Anonym: Chanconetta Tedescha

Schellentrommlerin und Lautenspieler geleiten einen Reigen
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Schellentrommlerin und Lautenspieler geleiten einen Reigen
, sog. "Sittener Tapete" mit Szenen aus dem Leben des Oedipus, Zeugdruck auf Leinen, Oberitalien, 14. Jh.
Historisches Museum Basel, Inv. Nr. 1897.48. Foto: HMB M. Babey


Anonym: Chanconetta TedeschaThomas Binkley mit dem Studio der Frühen Musik
CD Troubadours, Trouvères, Minstrels
Teldec, Das Alte Werk 1995 (heute Warner), CD2, LC 60191
www.warnerclassics.com

ied- und Tanzformen lassen sich anhand ihrer musikalischen Formen systematisieren. Eine andere Möglichkeit besteht darin, ihre jeweiligen Funktionen in den Blick zu nehmen. Denn die vielfältigen Tanzformen wurden bei unterschiedlichsten Anlässen eingesetzt. Die Kunst der Spielleute bestand in besonderer Weise darin, zum jeweiligen Anlass das jeweils Passende zu musizieren – oder zu erfinden, zu variieren und zu improvisieren. Es gab Maskentänze, Kult- und Brauchtumstänze, Totentänze, Musik zu Berufsfeiern und Hochzeiten und vieles andere mehr. Auch die Spielorte und die Dauer der Darbietung waren äußerst variabel.

Was die Notation angeht muss betont werden, dass im Mittelalter auch im weltlichen Bereich vor allem Texte aufgezeichnet und musikalische Elemente allenfalls angedeutet wurden – beispielsweise durch die Notierung einzelner Melodien. Dies ändert sich in der frühen Neuzeit allmählich, so dass ab dem 15. Jahrhundert zunehmend ganze Tanzmodelle notiert werden. Anweisungen zur Instrumentation werden jedoch auch in späterer Zeit nur selten festgehalten.
Anders als bei den überlieferten Texten fehlen bei den überlieferten Kompositionen fast immer Zuschreibungen zu bestimmten Personen. Insofern erscheint es aus heutiger Perspektive praktisch unmöglich, Stücke bzw. Melodien zu identifizieren, die möglicherweise von Spielfrauen geschaffen wurden. Auch wenn unser heutiger Begriff von Urheberschaft für den betrachteten Zeitraum problematisch ist, ist er hilfreich, um der Spielfrau - oder den wenigen weiblichen Minnesängerinnen - zu einer musikalischen Physiognomie zu verhelfen.
Ein herausragendes Beispiel für eine Frau, die ein Text-Melodien-Korpus hinterließ, ist • Beatrice de Dia.

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Jongleuresse
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Namenreigen - Beatrice de Dia