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Auguste Sachse

Louise Auguste Sachse (geb.)

* 1827 in Weißenfels, Deutschland.
† 20. September 1847 in Leipzig, Deutschland.

Das genaue Geburtsdatum von Auguste Sachse ist bislang nicht bekannt.

„Eine musterhafte Schülerin der Anstalt.“

(Felix Mendelssohn Bartholdy 1847 über Auguste Sachse in deren Zeugnis des Leipziger Konservatoriums)
Tätigkeitsfelder
Pianistin, Klavierlehrerin


Orte und Länder
Auguste Sachse wurde in Weißenfels geboren und studierte von 1845 bis 1847 am Leipziger Konservatorium für Musik.

Profil
Die Pianistin Auguste Sachse studierte von 1845 bis 1847 am Leipziger Konservatorium für Musik und gehörte damit zu der ersten Generation von Musikerinnen und Musikern, die eine institutionalisierte Ausbildung in Deutschland absolvieren konnten.

Biografie

Auguste Sachse wurde 1827 in Weißenfels als Tochter eines dortigen Stadtmusikers geboren. Von Mai 1845 bis Ostern 1847 studierte Auguste Sachse – nach bestandener Aufnahmeprüfung – am Leipziger Konservatorium Klavier bei Ignaz Moscheles und Musiktheorie und Komposition bei Ernst Friedrich Richter. An Ostern 1846 wurde ihr zudem eine Institutsfreistelle verliehen, d. h. ihr wurde das Studiengeld erlassen.

Am 31. März 1847 erhielt Auguste Sachse ein Lehrerzeugnis des Leipziger Konservatoriums. Darin schrieb Ernst Friedrich Richter: „Frl. Sachse hat bei sehr glücklichen Anlagen, ausdauerndem Fleiße, regem Interesse sich schöne Kenntnisse erworben, u. ist in jeder Beziehung eine ausgezeichnete Schülerin gewesen.“ Ignaz Moscheles urteilte über ihr Klavierspiel: „Hat seit December d. J. bis zu den Osterferien 1847 an meinem Unterricht Theil genommen, u. hat mich durch ihr ernstes Kunststreben erfreut und befriedigt“, und Felix Mendelssohn Bartholdy, zu dieser Zeit Leiter des Konservatoriums, schrieb zusammenfassend: „Eine musterhafte Schülerin der Anstalt“. (vgl. Archiv der Hochschule für Musik und Theater Leipzig, Sign. A I. 1. Inskriptionsregister, A I. 2. Inskriptionen und A I. 3. Zeugnisse. Matrikelnummer 103: Louise Auguste Sachse). Bei der anschließenden Hauptprüfung des Konservatoriums spielte Auguste Sachse gemeinsam mit den Kommilitoninnen „Fräulein Berndt, Miss Flinn und Fräulein Auguste Remde“ Carl Czernys „Concertante für vier Pianoforte“ (vgl. „Allgemeine Musikalische Zeitung“ vom April 1847. Sp. 280).

Auguste Sachse starb bereits kurze Zeit nach Beendigung ihres Studiums, am 20. September 1847, in Leipzig an Typhus („Nervenfieber“; vgl. Archiv der Hochschule für Musik und Theater Leipzig, Sign. A I. 2. Inskriptionen, Matrikelnummer 103: Louise Auguste Sachse).
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Würdigung

Die zahlreich erschienenen Nachrufe in Fachzeitschriften auf ihren frühen Tod lassen vermuten, dass Auguste Sachse zu dieser Zeit bereits als Pianistin und Lehrerin bekannt und geschätzt war: Die „Allgemeine Musikalische Zeitung“ nannte sie „eine treffliche Klavierspielerin“ („Allgemeine Musikalische Zeitung“ vom Oktober 1847, Sp. 694) und die „Neue Zeitschrift für Musik“ schrieb: „Am 20sten September starb in Leipzig Frl. Auguste Sachse , früher Schülerin unseres Conservatoriums, eine gute Clavierspielerin und Lehrerin.“ („Neue Zeitschrift für Musik“ vom 11. Oktober 1847, S. 180) In den „Signalen für die musikalische Welt“ lautete der Nachruf: „Leipzig. Wir beklagen den Verlust einer jungen trefflichen Künstlerin, Fräulein Auguste Sachse, sie starb am 20. September. Eine vorzügliche Clavierspielerin, vereinigte sie mit einem feinen musikalischen Sinn eine seltene Anspruchslosigkeit.“ („Signale für die musikalische Welt“ vom September 1847, S. 310)
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Quellen

Dokumente

Archiv der Hochschule für Musik und Theater Leipzig, Sign. A I. 1. Inskriptionsregister, A I. 2. Inskriptionen und A I. 3. Zeugnisse. Matrikelnummer 103: Louise Auguste Sachse


Literatur

Becker, Carl Ferdinand , Die Tonkünstler des neunzehnten Jahrhunderts, Leipzig: Kössling, 1849.

Herold, Anja. Artikel „Auguste Sachse“. In: Lexikon Europäische Instrumentalistinnen des 18. und 19. Jahrhunderts.www.sophie-drinker-institut.de (Stand: 8. April 2009).

Richter, Friedrich Theodor. Jahrbüchlein zur Geschichte Leipzigs und Kalender zu den Gedenktagen seiner merkwürdigsten Einwohner. Leipzig: J. Klinkhardt, 1863.


Konzertkritiken und Zeitungsartikel

Allgemeine Musikalische Zeitung 49 (1847), Sp. 280; Sp. 694.

Neue Zeitschrift für Musik vom 11. Oktober 1847, S. 180.

Signale für die musikalische Welt vom September 1847, S. 310.


Links

http://www.sophie-drinker-institut.de
Das Instrumentalistinnen-Lexikon des Sophie-Drinker-Instituts enthält einen Kurzeintrag zu Auguste Sachse (Stand: 8. April 2009).
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Forschung

Zu Auguste Sachse liegen derzeit keine weiteren Forschungsinformationen vor.
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Forschungsbedarf

Studienverlauf und erste Konzerte von Auguste Sachse wären vor allem im Hinblick auf eine Geschichte der institutionellen Ausbildung interessant. Das Leipziger Konservatorium war bekanntlich 1843 als erstes deutsches Musikkonservatorium gegründet worden. Auguste Sachse gehörte demnach zu den ersten Musikerinnen und Musikern, die überhaupt die Möglichkeit hatten, eine institutionalisierte Ausbildung in Deutschland zu absolvieren (vgl. hierzu auch die Grundseite über die Pianistin Louise Hauffe ); zu ihren Kommilitonen zählte u.a. der Geiger Joseph Joachim.
Autor/innen:
Silke Wenzel, 9. April 2009

Bearbeitungsstand:
Redaktion: Regina Back
Zuerst eingegeben am 14.04.2009