikisch der Komponistin schrieb, dass er das Werk ebenfalls aufführen möchte. Leider kam es dazu nicht mehr, da er bereits am 23. Januar 1922 starb.


    Als die Komponistin am 14. September 1921 Ottomar von Lumbe heiratete, kam dies für viele ihrer Freundinnen unerwartet. Bisher hatte sich die Künstlerin über gesellschaftliche Konventionen hinweggesetzt und ihr ungebundenes Leben ganz ihrem kompositorischen Schaffen gewidmet. Das Paar wohnte in München und Dresden. Im gleichen Jahr entstanden die Kompositionen „Drei Kinderlieder“ mit Klavierbegleitung op. 56, und die Klaviersonate As-Dur op. 57. Die Kinderlieder wurden noch im selben Jahr in Našice aufgeführt und auch die Klaviersonate wurde von Svetislav Stančić noch zu Lebzeiten der Komponistin dargeboten.


    Am 30. Januar 1923 kam ihr Sohn Theo zur Welt. Wenige Wochen später, am 5. März 1923, starb Dora Pejačević an einer Sepsis in einer Münchner Frauenklinik.


    Noch im selben Jahr fand im Kroatischen Musikinstitut ein Gedenkkonzert für die Komponistin statt. Es erklangen die Sonate für Cello und Klavier e-Moll op. 35, die Klaviersonate As-Dur op. 57 und das Klavierquintett h-Moll op. 40. Ausführende waren das Miranov-Žepic-Quartett, der Cellist Juro Tkalčić und die Pianisten Hugo Mihalović und Svetislav Stančić.

    Würdigung

    Das Schaffen Dora Pejačević ist ein wichtiger Bestandteil der kroatischen Kunst und liegt in einer Zeit des Wandels. In der Musikgeschichte gilt dieser Zeitraum als Übergangsperiode zwischen der Spätromantik und dem späteren sogenannten Nationalstil. Ihre Werke bilden eine Plattform, auf der sich im 20. Jahrhundert neue moderne Stilrichtungen entwickelten.

    Die Komponistin sprach sich entschieden gegen jene Programmmusik aus, die einem bis in alle Einzelheiten ausgearbeiteten beschreibenden Programm folgt. Dagegen setzte sie sich für eine Art von Programmmusik ein, die die Phantasie der Rezipienten im Erleben der Musik zwar in eine Richtung lenkt, ihnen darin aber völlige Freiheit lässt. In der Kammermusik komponierte Dora Pejačević sowohl in klassischen Formen mit dem ästhetischen Anspruch „absoluter Musik“ als auch mit Programmcharakter. Gelegentlich verwendete sie in ihren letzten Schaffensjahren Elemente des folkloristischen Stils. So gibt es sowohl slawische als auch slawonische Anklänge in der Melodik ihrer Werke. Als Beispiele wären ihre Sinfonie fis-Moll, das Klavierquintett h-Moll, die slawische Sonate b-Moll und die „Drei Kinderlieder“ zu nennen.


    Ihr Werkverzeichnis umfasst 58 Kompositionen. Dora Pejačević spielte selber ausgezeichnet Geige und Klavier und kannte daher die Möglichkeiten dieser Instrumente, die sie zunächst in ihren Klavier- und Violin-Miniaturen einsetzte. Daneben entstanden ca. 30 Solo-Lieder. Im Alter von 17 Jahren entstand die erste Kammermusik, das Klaviertrio op. 15 (1902), das Klavierquartett op. 25 folgte 1908. Als das Klavierquartett das erste Mal in Zagreb zur Aufführung kam, bescheinigte ihr der Rezensent des Neuen Wiener Tageblattes „ursprüngliches Talent, das ohne viel zu grübeln die ihr leicht zufließenden Themen frisch aufgreift, in formvollendeter Weise durchführt und verarbeitet. Die oft überraschende, eigenartige Harmonik, die interessanten Klangfarben und das Ringen nach Selbständigkeit verraten Geist und lassen von der Entwicklung der jungen Komponistin noch viel Gediegenes erhoffen. In diesem Konzert, das zum ersten Mal Kompositionen der Kroatin aufführte, kamen auch vier Lieder zum Klingen, gesungen von der in Wien lebenden Kroatin Claudi Bondy.“ (Neues Wiener Tageblatt, S. 13/ 14, 22.12.1910, 44. Jg.)


    Im Schnitt entstand weiterhin pro Jahr ein kammermusikalisches Werk. Ihre 1909 komponierte Violinsonate D-Dur op. 26 gilt als ihr erster Durchbruch zur Meisterschaft. Sie wurde 1911 in einem Dresdner Konzert von dem Geiger Ivan Manen erstaufgeführt: „Die Kennzeichen einer echten Begabung für die Komposition offenbarten sich gleich in der ungezwungenen und durchaus melodiösen Tonsprache. Es ist ein liebenswürdiges, unmittelbar ansprechendes Idiom, das Dora Pejačević in dieser Hinsicht spricht: musikalische Lyrik, erwärmend in einem gewissen poetisch schwärmerischen Aufschwung.“ (Pester Lloyd 1.4.1911, S. 11) Die Arbeit an ihrem Klavierquintett op. 40 beschäftigte die Komponistin von 1916 bis 1918 und ist mit als einer der Höhepunkte in ihrem Schaffen zu nennen. „Es zeichnet sich durch einen einheitlichen Stil aus, der von Individualität und expressiver Spannung geprägt ist.“ (Kos, S. 81) 1922 entstand nur eine Komposition – das Streichquartett C-Dur op. 58, das von Koraljka Kos (S. 79) als das „reifste Kammermusikwerk“ bezeichnet wird. Die Uraufführung fand erst am 20. November 1930 in Wien mit dem Weissgärber-Mayr-Quartett statt. Diese Quartettformation spielte gemeinsam mit Nana Krieger am Klavier am 27. Januar 1932 in Wien im kleinen Musikvereinssaal das Klavierquintett h-Moll op. 40 als Wiener Erstaufführung. Vier ihrer ca. 30 Lieder liegen auch in einer Orchesterversion vor. Somit hat die Komponistin auch in der Gattung Orchesterlied einen wertvollen Beitrag zur kroatischen Musik der Moderne geleistet.


    Wie schon beschrieben hatte Dora Pejačević auch auf dem Gebiet der sinfonischen Musik einige Werke kreiert. Anfang des 20. Jahrhunderts kamen Sinfonien von Komponistinnen kaum zur Aufführung und so war die Erwartungshaltung, wenn ein neues Werk vorgestellt wurde, entsprechend auf einen männlichen Kunstschaffenden gerichtet. Als 1918 Andante und Scherzo aus ihrer Sinfonie aufgeführt wurde, beschrieb der Kritiker des Neuen Wiener Tageblatt das Phänomen: „Daß hinter dem D. eine Dame steckt, erfuhren wir erst, als D. Pejaescvich sich vor der stürmisch applaudierenden Zuhörerschaft dankend verneigte. [… ] Nun, die komponierende Komtesse hat es nicht nötig, ihr gräfliches und weibliches Geschlecht zu verleugnen, sie stellt nämlich trotzdem eine ganz außerordentliche Begabung dar, von der vieles zu erwarten ist.“ (Neues Wiener Tageblatt 18.2.1918, S. 3) Auch bei der Aufführung der gesamten Sinfonie 1920 in Dresden waren das Publikum und die Kritiker überrascht, dass dieses das Werk einer Frau ist. Ihre Instrumentierung wurde sehr lobend erwähnt und mit der von Peter Tschaikowsky verglichen: „Das Werk ist die Probe auf eine ausgesprochene Begabung für das Wirksame im Klang.“ (Kos, S. 16; Dresdner Anzeiger, 11.2.1920) Dora Pejačević schien dieses auch bewusst zu sein. Sie liebte das ungebundene Leben und das freie Schaffen. Dass es nicht selbstverständlich für eine Frau war, künstlerisch tätig zu sein, wird in einem Brief deutlich, den sie, als sie im 6. Monat schwanger war, am 29. Oktober 1922 an ihren Gatten schrieb. Hierin bittet sie ihn, „das Kind geschlechtsneutral zu erziehen und ihm alle intellektuelle und emotionale Förderung zuteil werden zu lassen.“ (Ostleitner, S. 28)


    Nach ihrem Tod erfolgten bis Anfang der 1930er Jahre noch weitere Aufführungen ihrer Werke. So wurde beispielsweise 1925 die Aufführung eines Orchesterliedes in Wien erwähnt (Wiener Morgenzeitung, 1.2.1925, S. 10), und im Rahmen eines Sonatenabends kam 1931 die b-Moll Sonate in Wien zur Erstaufführung, die von dem Rezensenten des Wiener Albumblatt als „Meisterwerk“ bezeichnet wurde. Neben der Sonate erklangen in dem Konzert die Sonaten G-Dur Ludwig van Beethovens und die Sonate Es-Dur von Richard Strauss. Es spielten Max Weissgärber Violine und Margarete Alt Klavier ( vgl. Wiener Albumblatt 1.2.1931, 62. Jg., Nr. 3, S. 17). Auch im Rundfunk wurden ihre Werke vorgestellt. So gab es am 21.2.1933 eine einstündige Sendung mit Kompositionen von Dora Pejačević (Ankündigung Radio Wien, S. 44).


    Derzeit erfährt Dora Pejačević in ihrer kroatischen Heimat wachsendes Interesse und Popularität. Sogar ihr Name wird vermarktet und es wurde ein „Dora“ – Parfüm und ein „Dora“ – Sekt mit ihrem Namen kreiert. Der Regisseur Zvonimir Berkovic drückte seine Bewunderung für die Komponistin in seinem 1993 erschienenem Film „Kontesa Dora“ aus und setzte ihr damit ein Denkmal. Zwei Jahre später 1995 erschien die Roman-Biographie von Stanko Rozgaj „Die junge Dora“.

    Rezeption

    Die Werke Dora Pejačević wurden zu ihren Lebzeiten aufgeführt und in der Presse entsprechend gewürdigt. Auch nach ihrem Tod wurden nachweislich bis in die 1930er Jahre Werke der Komponistin im Konzertsaal aufgeführt und im Rundfunk übertragen. Danach war sie nur noch in wenigen kroatischen Kreisen bekannt. Bis zum Erscheinen der Biographie von Koraljka Kos 1982 war das musikalische Schaffen Dora Pejačević in Vergessenheit geraten. Ein Grund dafür könnte möglicherweise sein, dass es in Kroatien – bedingt mit durch das kommunistische System – ab 1945 bis Anfang der 1990er Jahre kein Verlagswesen gab. Selbst in der Bewegung „Frau und Musik“ wurde die Komponistin erst im Kongressbericht zum Heidelberger Internationalen Festival „Komponistinnen“ 1989 das erste Mal wieder erwähnt.


    Koroljaka Kos führte zahlreiche Grundlagenforschungen durch und publizierte ihre Forschungen in einer Biographie und in zahlreichen Artikeln. So stoßen die Kompositionen Dora Pejačević in letzter Zeit allmählich auf Interesse. In diesem Zusammenhang entstanden 2001 mehrere CDs. Auch die Musiksoziologin Elena Ostleitner hat sich intensiv mit dem Leben und Werk Dora Pejačević auseinandergesetzt und ihre Erkenntnisse publiziert (s. Literaturangaben). Die Musikwissenschaftlerin Zdenka Weber würdigte die Komponistin in einem Essay (s. Ostleitner, S. 42 bis 45). Gemeinsam wurden von Elena Ostleitner, Ivan Zivanović und Jelena Vuković vom Musikinformationszentrum Zagreb das Werkverzeichnis und eine Diskographie erstellt (Ostleitner, S. 49).


    Um die Jahrtausendwende wurde ein Projekt initiiert, das die Werke Dora Pejačević über die Grenzen Kroatiens bekannt machen sollte.

    Es baute auf den Forschungen und Publikationen der Zagreber Musikwissenschaftlerin Koraljka Kos auf und fand in Zusammenarbeit mit dem Musik Informations Zentrum Zagreb und dem Institut für Musiksoziologie der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien statt. im März 2000 wurde das Projekt in der kroatischen Botschaft Wien vorgestellt. In mehreren Klavierabenden wurden in Zagreb im bedeutendsten Konzertsaal der Stadt „Hrvatski glazbeni zavod“ Kompositionen von Dora Pejačević denen von Johannes Brahms und Franz Schubert gegenüber gestellt. Im Herbst 2000 wurde das Projekt erweitert zum Dreiländerprojekt. Mit dem brasilianischen Streichquartett Quarteto Amazonia entstand die 2. CD in der Reihe „Frauentöne“. Hier wurden u.a. das Klavierquintett h-Moll op. 40 mit Anika Vavič am Klavier eingespielt. Ende März 2001 fand in Wien an der Universität für Musik und darstellende Künste ein internationales Symposium statt, das durch mehrere Konzerte mit Musik der Komponistin umrahmt wurde. Dem schlossen sich 2002 mehrere Konzerte in Österreich, Kroatien und Brasilien an. Im gleichen Jahr fanden drei Porträtkonzerte mit einem repräsentativen Querschnitt ihres Schaffens in Bern statt. Die in den letzten Jahren aufgenommenen CDs vom Plattenlabel cpo zeugen von wachsendem Interesse an den Werken der Komponistin.

    Werkverzeichnis

    Alle Werke – bis auf die mit * gekennzeichneten – sind in gedruckter Form über das Music Information Centre (MIC) Kroatiens zu beziehen.



    Vokalkompositionen


    Sololieder

    Ein Lied op. 11 (1900), T: Paul Wilhelm

    Warum op. 13 (1901), T: Dora Pejačević

    Ave Maria op. 16, für Gesang, Orgel und Violine (1913)

    Sieben Lieder op. 23 (1907), T: Wilhelmine von Wickenburg-Almásy

    Zwei Lieder op. 27 (1909), T: Wilhelmine von Wickenburg-Almásy und Ernst Strauss

    Vier Lieder op. 30 (1911), T: Anna Ritter

    Verwandlung op. 37a (1915), T: Karl Kraus

    Mädchengestalten op. 42 (1916), Liederzyklus für Singstimme und Klavier, T: Rainer Maria Rilke

    An eine Falte op. 46, T: Karl Kraus

    Drei Gesänge op. 53, T: Friedrich Nietzsche

    Zwei Lieder op. 55 (1920), T: Karl Henckel und Ricarda Huch

    Tri djecje pjesme (Drei Kinderlieder) op. 56 (1921), T: Zmaj Jovan Jovanović


    Gesang und Orchester

    Verwandlung op. 37b (1915), T: Karl Kraus

    Liebeslied op. 39 für Singstimme und Orchester, T: Rainer Maria Rilke

    Zwei Schmetterlingslieder op. 52 für Singstimme und Orchester (1920), T: Karl Henckel


    Klavierwerke

    Berceuse op. 2 (1897)

    Gondellied op. 4 (1898)

    Chansons sans paroles op. 5 (1898)

    Papillon op. 6 (1898)

    Menuette op. 7 (1898)

    Impromptu op. 9a (1899)

    Chansons sans paroles op. 10 (1900)

    Albumblatt op. 12 (1901)

    Trauermarsch op. 14 (1902)

    Sechs Fantasiestücke op.17 (1903)

    Blumenleben op.19 (1904-1905)

    Berceuse op. 20 (1906)

    Valse de concert op. 21 (1906)

    Erinnerung op. 24 (1908)

    Walzer-Capricen op. 28 (1910)

    Vier Klavierstücke op. 32a (1912)

    Impromptu op. 32b (1912)

    Sonate in b-moll op. 36 (1914)

    Zwei Intermezzi op. 38 (1915)

    Zwei Klavierstücke op. 44 (1918)

    Blütenwirbel op. 45 (1918)

    Capriccio op. 47 (1919)

    Zwei Nocturnes op. 50 (1919 / 1920)

    Humoreske und Caprice op. 54 (1920)

    Sonate As-Dur op. 57 (in einem Satz) (1921)


    Kammermusikwerke

    Reverie für Violine und Klavier op. 3 (1897)*

    Canzonetta für Violine und Klavier op. 8 (1899)

    Impromptu für Klavierquartett op. 9b (1903)

    (Bearbeitung von 9a)*

    Klaviertrio D-Dur für Violine, Violoncello und Klavier op. 15 (1902)

    Menuett für Violine und Klavier op. 18 (1904)

    Romanze für Violine und Klavier op. 22 (1907)

    Klavierquartett d-Moll op. 25 (1908)*

    Sonate D-Dur für Violine und Klavier op. 26 (1909)

    Klaviertrio für Violine, Violoncello und Klavier C-Dur op. 29 (1910)*

    Streichquartett F-Dur op. 31 (1911; verloren)

    Elegie für Violine und Klavier op. 34 (1913)

    Sonate e-Moll für Violoncello und Klavier op. 35 (1913)

    Klavierquintett h-Moll op. 40 (1915-1918)

    Slawische Sonate b-Moll für Violine und Klavier op. 43 (1917)*

    Meditation für Violine und Klavier op. 51 (1919)

    Streichquartett C-Dur op. 58 (1922)


    Orchesterwerke

    Konzert in g-Moll für Klavier und Orchester op. 33 (1913)

    Sinfonie in fis-Moll op. 41 (1916-1917)*

    Phantasie concertante in d-Moll für Klavier und Orchester op. 48 (1919)*

    Ouverture in d-Moll für Klavier und Orchester op. 49 (1919)



    Diskographie

    Klavierkonzert g-moll, op. 33

    Sigrid Trummer – Klavier, Nürnberger Symphoniker,

    Dirigent: Manfred Müssauer

    Re Nova Classics 990909, Wien, 1999


    Ein Lied op. 11; Warum op. 13; Vier Lieder op. 30; Zwei Klavierstücke op. 44; Venedig op. 53, Nr. 1; Um bei dir zu sein op. 55, Nr. 2; Liebeslied op. 39; Verwandlung op. 37; Sonate für Violine und Klavier D-Dur op. 26

    Katja Markotić – Mezzosopran, Ljubomir Gašparović – Klavier, Maja Dašpalj – Violine

    MC Jugoton 6-S 3 03261 6, 1990


    Sonate für Violine und Klavier D-Dur, op. 26; Klaviertrio für Violine, Violoncello und Klavier, D-Dur, op. 15/1; Klavierquintett für 2 Violinen, Viola, Violoncello und Klavier, h-moll, op. 40;

    Claudio Cruz – Violine, Alceu Reis – Violoncello, Anika Vavič – Klavier,

    Quarteto Amazonia: Claudio Cruz – Violine 1, Igor Sarudiansky – Violine 2, Horacio Schaefer – Viola, Alceu Reis – Violoncello,

    Re Nova Classics 010203, Wien, 2001


    Sonate für Violoncello und Klavier, e-moll, op. 35; Klaviertrio für Violine, Violoncello und Klavier, C-Dur, op. 29

    Tatjana Kubala – Violine, Monika Leskovar – Violoncello, Cornelia Gartemann – Klavier

    Re Nova Classics, Wien, 2004


    Symphonie fis-moll op. 41; Phantasie concertante d-moll op. 48 für Klavier & Orchester

    Volker Banfield – Klavier, Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, Dirigent: Ari Rasilainen

    CPO 9983873, März 2011


    Klaviertrio op. 29

    Andrej Bielow – Violine, Christian Poltera – Violoncello, Oliver Triendl – Klavier

    CPO 8363939, Juni 2011


    Lieder

    Ein Lied op. 11; Warum op. 13; 7 Lieder op. 23; 2 Lieder op. 27; 4 Lieder op. 30; Verwandlung op. 37; Liebeslied op. 39; Mädchengestalten op. 42; An eine Falte op. 46; 2 Schmetterlingslieder op. 52; 3 Gesänge op. 53; 2 Lieder op. 55

    Ingeborg Danz – Alt, Cord Garben – Klavier

    CPO, Mai 2012


    Lieder

    7 Lieder op. 23; 4 Lieder op. Mädchengestalten op. 42; 3 Gesänge op. 53; 2 Schmetterlingslieder op. 52; 2 Lieder op. 27; 2 Lieder op. 55; Verwandlung op. 37; An eine Falte op. 46; Liebeslied op. 39; Ein Lied op. 11; Warum op. 13

    Sylvie Vucic – Sopran, Jean Angliviel – Klavier

    Passavant, August 2012


    Streichquartett op. 25;

    Klavierquintett op. 40;

    Klavierquartett op. 58; Impromptu op. 9

    Oliver Triendl – Klavier, Quatuor Sine Nomine

    CPO 6723880, Dezember 2012 (2 CDs)


    Werke für Violine und Klavier

    Violinsonate D-Dur op. 26; Slawische Sonate b-moll op. 43; Canzonetta op. 8; Menuett op. 18; Romanze op. 22; Elegie op. 34; Meditation op. 51

    Andrej Bielow – Violine, Oliver Triendl – Klavier

    CPO 1224140, Oktober 2013


    Sämtliche Klavierwerke

    Blumenleben op. 19; Klaviersonaten op. 36 & 57; 6 Fantasiestücke op. 17; Blütenwirbel op. 45; 2 Nocturnes op. 50; 4 Klavierstücke op. 32a; Impromptu op. 32b; Valse de concert op. 21; Erinnerung op. 24; Walzer-Capricen op. 28, Berceuse op. 20; Capriccio op. 47; 2 Skizzen op. 44; 2 Intermezzi op. 38; Berceuse op. 2; Gondellied op. 4; Chansons sans paroles op. 5 & 10; Papillon op. 6; Menuett op. 7; Impromptu op. 9a; Trauermarsch op. 14; Humoreske op. 54a; Caprice op. 54b

    Nataša Veljković – Klavier

    CPO 8445338, Dezember 2015


    Klavierkonzert op.33; Ouvertüre op. 49; 2 Schmetterlingslieder op. 52 für Alt & Orchester; Verwandlung op. 37 für Alt & Orchester; Liebeslied op. 39 für Alt & Orchester

    Ingeborg Danz- Alt, Oliver Triendl – Klavier,

    Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt,

    Dirigent: Howard Griffiths

    CPO 5434238, März 2015 (2 CDs)


    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Dora_Pejačević

    abgerufen: 31.10.2018


    www.jpc.de

    abgerufen: 31.10.2018

    Quellen

    Literatur


    Blažeković, Zdravko: Pejačević, Dora. In: Ludwig Finscher (Hrsg.): MGG. Zweite Ausgabe, Personenteil, Band 13. Bärenreiter Verlag, 2005, Sp. 248–249.


    Kos, Koraljka: Dora Pejačević. Leben und Werk. Beiträge zur Geschichte der kroatischen Musik, Musikinformationszentrum Zagreb, 1987. Aus dem Kroatischen übersetzt von Charlotte Ivir.


    Kos, Koraljka: Dora Pejačević. Zweisprachige Ausgabe: (kroatisch/englisch): Kroatisches Musikinformationszentrum Zagreb, 2008.


    Kraus, Karl: Briefe an Sidonie Nádherny von Borutin. 1913-1936. Hrsg. von Friedrich Pfäfflin. Kösel Verlag, München 1974.


    Ostleitner, Elena (Hg.): Die kroatische Komponistin Dora Pejačević 1885-1923, Furore Edition 808, Kassel 2001.


    Weber, Zdenka: „Dora“ – ein kroatisches Markenzeichen. In: Elena Ostleitner (Hg.): Die kroatische Komponistin Dora Pejačević 1885-1923, Furore Edition 808, Kassel 2001, S. 42-45.



    Zeitungsartikel


    Agramer Zeitung 17.3.1904, 79. Jg., Nr. 63, S. 4-5.

    Agramer Zeitung 16.3.1905, 80. Jg., Nr. 62, S. 4.

    Agramer Zeitung 7.11.1910, 85. Jg., Nr. 253, S. 5.

    Agramer Zeitung 15.11.1910, 85. Jg., Nr. 260, S. 5.

    Agramer Zeitung 20.11.1911, 86. Jg., Nr. 265, S. 7.


    Agramer Tagblatt 6.4.1918, 33. Jg., No. 89.


    Freie Presse 28.1.1918, Nr. 19192, S. 2.


    Neue Freie Presse 12.1.1918, Nr. 19178, S. 10.

    Neue Freie Presse 11.1.1925, Nr. 21670, S. 14.


    Neues Wiener Journal 15.1.1918, 26. Jg., Nr. 8696, S. 7.

    Neues Wiener Tageblatt 18.2.1918, 52. Jg., Nr. 46, S. 3

    Neues Wiener Tageblatt 22.12.1910, 44. Jg., Nr. 351, S. 13-14.


    Neue Zeitschrift für Musik 6.1.1932, 90. Jg., Nr. 1, S. 201.


    Pester Lloyd 26.1.1899, 46. Jg., Nr. 24, S. 7.


    Pester Lloyd 23.2.1907, 54. Jg., Nr. 47, S. 4.

    Pester Lloyd 15.11.1909, 56. Jg., Nr. 262, S. 6.

    Pester Lloyd 1.4.1911, 58. Jg., Nr. 77, S. 11.

    Pester Lloyd 7.6.1916, 63. Jg., Nr. 158, S. 8.

    Pester Lloyd 12.3.1923, 60. Jg., Nr. 61, S. 11.


    Radio Wien 2.8.1929, 5. Jg., Nr. 44, S. 41.

    Radio Wien, 28.11.1932, 7. Jg., Nr. 9, S. 49.

    Radio Wien 17.2.1933, 9. Jg., Nr. 21, S. 44.


    Sport und Salon 23.3.1907, 10. Jg., Nr. 12, S. 8.


    Wiener Albumblatt 1.2.1931, 62. Jg., Nr. 3, S. 17.


    Wiener Morgenzeitung1.2.1925, 7. Jg., Nr. 2138, S. 10.


    Wiener Salonblatt 22.8.1903, 34. Jg., Nr. 34, S. 8.

    Wiener Salonblatt 15.4.1905, 36. Jg., Nr. 16, S. 7.

    Wiener Salonblatt 7.12.1930, 61. Jg., Nr. 25, S. 17-18.

    Wiener Salonblatt 1.2.1931, 62. Jg., Nr. 3, S. 17.

    Wiener Salonblatt 8.5.1932, 63. Jg., Nr. 10, S. 13.




    Web-Links


    https://de.wikipedia.org/wiki/Dora_Pejačević

    abgerufen: 31.10.2018


    Musikinformationszentrum Kroatien www.mic.hr


    Dora Pejačević im Lexikon des Lexikographischen Instituts „Miroslav Krleža“


    Musik von Dora Pejačević


    Biographie


    Dora Pejačević-Gedenkzimmer in Našice


    Im Kalliope-Verbundkatalog existieren 3 Eintragungen (http://kalliope.staatsbibliothek-berlin.de/de/search.html)


    In der Datenbank http://anno.onb.ac.at befinden sich unter dem Namen Dora Pejacsevich 53 Treffer


    http://www.mic.hr/composer/dora/composer_articles/bio

    abgerufen 15.11.2018


    cpo 1 -https://www.jpc.de/jpcng/cpo/detail/-/art/Dora-Pejacevic-Werke-f%FCr-Violine-Klavier/hnum/1224140


    cpo 2

    https://www.jpc.de/jpcng/cpo/detail/-/art/dora-pejacevic-klavierkonzert/hnum/5434238


    cpo 3

    https://www.jpc.de/jpcng/cpo/detail/-/art/Dora-Pejacevic-1885-1923-Streichquartett-op-25/hnum/6723880




    Archive


    Staatliche Gebietsarchiv in Prag:


    Bestand „Velkostatek Vrchotovy Janovice“ (Großgrundbesitz Vrchotovy Janovice). In diesem Bestand befindet sich das Familienarchiv von Nádherni aus Borutín.


    a) Inventarnummer 167, Signatur A-c-79, Kartonnummer 17 – Die Korrespondenz zwischen Dora Pejachevich und Johannes Nadherny, 1900-1913.

    b) Inventarnummer 108 - 118, Signatur A-c-46, Kartonnummer 12 Reisetagebücher von Sidonie Nádherná von Borutín, 1906 – 1930.

    c) Inventarnummer 119 - 121, Signatur A-c-47, Kartonnummer 12 – Privattagebücher von Sidonie Nádherná von Borutín, 1906 – 1930.

    Die Reise- und Privattagebücher von Sidonie Nádherná von Borutín sind bereits als Mikrofilm digitalisiert.


    Musikinformationszentrum Kroatien www.mic.hr


    Im kroatischen Musikinstitut (Hrvatski glazbeni zavod) Zagreb

    befindet sich der gesamte biographische und künstlerische Nachlass der Komponistin Dora Pejacevic. (Kos, S. 10)

    Forschung

    Einige Jahre nach dem Tod von Dora Pejačević verschwand das Schaffen der Komponistin aus dem gesellschaftlichen Gedächtnis. Erst 1982 erstellte die kroatischen Musikwissenschaftlerin Koralja Kos die erste Biographie über die Komponistin in kroatischer Sprache. In der Reihe „Beiträge zur Geschichte der Kroatischen Musik“ erschien fünf Jahre danach eine Biographie in deutscher Übersetzung. Es folgte 2008 eine überarbeitete Version in kroatischer und englischer Sprache.

    Dora Pejačević teilte das Schicksal mit vielen Komponistinnen aus dem osteuropäischen Raum. Erst langsam werden ihre Werke wieder bekannter und in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Eva Sedak geht in ihrem Beitrag zum Heidelberger Internationalen Festival „Komponistinnen“ 1989 auf die Komponistin ein.

    Aufgrund eines 2000 initiierten Projektes gelang es, das Leben und Schaffen der Komponistin wieder mehr bekannt zu machen.

    Das Musikinformationszentrum Kroatien sorgte für die Drucklegung der Kompositionen. So wurde eine Basis geschaffen, um die Werke überhaupt zur Aufführung bringen zu können. (Ostleitner, S. 38)


    Der Witwer Otto von Lumbe hat 1982 den Nachlass seiner Frau dem Kroatischen Musikverein geschenkt. 1985 fand anlässlich ihres 100. Geburtstages auf Schloss Našice ein Fest statt. Neben allen noch lebenden Mitgliedern der Familie Pejačević versammelten sich zu diesem Anlass zahlreiche Musikwissenschaftler*innen und Musikinterpret*innen. Es erklang die Musik der Komponistin und dieses Fest war sozusagen der Anstoß zur Wiederentdeckung der Komponistin und ihrer Musik.

    Forschungsbedarf

    Wie Koraljka Kos beschreibt, ist wichtiges Quellenmaterial von und über die Komponistin verschollen, wie z. B. das sogenannte Stammbuch, die Familienchronik, Briefe und ihr Tagebuch. Möglicherweise, falls einige Quellen auffindbar sind, wäre es interessant, diese in Hinsicht auf ihre Biographie und ihr künstlerisches Schaffen zu erforschen. In dem Zusammenhang wäre es auch interessant, das Verhältnis von Dora Pejačević zu Stefi Geyer und Sidonie Nádherný unter homoerotischen Aspekten zu betrachten.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 46847310
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 124970346
    Library of Congress (LCCN): n84118563

    Autor/innen

    Jutta Heise


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Silke Wenzel
    Zuerst eingegeben am 18.04.2019


    Empfohlene Zitierweise

    Jutta Heise, Artikel „Dora Pejačević“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 18.4.2019.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Dora_Pejačević