Als ich nach Berlin kam, hat es mich begeistert, dass es so verschiedene, parallele Szenen gibt, die ich interessant finde: ein breites Spektrum von der Impro-Szene, dem Jazz und der Neuen Musik bis zur Klangkunst. Meine Idee war, eine Gruppe zu gründen, in der alle diese Richtungen präsent sind. Ich kannte einige Künstlerinnen und dachte spontan an eine Frauengruppe. Unser Schwerpunkt liegt in der Musik, dazu kommen performative, manchmal theatralische Elemente.
Wie kam es zu dem Namen les femmes savantes, dem Titel einer Komödie von Molière?Er ist ironisch gemeint und es darf ruhig ein bisschen angeberisch klingen.
Welche Erwartungen hattest du als Komponistin an die Arbeit mit den femmes savantes?Künstler arbeiten sehr für sich, sehr isoliert. Für Komponisten gilt das vielleicht noch mehr. Ich wollte raus aus dieser Isolation. Das ist einfach ein emotionaler Aspekt. Dann ging es mir darum, mein Spektrum, meine Fähigkeiten und meine Kenntnisse zu erweitern. Als Komponistin habe ich mir eine Gruppe gewünscht, mit der ich unkonventionell experimentieren kann. Mit normalen Interpreten-Ensembles ist das nicht möglich.
Wohin hat euch die Arbeit im Kollektiv, in dem nicht eine einzige reine Interpretin vertreten ist, geführt?Oft bringt die Arbeit Qualitäten ans Licht, die man von der
jeweiligen Person eher nicht
kennt. In LFS5 hat Andrea Neumann einen Song für Ute Wassermann geschrieben. Dort singt sie
ganz anders als in ihren eigenen Stücken. Oder wenn ich etwas für Andrea Neumann schreibe,
die schon einen speziellen Stil mit dem Inside Piano entwickelt hat, kann ich das Instrument
für etwas anders einsetzen, als sie es selbst gedacht hätte. Für mich ist das ein interessanter
Punkt. Wir können Rollen übernehmen und Facetten zeigen, die wir selbst noch nicht kennen.
Wenn ich auf der Tastatur des Laptops spiele wie in LFS5, oder wenn ich mit Gesten arbeite wie
in
Ich glaube ja, wenn ich Stücke schreibe, in denen ich selbst spiele oder in denen improvisatorische Elemente vorkommen. Das hat mich auch schon vorher an der Berliner Improvisationsszene interessiert. Ich finde die Arbeit mit Skizzen oder gra-












