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Maria Anna Mozart

Maria Anna Walburga Ignatia Mozart, Nannerl Mozart, Maria Anna (Freiin/Freifrau) von Berchtold zu Sonnenburg

* 30. Juli 1751 in Salzburg, Österreich.
† 29. Oktober 1829 in Salzburg, Österreich.

Maria Anna Mozart kam in der Nacht vom 30. auf den 31. Juli 1751 zur Welt, getauft wurde sie am 31. Juli 1751.

„…daß mein Mädl eine der geschicktesten Spilerinnen in Europa ist, wenn sie gleich nur 12. Jahre hat…“ (Leopold Mozart, 28. Juni 1764, Mozart-Briefe I, S. 154).
Tätigkeitsfelder
Pianistin, Klavierpädagogin, Nachlassverwalterin, „Wunderkind“

Orte und Länder
In Salzburg geboren ging sie zusammen mit ihrem Bruder Wolfgang Amadeus sowie mit den Eltern bis 1769 mehrfach auf Konzertreisen. Nach ihrer „Wunderkind“-Zeit blieb sie zunächst in Salzburg und folgte nach ihrer Heirat ihrem Mann nach St. Gilgen. Nach dessen Tod kehrte sie nach Salzburg zurück, wo sie auch starb.

Profil
Als Schwester von Wolfgang Amadeus Mozart stand sie zunächst ebenfalls im Rampenlicht: als Wunderkinder wurden beide in ganz Europa bestaunt. Nach 1769 durfte sie allerdings nicht mehr als Virtuosin reisen, da sie sich nun auf ein bürgerliches Leben vorzubereiten hatte. Sie blieb in Salzburg künstlerisch aktiv soweit es die Umstände zuließen, und war für ihren Bruder noch während dessen Wiener Zeit (ab 1781) die wichtigste Ansprechpartnerin in pianistischen Belangen. Nach ihrer Heirat (1784) zog sie zusammen mit ihrem Mann Johann Baptist von Berchtold zu Sonnenburg nach St. Gilgen, wo sie sich nur noch mühsam ihren künstlerischen Freiraum erhalten konnte. Nach dem Tod ihres Mannes (1801) kehrte sie nach Salzburg zurück, wo sie wieder als Klavierlehrerin tätig war.

Biografie

In der Nacht vom 30. auf den 31. Juli 1751 wurde Maria Anna (Walburga Ignatia) in Salzburg geboren. 1758 erhielt sie ersten Klavierunterricht von ihrem Vater, dem Salzburger Vicekapellmeister Leopold Mozart. Im Jahr darauf legte dieser für sie ein Notenbuch an. Nachdem der Vater das außerordentliche Talent der Tochter und des 1756 geborenen Sohnes erkannt und bereits früh gefördert hatte, ging er 1762/63 erstmals mit seinen beiden („Wunder“-)Kindern auf Reisen, um ihr Talent am Münchner und am Wiener Hof vorzustellen. Nach den dortigen großen Erfolgen ließ sich Leopold Mozart in Salzburg beurlauben und ging mit der gesamten Familie auf eine mehr als dreijährige Reise (Juni 1763 bis November 1766). Hier erregte Maria Anna Mozart durch ihr Klavierspiel größte Aufmerksamkeit. Die Reise ging über Deutschland nach Frankreich, England, Holland und in die Schweiz. Nach einer weiteren Konzertreise nach Wien (September 1767 bis Januar 1769) musste Maria Anna Mozart in Salzburg bleiben, da sie inzwischen im heiratsfähigen Alter und eine berufliche Pianisten-Laufbahn für sie nicht vorgesehen war. 1772 wird in der Familienkorrespondenz erstmals von ihrer pädagogischen Tätigkeit berichtet. 1775 reiste sie zusammen mit dem Vater nach München zur Premiere von „La finta gardiniera“ KV 196 ihres Bruders.
Um 1780/81 machte sie die Bekanntschaft mit Franz Armand d’Ippold, der sie sehr verehrte und dessen Zuneigung von ihr wahrscheinlich erwidert wurde. Warum eine Heirat nicht zustande kam, ist bislang nicht eindeutig zu klären. 1781 reiste sie wiederum mit dem Vater nach München, um der Premiere von „Idomeneo“ KV 366 beizuwohnen.
Im Mai 1781 schlug ihr inzwischen in Wien lebender Bruder Wolfgang vor, (mit Franz d’Ippold) nach Wien zu kommen, um hier als Klavierlehrerin und Pianistin zu leben. Dieser Vorschlag wurde nicht in die Tat umgesetzt. Stattdessen heiratete sie am 23. August 1784 den zweifachen Witwer und Vater von fünf Halbwaisen Johann Baptist von Berchtold zu Sonnenburg und zog mit ihm nach St. Gilgen. Am 15. Juli 1785 kam das erste gemeinsame Kind, Leopold Alois Pantaleon, zur Welt. Leopold Mozart hatte bestimmt, dass seine Tochter in Salzburg entbinden solle und behielt den Säugling auch nach der Geburt bei sich. Maria Anna Berchtold zu Sonnenburg kehrte nach St. Gilgen zurück.
Im Mai 1787 kam Maria Anna nach Salzburg, um ihren todkranken Vater zu pflegen, der am 28. Mai 1787 starb. Am 22. März 1789 kam Maria Annas zweites Kind zur Welt, getauft auf den Namen Johanna Maria Anna Elisabeth, genannt Jeanette (gest. 1. September 1805). Am 22. November 1790 folgte die Geburt des dritten Kindes, Maria Barbara (gest. 26. April 1791).
Nachdem am 5. Dezember 1791 ihr Bruder Wolfgang Amadeus Mozart in Wien gestorben war, wurde Maria Anna von Berchtold zu Sonnenburg im April 1792 von Friedrich Schlichtegroll um biografische Informationen über ihren Bruder gebeten. Zwischen 1798-1807 ist ein Briefwechsel mit dem Leipziger Verlagshaus Breitkopf & Härtel in Zusammenhang mit Werken ihres Bruders belegt.
Nachdem am 26. Februar 1801 ihr Mann Johann Baptist von Berchtold zu Sonnenburg gestorben war, zog Maria Anna im Oktober desselben Jahres zurück nach Salzburg und nahm ihre Unterrichtstätigkeit wieder auf.
1821 erhielt sie Besuch von ihrem Neffen, dem inzwischen als Musiker tätigen Franz Xaver Wolfgang Mozart. Zwei Jahre später übergab sie Familienbriefe an ihre Schwägerin Constanze Nissen, verw. Mozart, geb. Weber, die eine erste umfangreiche Mozart-Biographie vorbereitete. 1825 erblindete sie und starb am 29. Oktober 1829 in Salzburg. Nach Querelen mit ihrer Schwägerin Constanze Nissen um das Familiengrab hatte sie 1827 nochmals ihr Testament geändert und wurde nach ihrem letzten Willen nicht neben Vater Leopold und Tochter Jeanette auf dem Friedhof St. Sebastian in Salzburg begraben, sondern auf dem Friedhof St. Peter (ebda.).
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Würdigung

Sie war die ältere Schwester Wolfgang Amadeus Mozarts, damit eine frühe Konkurrentin, Ansporn und zeitlebens eine der wichtigsten Ansprechpartnerinnen in musikalischen, vor allem pianistischen Dingen für ihren jüngeren Bruder. Ihre eigene öffentliche Pianistinnen-Laufbahn musste sie nach dem Willen des Vaters aufgeben und statt dessen in eine Versorgungsehe einwilligen. Dass sie sich neben ihren Alltagspflichten stets Freiräume für das Klavierspiel nahm, zeugt von ihrem hohen pianistischen Selbstwertgefühl.
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Rezeption

Sie wurde zeitlebens und bis ins späte 20. Jahrhundert hinein fast ausschließlich als Schwester Wolfgang Amadeus Mozarts rezipiert. Erst mit der Biographie von Eva Rieger (1990) erhielt die Maria Anna Mozart-Forschung wichtige Impulse und eine neue Richtung. Interessant dabei ist der Weg der kulturhistorischen Kontextualisierung, den z.B. auch die Edition von Düll/Neumaier 2001 geht: Die nicht mehr durch Primärquellen fixierbaren Lebensumstände der Maria Anna Mozart werden auf diese Weise zumindest durch die Erforschung ihres nahen Umfelds greifbarer.
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Werkverzeichnis

Maria Anna Mozart wurde nicht – wie ihr Bruder – in Komposition unterrichtet. Dennoch begann sie vor allem nach 1769 mit kompositorischen Studien (Lieder u.a.). Diese haben sich sehr wahrscheinlich nicht erhalten. Vermutlich nahm die kompositorische Arbeit für sie nie einen größeren Stellenwert ein, sie verstand sich vor allem als Pianistin. Als solche jedoch war es selbstverständlich, dass sie auch improvisierte.
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Repertoire

Das Repertoire von Maria Anna Mozart ist nur schwer zu rekonstruieren, da zumeist nur die Namen der Komponisten bekannt sind: innerhalb der Familienkorrespondenz war man so vertraut, dass niemand die genauen Angaben benötigte, die zur eindeutigen Identifizierung von Stücken notwendig wären. So heißt es etwa in einem Brief von Leopold Mozart an seine Frau: „Nebst den Bachischen und ParadiesSonaten kann die Nannerl auch des Wolfg: geschriebne Sonaten und Variationen, und andere Sonaten mit nehmen, was sie will…“ (21.12.1974, Mozart-Briefe I, S. 508f.). Der Vater gab hier aus München Anweisungen, welche Noten seine Tochter mitbringen könne, um sie in München zu spielen.
Auch aus den Reisebriefen, die Leopold Mozart zwischen 1763 und 1766 nach Salzburg schickte, sind wenig eindeutige Hinweise zu erkennen. Zumeist ist recht allgemein von den „schwersten Stücke[n] von den grösten Meistern“ (vgl. Düll/Neumaier 2001, S. 19) die Rede. Offenbar kam es auf diesen „Wunderkind“-Reisen nicht so sehr auf die Komposition und/oder den Komponisten, sondern auf die Interpretation durch Maria Anna Mozart an. Gleichwohl kann man bei den organisatorischen Qualitäten Leopold Mozarts davon ausgehen, dass er stets darauf bedacht war, dem Publikumsgeschmack nahe zu kommen, so dass er jeweils vor Ort zunächst eruierte, was das Publikum hören wollte, und es dann seine Tochter einstudieren ließ. Dieses Vorgehen ist etwa für Paris nachweisbar.
Aufgrund dieser Situation sind – wie im folgenden zu sehen – häufig nur uneindeutige Angaben zu machen. Es ist denkbar, dass zukünftige Forschung hier genauere Hinweise ans Tageslicht befördert (s. unter Punkt 15).

· Sonaten von Domenico Paradies, wahrscheinlich dessen Sonate di gravicembalo (London 1754) (s. Mozart-Briefe I, S. 508f.).
· Sonaten von Johann Christian Bach, wahrscheinlich dessen 6 Sonaten für Clavecin oder Pianoforte op. 5 (Amsterdam 1768) (s. Mozart-Briefe I, S. 508f.).
· Werke von Johann Schobert und Johann Gottfried Eckard (vgl. Mozart-Briefe I, S. 126), dabei ist von Eckard wahrscheinlich op. 1 gemeint, sechs Klaviersonaten, die 1763 erschienen waren.
· Zum Repertoire von Maria Anna Mozart aus den Jahren bis 1781 gehörten auch zahlreiche Werke für Klavier zu vier Händen, die sie zusammen mit ihrem Bruder spielte, so etwa auch ein Klavier-Doppelkonzert von Georg Christoph Wagenseil. (Als Klavierduo ließen sich die Geschwister übrigens auch auf dem Ölbild darstellen, das Johann Nepomuk della Croce 1780/81 von der Familie Mozart anfertigte.)
· Zudem dürfte sie Werke zahlreicher Salzburger Komponisten gespielt haben (Kollegen von Leopold und Wolfgang Mozart).
· Darüber hinaus ist anzunehmen, dass Maria Anna Mozart alle Klavierkompositionen (Solowerke, Kammermusikwerke und Konzerte) ihres Bruders spielte.
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Literatur und Quellen

Selbstverständlich sind für Maria Anna Mozart zumindest die Kindheit und Jugend betreffenden Quellen und biographischen Literaturhinweise zu nennen, die für Wolfgang Amadeus Mozart zu nennen wären. Insofern muss angesichts der Fülle auf eine ausführliche Nennung verzichtet werden. In die folgende Liste aufgenommen wurden hingegen:

· Quellen, vor allem Maria Anna Mozart betreffend;
· biographische Sekundärliteratur, sofern sie im Rahmen einer allgemeinen Mozart-Forschung auf besondere Weise auf Maria Anna Mozart eingeht;
· spezielle Sekundärliteratur zu Maria Anna Mozart.

Nicht aufgenommen wurden Literaturhinweise zu allgemeinen Fragestellungen, wie etwa der Situation der Frau im 18. Jahrhundert, der besonderen Situation von Künstlerinnen, zu kulturhistorischen und kultursoziologischen Fragestellungen etc., die für Maria Anna Mozart gleichwohl von Relevanz sind. Als Hinweis für weiterführende Lektüre mag hier die auch in dieser Hinsicht äußerst breitgefächerte Bibliographie in Rieger 2005 (2. Auflage) genügen.

Quellen:
Eine Wallfahrt zu Mozart. Die Reisetagebücher von Vincent und Mary Novello aus dem Jahre 1829. Hg. von Nerina Medici di Marignano und Rosemary Hughes, übers. von Ernst Roth. Bonn 1959.
Fénelon, François: Über Mädchenerziehung. Ungekürzte Ausgabe. Hg. von Charlotte Richartz. Bochum o.J.
Geffray, Geneviève: Correspondance VII. Notes de voyages, témoignages, journal de Nannerl, catalogue des oeuvres, index général. Édition de la Fondation Internationale Mozarteum Salzbourg réunie et annotée par Wilhelm A. Bauer, Otto Erich Deutsch et Joseph Heinz Eibl. Édition française et traduction de l’allemand par Geneviève Geffray. Paris: Flammarion 1999.
Leopold Mozarts Briefe an seine Tochter. Hg. von Otto Erich Deutsch und Bernhard Paumgartner. Salzburg, Leipzig 1936.
Mozart, Maria Anna: "meine tag Ordnungen". Nannerl Mozarts Tagebuchblätter 1775-1783 mit Eintragungen ihres Bruders Wolfgang und ihres Vaters Leopold. Herausgegeben und kommentiert von Geneviève Geffray unter Mitarbeit von Rudolph Angermüller. Bad Honnef: K.H. Bock 1998.
Mozart. Briefe und Aufzeichnungen. Gesamtausgabe, gesammelt und erläutert von Wilhelm A. Bauer und Otto Erich Deutsch, 7 Bde., Kassel u. a. 1962.
Mozart. Die Dokumente seines Lebens. Gesammelt und erläutert von Otto Erich Deutsch (Neue Ausgabe sämtlicher Werke, Serie X: Supplement), Kassel u. a. 1961. Dazu auch der Ergänzungsband Kassel 1978.
Mozart. Neue Ausgabe Sämtlicher Werke. Darin: Nannerls Notenbuch, hg. von Wolfgang Plath, Serie IX, Werkgruppe 27, Bd. 1. Kassel: Bärenreiter 1982.
Nannerl Mozarts Tagebuchblätter. Hg. von Walter Hummel. Salzburg: Verlag Das Bergland-Buch 1958.

Sekundärliteratur:
Angermüller, Rudolph: „Ein unveröffentlichter Brief Nannerls an Marie Trestl (17. Februar 1824)“. In: Miteillungen der ISM 36. 1-4 (1988). S. 96-98.
Angermüller, Rudolph: „Testament, Kodizill, Nachtrag und Sperrelation der Freifrau Maria Anna von Berchtold zu Sonnenburg, geb. Mozart (1751-1829)“. In: Mozart Jahrbuch 1986, Kassel/Basel: Bärenreiter 1987. S. 97-132.
Angermüller, Rudolph: Mozart 1485/86 bis 2003. 2 Bde. Tutzing: Schneider 2004.
Bauld, Alison: Talking to Aunt Mozart, in: The Independent, Saturday 10 April 1993, S. 31.
Blümml, Emil Karl: Aus Mozarts Freundes- und Familienkreis. Wien/Leipzig: Strache 1923.
Breitinger, Friedrich: Mozarts und Nannerls Auftreten am Salzburger Fürstenhof, in: Mozartiana. "Gaulimauli Malefisohu". Erhebungen von Friedrich Breitinger, herausgegeben von Friederike Prodinger, bearbeitet von Josef Brettenthaler. Salzburg: IKS 1992, S. 38-42.
Cantatore, Liliana: Donna Nannerl. Autobiografia e musica nel Don Giovanni di Mozart. Florenz: Atheneum 1990.
Chmielarz, Sharon: The other Mozart. Poems. New York: Ontario Review Press, Princeton 2001.
Düll, Siegrid und Otto Neumaier (Hg.): Maria Anna Mozart. Die Künstlerin und ihre Zeit. Möhnesee: Bibliopolis 2001.
Ebeling-Winkler, Renate: „Ein Blüthenkranz sey’ stätts dein Leben – Das Stammbuch von Nannerl Mozarts Stiefsohn Johann Baptist Andrä von Berchtold zu Sonnenburg“. In: Salzburger Museum Carolino Augusteum. Das Kunstwerk des Monats 9 (1996), Blatt 99, Salzburg, Juli 1996, S. 1-4.
Eder, Petrus OSB: Nannerl Mozarts Notenbuch von 1759 und bisher unbeachtete Parallelüberlieferungen, in: Mozart Studien. Hg. von Manfred Hermann Schmid. Tutzing: Hans Schneider 1993, S. 37-67.
Eltz-Hoffmann, Lieselotte von: Salzburger Frauen. Leben und Wirken aus 13 Jahrhunderten. Salzburg: Stadtverein Salzburg und Colorama Verlag 1997.
[Geffray, Geneviève]: Journal intime. Mozart au jour le jour, in: Le Monde de la Musique, Paris, Juillet-Août 1998, S. 40-45.
Gruber, Gernot: Mozart und die Nachwelt. Salzburg/Wien: Residenz 1985.
Halliwell, Ruth: The Mozart Family. Four Lives in a Social Context. Oxford: Clarendon Press 1998.
Hamerníková, Anna: „’Licitations-Ptorocoll über die Leopold Mozartische Verlassenschaft’ im Familienarchiv Berchtold“. In: Mozart Jahrbuch 1991, Bd. 1, S. 122-125.
Hitzig, Wilhelm: „Die Briefe Franz Xaver Niemetscheks und der Marianne Mozart an Breitkopf & Härtel“. In: Der Bär. Jahrbuch von B. & H. auf das Jahr 1928. Leipzig 1928.
Hoffmann, Freia: Instrument und Körper. Frankfurt am Main: Insel 1991.
Hummel, Walter: Nannerl. Wolfgang Amadeus Mozarts Schwester. Zürich/Leipzig/Wien: Amalthea 1952.
[Kastner, Emerich]: Mozart-Reliquien (Schluss.), in: Harmonie. Zeitschrift für die musikalische Welt und Organ für den Verband der deutschen Tonkünstler-Vereine 3 (1877), No. 24, Offenbach am Main, 22. December 1877, S. 214-215.
Klein, H.: „Zur Herkunft Franz Armand d’Ippolds“. In: Mitteilungen der ISM 7. Jg., Heft 3/4 Dez. 1958, S. 2-3.
Martin, Franz: „Das ‚Nannerl Mozart im Galakleid’“. In: Mozart Jahrbuch 1950. Salzburg 1951.
Morath, Wolfram und Irene Andessner (Hg.): Salzburger Museum Carolino Augusteum: Frauen zu Salzburg. Caroline Auguste, Constanze Mozart, Nannerl Mozart, Barbara Krafft, Emilia Viktoria Kraus ("Hundsgräfin"). Ausstellung vom 23. Juli bis 12. September 1999. Salzburg: Carolino Augusteum, Salzburger Museum für Kunst und Kulturgeschichte 1999.
Nickel, Barbara Kathleen: The Secret Wish of Nannerl Mozart. Toronto: Second Story Press 1996.
Pass, Walter: Nannerl Mozart’s Tagebuchblätter (1775-1783). Eine Rezension, in: Frau und Musik im Zeitalter der Aufklärung. Zur 100Jahrfeier des Instituts für Musikwissenschaft der Universität Wien 1898-1998, hg. von Siegrid Düll und Walter Pass. Sankt Augustin: Academia Verlag 1998. S. 78-81.
Plath, Wolfgang: „Leopold Mozart und Nannerl: Lehrer und Schülerin“. In: Gerhard Allroggen und Detlef Altenburg (Hg.): Festschrift Arno Forchert. Kassel: Bärenreiter 1986, S. 127-130. (Nachdruck in Düll/Neumaier 2001, S. 85-91)
Posch, Franz: „Leopold Mozart als Mensch, Vater und Erzieher der Aufklärung.“ In: Neues Mozart Jahrbuch. Regensburg 1941.
Rieger, Eva: „Maria Anna Mozart“. In: Luise F. Pusch (Hg.): Schwestern berühmter Männer. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1985.
Rieger, Eva: „Die gefesselte Phantasie der Frau. Ein neuer Blick auf Nannerl Mozart“. In: Bericht über den Internationalen Mozart-Kongreß Salzburg 1991. Hg. von Rudolph Angermüller, Dietrich Berke, Ulrike Hofmann und Wolfgang Rehm. Kassel u.a.: Bärenreiter 1992, S. 115-121.
Rieger, Eva: Nannerl Mozart. Leben einer Künstlerin im 18. Jahrhundert. Frankfurt am Main: Insel 1992. 2. Auflage: Frankfurt am Main: Insel 2005.
Schmid, Hans: „Mozart-Miszellen“. In: Acta Mozartiana 43 (1996), Heft 1, Augsburg, Juni 1996, S. 18-20.
Schmid, Manfred Hermann: „Nannerl Mozart und ihr musikalischer Nachlaß: Zu den Klavierkonzerten im Archiv St. Peter in Salzburg.“ In: Mozart Jahrbuch 1980-1983, Kassel: Bärenreiter 1983.
Schmidt, Nina: Nannerl Mozart – eine Künstlerin im Schatten ihres Bruders?, in: Frau und Musik im Zeitalter der Aufklärung. Zur 100Jahrfeier des Instituts für Musikwissenschaft der Universität Wien 1898-1998, hg. von Siegrid Düll und Walter Pass. Sankt Augustin: Academia Verlag 1998, S. 58-77.
Schuler, Heinz: „Die Salzburger Familie Gilowsky von Urazowa und ihre Beziehungen zu den Mozarts“. In: Wiener Figaro 46. Jahrgang 1979, S. 27-35.
Schuler, Heinz: „Nannerl Mozarts Stiefkinder“. In: Acta Mozartiana 1976, S. 30-35.
Schuler, Heinz: Mozarts Salzburger Freunde und Bekannte. Biographien und Kommentare. Wilhelmshaven 2. Aufl. 2004.
Senigl, Johanna: "Redlicher Mann" – "Allerliebste Mama" – "Schwester Canaglie". Die Mozarts und St. Gilgen. – Salzburg: Internationale Stiftung Mozarteum 1992.
Senn, Walter: „Zur Erbteilung nach Leopold Mozart“. In: Neues Augsburger Mozartbuch. Augsburg: Seitz 1962.
Solomon, Maynard: „Marianne Mozart: ‚Carissima sorella mia’“. In: On Mozart. Hg. von James M. Morris. Cambridge: Cambridge University Press 1994, S. 130-150.
Tyson, Alan: „A reconstruction of Nannerl Mozart’s Music Book (Notenbuch)“. In: Music & Letters 60 (1979), S. 389-400.
Unseld, Melanie: „Studiren […] und Metier davon zu machen“. Mozarts Schülerinnen Josepha Auernhammer und Babette Ployer. In: Elena Ostleitner, Gabriele Dorffner (Hg.): "Ein unerschöpflicher Reichthum an Ideen ... " Komponistinnen zur Zeit Mozarts und heute (Musikschriftenreihe Frauentöne , Bd. 6). Strasshof/Wien/Bad Aibling: Vier Viertel Verlag 2006 (im Druck).
Unseld, Melanie: Mozarts Frauen. Begegnungen in Musik und Liebe. Reinbek: Rowohlt 2005.
Wintersteiner, Marianne: Anna Maria und Nannerl Mozart. Roman. 2. Aufl. Rosenheim: Rosenheimer Verlagshaus 1999.

CD’s:
Wolfgang Amadeus Mozart: Für Nannerl. Klavierkompositionen zu zwei und vier Händen (Hammerflügel). Wolfgang Brunner und Leonore von Stauss:
Sonate D-Dur KV 381, Sonate C-Dur KV 19d und Sonate B-Dur KV 358 für Klavier zu vier Händen; Modulierendes Präludium (F-e) KV deest, Praeludium (Fantasie) und Fuge C-Dur KV 394, Sonate C-Dur KV 309 für Klavier solo (profil 67168 5) 2001. Diese CD liegt auch der Publikation Düll/Neumaier 2001 als Beilage bei.

Links:
http://www.mozarteum.at
http://www.fembio.org/frauen-biographie/nannerl-mozart.shtml
http://www.mozartproject.org/biography/mozart_n.html
http://www.geocities.com/conniesunday/nannerl.html
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Forschung

Viele Dokumente und Quellen von Maria Anna Mozarts eigener Hand gelten als verschollen. Zu Recht ist zu vermuten, dass die meisten dieser Dokumente vernichtet wurden, entweder bereits zur Zeit ihrer Entstehung, oder später während der Bestandsaufnahme der Mozart-Quellen, die Constanze Nissen und Maria Anna von Berchtold zu Sonnenburg vornahmen. Insofern ist davon auszugehen, dass nur vereinzelt weitere Dokumente ans Tageslicht kommen.
Die übrigen Materialien sind – vor allem im Zuge der Mozart-Forschung – bereits vielfach ausgewertet worden. Dass dennoch im Fall der Maria Anna Mozart noch zahlreiche Lücken bestehen, wird im folgenden Punkt genauer beleuchtet.
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Forschungsbedarf

Zahlreiche Aspekte von Leben und musikalischem Handeln Maria Anna Mozarts sind noch nicht hinreichend erforscht, so zum Beispiel:
· ihre tatsächlichen musikalischen Fähigkeiten neben ihrem pianistischen Können, z.B. auf dem Gebiet der Komposition, Instrumentation, Improvisation etc.;
· ihr Repertoire;
· ihr soziales und künstlerische Netzwerk in Salzburg;
· ihre Kompositionen/Kompositionsversuche;
· das Verhältnis zwischen Constanze Nissen und Maria Anna Berchtold zu Sonnenberg nach dem Tod Wolfgang Amadeus Mozarts, vor allem während der gemeinsamen Salzburger Zeit;
· ihre Schülerinnen (und Schüler?), ihre pädagogische Herangehensweise

Darüber hinaus bleibt es trotz der verdienstvollen Arbeiten von Rieger, Geffray und Düll/Neumeier weiterhin ein wichtiges Forschungsdesiderat, die vorliegenden Quellen in neue Kontexte zu stellen. So dürfte etwa die weitergehende Erforschung des Bildungsideals Leopold Mozarts weitere Schlüsse auf die Ausbildung Maria Anna Mozarts geben, eine tiefgehende Untersuchung zum Phänomen der (weiblichen) Wunderkinder im 18. Jahrhundert steht ebenfalls noch aus.
Autor/innen:
Melanie Unseld

Bearbeitungsstand:
Redaktion: Nicole K. Strohmann
Zuerst eingegeben am 25.08.2006