Maluf, Mchalia sobre la fuerza que tengo

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Europa im Mittelalter


Musica Arabigo-Andaluza, Maluf, Mchalia sobre la fuerza que tengo
Ensemble Calamus
CD Medieval Women’s Songs
Pneuma 2000
www.ctv.es/USERS/pneuma

as Mittelalter stellt aus heutiger Perspektive eine sehr heterogene Epoche dar, in der sich umfassende kulturelle, politische und religiöse Wandlungen vollzogen haben. Im deutschsprachigen Raum ist die überblicksartige Unterteilung in drei Phasen üblich: das Frühmittelalter – von etwa der Mitte des 6. Jahrhunderts bis zum Beginn des 11. Jahrhunderts, das Hochmittelalter – von Anfang des 11. Jahrhunderts bis um die Mitte des 13. Jahrhunderts und das Spätmittelalter von etwa 1250 bis ca. 1500.

Während im Frühmittelalter u.a. die Christianisierung und die Machtkämpfe zwischen Päpsten und Kaisern eine wichtige Rolle spielten, lässt sich das Hochmittelalter auch als Blütezeit des Lehnswesens, Rittertums und Minnesangs und des römisch-deutschen Kaiserreiches charakterisieren. Zugleich ist dies die Zeit der Kreuzzüge gegen den Islam, in deren Gefolge sich auch viele fahrende Musikerinnen und Musiker bewegten. Waren die Klöster bereits im Frühmittelalter wichtige Kulturträger, gewinnen sie im Hochmittelalter weiter an Bedeutung. Städte werden im Spätmittelalter mit der Ausbreitung der Geldwirtschaft zunehmend mächtiger. Weitreichende Handelsbeziehungen, wie sie durch die Hanse unterhalten werden, führen zu einer neuen Mobilität, kulturellem Austausch und stärken das aufstrebende Bürgertum. Dessen Repräsentationsbedürfnis spiegelt sich in aufwändigen Festen und damit einhergehend in der Beschäftigung von Unterhaltungskünstlern. Mit Ausgang des 13. Jahrhunderts und dem Aufkommen der Pestepidemien sind in der gesamten europäischen Geschichte krisenhafte Entwicklungen zu verzeichnen, welche die gesellschaftlichen Strukturen zunehmend verändern und allmählich zur Neuzeit überleiten.

Die Renaissance findet in den europäischen Regionen zu unterschiedlicher Zeit statt (vom späten 14. bis zum 16. Jahrhundert). Wichtige Ereignisse, die das Ende des Mittelalters charakterisieren sind neben der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen (1453) die Entdeckung der "Neuen Welt" durch Christoph Kolumbus (1492), die Reformation mit einem einhergehenden Bedeutungsverlust der katholischen Kirche und kulturell die Erfindung des Buchdrucks (1450). Mit der Möglichkeit der Verbreitung gedruckter Texte beschleunigte sich die Verschriftlichung des Wissens generell (und verloren die klösterlichen Schreibstuben ihre Monopolstellung), was sich auch auf die Aufzeichnung von Musik auswirkte. Berufsbezeichnungen werden differenzierter, schriftliche Quellen spiegeln vermehrt auch Alltagsphänomene oder nennen in Einzelfällen Namen, wodurch wir zunehmend Kenntnis der Existenz von Spielleuten haben.

Bis zum 14./15. Jahrhundert herrschte in Europa ein durchgängig wärmeres Klima als in den darauf folgenden Jahrhunderten. So wurde beispielsweise im Süden Englands in größerem Umfang Wein angebaut. Auf die Bevölkerungszahlen wirkte sich dies positiv aus. Für die Wanderungsbewegungen unbehauster – fahrender – Personen war es ebenfalls von Vorteil. Viele Spielleute legten ohne weiteres Strecken quer durch Europa zurück. Daneben gab es die eher einer Region verhafteten Künstler, insbesondere adlige Trouvères (Südfrankreich), Trobadors (Nordfrankreich), Minnesänger (deutschsprachiger Raum) oder später die zunftmäßig organisierten Stadtpfeiffer (Freie und Reichsstädte, Hansestädte). Bestimmte Regionen wie beispielsweise der Süden Frankreichs (Okzitanien) erlebten eine eigene musikalische Blüte.

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