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Anna Teichmüller

* 11. Mai 1861 in Göttingen, Deutschland.
† 6. September 1940 in Mittel-Schreiberhau, Deutschland.



„In den letzten Tagen haben wir viel schöne Musik-Gemeinschaft gehabt. Die Tanten sangen und auch ich sang ihnen vor. Noch nie habe ich es so schön und glücklich getroffen wie jetzt, wo sie oft und gern singen u. sehr, sehr schön.“ (Anna Teichmüller aus St. Petersburg an ihre Mutter am 23. November 1886; Nachlass Gustav Teichmüller Universitätsbibliothek Basel)
Mediennachweis

Foto gemeinfrei

Tätigkeitsfelder
Komponistin, Pianistin, Musiklehrerin, Brief-/Gesprächspartnerin

Orte und Länder
Anna Teichmüllers Hauptwirkungsort war die von Carl und Gustav Hauptmann gegründete Künstlerkolonie Schreiberhau im Riesengebirge. In der estnischen Hafenstadt Dorpat / Tartu wuchs sie auf. Dort sowie in Berlin und Jena erhielt sie ihre musikalische Ausbildung. In St. Petersburg lebte sie als Gesellschafterin bei ihrer Großmutter und ihren Tanten, den Gesangslehrerinnen Olga und Emilie von Cramer, die dort musikalische Gesellschaften gaben.

Profil
Beim weitaus größten Teil der heute zugänglichen Werke Anna Teichmüllers handelt es sich um Vokalmusik, darunter 147 Lieder für Singstimme mit Klavierbegleitung, etwa die Hälfte nach Texten von Carl Hauptmann. Ab op. 37 weist das bis dahin beinah lückenlose Werkverzeichnis auch Klavierstücke sowie eine Suite für Violine und Klavier auf. An großformatigen Werken ist nur die Osterkantate (op. 6) überliefert. Weiterhin sind eine Oper – „Nal und Damajanti“, nach einer indischen Sage – und die 1924 uraufgeführte „Missa Poetica“ nachgewiesen.
Harmonisch erweist sich Anna Teichmüller in der heute von ihr zugänglichen Musik als Spätromantikerin. Die jedoch oft filigrane Klavierbegleitung, die Zwiesprache mit der Gesangsstimme hält, verleiht ihren Liedern zugleich eine impressionistisch anmutende Diktion. Dasselbe gilt für den Einsatz der Harmonik sowie der Begleitfigurationen als Klangfarbe. Ein Teil ihrer überlieferten Lieder sind als „Lieder im Volkston“ zu bezeichnen. Darunter befinden sich auch Kinderlieder, die sie, wie vermutlich ihre nicht überlieferten Märchenspiele, für die Kinder des Schreiberhauer Kinderheims schrieb.

Biografie

Anna Teichmüller wurde am 11. Mai 1861 als erstes Kind ihrer Eltern Anna und Gustav Teichmüller in Göttingen geboren. Ihr Vater war Philosoph (ab 1868 Ordinarius an der Universität in Basel), ihre Mutter entstammte einer deutsch-baltischen Gutsbesitzerfamilie. Als die Mutter nach der Geburt ihrer zweiten Tochter (geb. 1862) in Wochenbett starb, heiratete der Vater ihre jüngere Schwester Lina, geb. v. Cramer, mit der er weitere sieben Kinder hatte. 1871 zog die Familie in die Hansestadt Dorpat/Tartu, wohin der Vater als Extraordinarius an die Universität berufen wurde. Über Anna Teichmüllers musikalische Kindheit und Jugend ist fast nichts überliefert. Es ist jedoch anzunehmen, dass die Musik ein Erbe der mütterlichen Familie war. Dem letzten Lexikoneintrag von 1955 (vgl. Moser, „Musiklexikon“) zufolge absolvierte Anna Teichmüller ein Musikstudium in Dorpat, Jena und Berlin. In den zahlreichen von ihr überlieferten Briefen an die Familie aus den 1880er und 1890er Jahren erscheint Musik jedoch als eine Beschäftigung unter vielen anderen. Ihr besonderes Interesse galt in dieser Zeit philosophischen und theologischen Fragen. Nach dem Tod ihres Vaters im Jahr 1888 zog sie mit Mutter und Geschwistern nach Jena. Dort lernte sie 1893 Carl Hauptmann (1858-1928) kennen, der maßgeblich dazu beitrug, dass sich Anna Teichmüller fortan intensiver mit Musik beschäftigte. Der ältere Bruder Gerhard Hauptmanns hatte sich 1889 von seiner Karriere als Naturwissenschaftler abgewendet, um sich ganz der Kunst zu widmen. Er fühlte sich von Anna Teichmüllers Klavierspiel inspiriert und bewegte sie schließlich 1900 dazu, nach Schreiberhau in Schlesien zu ziehen, wo er gemeinsam mit seinem Bruder eine Künstlerkolonie gegründet hatte. In Schreiberhau wandte sich Anna Teichmüller ganz der Musik zu und begann ab 1904 ihre Kompositionen zu publizieren. Sie komponierte etwa 150 Lieder, mehrere Balladen, Chorlieder, eine Kantate, Märchenspiele, eine Oper und eine Messe und arbeitete als Musiklehrerin im Schreiberhauer Kinderheim. Im Alter von 79 Jahren starb Anna Teichmüller in Mittel-Schreiberhau.
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Würdigung

Innerhalb eines traditionellen Rahmens hat Anna Teichmüller eine eigene expressive Musiksprache gefunden. Obwohl darüber nichts näheres überliefert ist, dürfte sie für die Schreiberhauer Kinder eine außerordentlich anregende Musiklehrerin gewesen sein. Die szenischen Elemente ihrer Lieder wecken vor allem Neugier auf ihre nicht überlieferte Oper. Anna Teichmüllers künstlerische Eigenständigkeit ist auch im Kontext der Frauen um Carl und Gustav Hauptmann bemerkenswert. Außer ihr gelang es keiner dieser Frauen die eigene künstlerische Arbeit an der Seite der beiden Dichter fortzuführen.
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Rezeption

Der erste Aufführungsort der Kompositionen Anna Teichmüllers waren gesellige Zusammenkünfte in Schreiberhau selbst sowie vermutlich auch im benachbarten Agnetendorf, wohin Gustav Hauptmann nach Auseinandersetzungen mit seinem Bruder Carl gezogen war. Da die Häuser Carl und Gerhart Hauptmanns zahlreiche Künstlerinnen und Künstler nicht nur aus den kulturellen Zentren Berlin und Breslau anzogen, wurde Anna Teichmüller Musik auch über die Grenzen Schreiberhaus hinaus bekannt. Ihre Bekanntschaft mit Berliner Künstlerinnen und Künstlern half ihr dabei, die „Missa poetica“ am 14. April 1824 in der Berliner Garnisonskirche zur Uraufführung zu bringen. Die Aufführung wurde sowohl in der Zeitschrift „Signale für die musikalische Welt“ als auch in der „Berliner Allgemeinen Musikalischen Zeitung“ ausführlich besprochen. Weiterhin sind eine Aufführung ihres Ostergesangs op. 6 und eine Wiederholung der Messe in der „großen evangelischen Kirche in Schweidnitz [Swidnica, Niederschlesien, möglicherweise ist die berühmte Friedenskirche gemeint]“ [Kuhnert 1950]. Sehr wahrscheinlich wurden auch weitere Kompositionen Anna Teichmüllers in Berlin aufgeführt. [Vgl. ebda.]
Zu ihren Lebzeiten war Anna Teichmüller offensichtlich bedeutend genug, um einen Eintrag in Musiklexika zu bekommen (Deutsches Musiker-Lexikon 1929, Moser Musiklexikon 4. Auflage 1955). Im Moser Musiklexikon hält sich der Eintrag bis in die 4. Auflage von 1955. Danach wird Anna Teichmüller in allgemeinen Musiklexika nicht mehr erwähnt. Nur noch in schlesischen Heimatblättern finden sich kurze Nachrufe auf die Komponistin und Musikpädagogin aus dem Schreiberhauer Kreis. In der Literatur zu Carl Hauptmann wird sie als Inspirationsquelle des Dichters dargestellt. Im Rahmen der Ausstellung „Die imposante Landschaft – Künstler und Künstlerkolonien im Riesengebirge im 20. Jahrhundert“ wurde die Komponistin 1999 wiederentdeckt. In diesem Zusammenhang gab es auch erste Beschäftigungen mit ihrer Musik gegeben. Seither sind Lieder Anna Teichmüllers wieder in thematisch konzipierten Konzerten zu hören. In Göttingen wurde ein Platz nach ihr benannt.
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Werkverzeichnis

„Fünf Gedichte von Carl Hauptmann für eine Singstimme und Klavierbegleitung“ op. 1, Berlin: Helianthus (später Dreililien) 1904

„Fünf Lieder“ op. 2 für Singstimme und Klavier nach Texten von Carl Hauptmann, Rainer Maria Rilke, Nikolaus Lenau und Conrad Ferdinand Meyer, Berlin: Helianthus 1904

„Sechs leichte Lieder“ op. 3 für Singstimme und Klavier, Berlin: Helianthus, 1905

„Drei Lieder“ op. 4 für Singstimme und Klavier (Texte: Sully Prudhomme und trad., Widmung: Frau Anna Köckritz zu Limburg-Stirum), Berlin: Dreililien 1905

„Zwei Liebeslieder“ op. 5 für Singstimme und Klavier (Texte: nach dem Indischen und Carl Hauptmann, Widmung: Alwine Horneffer, geb. v. Keller)

„Ostergesang. Kleine Cantate für Chor und Soli“ op. 6 (Kantate für gemischten Chor, Alt-, Baß-, und Tenor-Solo mit Klavierbegleitung, Text: Carl Hauptmann, Widmung: Eduard Thurneysen, Basel) Berlin: Dreililien 1906

„Drei Lieder“ op. 7 für Singstimme und Klavier (Texte: Marianne Blaauw und Carl Hauptmann, Widmung: Martha Hauptmann, geb. Thienemann), Berlin: Dreililien, 1906

„Vier Lieder“ op. 8 für Singstimme und Klavier) Texte: Carl Hauptmann, Nikolaus Lenau, trad., Widmung: Helene Koslowski), Dreililien, 1906

„Leichte Lieder“ (2. Folge) op. 9 für Singstimme und Klavier (Texte: Carl Hauptmann und trad.) Berlin: Dreililien 1907

„Mandschurisch“, Ballade für Singstimme und Klavier op. 10 (Text: Grete Ziegler-Bock, Widmung: Otto Mueller), Berlin: Dreililien 1906

„Der Seelchenbaum“, Kleine Ballade, op. 11 (Text Ferdinand Avenarius, Widmung: „Der allverehrten und geliebten Mutter Hauptmann“), Berlin: Dreililien, 1906

„Vier Lieder“ op. 12 für Singstimme und Klavier (Texte: Carl Hauptmann, Gottfried Keller, trad., Widmung: Alice Boettcher), Berlin: Dreililien, 1907

„Zwei Balladen“ op. 13, Berlin: Dreililien, 1907

„Held Owain“, Schottische Ballade op. 14 für Singstimme und Klavier, Berlin: Dreililien, 1907

„Fünf Lieder“ op. 15 für Singstimme und Klavier (Text: Carl Hauptmann, Conrad Ferdinand Meyer, H. Hebbel, v. Kolzow, Widmung: Lina Teichmüller, d. J.), Berlin, Dreililien 1907

„Weihnachtslied“ op. 16 für Singstimme und Klavier (Widmung: Lisbeth Teichmüller geb. Hoffmann) Berlin: Dreililien, 1907

„Lieder, Kindern gesungen“, op. 17 für Singstimme und Klavier (Texte: Friedrich Zacharias, trad., Wolrad Eigenbrodt, „Ellen, Hansi, Olaf, Fränze, Edda, Wölfchen, Gerda gewidmet“ ), Berlin: Dreililien, 1907

„Julnacht“ op. 18, für Singstimme und Klavier (Text: F. Hugin, Widmung: Prinzessin Feodora v. Schleswig-Holstein), Berlin, Dreililien, 1907

„Fünf Lieder“ op. 19 für Singstimme und Klavier (Text: Wolrad Eigenbrodt, F. Zacharias, Widmung: Wolrad Eigenbrodt), Berlin: Dreililien 1910

„Benedictus“ op. 20, Trio für Sopran, Alt und Bariton mit Klavier oder Orgel (Widmung: Herrmann Büttner), Berlin: Dreililien 1910

„Abendlied“ op. 21, für Frauenchor/Quartett (Text: Carl Hauptmann), Berlin: Dreililien 1910

„Waldnacht“ op. 22 für Singstimme mit Cello und Klavier (Widmung: Elisabeth Besser), Berlin: Dreililien o.J.

„Hymne an die Nacht“ op. 23 für Sopran, Bariton, Cello und Klavier (Text: Carl Hauptmann, Widmung: Marie von Ritter), Berlin: Dreililien 1910

„Fünf Lieder“ op. 24 für Singstimme und Klavier (Text: C. Hauptmann, Hans Reisiger, Verlain, Paul Dubray, H. Hebbel, Wimdung: Olga v. Cramer), Berlin: Dreililien 1910

„Drei Lieder“ op. 25 für Singstimme und Klavier (Text: C. Hauptmann, Gottfried Keller, Widmung: Emilie von Cramer), Berlin: Dreililien 1910

„O Welt, Du Wunder“ op. 26, Terzett für Sopran, Alt und Bariton mit Klavier und Geige (Text: Carl Hauptmann, Widmung Waldemar Lütschg), Berlin: Dreililien 1910

„Drei Lieder“ op. 27 für Singstimme und Klavier (Text: Alwine v. Keller, Wimdung: „Frau Professor Mendelssohn, geb. v. Cramer zugeeignet“), Berlin: Dreililien 1910

„Zwei Weihnachtslieder“ op. 31 (Text: Alwine v. Keller, C. Hauptmann), Berlin: Dreililien o.J.

„Sechs Lieder aus dem kleinen Rosengarten von Hermann Löns“ op. 32 für zwei Singstimmen und Klavier (Widmung: Frau Oberin Lotte Häveker) Schweidnitz: Bergland Verlag

„Der Mond steigt aufwärts“, op. 33, für Singstimme und Klavier (Text: Sao=Han-Hans Bethge), Berlin: Dreililien, o.J.

Op. 37 „Variationen über ein eigenes Thema“ (Klavier) Hirschberg: Röbke o.J.

„Kleine Suite“ op. 41, für Violine und Klavier (Widmung: Ännchen von Oppen, geb. von Rohr), Mittel-Schreiberhau: [Selbstverlag?] O. J.

„Die georgische Prinzessin“ op. 43, „für Klavier komponiert und meiner georgischen Freundin Irma Freyer gewidmet“, Berlin, Leipzig: Verlagsanstalt deutscher Tonkünstler A.G., 1925

„Sieben kleine Klavierstücke in leichter Spielart“, op. 44 (Widmung: Vera Rohr geb. von Veltheim) Berlin, Leipzig: Verlagsanstalt deutscher Tonkünstler A.G., 1925

Weitere 37 Werke mit Opus-Nummern waren nicht auffindbar.


Nachgewiesen sind weiterhin
„Missa Poetica“, Messe für Soli, Chor und Orchester (Text: Inge Stach) UA: 14. April 1924 in Berlin, Dir. Arnold Ebel

„Nel und Demajanti“ Oper (Quelle: Moser Musiklexikon 1955)

Märchenspiele darunter „Der Froschkönig“ (Quelle: Moser Musiklexikon 1955 und Kuhnert 1950)
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Literatur und Quellen

Nach dem Tod Anna Teichmüllers im September 1840 wurde der Nachlass, der auch ihre eigenen Hinterlassenschaften enthielt, in die Obhut Elisabeth Kuhnerts, der Rektorin der Carl Hauptmann-Schule gegeben, die das Land nach der Übernahme Schlesiens durch Polen verlassen musste. Auf dem Dachboden der Schule wurde der Nachlass von dem Arzt Dr. Gerhard Lukaszewicz, dem im selben Haus Wohnung angewiesen worden war, in einem desolaten Zustand entdeckt. Er schrieb an Georg Teichmüllers jüngste Tochter Hertha Brückner-Teichmüller (1881-1949), die in Basel lebte und deren Adresse er beim Nachlass gefunden hatte. Hertha Teichmüller erreichte, dass der Nachlass zunächst in Warschau bei der Schweizer Gesandtschaft in Warschau deponiert wurde. Da sie den Nachlass als Privatperson aus politischen Gründen nicht bekommen konnte, schenkte sie ihn der Universitätsbibliothek Basel, wohin er im Juli 1949 transferiert wurde und wo er bis heute blieb. In der Kriegs- oder wahrscheinlicher der Nachkriegszeit erlitt die Sammlung enorme Verluste, insbesondere was Anna Teichmüllers eigene Werke und Briefe anging, die anscheinend gänzlich verloren gingen bzw. vernichtet wurden, sofern sie nicht im Nachlass des Vaters eingeordnet waren.


Quellen
Lina Teichmüller (d. Ä.), „Kindheit“, Nachlass Gustav Teichmüller, Universitätsbibliothek Basel

Briefe Anna Teichmüllers an ihre Familie, Nachlass Gustav Teichmüller, Universitätsbibliothek Basel

Briefe Anna Teichmüllers aus den Jahren 1899–1920 an Carl Hauptmann, Nachlass Carl Hauptmann, Akademie der Künste Berlin

Briefe Anna Teichmüllers aus den Jahren 1900–1904 an Martha Hauptmann, Nachlass Carl Hauptmann/Carl-Hauptmann-Sammlung, Akademie der Künste Berlin sowie Biblioteka Slaska in Katowice

Briefe Anna Teichmüllers aus den Jahren 1924–1934 an Marie Hauptmann, Nachlass Carl Hauptmann, Akademie der Künste Berlin


Literatur
Cornelia Bartsch. „Die Komponistin Anna Teichmüller. Ein Recherchebericht/Szkic z badan nad twórczoscia kompositorki Anny Teichmüller“. In: Die imposante Landschaft. Künstler und Künstlerkolonien im Riesengebirge, Ausstellungskatalog (deutsch/polnisch) hg. v. der Gesellschaft für interregionalen Kulturaustausch e.V. Berlin und dem Museum Okregowe w Jeleniej Górze, Berlin und Jelena Góra/Hirschberg 1999. S. 91-103.

Johanna Brade. „Die Frauen in den Künstlerkreisen des Riesengebirges (1900﷓1945) – ein Randthema?“ in: Die imposante Landschaft. Künstler und Künstlerkolonien im Riesengebirge, Ausstellungskatalog (deutsch/polnisch) hg. v. der Gesellschaft für interregionalen Kulturaustausch e.V., Berlin und dem Museum Okregowe w Jeleniej Górze, Berlin und Jelena Góra/Hirschberg 1999, S. 205-216.

Magdalena Malorny. Anna Teichmüller zum 100. Geburtstag, in: Der Schlesier, 13. Jg. Mai 1961, S. 6.

Ilse Reicke. „Anna Teichmüller zu ihrem 20. Todestag am 6. September 1960“. In: Riesengebirgsbote: Heimatbrief für Schlesier und Sudentendeutsche Nr. 9. 12. Jg. September 1960, S.

Artikel „Anna Teichmüller“. In: Moser Musiklexikon, 4. erweiterte Auflage Hamburg 1955. Bd. 2.

Elisabeth Kuhnert. „Anna Teichmüller zum Gedenken“. In: Heimatbrief für Schlesier und Sudetendeutsche Nr. 9. 2. Jg. Mai 1950, S. 3f.

Artikel „Anna Teichmüller“. In: Deutsches Musiker-Lexikon. Erich H. Müller (Hg.). Dresden: Limpert 1929.

Paul Schwers. „Anna Teichmüller: Messe“. In: Berliner Allgemeine Musikalische Zeitung. Nr. 16. Jg. 51. S. 23.

„Missa poetica“ [Kritik über die Uraufführung der Messe in Berlin]. In: Signale für die musikalische Welt. Nr. 17. 82. Jg. April 1924. S. 653.
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Forschung

Insbesondere hinsichtlich der Musikalien ist die Quellenlage zu Anna Teichmüller lückenhaft. Von den 70 noch im Moser Musiklexikon 1955 erwähnten Werken mit Opuszahlen, sind heute nur etwa die Hälfte auffindbar, die meisten davon in der Berliner Staatsbibliothek. Die nicht im Druck erschienenen Werke wie die Missa Poetica und auch die Oper Nal und Demajanti sind nicht überliefert. Dasselbe gilt für alle Musikautografe Anna Teichmüllers. Biografische Quellen sind in verschiedenen Archiven zugänglich. Für die 1880er und 1890er Jahre sind zahlreiche Briefe Anna Teichmüllers im Nachlass des Vaters in der Handschriftenabteilung der Universitätsbibliothek Basel überliefert. Quellen für die Schreiberhauer Zeit sind neben den im Druck erschienenen Carl-Hauptmann-Biografien fast 200 im Nachlass Carl Hauptmanns überlieferte Briefe Anna Teichmüllers an den Dichter selbst sowie zahlreiche Briefe an seine erste und zweite Frau Martha Hauptmann, geb. Thienemann und Marie Hauptmann, geb. Rohne. Aus bislang ungeklärten Gründen wurde der Nachlass getrennt. Der größere Teil wurde von Marie Hauptmann zu Beginn der 60er Jahre der Akademie der Künste Berlin (damals DDR) übereignet und gehört bis heute zu deren Beständen. Ein ebenfalls umfangreicher Teil befindet sich in der Handschriftenabteilung der Schlesischen Biblioteka Slaska in Katowice, Polen. Zu dem hier aufbewahrten Teil des Nachlasses gehören zahlreiche Briefe Anna Teichmüllers an Martha Hauptmann aus den Jahren 1900–1904. Interessant ist vermutlich auch die Sichtung der Tagebücher Carl Hauptmanns aus der Zeit, in der Anna Teichmüller in Schreiberhau lebte. Bis auf den Band der Jahre 1896/97, der ebenfalls in Katowice aufbewahrt wird, befinden sich dieser Bände der Akademie der Künste, Berlin.
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Forschungsbedarf

Die biografischen Quellen sind bislang nur einer ersten Sichtung unterzogen worden. Ihre intensive Aufarbeitung steht noch aus und dürfte Informationen über die wechselseitige Beeinflussung von Carl Hauptmann und Anna Teichmüller zutage fördern. Diese gehört zu den vermutlich besonders interessanten Forschungsdesideraten im Zusammenhang mit Anna Teichmüller. Auch die weitergehende Beschäftigung mit Anna Teichmüllers veröffentlichter Musik ist noch als Forschungsdesiderat zu bezeichnen.
Neben einer intensiveren Beschäftigung mit den bisher zugänglichen Quellen wäre das Auffinden und die Erschließung weiterer Quellen wünschenswert. Insbesondere fehlen bislang genauere Informationen über Anna Teichmüllers musikalische Ausbildung sowie über das familiäre Musikleben vor der Schreiberhauer Zeit. Um weitere Quellen und eventuell auch Musikautografe sowie die verschollenen Werke zu finden, wäre es nützlich, Nachfahren der Familien Teichmüller und von Cramer zu finden, in deren Besitz sich Anna Teichmüllers eigener Nachlass erhalten haben könnte.
Ein weiteres Desiderat betrifft Aufführungen der Musik Anna Teichmüllers in den kulturellen Zentren Berlin und Breslau sowie deren Rezeption. Hierzu müssten systematisch die zeitgenössischen Musikzeitschriften durchgesehen werden.
Autor/innen:
Cornelia Bartsch

Bearbeitungsstand:
Redaktion: Nicole K. Strohmann, Ellen Freyberg
Zuerst eingegeben am 18.10.2006.
Zuletzt aktualisiert am 27.10.2011.