Jongleuresse mit Neumen
aus: Troparium et Prosarium Sancti Martialis Lemoricensis, um 1100
Bibliothèque Nationale Paris,
ms. français
1118, fol. 114
Anonym: La nova estampida real
Ensemble Millenarium
CD Chansons de Troubadours et danses de Jongleurs
Ricercar 2001/Outhere 2005
http://www.ricercar.be
joglaressa/joueuse/joglareza/juglaras/jouguelleresse

eibliche Ableitung von
joglar. Im Lateinischen auch
ioculatrix (abgeleitet vom männlichen
ioculator). Spaßmacher/innen und "Possenreißer/innen" wurden mit dieser Bezeichnung versehen, die im deutschen Sprachraum später durch die neuere Form "Gaukler/in" abgelöst wurde. Von diesen versuchten sich höfische Sänger dezidiert abzusetzen. Häufigstes musikalisches Attribut der
joglaressa ist das Tambourin. Die passende Ergänzung zum
joglar war – zumindest in
• Okzitanien – wahrscheinlich nicht nur die
joglaressa, sondern gleichermaßen die
• soldadeira (Rieger, 1991: 232). Der Begriff erscheint bereits in der älteren Forschung als ungenau, da er sowohl nicht-musizierende Artistinnen als auch Musikerinnen bzw. singende Tänzerinnen erfasst. Südfranzösische Quellen legen nahe, dass
joglar häufig auch die Bezeichnung für einen nicht-adligen
• Trobador war. Die strikte Trennung zwischen einem nur ausübenden
joglar und dem schöpferischen
trobaire ist also eine
• Denkfigur späterer Zeit. Dies schließt die Interpretation der weiblichen Begriffsformen selbstverständlich ein.
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