nter den Spielleuten des Mittelalters und der beginnenden Neuzeit hätte das hohe Spezialistentum der heutigen Musikwelt wahrscheinlich nur Befremden erregt. Vielseitigkeit war eine der wichtigsten Eigenschaften dieser Musiker, die heute auf einem dörflichen Fest, morgen bei einer Kirchweihe, an Markttagen oder bei Hochzeiten aufzuspielen hatten. Herausragende Ereignisse waren Hoffeste oder Konzile, bei denen es um Repräsentation und Unterhaltung gleichermaßen ging. Aber ob bäuerlicher Tanz oder höfischer Reigen – Spielleute hatten die jeweils erforderliche Ebene und den musikalischen Geschmack der Festgesellschaft zu treffen, ansonsten blieben sie als musikalische Tagelöhner schnell ohne Salär.
Spielleute waren auf eine Vielzahl von Engagements angewiesen. Nicht selten versuchten sie sich deshalb auch als Allround-Unterhaltungstalente, beispielsweise als Akrobaten oder Zauberkünstler. Gerade Letzteres brachte sie sehr leicht in den gefährlichen Ruch der Hexerei. Auch Quacksalberei wurde von einigen Spielleuten auf den Märkten betrieben.
Den Frauen unterstellte man häufig
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