m erfolgversprechendsten erscheinen Ansätze, die die unterschiedlichen historischen und wissenschaftlichen Annäherungsweisen miteinander zu verbinden versuchen bzw. den unmittelbaren Austausch der Disziplinen befördern. Derartige Forschungs- und Präsentationsvorhaben hat es in der jüngeren Vergangenheit durchaus gegeben – sie  bezogen sich meist auf bestimmte "Hauptthemen" und die Funktionsgebundenheit künstlerischer Aktivität: Prominentes und weitreichende Impulse gebendes Beispiel war hier das Kolloquium • "Das Fest im Mittelalter", dessen Kongressbericht eine Fülle von gegenseitigen Anregungen für die historischen Wissenschaften, Sprach- und Kunstwissenschaften und nicht zuletzt die Musikwissenschaften geliefert hat.

Veranstaltungen wie die wissenschaftliche Ausstellung • "Krone und Schleier. Kunst aus mittelalterlichen Frauenklöstern" (Bonn, Mai-Juni 2005) zeigen, dass die Zeiten des "Tunnelblicks der Einzeldisziplinen" vorbei sind. Hier wurden ganz selbstverständlich unterschiedliche Geistes- und Kulturwissenschaften einbezogen. Allerdings widmete sich diese Unternehmung einem relativ gut dokumentierten, da schriftlich in vieler Hinsicht fassbaren Phänomen, der Lebenswelt der Frau im mittelalterlichen Kloster. Viel schwieriger zu ergründen, aber ebenso ungemein reizvoll, ist das Dasein der Frau in der "profanen Welt", auch wenn sich dieses aufgrund des Schreib- und Überlieferungsmonopols der Geistlichkeit derzeit nur bruchstückhaft aus der historischen Überlieferung zusammensetzen lässt und viele Lücken sich möglicherweise nie schließen werden.

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