Lai/Leich

er Lai ist eine der Hauptformen volkssprachlicher französischer Lyrik, eine häufige Form für Lieder, Verse und Gedichte und besonders beliebt im 13./14. Jahrhundert. Daraus entwickelte sich der Leich, Großform des mittelhochdeutschen Liedes. Beide sind ähnlich wie die im geistlichen Bereich verwendete Sequenz gebaut: sie bestehen aus Doppelversikeln, also zwei paarig gereimten Versen, die mit derselben Melodie unterlegt werden (aa, bb, cc usf.). Der Leich erforderte große Kunstfertigkeit. Er stellte an die als Dichter und Musiker in Personalunion auftretenden Minnesänger besondere Ansprüche. Insofern ist er eine Gattung mit Sonderstellung im mittelalterlichen Repertoire. Bisher wird keiner der überlieferten Leiche einer Frau zugeschrieben. Auch hier findet sich das typische Problem für die nicht-geistliche Musik dieser Zeit: • Überliefert wurde meist der Text, musikalische Elemente sind lediglich bruchstückhaft oder in vieldeutiger Chiffrierung notiert.

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Formen und Funktionen