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Materialsammlung zu Lina Ramann

Aus: „Glückstädter Fortuna“ vom 13.2.1914 (Stadtarchiv Glückstadt)

Von Lina Ramann einer ihrer Schülerinnen ins Stammbuch geschrieben:



	Die Frauen

	Zwei Sachen sind es, die haß‘ ich,      O Weib, das sind deine Tränen,
	Sie bringen nur Unglück zur Welt,       Ist deine Empfindlichkeit,
	Sie haben schon manchen getroffen       Die ohne vernünftige Gründe
	Und manchem das Leben vergällt.         Sich zeigen zu jeder Zeit.

	Sie haben den Jammer vermehret,         Sie sind der Schwachheit Töchter,
	gegossen das Oel in die Glut            Entstammen der Unvernunft Schoß,
	Und oftmals den Frieden vernichtet,     O, reiß‘ sie aus beizeiten
	In dem alles Glück doch ruht.           Eh‘, ach! deren Fluch dein Los.

	Sie haben gar oftmals erschlaffet       Sie rauben dir deine Würde,
	Des Mannes schaffende Kraft             Vernichten den heiligen Ruf,
	Und blind das Streben vernichtet,       Zu dem dich doch Gott einst, dein Gott,
	Das Hohes und Ewiges schafft.           Für unsere Welt erschuf.

	Und haben gar oftmals getötet           Und wenn gar Niemand dich liebet,
	Des Menschen heiligstes Gut,            Dann klag‘ nicht den anderen an.
	Der Gottheit bestes Geschenk,           Du hast die Frucht dir gesäet
	Der Liebe beseelende Glut.              Das Leid dir selbst angetan.

	O Weib, du weißt, was ich meine,
	Du weißt, was das Leben vergällt
	Und was den Unfrieden mehret,
	Das Herz mit Bitterkeit füllt.