Instrumentenreigen

ettelnde Sängerinnen scheinen im mitteleuropäischen Raum sehr verbreitet gewesen zu sein, denn in den Quellen werden sie immer wieder erwähnt - meist um die Güte und Mildtätigkeit eines Gönners herauszustellen. Gelegentlich werden dabei sogar Namen angegeben, häufiger bleiben die Frauen jedoch anonym. Walter Salmen hat eine Auswahl dieser Quellen zusammengestellt (Salmen, 2000: 42ff.):

"Eine plinte Singerin von München" wird im 15. Jahrhundert gesondert erwähnt.

1570 hörte während eines Reichstages der Bischof von Strassburg eine "arme frauwe, so gesungen hat" an.

"eine[r] frouwe mit einer gigen, die minen [Stadträten] sang" wurde 1492 in Solothurn das öffentliche Musizieren vor dem Stadtpatriziat gestattet

1422 und 1424 ist in der Stadt Luzern eine namenlose "singerin", die gegen Geld singt, verbürgt.

Die Berner Bürger hörten 1500 "eine Sängerin von Unterwalden" und "eine blinde Sängerinn von Solothurn".

1434 traten in Fribourg zwei Frauen in Erscheinung, die gemeinsam sangen und Geige spielten - "qui chantarant et qui menavant loz guigga". (Dies ist übrigens einer der sehr seltenen Quellenbelege für gemeinsam musizierende Frauen, die ohne Männer auftraten.)

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