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Henriette Voigt

Henriette Kuntze

* 24. November 1808 in Leipzig, Deutschland.
† 15. Oktober 1839 in Leipzig, Deutschland.



„Nie aber hörten wir jemals eine schlechte Composition von ihr spielen; nie auch munterte sie Schlechtes auf.“ (Robert Schumann über Henriette Voigt, 1839, S. 158).
Tätigkeitsfelder
Pianistin, Klavierlehrerin, Förderin, Beraterin, Dialogpartnerin, Fürsprecherin, Salonière

Orte und Länder
Henriette Voigt zog 1824 oder 1825 von Leipzig nach Berlin. Sie wohnte dort u. a. als Pflegetochter bei dem Onkel von Eduard Bendemann (Maler). 1828 kehrte sie nach Leipzig zurück, wo sie 1839 starb.

Profil
Nach der Heirat mit dem Textilhändler Carl Voigt versammelte Henriette Voigt in ihrem Haus zahlreiche Künstler, Komponisten und bürgerliche Musikliebhaber zu musikalischen Gesellschaften. Es wurde Klavier- und Kammermusik aufgeführt, auch Orchesterwerke erklangen in Klavierbearbeitung. Henriette Voigt wirkte oft als Pianistin bei den Aufführungen mit, sie hatte in Leipzig und Berlin eine fundierte pianistische Ausbildung durch Karl Gottlieb Reißiger und Ludwig Berger erhalten. Durchreisenden wie einheimischen Künstlern bot Henriette Voigt in ihrem Haus einen Raum, um Kompositionen und Interpretationen vorzustellen und um sich gegenseitig kennenzulernen. So vermittelte Henriette Voigt auch 1835 die Bekanntschaft zwischen Robert Schumann und Felix Mendelssohn Bartholdy. Zu ihrem Bekanntenkreis gehörten unter anderem Ludwig Schunke, Wilhelm Taubert, Friedrich Rochlitz, William Sterndale Bennett, Clara Wieck (Clara Schumann), Ludwig Spohr und Moritz Hauptmann. Sie führte rege Korrespondenz besonders mit Robert Schumann, nahm an seinem künstlerischen Schaffensprozess Teil und trat als Pianistin für seine Werke ein. In dem imaginären Kreis der Davidsbündler, dem sie angehörte, trug sie den durch Beethovens Oper inspirierten Namen Eleonore/Leonore. Nach ihrem Tod schrieb Robert Schumann über Henriette Voigt im positiven Sinne: „Vielleicht die erste Dilettantin unserer Stadt“ (Robert Schumann über Henriette Voigt in deren Todesanzeige in: NZfM, Nr. 35, 29.10.1839, S. 140).
Neben ihrer Tätigkeit als Gesellschafterin erteilte Henriette Voigt Klavierunterricht und schrieb Walzer und Gedichte. Einige von diesen wurden von Zeitgenossen vertont. (siehe Werke)
Durch Henriette Voigts Tagebücher und Briefe erhält der heutige Leser Einblick in die bürgerliche Musikpflege dieser Zeit.

Biografie

Henriette Voigt geb. Kuntze erhielt ihren ersten Klavierunterricht bei Karl Gottlieb Reißiger, der damals Schüler an der Thomasschule war. Ihr Pate, Heinrich Schaller, veranlasste 1824 oder 1825 Henriette Voigts Unterbringung in Berlin, um ihre Französisch- und Musikkenntnisse soweit zu verbessern, dass sie als Erzieherin hätte arbeiten können. Henriette Voigt wohnte ein Jahr bei einer Frau Tülker, bevor der Onkel des jungen Malers Eduard Bendemann sie als Pflegetochter bei sich aufnahm. Henriette Voigt erhielt in Berlin Klavierunterricht von Ludwig Berger und lernte verschiedene musikalische Zirkel kennen. Im Hause der Familie Bendemanns fanden musikalische Gesellschaften statt, bei denen Henriette Voigt mit Wilhelm Taubert und Felix Mendelssohn Bartholdy musiziert haben soll (vgl. Gensel, 1909, S. 396).

1828 zog Henriette Voigt nach Leipzig zurück, im August verlobte sie sich mit dem Bankkorrespondenten Carl Voigt. 1830 heirateten sie. Carl Voigt eröffnete im selben Jahr eine Seiden- und Garnhandlung (Berger&Voigt). Auch nach ihrer Hochzeit erteilte Henriette Voigt Klavierunterricht. Für Clara Wieck stellte sie zeitweise einen wichtigen Bezugspunkt dar, was sich unter anderem in der Widmung der „Soirées Musicales“ op. 6 widerspiegelte.

Langsam bildete sich um Henriette Voigt ein musikalischer Bekanntenkreis. In diesem Kreis fanden sich Musiker, Komponisten, Verleger und bürgerliche Musikliebhaber zusammen. In ihrer Wohnung veranstaltete Henriette Voigt musikalische Gesellschaften, bei denen sie selbst als Pianistin und Begleiterin mitwirkte. Henriette Voigt führte mit zahlreichen Künstlern ihrer Zeit Korrespondenz. Vor allem am musikalischen Schaffen von Felix Mendelssohn Bartholdy, Ludwig Schunke und Robert Schumann und nahm sie großen Anteil.

1834 übernahm Henriette Voigt für den Pianisten Ludwig Schunke die Pflege, als dieser an Schwindsucht erkrankte und am Jahresende daran starb. In den Jahren 1835 und 1839 kamen ihre beiden Töchter zur Welt. 1839 erkrankte Henriette Voigt selbst an Schwindsucht und verstarb noch im Oktober desselben Jahres. Die Reaktionen auf ihren Tod zeugen von dem Ansehen, das sie bei Künstlern ihrer Zeit besaß.
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Würdigung

Der Nachruf Robert Schumanns, die ihr gewidmeten Werke und ihre Stammbuchblätter spiegeln Henriette Voigts Ansehen als Pianistin und Gesellschafterin bei ihren Zeitgenossen wider.

Carl Voigt schrieb in seinen Lebenserinnerungen über seine Frau: „Ich kann wohl sagen, daß kein fremder Künstler von Bedeutung hier concertiert hat, der uns, sei es mit oder ohne Empfelung [sic] von Kunstgenossen, nicht besucht hätte. Von Geigern ersten Ranges nenne ich: Spohr, Lipinski, Kalliwoda, Moligue, David und den Wunderknaben Vieuxtemps und von Cellisten: Merck, Kummer, Romberg, Groß, die sämmtliche wiederholt Sonaten und Trios mit meiner Frau spielten.“ (Carl Voigt: Lebensbeschreibung, 1866, S. 25f.)

Moritz Hauptmann schrieb:
„Mad. Voigt hat mir über die Maßen wohlgefallen mit und ohne Clavierspiel; aber eben auch dieses ganz für sich gefällt mir außerordentlich gut, voller Empfindung und ohne alle Sentimentalität. Wenn sie hier wäre würde ich die Geige wieder vornehmen, um mit ihr recht viel spielen zu können.“ (Schöne, Alfred (Hg.). Briefe von Moritz Hauptmann an Franz Hauser. Leipzig: 1871. S. 166)

Musikalische Widmungen
Clara Wieck: Soirées Musicales, op. 6
Robert Schumann: Sonate, op. 22, g-Moll
Ludwig Schunke: Variationen über den Sehnsuchtswalzer, op. 14
Wilhelm Taubert: Trio, op. 32, F-Dur; vierhändiges Duo, op. 11, a-Moll
Ludwig Berger: Andante et Presto, op. 25
Heinrich Dorn: Caprice (laut Tagebucheintrag vom 8.4.1836)

Kompositionen in ihrem Stammbuch
Felix Mendelssohn Bartholdy: Gondoliere fis-Moll, später veröffentlicht unter op. 30,6 und Fuge in h-Moll
weitere Kompositionen von: Reißiger, Bennett, Schunke, Hauptmann, Spohr, Loewe, Kalliwoda, Taubert u. a.
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Rezeption

Es existieren einige Aussagen über Henriette Voigt von Zeitgenossen, die verdeutlichen, wie sehr sie und ihr Klavierspiel geschätzt wurden:

Karl Loewe:
„Denke Dir ein junges, für Musik begeistertes Ehepaar von feinster Sitte und humaner wohlwollender Gesinnung. Madame Voigt spielt ausgezeichnet Klavier.“ (Bitter, 1870, S.193)

Moritz Hauptmann:
„Mad. Voigt hat mir über die Maßen wohlgefallen mit und ohne Clavierspiel; aber eben auch dieses ganz für sich gefällt mir außerordentlich gut, voller Empfindung und ohne alle Sentimentalität.“ (Schöne, 1871, S. 166)

Auch persönlich waren ihr eine Reihe von Menschen tief verbunden, wie Schumann und Ernestine von Fricken. Aber es existieren auch einige negative Beurteilungen ihres Lebensstils, die darauf hinweisen, dass Henriette Voigts Aktivitäten teilweise den Rollenvorstellungen ihrer Zeit zuwiderliefen.

Henriette Voigt berichtet in einem Brief an ihren Mann:
„Er [Dorn] meinte M. Zettel und auch der Vater haben ihm gesagt, ich lebte so schrecklich zerstreut, jeden Abend in Gesellschaft!“

Selbst bei Clara Wieck ist eine gewisse Befremdung gegenüber Henriette Voigts Lebensart anzumerken. Sie beschrieb Henriette Voigt 1835 als „eine Frau die keine Kinder hat und sonst auch nicht viel zu arbeiten hat“ (Wendler, 1996, S. 56). bzw.: „Mit ihr [Henriette Voigt] ist nicht mehr anzufangen, denn sie ist sehr verliebt in Herrn Uhlrich, Violinspieler welcher den ganzen Tag bei ihr ist. Es ist schon in der ganzen Stadt bekannt und man lacht und spottet allgemein darüber.“ (ebd. S. 53)
Henriette Voigts Wochenkalender bestätigt, dass sie von verschiedenen Seiten Kritik an ihrer Lebensführung erhielt: „Viel Aerger wegen der Leute.“ (Tagebucheintrag vom 8.3.1836) „Ich hatte vielen Aerger von allen Seiten.“ (Tagebucheintrag vom 26.7.1836)
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Werkverzeichnis

Lieder mit Texten von Henriette Voigt
Aus Henriette Voigts Tagebüchern ist überliefert, dass Wilhelm Taubert und Carl Loewe Gedichte von ihr vertonten. Um welche Gedichte es sich dabei handeln könnte, ist bisher nicht bekannt. Gesichter ist, dass zu Ludwig Schunkes Begräbnis ein Männerchor von F. Böhme „Hört ihr nicht die düstren Klänge“ aufgeführt wurde, dessen Text von Henriette Voigt stammt. (Jansen, 1883, S. 134.)
Henriette Voigt erwähnt in ihren Tagebüchern und Briefen mehrmals Walzer, die sie als „ihre Walzer“ bezeichnete.
„Dann spielte ich noch den Fieldschen u[nd] meinen Walzer auf M. [unbekannt] Begehr, welche ihm [ Heinrich Dorn] beide gefielen, er versuchte sehr meinen nachzuspielen.“ (Brief von Henriette Voigt an ihren Mann, o. D.)
Diese Walzer sind jedoch nicht erhalten.
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Repertoire

Insbesondere Henriette Voigts Tagebücher aus den Jahren 1835 und 1836 geben Aufschluss über ihr Repertoire in diesen Jahren. Beethoven nahm hierbei einen sehr hohen Stellenwert ein. Aber auch Violinsonaten und Präludien von Bach wurden gespielt. Nicht immer lassen Henriette Voigts Tagebuchaufzeichnungen eine Werkidentifizierung zu, da sie häufig nur Gattung und Komponist benennt. Die Kompositionen von Mendelssohn Bartholdy, der 1835 sein Amt als Gewandhauskapellmeister antrat, spielte sie besonders häufig. Dies verdrängt oder vermindert zeitweise Henriette Voigts Pflege von Schumanns Kompositionen, die uns aus späteren Jahren durch Briefe überliefert ist.

Repertoire von Henriette Voigt, erwähnt in ihren Tagebüchern 1835 und 1836 (Aufstellung von der Autorin)

Bach, Johann Sebastian
Violinsonate, BWV 1014, h-Moll; Violinsonate, BWV 1015, A-Dur; Violinsonate, BWV 1018, f-Moll; Präludien

Bach, Carl Philipp Emanuel
Sonate

Beethoven, Ludwig van
Klaviersonate, op. 78, fis-Moll; Klaviersonate, op. 2,1 oder op. 57, f Moll; Klaviersonate, op. 31,1, d-Moll; Klaviersonate, op. 53, C-Dur; Klaviersonate, op. 2,2 oder op. 101, A-Dur; Klaviersonate, op. 10,2 oder op. 54, F-Dur; Klaviersonate, op. 7 oder op. 27,1, Es-Dur; Klaviersonate, op. 10,3 oder op. 28, D-Dur; Klaviersonate, op. 22 oder op. 106, B-Dur; Klaviersonate, op. 26, op. 31,2 oder op. 110, As-Dur; Klaviersonate, op. 13 oder op. 111, c-Moll; Kreutzersonate, op. 47, A Dur; Violinsonate, op. 23, a-Moll; Violinsonate, op. 12,3, Es-Dur; Violinsonate, op. 12,2, op. 30,1 (oder op. 47) A-Dur; Violinsonate, op. 30,2, c-Moll; Violinsonate, op. 30,3 (oder op. 96), G-Dur; Violinsonate, op. 24, F-Dur; Cellosonate, op. 69, A-Dur; Klaviertrio über „Ich bin der Schneider Cacadu“, op. 121a; Klaviertrio, op. 1,2, G Dur; Klaviertrio, op. 36 oder op. 70,1, D-Dur; Klaviertrio, op. 70,2, Es Dur, Sonate für Violine, Cello und Klavier, op. 1,3, c-Moll; Quartett, op. 74, Es-Dur; Quartett, op. 59,3, C-Dur; Quartett, op. 18,5, A-Dur; 3 arrangierte Quartette; Quintett mit Horn, op. 16, Es-Dur; Violinkonzert, op. 61, D-Dur; Symphonie, op. 67, c-Moll (vierhändig)

Berger, Ludwig
Etüden; Sonate, op. 9, F-Dur; Sonate, op. 15, g-Moll (vierhändig)

Gluck, Christoph Willibald
Ouvertüre

Hauptmann, Moritz
Sonate; Brilliantes; 1. Violinsonate; 2. Violinesonate; 3. Violinsonate

Herz, Henri
Duo (Kl, Vl); Variationen, d-Moll; Tyrollienne

Hummel, Johann Nepomuk
Trio; Montferine

Kalkbrenner, Friedrich
Duo (Kl, Vl)

Lafont, Charles Philippe
Duo (Kl, Vl); Variationen (für Kl, Vl); Variationen d-Moll (vierhändig)

Mendelssohn Bartholdy, Felix
Lieder; Capriccios; Capriccio, op. 5, fis-Moll; Capriccio, op. 33,1, a moll; Capriccio, op. 33,2, E-Dur; Capriccio, op. 33,3, h-moll; Fantasie; Fugen; Scherzo à Capriccio, fis-Moll; Lieder ohne Worte; Quartett Arrangement; Oktett, op. 20, Es-Dur (vierhändig); Konzert, op. 25, g Moll; Melusia-Ouvertüre, op. 32 (vierhändig); Hebriden-Ouvertüre, op. 26 (vierhändig)

Moscheles, Ignaz
Duo

Mozart, Wolfgang Amadeus
Violinsonaten; g-Moll Klavierquartett KV 478

Onslow, André Georges Louis
Sonate

Osborne, Georges
Werk für Kl, Vl

Pixis, Johann Peter
Violinsonate

Reissiger, Carl Gottlieb
Lied

Romberg, Andreas
Lied

Schubert, Franz
Vierhändig; Divertissement mit Geige

Schumann, Robert
Papillons op. 2

Taubert, Wilhelm
Lieder; Duo (Kl, Vl), op. 1, f-Moll; Schnadahüpferl; Klaviertrio, op. 32, F Dur

Schunke, Ludwig
Klavierwerke


Repertoire, das aus Erwähnungen in Briefen bekannt ist
Chopin, Frédéric
Etüden; Trio

Field, John
Konzert; Walzer

Schumann, Robert
Toccata, op. 7, C-Dur; Sonate, op. 11, fis-Moll; Phantasiestücke, op. 12; Kinderszenen, op. 15; Sonate, op. 22, g-Moll

Schunke, Ludwig
Rondeau; Sonate

Onslow, André Georges Louis
Sonate
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Literatur und Quellen

Handschriftliche Quellen
Mendelssohn Bartholdy, Felix. Briefe an Henriette Voigt. Stadtgeschichtliches Archiv Leipzig.

Rochlitz, Friedrich. Briefe an Henriette Voigt. Stadtgeschichtliches Archiv Leipzig.

Schumann, Clara. Brief an Carl Voigt. Stadtgeschichtliches Archiv Leipzig.

Schumann, Robert. Briefe an Henriette Voigt. Stadtgeschichtliches Archiv Leipzig.

Voigt, Carl. Briefe an Felix Mendelssohn Bartholdy. Oxford Bodleian Library.

Voigt, Henriette. Gedichte. Stadtgeschichtliches Archiv Leipzig.

Voigt, Carl. Lebensbeschreibung von 1866. Stadtgeschichtliches Archiv Leipzig.

Voigt, Carl. Briefe. Oxford Bodleian Library.

Voigt, Henriette. Gedankenbuch 1830-1835. Stadtgeschichtliches Archiv Leipzig.

Voigt, Henriette. Wochenkalender 1835. Stadtgeschichtliches Archiv Leipzig.

Voigt, Henriette. Wochenkalender 1836. Stadtgeschichtliches Archiv Leipzig.

Voigt, Henriette. Tagebuchausschnitte 1836-1839. Stadtgeschichtliches Archiv Leipzig, Oxford Bodleian Library.

Voigt, Henriette. Briefe. Stadtgeschichtliches Archiv Leipzig, Oxford Bodleian Library.

Gedruckte Quellen
Bitter, C. H. (Hg.). Carl Loewe’s Selbstbiographie. Berlin: Müller, 1870.

Boetticher, Wolfgang. Robert Schumann in seinen Schriften und Briefen. Berlin: Hahnefeld, 1942.

Boetticher, Wolfgang (Hg.). Briefe und Gedichte aus dem Album Robert und Clara Schumanns. Leipzig: Deutscher Verlag für Musik, 1979.

Gensel, Julius. Henriette Voigt. Erinnerungen aus dem Leipziger Musikleben zu Mendelssohns Zeit. In: Die Grenzboten. Leipzig 1909. Band 1. S. 393-400.

Gensel, Julius. Robert Schumanns Briefwechsel mit Henriette Voigt. In: Die Grenzboten. Berlin: Grenzbotenverlag, 1892. Band 2. S. 269-277, S. 324-337, S. 368-375.

Gensel, Julius. Aus Rochlitz Briefen an Henriette Voigt. Sonderdruck aus dem Leipziger Kalender. Leipzig: G. Merseburger, 1906.

Jansen, F. Gustav. Die Davidsbündler. Aus Robert Schumann’s Sturm und Drangperiode. Leipzig: Breitkopf und Härtel, 1883.

Riemann, Hugo. Voigt, Henriette. In: Riemann Musiklexikon. 11. Auflage bearbeitet von Alfred Einstein. Band 2. Berlin: Hesse, 1929. Sp. 1959.

Rothe, Hans-Joachim und Szeskus, Reinhard (Hg.). Felix Mendelssohn Bartholdy. Briefe aus Leipziger Archiven. Leipzig: Deutscher Verlag für Musik, 1972.

Schöne, Alfred (Hg.). Briefe von Moritz Hauptmann an Franz Hauser. Leipzig: Breitkopf & Härtel, 1871.

Schmitz, Eugen (Hg.). Louis Spohr Selbstbiographie. Band 2. Kassel und Basel: Bärenreiterverlag, 1955.

Schumann, Robert. Erinnerungen an eine Freundin. In: NZfM, Nr. 40, 15.11.1839, S. 158-160.

Sousa, Karin (Hg.). Robert Schumann. Schlage nur ein Weltsaite an. Frankfurt a. M. und Leipzig: Insel-Verlag, 2006.

Voigt, Karl. Acht Briefe und ein Facsimile von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Leipzig: 1871.

Weinmeister, Rudolf. Henriette Voigt. Zum 100. Todestag der Eleonore Robert Schumanns. Sonderabdruck aus dem Leipziger Jahrbuch 1939.

Weissweiler, Eva (Hg.). Clara und Robert Schumann Briefwechsel (3 Bände). Basel und Frankfurt a. M.: Stroemfeld/Roter Stern, 1984-2001.

Wendler, Eugen (Hg.). Clara Schumann. Das Band der ewigen Liebe. Briefwechsel mit Emilie und Elise List. Stuttgart, Weimar: Metzler, 1996.


Sekundärliteratur
Boetticher, Wolfgang. Neue Materialien zur Begegnung Robert Schumanns mit Henriette Voigt. In: Florilegium Musicologicum. Hellmut Federhofer zum 75. Geburtstag. Christoph-Hellmut Mahling (Hg.). Tutzing: Schneider, 1988. S. 45-56.

Dießner, Petra und Hartinger, Anselm. Bach, Mendelssohn und Schumann. Spaziergänge durch das Musikalische Leipzig. Leipzig: Edition Leipzig, 2005.

Gerber, Mirjam. Die Frau im bürgerlichen Musikleben Leipzigs am Beispiel von Henriette Voigt. Magisterarbeit (unpub.). 2007.

Hahn, Barbara. Häuser für die Musik. Akkulturation in Ton und Text um 1800. In: Fanny Hensel geb. Mendelssohn Bartholdy. Komponieren zwischen Geselligkeitsideal und romantischer Musikästhetik. Beatrix Borchard und Monika Schwarz-Danuser (Hg.). Stuttgart, Weimar: Metzler, 1999. S. 3-26.

Richter, Brigitte. Frauen um Felix Mendelssohn Bartholdy. Frankfurt a. M. und Leipzig: Insel-Verlag, 1997.

Ruhbaum, Antje. Elisabeth von Herzogenberg (1847-1892). Salon – Mäzenatentum – Musikförderung. Dissertation. Manuskript (unpubl.) 2006.

Schmidt, Friedrich. Das Musikleben der bürgerlichen Gesellschaft Leipzigs im Vormärz (1815-1848). Dissertation. Leipzig: 1908.

Schneider, Wolfgang. Leipzig. Streifzüge durch die Kulturgeschichte. Leipzig, Weimar: Kiepenheuer, 1990.

Schultz, Hartwig (Hg.). Salons der Romantik. Beiträge eines Wiepersdorfer Kolloquiums zur Theorie und Geschichte des Salons. Berlin, New York: de Gruyter, 1997.

Weissweiler, Eva. Clara Schumann. Biographie. München: Deutscher Taschenbuch Verlag, 2001.

Wilhelmy, Petra. Der Berliner Salon im 19. Jahrhundert (1780-1914). (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin Band 73) Berlin, New York: de Gruyter, 1989.
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Forschung

Drei Tagebücher von Henriette Voigt befinden sich als Dauerleihgabe im Stadtgeschichtlichen Archiv Leipzig zusammen mit einigen Briefen, Bildern und Noten aus dem Besitz von Henriette Voigt und deren Erben. Die Transkriptionen dieser Tagebücher finden sich im Anhang der Magisterarbeit von Mirjam Gerber. Ein weiteres Tagebuch sowie Bilder von Henriette Voigt befinden sich im Archiv des Robert Schumann Hauses Zwickau.
Bisher wurde Henriette Voigts Nachlass auf ihre Bekanntschaft mit großen musikalischen Persönlichkeiten hin untersucht. Ihr Schwiegersohn Julius Gensel arbeitete über Henriette Voigts Beziehung zu Robert Schumann und Friedrich Rochlitz (siehe Literatur und Quellen). In der Musikforschung des 20. Jahrhunderts wurde sie daher auch vor allem von der Schumannforschung als Leipziger Freundin von Robert Schumann beachtet. Der Artikel von Wolfgang Boetticher stellt die einzige ihr gewidmete Betrachtung dar.
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Forschungsbedarf

Um Henriette Voigts Einfluss auf die Repertoirepflege ihrer Zeit ermessen zu können, würde man grundlegender Forschung zu dem in Leipzig gepflegten Repertoire bedürfen. Dies bezieht sich sowohl auf öffentliche Konzertvereine, als auch auf die private oder halböffentliche Musikpflege.
Eine wesentliche Phase von Henriette Voigts musikalischer Sozialisation fand in Berlin statt, so dass hier zu fragen ist, ob spezifische Berliner Traditionen in ihrem Repertoire oder ihrer Musikauffassung wiederzufinden sind. Es wäre auch interessant der Frage nach zu gehen, in welchem Verhältnis die Musikkultur Berlins und die Leipzigs zueinander standen.
Für die bürgerliche Musikpraxis des 19. Jahrhunderts stellt sich die Frage, inwiefern hier Strömungen und Gruppierungen erkennbar sind und wann man von regionalen Einzelerscheinungen sprechen muss. Weiterer Forschung bedarf auch die Frage, in wieweit bürgerliche Dilettanten Einfluss auf die Ausbildung eines Werkkanons hatten. Hierbei fehlt es vielfach noch an geeigneten und etablierten Beschreibungskategorien für die Tätigkeiten von Interpreten und Dilettanten, um ihrem Stellenwert in der Musikgeschichtsschreibung gerecht zu werden. Hierbei stellt auch der Begriff des „Salons“ und der „Salonière“ im deutschsprachigen Raum einen viel diskutierten Begriff dar, der eingehender Untersuchung bedürfte.
Autor/innen:
Mirjam Gerber, Die Grundseite wurde im Juli 2007 verfasst.

Bearbeitungsstand:
Redaktion: Nicole K. Strohmann
Zuerst eingegeben am 13.08.2007