Arnaut Daniel: Chanson do·lh mot son plan e prim
The Martin Best Medieval Ensemble
CD A Mediaeval Banquet, The Dante Troubadours
Nimbus Records 1999, Disc 4, NI NI5002, LC 5871
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ie die Aufführungspraxis der Musik des Mittelalters ausgesehen hat und wie sie
• heute angemessen aussehen könnte, ist eine der langlebigsten Forschungsfragen.
Sowohl die Beschäftigung mit dem Instrumentarium als auch mit der geistlichen Musik der Zeit und ihrer Aufführungspraxis legen jedoch eine ganze Anzahl von Details und Praktiken nahe, so dass die klangliche Gestalt der Spielmannsmusik dann doch nicht vollkommen hinter den Schleiern der Geschichte zu verschwinden scheint.
Eine sehr wichtige Praxis ist diejenige des Bordun-Spiels. Ihr markantestes Merkmal ist ein stets mitklingender, gleich bleibender Ton. In der Regel liegt er unter der Melodielinie, gelegentlich ist er auch höher, es kann sich auch um mehrere Töne oder durch mitklingende, jedoch nicht gegriffene Saiten (sogenannte Aliquotsaiten) fixierte Akkorde handeln. Der Bordunton kann sich durchaus verändern, wenn das tonale Zentrum einer Melodie sich verschiebt. Er bleibt jedoch über längere Zeiträume "stehen" und verfolgt nicht jede Wendung der Melodie unmittelbar mit. Dabei entstehende Dissonanzen wurden entweder als klangliche Bereicherung empfunden oder in vielen Fällen überhaupt nicht als solche verortet, da ein festgefügter tonaler Bezugsrahmen mit den Schwerpunkt-Tongeschlechtern Dur und Moll in diesen Jahrhunderten noch keine Rolle spielte. Durch eine fantasievolle rhythmische und dynamische Variierung des an sich starren Begleittones bzw. -akkordes konnte eine einmal gegebene Melodiegestalt selbst von weniger virtuosen Musiker/innen klanglich in immer neues Licht gesetzt werden. Typische Borduninstrumente waren Drehleier, Sackpfeife, Doppelschalmei, Portativ oder die Laute.
Instrumente, die über mitklingende Klangkörper verfügten, seien es
Eine Sonderform des Bordun-Spiels war das Begleiten eines Melodieinstruments durch ein • Schlaginstrument, etwa die Schellentrommel. Entstanden aus dem Mangel an begleitenden Musiker/innen wurde diese Spielweise durch einen einzelnen Musiker seit dem 13. Jahrhundert in Europa zunehmend populär. Die zahlreichen Abbildungen von Frauen (oft Tänzerinnen) mit Schellentrommeln legen es nahe, dass diese wie auch andere Schlaginstrumente häufig von Frauen gespielt wurden.
Die Besetzung der Ensembles der Spielleute war in der Regel nicht groß, am häufigsten waren anscheinend Ensemblestärken von zwei bis vier Musikern. Da es sich bei der Kunst der Spielleute in weiten Teilen um eine improvisierte Kunst handelte, überrascht es nicht, dass in der Regel nicht mehr als 4-5 Personen gemeinsam musizierten, selbst bei den • großen Treffen und Konzilen der Spielleute. Der variablen Besetzung entsprechend stellte es kein besonderes Problem dar, sich unterschiedlichen Gegebenheiten anzupassen. Gegen Ende des hier betrachteten Zeitraums (etwa ab dem 15. Jahrhundert) kristallisierten sich verschiedene Ensembletypen heraus: die leisere Musik unter Beteiligung von Saiteninstrumenten und die lautere, bei der auch Trompete, Schalmei und Posaune Verwendung fanden (in diesem Besetzungstyp kann ein Vorläufer der Stadt-Pfeifereien gesehen werden).
Ein Ensemble aus beispielsweise Fidel, Schwegel und Trommel bildete ein sogenanntes Bassa-Ensemble. Praktisch alle Zupfinstrumente konnten in Kombination mit gestrichenen und geblasenen Instrumenten wie beispielsweise den Flöten treten. Das Hauptmerkmal der Bassa-Ensembles war eine eher ruhige, auch leisere Darbietung, die eine angenehme, ausgleichende Stimmung erzeugen sollte. Entsprechend gibt es keine feste Besetzung. Im Gegensatz dazu waren die von Blechbläsern bestimmten Alta-Ensembles lauter. Sie wurden gern von finanzkräftigen Gastgebern eingesetzt, um Raumklangspiele zu veranstalten, bei denen die Ensembles auf unterschiedlichen Balkonen postiert wurden und in ein effektvolles abwechselndes Musizieren (Alternatimspiel) eintraten (Bachfischer, 1998: 82).
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