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Adelina Patti

geb. Adela Juana Maria Patti, de Cuax, Nicolini, Patti-Nicolini, Cederström

* 19. Februar 1843 in Madrid.
† 27. September 1919 in Craig-y-Nos Castle, Wales.



„Adelina Patti war wohl die bekannteste und gefeiertste Sängerin der verflossenen fünfzig Jahre und hat in Europa und Amerika Triumphe errungen, die vor ihr einer anderen kaum zuteil geworden sind. Sie war die hervorragendste Interpretin des Belcanto, und wenn sie auf der Bühne oder auf dem Podium erschien, löste ihre süße, glockenhelle, glänzend geschulte Stimme das Entzücken der Zuhörer aus. Dazu kam ihre hübsche, zarte Erscheinung, ein lebhaftes Mienenspiel und feuriges Versenken in ihren Vortrag.“
Pester Lloyd, ”Morgenblatt”, 30. September 1919, 66. Jg., Nr. 183, S. 5.
Mediennachweis

Bild:
Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt/Main, Sammlung Manskopf, Signatur: S36_F01469, http://edocs.ub.uni-frankfurt.de/volltexte/2003/7801469/

Tätigkeitsfelder
Sopranistin, Opern-, Konzert-und Oratoriensängerin, Konzertveranstalterin

Orte und Länder
Adelina Patti wurde als Kind italienischer Eltern in Madrid geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie in New York. Nach ihrem Konzertdebut 1851 in dieser Stadt unternahm die Sopranistin Konzerttourneen durch Nordamerika, Kuba, die Karibik, Kanada und Mexiko. Nach ihrem großen Erfolg 1861 in London trat sie in der englischen Musikmetropole regelmäßig über 40 Jahre auf. Auch auf der Pariser Opernbühne war die Sängerin kontinuierlich präsent. Weiterhin unternahm die Künstlerin regelmäßig Tourneen durch ganz Europa und sang in Städten wie Wien, Berlin, Hamburg, Dresden, Wiesbaden, Amsterdam, Brüssel, Florenz, Nizza, Rom, Neapel, Madrid, Lissabon, Petersburg und Moskau. Mehrere Konzertreisen führten Adelina Patti wiederholt nach Nord -, Mittel- und Südamerika. 1878 kaufte die Sängerin in Wales das Schloss „Craig-y-Nos“ wo sie die Zeit zwischen den Tourneen verbrachte. Auf diesem Schloss veranstaltete die Künstlerin regelmäßig Konzertabende.

Profil
Adelina Patti galt als eine herausragende Opernsängerin internationalen Ranges des italienischen Belcanto. Neben ihrem Gesangsstil wurde auch ihre Schauspielkunst, die von Charme und großer Natürlichkeit geprägt war, gerühmt.

Biografie

Adelina Patti stammte aus einer Musikerfamilie. Beide Elternteile waren Sänger – der Vater Salvatore Patti († 21. August 1869) ein italienischer Tenor und die Mutter Catarina Chiesa Barili († 6. September 1870) Sopranistin. Adelina Patti wuchs in New York auf, da ihr Vater als Manager der dortigen italienischen Oper tätig war. Ihre musikalische Ausbildung erhielt sie in erster Linie von ihrer Mutter, ihrem Stiefbruder Ettore Barili und ihrem Schwager Moritz Strakosch, der später auch ihr Manager wurde. Bereits im Alter von acht Jahren sang die Künstlerin Opernarien in einem Konzert in New York. Hier erfolgte auch acht Jahre später am 24. November 1859 ihr Operndebut an der „Academy of Music“ als Lucia in Donizettis Oper „Lucia di Lammermoor“. Der Erfolg war enorm, und es folgte eine Tournee durch Nordamerika und Kuba. Weitere Konzertreisen unternahm die Künstlerin nach Kanada und Mexiko. Nach ihrem triumphalen Erfolg als „Amina“ in „La Sonnambula“ von Bellini in London reiste sie in den 1860er Jahren mit der Operntruppe von Eugenio Merelli durch ganz Europa und trat in Wien, Berlin, Hamburg, Dresden, Wiesbaden, Amsterdam, Brüssel, Florenz, Nizza, Rom, Neapel, Madrid, Lissabon, Petersburg und Moskau auf.
Bis 1885 wurde die Künstlerin für jede Saison an der Royal Opera Convent Garden in London engagiert. Ihren letzten öffentlichen Auftritt hatte sie hier im Jahr 1900. Darüber hinaus sang Adelina Patti regelmäßig am Théâtre Italien in Paris.
Wiederholte Male reiste die Sängerin zu Opernaufführungen nach Nord-, Mittel- und Südamerika.
Doch nicht nur als Opernsängerin wurde sie gefeiert, sondern auch als Konzert- und Oratoriensängern. So sang sie des Öfteren bei den Handel-Festivals in Sydenham in England und beim Birmingham Musical Festival.
1878 kaufte sie das Castle Craig-y-Nos in Wales. In diesem Schloss richtete die Künstlerin ein Privattheater ein, in dem sie auch selbst veranstalteten Konzerten regelmäßig auftrat.
Es folgten in den Jahren 1905 und 1906 Plattenaufnahmen, von denen noch heute einige erhalten sind.
Die Künstlerin starb 1919 in ihrem Schloss in Wales.
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Würdigung

Mehr als 50 Jahre lang war sie auf allen Bühnen der Welt zuhause und wurde mit Jenny Lind und Henriette Sontag verglichen.
Ihr Repertoire umfasste mehr als 30 Opern. Speziell die italienischen Bühnenwerke zählten zu ihren Favoriten, aber auch Opern von Meyerbeer und Gounod brachte die Sängerin häufig zur Aufführung. Ursprünglich als lyrischer Koloratursopran ausgebildet, waren ihre Glanzrollen die Lucia, Amina, Violetta und Rosina. Ihr Repertoire erweiterte sich in Richtung lyrischer Sopran bis zum Lirico-spinto-Fach mit Rollen der Aida und der Leonore aus „Il Trovatore“. Aber auch in Partien beispielsweise von Meyerbeer war sie erfolgreich.

Der Entstehung der neuen Schule des dramatischen Wagnergesanges schloss sich Adelina Patti nicht an und führte auch keine Rollen aus Opern des Komponisten in ihrem Repertoire. Auch den aufkommenden Verismo Partien fühlte sich die Künstlerin nicht verbunden.

Zählte sie zu den Phänomenen im Gesangsstil und der Ausdruckskraft auf dem Gebiet der italienischen Oper, gingen die Meinungen der Kritiker über die Rolle der Zerlina in Mozarts Oper „Don Giovanni“ auseinander. Während Eduard Hanslick gerade ihre Interpretation der Zerlina besonders gelungen empfand - „Die Patti gab uns das wahrhafte Ideal der Zerline“ (Hanslick S. 26) -, sprach ein Rezensent der „Niederrheinischen Musik-Zeitung“ gar von einer „Entstellung der Zerline in Spiel und Gesang; ... musikalisch betrachtet aber sang sie Mozart gerade wie Bellini oder Donizetti.“ („Niederrheinische Musik-Zeitung“ 28. Januar 1865, 13. Jg., Nr. 4, S. 29)
Napoléon III. schloss sich dem Urteil Eduard Hanslicks auf ganz andere Weise an. Als die Sopranistin 1863 in Paris die „Zerlina“ sang, ließ er sie nach dem 2. Akt in die Königsloge rufen und schenkte ihr in Anerkennung ihrer hervorragenden Leistung ein goldenes Armband.

Kritik gab es für ihre Interpretation der Valentine in „Les Huguénots“ von Meyerbeer bei der Aufführung 1875 in Paris. Vorgeworfen wurde der Sängerin, dass sie der Bedeutung der Rolle nicht gerecht wurde, in dem sie diese mit zu wenig charakteristischen Zügen ausgestattet hätte und es an Größe in der Dramatik fehle. („Allgemeine Musikalische Zeitung“ 27. Januar 1875, Jg. 10, Nr. 4, S. 53).

Solche Art widerspüchliche Kritik blieb allerdings die Ausnahme. Im Gegenteil, gerade durch ihren Erfolg verhalf Adelina Patti vielen Bühnenwerken zum Durchbruch. Beispielsweise sang die Künstlerin 1868 in Paris im Théâtre Italien in der französischen Erstaufführung von Verdis „Giovanna d’Arco“ die Titelheldin und 1876 in London im Covent Garden bei der ersten englischen Darbietung die Aida – Verdi ging den Part mit ihr durch. Am 4. Juli 1882 folgte die Uraufführung der Oper „Velléda“ von Charles Lenepveu mit der Künstlerin in der Titelrolle. Weiterhin sang sie die Titelrolle der Oper „Gelmina“ von Józef Poniatowski am 4. Juni 1872 in London. Der Komponist verehrte die Künstlerin und widmete ihr die Partitur des Werkes. Eine besondere Ehrung erfuhr die Sängerin durch den Komponisten Emilio Pizzi, der für sie die Oper „Gabrielle“ schrieb. Sie brachte das Werk in der Titelrolle am 23. November 1893 in Boston zur Uraufführung.

Nicht nur auf dem Gebiet der Oper leistete Adelina Patti Großes, sondern auch in Messen und Oratorien brillierte sie: „Wie sehr Adelina Patti die ernste Musik, sogar die Oratorien, liebt und auch darin durch ihren Gesang entzückt, hat sie diesen Sommer bei dem Musikfeste in Birmingham bewiesen, wo sie unter Anderem durch den Vortrag von Arien aus Händel’s ,Messias‘ und ,Judas Maccabäus‘ einem wahren Triumph gefeiert hat.“ („Niederrheinische Musik-Zeitung“ 14. Oktober 1865, 13. Jg., Nr. 41, S. 322)

In den Jahren 1905 und 1906 entstanden 27 Plattenaufnahmen. Diese wurden nicht in einem Tonstudio produziert, sondern der Produzent Fred Gaisberg reiste zu diesem Zweck mit seinem Equipment in das Schloss Craisg-y-Nos. Die Aufnahmen sind auch heute noch unter verschiedenen Labels zu erwerben und geben, obwohl die Sängerin das 60. Lebensjahr bereits überschritten hatte, einen Eindruck von der Gesangskunst Adelina Pattis. Eine der berühmtesten Aufnahmen von 1906 war die Arie „Ah! Non credea mirarti“ aus der Oper „La Sonnambula“ von Vincenzo Bellini.

Stets wurden neben ihrem ausgezeichnetem Gesangsstil auch ihre schauspielerischen Leistungen lobend hervorgehoben.

Die Aura einer Diva wurde durch zahlreiche Geschichten, die sich um ihr Leben rankten, unterstrichen.
Nicht zuletzt zählte auch ihr Lebensstil mit dazu. Die Künstlerin war drei Mal verheiratet. Ihr erster Ehemann, der Franzose Marquis Henry de Caux (Henri Roger de Cahusac, 1825-1889), war Vortänzer am Hof von Napoléon III. von Frankreich. Möglicherweise war diese Verbindung keine Liebesheirat, sondern es standen eher gegenseitige Vorteile im Vordergrund – die Sängerin erlangte den Titel ihres Ehegatten, und er profitierte von ihrem großen Vermögen. Beide Ehepartner hatten bald Affären. Adelina Patti lernte den Tenor Ernesto Nicolini (eigentlich Ernest Nicholas 1834-1898) kennen, gegen den sie zunächst eine tiefe Abneigung empfand. Doch ihre Gefühle für Nicolini änderten sich, und bald kam es zu einer Beziehung der Künstler, die über das berufliche Maß hinausging. Nicolini war zu der Zeit bereits verheiratet und hatte fünf Kinder. In Paris kam es zu einem Skandal, als das Paar während der Aufführung der Oper „Roméo et Juliette“ von Charles Gounod in der Liebesszene 29 leidenschaftliche Küsse austauschte. Die Trennung von de Caux folgte am 3. August 1877. Offiziell geschieden wurde Adelina Patti erst am 15. Juli 1885. Es wurde kolportiert, dass die Künstlerin durch diese Trennung ihr halbes Vermögen einbüßte. Sie musste ihrem Ex-Gatten angeblich ca. 1,5 Milliarden Goldfrancs auszahlen, was ihr allerdings aufgrund ihrer hohen Einnahmen nicht schwer fiel. Nachdem Nicolini und Patti beide geschieden waren, heirateten sie am 10. Juni 1886 und wurden schließlich das Traumpaar der Opernbühne. Die Ehe schien glücklich zu sein und hielt bis zum Lebensende von Nicolini, der am 18. Januar 1898 an Krebs verstarb.

Im Jahr 1878 kaufte Adelina Patti das Schloss In Craig-y-Nos in Wales und ließ es aufwändig renovieren. Hier pflegten die Ehegatten einen extravaganten Lebensstil mit 40 Bediensteten und einem Privattheater, auf dessen Bühne die Künstlerin Konzerte gab. Zur Einweihung des Theaters 1891 reisten die berühmten Gäste in speziellen Eisenbahnwaggons an. Für ihren Umgang mit Luxus und ihre Freigiebigkeit als exzellente Gastgeberin sprachen, dass während dieser Feier ca. 450 Flaschen Champagner getrunken wurden.

Nach dem Tod Nicolinis heiratete Adelina Patti am 25. Januar 1899 Rolf Cederström (1870-1947), einen schwedischen Baron, der die Diva verehrte.

Die Künstlerin konnte sich ein luxuriöses Leben leisten, denn sie erhielt sehr hohe Gagen.
Maurice Strakosch, Schwager und Agent von Patti, hatte bereits in ihrer Jugend ihr Gehalt im Covent Garden erfolgreich verhandeln können. Erhielt sie anfangs pro Monat einen Betrag von 150 Pfund, steigerten sich die Honorare auf 400 Pfund im Monat, und in den Jahren 1863 bis1867 erhielt sie sogar bis zu 120 Pfund pro Auftritt. De Caux gelang es, diese Summen auf angeblich 200 Pfund pro Abend zu steigern, von denen er 60 Pfund – vermutlich ohne ihr Wissen – für sich beanspruchte. Ihr Durchschnittseinkommen lag 1869 bei über 1000 Pfund im Monat.
In Amerika sang die Diva nicht unter 5000 $. Das Geld musste ihr mittags um 14 Uhr im Hotelzimmer übergeben werden, ansonsten weigerte sie sich, das Hotel zu verlassen. In Buenos Aires erhielt die Sopranistin sogar 8000 Pfund am Abend. Adelina Patti verdiente mehr Geld als alle anderen Künstler, sie war die höchstbezahlteste Sängerin ihrer Zeit und verdiente etwa das Doppelte wie Jenny Lind. Der Gewinn Adelina Pattis belief sich in Amerika auf ca. 5.000.000 $. Die Künstlerin stellte ihren Gewinn auch zur Schau und trug Abendkleider im Wert von bis zu 500.000 $, die bedeckt waren mit den kostbarsten Steinen.

Für ihre Extravaganz sprach weiterhin, dass sie wie eine Fürstin in einem eigenen Salonwagen, mit 50 Koffern, einigen Haustieren, Privatsekretär und persönlichem Koch reiste.
Als im Jahr 1903 eine erneute Tournee durch Amerika geplant wurde mit 60 Konzerten von Westen – San Francisco – bis in den Süden nach New Orleans, mietete die Diva in jeder Stadt fünf Suiten und zusätzlich in den Etagen darüber die gleichen fünf Räume leer stehend, um unbedingte Ruhe zu haben.

Im späteren Stadium ihrer Karriere besuchte die Diva keine Bühnenproben mehr und ließ sich erst kurz vor der Vorstellung darüber informieren, wer ihre Gesangspartner waren.

Berühmt wurden ihre sogenannten „Farewell“-Konzerte, ein damals neuartiger Werbetrick des Managements. So lockte die Sängerin mit diesem Ruf in den Jahren 1903, 1906, 1907 und 1908 das Publikum in Amerika in ihre Konzerte.
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Rezeption

Adelina Patti war eine Sängerin von internationalem Ruhm und in ihrer Epoche stilbildend besonders im Bereich der italienischen Oper. Aufgrund ihrer klaren Stimme und ihrer beachtlichen Bandbreite sang sie die bedeutendsten Rollen in den Opern Vincenzo Bellinis, Gioacchino Rossinis, Gaetano Donizettis und Giuseppe Verdis.
Ihre Stimme wird als ausgeglichen und biegsam in allen Registern von c bis f‘‘‘ beschrieben. Ihre Stilmittel waren eine „glockenreine Intonation in allen Lagen, ein unwandelbar sicherer Ansatz, eine messa di voce, welche als eine wesentliche Bedingung des Ausdrucks [.. .] bis zum verschwebenden Hauche zauberisch rein und wohltuend bleibt [...] eine fabelhafte Leichtigkeit und technische Vollendung in jeder Art von Coloratur und Verzierung bis zum blendendsten Staccato und correcten, höchst angenehmen Triller.“ („Niederrheinische Musik-Zeitung“ 14. Oktober 1865, 13. Jg., Nr. 41, S. 321-23)
Auch bei Kolleginnen fanden ihre Leistungen große Anerkennung. So bezeichnete Nellie Melba die Stimme der Patti als „perhaps the most golden voice ever heard, its timbre exquisite, her diction pellucid’ (die wohl goldenste Stimme, die je gehört wurde, ausgezeichnet in der Klangfarbe, transparent in ihrer Ausdrucksweise. Gwyn Briwnant Jones: Craig-y-Nos, S. 5)
Üblich war es für Sängerinnen und Sänger zu Zeiten Verdis, eigene Kadenzen zu den Arien zu kreieren. Wie oben bereits beschrieben, fügte Adelina Patti in ihren Gesang häufig Verzierungen und Kadenzen ein, die teilweise in der Kadenzsammlung von Luigi Ricci zu finden sind. (Christian Springer: Verdi-Studien, S. 193)
Der im 19. Jahrhundert berühmte Rezensent Eduard Hanslick schrieb der Sängerin sogar musikalisches Genie zu (S. 18) – eine ehrenvolle Bezeichnung für eine Frau, da weiblichen Künstlerinnen in der Regel im 19. Jahrhundert „Genie“ abgesprochen wurde.

Der Gesang der Künstlerin vereinte sich mit ihrer großen Darstellungskunst: „Es wird ihr ein entschiedenes Talent zum Schauspiel sowohl in der Auffassung des Charakters der Rolle, als auch in der Durchführung bis in jede Einzelheit bekundet.“ („Niederrheinische Musik-Zeitung“ 14. Oktober 1865, 13. Jg., Nr. 41, S. 321-23.)
Daher verwundert es nicht, dass Giuseppe Verdi die Künstlerin 1877 in Mailand anlässlich einer Aufführung von „La Traviata“ mit ihr in der Titelpartie zur besten Darstellerin seiner weiblichen Hauptrolle erklärte.
Auch Rossini verehrte die Sängerin sehr, und es entwickelte sich eine beiderseitige Freundschaft. Adelina Patti weilte gar in den letzten Lebenstagen des Komponisten in seinem Haus in Passy bei Paris und sang nach dessen Tod bei den Trauerfeierlichkeiten.

Adelina Patti war über den Opernbereich hinaus auch eine Person des internationalen gesellschaftlichen Lebens. Neben Rossini verkehrten weitere berühmte Gäste im Hause der Sängerin, wie beispielsweise Daniel-François Esprit Auber und der Baron Rothschild. Einem von dessen Gattin Mathilde von Rothschild komponierten Gesangsstück verhalf die Sängerin zu Popularität, indem sie dieses beispielsweise in einem Konzert in Frankfurt/Main sang. Allerdings bekam sie von der Komponistin für jeden Auftritt mit diesem Lied 100 Dukaten. („Allgemeine Musikalische Zeitung“ 4. Oktober 1865 Neue Folge Jg. 3, Nr. 40, S. 662 / „Pester Lloyd“ 66. Jg)
Natürlich schmückten sich viele Gastgeber mit der international berühmten Sängerin. Auf einer Party des Bankiers Julius Fischhof lernte die Künstlerin u.a. Joseph Strauß kennen.
Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass Adelinna Patti als weltgewandte Gastgeberin sieben Sprachen fließend sprach.

Künstler anderer Sparten verehrten die Diva ebenfalls, wie beispielsweise Alexander Dumas der Ältere: „Being a man and a Christian, I love to listen to your singing; but if I were a bird I would die of envy.“ („New York Times“ 30. September 1919). Ebenso Oscar Wilde, der die Künstlerin in seinem Buch „Das Bildnis des Dorian Grey“ erwähnt. Zahlreiche Maler erstellten schon zu Lebzeiten Pattis Porträts, wie beispielsweise 1862 Franz Winterhalter. (“Die Presse” 2. März 1863, S. 6)

Adelina Patti sang in ganz Europa vor gekrönten Häuptern:
Bereits 1861, in der ersten Saison ihrer Auftritte in London, lud Königin Victoria die Sopranistin ein, im Buckingham Palast zu singen. Zu ihren Bewunderern zählte weiterhin der Prinz of Wales und der Zar Alexander von Russland. Auch in den Niederlanden sang die Künstlerin im Palast des Königs und erhielt für ihre Aufführung 3.000 Francs.

Durch ihre Plattenaufnahmen ist die Stimme der Sängerin der Nachwelt erhalten.
In Castle Craig-y-Nos befindet sich heute eine Gedenkstätte für die berühmte Besitzerin.
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Repertoire

Opern und Singspiele

Daniel-François Esprit Auber
Les Diamants de la Couronne: Theophila

Vincenzo Bellini
La Sonnambula: Amina
I Puritani: Elvira

Arrigo Boito
Mefistofele: Margherita

Georges Bizet
Carmen: Carmen

Gaetano Donizetti
Lucia di Lammermoor: Lucia
Linda di Chamounix: Linda
Don Pasquale: Norina
L’Elisir d’Amore: Adina
La Fille du Régiment: Marie

Friedrich von Flotow
Martha: Martha

Charles Gounod
Faust: Marguerite
Mireille: Mireille
Roméo et Juliette: Juliette

Charles Lenepveu
Velléda: Velléda

Giacomo Meyerbeer
Les Huguénots: Marguerite de Valois
Dinorah ou Le Pardon de Ploërmel: Dinorah
L’ Étoile du Nord: Catharina
L’Africaine

Wolfgang Amadeus Mozart
Don Giovanni: Zerlina

Emilio Pizzi
Gabriella: Gabriella

Jóseph Poniatowski
Gelmina: Gelmina

Luigi und Federico Ricci
Crispino e la Comare: Annetta

Gioacchino Rossini
Il Barbiere di Siviglia: Rosina
Semiramide: Semiramide
La Gazza ladra: Ninette
Don Pasquale: Norina
Otello: Desdemona

Giuseppe Verdi
Aida: Aida
Rigoletto: Gilda
La Traviata: Violetta
Luise Miller: Luise Miller
Il Trovatore: Leonore
Giovanna d’Arco: Giovanna d’Arco
Ernani: Elvira


Oratorien und Messen

Laut Kutsch, K.J. / Riemens, Leo: Großes Sängerlexikon, Bd. 5, 4. Auflage, K.G. Saur Verlag, München 2003, S. 3560-3562, sang Adelina Patti in zahlreichen Messen und Oratorien, u.a. in Händels „Messias“ und „Judas Maccabäus“.


Arien

Johann Sebastian Bach / Gounod: Ave Maria

Henry Bishop: Home Sweet Home (Text: John Howard Payne)

Comin’ thro’ the Rye
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Quellen

Lexikonartikel

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1.6.1861, Vol. 39, Nr. 22, S. 345-46.
29.6.1861, Vol. 39, Nr. 26, S. 409-10.
10.8.1861, Vol. 39, Nr. 31, S. 504-06.
7.9.1861, Vol. 39, Nr. 39, S. 566-68.
16.11.1861, Vol. 39, Nr. 46, S. 726-27.
30.11.1861, Vol. 39, Nr. 48, S. 758 – 59.
1.1.1862, Vol. 40, Nr. 1, S. 6-8
17.5.1862, Vol. 40, Nr. 20, S. 310-11
14.3.1863, Vol. 41, Nr. 11, S. 170-71.
28.3.1863, Vol. 41, Nr. 13, S. 196-97
8.8.1863, Vol. 41, Nr. 32, S. 310-11.
25.6.1864, Vol. 42, Nr. 26, S. 412-13.
30.7.1864, Vol. 42, Nr. 31, S. 491.
26.10.1867, Vol. 45, Nr. 43, S. 732-33.
23.5.1868, Vol. 46, Nr. 21, S. 346.
1.8.1868, Vol. 46, Nr. 31, S. 732-33.
7.8.1869, Vol. 47, Nr. 32, S. 555-56.
18.5.1872, Vol. 50, Nr. 20, S. 314.
30.5.1874, Vol. 52, Nr. 22, S. 347-48.
10.6.1876, Vol. 54, Nr. 24, S. 399.
3.3.1877, Vol. 55, Nr. 9, S. 158.
27.7.1878, Vol. 56, Nr. 30, S. 477-78.
21.9.1878, Vol. 56, Nr. 38, S. 609.
26.7.1879, Vol. 57, Nr. 30, S. 468.
27.12.1884, Vol. 62, Nr. 52, S. 815.
4.4.1885, Vol. 63, Nr. 14, S. 214.
26.10.1889, Vol. 69, Nr. 43, S. 748.


Dwight’s Journal of Music

15.6.1861, Vol. 19, Nr. 11, S. 84-85.
3.12.1859, Vol. 16, Nr. 10, S. 284-85.
27.6.1863, Vol. 23, Nr. , S. 51-52.
11.7.1863, Vol. 23, Nr.8, S. 59-60.
24.12.1864, Vol. 24, Nr. 20, S. 365.
9.8.1868, Vol. 28, Nr. 12, S. 300-01.
30.7.1870, Vol. 30, Nr. 10. S. 282-83.


The Musical Review

25.12.1879, Vol. 1, Nr. 11, S. 176-77.
8.7.1880, Vol. 2, Nr. 13, S, 156.
22.7.1880, Vol. 2, Nr. 15, S. 180.
26.8.1880, Vol. 2, Nr. 20, S. 230-34.


The New York Musical World

7.1.1860, Vol. 24, Nr. 1, whole number 458, S. 2-3.
10.3.1860, Vol. 24, Nr. 10, whole number 467, S. 3.


The New Music Review and Church Music Review

Nov. 1906, Vol. 5, Nr. 60, S. 1263-67.
Nov. 1919, Vol. 18, Nr. 216, S. 327-32.
Juni 1924, Vol. 23, Nr. 271, S. 277-81.


The Musical Times

1.1.1888, Vol. 29, Nr. 539, S. 19-20.
1.6.1888, Vol. 29, Nr. 544, S. 361-68.
1.9.1888, Vol. 29, Nr. 549, S. 675-76.
1.5.1890, Vol. 31, Nr. 567, S. 272-74.
1.9.1891, Vol. 32, Nr. 583, S. 531-33.
(Zahlreiche Rezensionen in der Musical Times von 1861 bis zum Tod der Sängerin 1919 sind noch zu erforschen.)


Musica d’oggi

Februar 1925, Jg. 7, Nr. 2, S. 43-47.


La Revue et Gazette musicale de Paris

25.10.1968, Jg. 35, Nr. 43, S. 338-39.


Musik-Welt

1.1.1881, Jg. 1, Nr. 11, S. 132-35 / 137-38.
2.7.1881, Jg. 1, Nr. 37, S. 431-32.
3.9.1881, Jg. 1, Nr. 46, S. 514-15.
10.9.1881, Jg. 1, Nr. 47, S. 523-24 / 527-28.
5.11.1881, Jg. 1, Nr. 55, S. 607-08.
19.11.1881, Jg. 1, Nr. 57, S. 627-28.
24.12.1881, Jg. 1, Nr. 62, S. 677-79.
25.3.1882, Jg. 2, Nr. 13, S. 113-14.


Allgemeine Musikalische Zeitung

4.10.1865 Neue Folge Jg. 3, Nr. 40, S. 662-.63
27.1.1875, Jg. 10, Nr. 4, S. 53-55.
23.6.1880, Jg. 15, Nr. 25, S. 393-97.
30.6.1880, Jg. 15, Nr. 26, S. 410-413.


Niederrheinische Musik-Zeitung

26.7.1862, 10. Jg., Nr. 30, S. 235-40
30.6.1864. 12. Jg., Nr. 31, S. 241-44
28.1.1865, 13. Jg., Nr. 4, S. 28-31
7.10.1865, 13. Jg., Nr. 40, S. 316-17
14.10.1865, 13. Jg., Nr. 41, S. 321-23


Monatsschrift für Theater und Musik

29.9.1861, 7. Jg., Nr. 39, S. 611-12
22.6.62 , 8. Jg., Nr. 25, S. 393-95
29.6.62, 8. Jg., Nr. 26, S. 405-09
8.3.63, 9. Jg., Nr. 10, S. 154-55
26.4.63, 9. Jg., Nr. 17, S. 267-69
13.9.63, 9. Jg., Nr. 37, S. 591-92
24.12.63, 9. Jg., Nr. 52, S. 821-24


Musikalisches Centralblatt

15.9.1881, 1. Jg.,Nr. 37, S. 337-39


Schlesische Theaterzeitung, Breslau

8.3.1863, 1. Jg., Nr. 10, S. 6-7
22.3.63, 1. Jg., Nr. 12, S. 7-8
29.3.63, 1. Jg., Nr. 13, S. 7-8
26.4.63, 1. Jg.Nr. 17, S. 5-6


Deutsche Musikzeitung

22.6.1861, 2. Jg., Nr. 25, S. 197-98


Orkestertidende, Kristiania

August 1893, 1. Jg., Nr. 12, S. 64-65


Melos

1922, 3. Jg. Nr. 2, S. 97-98


Svensk musiktidning

1.10.1891, 11. Jg., Nr. 15, S. 116
16.1.1899, 19. Jg., Nr. 2, S. 9-10
1.10.1900, 20. Jg., Nr. 15, S. 109-10


Abbildungen der Sängerin

Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt / Main, Sammlung Manskopf: http://edocs.ub.uni-frankfurt.de/volltexte/2003/7801469/

Österreichische Nationalbibliothek, Bildarchiv und Grafiksammlung, 93 Einträge Fotografien und Grafiken, Sign. Pf 470

Nationalbibliothek Wales
http://cat.llgc.org.uk/cgi-bin/gw/chameleon

Bibliothèque nationale de France, Department des Manuscrits: Sign. NAF 15071, f. 9 und NAF 15142, f. 91-93


Plattenaufnahmen

Verzeichnis der Deutschen Nationalbibliothek https://portal.dnb.de/
British Library unter: http://explore.bl.uk


Briefe

British Library unter MUS RP 6909
Recherchierbar unter: http://searcharchives.bl.uk

Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Verbundkatalog Nachlässe und Autographen:
http://kalliope.staatsbibliothek-berlin.de/

Bibliothèque nationale de France, Department des Manuscrits: Sign. NAF 15142, f. 94-95
Weitere Einträge siehe:www.bnf.fr

Manuskript-Abteilung der British Library: http://molcat.bl.uk und Einträge für das Archiv der Royal Philharmonic Society

Nationalbibliothek Wales: http://isys.llgc.org.uk/index.htm


Konzertprogramme

http://www.concertprogrammes.org.uk


Links

www.craigynoscastle.com

http://www.craigynoscastle.com/history.htm

http://www.craigynoscastle.com/adelina_patti.html

http://www.craigynoscastle.com/adelina_and_her_music.html
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Forschung

Thematischer Schwerpunkt der Publikationen zu Adelina Patti war stets ihre Karriere als Sopranistin auf der Opernbühne.
Es gibt zahlreiche Quellen zur Biografie der Sängerin Adelina Patti einschließlich der Erinnerungen von Zeitgenossinnen und -genossen, Briefen und anderen Dokumenten, deren Fundorte bekannt sind.
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Forschungsbedarf

Eine wissenschaftlich aufgearbeitete Biografie der Sopranistin fehlt bislang. Das Leben der Sängerin ist sehr sagenumwoben und widersprüchliche Daten in den Quellen führen zu unterschiedlichen Interpretationen. Auch die Erinnerungen der Sängerin enthalten Widersprüche speziell zum Beginn ihrer Karriere. Dieses gilt es aufzuarbeiten. Weiterhin bleibt ihr Engagement für Konzert- und Opernaufführungen in ihrem Schloss Craig-y-Nos im Dunklen. Der Lebensabschnitt als Konzertveranstalterin wurde bisher in allen Biografien vernachlässigt. Auch ihr Wirken als Messen- und Oratoriensängerin ist bisher kaum beachtet worden und bedarf der Nachforschung.
Autor/innen:
Jutta Heise

Bearbeitungsstand:
Redaktion: Regina Back
Zuerst eingegeben am 17.11.2013