ie Quellenlage zum Forschungsthema "Spielfrauen" präsentiert sich uneinheitlich und problematisch. Die weite Zeitspanne des Mittelalters mit den Überlappungen zur Spätantike (Byzanz) und der Renaissance sowie die Tatsache, dass sich die Regionen Europas unterschiedlich schnell entwickelten, führt zu einer schwer systematisierbaren Begriffsvielfalt für den Bereich der künstlerischen Tätigkeit, der verwendeten musikalischen Formen und Instrumente. Zudem sind viele Erwähnungen von Spielleuten in schriftlichen Quellen nicht zeitgleich mit dem berichteten Geschehen, sondern erzählen aus späterer Perspektive. Namensnennungen und Beschreibungen in Epen und Versromanen sind oft fiktional verändert oder trotz ihres nachweisbar historischen Charakters oft schwer eindeutig zu verifizieren, rekurrieren jedoch auf zeitgenössische Musikpraxis und sind deshalb wertvoll.

Generell liegen erst für das Hoch- und Spätmittelalter vermehrt schriftliche Zeugnisse vor. Auch hinsichtlich der Ikonographie ist das Frühmittelalter weniger ergiebig. Die Dominanz kirchlicher Überlieferung und geistlicher Codices hatte zur Folge, dass sich erst seit dem Spätmittelalter und dem Übergang zur frühen Neuzeit die Alltagskultur in den Quellen widerzuspiegeln beginnt. Allerdings geht man heute eher davon aus, dass die beiden Sphären – die geistliche und die weltliche – nicht so strikt getrennt waren, wie in früheren Jahrzehnten angenommen wurde. • Umgangsmusik
• Kanon

Auch die Interpretation der vorhandenen Überlieferung hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren stark verändert. So wird dem Aspekt stärker Beachtung geschenkt, dass die Existenz besonders vieler Verbote den Schluss nahelegt, dass das Verbotene eben keine Randerscheinung, sondern im Gegenteil sehr stark vorhanden war.
• Kleiderordnungen

Die Spielfrauenforschung ist wie jede wissenschaftliche Forschung vor Fehl- oder Überinterpretationen nicht geschützt: Wo es wenige Quellen gibt, muss das Vorhandene für praktisch alle Fragestellungen ausreichen, was inadäquate Interpretationen begünstigt. • Effekt und Grellheit

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Formen und Funktionen - Kanon
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Kleiderreigen - Effekt und Grellheit