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Laura Rappoldi-Kahrer

Laura Kahrer, Laura Rappoldi, Laura Kahrer-Rappoldi

* 14. Januar 1853 in Mistelbach bei Wien, Österreich.
† 1. August 1925 in Dresden, Deutschland.



„Die staunenswerte, in der trefflichen Schule des Herrn Professor Dachs in Wien auf das Gründlichste ausgebildete Technik der jungen Künstlerin, verbunden mit ihrer musikwissenschaftlichen Intelligenz, befähigt sie, wie keine ihrer Colleginnen, zur Lösung der schwierigsten und edelsten Aufgaben, vorzugsweise der klassischen Tonkunst.“

(Hans von Bülow über Laura Rappoldi-Kahrer; vgl. Rappoldi-Kahrer 1908/09, S. 305)
Mediennachweis

Bild:
Universitätsbibliothek Frankfurt a. M., Sammlung Manskopf, Signatur: S36_F09596.

Tätigkeitsfelder
Pianistin, Komponistin, Klavierbegleiterin, Hochschulprofessorin

Orte und Länder
Die Pianistin Laura Rappoldi-Kahrer wurde in Mistelbach bei Wien geboren. Sie studierte zwischen 1866 und 1869 am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien und setzte anschließend ihr Klavierstudium in St. Petersburg, Weimar und Bad Salzungen fort. Im Jahr 1874 heiratete sie in Berlin den Violinisten Eduard Rappoldi und folgte 1877 ihrem Mann nach Dresden, wo sie bis zu ihrem Tod 1925 lebte und arbeitete.

Konzertreisen führten Laura Rappoldi-Kahrer u. a. durch Deutschland, Österreich-Ungarn, Dänemark, England, die Schweiz sowie durch das Baltikum und Russland.

Profil
Laura Rappoldi-Kahrer zählte zu den namhaftesten Pianistinnen ihrer Zeit. Sie wurde von Joseph Hellmesberger sen. protegiert und von Joseph Dachs, Franz Liszt, Adolf Henselt und Hans von Bülow ausgebildet. Ab 1870 war sie als Solistin wie als Kammermusikerin im internationalen Musikleben präsent und trat mit zahlreichen Musikerinnen und Musikern ihrer Zeit auf, darunter die Violinistinnen Marie Soldat-Röger und Wilma Neruda , die Cellisten David Popper und Friedrich Grützmacher sowie die Sängerinnen und Sänger Amalie Joachim, Aglaja Orgenij und Gustav Walter. Im Jahr 1890 nahm Laura Rappoldi-Kahrer eine Stelle als Klavierpädagogin am Dresdner Konservatorium an und wurde dort 1911 zur Professorin berufen; 1921 übernahm sie zudem die Leitung einer Meisterklasse für Klavier.
Von Laura Rappoldi-Kahrer sind mehrere Kompositionen sowie pädagogische und musikwissenschaftliche Schriften überliefert.

Biografie

Laura Rappoldi-Kahrer, geb. Kahrer, wurde am 14. Januar 1853 in Mistelbach bei Wien geboren. Über ihre Eltern ist nichts Näheres bekannt.

Den ersten Klavier- und Generalbassunterricht erhielt Laura Rappoldi-Kahrer bei Joseph Anton Gspann, der zu dieser Zeit Schullehrer und Leiter der Kirchenmusik in Mistelbach war. Im Alter von elf Jahren wurde sie auf Empfehlung des Komponisten Benedikt Randhartinger am Wiener Hof der Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn vorgestellt, die sie im weiteren protegierte und die Finanzierung ihres Studiums übernahm. Joseph Hellmesberger sen., der Direktor des Kaiserlichen Konservatoriums in Wien, förderte Laura Rappoldi-Kahrer in den folgenden beiden Jahren. Einige ihrer Kompositionen erschienen in dieser Zeit im Wiener Verlag Haslinger, so z. B. die Fantasie op. 3, die sie mit elf Jahren komponiert hatte.

Von 1866 bis 1869 studierte Laura Rappoldi-Kahrer Klavier bei Joseph Dachs am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien und erhielt zudem Unterricht in Komposition bei Felix Otto Dessoff und in Kontrapunkt bei Anton Bruckner; 1868 erhielt sie den ersten Preis bei einem Klavier- und Kompositionswettbewerb. Gleichzeitig trat sie in den Hauskonzerten von Joseph Hellmesberger sen. auf und musizierte dort u. a. gemeinsam mit dem Cellisten David Popper und der Sängerin Bertha Ehnn. Als Laura Rappoldi-Kahrer im April 1869, kurz vor Abschluss ihrer Wiener Studienzeit, bei einem Wohltätigkeitskonzert im Wiener Hofoperntheater das Klavierkonzert g-Moll, op. 25, von Felix Mendelssohn Bartholdy unter der Leitung von Heinrich Proch spielte, war auch Franz Liszt anwesend, der ihr anschließend eine silberne Feder zum Componiren schickte und schrieb: „Liebe erstaunliche Künstlerin, Empfangen Sie dies kleine Erinnerungszeichen an die Stunde, wo mich Ihr außerordentliches Talent so freudig überraschte, und seien Sie der aufrichtigen Wohlgewogenheit versichert“ (Brief von Franz Liszt an Laura Kahrer vom 15. April 1869, Liszt [1893ff.], Bd. 2, S. 141).

Laura Rappoldi-Kahrer setzte anschließend ihre Studien bei drei der großen Pianisten und Klavierpädagogen ihrer Zeit fort: bei Franz Liszt, Adolf Henselt und Hans von Bülow. Nachdem sie die Sommermonate des Jahres 1870 bei Franz Liszt in Weimar verbracht hatte, nutzte sie eine größere Konzertreise zwischen 1870 und 1872 (s. u.), um sich in St. Petersburg von Adolf Henselt unterrichten zu lassen, der sie mit seinem Spiel äußerst beeindruckte. In ihren Memoiren schrieb sie später: „Jedes Klavier erklang unter seinen Händen wie ein altitalienisches Streichinstrument. Wohllaut und nochmals Wohllaut, so spielte Adolf Henselt!“ (Rappoldi-Kahrer 1929, S. 15) Zwischen ihr und Adolf Henselt entwickelte sich eine Freundschaft, die bis zu seinem Tod im Oktober 1889 Bestand hatte (vgl. Kapp 1909/10; Rappoldi-Kahrer 1929).

Im Sommer 1873 verbrachte Laura Rappoldi-Kahrer nochmals einige Monate bei Franz Liszt in Weimar. Ihre Kommilitonin Amy Fay schrieb darüber am 29. Mai 1873 in einem ihrer „Briefe in die Heimath“: „Kürzlich sind eine Menge neuer Schüler hinzugekommen, unter Anderen eine junge Dame, Schülerin von Henselt in Petersburg, Laura Kahrer. Sie ist außerordentlich begabt und erst 17 Jahre alt. Man begegnet nur selten einem Schüler von Henselt, denn es ist schwer, Stunden bei ihm zu bekommen. Er steht Liszt zunächst. Diese Laura Kahrer spielt alles, was man nur je gehört hat, neulich eine Fuge eigener Composition, die wirklich kraftvoll und gut war. Ihre Durcharbeitung überraschte mich wahrhaft. […] Eine Hand wie die ihrige habe ich nie gesehen; sie konnte sie zurückbiegen, bis es aussah, als habe sie das Innere derselben nach außen gekehrt.“ (Fay 1882, S. 128f.)

Im Juli und August 1874 schloss Laura Rappoldi-Kahrer ihr Studium bei Hans von Bülow während dessen Sommeraufenthalt in Bad Salzungen und Liebenstein ab. Mit ihm arbeitete sie u. a. an Robert Schumanns Kreisleriana op. 16, an Ludwig van Beethovens späten Klaviersonaten, darunter die als äußerst schwierig bekannte Klaviersonate B-Dur, op. 106, sowie an den Bearbeitungen Franz Liszts von Johann Sebastian Bachs Präludien und Fugen für die Orgel. Begeistert berichtete Laura Rappoldi-Kahrer in einem Brief an Franz Liszt über diese zwei Monate: „Herr von Bülow ist wirklich eine so edle Natur, wie ich fast noch nie kennen gelernt; trotz seines Nervenleidens beschäftigte sich derselbe neun Wochen fast täglich mehrere Stunden mit mir! – Es war eine für mich unvergessliche Zeit“ (vgl. Rappoldi-Kahrer 1908/09, S. 307). Hans von Bülow unterstützte auch den Beginn ihrer Karriere mit verschiedenen Empfehlungsschreiben, u. a. an Carl Reinecke in Leipzig und den Hoftheaterintendanten Hans von Bronsart in Hannover, sowie mit einer ungebundenen Referenz, in der er ihre Interpretation der späten Klaviersonaten Beethovens hervorhob und ihr zudem eine „musikwissenschaftliche Intelligenz“ bescheinigte (vgl. Rappoldi-Kahrer 1908/09, S. 305).
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Würdigung

Laura Rappoldi-Kahrer zählte neben Sophie Menter und Teresa Carreño zu den erfolgreichsten Liszt-Schülerinnen ihrer Zeit. In ihrer künstlerischen Ausrichtung blieb sie dabei ihr Leben lang der „Neudeutschen Schule“ verpflichtet, auch wenn sie von ihren anderen beiden Lehrern, Adolf Henselt und Hans von Bülow, zahlreiche weitere Anregungen erhielt. In seinem 1921 erschienenen Band „Meister des Klaviers“ schrieb Walter Niemann über Laura Rappoldi-Kahrer: „Sie [Laura Rappoldi-Kahrer] ist mit ihrer österreichischen Landsmännin Sofie Menter eine der letzten großen Vertreterinnen neudeutschen Klaviervirtuosentums. Neudeutsch ist ihr Programm im Sinne von großzügig, konzertmäßig-virtuos; es gedenkt ihres andern Lehrers und edlen ‚deutschen Chopin‘ Adolph Henselt und seiner großen Konzertetüden, es gedenkt des Meisters der streng gearbeiteten Konzertsuite Joachim Raff so gut wie der brillanten Lisztschen Konzertübertragungen und brillanten modischen Opernparaphrasen aus der Pariser Virtuosenzeit. Neudeutsch ist ihr Spiel. Die Lisztschülerin tritt in die allererste Reihe jener glänzenden Klaviervirtuosinnen, die am Flügel zu Männern, zu titanischen Kraftnaturen von unerschöpflicher Ausdauer und unermüdlicher Spielfreudigkeit werden. Welche Wucht und rhythmische Energie in den Bässen, welcher Glanz und welche Brillanz im Vortrag! Die Bülowschülerin tut den feinen und klugen analytischen Sinn dazu. Welche Klarheit der Form und Gliederung, welches Maß und welche Sachlichkeit der Auffassung, welche Energie der Gestaltung! Die Henselt-Schülerin ist schwer zu unterscheiden; denn sie ist weder eine poetische, noch eine romantische Virtuosin. […] Und doch: eine große Zeit des Klaviervirtuosentums wird mit ihr wieder lebendig, und es bleibt nur zu beklagen, daß auch sie die Eigenheit aller wahrhaft großen und verehrungswürdigen Lisztschülerinnen und Lisztspielerinnen teilt, nur allzu selten sich der Öffentlichkeit noch einmal vorzustellen!“ (Niemann 1921, S. 116f.)

Die pädagogischen, musikwissenschaftlichen und kompositorischen Tätigkeiten Laura Rappoldi-Kahrers können erst nach weiteren Forschungen angemessen gewürdigt werden.
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Rezeption

Die Tätigkeiten von Laura Rappoldi-Kahrer werden heute kaum mehr rezipiert. Lediglich in Forschungen über ihre drei bekannten Lehrer – Franz Liszt, Adolf Henselt und Hans von Bülow – und über Amalie Joachim wird ihr Name hin und wieder erwähnt (zur zeitgenössischen Rezeption vgl. „Biografie“).
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Werkverzeichnis

Kompositionen

Zwei der Kompositionen von Laura Rappoldi-Kahrer liegen gedruckt vor. Es ist jedoch zu vermuten, dass die Zahl ihrer Kompositionen weitaus höher liegt. Darauf deutet sowohl der erste Preis bei einem Klavier- und Kompositionswettbewerb 1868 hin, als auch die Tatsache, dass ihre Weimarer Kommilitonin Amy Fay 1873 eine „Fuge eigener Komposition“ erwähnt, die Laura Rappoldi-Kahrer Franz Liszt vorspielte (Fay 1882, S. 129).

Kahrer, Laura. Fantasie op. 3. Ihrer kaiserlichen Hoheit der durchlauchtigsten Frau Erzherzogin Gisela in tiefster Ehrfurcht gewidmet von der 11-jährigen Laura Kahrer. Wien: Haslinger, o. J.

Kahrer, Laura. Scherzo. Componirt im Alter von 12 Jahren, Leipzig, Berlin: Musikwoche (Klavieralbum), o. J.

Kahrer, Laura. Fuge (erwähnt in Fay 1882, S. 129).


Schriften

Kapp, Julius. Erinnerungen an Adolf Henselt. Nach Angaben von Laura Rappoldi-Kahrer und 18 unveröffentlichten Briefen Henselts. In: Die Musik IX (1909/10), 4. Teilband, S. 67-75.

Rappoldi-Kahrer, Laura. Erinnerungen an Hans von Bülow. Mit unveröffentlichten Briefen Liszts und Bülows. Julius Kapp (Hg.). In: Die Musik VIII (1908/09), S. 305-318.

Rappoldi-Kahrer, Laura. Chopin’s „Préludes“ (op. 28). Aufzeichnungen von Laura Rappoldi-Kahrer nach Angaben von Liszt, W. von Lenz und Frau Mouckhanoff. Herausgegeben und eingeleitet von Julius Kapp, Berlin. In: Die Musik IX (1909/1910), 2. Teilband, S. 227-233.

Rappoldi-Kahrer, Laura. Schumanns „Études symphoniques” (op. 13) nach Aufzeichnungen von Laura Rappoldi-Kahrer, bearbeitet von Julius Kapp. In: Die Musik IX (1909/1910), 3. Teilband, S. 314-318.

Rappoldi-Kahrer, Laura. Erinnerungen an Franz Liszt. Dresden: Verlag des Königlichen Conservatoriums, 1917.

Rappoldi-Kahrer, Laura. Memoiren. Nebst ungedruckten Briefen von Franz Liszt. Felix von Lepel (Hg.). Dresden: Nitzsche, 1929 [posthum erschienen].
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Repertoire

Eine Repertoire-Liste von Laura Rappoldi-Kahrer kann aufgrund fehlender Forschungen zur Zeit nicht erstellt werden. Nachgewiesen sind Interpretationen folgender Werke:

Bach, Johann Sebastian. Konzert d-Moll für drei Klaviere (bzw. Cembali), BWV 1063
Bach, Johann Sebastian/Liszt, Franz: Sechs Präludien und Fugen für die Orgel, BWV 543-548
Bargiel, Woldemar. Klaviertrio F-Dur, op. 6
Beethoven, Ludwig van. Klaviertrio B-Dur, op. 97
Beethoven, Ludwig van. Klavierkonzert G-Dur, op. 58
Beethoven, Ludwig van. Klaviersonate B-Dur, op. 106
Beethoven, Ludwig van. Klaviersonate E-Dur, op. 109
Beethoven, Ludwig van. Klaviersonate As-Dur, op. 110
Beethoven, Ludwig van. Klaviersonate c-Moll, op. 111
Beethoven, Ludwig van. Klaviertrio D-Dur, op. 70 Nr. 1
Bennett, William Sterndale. Toccata c-Moll, op. 38
Bohm, Carl. Der Schwur
Brahms, Johannes. Scherzo es-Moll für Klavier, op. 4
Brahms, Johannes. Wie bist Du meine Königin, op. 32 Nr. 9
Bronsart, Hans von. Klaviertrio g-Moll, op. 1
Chopin, Frédéric. Violoncellosonate g-Moll, op. 65
Chopin, Frédéric. Konzert-Allegro, A-Dur, op. 46
Chopin, Frédéric. Mädchenwunsch, op. 74 Nr. 1
Chopin, Frédéric. Lithauisches Lied, op. 74 Nr. 16
Chopin, Frédéric. Polonaise As-Dur, op. 53
Chopin, Frédéric. Valse Des-Dur (keine Präzisierung möglich)
Draeseke, Felix. Klaviersonate E-Dur, op. 6
Draeseke, Felix. Klavierkonzert Es-Dur, op. 36
Goldmark, Karl. Suite D-Dur, op. 11
Haydn, Joseph. Klaviertrio A-Dur (keine Präzisierung möglich)
Liszt, Franz. Au bord d’une source (Années de pèlerinage. 1re année, Nr. 4)
Liszt, Franz. Polonaise Es-Dur
Liszt, Franz. Etude f-Moll
Liszt, Franz. Klavierkonzert Es-Dur
Liszt, Franz. Rapsodies hongroises
Löwe, Carl. Heinrich der Vogler, op. 56 Nr. 1
Löwe, Carl. Der kleine Haushalt, op. 71
Lührß, Carl. Quartett E-Dur (Uraufführung 1879)
Mendelssohn Bartholdy, Felix. Capriccio für Klavier (keine Präzisierung möglich)
Mendelssohn Bartholdy, Felix. Gondellied. Barcarole A-Dur, WoO 10
Mendelssohn Bartholdy, Felix. Klavierkonzert g-Moll, op. 25
Mendelssohn Bartholdy, Felix. Lied ohne Worte (keine Präzisierung möglich)
Raff, Joachim. Klaviertrio (keine Präzisierung möglich)
Rappoldi, Eduard. Violinsonate
Rheinberger, Joseph Gabriel. Toccata c-Moll, op. 115
Rubinstein, Anton. Klavierquintett F-Dur, op. 57
Saint-Saëns, Camille. Rhapsodie d’Auvergne, op. 73
Saint-Saëns, Camille. Violoncellosonate c-Moll, op. 32
Saint-Saëns, Camille.Klavierkonzert g-Moll, op. 22
Scarlatti, Domenico. Allegro für Klavier (keine Präzisierung möglich)
Schmidt, Hans. Dem Kind zur Nacht
Schmidt, Hans. Der Jäger
Schubert, Franz. Wanderer-Fantasie C-Dur, op. 15
Schubert, Franz. Klaviersonate a-Moll (keine Präzisierung möglich)
Schubert, Franz. Klavierquintett A-Dur, op. 114
Schubert, Franz. Klaviertrio Es-Dur, op. 100
Schubert, Franz. Der Erlkönig, D 328
Schubert, Franz. Schwanengesang, D 957
Schumann, Robert/Liszt, Franz. „Warum?“
Schumann, Robert. Aufträge, op. 77 Nr. 5
Schumann, Robert. Frauenliebe und Leben, op. 42
Schumann, Robert. Frühlingsfahrt, op. 45 Nr. 2
Schumann, Robert. Kinderwacht, op. 79 Nr. 22
Schumann, Robert. Intermezzo (aus op. 4)
Schumann, Robert. Klavierquartett Es-Dur, op. 47
Schumann, Robert. Kreisleriana, op. 16
Schumann, Robert. Novellette F-Dur, op. 21 Nr. 1
Schumann, Robert. Novelette D-Dur, op. 21 Nr. 5
Schumann, Robert. Klaviertrio d-Moll, op. 63
Schumann, Robert. Violinsonate d-Moll op. 121
Weber, Carl Maria von. Perpetuum mobile (Klaviersonate C-Dur, op. 24, 4. Satz)
Weber, Carl Maria von. Unbefangenheit, op. 30 Nr. 3
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Quellen

Literatur

Artikel „Rappoldi, Laura“. In: Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Hermann Mendel; August Reissman (Hg.). Bd. 8. Berlin: Verlag von Robert Oppenheim, 1877. S. 245f.

Artikel „Rappoldi=Kahrer, Frau Laura“. In: Rigaer Theater- und Tonkünstler-Lexikon. Moritz Rudolph (Hg.). 1890 [verfügbar in wbis – world biographical information system]

Artikel „Rappoldi, Laura“. In: Musiklexikon. Hugo Riemann (Hg.). 11. Aufl. bearb. v. Alfred Einstein. 1929 [verfügbar in wbis – world biographical information system]

Artikel „Rappoldi-Kahrer, Laura“. In: Lexikon der Frau. Bd. 2. 1954 [verfügbar in wbis – world biographical information system]

Artikel „Rappoldi, Laura, geb. Kahrer“. In: Österreichisches biographisches Lexikon 1815-1950, Bd. 8, 1983 [verfügbar in wbis – world biographical information system]

Artikel „Rappoldi-Kahrer, Laura“. In: Österreichisches Musiklexikon. Rudolf Flotzinger (Hg.). Bd. 4. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 2003.

Borchard, Beatrix. Stimme und Geige. Amalie und Joseph Joachim. Biographie und Interpretationsgeschichte. Wien, Köln u. a.: Böhlau, 2005, 2. Aufl. 2007.

Fay, Amy. Musikstudien in Deutschland. Aus Briefen in die Heimath. Berlin: Robert Oppenheim, 1882.

Fay, Amy. Sie spielen wie ein Nußknacker. Monica Stegmann/Eva Rieger (Hg.). Frauen mit Flügel. Lebensberichte berühmter Pianistinnen von Clara Schumann bis Clara Haskil. Frankfurt a. M. Insel-Verlag, 1996, S. 97-145 [Auszüge aus Fay 1882].

Kapp, Julius. Erinnerungen an Adolf Henselt. Nach Angaben von Laura Rappoldi-Kahrer und 18 unveröffentlichten Briefe Henselts. In: Die Musik IX (1909/10), Heft 20, S. 67-75.

Keil-Zenzerova, Natalia. Adolph von Henselt. Ein Leben für die Klavierpädagogik in Russland. Frankfurt a. M.: Peter Lang, 2007.

La Mara [Lipsius, Marie]. Die Frauen im Tonleben der Gegenwart (= Musikalische Studienköpfe Band 5). 3. neubearb. Auflage. Leipzig: Breitkopf & Härtel, 1902.

Lepel, Felix. Laura Rappoldi-Kahrer. Lebensbild einer großen Pianistin. Dresden: Privatdruck, 1932.

Liszt, Franz. Briefe. Gesammelt und herausgegeben von La Mara. 8 Bände. Leipzig: Breitkopf & Härtel 1893-1905.

Mell, Albert. Artikel „Rappoldi/Laura Rappoldi“. In: The New Grove Dictionary of Music and Musicians. 2. Aufl. Stanley Sadie, John Tyrrell (Hg.). London: Macmillan Publishers Limited. 2001. Vol. 20, S. 833.

Morsch, Anna. Deutschlands Tonkünstlerinnen. Biographische Skizzen aus der Gegenwart. Berlin: Stern & Ollendorff, 1893.

Niemann, Walter. Meister des Klaviers. Die Pianisten der Gegenwart und der letzten Vergangenheit. 9. bis 14. völlig umgearbeitete Auflage. Berlin: Schuster & Loeffler, 1921.

Rappoldi-Kahrer, Laura. Erinnerungen an Hans von Bülow. Mit unveröffentlichten Briefen Liszts und Bülows. Julius Kapp (Hg.). In: Die Musik VIII (1908/09), S. 305-318.

Rappoldi-Kahrer, Laura. Erinnerungen an Franz Liszt. Dresden: Verlag des Königlichen Conservatoriums, 1917.

Rappoldi-Kahrer, Laura. Memoiren. Nebst ungedruckten Briefen von Franz Liszt. Felix von Lepel (Hg.). Dresden: Nitzsche, 1929.

Tottmann, Albert. Das Künstlerpaar Rappoldi. In: Neue Zeitschrift für Musik vom 22. Februar 1899, S. 85-87.


Konzertkritiken und Zeitungsartikel

(Eine Liste mit russischen Konzertrezensionen zur Tournee 1871/72 hat Natalia Keil-Zenerova zusammengestellt, vgl. Keil-Zenzerova 2007, S. 149; die Liste wurde hier eingearbeitet).

Allgemeine Musikzeitung 52 (1925), S. 713 und 715 [Nachruf].

Besarabskiâ oblastnyâ vedomosti. Nr. 20 vom 11. März 1872, S. 111.

Dörptsche Zeitung. Nr. 217 vom 20. September 1871, S. 3.

Har’kovskiâ gubernskiâ vedomosti. Nr. 9 vom 20. Januar 1872, S. 2.
Har’kovskiâ gubernskiâ vedomosti. Nr. 172 vom 14. November 1872, S. 2.

Kievskij vestnik. Nr. 13 vom 23. Mai 1872, S. 2.

Neue Dörptsche Zeitung. Nr. 210 vom 11./23. September 1871, S. 5.
Neue Dörptsche Zeitung. Nr. 225 vom 29. September/11. Oktober 1871, S. 3.
Neue Dörptsche Zeitung. Nr. 226 vom 30. September/12. Oktober 1871, S. 3.

Neue Zeitschrift für Musik vom 25. November 1870, S. 441f.
Neue Zeitschrift für Musik vom 1. Dezember 1871, S. 459.
Neue Zeitschrift für Musik vom 7. Dezember 1877, S. 530.
Neue Zeitschrift für Musik vom 4. Januar 1878, S. 16.
Neue Zeitschrift für Musik vom 1. März 1878, S. 106.
Neue Zeitschrift für Musik vom 24. Januar 1879, S. 50f.
Neue Zeitschrift für Musik vom 18. April 1879, S. 173.
Neue Zeitschrift für Musik vom 21. August 1885, S. 344.
Neue Zeitschrift für Musik vom 18. Juni 1886, S. 273.

Novoroskijskij Telegraf. Nr. 58 vom 14./26. März 1872, S. 1f.

Odessaer Zeitung. Nr. 33 vom 17. März 1872, S. 1.
Odessaer Zeitung. Nr. 34 vom 19. März 1872, S. 1.
Odessaer Zeitung. Nr. 7 vom 17. Januar 1873, S. 1.

Odesskij vestnik. Nr. 54 vom 9. März 1872, S. 215f.

Signale für die musikalische Welt 83 (1925), S. 1316 [Nachruf].


Links

www.kalliope-portal.de
Der Verbundkatalog Nachlässe und Autographe verzeichnet auch mehrere Einträge zu Laura Rappoldi-Kahrer (teils auch unter dem Namen ihres Mannes Eduard Rappoldi). Darin befindet sich auch eine kurze Bestandsbeschreibung des Dresdner Nachlasses ihres Mannes, der zahlreiche Dokumente zu Laura Rappoldi-Kahrer enthält.

http://ora-web.swkk.de/archiv_online/gsa.entry
Die Archivdatenbank des Goethe- und Schiller-Archivs Weimar verzeichnet mehrere Briefe von und an Laura Rappoldi-Kahrer, u. a. Korrespondenz mit Franz Liszt und Marie Lipsius [= La Mara].
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Forschung

Ein Teil der Tagebuchaufzeichnungen und Lebenserinnerungen von Laura Rappoldi-Kahrer wurden veröffentlicht, darunter ihre Erinnerungen an Hans von Bülow, Adolf Henselt und Franz Liszt (vgl. Rappoldi-Kahrer 1908/09; 1909/10; 1917). Julius Kapp publizierte einige ihrer musikwissenschaftlichen Betrachtungen in der Zeitschrift „Die Musik“ (1908-1910). Felix von Lepel gab 1929 unter dem irreführenden Titel „Memoiren“ einen Band heraus, in dem er einen Teil der Schriften von Laura Rappoldi-Kahrer veröffentlichte. Neben ihren Memoiren befinden sich darin Briefe von und an Zeitgenossen, pädagogische Schriften und Überlegungen sowie Werkeinführungen.

Im Nachlass ihres Mannes Eduard Rappoldi in der Sächsischen Landesbibliothek/Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (Signatur: Mscr.Dresd.App. 503) befinden sich auch Dokumente von Laura Rappoldi-Kahrer, darunter Lebenserinnerungen, Tagebuchaufzeichnungen, Besprechungsnotizen, Briefe, Fotos und weitere Materialien (vgl.www.kalliope-portal.de).

Das Goethe- und Schiller-Archiv Weimar verwahrt mehrere Briefe von und an Laura Rappoldi-Kahrer, u. a. Korrespondenz mit Franz Liszt und Marie Lipsius [= La Mara].
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Forschungsbedarf

Der Forschungsbedarf zu Laura Rappoldi-Kahrer umfasst alle ihre Tätigkeitsbereiche. Ihre Konzerttourneen, ihr Repertoire, ihre Kontakte zu zeitgenössischen Musikerinnen und Musikern sowie ihre kammermusikalischen Konzerte konnten im vorliegenden Artikel lediglich rudimentär dargestellt werden. Der Verbleib ihrer Kompositionen ist bislang nicht bekannt. Die klavierpädagogischen und musikwissenschaftlich-hermeneutischen Schriften von Laura Rappoldi-Kahrer wären für eine historische Betrachtung der Klavier- bzw. Musikpädagogik ebenso interessant wie für interpretationsgeschichtliche Ansätze. Die künstlerischen Kontakte zur „Neudeutschen Schule“ um Franz Liszt sowie die Aufführungen von Werken aus diesem Umfeld sind m. W. bislang unerforscht.
Parallel zu ihrer künstlerischen Laufbahn, war Laura Rappoldi-Kahrer über 35 Jahre lang als Klavierpädagogin am Dresdner Conservatorium tätig und wurde dort 1911 zur Professorin ernannt; über ihre Schülerinnen und Schüler ist bislang nichts bekannt. Interessant wäre in diesem Zusammenhang auch die Frage, welche äußeren Umstände dazu beitrugen, dass Laura Rappoldi-Kahrer der Titel einer „Professorin“ verliehen wurde – zu einer Zeit, als dies für eine Frau eher unüblich war.

Eine Sichtung ihres und ihres Mannes Nachlasses in der Sächsischen Landesbibliothek/Staats- und Universitätsbibliothek Dresden könnte ersten näheren Aufschluss geben und weitere Forschungswege aufzeigen.
Autor/innen:
Silke Wenzel, 5. September 2008

Bearbeitungsstand:
Redaktion: Regina Back
Zuerst eingegeben am 12.09.2008