Chansons de Troubadours et danses de Jongleurs. Ensemble Millenarium. Ricercar 2001/Outhere 2005.
Vorzügliche Interpretationen von Liedern von Bernard de Ventadorn, Gaucelm Faidit und Beranguier de Palol im Wechsel mit Instrumentalstücken unbestimmter Herkunft. Die Interpreten interessieren sich nach eigener Aussage weniger für die Musik als Studienobjekt, sondern vielmehr für die schöpferische Sensibilität der mittelalterlichen Troubadours und Jongleure - eine Sensibilität und Inspiratheit, die in dieser Aufnahme voll zum Tragen kommt.

Danses et ballets anciens. Musica Antiqua, Christian Mendoze, Leitung.  Arion 1985/1994.
Tanzmusik vorwiegend des 16. Jahrhunderts aus dem deutschsprachigen, französischen und italienischen Raum in ansprechender Interpretation.

The Sweet Look and the Loving Manner – Trobairitz, Love Lyrics and Chansons de Femme from Medieval France. Ensemble Sinfonye, Stevie Wishart. Hyperion 1993.
Eine CD der ersten Wahl, da die Interpretin historisch sehr kompetent (und in der Interpretation ihrer Ergebnisse durchaus umstritten) ist. Außerdem befinden sich auf der CD Stücke, zu denen Frauen wahrscheinlich die Texte geliefert haben.

Medieval Women’s Songs. Ensemble Calamus. Pneuma 2000.
Von besonderem Interesse, da die CD den arabisch-maurischen Raum erfasst (und damit das frühere spanische Gebiet und Andalusien), das für die Südfranzosen sehr inspirierend und wichtig geworden ist. Umfangreiche Zusammenstellung anonym überlieferter Stücke. Interpreten bemühen sich um ein möglichst “authentisches” Klangbild.

Sumer is icumen. Medieval English Songs. Hilliard Ensemble. Harmonia Mundi 1985/ 2002.
Sehr gefällige Interpretationen von altenglischen Liedern, die in dieser Reinheit und Klarheit wohl eher selten zu hören waren. Auch die Besetzung entspricht wohl weniger dem Standard englischer Minstrels.

The Medieval Lady. Medieval Chant, Songs & Dances. 16th and 17th Century Songs and Lute Duets.  Elisabethan Conversation. Leonarda 1997.
Diese Veröffentlichung ist insofern interessant, als hier auch Stücke erscheinen, die Frauen wie Maroie de Dregnau de Lille (13. Jhdt.) und Blanche of Castile (1188-1252) zugeschrieben werden, über die es bisher nur sehr wenig Material gibt.

A Medieval Banquet. Music from the Age of Chivalry. Mediaeval Consort, Martin Best. Nimbus Records 1999.
Repräsentative Sammlung von 6 CDs – hier ist u.a. auch die Kanzone der Beatriz de Dia eingespielt (als Estampie, ein im Mittelalter weit verbreitetes Tanzmodell). Gibt einen guten Überblick über weltliches Musizieren im Mittelalter. Jede CD hat eigenen thematischen Schwerpunkt (auch als Unterrichtsmaterial geeignet).

Codex Faenza. Ensemble Unicorn, Michael Posch. Naxos 1998.
Bei dem Codex Faenza handelt es sich um eine sehr wichtige Handschrift für die Überlieferung von Instrumentalmusik des frühen 15. Jahrhunderts.

Ancient Miracles. Musik des Mittelalters. Ensemble für Frühe Musik Augsburg. Christophorus/MusiContact 1995.
Jubiläumssammlung, eine Art “Best of” dieses für die gegenwärtige Aufführungsgeschichte mittelalterlicher Musik sehr wichtigen Ensembles.

Troubadours, Trouvères, Minstrels. Studio der Frühen Musik, Thomas Binkley. Teldec, Das Alte Werk (heute Warner) 1966/1970/1974/1995.
Referenzeinspielung von Stücken, die – wie der Titel bereits andeutet – aus verschiedenen Regionen stammen, Doppel-CD, zahlreiche anonym überlieferte Stücke.

Under the Greenwood Tree. Ensemble Estampie, Graham Derrick. Naxos 1997.
Einspielung bekannter Stücke aus der Sphäre weltlichen Musizierens im Mittelalter (u.a. die Kalenda maya).

Cansos de trobairitz (Lyrik der Trobairitz um 1200). Beatriz de Dia, Cadenet, Gaucelm Faidit. Jordi Savall/Montserrat Figueiras. Virgin (EMI) 1996.
Musikbeispiele von/bzw. aus dem Umfeld der Trobairitz Beatriz de Dia. Gaucelm Faidit war der Ehemann der Joglaressa Guillelma Monja. Hohes sängerisches Niveau.

Bella Domna. The Medieval Women: Lover, Poet, Patroness and Saint. Stevie Wishart, Ensemble Sinfonye. Hyperion / Helios 1987.
Zahlreiche Stücke, die in einen direkten Zusammenhang mit den unterschiedlichen Rollen und Bildern von Frauen im Mittelalter gestellt werden können (ohne alle von Frauen komponiert worden zu sein).

Joculatores Upsalienses: Early Music at Wik. Interpretation durch verschiedene Ensembles. BIS 1990. 
Interessant insbesondere für den Bereich von Tanzmusik, die in der Regel anonym überliefert wurde (Basse danse etc.).

Now make we merthe: medieval English lyrics and carols. Simone Preston & Mike Morrow. Boston Skyline Records 1994.
Zusammenstellung von Liedern und Musik aus dem englischen Mittelalter. Ansprechend, wenngleich gefällig.

Minnesang – die Blütezeit. I Ciarlatani, Estampie u.a. Christophorus (Bezug über Note 1) 2001.
Sammlung von (Minne-)Liedern aus ihrer Hochzeit im deutschsprachigen Raum, wie sie beispielsweise der Codex Manesse und diverse mittelalterliche Liederhandschriften überliefern. Streben nach historischer Genauigkeit. 

Ave Eva (Frauenlieder des 12. und 13. Jahrhunderts). Brigitte Lesne u. Ensemble; Opus 11 1995.

Die Veröffentlichung des renommierten Ensembles stellt Lieder zum Thema Frauendienst und aus der Sicht der Frau in den Mittelpunkt.

Helium Vola. Mittelalter-Elektronik-Projekt von Ernst Horn / Sabine Lutzenberger, diverse CD Veröffentlichungen.
Beispiel für eine heutige "Annäherungsweise" an mittelalterliche Musik & Texte. Beide Mitwirkenden sind Kenner/innen der Materie, schlagen jedoch bei der Interpretation einen sehr individuellen Weg ein, auf dem historische Exaktheit eine nachgeordnete Rolle spielt.