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Frida Leider

Anna Frida Leider (geb.), Anna Deman

* 18. April 1888 in Berlin.
† 4. Juni 1975 in Berlin.



„Ich bemühte mich immer, ein italienisches Belcanto zu singen, und es war mein höchstes Streben, diesen Gesangsstil auf die Interpretation meiner Wagner-Partien zu übertragen, ein Ziel, das mich nach Jahren härtester Arbeit zum Welterfolg führen sollte.“

(Frida Leider, „Das war mein Teil“, Berlin 1981, S. 64)
H�rbeispiel
Richard Wagner Tristan und Isolde, Isoldes Liebestod
Mediennachweis

Bild:
Privatbesitz.

NAXOS 8.110744-45

Tätigkeitsfelder
Opern- und Liedsängerin, Regisseurin, Gesangslehrerin.

Orte und Länder
Frida Leider debütierte 1915 in Halle/Saale, es folgten Engagements in Rostock, Königsberg und Hamburg. Ab 1924 war sie festes Ensemblemitglied an der Staatsoper Berlin.1927 und 1928 gastierte sie an der Mailänder Scala, 1924, 1925 und 1927 an der Waldoper Zoppot (heute Sopot in Polen). Von 1928 bis 1938 trat sie sie jeden Sommer bei den Bayreuther Festspielen auf, von 1924 bis 1938 jedes Jahr am Royal Opera House Covent Garden in London. Von 1928 bis 1932 war sie zusätzlich am Opernhaus von Chicago engagiert sowie 1933 und 1934 an der Metropolitan Opera New York.

Profil
Frida Leider zählte in den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen zu den herausragenden Wagnersängerinnen. Ausgehend von ihrem Stammhaus, der Berliner Staatsoper unter den Linden, eroberte sie sich nach und nach ihre weltweit führende Stellung im dramatischen Fach. Am Covent Garden Opera House in London beispielsweise war sie von 1924 bis 1938 nahezu die einzige Isolde, Brünnhilde und Kundry. 1927/28 sang sie an der Mailänder Scala jeweils komplette Ring-Zyklen in italienischer Sprache. Im Pariser Palais Garnier wurde sie ab 1930 beinahe alljährlich zum Mittelpunkt der Wagner-Aufführungen. Ab 1928 eroberte sie sich beginnend mit Chicago auch die Vereinigten Staaten: Tourneen der dortigen Oper, später auch der Metropolitan Opera New York, führten sie auch nach Boston, Baltimore, San Francisco und in weitere Städte. Am bedeutendsten Opernhaus Südamerikas, dem Teatro Colón in Buenos Aires, feierte sie 1931 große Erfolge als Brünnhilde und Isolde. Auch bei den Bayreuther Festspielen war sie von 1928 an regelmäßig engagiert, und von 1933 bis 1937 gab es keine Ring-Zyklen ohne ihre Mitwirkung. Gastspiele führten sie in viele europäische Musikzentren wie Wien, Prag, Brüssel, Amsterdam, Monte Carlo u.a.
Nach Kriegsbeginn 1939 reduzierten sich ihre Auftritte im Ausland auf wenige Gastspiele in Italien und der Schweiz.

Biografie

Frida Leider wird am 18. April 1888 in Berlin, Granseer Str. 9, als Tochter des Zimmermanns Ernst Leider und seiner Frau Anna, geb. Redlich, geboren. Das begabte Kind besucht die Luisenschule und strebt den Lehrberuf an. Der plötzliche Tod des Vaters macht diese Pläne zunichte. Das Mädchen muß einen Brotberuf erlernen und wird Bankangestellte. Der Besuch von Giuseppe Verdis Oper „Der Troubadour“ wird wegweisend: Frida Leider beschließt, Gesang zu studieren. Sie singt einem Chorleiter vor, der zur Ausbildung als Solistin rät. Unter großen Entbehrungen, solidarisch unterstützt von ihrer Mutter, schließt sie ihre Ausbildung bei Otto Schwarz in Berlin ab. Ihr erstes Engagement führt sie nach Halle/Saale, wo sie am 22. Oktober 1915 als Venus in Wagners „Tannhäuser“ debütiert. Nach nur mäßigen Erfolgen in Halle wird sie nach Rostock verpflichtet, wo sie zwei Spielzeiten bleibt, und den Grundstock eines breiten Repertoires legt, der von der Gräfin in Mozarts „Figaros Hochzeit“ bis zur Kundry in Wagners „Parsifal“ reicht. In Rostock erhält sie bereits einen Vertrag für das Stadttheater in Hamburg, singt davor aber noch eine Spielzeit lang in Königsberg. In Hamburg gelingt ihr ab 1919 der Durchbruch und sie wird überregional bekannt. Sie glänzt an diesem Haus keineswegs nur in Wagner-Partien, neben Opern von Mozart und Verdi dehnt sie ihr Repertoire bis zu Bellinis „Norma“ aus.
1921 gastiert sie als Isolde in Wagners „Tristan und Isolde“ in Berlin, so erfolgreich, dass sie bereits nach dem 1. Akt per Handschlag an die Staatsoper verpflichtet wird. Hamburg entläßt sie aber nicht vorzeitig aus ihrem Vertrag, so dass sie ihrem neuen Stammhaus erst ab 1924 voll zur Verfügung steht.
Bereits im gleichen Jahr gastiert sie erfolgreich als Isolde in Wien und London. Nach der enthusiastischen Aufnahme durch das Londoner Publikum wird Frida Leider für insgesamt 15 Spielzeiten der führende Wagner-Sopran des Royal Opera House Covent Garden, das neben der Berliner Staatsoper zu ihrem zweiten Stammhaus wird. Ihr in London gesungenes Repertoire beschränkt sich aber keineswegs nur auf Wagner, auch als Marschallin im „Rosenkavalier“ von Richard Strauss, als „Armide“ in Glucks gleichnamiger Oper und als Leonora in Verdis „Troubadour“ tritt sie erfolgreich auf.
In den Sommern 1924,1925 und 1927 wirkt sie an Aufführungen der schlesischen Waldoper Zoppot (heute Sopot in Polen) mit.
1927 und 1928 singt sie die Brünnhilde auf Italienisch an der Mailänder Scala, 1931 folgt ein erfolgreiches Gastspiel am Teatro Colón in Buenos Aires.
1928 wird sie das erste Mal nach Bayreuth engagiert und singt dort unter Karl Muck die Kundry im „Parsifal“. Bis 1938 tritt sie dort jeden Sommer auf. In den Jahren von 1933 bis 1937 ist sie die einzige Sängerin der Brünnhilde bei den Festspielen in Bayreuth, 1938 auch die Isolde.
Seit der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 gerät Frida Leider, wie sie in ihrer Autobiografie andeutet, durch ihre Ehe mit dem Konzertmeister der Berliner Staatsoper, Rudolf Deman, zunehmend in politische Bedrängnis. Deman ist Jude, vorerst schützt ihn zwar noch seine österreichische Staatsbürgerschaft, aber im Herbst 1938 wird seine Situation in Berlin unhaltbar. Er flieht in die Schweiz, wo er – unterstützt durch auf Umwegen von seiner Frau geschicktes Geld – überleben kann.
Die Angst um ihren Mann und die zunehmenden Schikanen, denen Frida Leider durch ihre „Mischehe“ von Seiten der Behörden ausgesetzt ist, führen im Sommer 1938 zu einer Nervenkrise, welche die Künstlerin zwingt, Auftritte in Bayreuth und Berlin abzusagen. Auch nach der Emigration ihres Ehemannes bleibt der Druck von Seiten des Regimes bestehen. Man versucht, Frida Leider zu einer Scheidung ihrer Ehe zu drängen, was sie allerdings vehement ablehnt.
Erst 1943 resigniert sie, wird von Deman offiziell geschieden, das Ehepaar nimmt aber nach seiner Rückkehr aus dem Exil 1946 die eheliche Gemeinschaft wieder auf.
An der Berliner Staatsoper wird Frida Leider gegen Ende der dreißiger Jahre zunehmend isoliert, die Zahl ihrer Auftritte stark reduziert.
Zu diesem Zeitpunkt erschließt sich die Künstlerin ein neues Betätigungsfeld: Angeregt durch ihren Kollegen und Freund Heinrich Schlusnus und durch Michael Raucheisen, den führenden Liedbegleiter der Zeit, wendet sie sich verstärkt dem Kunstlied zu. Hatte sie in der Vergangenheit nur sporadisch Liederabende gegeben, werden diese nun zu ihrer bevorzugten künstlerischen Tätigkeit.
Ihren letzten Auftritt an der Staatsoper hat sie 1940, als Marschallin in Strauss‘ „Rosenkavalier“, einer von ihr wenig geschätzten Partie. Ihre Liederabende jedoch setzt sie noch bis in das Jahr 1946 fort. Sie hat ihren letzten Auftritt (entgegen den Angaben in ihrer Autobiografie) am 10. Februar 1946 im Berliner Renaissance-Theater, wo sie Lieder von Brahms und Schumann singt und zusammen mit ihrer Kollegin und Freundin Margarete Klose auch Duette von Dvořák.
Der erste Nachkriegs-Intendant der Berliner Staatsoper, Ernst Legal, bietet ihr verschiedentlich an, sie wieder in ihren Opernpartien einzusetzen. Frida Leider entschließt sich aber, neue Herausforderungen anzunehmen und führt ab 1946 bei mehreren Inszenierungen an der Staatsoper Regie. Im Admiralspalast, dem Ausweichquartier der zerstörten Staatsoper, inszenierte sie Engelbert Humperdincks „Hänsel und Gretel“, Albert Lortzings „Wildschütz“ und schließlich unter Furtwänglers Stabführung Wagners „Tristan und Isolde“. Zusätzlich leitete sie das Gesangsstudio der Staatsoper.
Nach der Rückkehr Rudolf Demans aus dem Schweizer Exil nimmt sie gemeinsam mit ihm eine Professur an der Berliner Musikhochschule an, die sie nach dem Tod Demans 1960 behält. Erst Mitte der 1960er Jahre zieht sie sich endgültig ins Privatleben zurück. In ihren späten Jahren entdeckt sie in der Malerei ein neues Betätigungsfeld, das Malen von Porträts, Stilleben und Landschaften. Frida Leider nimmt noch bis kurz vor ihrem Tod 1975 regen Anteil am kulturellen Leben Berlins, schließt Freundschaft mit Vertretern der jüngeren Generation von Sängerinnen und Sängern, so dem Bassisten Peter Lagger und der Sopranistin Gundula Janowitz. Sie ist Ehrenmitglied sowohl der Staatsoper unter den Linden als auch der Deutschen Oper Berlin.
Ihren Wohnsitz hat sie bis zu ihrem Tod in West-Berlin. Am 23. Oktober 1968 wird ihr das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse verliehen. Als sie am 4. Juni 1975 stirbt, ist dies, auch Jahrzehnte nach ihrem Abgang von der Bühne, eine Meldung für die „London Times“, die „New York Times“ und sämtliche Feuilletons Europas wert. Frida Leider wird neben Rudolf Deman auf dem Berliner Waldfriedhof Heerstraße beigesetzt, später erhält ihre Grabstätte den Status des Ehrengrabes.
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Würdigung

Frida Leiders Vielseitigkeit und sängerische Eloquenz wird schon am breiten Spektrum ihres Repertoires deutlich. Dabei stehen hier die Rollen der Gräfin in Mozarts „Figaro“ und der Donna Anna aus dessen „Don Giovanni“ sowie veristische Partien wie die Santuzza in Mascagnis „Cavalleria Rusticana“ und Martha in d‘Alberts „Tiefland” den Verdi- Heroinenrollen und den großen, hochdramatischen Wagner-Partien wie Isolde und Brünnhilde gegenüber. Ganz bewusst hat die Sängerin während ihrer gesamten Laufbahn immer wieder zwischen ihren Wagner-Aufführungen Werke von Mozart und Verdi gesungen, um ihre Stimme nicht zu einseitig zu belasten. Sie selbst beschreibt ihre Auftritte an der Mailänder Scala, wo sie die Partie der Brünnhilde auf italienisch sang, als Durchbruch zu ihrem ganz persönlichen Wagner-Stil, der stilistische Elemente des Belcanto einbezog. Sie erzielte damit eine Geschmeidigkeit des Tons und Farbigkeit des Timbres, die ihren Weltruhm als Wagner-Sängerin begründeten und bis heute als vorbildlich, aber unerreicht gelten.
„Die Stimme der Leider klang nie matronenhaft und statiös, aber auch nie extrem jugendlich und hell, sondern immer fraulich gereift, mit einer perfekten Verblendung der Register, einer dunkel leuchtenden Tiefe, einer warmen Mittellage und einer darauf organisch aufbauenden Höhe, die auch bei extremsten Belastungen nie angestrengt klang. Die Verbindung von Wortdeutlichkeit (die Wagner so wichtig war) mit dem Ideal des Belcantos hat sie wie keine andere Wagner-Sängerin verwirklicht.“ (Jens Malte Fischer. Große Stimmen. Frankfurt: Suhrkamp 1993. S. 186ff.)

Frida Leiders Autobiografie „Das war mein Teil“ aus dem Jahr 1959 bietet eine Vielzahl biografischer Fakten, doch vermeidet es die Autorin darin, Namen und exakte Angaben zu ihren Schwierigkeiten während der Zeit des Dritten Reichs zu machen. Viele der betroffenen Personen waren zu diesem Zeitpunkt wohl noch am Leben und wie Frida Leider selbst im Musikleben Berlins aktiv, zudem waren möglicherweise auch Dokumente, die genauere Angaben möglich gemacht hätten, kriegsbedingt verloren gegangen.
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Rezeption

Frida Leiders Karriere und Lebenslauf könnten als Beispiel für den sozialen Aufstieg aus eigener Kraft, auch als optimalen Umgang mit Talent gelten. Tatsächlich hat der Weg der Halbwaise aus ärmlichen Verhältnissen im Berliner Norden zur bejubelten und hoch bezahlten Primadonna aller bedeutenden Opernhäuser der Alten wie der Neuen Welt etwas Märchenhaftes. Aber auch ihr Leben und ihre Laufbahn nahmen nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten eine bittere Wendung. Ihre Ehe mit dem jüdischen Geiger Rudolf Deman war dem Regime ein Dorn im Auge. Verschiedentlich wurde versucht, Frida Leider durch Diffamierung zu schaden, sie wurde fälschlicherweise mehrfach selbst als Jüdin bezeichnet, einmal versuchte man sogar, eine Demonstration gegen einen ihrer Auftritte zu organisieren. Die ersten Jahre nach 1933 war Rudolf Deman noch durch seine Österreichische Staatsbürgerschaft geschützt, zudem hielten einflussreiche Persönlichkeiten wie Heinz Tietjen, Generalintendant der Preußischen Staatstheater, schützend ihre Hand über das Ehepaar Leider/Deman. Eine Emigration wurde in Erwägung gezogen, aus familiären Gründen aber verworfen. Frida Leider entschloss sich zu einer Änderung ihrer Strategie, kündigte ihren Vertrag mit der Metropolitan Opera in New York, schränkte insgesamt ihre Auftritte im Ausland ein. Sie hoffte, durch Wohlverhalten einen gewissen Grad an Sicherheit für sich und ihren Mann zu erreichen. Diese Hoffnung war allerdings trügerisch, selbst Demans Flucht in die Schweiz 1938 verbesserte Frida Leiders berufliche Situation keineswegs. Sie wurde weiterhin an der Staatsoper kaum eingesetzt, wurde überwacht und schließlich, nach anfänglicher Gegenwehr, 1943 zur Scheidung von Deman gezwungen. Auf diese Weise wurde die Künstlerin ab 1938, noch im Vollbesitz ihrer Stimme und auf dem Höhepunkt ihrer künstlerischen Reife, praktisch zum Schweigen verurteilt.
Es spricht für ihre menschliche Größe, dass sie nach dem Krieg immer wieder betonte, das ihr angetane Unrecht wiege im Vergleich zu anderen Schicksalen nicht so schwer, schließlich habe sie „ihren Mann 1946 wohlbehalten wieder bekommen“ (Frida Leider im Fernseh-Interview „Rendezvous der Erinnerung“, Bayerisches Fernsehen, 1963).
Dem Nachruhm der Sängerin konnten diese Behinderungen ihrer Karriere jedoch nichts anhaben. Die Fachwelt ist sich bis heute in dem Urteil einig, dass Frida Leider zu den herausragenden Sängerinnenpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts zählt und vor allem im Wagnerfach neue Maßstäbe gesetzt hat.

Frida Leiders Schallplatten-Aufnahmen zählen zu den erfolgreichsten aller Zeiten. Hatte sie ab 1921 Aufnahmen für die Deutsche Grammophon gemacht, wechselte sie später zu His Master’s Voice/Elektrola. Ihre Aufnahmetätigkeit fällt somit in die Umbruchphase zwischen der so genannten „akustischen“ und der späteren „elektrischen“ Aufnahmetechnik. Ihre Einspielungen wurden unmittelbar nach dem Ende der Schellack-Ära auch wieder auf Vinyl veröffentlicht. Nachdem dieses wiederum von der Compact-Disc abgelöst wurde, erschienen Frida Leiders Platten alsbald auch auf diesem neuen Medium. In den letzten Jahren wurden auch die wenigen Live-Aufnahmen Frida Leiders veröffentlicht. Es liegt eine gewisse Tragik in der Tatsache, dass nur wenige Jahre, nachdem Frida Leider sich von der Bühne zurückgezogen hatte, die technischen Voraussetzungen für die Aufzeichnung kompletter Opernaufführungen geschaffen wurden. Dieser Tatsache ist es wohl geschuldet, dass der Nachruhm einer Kirsten Flagstad, Astrid Varnay oder Martha Mödl den Frida Leiders doch deutlich überstrahlt.

Ein Kreis von Verehrern Frida Leiders hat im Jahre 2002 in Berlin die „Frida-Leider-Gesellschaft e.V.“ gegründet. Der ursprüngliche Zweck der Gründung war die Finanzierung und Anbringung einer Gedenktafel am Geburtshaus der Künstlerin in Berlin, was noch im gleichen Jahr realisiert werden konnte. In der Folge wurde die Erhaltung und Veröffentlichung des künstlerischen Nachlasses, insbesondere bis dato unveröffentlichter Tonaufnahmen in Angriff genommen. Unterstützt wurden diese Vorhaben vor allem durch die ehemalige Hausdame und Erbin Frida Leiders, Hilde Bahl. Als Ehrenmitglieder gehören der „Frida-Leider-Gesellschaft“ so bedeutende Sänger wie Dietrich Fischer-Dieskau, Julia Varady, Inge Borkh, Waldemar Kmentt, Dame Gwyneth Jones, Brigitte Fassbaender und Gundula Janowitz an. Zweck dieser Gesellschaft ist die Pflege des Nachlasses der Künstlerin. So ist der Verein im Besitz der kompletten Notensammlung Frida Leiders mit Anmerkungen von ihrer Hand, einer Vielzahl von Ölbildern und Aquarellen, Briefen, Programmheften und Fotos.
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Werkverzeichnis

Autobiografie

Leider, Frida. Das war mein Teil. Berlin: F. A. Herbig 1959

Leider, Frida. Playing my part. London: Calder and Boyars 1966

Leider , Frida. Das war mein Teil. Berlin (DDR): Henschel 1981


Diskografie (Auswahl)

The Art of Frida Leider
The complete recordings from 1921-26
Wien: Preiser Records o.J.

The Singers – Frida Leider
London: Decca Music Group 2001

Frida Leider. A vocal Portrait
NAXOS historical, o.O., o.J.

Tristan und Isolde (excerpts)
Edition Frida Leider
Berlin: Frida-Leider Gesellschaft 2003

Frida Leider
Sämtliche Liedaufnahmen
Edition Frida Leider
Berlin: Frida-Leider-Gesellschaft 2003

Frida Leider live in London
Edition Frida Leider
Berlin: Frida-Leider-Gesellschaft 2004

Frida Leider live in New York and Bayreuth 1934
Edition Frida Leider
Berlin: Frida Leider-Gesellschaft 2005
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Repertoire

Opernpartien
(geordnet nach Oper, Komponist, Rolle)

Die Afrikanerin (Meyerbeer), Selica
Aida (Verdi), Aida
Ariadne auf Naxos (R. Strauss), Ariadne
Armide (Gluck), Armide
Carmen (Bizet), Carmen
Cavalleria Rusticana (Mascagni), Santuzza
Die toten Augen (d’Albert), Myrtocle
Doktor Faust (Busoni), Herzogin von Parma
Don Giovanni (Mozart), Donna Anna
Fidelio (Beethoven), Leonore
Figaros Hochzeit (Mozart), Gräfin
Die Fledermaus (J. Strauß), Rosalinde
Der fliegende Holländer (Wagner), Senta
Götterdämmerung (Wagner), Brünnhilde
Hans Heiling (Marschner), Königin
Hoffmanns Erzählungen (Offenbach), Giulietta
Die Hugenotten (Meyerbeer), Valentine
Jolanthe (Tschaikowsky), Jolanthe
Die Jüdin (Halévy), Recha
Lohengrin (Wagner), Ortrud
Die Macht des Schicksals (Verdi), Leonora
Ein Maskenball (Verdi), Amelia
Mona Lisa (v. Schillings), Lisa
Norma (Bellini), Norma
Oberon (Weber), Rezia
Parsifal (Wagner), Kundry
Das Rheingold (Wagner), Fricka
Rienzi (Wagner), Adriano
Der Rosenkavalier (R. Strauss), Marschallin
Siegfried (Wagner), Brünnhilde
Tannhäuser (Wagner), Venus
Tiefland (d’Albert), Marta
Tosca (Puccini), Tosca
Tristan und Isolde (Wagner), Isolde
Die Trojaner (Berlioz), Dido
Der Troubadour (Verdi), Leonora
Die Walküre (Wagner), Brünnhilde
Die Zauberflöte (Mozart), Erste Dame
Der Zigeunerbaron (J. Strauß), Saffi
Die Zwingburg (Křenek), Die Frau


Konzertrepertoire

C. W Gluck:
Ihr Götter ew’ger Nacht

Ludwig van Beethoven:
Symphonie Nr. 9, op.125, Sopransolo
Ah! Perfido!, op.65
Die Himmel rühmen, op. 48 Nr. 4
Freudvoll und leidvoll, op. 84
Die Trommel gerühret, op. 84
An die Hoffnung, op. 32
Wonne der Wehmut, op. 83 Nr. 1

Richard Wagner:
Wesendonck-Lieder

Franz Schubert:
An die Äpfelbäume, D 197
Erlkönig, D 328
Auf dem Wasser zu singen, D 774
Frühlingstraum, op. 89 Nr. 11
Die Männer sind mechant, D 866, Nr.3
Wehmut, op. 22 Nr. 2
Die Liebe hat gelogen, D 751
Aufenthalt

Richard Strauss:
Ach Lieb, ich muß nun scheiden, op. 21 Nr. 3
Zueignung, op. 10 Nr. 1
Traum durch die Dämmerung, op. 29 Nr. 1
Cäcilie, op. 27 Nr. 2

Robert Schumann:
Frauenliebe und -leben, op. 42 Nr. 1-8
Talismane, op. 25 Nr. 8
Heiß mich nicht reden, op. 98a Nr. 5
Lied der Suleika, op. 25 Nr. 9
Singet nicht in Trauertönen, op. 98a Nr. 7
Einsamkeit, op. 90 Nr. 5
Meine Rose, op. 90 Nr. 2
Die Sennin, op. 90 Nr. 4
Erstes Grün, op. 35 Nr. 4
Lust der Sturmnacht, op. 35 Nr. 1
Schöne Fremde, op. 39 Nr. 6
Intermezzo, op. 39 Nr. 2
Mondnacht, op. 39 Nr. 5
Der Schatzgräber, op. 45 Nr. 1
Widmung, op. 25 Nr. 1
Der Himmel hat eine Träne geweint, op. 37 Nr. 1
Oh ihr Herren, op. 37 Nr. 3
Wenn ich früh in den Garten geh, op. 51 Nr. 2
Marienwürmchen, op. 79 Nr. 13
Der Nussbaum, op. 25 Nr. 2
Die Blume der Ergebung, op. 83 Nr. 2
Mond, du meiner Seele Liebling, op. 104 Nr. 1
Viel Glück zur Reise, Schwalben, op. 104 Nr. 2
Du nennst mich armes Mädchen, op. 104 Nr. 3
Die Fensterscheibe, op. 107 Nr. 2
Das verlassene Mägdelein, op. 64 Nr. 2

Johannes Brahms:
Vier ernste Gesänge, op. 121 Nr. 1-4
Mädchenfluch, op. 69 Nr. 9
Lied
Liebe und Frühling, op. 32 Nr. 2
Vorschneller Schwur, op. 95 Nr. 5
Der Tod, das ist die kühle Nacht, op. 96 Nr. 1
Immer leiser wird mein Schlummer, op. 105 Nr. 2
Meine Liebe ist grün, op. 63 Nr. 5

Hugo Wolf:
Wie glänzt der helle Mond
Begegnung
Auf einer Wanderung
Storchenbotschaft
Wenn du mein Liebster
Verschwiegene Liebe
Das Köhlerweib
Beherzigung
Bitt ihn, o Mutter
Mignons Gesang

Armin Knab:
Das ist nicht Zeit
Die Tochter der Heide

Richard Wintzer:
Aus Mondnacht blieb ein Traum
Sonnenerntefest

Hermann Zilcher:
Echo
Musikantin

Fritz Dettmann:
Ekstase
Müllermädchen

Harald Genzmer:
An die Nacht
Die Badende
Anmutiger Vertrag

Mark Lothar:
Regenlied
Märzwind
Witwe Schickedanz
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Quellen

Schriften Frida Leiders

Leider, Frida. Das war mein Teil. Berlin: F. A. Herbig 1959

Leider, Frida. Playing my part. London: Calder and Boyars 1966

Leider , Frida. Das war mein Teil. Berlin (DDR): Henschel 1981


Sekundärliteratur

Kutsch/Riemens, Großes Sängerlexikon. Bern und München: K.G. Saur 1999. S. 2035

Fischer, Jens Malte. Große Stimmen. Frankfurt: Suhrkamp 1993. S. 186 ff.

Stimmen die um die Welt gingen. Frida Leider. 13. Jahrgang. Heft Nr. 48. Juni 1995

Paris, Alain. Lexikon der Interpreten klassischer Musik im 20. Jahrhundert. Kassel: Bärenreiter-Verlag 1992. S. 421

Seeger, Horst. Opernlexikon. Berlin: Henschel 1989. S. 370

Firner, Walter (Hg.). Wir von der Oper. München: Bruckmann 1932. S. 66 ff.

Weinschenk, H. E. Künstler plaudern. Berlin: Wilhelm Limpert Verlag 1941, S. 163 ff.

Müller-Marein, Josef, und Reinhardt, Hannes. Das musikalische Selbstporträt. Hamburg: Nannen-Verlag 1963. S. 98 ff.

Steane, J. B. The Grand Tradition. New York: Charles Scribner’s Sons 1974. S. 239 ff.


Links

www.Frida-Leider.de
Website der Frida-Leider-Gesellschaft e.V., Berlin.
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Forschung

Die in Berlin ansässige Frida-Leider-Gesellschaft sammelt systematisch Belege über Auftritte Frida Leiders, Fotos, Gemälde und ihre Korrespondenz. Mittlerweile (Stand: Ende 2009) sind die Auftritte Frida Leiders zwischen 1915 und 1946 weitgehend dokumentiert, ein Auftrittsverzeichnis ist in Arbeit, darüber hinaus werden systematisch auch Kritiken und Rezensionen gesammelt.
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Forschungsbedarf

Es gibt wenige Dokumente oder Briefe, die Frida Leiders Gefährdung und berufliche Schwierigkeiten in der Zeit des Nationalsozialismus belegen. Dokumente aus dieser Zeit wären hilfreich für die biografische Forschung zu der Sängerin. Ebenso befinden sich noch zahlreiche Gemälde im Privatbesitz, eine Erfassung dieser Bestände wäre wünschenswert. Eine wissenschaftliche Aufarbeitung von Frida Leiders Repertoire und ihrer besonderen Bedeutung für das Wagnerfach steht noch aus.
Autor/innen:
Peter Sommeregger, 4. Januar 2010

Bearbeitungsstand:
Redaktion: Regina Back
Zuerst eingegeben am 04.03.2010