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Zofia Lissa

Zofia Lissa (geb.)

* 19. Oktober 1908 in Lwów, Polen (heute: Lviv, Ukraine).
† 26. März 1980 in Warschau, Polen.



„Ein grundsätzliches Merkmal, das aus unserem musikalischem Geschichtsbewusstsein folgt, ist der Pluralismus, die Polyversionalität der musikalischen Vorstellung, und zwar sowohl in der Zeit als auch im Raum. Wir müssen uns auch darüber im klaren sein, dass das musikalische Geschichtsbewusstsein an sich eine Erscheinung historischer Natur ist; es ist in den einzelnen Zeitabschnitten der Vergangenheit verschieden, und es gibt Epochen, in welchen es überhaupt nicht zum Ausdruck kommt.“

(Zofia Lissa, Über das Wesen des Geschichtlichen Bewusstseins in der heutigen Musikkultur, Brno 1972, S. 4)
Mediennachweis

Bild:
Privatbesitz Krzysztof Meyer, Altenkirchen.

Tätigkeitsfelder
Musikwissenschaflerin, Pädagogin, Politikerin

Orte und Länder
Lissa lebte bis 1941 in Lemberg (Galizien), dann in Namangan (Usbekistan) und Moskau. Ab 1947 wohnte sie in Warschau, wo sie bis zu ihrem Tode wirkte. Sie hielt zahlreiche Vorträge über Musikwissenschaft, -theorie und -ästhetik u. a. in Berlin, Leipzig, Halle (Saale), Köln, München, Tübingen, Saarbrücken, Kopenhagen, Moskau, Paris und Peking.

Profil
Zofia Lissa prägte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Musikwissenschaftlerin das polnische Musikleben entscheidend mit und engagierte sich (bis ca. 1955) sehr in der Musikpolitik ihres Landes. Ihre wissenschaftlichen Forschungsarbeiten, die besonders auf dem Gebiet der Musikästhetik auf internationales Interesse stießen, wurden in viele Sprachen übersetzt, und Zofia Lissa avancierte zur meist übersetzten und zitierten polnischen Musikwissenschaftlerin. Ihre Aktivitäten bahnten der polnischen Musikwissenschaft den Weg zu internationaler Anerkennung.

Biografie

Zofia Lissa wurde am 19. Oktober 1908 im polnischen Lwów (dt. Lemberg, heute Lviv, Ukraine) geboren. Sie studierte am Lemberger Konservatorium zunächst Klavier, Orgel und Musiktheorie. Von 1925 bis 1929 belegte sie auch die Fächer Musikwissenschaft (bei Adolf Chybiński), Kunstgeschichte, Philosophie (bei Kazimierz Twardowski und Roman Ingarden) und Psychologie. 1929 promovierte sie mit einer Arbeit „Über die Harmonik Alexander Skrjabins“.
Von 1930 bis 1941 unterrichtete sie Musiktheorie, Musikgeschichte und Musikpsychologie am Lemberger Konservatorium. Politisch stand sie kommunistischen Anschauungen nahe, was eine entscheidene Rolle für ihre wissenschaftliche Arbeit und ihr weiteres Schicksal spielte.
Im September 1939, nach der Besetzung Lembergs durch die Sowjetunion und die Einverleibung der Stadt in die ukrainische Republik, nahm Zofia Lissa die sowjetische Staatsangehörigkeit an (die Ablehnung hätte automatisch die Deportation nach sich gezogen). Im inzwischen verstaatlichen Lemberger Konservatorium wurde sie nun zur Dekanin des Fachbereichs Musiktheorie und Komposition ernannt. Gleichzeitig arbeitete sie auch für den Rundfunk. Kurz vor der Besetzung der Stadt in Juni 1941 durch deutsche Truppen emigrierte sie auf Grund ihrer jüdischen Herkunft und ging nach Usbeskistan. An der Technischen Musikschule in Namangan übernahm sie eine Stelle als Musiklehrerin.
1942 zog sie nach Moskau um. Dort schloss sie sich als eines der ersten Mitglieder dem „Bund Polnischer Patrioten“ an, einer im März 1943 von polnischen Kommunisten in der Sowjetunion gegründeten politischen Organisation, in der sie den Posten der Leiterin der Musikabteilung übernahm. 1945 wurde sie zum Kulturattaché der polnischen Botschaft in Moskau ernannt. In dieser Funktion wurde sie 1947 nach Polen entsandt, um das polnische Musikleben zu kontrollieren.
In Warschau übernahm sie – als Mitglied der Polnischen Kommunistischen Partei – die Position der stellvertretenden Leiterin der Musikabteilung im Kultusministerium. Gleichzeitig engagierte sie sich im Polnischen Komponistenverband, der im Jahre 1945 gegründet worden war und in dem sie 1948 den Beitritt der Musikwissenschaftler (nach sowjetischem Muster) forderte. Seit 1948 war sie dort als Mitglied des Vorstands tätig, von 1951 bis 1954 als Stellvertreterin des Präsidenten und danach wieder im Vorstand. Von 1964 bis 1969 schließlich leitete sie dort die Musikwissenschaftliche Abteilung.
Im September 1948 gründete sie im historischen Fachbereich der humanistischen Fakultät an der Warschauer Universität eine unabhängige musikwissenschaftliche Abteilung, die ihre Arbeit bereits am 1. Oktober desselben Jahres aufnahm. Die Leitung der Abteilung hatte von Anfang an Zofia Lissa inne. 1951 wurde sie zur Professorin ernannt, 1957 zur Ordinaria. Im Laufe der Zeit erhielt die musikwissenschaftliche Abteilung den Status eines Lehrstuhls und wurde 1958 zum Institut für Musikwissenschaft umbenannt, dem Zofia Lissa bis 1975 als Direktorin vorstand.
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Würdigung

Die umfangreichen Forschungsarbeiten Zofia Lissas gruppieren sich um die zentralen Themengebiete Musikästhetik, Methodologie der Musikgeschichte, Musiktheorie sowie die polnische Musik der Gegenwart. Als erste Musikwissenschaftlerin beschäftigte sie sich mit Grundsatzfragen der Musikästhetik. Pionierarbeit leistete sie mit dem Buch „Musik und Film“ (Lwów, 1937), das sie zu einer Zeit schrieb, als sich kaum jemand für dieses Thema interessierte. Von 1958 an hielt sie in der Warschauer Staatlichen Hochschule für Musik regelmäßig Vorträge über „Musik im Film“, und 1964 veröffentlichte sie eine „Ästhetik der Filmmusik“ (Kraków, 1964), ein Buch, für das sie fünf Jahre später bei der Biennale in Venedig mit der Silbermedaille ausgezeichnet wurde.
Auf dem Gebiet der Musiktheorie befasste sie sich vor allem mit Fragestellungen zur Geschichte der Harmonik. Eine grundlegende Arbeit auf diesem Gebiet schrieb sie mit ihrer Dissertation „Über die Harmonik A. Skrjabins“. In dieser Arbeit stellte sie die These auf, dass es gewisse Analogien zwischen der Harmonik Skrjabins und der Zwölftontechnik gibt. Diesen Zusammenhang behandelte sie auch in ihrem Artikel „Geschichtliche Vorform der Zwölftontechnik“, der 1935 in der Zeitschrift „Acta Musicologica“ veröffentlicht wurde. Zwanzig Jahre später setzte sie wichtige neue Impulse in der Forschung zu Chopin, dessen Stil sie aus der Perspektive der Neuen Musik betrachtete („Die Chopinische Harmonik aus der Perspektive der Klangtechnik des. 20. Jahrhunderts“, veröffentlicht im „Deutschen Jahrbuch der Musikwissenschaft“, 1957 und 1958, sowie in „Annales Chopin“, Warschau 1959). Große Bedeutung erlangten ihre Arbeiten über zeitgenössische Werke, u.a. ihr umfangreicher Artikel über das Konzert für Orchester von Witold Lutosławski, den sie noch vor der Uraufführung des Werkes verfasste.
In der polnischen Musikwissenschaft, die bis dato schwerpunktmäßig historisch gearbeitet hatte, war sie zusammen mit Stefania Łobaczewska eine der ersten, die sich intensiv mit Fragen zur Musikästhetik befasste. Methodisch basierten ihre Arbeiten auf marxistischen Überzeugungen, die sie in einer Abhandlung über „Einige Fragen der Musikästhetik im Lichte der Arbeit J. W. Stalins ,Der Marxismus und die Fragen der Sprachwissenschaft‘„ (Krakau 1952, dt. als: „Fragen der Musikästhetik“, Berlin 1954) zum Ausdruck brachte. Ab 1955, als in Polen erste Maßnahmen der Entstalinisierung spürbar wurden, distanzierte sie sich sowohl vom dogmatischen Marxismus in der Musikwissenschaft als auch vom Sozialistischen Realismus, den sie früher als fortschrittlichste Richtung in der Entwicklung der Neuen Musik propagiert hatte. Nach wie vor aber erörterte sie Musik in ihrem gesellschaftlichen und historischen Kontext und betonte den engen Zusammenhang mit sozial-ökonomischen Bedingungen. Ein musikalisches Werk betrachtete sie stets als Mittel der Kommunikation zwischen Komponist und Adressat (Zuhörer), das den ständigen Veränderungen des historischen und gesellschaftlichen Kontexts unterliegt (vgl. „Neue Aufsätze zur Musikästhetik“, 1975). Sie unterstrich die historische Veränderlichkeit des Begriffs „Nationalstil“, der damals besonders heiß diskutiert wurde.
Zofia Lissa erwarb sich auch große Verdienste auf dem Gebiet der Musikverbreitung und -vermittlung, besonders bei Kindern und Jugendlichen. Die Erfahrungen, die sie bei ihren Forschungen über Musikalität bei Kindern und Jugendlichen gesammelt hatte, stellten dabei eine wichtige Grundlage für ihr Engagement dar. Sie zeichnet unter anderem verantwortlich für die Vorbereitung von etwa 600 Rundfunksendungen, darunter ein sechsjähriger Kurs „Musikgeschichte für Kinder“. Sie war Autorin und Ko-Autorin zahlreicher Lehrbücher, u.a. schrieb sie zusammen mit Stefan Szuman das Buch „Wie hört man Musik“ (Warschau 1948).
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Rezeption

Zofia Lissa leistete einen besonders wertvollen und wesentlichen Beitrag zur polnischen Musikwissenschaft nach dem Zweiten Weltkrieg und war die am häufigsten übersetzte Musikwissenschaftlerin Osteuropas. Zahlreiche Artikel aus verschiedensten Sachgebieten wurden in 14 Sprachen übersetzt und gedruckt.
Ihr wurden zudem zahlreiche Preise zuerkannt: der Preis des Polnischen Komponistenverbandes (1950), der Nationalpreis 2. Grades (1953), der Preis des Rundfunk- und Fernsehenkomitees (1966), der Preis des Ministeriums für Hochschulwesen 1. Grades (1965 und 1977) und 2. Grades (1971 und 1976) sowie der Preis des International Music Council (1979).
Unter ihrer Leitung entstanden 115 Magisterarbeiten und 15 Dissertationen. Als Professorin war sie bei ihren Studenten, die sie oft wie Familienangehörige betrachtete, außerordentlich beliebt.
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Werkverzeichnis

Schriften

Bücher:

Zarys nauki o muzyce [Handbuch der Musiktheorie]. Lwów: Zakład Narodowy im. Ossolińskich, 1934; erw. Kraków: PWM, 1948, 1952, 1966; 7. Aufl. Warszawa-Rzeszów: Ad Oculos, 2007.

Muzyka i film. Studium z pogranicza ontologii, estetyki i psychologii muzyki filmowej [Musik und Film. Betrachtung der Ontologie, Ästhetik und Psychologie der Filmmusik]. Lwów: Księgarnia Lwowska, 1937.

Uwagi o metodzie. Z zagadnień metodologicznych współczesnej muzykologii [Bemerkungen zur methodologischen Problematik der Musikwissenschaft]. Warszawa: PIS, 1950.

Muzykologia polska na przełomie [Polnische Musikwissenschaft am Scheideweg]. Kraków: PWM, 1952.

Niektóre zagadnienia estetyki muzycznej w świetle artykułów Józefa Stalina o marksizmie w językoznawstwie. Kraków: PWM, 1952. = Fragen der Musikästhetik. Einige Probleme der Musikästhetik im Lichte der Arbeit J. W. Stalins „Der Marxismus und die Fragen der Sprachwissenschaft“. Berlin: Henschel, 1954; auch Tokio: Saniti Senobe, 1956; Peking, 1962.

O specyfice muzyki. Kraków: PWM, 1953. = Über das Spezifische der Musik. Berlin: Henschel, 1957.

Muzyka polskiego Odrodzenia. Mit J. M. Chomiński. Warszawa: PIW, 1953. = Music of the Polish Renaissance. Kraków: PWM 1955.

Podstawy estetyki muzycznej [Grundlagen der Musikästhetik]. Warszawa: PWN, 1953

Muzyka polskiego Odrodzenia [Die Musik der polnischern Renaissance]. Mit Józef M. Chomiński. Warszawa: PIW, 1953, 1954.

Historia muzyki rosyjskiej [Geschichte der russischen Musik]. Kraków: PWM, 1955.

„Bunt żaków” Tadeusza Szeligowskiego [„Der Aufstand der Scholaren” - Oper von T. Szeligowski]. Kraków: PWM, 1955, 1957.

Estetyka muzyki filmowej. Kraków: PWM, 1964. = Ästhetik der Filmmusik. Berlin: Henschel, 1965; russ. Estetika kino-muziki. Moskau, 1970.

Szkice z estetyki muzycznej. Kraków: PWM, 1965. = Aufsätze zur Musikästhetik. Berlin: Henschel, 1969; ung. Zene és csend. Zeneesztétikai tanulmányok. Budapest: Gondolat, 1973.
Sammelband von Artikeln aus den Jahren 1938-1964 (angegeben sind Erstausgaben oder deutsche Erstausgaben):
# „Über das Komische in der Musik“. In: Kwartalnik Filozoficzny. Jg. XVI (1938). S. 23-73 und S. 95-107.
# „Die Rolle der Assoziationen bei der Aufnahme von Musikwerken“. In: Über das Spezifische der Musik. Berlin: Henschel, 1957.
# „Zur historischen Veränderlichkeit der musikalischen Apperzeption”. In: Festschrift für Heinrich Besseler. E. Klemm (Hg.). Leipzig, 1961.
# „Über die Mehrschichtigkeit der Musikkultur”. In: Muzyka Jg. III.
# „Vom Wesen der Nationalstile in der Musik”, In: Beiträge zur Musikwissenschaft. Berlin 1964. Nr. 3-4.
# „Die ästhetischen Funktionen der Stille und der Pause in der Musik“. In: Studien für Musikwissenschaft. Jg. XXV.
# Teoriopoznawcza analiza struktury czasowej gatunków muzycznych.
# Romantyzm w muzyce.
# „Ästhetische Funktionen des musikalischen Zitats”. In: Musikforschung, Jg. 19 (1966).
# „Die Prozessualität der Musik”. In: Hegel-Jahrbuch 1965.

Polonica beethovenowskie [Polnische Spuren in Beethovens Schaffen]. Kraków: PWM, 1970.

Studia nad twórczością Fryderyka Chopina [Studien zu Chopins Schaffen]. Kraków: PWM, 1970.

Wstęp do muzykologii [Einführung in die Musikwissenschaft]. Warszawa: PWN, 1970, 1974.

Nowe szkice z estetyki muzycznej. Kraków: PWM, 1975. = Neue Aufsätze zur Musikästhetik. Wilhelmshaven: Heinrichshofen, 1975.
Sammelband von Artikeln aus den Jahren 1965-1973:
# „Über das Wesen des Musikwerkes“. In: Musikforschung, Jg. 22, 1969.
# „Musik und Verstehen“. [als: Ebenen des musikalischen Verstehens] in: Musik und Verstehen. Peter Faltin, Hans-Peter Reinecke (Hg.). Köln: Volk, 1973.
# „Über den Wert in der Musik“. In: Musica, Jg. XXIII.
# „Musikalisches Geschichtsbewusstsein – Segen oder Flucht?“. In: Veröffentlichungen des Instituts für neue Musik und Musikerziehung (Darmstadt). XIII. Mainz 1973.
# „Zur Theorie der musikalischen Rezeption“. In: Archiv für Musikwissenschaft Jg. 31 (1974).
# „Prolegomena zur Theorie der Tradition in der Musik“. In: Archiv für Musikwissenschaft, Jg. 27 (1971).
# „Musik und Revolution“. In: International Review of the Aesthetics and Sociology of Music, Jg. 5.


Aufsätze:
(Auswahl, in deutscher, englischer und französischer Sprache)

„Geschichtliche Vorform der Zwölftontechnik“. In: Acta Musicologica. Jg. VII (1935). S. 15-21.

„Der Einfluss Chopins auf die russische Musik”. In: Chopin-Almanach. Zur hundertsten Wiederkehr des Todesjahres von Fryderyk Chopin, hg. vom Chopin-Komitee in Deutschland. Potsdam: Akademischer Verlag Athenaion, 1949. S. 88-102.

„Semantische Elemente der Musik”. In: Bericht über den Internationalen Musikwissenschaftlichen Kongress Hamburg 1956. Walter Gerstenberg (Hg). Kassel: Bärenreiter 1957, und in: Sinn und Bedeutung in der Musik. Texte zur Entwicklung des musiksemiotischen Denkens (= Texte zur Forschung 56). Vladimir Karbusicky (Hg.). Darmstadt 1990.

„Le style national des œuvres de Chopin“. In: Annales Chopin. Band 2 (1958). S. 100-178.

„Die Chopinische Harmonik aus der Perspektive der Klangtechnik des. 20. Jahrhunderts“. In: Deutsches Jahrbuch der Musikwissenschaft. Jg. II und III (1957 und 1958).

„Die Kategorien des Komischen in der Musik“. In: Bericht über den 7. Internationalen Musikwissenschaftlichen Kongress Köln 1958. Kassel: Bärenreiter, 1959.

„Chopin im Lichte des Briefwechsels von Verlegern seiner Zeit gesehen“. In: Fontes Artis Musicae. Jg. VII (1960). S. 46-57.

„Zur Periodisierung der Musikgeschichte“. Beiträge zur Musikwissenschaft II. Berlin 1960.

„Chopins Briefe an Delfina Potocka“. In: Musikforschung. Jg. XV (1962)

„Szymanowski und die Romantik”. Studia Musicologica Academiae Scientiarum Hungaricae. Jg. III (1962). S. 223-242.

„Die Formenkreuzung bei Chopin“, „Über die Verbindungen zwischen der Harmonik von A.N. Skrjabin und der Harmonik von F. Chopin“. In: The book of the first
international musicological congress devoted to the works of Frederick Chopin. 16th-22nd February 1960. Z. Lissa (Hg.) Warszawa: PWN, 1963.

„Zur Genesis des Prometheischen Akkords bei Skrjabin“. In: Johann-Gottfried-Herder-Forschungsstelle für Musikgeschichte (Hg.). Musik des Ostens. Sammelbände für historische und vergleichende Musikforschung. Bd. 2. Kassel 1963.

„Die Relativität ästhetischer Kategorien“. Beiträge zur Musikwissenschaft. Bd. VI. Berlin 1964.

„Musikalisches Hören in psychologischer Sicht“. In: Bericht über den 9. Internationalen Kongress Salzburg 1964. F. Giegling (Hg.). Kassel: Bärenreiter, 1965.

„Intonation und Gestalt in der Musik“. In: Bericht über das denkwürdige Internationale Seminar Prag 1963 zu Fragen der Intonationstheorie Boris Assafjews. B. M. Jarustowski (Hg.). Moskau 1965.

„Zur russischen Publikation von Beethovens Heiligenstädter Skizzenbuch 1802/03“. In: Johann-Gottfried-Herder-Forschungsstelle für Musikgeschichte (Hg.). Musik des Ostens. Sammelbände für historische und vergleichende Musikforschung. Bd. 3. Kassel 1965.

„Ost-West-Probleme in der modernen Musikgeschichtsschreibung”, „Folk Elements in Polish Music from the Middle Ages up to the 18th Century”. In: Musica antiqua Europae Orientalis Bydgoszcz, 1966, Polska: acta scientifica congressus. Zofia Lissa (Hg.) Warszawa: PWN, 1966. S. 19-41, S. 354–382.

„Hegel und das Problem der Formintegration in der Musik“. In: Festschrift für Walter Wiora zum 30. Dezember 1966. L. Finscher, Ch. H. Mahling (Hg.). Kassel: Bärenreiter, 1967. S.112-119.

„Über den Einfluss Chopins auf Liadow“. In: Deutsches Jahrbuch für Musikwissenschaft. Jg. XIII (1968).

„M. Regers Metamorphosen der ,Berceuse‘ op. 57 von F. Chopin“. In: Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien (Hg.): Festschrift 1817-1967. Wien: Lafite, 1967; und Musikforschung. Jg. 23 (1970).

„Beethovens Einfluss auf den Klaviersatz Chopins“. In: Beethoven-Symposion Wien 1970. Erich Schenk (Hg.). Wien: VÖAW, 1971. S. 175-198.

„Einige kritische Bemerkungen zur Ingardenschen Theorie des musikalischen Werkes“. In: International review of the Aesthetics and Sociology of Music. Jg. III (1972). S. 75-95.

„Die Rolle der Tradition in der Musik Volkspolens (1945–1970)“. In: Studien zur Tradition in der Musik: Kurt von Fischer zum 60. Geburtstag. H. H. Eggebrecht, M. Lütolf (Hg.). München: Katzbichler, 1973. S. 201-215.

„Klavierpolonaise und -mazurka im 19. Jahrhundert“. In: Gattungen der Musik in Einzeldarstellungen. Gedenkschrift Leo Schrade. Wulf Arlt, Ernst Lichtenhahn, Hans Oesch (Hg.). Bern und München: Francke, 1973. S. 813-839.

„Witold Lutosławskis Konzert für Orchester”. In: Zur musikalischen Analyse. Gerhard Schuhmacher (Hg.). Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Wege der Forschung, Bd. 257, 1974. S. 282-322.

„Vom Wesen des nationalen Stils in der Musik von Karol Szymanowski“. In: Hamburger Jahrbuch für Musikwissenschaft. Bd. 4: Zur Musik des 20. Jahrhunderts. Constantin Floros, Hans Joachim Marx und Peter Petersen (Hg.). Hamburg: Wagner, 1980.
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Quellen

Literatur

Dziębowska, Elżbieta. Profesor Zofii Lissy prace i zasługi [Professor Lissas Werke und Verdienste]. Mrygoniowa, Ewa. Bibliografia prac prof. dr Zofii Lissy [Zofia Lissas Schriftenverzeichnis]. In: Studia musicologica. Aesthetica – theoretica – historica. Księga pamiątkowa Zofii Lissy [Festschrift Zofia Lissa]. E. Dziębowska, Z. Helman, D. Idaszak, A. Neuer (Hg.).Kraków: PWM, 1979.

Dziębowska, Elżbieta. Zofia Lissa (19.10.1908 – 26.3.1980). In: Muzyka. Jg. 25 (1980), Nr. 4. S. 9-13.

Helman, Zofia. Zofia Lissa (1908-1980). In: Zeitschrift für Musikpädagogik. Jg. 7 (1982). S. 27–29.

Helman, Zofia. Zofia Lissa (1908-1980). In: Polish Musicological Studies. Bd. 2. Zofia Chechlińska, Jan Stęszewski (Hg.). Kraków: PWM, 1986.

Dziębowska, Elżbieta. Lissa Zofia. In: Encyklopedia Muzyczna PWM. Elżbieta Dziębowska (Hg.) Band „klł”. Kraków: PWM, 1997. S. 368-370.

Helman, Zofia. Lissa Zofia. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Ludwig Finscher (Hg.). Personenteil. Bd. 11. 2. neubearbeitete Auflage. Kassel/Basel: Bärenreiter, 2004, S. 197-200.

Skowron, Zbigniew. Muzyka - jej struktura, przeżycie i przesłanie. W kręgu dociekań muzyczno-estetycznych Zofii Lissy. In: Zofia Lissa, Wybór pism estetycznych. Z. Skowron (Hg.). Kraków: Universitas, 2008. S. 7-30.


Links

http://www.filmmusik.uni-kiel.de/kielerbeitraege2/KB2-Lissa.pdf

http://en.chopin.nifc.pl/chopin/persons/text/id/468

http://www.polmic.pl/index.php?option=com_mwosoby&id=647&view=czlowiek&litera=13&Itemid=7&lang=pl
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Forschung

Viele von Zofia Lissas Publikationen gehören bis heute zu den Standardwerken der Musikästhetik, -theorie und -wissenschaft und sind in allen größeren Bibliotheken weltweit zugänglich. Anlässlich ihres 100. Geburtstages im Jahr 2008 wurde von Zbigniew Skowron eine neue Auswahl ihrer Schriften mit umfangreichen Kommentaren herausgegeben, in der auch ihre Bedeutung als Musikwissenschaftlerin gewürdigt wird.
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Forschungsbedarf

Interessant wäre es, die Bedingungen zu untersuchen, die dazu führten, dass in Polen im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern Musikwissenschaftlerinnen wie Zofia Lissa und Stefania Lobaczewska (ebenfalls aus Lemberg) bereits in den 1930er Jahren bedeutende Positionen erreichen konnten.
Autor/innen:
Danuta Gwizdalanka, 10. September 2009

Bearbeitungsstand:
Redaktion: Regina Back
Zuerst eingegeben am 05.12.2009