Christoph Murer, Singende Leierin und Sackpfeifer, 1606
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Christoph Murer, Singende Leierin und Sackpfeifer, 1606
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Kupferstichkabinett, Inv. Nr. XI 375
www.kunsthalle-karlsruhe.de
Instrumentenreigen

esang im Alltag war eine der unbestrittenen Domänen der Frauen. Ganze Liedgattungen verdanken diesem Umstand ihre Existenz (Arbeitslieder, Tanzlieder, Wiegenlieder, Trostgesänge usw. usf.). Gesang ist womöglich die einzige musikalische Lebensäußerung, die praktisch für alle Frauen möglich oder sogar erwünscht war. Selbst Frauen, die dem weltlichen Leben den Rücken gekehrt hatten, sangen als Nonnen in Klöstern und Schwesternhäusern.

Erwerbsmäßig singende Frauen fanden sich in größeren Städten sowie auf dem Lande bei besonderen Festen und Anlässen wie Taufen oder Beerdigungen. Singende Frauen trugen auch während der Markttage zur Unterhaltung bei: sogenannte "Liedersingerinnen", die nach der Erfindung des Buchdrucks aus Flugblättern sangen, traten den Spielfrauen zur Seite. Sie wurden auch anders genannt, beispielsweise "music-girl", "Spielmänsche", "Bettelweiber", "Singermädchen", u.a. (Salmen, 2000: 44) Meist traten sie im Umfeld anderer "Fahrender" (Gaukler, Quacksalber etc.) in Erscheinung, oftmals auch gemeinsam mit einem männlichen Partner. Interessant wäre in diesem Fall festzustellen, ob diese "Singerinnen" die von ihnen vorgetragenen Texte und Melodien lediglich wiedergaben oder ob sie an deren Entstehung aktiv beteiligt waren, • sie also möglicherweise selbst dichteten und komponierten.

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Christoph Murer, Singende Leierin und Sackpfeifer, 1606