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  • Lexikographie, Gender und Musikgeschichtsschreibung

    Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
    Musik in den Anden - eine Männersache?
    Historiographie und Genderkonstruktionen in der Musikwissenschaft

    Vortrag von Julio Mendívil (Frankfurt a.M.)
    28.5.2016 15:00-15:30, Fanny Hensel-Saal

    Abstract

    Seit sie von der Musikwissenschaft im frühen 20. Jhd. als Forschungsobjekt entdeckt wurde, ist die Musik der Anden anhand der sogenannten „Inka-Pentatonik‟ beschrieben worden, nämlich einer fünftönigen anhemitonischen Skala (Mendívil 2012). Aufgrund der abwärts gerichteten Bewegung dieser Skala wird Musik aus den Anden gemeinhin mit der Tonart Moll und Melancholie assoziiert (Alviña 1929: 299), obwohl die Anden-Pentatonik modal ambivalent ist (D’Harcourt 1925:135). Im vorliegenden Vortrag möchte ich zeigen, dass einige bolivianische und peruanische Musikwissenschaftler des 20. Jhds. gegen die angebliche Melancholie der Andenmusik aufgrund von deren „weiblichen Implikationen“ eine Abneigung hegten. Mithilfe einer Analyse historischer Schriften über Inkamusik von Policarpo Caballero Farfán und Jaime Mendoza werde ich belegen, auf welche Weise diese Forscher versuchten, ein viriles, männliches Image für die Musik der Inkas zu konstruieren, das einen Gegensatz zum zeitgenössischen Bild der „femininen und traurigen Andenmusik‟ bildete.

    Materialien (Deutsch/Englisch)

    Videomitschnitt

    Präsentation

    Lizenz

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    Vita

    Julio Mendívil ist peruanischer Autor, Musiker und Musikethnologe, der in Deutschland lebt. Zu den von ihm veröffentlichten Werken gehören La agonía del condenado (León, 1998), Todas las voces: artículos sobre música popular (Lima, 2001), Ein musikalisches Stück Heimat: ethnologische Beobachtungen zum deutschen Schlager (Bielefeld, 2008), Del juju al uauco (Quito, 2009), En contra de la música. Herramientas para pensar, comprender y vivir las músicas (Buenos Aires, 2016) und zahlreiche Artikel in musikwissenschaftlichen und geisteswissenschaftlichen Zeitschriften in Europa und Südamerika. Von 2008 bis 2012 leitete Julio Mendívil das Institut für Musikethnologie am musikwissenschaftlichen Institut der Universität zu Köln. Er war Vorsitzender des lateinamerikanischen Zweiges der „Association for the Study of Popular Music‟ (von 2012 bis März 2016) und Direktor des „Center for World Music‟ an der Universität Hildesheim (2013–2015). Derzeit ist er Professor für Musikethnologie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt.