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Materialsammlung zu Marie Lipsius

Facsimile: unveröffentlichter Brief von Marie Lipsius, d.i. La Mara, an Clara Schumann vom 7. Oktober 1892. Staatbibliothek Berlin/Preussischer Kulturbesitz, Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv, Mus.Nachl. Schumann, K. 6, 145


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Transkript:

Leipzig, Lortzingstr. 4 7. Oct. 92. Geehrte Frau, die drei Briefe Liszt’s deren Abschrift Sie die Güte hatten mir zu senden, sind in meiner Hand, und ich sage Ihnen von Herzen Dank für den Schmuck, den sie meiner Sammlung verleihen. Auch die in der Berliner Bibiothek befindlichen anderen Briefe, von denen Sie mir im Sommer schrieben, sind mir, nachdem ich ein Gesuch an den preußischen Kultusminister eingereicht, zugänglich gemacht worden, und ich bin glücklich darüber, den sehr innig von mir verehrten und geliebten Meister Robert Schumann mit Ihnen, seinem anderen Ich, so herrlich in meinem Buch vertreten zu sehen. Dasselbe wird Ihnen, hoffe ich, Freude machen, wenn es Ihnen zu Händen kommt. Sie werden viel der schönen Edlen, Bedeutenden darin finden. Ein großer Künstler und Mensch spiegelt sich wol nahezu in jedem der vielen Briefe, die ich zusammentrug. Zur Herausgabe autorisirt wurde ich noch von der Universalerbin Liszts’, der Fürstin Wittgenstein. Sie übertrug, um der Veröffentlichung Lisztscher Briefe von anderer, unberechtigter Seite ein für allemal vorzubeugen, das Verlagsrecht derselben an Breitkopf u. Härtel, bei denen das zweibändige Werk im November erscheinen soll. In alter Verehrung Ihre ergebene Marie Lipsius

Es handelt sich bei den erwähnten Veröffentlichungen um „Briefe hervorragender Zeitgenossen an Franz Liszt“, 2 Bde., hrsg. von La Mara im Verlag Breitkopf und Härtel, Leipzig 1895 sowie um „Franz Liszts’ Briefe“, 8 Bde., hrsg. durch La Mara im Verlag Breitkopf und Härtel, Leipzig 1893-1905