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Alma Mahler

Alma Maria Schindler (geb.), Alma Schindler-Mahler, Alma Mahler-Gropius, Alma Mahler-Werfel

* 31. August 1879 in Wien, Österreich.
† 11. Dezember 1964 in New York, USA.



„Eine imposante Erscheinung im stärksten Sinn des Wortes, Frau Alma Mahler-Werfel, Witwe des großen Komponisten, Gattin des großen Dichters, mit dem ganzen Ruhm Österreichs verwandt, verschwägert oder irgendwie liiert. Frauen solchen Formats kommen in unserer Zeit nur noch selten vor; diese Vitalität und Dynamik, diese Verbindung von künstlerischer Sensibilität und gesellschaftlicher Ambition scheinen aus einer anderen, glanzvolleren Epoche.“
(Klaus Mann, 1949, zit. n. Klaus Mann: „Der Wendepunkt“, Reinbek 1984)
Notenbeispiel
Mediennachweis

Bild:
Alma Schindler, 1899
aus: Susanne Rode-Breymann: Die Komponistin Alma Mahler-Werfel, Niedersächsisches Staatstheater, Prinzenstraße, Doppelheft 10, Hannover 1999, S. 63 oben
Mit freundlicher Genehmigung Bildarchiv, Österreichische –Nationalbibliothek Wien

Notenbeispiel:
Partiturauschnitt “Ich wandle unter Blumen”, aus ”Sämtliche Lieder für mittlere Stimme und Klavier” von Alma Maria Mahler. UE18016. ISMN M-008-01364-5
Mit freundlicher Genehmigung Universal Edition Wien

Tätigkeitsfelder
Komponistin, Salonière, Muse.

Orte und Länder
Wuchs in Wien auf, lebte später auch in Venedig und Berlin, emigrierte über Holland, Frankreich, Spanien, Portugal in die USA, wo sie an der Westküste und in New York lebte.

Profil
„Muse“ berühmter Künstler, Förderin Neuer Musik, Herausgeberin von Briefen Gustav Mahlers, Autorin autobiografischer Schriften.

Biografie

Alma Schindler wuchs in den künstlerischen Kreisen Wiens auf. Nach dem frühen Tod des geliebten und hochverehrten Vaters Emil Schindler (1892) heiratete die Mutter einen Freund und Schüler von Emil Schindler, Carl Moll. Die Beziehung zwischen Mutter und Tochter blieb, nicht zuletzt wegen dieser Heirat, zeitlebens spannungsreich.
Alma Schindler war musikalisch hochbegabt und wurde entsprechend gefördert. Sie erhielt Klavier- und Kompositionsunterricht, ab 1900 bei dem renommierten Kompositionslehrer Alexander von Zemlinsky. Die Heirat mit Gustav Mahler allerdings beendete zunächst ihre kompositorischen Ambitionen, Mahler verlangte von ihr die Aufgabe ihrer Musik. Unter diesem „Komponier-Verbot“ litt sie bis 1910. Ob sie das Verbot auch umging, ist bislang nicht eindeutig geklärt.
Der Ehe mit Mahler entstammten zwei Töchter, Maria Anna und Anna Justine, doch Maria Anna starb bereits 4jährig. 1910 begann Alma Mahler eine Liaison mit Walter Gropius, was Gustav Mahler in eine existentielle Krise stürzte. Mahler versuchte, seine Frau zurückzugewinnen. Im Laufe dieser Krise kam Mahler zur Einsicht, dass seine Forderung nach kreativer Selbstaufgabe mit zu diesem Konflikt beigetragen hatte. Er initiierte daraufhin die Publikation von einigen ihrer Lieder bei der Universal Edition.
1912-15 war sie mit Oskar Kokoschka liiert. 1915 begegnete sie Walter Gropius wieder und heiratete ihn. Die gemeinsame Tochter Manon wurde 1916 geboren. 1917 begegnete sie erstmals Franz Werfel, mit dem sie nach wenigen Monaten eine Affäre begann, und dessen Gedicht „Der Erkennende“ sie bereits 1915 vertont hatte. Im Juli 1918 kam der Sohn Martin zur Welt, Gropius tolerierte die Vaterschaft Werfels. Als Frühgeburt ohnehin schwach, starb der Sohn bereits nach neun Monaten.
1920 ließ sich das Ehepaar Gropius scheiden. 1929 heirateten Alma Mahler und Franz Werfel. Sie nannte sich fortan Alma Mahler-Werfel. 1935 starb die Tochter Manon an Kinderlähmung. Nach dem „Anschluss“ Österreichs emigrierte das Ehepaar Mahler-Werfel in die USA und ließ sich in Los Angeles nieder, wo Kontakte zu anderen Exilanten gepflegt wurden. 1945 starb Franz Werfel. 1952 zog Alma Mahler-Werfel nach New York, wo sie 1964 starb.
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Würdigung

Alma Mahler-Werfel komponierte vorwiegend Lieder. Dies entsprach nicht nur ihrem lyrischen Naturell, sondern durchaus auch der ästhetischen Atmosphäre im Wien der Jahrhundertwende - auch Alban Berg beispielsweise komponierte zunächst (und autodidaktisch) ausschließlich Lieder.
Von ihrem Mentor Max Burckhard und auch von ihrem Kompositionslehrer Alexander von Zemlinsky wurde sie mehrfach ermuntert, sich an größere vokale Formen (Oper) heranzuwagen, was sie in Ansätzen auch tat.
Für den Kompositionsunterricht - sowohl bei Josef Labor als auch bei Zemlinsky - entstanden auch Klavierwerke; in Planung waren außerdem weitere Kammermusikwerke.
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Rezeption

Die wenigen Liedkompositionen, die Alma Mahler-Werfel zum Druck gab, stehen einer großen, allerdings weitgehend nicht identifizierbaren Zahl von heute offenbar verschollenen Kompositionen (Lieder, Klaviermusik u.a.) gegenüber. Insofern beschränkt sich auch die Rezeption auf einen kleinen Ausschnitt des kompositorischen Werks.
Die Lebensumstände von Alma Mahler-Werfel und besonders auch ihre (Selbst-)Inszenierung als „Muse“ und „Femme fatale“ sind dafür verantwortlich, dass ihr kompositorisches Schaffen bis heute im Schatten ihres glamourösen und skandalträchtigen Persönlichkeitsbildes steht.
Wichtig, wenn auch unter dem Aspekt der Selbstinszenierung kritisch zu bedenkende Quellen sind die autobiografischen Schriften von Alma Mahler-Werfel.
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Werkverzeichnis

Publizierte Lieder

Fünf Lieder (1910)
Die stille Stadt (Richard Dehmel), Kompositionsdatum unbekannt
In meines Vaters Garten (Otto Erich Hartleben), komponiert: vor dem 2.11.1901
Laue Sommernacht (Otto Julius Bierbaum), Kompositionsdatum unbekannt
Bei dir ist es traut (Rainer Maria Rilke), Kompositionsdatum unbekannt
Ich wandle unter Blumen (Heinrich Heine), komponiert: 7.1.1899

Vier Lieder (1915)
Licht der Nacht (Text: Otto Julius Bierbaum), Kompositionsdatum unbekannt
Waldseligkeit (Text: Richard Dehmel), Kompositionsdatum unbekannt
Ansturm (Text: Richard Dehmel), Kompositionsdatum unbekannt
Erntelied (Text: Gustav Falke), Kompositionsdatum unbekannt

Fünf Gesänge (1924)
Hymne (Text: Novalis), Kompositionsdatum unbekannt
Ekstase (Text: Otto Julius Bierbaum), komponiert: 24.3.1901
Der Erkennende (Text: Franz Werfel), komponiert im Oktober 1915
Lobgesang (Text: Richard Dehmel), komponiert: 16.6.1900
Hymne an die Nacht (Text: Novalis), Kompositionsdatum unbekannt

Unpublizierte Lieder

Laut Tagebuch-Suiten (nachgewiesen in Rode-Breymann, S. 137f.):

Wanderers Nachtlied (Johann Wolfgang von Goethe), komponiert: 2.2.1898

Gleich und gleich: Ein Blumenglöckchen (Johann Wolfgang von Goethe), komponiert: 17.3.1898

Titel unbekannt, komponiert: 11.5.1898

Lehnten im Abendgarten beide (Rainer Maria Rilke), komponiert: 26.6.1898

Titel unbekannt, komponiert: 22.11.1898

Wie es gieng: Am Kreuzweg stand ein Weißdornstrauch (Wohlgemuth), komponiert: 3011.1898

Titel unbekannt, komponiert im Dezember 1898

Die Frühlingsnacht: Wie die Blätter raunten (M. Weyreuther), komponiert: 20.12.1898

Gieb dich darein: Ich wollte das Reis ausreuten (Gustav Falke), komponiert: 28.12.1898

Nicht lange täuschte mich das Glück (Heinrich Heine), komponiert: 5.1.1899

Titel unbekannt, komponiert: 13.1.1899

Titel unbekannt, komponiert: im Januar 1899

Titel unbekannt (Text von Heinrich Heine), komponiert: 24.1.1899

Titel unbekannt, komponiert: 24.1.1899

Titel unbekannt, komponiert: 27.1.1899

Titel unbekannt, komponiert: 3.2.1899

Wiegenlied (Textdichter unbekannt), komponiert 20.5.1899

Hinaus: Meine alte Heimat (Otto Körner), komponiert: 4.6.1899

Titel unbekannt, komponiert: 5.6.1899

Nixe (Textdichter unbekannt), komponiert: 12.6.1899

Die Erinnerung (Textdichter unbekannt), komponiert: 26.8.1899

Einsamer Gang: Felder im Wind (Leo Greiner), komponiert: 15.9.1899

Titel unbekannt (Leo Greiner), komponiert: 17.9.1899

Tränenkinder (Leo Greiner), komponiert: im September 1899

Ich will den Sturm (Leo Greiner), komponiert: 20.9.1899

Qual (Textdichter unbekannt), komponiert im Jahr 1899

Der Morgen (Textdichter unbekannt), komponiert im Jahr 1899

Ich trat in jene Hallen (Heinrich Heine), komponiert : 7.10.1899

Titel unbekannt (Henrik Ibsen), komponiert: 13.10.1899

Aus meiner Erinnerung erblühen (Textdichter unbekannt), komponiert: im Dezember 1899

Zyklus: Schilflieder (Nikolaus Lenau), komponiert 9.1.1900

Stumme Liebe (Nikolaus Lenau), komponiert: 21.1.1900

Meine Nächte (Textdichter unbekannt), komponiert: 19.3.1900

Zyklus mit drei Liedern darunter. Und reden sie, Dir jetzt von Schande (Textdichter unbekannt), komponiert: 30.3.1900

Titel unbekannt (Textdichter unbekannt), komponiert im Juni 1900

Titel unbekannt (Rainer Maria Rilke), komponiert 16.6.1900

Zyklus mit drei Liedern (Rainer Maria Rilke), daraus Nr. 2 komponiert: 5.8.1900

Engelsgesang (Textdichter unbekannt), komponiert im Jahr 1900

Titel unbekannt (Textdichter unbekannt), komponiert: 21.10.1900

Titel unbekannt (Eduard Mörike), komponiert: 16.11.1900

Abend (Textdichter unbekannt), komponiert im November 1900

Unvermeidlich (Textdichter unbekannt), komponiert im November 1900

Er ist’s (?) (Eduard Mörike), komponiert im November 1900

Titel unbekannt (Textdichter unbekannt), komponiert: 15.3.1901

Titel unbekannt (Textdichter unbekannt), komponiert: 15.3.1901

Titel unbekannt (Textdichter unbekannt), komponiert: 22.4.1901
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Quellen

a) Autografe

Siehe unter Forschungsinformationen.

b) Notenausgaben (chronologisch)

Alma Maria Schindler-Mahler: Sämtliche Lieder für mittlere Stimme und Klavier, Wien (UE 18016) o.J.

Frauen komponieren - 25 Lieder für Singstimme und Klavier, hg. von Eva Rieger und Käte Walter, Mainz (Schott 8574547)

Alma Mahler: Sieben Lieder für mittlere Stimme und Orchester, orchestriert von David und Colin Matthews, Partitur, Wien (UE 19793) 1995

c) Primärquellen (chronologisch)

Gustav Mahler Briefe 1879-1911, hg. von Alma Mahler, Wien, 1924
Gustav Mahler: Erinnerungen und Briefe, hg. von Alma Mahler, Amsterdam, 1940; Frankfurt 1991

And the Bridge is Love, London/New York, 1958 [zusammen mit E. B. Ashton]

Mein Leben, Frankfurt, 1960

„Liebste Freundin und Alma“. Briefwechsel zwischen Friedrich Torberg und Alma Mahler-Werfel, hg. von David Axmann und Marietta Torberg, Wien 1987

Ein Glück ohne Ruh’. Die Briefe Gustav Mahlers an Alma, hg. von Henry-Louis de La Grange und Günther Weiß, Berlin 1995

Tagebuch-Suiten 1898--1902, hg. von. Antony Beaumont und Susanne Rode-Breymann, Frankfurt, 1997

Neben den Primärquellen aus eigener Hand taucht Alma Mahler-Werfel selbstverständlich in zahlreichen Lebenserinnerungen und Briefen ihrer ZeitgenossInnen auf, so u. a. bei Alban Berg, Elias Canetti, Claire Goll, Nina Kandinsky, Gustav Mahler, Katia Mann, Klaus Mann, Thomas Mann, Arthur Schnitzler, Arnold Schönberg, Bruno Walter, Franz Werfel, Alexander von Zemlinsky und Berta Zuckerkandl

d) Sekundärliteratur (alphabethisch)

Blaukopf, Herta: „Alma Mahler als Komponistin“, Vorwort zu: Sämtliche Lieder von Alma Maria Schindler, Wien (UE 18016) o. J.

Boczkowska, Ewelina: „Alma Mahler: An Original But Unfulfilled Composer?“, in: La Scena Musicale Vol. 6 Nr.10 (27. Juni 2001)

Brusatti, Otto: „Probleme mit Alma“, in: ders.: Verklärte Nacht. Einübung in Jahrhundertwenden, St. Pölten/Wien 1998, S. 129-151

Colerus, B.: „Alma Mahler“, in: G. Sebestyen (Hg.), Die schöne Wienerin, München 1971, S. 168-182

Crandall, John W.: „Gustav and Alma Mahler: a Marriage Destroyed by Love“, in: Medical aspects of Human Sexuality 20 (1986), S. 118-119

Filler, Susan M.: „A Composer’s Wife as Composer: the Songs of Alma Mahler“, in: Journal of Musicological Research 1983, S. 427-442

Filler, Susan M.: „Alma Mahler: ‚Der Erkennende’“, in: Historical Anthology of Music by Women, hg. von James R. Briscoe, Bloomington 1987, S. 245-247

Filler, Susan M.: Gustav and Alma Mahler: a Guide to Research, New York/London, 1989

Floros, Constantin: „Alma - Der ‚Asket’ und die lebenszugewandte Frau’, in: ders.: Gustav Mahler. Visionär und Despot. Porträt einer Persönlichkeit, Zürich/Hamburg 1998, S. 131-144

Gallwitz, Klaus (Hg.): Oskar Kokoschka und Alma Mahler. Die Puppe. Epilog einer Passion. Städtische Galerie im Städel. Ausstellung vom 6.8.-18.10.1992 in Frankfurt, Frankfurt a.M. 1992

Giroud, Françoise: Alma Mahler, ou l’art d’etre aimee, Paris 1988; deutsche Ausgabe: Alma Mahler oder Die Kunst, geliebt zu werden; Wien/Darmstadt 1989

Gorsen, Peter: „Pygmalions stille Frau. Oskar Kokoschka und die Puppe“, in: ders.: Sexualästhetik. Grenzformen der Sinnlichkeit im 20. Jahrhundert, Hamburg, 1987, S. 248-258

Keegan, Susanne: The Bride of the Wind: the Life and Times of Alma Mahler-Werfel, London, 1991

Mahony, Patrick: „Alma Mahler-Werfel“, in: Composer 1972, S. 13-17

Midgette, Anne: „Alma Mahler, as Ever in a Musical Shadow“, in: The New York Times (10. Juni 2001)

Monson, Karen: Alma Mahler Werfel. Die unbezähmbare Muse, London 1983; deutsche Ausgabe: München 1985

Monson, Karen: Alma Mahler: Muse to Genius - from Fin-de-Siècle Vienna to Hollywood’s Heyday, Boston 1983

Neumann, Robert: „Alma Werfels Gatte“, in: ders.: Ein leichtes Leben. Bericht über mich selbst und Zeitgenossen, Wien/München/Basel 1963, S. 63-66

Perle, George: „’Mein geliebtes Almschi…’“, in: Österreichische Musikzeitschrift 1980, S. 2-15

Rieschel, Hans-Peter: „Gustav Mahler und Alma Schindler“, in: ders., Komponisten und ihre Frauen, Düsseldorf 1994, S. 213-234

Rode-Breymann, Susanne: Die Komponistin Alma Mahler-Werfel, Hannover 1999

Roster, Danielle: „Alma Mahler-Schindler“, in: dies.: Allein mit meiner Musik. Komponistinnen in der europäischen Musikgeschichte, Echternach 1995, S. 182-197

Rothkamm, Jörg: „Wer komponierte die unter Alma Mahlers Namen veröffentlichten Lieder?“, in: Die Musikforschung 4 (2000), S. 432-445

Schiferer, Beatrix: „Alma Mahler-Werfel“, in: dies.; Vorbilder. Kreative Frauen in Wien 1750-1950, Wien 1994, S. 66-78

Schollum, Robert: „Die Lieder von Alma Maria Schindler-Mahler“, in: Österreichische Musikzeitschrift 1979, S. 544-551

Schreyer, Lothar: „Im Spiel der Frauen - Alma Mahler-Gropius“, in: ders.: Erinnerungen an Sturm und Bauhaus. Was ist des Menschen Bild?, München 1956, S. 211-224

Seele, Astrid: Alma Mahler-Werfel, Reinbek 2001

Smith, Warren S.: „The Songs of Alma Mahler“, in: Chord and Discord, 1950, S. 74-78

Sonntag, Brunhilde: „Alma Mahler“, in: Annäherungen II - an sieben Komponistinnen. Interviews und Selbstdarstellungen, hg. von Brunhilde Sonntag und Renate Matthei, Kassel 1987, S. 7-17

Sorrell, Walter: „Alma Mahler-Werfel: Body and Mind“, in: ders.: Three Woman, Lives of Sex and Genius, London/New York 1975, S. 3-69

Spielmann, Heinz: Oskar Kokoschka: Die Fächer für Alma Mahler, Dortmund 1985

Umbral, Francisco: El día en que viole a Alma, Barcelona 1995

Weidinger, Alfred: Kokoschka und Alma Mahler. Dokumente einer leidenschaftlichen Begegnung, München/New York 1996

Wessling, Bernd: Alma: Gefährtin von Gustav Mahler, Oskar Kokoschka, Walter Gropius, Franz Werfel, Düsseldorf 1983

Xenakis, F.: „Alma Schindler, 1880-1964“, in: ders.: Zut, on a encore oublié Madame Freud, Paris 1985, S. 191-276

Nicht erfasst wurden hier diejenige Sekundärliteratur, die sich mit jenen Künstlern befasst, denen Alma Mahler-Werfel „Muse“ Inspirationsquelle und Lebens- oder Gesprächspartnerin war, etwa Gustav Mahler, Alban Berg, Alexander von Zemlinsky, Oskar Kokoschka, Walter Gropius, Franz Werfel u.v.a. Eine umfassende Alma Mahler-Bibliographie müsste diese Sekundärquellen mit berücksichtigen.

e) Diskografie (chronologisch)

Songs by Lili Boulanger and Alma Mahler (Kristine Ciesinski/Sopran, Katherine Ciesinski/Mezzosopran, Ted Taylor/Klavier), Leonarda Records LP [darin: Vier Lieder: Licht in der Nacht, Waldseligkeit, Ansturm, Erntelied]

Alma Mahler-Werfel: Sämtliche Lieder (Isabel Lippitz/Sopran, Barbara Heller/Klavier), cpo 1987

The Women Composers. Clara Schumann: Lieder op. 12 Nr.4 & 11, op. 13 Nr. 1-6; Fanny Mendelssohn: Lieder op. 9 Nr. 1-3, 6, op. 7 Nr. 1, 4-6; Alma Mahler: Sieben Lieder o. op. (Claudie Verhaeghe/Sopran, Jean Micault/Klavier), Arcobaleno 1993

Clara Schumann, Fanny Mendelssohn, Alma Mahler: Lieder (Christina Högman/Sopran, Roland Pöntinen/Klavier), BIS 1995 [darin: Laue Sommernacht und Ich wandle unter Blumen aus den Fünf Liedern, Vier Lieder und Der Erkennende und Lobgesang aus den Fünf Gesängen]

Mahler, Mahler and friends. Songs by Alma Mahler, Gustav Mahler, Alexander Zemlinsky and Hans Pfitzner (Anne Gjevang/Alt, Einar Steen-Nokleberg/Klavier); Victoria AS 1995 [darin: Fünf Lieder]

Alexander Zemlinsky: Eine Florentinische Tragödie. Alma Mahler: Lieder (Iris Vermillion/Mezzosopran, Royal Concertgebouw Orchestra, Leitung: Riccardo Chailly), decca (entartete Musik) 1997 [darin: Die stille Nacht, Laue Sommernacht, Licht in der Nacht, Waldseligkeit, Bei dir ist es so traut, Erntelied, orchestriert von Colin& David Matthews]

Alma Mahler-Werfel: Complete Songs (Ruth Ziesack/Sopran, Iris Vermillion/Mezzosopran, Christian Elsner/Tenor, Cord Garben/Klavier) cpo 1997

Inspired Women. Mit Lied-Kompositionen von Pauline Viardot-Garcia, Adolf Frederik Lindblad, Cecile Chaminade, Alma Mahler, Anette Müller-Roos, Amy Woodforde-Finden, Clara Schumann (Eva Svärd-Mannerstedt/Gesang, Anette Müller-Roos/Klavier), Nosag 1998

Lan Rao - Lieder von Komponistinnen. Lieder von Clara Schumann, Johanna Kinkel, Fanny Mendelssohn, Pauline Viardot-Garcia, Alma Mahler, Ruth Schonthal, Brunhilde Sonntag, Violeta Dinescu (Lan Rao/Gesang, Micaela Gelius/Klavier), Salto 1998

Alma Mahler-Werfel, Alexander Zemlinsky (Charlotte Margiono/Sopran, The Brabant Orchestra, Leitung: Julian Reynolds), Globe 1999 [darin: Die stille Stadt, In meines Vaters Garten, Laue Sommernacht, Bei dir ist es traut, Ich wandle unter Blumen, Licht in der Nacht, Waldseligkeit, Ansturm, Erntelied, Hymne, Ekstase, Der Erkennende, Lobgesang, Hymne an die Nacht, Leise weht ein erstes Blühn, Kennst du meine Nächte]

Susanne Mentzer - The Eternal Feminine. Lieder von Rebecca Clarke, Alma Mahler, Libby Larsen, Clara Schumann, Lili Boulanger, Lisbeth Alexander-Katz, Amy Beach (Susanne Mentzer/Gesang, Craig Rutenberg/Klavier), Koch 2000

Gustav Mahler: Kindertotenlieder. Alma Mahler-Werfel: Klavierlieder (Claudie Verhaeghe/Sopran, Pierre Etcheverry/Klavier), Arcobaleno 2001 [darin: Die stille Stadt, In meines Vaters Garten, Laue Sommernacht, Bei dir ist es traut, Ich wandle unter Blumen, Licht in der Nacht, Waldseligkeit, Ansturm, Erntelied, Hymne, Ekstase, Der Erkennende, Lobgesang, Hymne an die Nacht]

Bride of the Wind [Soundtrack] (Renée Fleming/Sopran, Jean-Yves Thibaudet/Klavier) [darin: Bei dir ist es traut, In meines Vaters Garten, Laue Sommernacht], Deutsche Grammophon 2001

f) Film/Film- und Fernsehdokumentation (chronologisch)

ALMA - A SHOW BIZ ans Ende. Polydrama von Joshua Sobol, Regie: Paulus Manker, Drehbuch: Paulus Manker nach dem Polydrama von Joshua Sobol

Bridge of the Wind (Sarah Wynter/Alma Mahler, Jonathan Pryce/Gustav Mahler, Vincent Perez/Oskar Kokoschka, Simon Verhoeven/Walter Gropius/Gregor Seberg/Franz Werfel, Regie: Bruce Beresford) 2001

Des weiteren sind als filmische Porträts von Alma Mahler-Werfel auch die Filme über Gustav Mahler, Franz Werfel und andere Zeitgenossen zu nennen, darunter etwa:

Mahler (1974), Regie: Ken Russel (Robert Powell/Gustav Mahler, Georgina Hale/Alma Mahler)

g) Links

http://www.usc.edu/isd/archives/arc/libraries/feuchtwanger/exiles/werfel.html
Franz Werfel & Alma Mahler Werfel. German Exiles in Southern California. Feuchtwanger Memorial Library, University of Southern California

www.alma-mahler.at/ (Stand: 7.4.2004)
(ALMA - A SHOW BIZ ans Ende)

www.library.upenn.edu/special/mahler/werfel.html (Stand: 7.4.2004)
(University of Pennsylvania Library. Annenberg Rare Book & Manuscript Library. Alma Mahler and Franz Werfel Papers: A Selection of Photographs)

www.fembio.org/frauen-biographie/alma-mahler.shtml (Stand: 7.4.2004)
Biographie über Alma Mahler im Rahmen der website fernbio.org

www.recmusic.org/lieder/m/amahler.html (Stand: 7.4.2004)
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Forschung

Durch die Emigration 1938 verlor Alma Mahler-Werfel ihre umfangreiche Sammlung an Autografen, Partituren und anderen Musikalien. Wie viel - gerade auch von ihren eigenen Kompositionen - verlorengegangen ist, wie viel sie selbst vernichtet hat, konnte bislang nicht geklärt werden. Insofern muss die Liste derjenigen Institutionen, die Briefe, Manuskripte und Notenautografe von Alma Mahler-Werfel besitzen, unvollständig bleiben:

Van Pelt Library, University of Pennsylvania
Österreichische Nationalbibliothek, Wien
Musiksammlung, Österreichische Nationalbibliothek, Wien
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Forschungsbedarf

Da die Alma Mahler-Biografik bis in die 1990er Jahre vor allem das selbstinszenierte Bild der Alma Mahler-Werfel weitergetragen und festgeschrieben hat - immer auch unter Zustimmung der Gustav Mahler-Forschung -, blieb es der Publikation der „Tagebuch-Suiten“ vorbehalten, erstmals genauer auch jene Lebensphase kennen zu lernen, in der Alma Mahler (eigentlich Schindler) hauptsächlich komponierte.
Seither hat sich die kritische Sicht auf die autobiografischen Schriften Alma Mahlers geschärft, der Umgang mit ihrer Person für die musikwissenschaftliche und kulturwissenschaftliche Forschung geändert. Vor allem durch die Arbeiten von Susanne Rode-Breymann kann man inzwischen von einer ernstzunehmenden Alma Mahler-Forschung sprechen.
Gleichwohl bleiben, vor allem was die Komponistin Alma Mahler anbelangt, bislang große Bereiche offen: Die Manuskripte vieler Lieder, der musikdramatischen Entwürfe, der Klavier- und Kammermusikkompositionen sind verschollen, weiteres Briefmaterial ebenfalls.
Autor/innen:
Melanie Unseld, Die Grundseite wurde im Januar 2002 verfasst und im Mai 2004 überarbeitet.

Bearbeitungsstand:
Redaktion: Sophie Fetthauer
Zuerst eingegeben am 26.05.2004.
Zuletzt aktualisiert am 26.05.2004.