iele Spielleute - also auch die Frauen unter ihnen - kamen aus Musikerfamilien. Ein Aufstieg auf der sozialen Leiter war entsprechend schwierig. Oftmals gingen sie bei den Eltern oder bei einem Meister in die Lehre. Einige waren auch Autodidakten. Neben der Selbstunterweisung war das Lernen von Berufsgenossen eine wichtige Quelle der Aneignung bzw. Weiterbildung musikalischer Fähigkeiten. Zur Erweiterung des Repertoires waren die jährlich abgehaltenen Spielmannsschulen (scholae mimorum) eine besonders wichtige Institution. Sie sind seit dem 13. Jahrhundert im • deutschsprachigen, französischen Gebiet sowie in Flandern belegt. Üblicher Termin war die Fastenzeit, da dann den Spielleuten das Musizieren in vielen Gebieten untersagt war. Es gibt Belege, dass einige Spielleute von ihren Dienstherren (etwa Fürsten und Bischöfe) zu derartigen Weiterbildungen regelrecht "auf Dienstreise" geschickt wurden, natürlich mit der Absicht, im Anschluss das musikalische Leben am Dienstort kräftig zu beleben und gewissermaßen auf dem neuesten Stand der Zeit zu halten. Neueste Musizierweisen und Techniken konnten dabei erprobt, Instrumente gekauft oder repariert werden. Diese Treffen dürften nicht nur als musikalische Börse, sondern auch als Möglichkeit des Austausches über erhaltenes Salär und berufliche Entwicklungschancen genutzt worden sein. Anwerbungen geeigneter Musiker erfolgten ebenfalls bei dieser Gelegenheit.

Es erscheint unwahrscheinlich, dass Frauen bei den Spielmannstreffen nicht dabei gewesen sein sollen. • Man kann darüber spekulieren, ob sie möglicherweise eher Randfiguren blieben, die Ensembles begleiteten und vervollständigten. Bisher ist in der Forschung jedenfalls keine Spielfrau belegt, die etwa bei diesen Treffen eine Schlüsselrolle eingenommen hätte. Einer der profundesten Kenner des Berufsbildes des Musikers, Walter Salmen, stellt deshalb die Teilnahme der Spielfrauen an diesen Veranstaltungen generell in Frage (Salmen, 1983: 110ff.).

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