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Marianne Martines

Anna Catharina Martines, Maria Anna Martines, Marianna (von) Martinez

* 4. Mai 1744 in Wien, Österreich.
† 13. Dezember 1812 in Wien, Österreich.



„Sie übertraf wirklich noch die Erwartung, die man mir von ihr beigebracht hatte. Sie sang zwo Arien von ihrer eignen Komposition über Worte von Metastasio, wozu sie sich selbst auf dem Flügel akkompagnierte, und zwar auf eine wohlverstandne, meisterhafte Manier; und aus der Art, wie sie die Ritornelle spielte, konnte ich urteilen, daß sie sehr fertige Finger hätte.“ (Charles Burney über Marianne Martines)
Mediennachweis

gemeinfrei

Tätigkeitsfelder
Komponistin, Cembalistin/Pianistin, Sängerin, Pädagogin, Übersetzerin

Orte und Länder
Marianne Martines wurde in Wien geboren und verließ, soweit bekannt, ihre Geburtsstadt zeitlebens nicht.

Profil
Marianne Martines war eine der wichtigsten Komponistinnen der Mozart-Zeit in Wien. Sie trat früh als komponierendes Wunderkind auf und ihre von Pietro Metastasio geförderte, profunde Ausbildung ermöglichte ihr eine vielfältige musikalisch-literarische Entfaltung. Sie trat als Sängerin, Komponistin, Pianistin und Übersetzerin hervor. Die hohe Qualität ihrer musikalischen Tätigkeiten spiegelt sich zum einen in zeitgenössischen Zeugnissen (u.a. Burney) wieder. Zum anderen wurden sowohl die von ihr veranstalteten Akademien als auch ihr Wirken als Musikpädagogin hoch geschätzt.

Biografie

Marianne Martines wurde am 4. Mai 1744 in Wien auf den Namen Anna Catharina getauft. Da ihr Vater, Nicolò Martines, Zeremonienmeister des apostolischen Nuntius in Wien war, bestanden enge Kontakte der Familie zum Wiener Hof. Pietro Metastasio, seit 1730 Hofpoet in Wien, war mit der Familie Martines eng befreundet und wohnte in deren Haus am Kohlmarkt. Er war es vermutlich auch, der das außergewöhnliche Talent der jungen Marianne Martines erkannte und etwa ab 1753 die Verantwortung für ihre Ausbildung übernahm. Zu den Lehrern der jungen Marianne Martines gehörten auf Veranlassung Metastasios Nicolò Porpora, Joseph Haydn (zeitweise ebenfalls Bewohner des Hauses Martines am Kohlmarkt), Johann Adolf Hasse und Giuseppe Bonno.
Im Rahmen dieser breiten und fundierten musisch-literarischen Ausbildung zeigte sich früh ihr außerordentliches Talent. Ob die Aufführung ihrer dritten Messe 1761 in der Michaelerkirche ihr erster öffentliche Auftritt als Komponistin war, ist nicht gesichert, die 17-Jährige wurde anlässlich dieser Aufführung jedenfalls als komponierendes Wunderkind gefeiert. Sie komponierte weiterhin regelmäßig, 1767 wurden zwei ihrer Klaviersonaten bei Johann Ulrich Haffner (Nürnberg) gedruckt.
Als erste Frau wurde sie 1773 in die Accademia Filarmonica di Bologna aufgenommen. Sie etablierte sich nun in Wien als Komponistin, Cembalovirtuosin und Sängerin, weiterhin gefördert durch Metastasio und den Wiener Hof. Sie veranstaltete häusliche Akademien, die von zahlreichen ansässigen und durchreisenden Musikern und Künstlern geschätzt und rege frequentiert wurden, so u. a. auch von Mozart.
1782 wurde ihr Oratorium „Isacco, figura del redentore“ (Text: Metastasio) aufgeführt. Wenig später starb Metastasio. Dieser hinterließ Marianne Martines und ihren Geschwister sein Vermögen, so dass auch Marianne Martines versorgt war und nicht unter dem Druck stand, aus ökonomischen Gründen eine Ehe einzugehen (vgl. dazu auch Godt 1998, S. 144f.). In den Jahren zwischen 1780 und 1790 führte sie eine Singschule, die als Vorläuferinstitution des Wiener Konservatoriums gilt. Am 12. Dezember 1812 starb Marianne Martines in Wien.
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Würdigung

Martines gehörte zu einer der profiliertesten Musikerinnen der Mozart-Zeit in Wien. Von zahlreichen Zeitgenossen wurden sowohl ihre kompositorischen, als auch ihre interpretatorischen Qualitäten besonders hervorgehoben.
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Rezeption

Martines war zu Lebzeiten eine wichtige Person des musikkulturellen Lebens in Wien. Sie wurde sowohl als Komponistin als auch als Sängerin und Pianistin hochgeschätzt. Nach ihrem Tod geriet sie als Komponistin in Vergessenheit, die relativ gute Quellenlage ermöglichte allerdings in jüngerer Zeit etliche Editionen, so dass ihre Werke vergleichsweise gut zugänglich sind (Notenmaterial, Einspielungen).
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Werkverzeichnis

Zu den von ihr überlieferten Werken gehören (soweit bis heute bekannt) mehrere Messen und Psalmvertonungen, Litaneien und Oratorien, Kantaten und Motetten, sowie mehrere Cembalo-Sonaten, Cembalo-Konzerte und eine Sinfonie.

Vorbemerkung: das Werkverzeichnis basiert auf Godt 1995. Angegeben sind neben Titel und Entstehungsjahr auch der momentane Verbleib des Autographen/der Abschriften. Die bislang edierten Werke s. unter „Ausgaben“.

A. Vokalmusik

1. Messen

Messe in C [Nr. 1] (undatiert), (Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)

Seconda Messa in G (1760), (Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)

Terza messa in C (a di 10 Agosto del 1761), (Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)

Originale Quarta messa in D (Luglio 1765), (Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)

Missa [ungesichert: Leipzig]


2. Größere liturgische Werke

Litanei [Nr. 1 in D] (1762), (Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)

Regina caeli in C (1767), (Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)

Miserere mei Deus (1768), (ÖNB Wien)

Miserere: Pietà Signore (1769), (Biblioteca Civica Angelo Mai, Bergamo/ Civico Museo Bilbiog. Mus., Bologna/Cons. San Pietro a Majella, Neapel/Archivio Capitolare, Pistoia/Fondazione Levi, Venedig/ Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)

Quemadmodum desiderat cervus (1770), (Biblioteca Civica Angelo Mai, Bergamo/ Civico Museo Bibliogr. Mus., Bologna/Accademia Fil., Bologna [nur 1. Satz]/ Cons. di mus. Luigi Cherubini, Florenz/Erzbischöfl. Arch., Münster/Cons. San Pietro a Majella, Neapel/ÖNB, Wien)

Dixit Dominus (1774), (Staatsbibliothek Berlin/Civico Museo Bibliogr. Mus., Bologna)

Litanei [Nr. 2 in G] (1775) (Gesellschaft für Musikfreunde, Wien)

In exitu Israel (undatiert), (Cons. di mus. Luigi Cherubini, Florenz/ÖNB Wien)

Lodate pueri (undatiert), (Cons. di mus. Luigi Cherubini, Florenz/ Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)


3. Solomotetten

„Ne maris ira insana…“ „Erramus absque duce …“ (1760), (Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)

„Dell’ innocenza…“ „Maggior d’ogni periglio…“ (1762) (Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)

„Erubeas Tiranne de Sanctus Joannes“ „A nimbis insultata…“ (1765) (Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)

„Ad te, mi Deus…“ „In te felix et tranquilla…“ (1768) (Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)

„Suas clpas cogitando“ „Palpitat cor…“ (1768) (Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)

„O virgo cui salutem…“ „Per avia nemorosa…“ [undatiert] (Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)


4. Oratorien

Isacco, figura del Redentore (1781) (Accademia Filarmonica, Bologna/ Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)

Santa Elena al Calvario [undatiert] (Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)


5. Kantaten

Scelte d’arie composte per suo diletto da Marianna Martines (1767) (Cons. San Pietro a Majella, Neapel)

Se per tutti ordisce amore (1769), Text: Metastasio: L’eroe cinese, (Sächsische Landesbibliothek Dresden)

Per pietà bell’idol mio (1769), Text: Metastasio: Ataraserse (Sächsische Landesbibliothek Dresden)

La tempesta (1778) (Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)

Amor timido (1779) (Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)

Il nido degli amori (1783) (Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)

Orgoglioso fiumicello (1786) (Stadtbibliothek Wien)

Perchè compagne amate, perchè tanto stupor! (undatiert) (Civico Museo Bibliogr. Mus., Bologna)

Il consiglio (undatiert) (Staatsbibliothek Berlin)

Il primo amore (Staatsbibliothek Berlin)

La primavera (undatiert) (Staatsbiblithek Berlin)


6. Sammlungen

Saggio di composizzioni della Sga. Anna Maria Martines: Kyrie und Et vitam venturi (undatiert) (Civico Museo Bibliogr. Mus., Bologna)


B. Instrumentalmusik

1. Sinfonie

Sinfonie C-Dur (1770), (Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)


2. Konzerte

Concerto per il Cimbalo E-Dur (1766), Autograph (Privatbesitz)

Concerto per il clavicembalo G-Dur (1772), (Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)

Concerto per il clavicembalo in A (undatiert), (Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)

Concerto [per il clavicembalo] in C (undatiert), (Gesellschaft der Musikfreunde, Wien)


3. Klaviermusik

Sonate für Cembalo A-Dur (vor 1767) (Stadtbibliothek Leipzig)

Sonate für Cembalo E-Dur (vor 1767) (Stadtbibliothek Leipzig)

Sonate für Cembalo G-Dur (1769) (Sächsische Landesbibliothek Dresden)


Ausgaben

Johann Ulrich Haffner: Raccolta musicale contenente VI. sonate per il cembalo solo d’altretanti celebri compoisitori italiani messi nell’ ordine alfabetico co’ loro nomi e titoli. Bd. IV (um 1762). Bd. V (1765). Nürnberg

Alte Meister: Sammlung wertvoller Klavierstücke des 17. und 18. Jahrhunderts. Hg. von E. Pauer. Leipzig 1868-1885.

Konzert für Klavier und Orchester A-Dur. Hg. von R. Marciano. Kassel 1977.

Eighteenth-Century Women Composers for the Harpsichord or Piano. Hg. von B. Harbach. 2 Bde. Pullmann/Wa. 1992.

In Exitu Israel de Agypto. Hg. von C. Misch. Kassel 1993.

Quarta Messa. Hg. von C. Misch. Kassel 1993.

Three Sonatas for Keyboard. Hg. von S. Bean. Bryn Mawr/Pa. 1994.

Miserere. Hg. von Shirley Bean. Fayetteville 1996.

Dixit Dominus. Hg. von Irving Godt. Madison/Wis. 1997.

Messe Nr. 1 C-Dur. Hg. von Shirley Bean. Fayetteville 1998.

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Literatur und Quellen

Quellen
Autobiographische Skizze (1773) (vgl. Brown 1986).

Handschriftliche Biographie (in der Handschriftlichen Biographiensammlung in der Gesellschaft der Musikfreunde Wien, um 1826).



Sekundärliteratur

Biba, Otto. „Nachrichten über Joseph Haydn, Michael Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart in der Sammlung handschriftlicher Biographien der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien“. In: Studies in Music History Presented to H. C. Robbins Landon on his Seventieth Birthday. Otto Biba und David Wyn Jones (Hg.). London: Thames and Hudson 1996, S. 152-164.


Bodsch, Ingrid (Hg.). Beethoven und andere Wunderkinder. Bonn: Stadtmuseum Bonn 2003.


Brown, A. Peter „Marianna Martines’ Autobiography as a New Source for Haydn’s Biography During the 1750’s“. In: Haydn-Studien 6/1. 1986. S. 68-70.


Burney, Charles. Tagebuch einer musikalischen Reise. Nachdr. der Ausg. Hamburg 1772-73. Wilhelmshaven: Heinrichhofen 1980. Vollständige Ausgabe: Kassel: Bärenreiter 2003.


Fortino, Sally. „Marianna Martinez - zum 250. Geburtstag der Musikerin und Komponistin“. In: Clingklong: Musikszene Frau. Zeitschrift des FrauenMusikForums Schweiz. 33. 1994. S. 1-38.


Fremar, Karen Lynn. The Life and Selected Works of Marianna Martines (1744-1812). Dissertation, University of Missouri. Kansas City/Mo. 1983.


Godt, Irving. „Marianna in Italy: the International Reputation of Marianna Martines (1744-1812)“. In: Journal of Musicology 13. 1995. S. 136-158 [inkl. Werkverzeichnis].


Godt, Irving. „Marianna in Vienna: A Martines Chronology“. In: The Journal of Musicology Vol. XVI/1. 1998. S. 136-147.


Kelly, Michael. Reminiscences. 2 Bde. London: Henry Colburn 1826.


Le Beau, Luise Adolpha. „Componistinnen des vorigen Jahrhunderts“. In: Neue Zeitschrift für Musik 57. 17. Dezember 1890, Nr. 51. S. 569-570 und 24. Dezember 1890. Nr. 52. S. 583-584.


Marciano, Rosario. „Marianne de Martinez“. In: Annäherung an 7 Komponistinnen. Mit Berichten, Interviews und Selbstdarstellungen. Brunhilde Sonntag und Renate Matthei (Hg.). Kassel: Furore-Edition 1988, S. 19-25.


Marx, Eva und Haas, Gerlinde. 210 Österreichische Komponistinnen vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Biographie, Werk und Bibliographie. Ein Lexikon. Salzburg: Residenz 2001.


Olivier, Antje. Komponistinnen aus 800 Jahren. Essen: Sequenzia 1996.


Pichler, Caroline. Denkwürdigkeiten aus meinem Leben. Emil Karl Blümml (Hg.). 3 Bde. München: Müller 1914.


Schmid, Anton. „Zwei musikalische Berühmtheiten Wiens aus dem Schönen Geschlecht in der zweiten Hälfte des verflossenen Jahrhunderts“. In: Allgemeine Wiener Musikzeitung 6. Oktober 1846. S. 509-510, 513-514, 517-518.


Stevenson, Robert. „Marianna Martines = Martinez (1744-1812): Pupil of Haydn and Friend of Mozart“. In: Inter-American Music Review XI (1990-91). S. 25-44.


Unseld, Melanie. „Eine weibliche Symphonietradition jenseits von Beethoven? Luise Adolpha Le Beau und ihre Symphonie op. 41“, in: Maßstab Beethoven? Komponistinnen im Schatten des Geniekults, hg. von Bettina Brand und Martina Helmig, München: edition text + kritik, 2001. S. 24-44.


Unseld, Melanie. Mozarts Frauen. Begegnungen in Musik und Liebe. Reinbek: Rowohlt 2005.


Weissweiler, Eva. Komponistinnen vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Eine Kultur- und Wirkungsgeschichte in Biographien und Werkbeispielen. München: dtv 1999



Lexikon-Artikel

Cohen, Aaron I. International Encyclopedia of Women Composers, Bd. 1. 2. Aufl. 1987, S. 455-456.


„Martines, Marianna“. In: Musik in Geschichte und Gegenwart. 2. Aufl. Hg. von Ludwig Finscher. Personenteil. Bd. 11. Kassel u.a. 2004. Sp. 1188-1189 [Ingeborg Harer]


“Martines, Marianne von”. In: The New Grove Dictionary of Music and Musicians. Hg. von Stanley Sadie. London: Macmilian 1980 [Helene Wessely]


“Martinez, Marianne [Anna Katharina] von”. In: The New Grove Dictionary of Music and Musicians. Hg. von Stanley Sadie. 2. Aufl. London: Macmilian 2001 [Helene Wessely und Irving Godt]


Wurzbach, Constant von: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. Wien: Druck und Verlag der k.k. Hof- und Staatsdruckerei. 1867. (Bd. 17: Artikel Marianne Martines)



CD-Einspielungen

Sonate für Cembalo E-Dur, auf: Klaviermusik von Komponistinnen, Judith Pfeiffer (Klavier), Klassik Center Kassel


Quarta Messa für Soli, Chor und Orchester. (Sopran: Katharina Spielmann, Mezzo: Nina Amon, Tenor: Felix Rienth, Bassbariton: Michael Kreis, Chorgemeinschaft Kirchdorf, Leitung: Peter Loosli), Salto Records International Kassel


Sonata E-Dur, Sonata A-Dur, Chaconne, auf: Elisabeth Jacquet de la Guerre, Maria Anna Martinez: Cembalowerke, Traud Kloft (Cembalo), Bayer Records Bietigheim



Links
www.furore-verlag.de
www.haydn-gesellschaft.at/komponisten.htm
www.ambache.co.uk/wMartinez.htm
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Forschung

Manuskripte ihrer Kompositionen befinden sich heute in folgenden Archiven:

Accademia Filarmonica, Bologna
Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde, Wien
Archivio Capitolare, Pistoia
Bayerische Staatsbibliothek, München
Biblioteca Civica Angelo Mai, Bergamo
Civico Museo Bibliogr. Mus., Bologna
Conservatorio di musica „Luigi Cherubini“, Florenz
Conservatorio San Pietro a Majella, Neapel
Erzbischöfliches Archiv, Münster
Fondazione Levi, Venedig
Österreichische Nationalbibliothek (ÖNB), Wien
Sächsische Landesbibliothek, Dresden
Staatsbibliothek Berlin
Stadtbibliothek Leipzig
Stadtbibliothek Wien
Universitätsbibliothek Leipzig


Im Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde, Wien, befindet sich darüber hinaus auch eine handschriftliche Biographie über Marianne Martines (Handschriftliche Biographiensammlung).
Eine größere Arbeit über Marianne Martines ist von Irving Godt in Aussicht gestellt.
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Forschungsbedarf

Die Verwobenheit der Marianne Martines in die musikkulturellen Kreise Wiens ist bislang nur äußerst unzureichend erforscht. Ihr Name taucht z.B. auch im Stammbuch der Mozart-Schülerin Babette Ployer auf, wobei unklar ist, in welcher Beziehung die beiden Musikerinnen zueinander standen (denkbar wäre z.B. ein Lehrerin-Schülerin-Verhältnis). Auch über ihren offenbar sehr regen Salon, bzw. die von ihr regelmäßig veranstalteten Akademien ist so gut wie nichts bekannt.
Das Repertoire von Marianne Martines muss ebenfalls als Forschungsdesiderat angesehen werden.
Da sich die Komponistin Luise Adolpha Le Beau auf Marianne Martines bezog, ist auch eine Rezeption im 19. Jahrhundert nachweisbar, allerdings bislang noch nicht erforscht (vgl. dazu Unseld 2001).
Die pädagogische Tätigkeit der Marianne Martines und ihr Schülerinnen-Kreis ist ein weiteres Forschungsdesiderat.
Und schließlich bleiben etliche Werke von ihr noch zu edieren, um ein detaillierteres Bild der Komponistin Marianne Martines erstellen zu können.
Autor/innen:
Melanie Unseld

Bearbeitungsstand:
Redaktion: Nicole K. Strohmann, Regina Back
Zuerst eingegeben am 10.04.2006.
Zuletzt aktualisiert am 08.10.2009.