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Sara Levy

Sara Itzig (geb.), Sara Levi, Sara Löwy

* 19. Juni 1761 in Berlin.
† 11. Mai 1854 in Berlin.



„Sie hatten einst alle ‚à la tête de la jeune phalange’ an der Spitze der Bewegung gestanden. Diese hinfälligen Frauen waren es gewesen, deren Geist und Bildung die Schranken des Kastengeistes durchbrochen, die aus eigener Machtvollkommenheit in Berlin die Gewalt der Vorurteile besiegt; diese Greisinnen und ihre Gesinnungsgenossinnen, diese Jüdinnen waren es gewesen, welche, sich aus dem Pariatume ihres Volkes erhebend, die Bildung als den höchsten gültigen Adel zu vertreten, und so eine Befreiung und eine Kultur der Geistes in ihrer Vaterstadt herbeizuführen gewußt hatten, welche der geringere Sinn ihrer Nachkommen nicht zu behaupten verstanden hat.“

(Fanny Lewald, die in den 1840er Jahren bei Sara Levy zu Gast war, über die damals über 80jährige Gastgeberin und ihre Tischgesellschaft. In: Fanny Lewald, Meine Lebensgeschichte, Bd. 3, Befreiung und Wanderleben, hg. von Ulrike Helmer, Frankfurt/Main 1989, S. 90 f.)
Schriftprobe
Mediennachweis

Bild:
Wilhelm Erman, Paul Erman. Ein Berliner Gelehrtenleben 1764-1851, Berlin, Verlag des Vereins für die Geschichte Berlins, 1927, nach S. 96.

Handschrift:
Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung mit Mendelssohn Archiv, Sign. Mus.ms.Bach P 703.

Tätigkeitsfelder
Cembalistin, Auftraggeberin, Musiksammlerin, Musikförderin, Organisatorin musikalischer sowie musikalisch-literarischer Geselligkeit



Orte und Länder
Sara Levy lebte und wirkte in Berlin. Ihre umfangreiche Musikaliensammlung wurde nach ihrem Tod in alle Welt verstreut.


Profil
Sara Levy gehörte zu den wichtigsten Förderern der Berliner Bach-Pflege. Sie legte eine der bedeutendsten Musikaliensammlungen ihrer Zeit an, die vornehmlich Instrumentalmusik Johann Sebastian Bachs und seiner Söhne aber auch älterer Komponisten umfasste, und setzte damit einen Grundstein für die Entstehung musikalischen Geschichtsbewusstseins. Als Subskribentin insbesondere anspruchsvoller Klavier- und Kammermusik förderte sie zeitgenössische Komponisten, wie den mit ihr bekannten Carl Philipp Emanuel Bach, an den sie auch Kompositionsaufträge vergab. Sie organisierte musikalische Geselligkeiten, mit denen sie repertoirebildend wirkte. Als Cembalistin trat sie in Konzerten der Berliner Singakademie auf, der sie bereits zu Lebzeiten Material aus ihrer umfangreichen Notensammlung zur Verfügung stellte und der sie diese nach ihrem Tod vermachte. Aus ihrer Sammlung stammte vermutlich auch die Abschrift der Matthäuspassion Johann Sebastian Bachs, die sie ihrem Großneffen Felix Mendelssohn Bartholdy und seiner Schwester Fanny (später verh. Hensel) 1825 zu Weihnachten schenkte – ein Geschenk, das mit der Aufführung der Passion durch die Berliner Singakademie unter der Leitung Felix Mendelssohn Bartholdys im April 1829 die Bach-Renaissance des 19. Jahrhunderts einleitete.

Biografie

Als Tochter des „Finanzentrepreneurs“ Friedrichs des Großen wurde Sara Levy 1761 in eine Familie hineingeboren, die unter den jüdischen Familien die ranghöchste Stellung im preußischen Staat innehatte. Zugleich war das Haus ihrer Eltern Daniel Itzig (1723–1799) und Miriam, geb. Wulff (1727–1788), ein Ort der Haskalah, der jüdischen Aufklärung, was sich nicht zuletzt in einer herausragenden Bildung für die 16 Kinder niederschlug. Insbesondere die Musikpflege im Hause Itzig befand sich auf höchstem Niveau. Durch mehrere Quellen ist belegt, dass die Musik Johann Sebastian Bachs und seiner Söhne, insbesondere Carl Philipp Emmanuel Bachs, dabei im Mittelpunkt stand. Zu Sara Levys Klavierlehrern gehörte möglicherweise Johann Philipp Kirnberger (1721–1783), mit großer Wahrscheinlichkeit Wilhelm Friedemann Bach (1710–1784). Ab 1779 ist Sara Levy als Subskribentin vornehmlich anspruchsvoller Klaviermusik von Vertretern der Bach-Familie nachgewiesen. Im Laufe ihres Lebens legte sie eine der zu ihrer Zeit umfangreichsten Sammlungen von Musikhandschriften und -drucken an. Vermutlich nach ihrer Heirat 1783 begann sie selbst musikalische Geselligkeiten zu organisieren, für die sie sehr wahrscheinlich auch Werke in Auftrag gab. Sie gehörte zu den ersten Mitgliedern der 1791 von Carl Friedrich Fasch (1736–1800) gegründeten und nach dessen Tod von Carl Friedrich Zelter (1758–1832) übernommenen Berliner Singakademie und wirkte in der dazugehörigen Ripienschule als Cembalistin mit. In den 1790er Jahren trat Sara Levy mehrfach als Solistin im so genannten „Fliessischen Konzert“ – organisiert von ihrer Schwester Hannah, verh. Fliess (1748–1801) – sowie in Konzerten der Singakademie auf. Noch zu Lebzeiten stellte Sara Levy der Singakademie große Teile ihrer Musikaliensammlung zur Verfügung. Die übrigen Bestände ihrer heute weltweit verstreuten Sammlung gingen durch testamentarische Verfügung an Justus Amadeus Lecerf, August Wilhelm Bach und den Zelter-Nachfolger Carl Friedrich Rungenhagen. Sara Levys langes Leben umfasste die Zeitspanne von der zweiten Hälfte der Regierungszeit Friedrichs des Großen bis nach der Revolution von 1848. Sie überlebte ihren Großneffen Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847) und seine Schwester Fanny Hensel (1805–1847) (siehe auch die multimediale Präsentation zu "Fanny Hensel - Korrespondenzen in Musik": http://mugi.hfmt-hamburg.de/Hensel_Korrespondenzen/)
Bis zu ihrem Lebensende pflegte Sara Levy Geselligkeiten. Sie starb 1854 im Alter von 92 Jahren in Berlin.
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Würdigung

Sara Levy war nicht nur eine hervorragende Cembalistin, die mit anspruchsvollen Werken von Johann Sebastian Bach und seinen Söhnen in privat organisierten Konzerten auftrat. Sie legte auch eine der umfangreichsten und bedeutendsten Sammlungen von Musikhandschriften und -drucken des 18. und frühen 19. Jahrhunderts an und beschäftigte hierfür mehrere Kopisten. Den Schwerpunkt ihrer heute in die Bibliotheken der Welt verstreuten Sammlung bildete anspruchsvolle Instrumentalmusik Johann Sebastian Bachs und seiner Söhne sowie Johann Adolph Hasses (1699?–1783) und auch Musik Berliner Komponisten. So besaß sie zahlreiche Sinfonien Carl Philipp Emanuel Bachs und weiterer Komponisten aus dem Umkreis der Berliner Hofkapelle, darunter Johann Gottlieb Graun (1703-1771), Johann Gottlieb Janitsch (1708–1763), Klavierkonzerte von Wilhelm Friedemann und Carl Philipp Emanuel Bach, Violin-, Viola- und Viola da Gamba-Konzerte von Johann Gottlieb Graun und Flötenkonzerte von Johann Joachim Quantz (1697–1773), des Flötenlehrers Friedrich des Großen. Ihre Kammermusiksammlung umfasste neben Werken der bereits genannten Komponisten auch Musik von Georg Friedrich Händel (1685–1759) und Giovanni Battista Pergolesi (1710–1736). Sie besaß kostbare Autographe der selten gespielten Werke Wilhelm Friedemann Bachs und es gelang ihr, die Instrumentalmusik Carl Philipp Emanuel Bachs fast vollständig zusammenzutragen. Als Subskribentin anspruchsvoller Klavier- und Kammermusik förderte sie zeitgenössische Komponisten wie Carl Philipp Emanuel und Wilhelm Friedemann Bach. Sie beschränkte ihre Musikpflege jedoch nicht nur auf das Bewahren und Sammeln vorhandener Musik, sondern sie griff auch aktiv ins Musikgeschehen ein, indem sie Werke in Auftrag gab. So gehören die drei Quartette für Flöte, Bratsche, Bass und Cembalo (Wq 93–95), die Carl Philipp Emanuel Bach in seinem Todesjahr 1788 komponierte und die Sara Levy mit großer Wahrscheinlichkeit bei ihm bestellt hatte, um sie bei ihren Gesellschaften zu musizieren und zu diskutieren, zu den hintergründigsten und subtilsten Kammermusikwerken des Komponisten (vgl. hierzu Krummacher, Kontinuität und Experiment). Dasselbe gilt für sein Doppelkonzert für Cembalo und Hammerklavier in Es-Dur (Wq 47). Auch dieses war vermutlich ein Auftragswerk und von Carl Philipp Emanuel Bach gewissermaßen an die Autraggeberin adressiert. Es knüpft an das ebenfalls in Sara Levys Sammlung befindliche Konzert Wilhelm Friedemann Bachs für zwei Cembali in derselben Tonart an und stellt sowohl in seiner „neuartigen“ Besetzung als auch in seiner Machart eine Verbindung zwischen dem „Alten“ und dem „Neuen“ her, die für die Auftraggeberin charakteristisch war. Auch Joseph Haydn gehörte zu den Komponisten, bei denen Sara Levy Werke in Auftrag gab.
Mit ihren musikalischen Geselligkeiten wirkte sie prägend auf den Berliner Musikgeschmack ihrer Zeit. Als Bewahrerin der „alten Musik“, die zeitgenössische musikalische Entwicklungen an den höchsten Ansprüchen des 18. Jahrhunderts maß, wurde Sara Levy zu einer Schlüsselfigur der Bach-Renaissance des 19. Jahrhunderts (vgl. Wollny, „‚Ein förmlicher Sebastian und Philipp Emanuel Bach-Kultus’, 1999).
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Rezeption

Die Musikpflege, für die das Elternhaus Sara Levys prägend war, setzte sich in Gestalt musikalischer Geselligkeit in der nächsten Generation fort. Ihre drei Jahre ältere Schwester Fanny, die 1776 Nathan Arnstein, den Sohn des Wiener Finanzentrepreneurs, heiratete, wurde berühmt für die glänzenden Geselligkeiten, die sie um die Jahrhundertwende in Wien zu organisieren begann und die zum Ausgangspunkt für die Gründung der Wiener Gesellschaft der Musikfreunde wurden. Fanny von Arnstein besuchte ihre Berliner Verwandten oft und unter ihren Musikalien sind Exemplare nachgewiesen, die aus den Beständen ihrer Schwester Sara Levy stammen. Zu nennen sind weiterhin die Geselligkeiten von Sara Levys Nichte Lea Mendelssohn ab 1821 und die Sonntagsmusiken ihrer Großnichte Fanny Hensel (siehe auch die multimediale Präsentation zu "Fanny Hensel - Korrespondenzen in Musik": http://mugi.hfmt-hamburg.de/Hensel_Korrespondenzen/) in der Leipziger Straße 3 ab 1831. Obwohl alle diese Geselligkeiten jeweils ganz unterschiedliche Ziele verfolgten und verschiedene Akzente setzten, standen sie in der Tradition „privat-öffentlicher“ Musikpflege im Hause Daniel Itzigs und seiner Frau Miriam Wulff, die von Sara Levy am nachhaltigsten fortgesetzt und ausgeprägt wurde. Nicht zuletzt auf Grund der schwierigen Quellenlage geriet das Musikleben in den privaten Häusern, über das nur in Ausnahmefällen Rezensionen geschrieben wurden, mit der Ausbreitung des öffentlichen Musikwesens im Verlauf des 19. Jahrhunderts zunehmend in Vergessenheit. Sara Levys Einfluss auf das Repertoire der Berliner Singakademie ist – möglicherweise auf Grund der dort herrschenden antisemitischen Tendenzen – lange Zeit unerwähnt geblieben. Auch der wohl wenig ausgeprägte Ordnungssinn Carl Friedrich Zelters hat dazu geführt, dass ursprünglich zur Sammlung Sara Levys gehörige Musikalienbestände nicht mehr als solche erkennbar waren. Ein Hinweis auf die außergewöhnliche Musikaliensammlung Sara Levys findet sich erst 1931 bei Ernst Fritz Schmid (Schmid, Carl Philipp Emanuel Bach, 1931). Nach 1945 kam als Schwierigkeit hinzu, dass das während des Krieges ausgelagerte Archiv der Berliner Singakademie jahrzehntelang als verschollen galt, bis es im Jahr 2001 in der Ukraine wieder auftauchte und der Berliner Staatsbibliothek übergeben wurde. Erst 1986 wurde Sara Levys große Bedeutung für die Berliner Bachpflege sowie ihr Einfluss auf die Repertoirebildung durch Peter Wollnys Rekonstruktion ihrer heute in die Bibliotheken der Welt verstreuten Musikaliensammlung bekannt (Wollny, Sara Levy and the Making of Musical Taste, 1993). 2002 organisierten das Leipziger Bach-Archiv und die Internationale Mendelssohn-Stiftung e. V. eine Ausstellung über Sara Levy und ihre Tätigkeit als Musikaliensammlerin.
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Repertoire

Sara Levys umfangreiches und anspruchsvolles Repertoire als Cembalistin ist an ihrer Musikaliensammlung abzulesen, zu der Klavierkonzerte Carl Philipp Emanuel Bachs, Wilhelm Friedemann Bachs sowie der Berliner Komponisten Christoph Schaffrath (1709–1763), August Kohne und Carl Gottlieb Richter gehörten. Aus der großen Anzahl von Werken in entsprechender Besetzung in ihrer Sammlung ist zu schließen, dass Sara Levy – wahrscheinlich gemeinsam mit einer ihrer Schwestern – mit Vorliebe Musik für zwei Cembali spielte. Hierzu gehören das Konzert für zwei Cembali von Wilhelm Friedemann Bach in Es-Dur (Fk 46) ebenso wie Arrangements der sechs Orgeltriosonaten (BWV 525–530) von Johann Sebastian Bach für zwei Cembali. Nachgewiesen ist Sara Levy als Solistin des Cembalokonzerts in d-Moll, BWV 1052, und des Brandenburgischen Konzerts Nr. 5, BWV 1050, in Konzerten der Singakademie. Auch an Aufführungen zahlreicher Kammermusikwerke ihrer Sammlung, wie den vermutlich eigens für sie komponierten Quartetten für Flöte, Bratsche, Bass und Cembalo von Carl Philipp Emanuel Bach (Wq 93–95), dürfte sie beteiligt gewesen sein. Dasselbe gilt für dessen ebenfalls von ihr in Auftrag gegebenes Konzert für Cembalo und Hammerklavier (Wq 47).
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Quellen

a) Quellen, in denen die Kultur- und Musikpflege im Hause Daniel und Miriam Itzigs erwähnt wird:

Gumbinner. S. Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde Berlins im 18. Jahrhundert 2. Teil. In: Vossische Zeitung, 9. Juli 1876 (Nr. 158, Sonntags-Beilage Nr. 28)

Nicolai, Friedrich. Beschreibung der Königlichen Residenzstädte Berlin und Potsdam, aller daselbst befindlichen Merkwürdigkeiten und der umliegenden Gegend, Berlin: Nicolai, 3. Auflage, 1786 [Neudruck, Berlin: Haude & Spencer, 1968]

Reichardt, Johann Friedrich. „Autobiographische Notiz“. In: Schletterer, Hans Martin, Johann Friedrich Reichardt. Sein Leben und seine musikalische Thätigkeit, Augsburg: Schlosser, 1865, S. 99–100

Weissmann, Adolf. Berlin als Musikstadt, Berlin/Leipzig: Schuster & Löffler, 1911


b) Quellen, in denen Sara Levy und ihre musikalischen Gesellschaften erwähnt werden. Mit wenigen Ausnahmen handelt es sich dabei um Erinnerungsliteratur des späteren 19. Jahrhunderts.

Allgemeine musikalische Zeitung, Jg. 13, 1811. H. 12, Sp. 204 [Bericht über den Auftritt Sara Levys im Patzigschen Konzert mit einem Klavierkonzert von Carl Philipp Emanuel Bach]

Bach, Johanna Maria. Nach dem Tode Carl Philipp Emanuel Bachs geschriebener Brief an Sara Levy. In: Bach, Carl Philipp Emanuel. Briefe und Dokumente. Kritische Gesamtausgabe, hg. von Ernst Suchalla. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1994, S. 1309–1316

Bardua, Wilhlemine. Die Schwestern Bardua, Bilder aus dem Gesellschafts-, Kunst- und Geistesleben der Biedermeierzeit. Aus Wilhelmine Barduas Aufzeichnungen gestaltet von Johannes Werner, 3. Auflage, Leipzig: Köhler und Amelung, [1929]

Berlinische Musikalische Zeitung, Fünftes Stück vom 9. März 1793, S. 18 [Erwähnung Sara Levys als Cembalistin im „Fliessischen Konzert“]

Davidson, Wolff. Ueber die bürgerliche Verbesserung der Juden. Berlin: Felisch, 1798, [Nennung Sara Levys und ihrer Schwester Zippora Wulff auf S. 109]

Erman, Wilhelm (Hg.). Paul Erman. Ein Berliner Gelehrtenleben 1764–1851, Berlin: Verlag des Vereins für die Geschichte Berlins, 1927

Heyse, Paul. Jugenderinnerungen und Bekenntnisse. Bd. 1: Aus meinem Leben. 3. Auflage, Berlin: Hertz, 1900, S. 37 f.

Hürlimann. Martin (Hg). Ernst Theodor Amadeus Hoffmann. Autobiographische, musikalische und vermischte Schriften. Zürich: Atlantis, 1946

Klein, Hans-Günter, und Elvers, Rudolf (Hg.). Fanny Hensel, Tagebücher, Wiesbaden, Leipzig, Paris: Breitkopf & Härtel, 2002

Schwarz, Walter. Jugendleben der Malerin Caroline Bardua. Nach einem Manuscript ihrer Schwester hg. von Walter Schwarz [=Wanda von Dallwitz, geb. von Graefe], Breslau: Hoffmann, 1874

Lazarus, Nahida Ruth (Remy, Nahida). Das jüdische Weib, 1. Auflage 1891, 3. Auflage, Berlin: Cronbach, 1896, S. 250–256

Lewald, Fanny. Meine Lebensgeschichte. Bd. 3: Befreiung und Wanderleben, hg. von Ulrike Helmer. Frankfurt/Main: Ulrike Helmer Verlag, 1989

Morgenstern, Lina. Die Frauen des 19. Jahrhunderts. Biographische und culturhistorische Zeit- und Charaktergemälde. Bd. 1, Berlin: Verlag der deutschen Hausfrauenzeitung, 1888, S. 100–102

Varnhagen von Ense, Karl August. Ludwig Achim von Arnim und Moritz Itzig. Biographien, Aufsätze, Skizzen Fragmente. In: Feilchenfeldt, Konrad und Wiedenmann, Ursula (Hg.). Karl August Varnhagen 
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Rellstab, Ludwig. Aus meinem Leben. Bd. 1, Berlin: Guttentag, 1861

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Sekundärliteratur

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Falck, Martin. Wilhelm Friedemann Bach. Sein Leben und seine Werke (=Leipziger Studien zur Musikgeschichte 1), Leipzig: Kahnt, 1913 [Reprint Hildesheim: Olms, 1977]

Geiringer, Karl. Die Musiker-Familie Bach. Leben und Wirken in drei Jahrhunderten. München: Beck, 1958

Henzel, Christoph. „Die Musikalien der Sing-Akademie zu Berlin und die Berliner Graun-Überlieferung.“ In: Jahrbuch des staatlichen Instituts für Musikforschung preussischer Kulturbesitz 2002, Mainz [u.a.] Schott, 2004, S. 60–106

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Krummacher, Friedhelm. Kontinuität und Experiment: Die späten Quartette von Carl Philipp Emanuel Bach. In: Carl Philipp Emanuel Bach und die europäische Musikkultur des mittleren 18. Jahrhunderts. Bericht über das internationale Symposion der Joachim Jungius-Gesellschaft der Wissenschaften, Hamburg, 29. September – 2. Okotober 1988 (= Veröffentlichungen der Joachim Jungius-Gesellschaft der Wissenschaften Hamburg 62). Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1990, S. 245–267

Schmid, Ernst Fritz. Carl Philipp Emanuel Bach und seine Kammermusik. Kassel: Bärenreiter, 1931, [S. 42–44]

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Wilhelmy-Dollinger, Petra. „Musikalische Salons in Berlin 1815–1840“. In: Klein, Hans-Günter (Hg.). Die Musikveranstaltungen bei den Mendelssohns – Ein musikalischer Salon? Die Referate des Symposions am 2. September 2006 in Leipzig. Klein, Hans-Günter (Hg.). (= Leipzig – Musik und Stadt – Studien und Dokumente, Bd. 2), Leipzig 2006, S. 17–34

Wilhelmy-Dollinger, Petra. Der Berliner Salon im 19. Jahrhundert (1780–1914), Berlin: de Gruyter, 1989

Wilhelmy-Dollinger, Petra. „Emanzipation durch Geselligkeit: Die Salons jüdischer Frauen in Berlin zwischen 1780 und 1830“. In. Awerbuch, Marianne und Jersch-Wenzel, Stefi (Hg.). Bild und Selbstbild der Juden Berlins zwischen Aufklärung und Romantik. Berlin: Colloquium, 1992, S. 121-138

Wolff, Christoph. Carl Philipp Emanuel Bach und Wien. Zum Kontext der Orchestersinfonien mit zwölf obligaten Stimmen. In: Carl Philipp Emanuel Bach und die europäische Musikkultur des mittleren 18. Jahrhunderts. Bericht über das internationale Symposion der Joachim Jungius-Gesellschaft der Wissenschaften, Hamburg, 29. September – 2. Okotober 1988 (= Veröffentlichungen der Joachim Jungius-Gesellschaft der Wissenschaften Hamburg, Bd. 62). Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1990, S. 119–131

Wollny, Peter. Artikel Sara Levy. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Allgemeine Enzyklopedie der Musik begründet von Friedrich Blume, zweite neubearbeitete Ausgabe, hg. von Ludwig Finscher, Personenteil, Bd. 11, Kassel [u.a.]: Bärenreiter, und Stuttgart, Weimar: Metzler, 2004, Sp. 44-45

Wollny, Peter. Artikel Sara Levy. In: New Grove Dictionary of Music and Musicians, 2. Auflage, hg. von Stanley Sadie und John Tyrell, London: Macmillan Publishers Ltd., 2001, Bd. 14, S. 615

Wollny, Peter. „Sara Levy and the Making of Musical Taste in Berlin“, In: The Musical Quarterly, Jg. 77, 1993, S. 651–688

Wollny, Peter. „‚Wie ein Denkmal aus alter Zeit’: Sara Levy und ihr musikalischer Salon“. In: Bach-Tage Berlin 1994 (Programmbuch), S. 9-13

Wollny, Peter. „‚Ein förmlicher Sebastian und Philipp Emanuel Bach-Kultus’. Sara Levy, geb. Itzig und ihr literarisch-musikalischer Salon“. In: Anselm Gerhard (Hg.). Musik und Ästhetik im Berlin Moses Mendelssohns, Tübingen; Max Niemeyer, 1999 (= Wolfenbütteler Studien zur Aufklärung, Bd. 25, hg. v. der Lessing-Akademie), S. 217–255

Wollny, Peter. Sara Levy und ihr musikalisches Wirken: "Ein förmlicher Sebastian und Philipp Emanuel Bach-Kultus", Wiesbaden: Breitkopf & Härtel, 2010.


Links

http://amacad.org/publications/bulletin/spring2005/wolff.pdf

http://www.sophie-drinker-institut.de/
(Das Lexikon der Instrumentalistinnen des 18. und 19. Jahrhunderts enthält einen Artikel von Hanna Bergmann über Sara Levy.)
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Forschung

Die Sammlung Sara Levys befindet sich heute über die Welt verstreut in verschiedenen Bibliotheken. An ihrem Namenszug bzw. für die in die Bestände der Singakademie gekommenen Musikalien auch an einem Stempel (der allerdings nicht immer vergeben wurde) ist die Zugehörigkeit zu ihrer Sammlung erkennbar. Übersichten über die verschiedenen Bibliotheken und über die Bestände der Sammlung finden sich in Wollny, Sara Levy and the Making of Musical Taste, 1993 und in Wollny ‚Ein förmlicher Sebastian und Philipp Emanuel Bach-Kultus’, 1999 sowie (für die ins Archiv der Singakademie gekommenen Teile der Sammlung) bei Henzel, Die Musikalien der Sing-Akademie, 2002.
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Forschungsbedarf

Zu den Forschungsdesideraten gehört Sara Levys Kontakt zum Salon Anna Amalias von Preußen und die Frage, inwieweit dieser sowie die Musikpflege der preußischen Prinzessin für sie tatsächlich Vorbildfunktion hatten. Die frühe Zeit ihrer musikalischen Geselligkeit lässt sich bisher nur anhand ihrer Sammeltätigkeit und ihrer Aufträge an Komponisten erschließen, die späte Zeit ist weitgehend aus der Erinnerungsliteratur des späteren 19. Jahrhunderts überliefert – weitere Quellenfunde bzw. eine Auswertung bereits zugänglicher Quellen beispielsweise aus dem Umkreis der Familie Mendelssohn wären hierfür wünschenswert.
Interessant wäre eine Analyse der von Sara Levy insbesondere bei Carl Philipp Emanuel Bach in Auftrag gegebenen Werke unter dem Aspekt der Adressiertheit.
Autor/innen:
Cornelia Bartsch, Januar 2009

Bearbeitungsstand:
Redaktion: Regina Back
Zuerst eingegeben am 22.02.2009