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  • Lexikographie, Gender und Musikgeschichtsschreibung

    Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
    The contemporary state of research on women's musical culture in Poland

    Vortrag von Magdalena Dziadek (Krakau)
    27.5.2016 17:00-17:30, Fanny Hensel-Saal

    Abstract

    Der Artikel befasst sich mit der Geschichte der Erforschung der Rolle der Frau im polnischen Musikleben mit besonderem Blick auf Motivationen, Methoden und Ergebnisse. Der Bericht setzt an in der Zeit zwischen den Kriegen, als eine Gruppe polnischer Musikerinnen und Musikkritikerinnen damit begann, Material über das Schaffen polnischer Komponistinnen des 19. und 20. Jhds. Zusammenzutragen und zu veröffentlichen. Die Interessen der WissenschaftlerInnen, die sich in den 1950er und 1960er Jahren (hauptsächlich) mit Komponistinnen befassten, werden mit der gesellschaftspolitischen Lage in Polen in einen Zusammenhang gesetzt, vor allem mit dem Frauenbild, das von den damaligen polnischen Behörden propagiert wurde. Paradoxerweise fand sich in den ersten Jahrzehnten nach dem Krieg eine sehr positive Einstellung gegenüber Frauen und ihrer Arbeit, was zu einem gesteigerten Interesse am Schaffen polnischer Musikerinnen führte, das sich in den zu dieser Zeit veröffentlichten Musikenzyklopädien wiederfinden lässt. In den darauf folgenden Jahrzehnten wurde die Politik der polnischen Regierung Frauen gegenüber restriktiver, was negativen Einfluss auf die Erforschung von Frauenkultur hatte, die praktisch zum Erliegen kam. In den 1990er Jahren gab es neue Impulse. In diesen Jahren entwickelte sich die „Frauen-Musikwissenschaft‟ in Polen sehr schnell, nachdem die Grenzen des Landes geöffnet worden waren, wodurch der freie Ideenaustausch zwischen Polen und dem übrigen Europa möglich wurde. Durch die Rezeption dieser Ideen kam es zu zahlreichen Projekten, die sich mit dem musikalischen Schaffen von Frauen beschäftigten. Obwohl die traditionelle historische Musikwissenschaft weitergeführt wird, engagieren sich unsere Musikwissenschaftler heute auch in interdisziplinär angelegten Projekten, die unter anderem soziologische und philologische Erkenntnisse einbeziehen.

    Materialien (Englisch)

    Videomitschnitt

    Präsentation

    Lizenz

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    Vita

    Magdalena Dziadek wurde 1961 in Bielsko-Biała geboren. Sie studierte Musiktheorie an der Karol-Szymanowski-Musikakademie in Kattowitz (Abschluss mit Auszeichnung 1984). 1991 erlangte sie den Doktorgrad am Institut der Künste der Polnischen Akademie der Wissenschaften mit einer Dissertation über die Warschauer Musikkritik von 1810 bis 1890. Sie habilitierte sich 2004 an derselben Einrichtung mit einer Arbeit über Musikkritik in Polen von 1890 bis 1914. Seit 1992 konzentrierten sich ihre unabhängigen wissenschaftlichen Aktivitäten auf die Geschichte des polnischen und (in erster Linie mittel-)europäischen Musiklebens im 19. und 20. Jhd., und hier vor allem auf die Geschichte der Musikliteratur und die gesellschaftliche Rezeption von Musik. Kürzlich hat sie eine Sammlung von Quellen zur polnischen und deutschen Literatur über Chopin im 19. und 20. Jhd. (bis 1939) veröffentlicht. Außerdem hat sie die Werke Moda na ‚Wiosnę‛. Festiwal Poznańska Wiosna muzyczna w latach 1961–2002 [Mode für den Frühling. Das Festival „Posener Musikfrühling‟ in den Jahren 1961–2002] (Poznań 2003) und Opera Poznańska w latach 1918–2000. Dzieje sceny i myśli [Das Posener Opernhaus in den Jahren 1918–2000. Geschichte von Szene und Gedankengut] (Poznań 2007) veröffentlicht. Im Jahr 2010 erschien der erste Band ihrer Monographie Od Szkoły Dramatycznej do Uniwersytetu. Dzieje wyższej uczelni muzycznej w Warszawie 1810–2010 [Von der Schauspielschule zur Universität. Die Geschichte der Musikhochschule in Warschau von 1810–2010] über die Geschichte der Hochschule von 1810 bis 1944. Der zweite Band über die Jahre 1945 bis 2010 wird bald erscheinen. Von 2006 bis 2009 war sie Professorin an der Fryderyk-Chopin-Musikuniversität in Warschau, wo sie auch für die Betreuung von Dissertationen verantwortlich war. Von 2009 bis 2012 war sie am Lehrstuhl für Musikwissenschaften der Adam-Mickiewicz-Universität in Posen beschäftigt. Seit 2013 ist sie an der Fakultät für Musikwissenschaften der Jagiellonen-Universität (Krakau) tätig, wo sie unter anderem Geschichte der Musik des 20. Jhds., Geschichte der Musikkritik und Musiksoziologie unterrichtet. Sie lebt in Teschen (Cieszyn) im Süden Polens.