Lucas van Leyden, Musikantenfamilie
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Lucas van Leyden, Musikantenfamilie, 1520, Privatbesitz

usiker/innen hingen vom Wohlwollen begüterter Stände ab. Das Musizieren auf Dorffesten bot auf die Dauer keine gesicherte Perspektive, während es den bei Hofe tätigen Musiker/innen mit etwas Fortune durchaus gelingen konnte, ihr Glück (auch in materieller Hinsicht) zu machen (wie z.B. • Agnes von Böhmen oder die saltatrix Matilda Makejoy in England). Auch das reicher werdende und anwachsende Stadtpatriziat bot eine Einnahmequelle.

Zwischen den • fahrenden - also den unbehausten und damit jederzeit angreifbaren und rechtlosen "vogelfreien" - Künstlern gab es erhebliche Unterschiede, die sich auch in der Art der Entlohnung widerspiegelten (Hartung, 2003: 47ff). Almosen gab es für in den Quellen oft als "blind" bezeichnete Bettelmusikant/innen. Ein Lehen (ein von einem Lehnsherr verliehenes Grundstück oder etwas Land) dagegeben erhielt der anerkannte Künstler, Trobador oder der Minnesänger wie es etwa für Walter von der Vogelweide überliefert ist. Das Wohlergehen vogelfreier Personen hing oft allein von den jeweiligen Dienst- oder Landesherren oder anderweitig sozial höher stehenden Menschen ab. Das machte die fahrenden Spielleute extrem angreifbar.

Den Frauen kam dabei eine noch niedrigere Stellung zu als den Männern. Vor allem bekamen sie auch • aufgrund der Instrumente, die sie spielten, weniger Lohn.

In einem Punkt allerdings wurde den Spielleuten eine ungewöhnliche Freiheit zuteil: Im Gegensatz zu allen anderen Berufsgruppen war es möglich, dass sich Frauen und Männer mit Segen der Kirche scheiden lassen konnten, wenn sie das unstete (und unehrenhafte) Leben satt hatten (Bachfischer, 1998: 32).

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Lucas van Leyden, Musikantenfamilie
Namenreigen - Matilda Makejoy
Zeiträume und Regionen
Zuordnung - wer spielte was?