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Fredrika Stenhammar

Fredrika Andrée (geb.)

* 19. September 1836 in Visby, Schweden.
† 7. Oktober 1880 in Stockholm, Schweden.



„Vor über hundert Jahren hielt man Frauen auf einer Theaterbühne für unpassend, man hielt es für passender, kleine Jungen zu verstümmeln, um sie dann, als Kastraten, Primadonnen werden zu lassen; und wie hat man es vor nur 25 Jahren aufgenommen, dass Frauen in einem Orchester sitzen und spielen, was doch nur allzu selten der Fall ist. Warum soll eine Frau also nicht auch Dirigentin sein, wenn sie alle Fähigkeiten dazu hat?“ (Fredrika Stenhammar in einem Brief an Elfrida Andrée, zit. nach Stenhammar 1958, S. 156f.)
Tätigkeitsfelder
Sängerin

Orte und Länder
Geboren in Visby auf Gotland, Schweden, ging Fredrika Stenhammar mit 15 Jahren nach Leipzig, um dort am Konservatorium zu studieren. Nach ihrer Ausbildung in Gesang, Komposition und Klavier wurde sie am Königlichen Theater Stockholm engagiert. Dieses Engagement unterbrach sie 1857 für weitere Gesangsstudien in Paris. Neben ihrer Tätigkeit an der Oper unterrichtete sie und konzertierte als Liedinterpretin in Schweden, Norwegen, Dänemark und in Wien.

Profil
Fredrika Stenhammar nutzte ihre Position als berühmte Stockholmer Primadonna um die Zusammenarbeit von Künstlern aus verschiedenen Ländern voranzutreiben und darüber hinaus das Œuvre ihrer Schwester, der Komponistin Elfrida Andrée, bekannt zu machen.

Biografie

Fredrika Stenhammar, geb. Andrée, erhielt ihren ersten umfassenden Unterricht durch den Vater Anders Andrée. Als 15-Jährige wechselte sie 1851 an das Leipziger Konservatorium, wo sie Gesang, Komposition und Klavier studierte. An dieses Studium schloss sich ein Engagement am Stockholmer Königlichen Theater an, das sie bis zu ihrem Tod 1880 mit zwei Unterbrechungen innehatte. In den Jahren 1857-1859 studierte sie an der Ecole Spéciale de Chant in Paris (vgl. Öhrstöm 1999).
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Würdigung

Fredrika Andrée erfüllte in ihrer Kindheit die ihr vom Vater bestimmte Rolle des Wunderkindes und eroberte sich nach ihren Studien in Leipzig als Primadonna einen Platz inmitten der künstlerischen Elite Schwedens. Hier feierte sie große Erfolge als Wagnerinterpretin. Gleichzeitig galt sie als herausragende Interpretin der Lieder von Robert Schumann, August Söderman oder Halfdan Kjerulf. Diese Fähigkeit stellte sie immer wieder in Konzerten in Schweden, Norwegen und Dänemark unter Beweis. Sie zeichnete sich durch eine große Begabung zur Zusammenarbeit und Kontaktpflege mit anderen Künstlern wie den Geschwistern Neruda, Niels W. Gade oder Ludvig Norman aus.
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Rezeption

Soweit zum jetzigen Zeitpunkt bekannt, hatte Fredrika Stenhammar die Position einer Primadonna inne, stand jedoch in ständiger Konkurrenz zu ihrer Kollegin Louise Michaëli. Ihre Tätigkeit als Liedinterpretin sah sie als Ausgleich zu dieser zermürbenden Rivalität. In den wenigen bislang bekannten und ausgewerteten Zeitungskritiken wird diese Dualität bestätigt. Einerseits bedauert ein Kritiker der „Ny illustrerad tidning“ (1880, Nr. 43), dessen Name noch nicht bekannt ist, dass Stockholm keine Primadonna mehr habe. Andererseits, so Frans Hedberg (1885), sei Stenhammars Stimme am eindrücklichsten in den Liedern Robert Schumanns, August Södermans und Halfdan Kjerulfs zu hören gewesen. Negative Erwähnung finden in seinem Artikel ihr „mangelndes Temperament“ und ihr starker Ehrgeiz (nach Öhrström 1999, S. 199).
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Werkverzeichnis

„Fem sånger“, ihrer Freundin Laura Netzel gewidmet, gedruckt 1869 (nach Öhrström 1999, S. 53). (nicht auffindbar)
Da Fredrika Stenhammar sich bereits in ihrer Zeit in Leipzig gegen das Komponieren entschieden hatte, sind außer den fünf Liedern nur zwei Hefte mit Kinderkompositionen in der Stenhammarsamlingen der Statens Musikbibliotek, Stockholm, erhalten. Die genauen Titel neben „Till syster Frida“ und Dalens Blomma“ müssen noch erforscht werden. „Dalens blomma“ wurde anlässlich ihres Todes in der „Ny illustrerad tidning“ (1880, Nr. 43) abgedruckt.
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Repertoire

Opernrollen
Gräfin Almaviva und Susanna („Le Nozze di Figaro“, Wolfgang Amadé Mozart)
Pamina („Zauberflöte“, Wolfgang Amadé Mozart)
Donna Anna („Don Giovanni“, Wolfgang Amadé Mozart)
Agathe („Freischütz“, Carl Maria von Weber)
Alica („Robert le diable“, Giacomo Meyerbeer)
Anna („La dame blanche“, François Boildieu)
Bertha („Le Prophète“, Giacomo Meyerbeer)
Mathilde („Wilhelm Tell“, Gioacchino Rossini)
Elvira („I Puritani“, Vincenzo Bellini)
Lady Harriet Durham („Martha“, Friedrich von Flotow)

Lucia („Lucia di Lammermoor“, Gaetano Donizetti)
Leonore („l trovatore“, Giuseppe Verdi)
Margarethe („Faust“, Charles Gounod)

Über das Liedrepertoire sind derzeit noch keine Einzelheiten bekannt.
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Literatur und Quellen

Hedberg, Frans. Svenska operasångare: karakteristiker och porträtter. Stockholm: Fritze 1885.

Hofberg, Hermann. „Svenskt biografiskt handlexikon: Alfabetiskt ordnade lefnadsteckningen af sveriges namkunniga män och quinnor; fran reformationen till närvarande tid.“ Stockholm: Bonnier o.J.
(s.auch: http://runeberg.org/sbh/b0525.html)

„Ny illustrerad tidning“ (1880, Nr. 43).

Öhrström, Eva. „Borgerliga kvinnors musicerande i 1800-talets Sverige“ (=Skrifter från Musikvetenskapliga institutionen, Bd. 15). Göteborg, 1987.

Öhrström, Eva. „Elfrida Andrée. Ett Levnadsöde“. Stockholm: Prisma, 1999.

Stenhammar, Fredrika. „Brev“ utgivna av Elsa Stenhammar. Uppsala: Gebers Förlag 1958.

Svensk Uppslagsbok, 2. Auflage, Malmö: Förlagshuset Norden AB 1957.

Links
http://www.muslib.se/hand/fort/andree.html
Andrée-Stenhammar-Arkiv mit Index der Quellen u.a. zu Fredrika Stenhammar.
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Forschung

Eva Öhrström beschäftigt sich in Ihrem Buch über die Schwester Fredrika Stenhammars, Elfrida Andrée, auch mit der Sängerin. Eine ausführliche Biografie ist jedoch, soweit bekannt, noch nicht erschienen. In der Abteilung Raritetssamlingara der Bibliothek der Kungliga Musikaliska Akademien Stockholm befindet sich das Andrée-Stenhammar-Arkiv, in dem zahlreiche Briefe an und von Fredrika Stenhammar sowie Kompositionsautographe aufbewahrt sind (vgl. http://www.muslib.se/hand/fort/andree.html).
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Forschungsbedarf

Bedauerlicherweise sind bis dato nur wenige konkrete Aussagen über Fredrika Stenhammars Konzerttätigkeit möglich: sowohl ihr Repertoire als auch Konzertkritiken müssen noch ausgewertet werden.
Fredrika Stenhammar zeichnete sich außerdem als aktive Netzwerkerin aus. Insofern wäre Stenhammars Wirken in und auf das schwedische Musikleben ein vielversprechendes Forschungsfeld.
Autor/innen:
Katrin Losleben

Bearbeitungsstand:
Redaktion: Nicole K. Strohmann
Zuerst eingegeben am 10.04.2006