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Annette Schmucki

* 15. Juni 1968 in Zürich.



„Das Wort trotzdem ist mir lieb und wichtig, Widerstand als Antrieb zu arbeiten, sowohl ganz persönlich, begründet in meiner eigenen Geschichte, als auch gesellschaftlich, politisch.“

(Aus: „10x 1’ - Wozu noch Musik“. Sprachperformance, aufgeführt im Rahmen der Tage für Neue Musik Zürich, 1998, veröffentlicht auf der auf der Websitewww.blablabor.ch)
Tätigkeitsfelder
Komponistin, Sprachforscherin

Orte und Länder
Annette Schmucki ist vor allem im deutschen Sprachraum aktiv. Sie erhielt Stipendien und ist mit ihren Werken auf internationalen Musikfestivals in New York, Mailand oder Lyon vertreten.

Profil
Zentral für Annette Schmucki ist die Beschäftigung mit Sprache. Ihr geht es weniger um die Bedeutung von Wörtern als vielmehr um ihre Klanglichkeit, um das bewusste Zurückdrängen des semantischen Potenzials. Der „Sinn“ von Wörtern wird nicht durch bloße Destruktion, etwa einer Wort-Zerstückelung, unterwandert, sondern zum einen durch die Isolation einzelner, oft auch entlegener Wörter in so genannten „Wortlisten“, in denen klangähnliche Wörter sehr unterschiedlicher Bedeutung aneinander gereiht sind. Zum anderen spielen Loops, also die Wiederholung einzelner Wörter, Silben oder Phoneme, eine Rolle. Hinter Schmuckis Ästhetik steckt eine durchaus politische Stoßrichtung: „Ich schreibe keine tonale Musik, weil es da bestimmte Hierarchien, Systeme und Übereinkünfte gab, die eine Art von scheinbarem Verständnis erzeugt haben: Alle glauben, sie wüssten, worum es geht. Mit der Sprache ist es das Gleiche. In diesem Sinne lehne ich es ab, die Sprache als gegeben zu nehmen und zu verstehen. Es geht mir dagegen um ein neues Entdecken oder“ – wie Schmucki mit Bezug auf Helmut Lachenmann sagt – um „Schönheit als Verweigerung von Gewohnheit“. (Vgl. Rebhahn 2010, S. 3 f.)

Biografie

Annette Schmucki wurde am 15. Juni 1968 in Zürich geboren. Als Kind eines Lehrers und einer Modehändlerin beschäftigte sie sich bereits früh ausgiebig mit Kunst. Gegenüber der bildenden Kunst und der Literatur stand die Musik vorerst im Hintergrund. Schmucki schrieb früh eigene Lieder, und hat „davon geträumt, Rockstar zu sein“ (vgl. Gallio 2011). Schon als die Teenagerin in einer Punkband als E-Gitarristin spielte, zeichnete sich ab, dass sie Komponistin werden wollte. In Winterthur studierte sie in den Jahren 1989 bis 1993 Gitarre, nahm aber gleichzeitig Unterricht beim Komponisten Cornelius Schwehr, der in Winterthur dort Komposition und Tonsatz unterrichtete. Schwehr brachte Schmucki nicht nur ein präzises Klang- und Strukturdenken näher, sondern auch das kompositorische Handwerk und zugleich eine politisch-ästhetische Haltung, die bestimmend bleiben sollte.
Angeregt durch Cornelius Schwehr begab sich Schmucki von 1994 bis 1997 an die Freiburger Musikhochschule zum Aufbaustudium Komposition bei Mathias Spahlinger, Schmucki zufolge die „einzige Möglichkeit“ nach Schwehr. Nach ihrer Ausbildung und weiteren Kompositionskursen unter anderem bei Heinz Holliger, Michael Jarrel und Roland Moser gelang Schmucki schnell der Anschluss an die avancierte Kompositionsszene. Vor dem Jahrtausendwechsel kamen ihre Werke vorwiegend in ihrem Heimatland, der Schweiz, zur Aufführung. Doch schon mit „die sprunghafte erweiterung des wortschatzes“ für Sprechstimme, Posaune, Akkordeon und Schlagzeug (2000/2001), 2001 uraufgeführt im Rahmen der Wittener Tage für Neue Kammermusik, wurde Schmucki eine international gefragte Komponistin. Renommierte Interpreten (Neue Vokalsolisten Stuttgart, Ensemble Recherche, Ensemble Contrechamps) setzten ihre Werke auf ihre Spielpläne, Einladungen zu internationalen Festivals (Wien Modern, Lucerne Festival) folgten.
2000 gründete Annette Schmucki mit dem Audiokünstler Reto Friedmann das Kollektiv „blablabor“. Mit Friedmann arbeitet sie unter ähnlichen ästhetischen Prämissen wie in ihrer Kompositionspraxis. Im Rahmen von Hörspielen und Radioperformances begreifen beide Sprache als Musik: „Ziel der blablaborschen Untersuchungen ist das Beweglich-Machen, in-Schwung-Bringen der bedeutungsschweren Sprachbrocken in Richtung zentrifugale Klangvielheit. Dies ermöglicht das Erhaschen eines lauschenden Blicks auf den unbekleideten Sprachzustand hinter allen Sprachkulissen, jenseits des Behauptens von Eindeutigkeit.“ (Vgl.www.blablabor.ch). Seit 2012 pflegt Schmucki mit der Pianistin und Klangkünstlerin Petra Ronner das Projekt „Band“. Beide Frauen agieren mit den gleichen kleinen Samplern. Im Zentrum steht das Musizieren mit aufgenommenen Sprachfetzen und Klängen. Übersetzungen aus Sprache, unterschiedlich gespielte Almglocken in engem Ambitus kommen vor oder auch Field Recordings und Klavierklänge in der ganzen Bandbreite kommen vor.
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Würdigung

Durchsetzt mit Spuren des Surrealismus sowie der konkreten Poesie gelingt Schmucki eine außergewöhnliche, im Rahmen zeitgenössischer Musik singuläre Durchdringung von Musik und Wort, von abstrakt musikalischer Begriffslosigkeit einerseits und als eindeutig empfundener Begrifflichkeit andererseits. Schon in den frühen 1990er Jahren war das Wort Ausgangspunkt sowohl für vokale als auch für instrumentale Werke. Schmucki ging es schon damals nicht um ein semantisches Potenzial des Sprachlichen, sondern um die Zurückdrängung konkreter Bedeutungen: „Ich stelle mir eher vor, dass anhand von Sprache Sprache dargestellt ist, und nicht etwas anderes. Also nicht: ‚Oh, diese schöne Frühlingslandschaft’, sondern: Sprache, Sprache, Sprache. Natürlich bleibt es immer ein Schwanken zwischen diesem ‚unbekleideten Sprachzustand’ und der Bedeutung, dass Sprache nur für etwas anderes steht. Das gefällt mir sehr, dieses Hin- und Herpendeln.“ (Vgl. Rebhahn 2010, S. 3)
Boten Begriffe bereits in der frühen Schaffensphase Grundlagen für Strukturen oder Impulse für instrumentale Dramaturgien, so arbeitete Schmucki Mitte der 1990er Jahre ihren Ansatz zu dem aus, was sie bis heute als „Spracharbeit“ bezeichnet. Oft wenig gebräuchliche, teils aus Wörterbüchern entnommene Begriffe analysiert Schmucki mit dem Computer und erhält auf diesem Weg diastematische und rhythmische Strukturen. Spektralanalysen kommen dabei ebenso zur Geltung wie dynamische Analysen gesprochener Wörter. Eine weitere Strategie der Komposition mit Wörtern besteht in der Generierung instrumentaler „Geflechte“ (Schmucki). Eine Wortsilbe kann zum Beispiel einem Sechzehntel entsprechen und somit gewissermaßen zu einer Engführung von Wort und Ton führen.
Annette Schmuckis Kompositionen beziehen ihre Spannung im Wesentlichen aus dem Wort-Ton-Verhältnis. Michael Kunkel beschreibt ein grundsätzliches Charakteristikum von Schmuckis – durchaus im experimentellen Sinne von ihr als Forschung begriffene – Ästhetik so: „Über Annette Schmuckis Musik Aussagen zu machen, ist sehr leicht und gleichzeitig ungeheuer schwer. Es gehört zu den charakteristischen Eigenschaften ihrer Musik, dass sie auf relativ einfachen, objektiv nachvollziehbaren Ordnungen basiert, innerhalb derer sie mit Vorliebe mit elementaren, ‚roh’ scheinenden Materialien umgeht; diese scheinbare musikalische Klarheit steht allerdings im krassen Gegensatz zum Rätselcharakter des Ganzen.“ (Vgl. Kunkel 2009, S. 28)
Schreibt Annette Schmucki rein instrumentale Werke, so ist eine Tendenz zur Kargheit, durchaus auch zu einer gewissen Sprödigkeit auffallend. Verwandt mit Kompositionsverfahren der französischen Musique concrète, in der unter anderem Pierre Schaeffer Wiederholungen nutzte, um sich vom Verweischarakter seiner Alltagsmaterialien zu emanzipieren, spielt das Loop-Verfahren auch bei Schmucki eine große Rolle. In „wörter. erschöpft.“ für zwei Klaviere und zwei Schlagzeuge sind Repetitionen konzeptbedingt, indem „Erschöpfung“ auch die sukzessiv zunehmende Statik, den Stillstand der Musik infolge quasi leer gepressten musikalischen Materials bezeichnet. Die perkussive Karg-, ja Schroffheit von „wörter. erschöpft.“ spiegelt sich auch in vielen anderen Werken, so zum Beispiel in „hagel und haut“, dem 2008 beendeten Cellokonzert, das für das Zürcher Ensemble Collegium Novum entstand (vgl. die Entstehung des Konzerts im Film von Urs Graf, 2010).
Schmucki erwähnt ihre Bewunderung für Hanns Eislers politische Musik (vgl. Schmucki 1998). Von Eisler entlehnt die Schweizer Komponistin den Begriff des „Entgipsens“: Sowohl die intendierte Aufhebung von herkömmlichen Sprachbedeutungen wird damit in Zusammenhang gebracht als auch die immanent musikalische Konzentration auf Wesentliches, durchaus auch auf rohe Materialien. „und durch. Figuren. unter ruhe/punkten“ für Trommel solo (2004) besteht aus einem immer wieder kehrenden Beat von kargen, trockenen Trommelschlägen, die durchsetzt sind mit vom Schlagzeuger gesprochenen Begriffen. Wenn es heißt „durch und durch“, „durch Furcht“, „fruchten“ und „fuchteln“, wird eine Reihung nach sprachlichen Ähnlichkeiten deutlich.
„und durch. Figuren. unter ruhe/punkten“ ist Teil der Oper „arbeiten/verlieren. die mündung“ (2003-2005). Auf einen durchgehenden Handlungsstrang verzichtend, treibt Schmucki ihre „Spracharbeit“ ins Extrem. Das auf eine durchgehende Handlung verzichtende „Libretto“ hat Schmucki selbst in Form von Wortlisten verfasst, das heißt, Ansammlungen isolierter Wörter, die sie Büchern zum Thema Oper entnommen hat. Sortiert hat sie ihre Listen nach bestimmten Vokaleigenschaften: Es gibt ein A-, ein I- und ein E-Libretto, das sie als vokales aber zugleich auch als instrumentales Ausgangsmaterial benutzt.
Das sehr reduzierte Bühnengeschehen wird zum Schauplatz eines vergrößerten Mundraums. Dort, wo der Mensch die Vokale im Mund produziert, verortet Schmucki die Musiker, die zugleich mit wenigen Bewegungen als Schauspieler fungieren. Im Bühnenhintergrund spielt das so genannte A-Libretto, also adäquat zur Produktion des Vokals a im hinteren Rachenraum. Das I-Libretto verlagert sie wiederum auf den vorderen Teil der Bühne, während in der Mitte das U-Libretto vorgetragen wird.
Ihre Worterkundungen führen sie oft zur interdisziplinären Arbeit, die sie unter anderem pflegt im – mit Reto Friedmann 2000 gegründeten – blablabor. Im Bereich von Medienkunst entstehen Stücke in Eigenregie, die zwischen Musik, Hörspiel, Soundscape und akustischer Kunst angesiedelt sind. Da Schmucki ihre Arbeit vor allem auch als künstlerische Forschung begreift, bietet ihr das blablabor größeren Experimentierfreiraum als der traditionelle Konzertsaal.
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Rezeption

Annette Schmucki erhielt zahlreiche Preise. Ihre Werke werden von namhaften Ensembles (unter anderem Ensemble Recherche, Ascolta, Neue Vokalsolisten Stuttgart, Collegium Novum Zürich) und auf internationalen Festivals (unter anderem Wittener Tage für Neue Kammermusik, Wien Modern) gespielt. 2005 kam ihre Oper „Ropes“ in der Berliner Staatsoper zur Uraufführung. 2010 erfolgte die Premiere des Films „hagel und haut“, 2012/13 war Schmucki Stipendiatin der Villa Concordia in Bamberg.
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Werkverzeichnis

Alle Kompositionen werden im Eigenverlag vertrieben.

A. Vokalmusik

1. Oper / Musiktheater


„ropes“. Kurzoper auf ein Libretto von Jonathan Safran Foer (2004–2005). Uraufführung: Berlin 2005.

„arbeiten/verlieren – die mündung“. Oper für Stimme und Schlagzeug (2003–2005). Uraufführung: Luzern, 2006. Dauer: 18 Minuten.


2. A Cappella

„am fenster zwei“ für elf Stimmen (1996). Uraufführung: Zürich, 1997. Dauer: 12 Minuten.

„knicken; dreiundvierzig scharniere zur beweglichen befestigung des unbekleideten
sprachzustands“ für fünf Frauenstimmen (1999). Uraufführung: Zürich, 1999. Dauer: 22 Minuten.

„träumen/bergen. 17 reusen“. Stück für sechs Stimmen (2006/2007). Uraufführung: Stuttgart, 2007. Dauer: 28 Minuten.


3. Stimme solo

„fünfstimmig hüpfende“ für Stimme (2004–2005). Uraufführung: Kreuzlingen, 2005. Dauer: 12 Minuten.

„durst und frucht. wörter vollenden. jacob und wilhelm grimm“. Duett für eine Sprechstimme, ca. 60 Minuten.


4. Stimmen mit Instrumenten

„kaspar ist tot“ für hohe Frauenstimme, A-Klarinette, Streichtrio und Tonband (1993-1994). Uraufführung: Aarau, 1994. Dauer: 18 Minuten.

„am fenster“ für eine Sängerin (hohe Lage/Sprechstimme) und Akkordeon (1996). Uraufführung: Biel, 1996. Dauer: 12 Minuten.

„ohne hemmung, unter reibung, mit sprengung und flattern“ für Klavier, Violoncello, Oboe und Stimme (1998). Uraufführung: Baden, 1999. Dauer: 18 Minuten.

„mein lied“ für Violine und Stimme (1999). Uraufführung: Zürich, 2002. Dauer: 4 Minuten.

„die sprunghafte erweiterung des wortschatzes“ für Sprechstimme, Posaune, Akkordeon und Schlagzeug (2000–2001). Uraufführung: Witten, 2001. Dauer: 18 Minuten.

„liebeslieder“ für präparierten Flügel und Sprechstimme (aus: „zwanzig vokale. für pierrette“) (2001)

„hunderte verschieben das vollbad“ für Video, Sprechstimme, Violine, Bandoneon und Schlagzeug (Bild-/Tonprojekt zusammen mit Sandra Boeschenstein) (2001/2002). Uraufführung: Zürich, 2002. Dauer: 25 Minuten.

„achtzehn vokale (vocalisen 4)“ für Stimme, Blockflöte und Kontrabass (2002/2003). Uraufführung: Zürich, 2003. Dauer: 12 Minuten.

„konsonante (siebzehn vokale für pierre [vocalisen 5])“ für Piccoloflöte, Bassklarinette, Violine, Violoncello, Stimme und Schlagzeug (2002). Uraufführung: Wien, 2002. Dauer: 8 Minuten.

„arbeiten/verlieren – die stimmen“ für fünf Stimmen und sieben Instrumente (2003–2005). Uraufführung: Witten, 2006. Dauer: 18 Minuten.

„grauminus: quadrate, totems, listen, lieder“ für Sprechstimme, hohe Singstimme, Blockflöte, E-Gitarre und Klavier in variabler Besetzung (2010/2011). Uraufführung: Zürich, 2011. Dauer: Variabel.

„gemeinsam weitergehen / zum zwölften mal“. rühmstück für Sprechstimme und Klavier und/oder Sampler (2011). Uraufführung: Zürich, 2012. Dauer: 15 Minuten.

„wanderdüne“ für Sprechstimme, Singstimme, Schlagzeug, Kontrabass und Chor (2012). Uraufführung: Biel, 2013. Dauer: 10 Minuten.

„himmelsgarten“. Performance für Sprechstimme, 7 Glocken und Sampler (2012). Uraufführung: Bamberg, 2012. Dauer: 45 Minuten.

„vom stapel laufen“. Lieder für Schlagzeug und Stimme (2013). Uraufführung: Baden, 2013. Dauer: 20 Minuten.


B. Instrumentalmusik

1. Kammermusik (mit Elektronik)


„material“ für zwei Gitarren (1990).

„Die Ankunft“. Filmmusik für Streichtrio und Zuspielbänder (1991).

„stück“ für Violoncello und Klavier (1991–1992). Uraufführung: Zürich, 1992. Dauer: 10 Minuten.

„gitter“ für große Trommel und kleine Trommel mit Bassdrum (1993). Uraufführung: Zürich, 1999. Dauer: 6 Minuten.

„elfeinhalb möglichkeiten“ für Posaune und Tonband (1995). Uraufführung: Freiburg, 1998. Dauer: 12 Minuten.

„ziehen stossen schlagen“ für zwei Violinen, vier Violen und drei Violoncelli (1996). Uraufführung: Zürich, 1997. Dauer: 15 Minuten.

„körperkonsistenz. ausschnitt“ für Ensemble (1996/97). Uraufführung: Genf, 1997. Dauer: variabel.

„widerstandsvermögen gegen formveränderung“ für Ensemble (1997). Uraufführung: Zürich, 1998. Dauer variabel.

„wörter, erschöpft“ für zwei Schlagzeuger und zwei Klaviere (1997–1998). Uraufführung: Zürich, 1999. Dauer: 20 Minuten.

„tatsache. eisschollen; der unzertrennliche anstoss abweichender labialität“ für drei Blockflöten (2000). Uraufführung: Zürich, 2000. Dauer: 12 Minuten.

„mein zweites lied (elf vokale für b. [vocalisen 3])“ für Bariton, Tuba, E-Gitarre und Schlagzeug (2001–2003). Uraufführung: Kairo, 2003. Dauer: 15 Minuten.

„arbeiten/verlieren – die wörter“ für Trompete, Posaune, E-Gitarre, Violoncello, zwei Schlagzeuge und Klavier (2003–2004). Uraufführung: Genf, 2005. Dauer: 15 Minuten.

„hagel und haut“. Stück für zwei Violoncelli und großes Ensemble (2007/2008). Uraufführung: Zürich, 2008. Dauer: 22 Minuten.

„treize. usine des rêves“ für vier Gitarren (2009). Uraufführung: Bévilard, 2010. Dauer: 5 Minuten.

„73 paare“ für Flöte und Klarinette (2009/2010). Uraufführung: Luzern, 2010. Dauer: 10 Minuten.

„sand, schlamm, schnee“ für Ensemble in variabler Besetzung (2013). Uraufführung: Chiasso, 2013. Dauer: 1-100 Minuten.


2. Solostücke

„vocalisen 1 (zwanzig vokale. für pierrette)“ für präparierten Flügel (2001/02). Uraufführung: Wartegg, 2001. Dauer: 6 Minuten.

„vocalisen 2 (dreiundzwanzig vokale für christoph)“ für Marimba (2001–2002). Uraufführung: Zürich, 2001. Dauer: 10 Minuten.

„und durch. figuren. unter ruhe/punkten“ für Trommel (2004). Uraufführung: Baden, 2004. Dauer: 5 Minuten.

„39 stufenlos gelichtet (es ist auch nicht im holz)“ für eine Sopranblockflöte (2004). Zürich, 2005. Dauer: 8 Minuten.


C. Hörstücke / Klanginstallationen

„ungefähre“. Hörstück in Zusammenarbeit mit Reto Friedmann und Udo Israel (2001/2002). Uraufführung: Bodensee, 2002. Dauer: 41 Minuten.

„liedlied“. Hörstück in Zusammenarbeit mit Reto Friedmann (2003–2005).

„erzeugung von sprüngen“. Epische Lieder von blablabor; in Zusammenarbeit mit Reto Friedmann (2006).

„7,2 km/h“. Klanginstallation und Performance für die Halle Süd (2012). Uraufführung: Bad Tölz, 2012. Dauer: Variabel.

„hirsch hirn hornisse“ für Stimme, Schlagzeug, i-Pods, Radios (2007/2008). In Zusammenarbeit mit Reto Friedmann; eine Produktion von blablabor Zürich. Uraufführung Zürich, 2009. Dauer: 45 Minuten.

„land und zunge“. Hörstück in Zusammenarbeit mit Reto Friedmann; eine Produktion von blablabor Zürich (2007/2008)

„in sieben worten“. Hörstück in Zusammenarbeit mit Reto Friedmann; eine Produktion von blablabor Zürich (2013)


Neben ihrer kompositorischen Tätigkeit schreibt Annette Schmucki auch Texte.
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Quellen

A. Literatur über Annette Schmucki

1. Selbstzeugnisse und Filme


Graf, Urs. Porträtfilm Annette Schmucki: „Hagel und Haut“. 108 Minuten. Schweiz, Filmkollektiv Zürich AG, 2010 (= Dritter Teil der Reihe „Ins Unbekannte der Musik“)

Gallio, Christoph. Fragile Musik auf holprigen Wegen (Interviews mit Dieter Schnebel, Edu Haubensak und Annette Schmucki). In: Wochenzeitung. Nr. 48. 2011
im Internet abrufbar unter:www.woz.ch/1148/neue-musik/fragile-musik-auf-holprigen-wegen

Schmucki, Annette. Wozu noch Musik? Vortragsperformance vom Oktober 1998. Publiziert auf Websitewww.blablabor (unter Rubrik „Zu Annette Schmucki“)


2. Schriften und Radiosendungen über Annette Schmucki

Müller, Patrick. Sich selbst wahrnehmende Wahrnehmung. Zur Spracharbeit der Komponistin Annette Schmucki. In: Dissonance 59. 1999. S. 26-31

Heisch, Michael. Ich baue beim Komponieren Widerstände auf. In: „Live“ – Wochenendbeilage der Aargauer Zeitung 42. 2003. S. 5

Ehrler, Hanno. Porträt Annette Schmucki. Sendung DeutschlandRadio vom 24. Februar 2004.
Sendemanuskript als Download unter „Annette Schmucki“: http://www.hanno-ehrler.de/manuskripte/personen-s.html

Fatton, Andreas. „Gebrauchsspuren des Todes“. In: Dissonance 97. 2008. S. 36/37

Kunkel, Michael. Neu gesagte Geschichten des Tönens. Kompositorische Sprechakte von Michel Roth, Mischa Käser und Annette Schmucki, in: Claudia Emmenegger et al. (Hrsg.), Musik, Wahrnehmung, Sprache. Zürich: Chronos, 2008. S. 115-151

Kunkel, Michael. Schöne Münder. Grosse Ohren. Zu Annette Schmuckis Komposition „arbeiten/verlieren, die stimmen“. In: Dissonance 106. 2009. S. 28-31

Haffter, Christoph. Rezension Annette Schmucki: Musiques Suisses / Grammont Portrait MGB CTS-M 122. In: Dissonance 112. 2010. S. 91-92
im Internet abrufbar unter:www.dissonance.ch/de/archiv/artikel/126

Möller, Torsten. Wider das herkömmlich Bekömmliche – Annette Schmucki im Porträt. Sendung Bayerischer Rundfunk. 2010

Spohr, Mathias. Urs Graf: Ins Unbekannte der Musik. Ein Musikstück entsteht. Drei Filme: Urs Peter Schneider, Jürg Frey, Annette Schmucki. In: Dissonance 113. 2011. S. 92-94
im Internet abrufbar unter:www.dissonance.ch/de/archiv/artikel/178


B. Links

http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/zuercher_kultur/kein-wellness-gesaeusel-1.1358457
Ein Bericht in der Neuen Zürcher Zeitung von Thomas Schacher über die Uraufführung des Cellokonzerts „hagel und haut“. Publiziert am 5.12.2008.

http://vimeo.com/60376068
Bietet ein knapp 7-minütiges Portrait mit Musikeinblendungen und Interviewpassagen mit Schmucki in Zürich.

www.blablabor.ch
Die Website des mit Reto Friedmann gegründeten blablabor bietet viele Eindrücke sowohl von der Arbeit der künstlerischen Arbeit der Künstler als auch viele Texte über ihr Schaffen. Von Annette Schmucki gibt es viele Hintergrund-Informationen zu ihrem Leben, zu einigen Werken sowie zu ihrer künstlerischen Haltung.

www.dissonance.ch
Vom Schweizer Tonkünstlerverein herausgegeben, bietet die Zeitschrift Dissonance unter anderem ein umfangreiches Archiv, das auch Informationen zu Annette Schmucki liefert.

www.hanno-ehrler.de
Auf der Website des Musikpublizisten Hanno Ehrler ist unter anderem auch das Skript zur Sendung im DeutschlandRadio am 24. Februar 2004 veröffentlicht.

http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/zuercher_kultur/kein-wellness-gesaeusel-1.1358457 http://vimeo.com/60376068


C. Diskografie

Musiques Suisses, Grammont Portrait, MGB CTS-M 122, 2010
Enthält: „arbeiten/verlieren. die wörter“ für sieben Instrumente (2003/2004), „fünfstimmig hüpfende“ für Stimme Solo (2004/2005), „und durch. figuren. unter ruhe/punkten“ für Trommel Solo (2004), „arbeiten verlieren. die stimmen“ für fünf Stimmen und sieben Instrumente (2003-2005)

Musiques Suisses, Grammont Sélection 2 (Schweizer Uraufführungen 2008), MGB CTS-M 120, 2009
Enthält: „hagel und haut“ für Cello und Ensemble (2007-2008)
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Forschung

Die wissenschaftliche Aufarbeitung von Annette Schmuckis Schaffen steckt noch in den Anfängen. Besonders das Frühwerk ist bisher kaum Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen.
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Forschungsbedarf

Aufgrund dessen, dass Schmuckis Oeuvre vornehmlich aus journalistischer Perspektive betrachtet wurde, wären eingehendere Untersuchungen zur Kompositionstechnik wünschenswert. Eine besondere Berücksichtigung dessen, was Schmucki selbst als „Forschung“ bezeichnet, wäre wünschenswert. Dies würde auch einen Anschluss an die bisher kaum beleuchteten Tätigkeiten im blablabor mit sich bringen.
Autor/innen:
Torsten Möller

Bearbeitungsstand:
Redaktion: Regina Back
Zuerst eingegeben am 12.11.2013