Lexikalischer Artikel Multimediale PräsentationMaterialsammlungKommentierte Links

Ethel Smyth

Ethel Mary Smyth (geb.), Dame Ethel Smyth

* 23. April 1858 in Kent, England.
† 9. Mai 1944 in Woking, England.



„Man sagt, ich sei ein Egoist. Ich bin eine Kämpferin.“
(Ethel Smyth: Ein stürmischer Winter. Erinnerungen einer streitbaren englischen Komponistin, hg. von Eva Rieger, Kassel/Basel 1988.)
Tätigkeitsfelder
Komponistin, Literatin, Suffragette.

Orte und Länder
Ethel Smyth wurde in Deutschland (Leipzig) ausgebildet, wirkte später vornehmlich in England. Sie unternahm ausgedehnte Reisen, u.a. nach Italien, Frankreich, Nordafrika.

Profil
Couragierte Komponistin, gefördert unter anderem von Elisabeth von Herzogenberg, Kaiserin Eugénie, Queen Victoria, befreundet unter anderem mit Virginia Woolf, Emmeline Pankhurst, George Bernard Shaw, engagierte sich zwei Jahre lang aktiv in der englischen Frauenrechtsbewegung, hatte als Schriftstellerin Erfolge. Mit 55 Jahren machte sich erstmals ihre Ertaubung bemerkbar, die bis zur Gehörlosigkeit fortschritt, weswegen sie ab 1939 das Komponieren gänzlich aufgab.

Biografie

Ethel Smyth wuchs in einem bürgerlich viktorianischen Elternhaus auf, ihre Entscheidung, nach Leipzig zu gehen, um am dortigen Konservatorium Komposition zu studieren, konnte sie erst nach langen Kämpfen mit ihren Eltern durchsetzen. 1877 kam sie nach Leipzig, wo sie jedoch bald vom Unterrichtsniveau am Konservatorium enttäuscht war. Sie ging bereits ein Jahr später als Privatschülerin zu Heinrich von Herzogenberg, zu dessen Frau Elisabeth bald eine enge Freundschaft entstand. Durch den Musiksalon von Elisabeth von Herzogenberg lernte Ethel Smyth wichtige Persönlichkeiten des europäischen Musiklebens kennen, darunter Johannes Brahms, Clara Schumann und Edvard Grieg.
Unter dem Einfluss ihres Lehrers komponierte Ethel Smyth bis 1887 ausschließlich Kammermusik und setzte sich intensiv mit der Musik Johann Sebastian Bachs auseinander. Peter Tschaikowsky riet ihr, sich intensiver mit der Instrumentierung zu beschäftigen, was sie auch tat. 1890 gab sie mit der „Serenade“ in D-dur ihr Orchesterdebüt in England. 1891 komponierte sie die „Messe“ in D-dur, die nach langen Bemühungen und der Intervention von Queen Victoria 1893 uraufgeführt wurde. Der Erfolg der „Messe“ bestärkte Ethel Smyth in ihrem Vorhaben, größere Werke - auch musikdramatische - zu komponieren: Sechs Opern sollten bis 1924 entstehen und zu ihrem Hauptwerk avancieren.
Für alle Opern erkämpfte Ethel Smyth eine Uraufführung, von denen drei - ihre enge Verbundenheit mit der deutschen Musiktradition dokumentierend - in Deutschland stattfanden. Neben diesen zeitraubenden und anstrengenden Bemühungen um Aufführungen komponierte Ethel Smyth mehrere Chorwerke und Lieder.
1911-13 engagierte sie sich aktiv in der politischen Suffragetten-Bewegung, ein Engagement, das sie 1912 für zwei Monate ins Gefängnis brachte.
1913 brach sie zu einer Ägypten-Reise auf, während der sie ihre vierte Oper komponiert. Auf dieser Reise machte sich erstmals ihr Ohrenleiden bemerkbar, das bis zur völligen Ertaubung (1939) fortschreiten sollte. 1915-18 arbeitete sie als Röntgenassistentin in einem französischen Militärhospital, 1919 erschien ihr erstes Buch: „Impressions That Remained“, sechs weitere Bücher folgten. Ihre schriftstellerische Tätigkeit rückte immer stärker in den Vordergrund, nicht zuletzt wegen des sich verschlechternden Gehörs. An Kompositionen entstanden dennoch das Konzert für Violine, Horn und Orchester (1927), „The Prison“, eine Vokalsymphonie, sowie kleinere Werke.
1910 erhielt sie die Ehrendoktorwürde der University of Durham, 1926 diejenige der Oxford University. 1922 wurde Ethel Smyth zur Dame Commander of the Order of the British Empire ernannt.
nach oben

Rezeption

Zahlreiche Kollegen, darunter namhafte Dirigenten, waren von Ethel Smyths Werken so beeindruckt, dass sie sich mehrfach um Aufführungen bemühten. Dieser Einsatz führte, zusammen mit Ethel Smyths eigenen Anstrengungen, zu zahlreichen Aufführungen ihrer Werke im In- und Ausland. Doch bereits zu Lebzeiten erkannte und kritisierte Ethel Smyth die Nichtbeachtung, die ihrem Werk von (musik-)historischer Seite zukam.
Nach ihrem Tod geriet das kompositorische Œuvre schnell in Vergessenheit, während Ethel Smyth als Schriftstellerin weiterhin bekannt war. Dominiert wurde das Geschichtsbild von Ethel Smyth allerdings vor allem jenseits ihrer künstlerischen Aktivitäten durch ihr Engagement in der Suffragetten-Bewegung.
nach oben

Werkverzeichnis

Als Hauptwerke gelten die sechs Opern, deren Genres vom Lyrischen Drama („The Wreckers“) bis zur Ballett-Oper („Fête galante“) und zur „Postwar Comedy“ („Entente Cordiale“) reichen.
Daneben sind zahlreiche Lieder und Liedzyklen erwähnenswert, etwa die „Four Songs“ für mittlere Stimme und Kammermusikbegleitung (Flöte, Harfe, Streicher und Schlagzeug) von 1908. Außerdem liegen auch Orchesterlieder vor.
Ihr Faible für extravagante Besetzungen dokumentiert sich unter anderem in Smyths Doppelkonzert für Violine und Horn (1927), oder in den Zwei Trios für Violine, Oboe und Klavier (1927)
Bekannt wurde vor allem auch der „March of the Women“, eine Hymne, die Smyth für die öffentlichen Auftritte der Frauenrechtsbewegung komponierte.
Die Klavierkompositionen sind ausschließlich während ihrer Leipziger Studienzeit geschrieben. Nach 1939 gab sie das Komponieren wegen völliger Ertaubung auf.
nach oben

Quellen

a) Autografe

British Library, London (Departement of Manuscripts)

British Museum, London

Druham, University Library

London, Universal Edition

London, Faber Music

b) Notenausgaben (chronologisch)

Streichquintett op. 1 E-Dur, Leipzig C. F. Peters 1884

Sonate für Violine und Klavier op. 7 a-moll, Leipzig: J. Rieter-Biedermann 1887

Fantasio, Phantastische Komödie in 2 Akten, Text: Henry Brewster und Ethel Smyth nach Alfred de Musset, Leipzig: C.G. Röder 1899

Mass in D für Soli, Chor und Orchester, London: Novello & Co. 1893

Der Wald, Musikdrama in einem Akt, Text: Henry Brewster und Ethel Smyth, London: Schott & Co. 1902

Les naufrageurs/The Wreckers/Das Strandrecht, Lyrisches Drama, Text: Henry Brewster und Ethel Smyth (dt. Übersetzung: H. Decker und J. Bernhoff), Leipzig: Breitkopf & Härtel 1906

Four Songs (Odelette, La Danse, Chrysilla, Anacreontic Ode) für Mezzosopran oder Bariton mit Kammermusikbegleitung (Flöte, Harfe, Streicher und Schlagzeug), Text: Henry de Régnier [1-3], Leconte de l’Isle, London: Novello & Co. 1909

The Wreckers. On the Cliffs of Cornwall Prelude to Act II, Partitur, London: Novello & Company 1909 (Quelle: Archiv Frau & Musik, Frankfurt/M.)

Hey Nonny No!, für Chor und Orchester, Text: nach einem Christ Church Manuskript aus dem 16. Jh., Leipzig: Breitkopf & Härtel [26755] 1911

Songs of Sunrise: Laggard Dawn (1910), March of the Women (1911), für Chor a capella, London: Breitkopf & Härtel 1911

The March of the Women, Text: Cicely Hamilton, für Chor a capella, London: The Women’s Press 1911

Sleepless Dreams/Nacht, für Chor und Orchester, Text: Dante Gabriel Rossetti, Wien/Leipzig: Universal Edition [3592] 1912

Drei Lieder vom Meere (Meeresstille, Vor dem Wetter, Nach dem Sturm) für Singstimme und Klavier, Text: Arthur Symons, Wien: Universal Edition [3589] 1913 (Quelle: Archiv Frau & Musik, Frankfurt/M.)

Short Chorale Preludes, London: Novello & Co 1913

Three Moods of the Sea (Requies, Before the Squall, After Sunset) für Mezzosopran oder Bariton mit Orchester, Text: Arthur Symons, Wien/Leipzig: Universal Edition 1913

Three Songs (The Clown, Possesion, On the Road) für Mezzosopran oder Bariton und Orchester, Text: Maurice Baring [1], Ethel Carnie [2-3], Leipzig: Universal Edition [3590] 1913

Streichquartett e-Moll, Taschenpartitur, Wien: Universal Edition [5352] 1914 (Quelle: Archiv Frau & Musik, Frankfurt/M.)

The Boatswain’s Mate/Der gute Freund, Komödie in einem Akt, Text: Ethel Smyth nach W. W. Jacobs, London: Forsyth Bros. 1915

The Boatswain's Mate. Overture, Klavierauszug, Wien: Universal Edition [5537.5648] 1915 (Quelle: Archiv Frau & Musik, Frankfurt/M.)

The Wreckers. Lyrisches Drama drei Akten nach Les Naufrageurs von Henry Brewster für Soli, Chor und Orchester, Klavierauszug, Wien: Universal Edition [5516] 1916 (Quelle: Archiv Frau & Musik, Frankfurt/M.)

The Wreckers - Die Ratte für Sopran und Klavier, Wien: Universal Edition [Nr.5517] 1916 (Quelle: Archiv Frau & Musik, Frankfurt/M.)

The Wreckers - War ein wildes Kind für Mezzosopran und Klavier, Wien: Universal Edition [Nr.5520] 1916 (Quelle: Archiv Frau & Musik, Frankfurt/M.)

The Wreckers. Thurza's Liebeslied: Liebe, du gold'ner Strahl für Mezzosopran und Klavier, Wien: Universal Edition [Nr.5518] 1916 (Quelle: Archiv Frau & Musik, Frankfurt/M.)

Dreamings, für Chor a cappella, Text: Patrick Macgill, London RFM Akerman 1920

The Boatswain’s Mate/Der gute Freund, Komödie in einem Akt, Text: Ethel Smyth nach W. W. Jacobs, Wien: Universal Edition 1921

The Boatswain's Mate. Mrs. Water's Lied: Naht mir die Erinnerung für Singstimme und Klavier, Wien: Universal Edition [7277] 1922 (Quelle: Archiv Frau & Musik, Frankfurt/M.)

Fête galante. A Dance-Dream in One Act, Klavierauszug, Text: Ethel Smyth nach der gleichnamigen Geschichte von Maurice Baring, Wien: Universal Edition [10.593] 1923 (Quelle: Archiv Frau & Musik, Frankfurt/M.)

Sonate für Violine und Klavier op. 7 a-moll, Wien/New York: Universal Edition 1923

Entente cordiale, Postwar comedy in einem Akt, Text: Ethel Smyth, London: J. Curwen & Sons 1925

Mass in D für Soli, Chor und Orchester, überarbeitete Version, London: Novello & Co. 1925

Konzert für Violine, Horn und Orchester A-Dur, London: J. Curwen & Sons 1928

Variationen über „Bonny Sweet Robin“, Ophelia’s Song, für Flöte, Oboe und Klavier (oder Violine, Viola und Klavier), London: Oxford University Press 1928

Sleepless Dreams/Nacht, für Chor und Orchester, Text: Dante Gabriel Rossetti, London: J. Curwen & Sons 1929

Songs of Sunrise: Laggard Dawn (1910), March of the Women (1911), für Chor a capella, London: Curwen & Sons 1929

The March of the Women, Text: Cicely Hamilton, für Chor und Orchester, London: Curwen & Sons 1929

The Prison. Symphonie für Soli, Chor und Orchester, Text: Ethel Smyth nach Henry Brewster, London: Curwen & Sons 1930

Prelude on a Traditional Irish Air, London: Boosey & Hawkes 1939

Messe in D für Soli, Chor und Orchester, Klavierauszug, New York: Da Capo Press [8176] (Women Composers Series) 1980 (Quelle: Archiv Frau & Musik, Frankfurt/M.)

The March of the Woman für Chor und Klavier, Wiesbaden: Breitkopf & Härtel 1986 (Fermate-Albumblatt Nr.12) (Quelle: Archiv Frau & Musik, Frankfurt/M.)

The Wreckers. Szene aus dem 1. Akt für Tenor, Bass, gemischten Chor und Klavier, in: James R. Briscoe (Hg.): Historical Anthology of Music by Women, Indianapolis: Indiana University Press 1987 (Quelle: Archiv Frau & Musik, Frankfurt/M.)

Two interlinked french folk melodies aus der Oper Entente cordiale für Flöte, Oboe und Orchester, Ausgabe für Flöte, Oboe und Klavier, North Yorkshire: Emerson Edition Ltd. 1987 (Quelle: Archiv Frau & Musik, Frankfurt/M.)

Schön Rohtraut (Text: Eduard Mörike) aus Lieder und Balladen op. 3 für mittlere Stimme und Klavier, Leipzig: Edition Peters [6880] o. J. (Quelle: Archiv Frau & Musik, Frankfurt/M.)

Sonate a-Moll op. 7 für Violine und Klavier, Wien: Universal Edition [7293] o. J. (Quelle: Archiv Frau & Musik, Frankfurt/M.)

The Boatswain's Mate. Mrs. Water's Lied: Gesetzt den Fall für Singstimme und Klavier, Wien: Universal Edition [10749] o. J. (Quelle: Archiv Frau & Musik, Frankfurt/M.)

The Wreckers - Ballade und Elegie für Tenor und Klavier, Wien: Universal Edition [5519] o. J. (Quelle: Archiv Frau & Musik, Frankfurt/M.)

3 Klaviersonaten: C-Dur/ cis-Moll/ D-Dur o. J. (Quelle: Archiv Frau & Musik, Frankfurt/M.)

c) Primärquellen (chronologisch)

„England, Music, and – Women“, in: English Review 22 (1916), S: 187-198

Impressions That Remained, London 1919

Streaks of Life, London 1921, 2. erweiterte Auflage 1922

A Three-Legged Tour in Greece, London 1927

A Final Burning of Boats, London 1928

„Reply to a Pessimistic Champion“, in: The Sackbut 9 (1929/1930), S. 289-294

Female Pipings in Eden, Edinburgh 1933, revidierte 2. Auflage 1934

Beecham and Pharaoh, London 1935

Inordinate Affection, London 1936

As Time Went On…, London 1936

What Happened Next, London 1940

Ein stürmischer Winter: Erinnerungen einer streitbaren englischen Komponistin, hg. von Eva Rieger, Kassel 1988

Dazu kommen etliche Artikel, die Ethel Smyth für London Mercury, Blackwood’s, English Review und Weekly Dispatch und andere Zeitungen schrieb.

d) Sekundärliteratur (alphabethisch)

„Who was Ethel Smyth?“ In: BBC Music Magazine, London: 1994, S. 41-42.

Abromeit, Kathleen A.: „Ethel Smyth, The Wreckers and Sir Thomas Beecham“, in: The Musical Quarterly (1989), S. 196–211

Amft, Susanne: „Ethel Smyth´s Opernschaffen. Eine Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Situation der Jahrhundertwende in England“, in: „Nach Frankreich zogen zwei Grenadier.“ Zeitgeschehen im Spiegel von Musik, hg. von Brunhilde Sonntag, Münster 1992, S. 106-122

Anonym: „Dr. Ethel Smyth“, in: The Musical Times (1912), S. 81–83

Banfield, S.: „British Opera in Retrospect“, in: The Musical Times (1986), S. 205-207

Banfield, S.: „The Early Renaissance: Mackenzie, Stanford and Smyth“, in: British Opera in Retrospect, (British Music Society) 1986, S. 63-68

Beecham, Thomas: „Dame Ethel Smyth (1858–1944)“, in: The Musical Times (1958), S. 363–365

Bernstein, Jane A.: „’Shout, Shout, Up with your Song!’ Dame Ethel Smyth and the Changing Role of the British Woman Composer“, in: Jane Bowers und Judith Tick (Hg.): Women Making Music: the Western Art Tradition, 1150–1950, Urbana 1986, S. 304–324

Boughton, Rutland: „Dr. Ethel Smyth“, in: Music Bulletin V (Febr. 1923), S. 40-43

Brohm, Michaela: Die Komponistin Ethel Smyth (1858-1944): Ursachen von Anerkennung und Mißerfolg: eine Untersuchung zum Spannungsfeld zwischen biographisch-psychosozialen, werkimmanenten und historischen Faktoren, Mikrofiche (Diss. Universität Karlsruhe 2000)

Brohm, Michaela: Leben und Werk der Musikdramatikerin Ethel Smyth, Hausarbeit, Essen 1986 (Quelle: Archiv Frau & Musik, Frankfurt/M.)

Collis, Louise: Impetuous Heart. The Story of Ethel Smyth, London 1984

Copley, Edith A.: A Survey of the Choral Works of Dame Ethel Mary Smyth with an Analysis of the Mass in D (1891), D.M.A., University of Cincinnati 1990

Crichton, Ronald (Hg.): The Memoirs of Ethel Smyth, Harmondsworth 1987

Dale, Kathleen: „Dame Ethel Smyth“, in: Music and Letters 25 (1944), S. 191-194

Dale, Kathleen: „Ethel Smyth's Prentice Work“, in: Music and Letters 30 (1949), S. 329-336

Escal, Françoise, und Rousseau-Dujardin, Jacqueline: Musique et Différence des Sexes, Paris/Montreal 1999 (= Collection „Logigues Sociales“, hg. von Bruno Péquignot) (darin: Ethel Smyth)

Foss, H.: „Fete galante“, in: The Musical Times (1923), S. 468-470

Gates, Eugene Murray: „Damned if You do and Damned if You don´t. Sexual Aesthetics and the Music of Dame Ethel Smyth“, in: The Journal of Aesthetic Education (1997), S. 63-71

Grew, S.: Our Favourite Musicians: from Stanford to Holbrooke, Edinburgh/London 1922, S. 87–108

Hancock, Virginia: „Encounters: Ethel Smyth“, in: Newsletter (1989), S. 9-10 und (1990), S. 6-8

Höher, Dagmar: „Ethel Smyth. Biographische Notiz, Werkverzeichnis und Literatur“, in: Komponistinnen in Berlin, hg. von Bettina Brand, Martina Helmig u.a., Berlin: Musikfrauen e.V. 1987, S. 205-217

Holbrooke, J.: Contemporary British Composers, London 1925, S. 293–303

Humphreys, Garry: The early operas of Dame Ethel Smyth. Seminar given at the British Music Information Centre on May 19th, 1984

Hyde, D.: „Ethel Smyth (1858-1944): a Reappraisal“, in: New-Found Voices: Women in Nineteenth-Century English Music, hg. von Derek Hyde, Liskeard 1984, S. 138-165

Kertsz, Elisabeth: „Gender and beyond: Talking about the critical reception of Ethel Smyth“, in: Stefan Fragner, Jan Hemming und Beate Kutschke (Hg.): Gender Studies & Musik. Geschlechterrollen und ihre Bedeutung für die Musikwissenschaft, Regensburg 1998, S. 65-74

Kühmichel, Petra: Dr. Dame Ethel Smyth - Leben und Werk, Referat 1995 (Quelle: Archiv Frau & Musik, Frankfurt/M.)

Lühker, Susanne: Ethel Smyth. Leben und Werk, Hausarbeit, Osnabrück 1987 (Quelle: Archiv Frau & Musik, Frankfurt/M.)

McNaught, W.: „Dame Ethel Smyth“, in: The Musical Times (1944), S. 207–212

Neuls-Bates, Carol (Hg.): „Ethel Smyth“, in: Women in Music. An Anthology of Source Readings from the Middle Ages to the Present, New York 1982

Oster, Martina: Weibliche Lebenszusammenhänge in der Musik (Schwerpunkt: 19. Jahrhundert). Reader zu Vorlesungen an der Ghk Kassel WS 1990/91 (darin: „Ethel Smyth, eine feministische, lesbische Komponistin der Romantik“) (Quelle: Archiv Frau & Musik, Frankfurt/M.)

Pendle, Karin (Hg.): Woman and Music: A History, Indianapolis 1991 (darin: Ethel Smyth)

Pugh, Aelwyn: Women in Music, Cambridge 1991 (darin: Ethel Smyth)

Raitt, Suzanne: „The Singers of Sargent: Mabel Batten, Elsie Swinton, Ethel Smyth“, in: Women: a Cultural Review 3 (1992), S. 23-29

Raitt, Suzanne: „‘The Tide of Ethel‘: Femininity as Narrative in the Friendship of Ethel Smyth and Virginia Woolf“, in: Critical Quarterly (1988), S. 3-21.

Rieger, Eva: „Ethel Smyth“, in: Troubadoura (1980), S. 16-17

Robertson, Ruth: The „Immoral“ Woman as Social Conscience: Autobiographical Dimensions of Thirza`s Role in Ethel Smyth`s Opera The Wreckers. DMA Doc, University of Kansas, 1995

Roster, Danielle: „Ethel Smyth“, in: dies.: Allein mit meiner Musik. Komponistinnen in der Europäischen Musikgeschichte vom Mittelalter bis ins frühe 20. Jahrhundert, Luxemburg 1995

Salomon, Eva Maria: Die Messe in D von Ethel Smyth. Ein wenig bekanntes Beispiel in der Gattungstradition des 19. Jahrhunderts. Staatsexamensarbeit an der Musikhochschule Lübeck, 1991

Saremba, Meinhard: „Rebellion der Töchter: Ethel Smyth (1858-1944)“, in: ders.: Elgar, Britten & Co. Eine Geschichte der britischen Musik in zwölf Portraits, Zürich/St. Gallen 1994, S. 123-149

St. John, Christopher Marie (Hg.): Ethel Smyth: A biography. London/New York/Toronto 1959

Weck, Ursula: „Neue Töne in Eden. Ethel Smyth - eine vergessene Komponistin“, in: TAZ (17.5.1988)

Weck, Ursula: Zur Musik der englischen Komponistin Ethel Smyth auf dem gesellschaftlichen Hintergrund der Jahrhundertwende, Hausarbeit, Bremen 1991 (Quelle: Archiv Frau & Musik, Frankfurt/M.)

Weissweiler, Eva: „Der geschlechtslose Charme der Musik“, in: FAZ (18.8.1984)

Weissweiler, Eva: „Ethel Smyth. Eine englische Musikdramatikerin an der Wende“, in: dies.: Komponistinnen vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Eine Kultur- und Wirkungsgeschichte in Biographien und Werkbeispielen, München 1999, S. 305-331 (überarbeitete Neuausgabe des Bandes Komponistinnen aus 500 Jahren, 1981)

Wood, Elizabeth: „Gender and Genre in Ethel Smyth's Operas“, in: The Musical Woman: an International Perspective, Bd. 2, hg. von Judith Lang Zaimont u. a., Westport 1987, S. 491–507

Wood, Elizabeth: „Lesbian Fugue: Ethel Smyth’s Contrapuntal Arts“, in: Ruth A. Solie (Hg.): Musicology and Difference. Gender and Sexuality in Music Scholarship. Berkeley/Los Angeles/London 1993, S. 164-183

Wood, Elizabeth: „Performing Rights: a Sonography of Women's Suffrage“, in: The Musical Quarterly (1995), S, 606–643

Wood, Elizabeth: „Sapphonics“, in: Queering the Pitch: the New Gay and Lesbian Musicology, hg. von P. Brett, E. Wood and G.C. Thomas, London 1994, S. 27–66

Wood, Elizabeth: „The Lesbian in the Opera: Desire Unmasked in Smyth's Fantasio and Fête galante“, in: En travesti: Women, Gender Subversion, Opera, hg. von Corinne E. Blackmer und P Patricia J. Smith, New York 1995, S. 285–305

Wood, Elizabeth: „Women, Music, and Ethel Smyth: A Pathway in the Politics of Music“, in: The Massachusetts Review (1983), S. 125-139

Zech, Christina: „Komponieren Frauen anders? Überlegungen zu einer weiblichen Ästhetik bei Clara Schumann und Ethel Smyth“, in: Das Orchester 6 (1995), S. 19-24

e) Diskografie (chronologisch)

Ethel Smyth. Mass in D (The Plymouth Festival Chorus and Orchestra, Eiddwen Harry/Sopran, Janis Hardy/Alt, Dan Dressen/Tenor, James Bohn/Bass, Leitung: Philip Brinelle) Virgin Classics Ltd. [darin: Messe in D-Dur, Mrs. Water’s Aria, The March of the Women]

Historical Anthology of Music by Women (Butler University Chorale, Leitung: Michael Shasberger), Indiana University Press, MC [darin: aus The Wreckers, Szene aus dem 1. Akt, Tallan, Harvey und Chor]

The Feminine Touch. Anne Marsden Thomas plays the Organ of St. Giles Cripplegate, Lammas Records, MC [darin: Short Chorale Preludes]

Melomania. String Quartets by women composers (Fanny Mendelssohn Quartet), Troubadisc 1987-1994 [darin Werke von Fanny Mendelssohn, Ethel Smyth (Streichquartett e-moll, 4. Satz), Germaine Tailleferre, Elisabeth Luytens, Grazyna Bacewicz, Violeta Dinescu, Gloria Coates]

Ethel Smyth: Kammermusik & Lieder Vol. 1 & 2 (Céline Dutilly/Klavier, Renate Eggebrecht/Violine, Friedemann Kupsa/Violoncello, Fanny Mendelssohn Quartett) Troubadisc 1990 [darin: Sonate für Violine und Klavier op. 7, Sonate für Cello und Klavier op. 5, Streichquartett e-moll, Streichquintett op. 1]

Ethel Smyth: Kammermusik & Lieder Vol. 3 (Melinda Paulsen/Mezzosopran, Renate Eggebrecht-Kupsa, Franz Draxinger/Horn, Céline Dutilly, Angela Gassenhuber/Klavier, Kammerensemble Schmeller) Troubadisc 1992 [darin: 4 Lieder für Mezzosopran und Kammerensemble, 3 Lieder für Mezzosopran und Klavier, Doppelkonzert arr. für Violine, Horn und Klavier]

In Praise of a Woman (Anthony Rolfe Johnson/Tenor, Graham Johnson/Klavier), Hyperion 1993 [darin Lieder von Caroline Norton, Virginia Gabriel, Annie Fortescue Harrison, Maude Valerie White, Teresa del Riego, Liza Lehmann, Amy Woodforde-Finden, Ethel Smyth (Possession), Rebecca Clarke, Elizabeth Poston, Elisabeth Lutyens, Elizabeth Maconchy, Madeleine Dring, Phillys Tate, Miss LH of Liverpool]

Ethel Smyth: Klaviertrio in d (Chagall Trio), Meridian 1994 [darin auch: Violinsonate op. 7 und Cellosonate op. 5]

Ethel Smyth: The Wreckers (Anne-Marie Owens, Justin La Vender, Peter Sidhom, David Wilson-Johnson, Judith Howarth, Anthony Roden u. a., Huddersfield Choral Society, BBC Philharmonic, Leitung: Odaline de la Martinez) Confer Records 1994

Ethel Smyth: Complete Piano Works (Liana Serbescu/Klavier), cpo 1995

Horn Concertos/Hornkonzerte (Marie Luise Neunecker/Horn, Saschko Gawriloff/Violine, Radio-Philharmonie Hannover des NDR, Leitung: Uri Mayer), Koch Classics 1995 [darin: Konzert für Violine, Horn und Orchester]

Ethel Smyth: Concerto for Violin, Horn & Orchestra, Serenade (Sophie Langdon/Violine, Richard Watkins/Horn, BBC Philharmonic, Leitung: Odaline de la Martinez), Chandos Records 1996

Ethel Smyth: String Quartet, String Qintet (Mannheimer Streichquartett, Joachim Griesheimer/2. Violoncello), cpo1996

Frauensaiten. Die weibliche Seite der Musik (div. Interpreten) EMI 1996 [darin: The March of the Women, Benedictus aus der Messe D-dur]

Ethel Smyth: Kammermusik & Lieder Vol. 4 (Maarten Koningsberger/Bariton, Kelvin Grout/Klavier, Friedemann Kupsa/Violoncello, Anna Silova/Klavier) Troubadisc 1997 [darin: Lieder op. 4 für Bariton und Klavier, Lieder und Balladen op. 3 für Bariton und Klavier, 3 Moods of the Sea für Bariton und Klavier, Sonate für Cello und Klavier in c]

Ethel Smyth: Mass in D (Philharmonia Chor Stuttgart, Württembergische Philharmonie Reutlingen, Leitung: Helmut Wolf) autide/Schallplatten 1997

British Composers - Ethel Smyth (Eiddwen Harrhy/Sopran, Janis Hardy/Alt, Dan Dressen/Tenor, James Bohn/Bass, Chorus of the Plymouth Music Series, Orchestra of the Plymouth Music Series, Leitung: Philip Brunelle) EMI 2000 [darin: Mass in D, Ausschnitte aus The Boatswain’s Mate, The March of the Women]

f) Rundfunk

Kiupel, Birgit: „...daß eine Frau das geschrieben hat!" Ein Porträt der englischen Komponistin Ethel Smyth, NDR3, Musik-Report 15.11.1989 , Regie: Gerhard Lippert (Manuskript im Archiv Frau & Musik, Frankfurt/M.)

Ruhbaum, Heidi: Zarte Frühwerke einer außergewöhnlichen Frau. Die Komponistin Ethel Mary Smyth vorgestellt von Heidi Ruhbaum (Liana Serbescu/Klavier), BR 2 (Mitschnitt im Archiv Frau & Musik, Frankfurt/M.)

The March of the Women, 3 Songs für Mezzosopran und Klavier, Streichquintett E-dur op. 1 (Eiddwen Harrhy/Sopran, Plymouth Festival Chorus and Orchestra, Melinda Paulsen/Mezzosopran, Angela Gassenhuber/Klavier, Fanny Mendelssohn Quartett), S2 (Mitschnitt im Archiv Frau & Musik, Frankfurt/M.)

Schmerda, Susanne: Ethel Smyth. „Sie brannte ununterbrochen, ob sie komponierte, ob sie schrieb.“ Ein Porträt von Susanne Schmerda, BR 4 (Mitschnitt im Archiv Frau & Musik, Frankfurt/M.)

Weck, Ursula: Neue Töne in Eden. Ethel Smyth eine vergessene Komponistin - wiederentdeckt und vorgestellt von Ursula Weck, Sender Freies Berlin, 30.5.1986 (Manuskript im Archiv Frau & Musik, Frankfurt/M.), Druckfassung s. Sekundärliteratur (d)

g) Sonstiges

Ethel Smyth wird u.a. in folgenden autobiografischen Schriften (Erinnerungen und Tagebüchern) von ZeitgenossInnen erwähnt:

Bahr-Mildenburg, Anna: Erinnerungen, Wien 1921

Baring, Maurice: The Puppet Show of Memory, London 1922

Beecham, Thomas: A Mingled Chime, London 1979

Benson, E. F.: Mother, London 1925

Henschel, George: Musings and Memories of a Musician, London 1918

Neilson, Francis: My Life in Two Worlds, Wisconsin 1952

Pankhurst, Christabel: Unshackled, London 1959

Pankhurst, Emmeline: My Own Story, 1914 (dt. Ausgabe: Ein Leben für die Rechte der Frauen, Göttingen 1996)

Pankhurst, Sylvia: The Suffragette Movement, London 1977

Somerville, E., und Ross, Martin: Happy Days, London 1946

Walter, Bruno: Theme and Variations, London 1947 (dt. Ausgabe: Thema und Variationen, Frankfurt/M. 1988)

Wood, Henry: My Life of Music, London 1938

Woolf, Virginia: Tagebücher

h) Links

http://www.ibiblio.org/cheryb/women/dame-ethel.html (Stand: 7.4.2004)
Biografie

http://www.skyblueproductions.com/intouch/ethelsmyth.html (Stand: 7.4.2004)
Werkverzeichnis

http://utopia.knoware.nl/~jsmeets/cgi-bin/ccd.cgi?comp=smyth (Stand: 7.4.2004)
Biografie

http://www.spartacus.schoolnet.co.uk/Jsmythe.htm (Stand: 7.4.2004)
Biografie

http://www.rowfant.demon.co.uk/ethelsmyth.htm (Stand: 7.4.2004)
Ethel Smyth und Mrs. Pankhurst

http://www.karadar.it/Worterbuch/smyth.html (Stand: 7.4.2004)
Biografie
nach oben

Forschung

Der Verbleib des Nachlasses von Ethel Smyth ist unbekannt. Teile der umfangreichen Korrespondenz liegen heute (weitestgehend unaufgearbeitet) in v. a. britischen und us-amerikanischen Archiven (s. unter 18. Fundorte). Zahlreiche der Musikautografe liegen, nach Aussage von Jory Bennett, in der British Library, London (Department of Manuscripts). Im British Music Information Centre und dem National Sound Archive befinden sich Tonaufnahmen.
Unaufgearbeitet ist das umfangreiche schriftstellerische und publizistische Werk von Ethel Smyth: Sie schrieb, zunächst nach der Jahrhundertwende, eine Reihe von Artikeln u. a. für „London Mercury“, „Blackwood’s, English Review“ und „Weekly Dispatch“. Später nahm sie einige dieser Artikel in ihre Buchpublikationen auf. Zu ihrem schriftstellerischen Œuvre, das ihr zuweilen größere öffentliche Aufmerksamkeit einbrachte als ihre Kompositionen, gehören autobiografische Schriften aber auch Essays und Texte zu (frauen)politischen, gesellschaftlichen, ästhetischen und natürlich musikalischen Themen.
Interessant und wenig erforscht ist in diesem Zusammen Ethel Smyths Kontakt zu zeitgenössischen Schriftstellerinnen und Schriftstellern, darunter Virginia Woolf und George Bernard Shaw.
Auch die Rezeption von Ethel Smyth kompositorischen Werken ist bislang kaum erforscht. Dabei kann man gerade in ihrem Fall von einer breiten Rezeption ausgehen: Sie brachte - neben zahlreichen anderen Werken - alle ihre Opern zur Uraufführung mit anschließenden Folgeaufführungen.

Fundorte und Kontakte

Manuscript Departement des British Museum London
BBC Written Archives Centre
King’s College Library, Cambridge
Queen’s University, Belfast
British Library, London
Durham, University Library
Walter Clinton Jackson Library, University of North Carolina, Greensboro
Berg Collection, New York Public Library
Humanities Research Center, Austin, Texas
Autor/innen:
Melanie Unseld, Die Grundseite wurde im Februar 2002 verfasst und im Mai 2004 überarbeitet.

Bearbeitungsstand:
Redaktion: Sophie Fetthauer
Zuerst eingegeben am 26.05.2004.
Zuletzt aktualisiert am 26.05.2004.