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  • Lexikographie, Gender und Musikgeschichtsschreibung

    Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
    Lexicography after Pandora:
    Writing Women into the Histories of Western Classical Music

    Vortrag von Sophie Fuller (London)
    28.5.2016 09:30-10:00, Fanny Hensel-Saal

    Abstract

    1994 veröffentlichte Pandora Press (eine Tochterfirma von HarperCollins) mein Buch „The Pandora Guide to Women Composers: Britain and the United States, 1629 – present‟. Dabei handelte es sich um ein Handbuch zu 102 Komponistinnen klassischer Musik in alphabetischer Reihenfolge und zeitlich von Mary Dering (1629–1704) bis zu Priti Paintal (geb. 1960) reichend. Laut Klappentext war es „eine einzigartige Quelle von Informationen, von denen viele bislang unauffindbar waren‟, und das Buch war in erster Linie für eine allgemeine Leserschaft gedacht – Musikliebhaber, Personen mit Interesse an weiblicher Kreativität, Studenten, Programmgestalter und Musiker. Jeder Eintrag sollte eine Vorstellung vom musikalischen Schaffen der jeweiligen Komponistin vermitteln, und außerdem von ihrem Hintergrund, ihrer Ausbildung und dem größeren Zusammenhang. Des Weiteren gab ich eine Einführung, in der einige der Faktoren untersucht wurden, die bei der Vernachlässigung bzw. dem Totschweigen vieler dieser Frauen eine Rolle spielten. Es ist jetzt mehr als 20 Jahre her, dass „The Pandora Guide‟ erschien. Im vorliegenden Aufsatz werde ich untersuchen, welche Wirkung dieses Buch und andere Handbücher und Lexika sowie andere Arten der wissenschaftlichen Arbeit möglicherweise auf das Verständnis und die Anerkennung der kreativen Musikkultur von Frauen gehabt haben. Hat, praktisch gesprochen, die Bereitstellung lexikographischer Informationen dazu geführt, dass mehr von Frauen geschaffene Musik im Radio zu hören ist, aufgenommen wird und aufgeführt wird? Finden heutige Studierende der klassischen Musik eine Situation vor, in der Musik von Frauen einen festen Platz im Lehrplan hat – und falls nicht, warum nicht? Wie kann dem Schaffen von Frauen ein Platz in den Darstellungen der Geschichte der westlichen klassischen Musik gesichert werden?

    Materialien (Englisch)

    Videomitschnitt

    Präsentation

    Lizenz

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    Vita

    Sophie Fullers Forschungsinteresse gilt vielen unterschiedlichen Aspekten von Musik, Gender und Sexualität, wobei sie sich vor allem mit dem Musikleben im Großbritannien des späten 19. und des 20. Jhds. beschäftigt. Zu ihren Veröffentlichungen gehören The Pandora Guide to Women Composers (1994) und die von ihr edierten Sammlungen Queer Episodes in Music and Modern Identity (2002) und The Idea of Music in Victorian Fiction (2004) sowie Artikel und Kapitel über Frauen und Musik mit über 50, die Macnaghten-Lemare-Konzerte im London der 1930er Jahre und die britische Sängerin Clara Butt. Derzeit arbeitet sie am Trinity Laban Conservatoire of Music and Dance.