as mittelhochdeutsche Wort spiln bedeutet sowohl "spielen" (z. B. um Geld oder einen Preis), heftige oder lebhafte Bewegung, sich selbst wie auch anderen Vergnügen bereiten, aber auch spotten oder ausschelten. Spil wurde auch für Turniersport eingesetzt, also im Besonderen für "Kampfspiele", was mit dem Phänomen der "Spielfrau" nicht viel zu tun hat. Dieser im eigentlichen Wortsinn breite "Bedeutungsspielraum" zeigt bereits, dass eine systematische Abgrenzung hinsichtlich der Tätigkeiten von Spielfrauen auf der Basis überlieferter Wörter kaum möglich ist.

In den Quellen selbst werden unterschiedliche Bezeichnungen für verschiedene "Typen" oder Tätigkeitsbereiche von Spielfrauen verwendet werden, die allerdings nicht immer erkennen lassen, ob es sich jeweils um unterschiedliche Tätigkeiten handelte. Da der Gebrauch der Bezeichnungen nicht normiert war, gibt es häufig Überschneidungen und Synonym-Setzungen.

Die • Ortsungebundenheit der Spielleute führt zusätzlich zu einer uneindeutigen Begrifflichkeit. So finden sich längst nicht in allen Regionen Termini für Frauen, die sich als Spielleute betätigten (Salmen, 2000: 4). Dies bedeutet aber wahrscheinlich nicht, dass es dort keine weiblichen Spielleute gegeben hat.

Eine • berufliche Spezialisierung und Aufgabenteilung nach unserem heutigen Verständnis gab es im Mittelalter nicht. Vor diesem Hintergrund müssen die Begriffs- und Berufsbilder im "Spielfrauenreigen" verstanden werden.

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