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Pia Gilbert

Pia Wertheimer (geb.)

* 1. Juni 1921 in Kippenheim (Baden), Deutschland.



”I was asked by my publishers, [C. F.] Peters [Editions], to judge a composition contest. It was women composers. Now, a red flag goes up for me when I hear women composers, women anything. I feel anybody is supposed to be a composer. They don’t say men composers. And I mind the distinction, even though I know it’s helpful. I don’t like any kind of segregationist approach to music or musicians or composers, or what have you. I’m sorry that there are so many modern music festivals. I feel that modern music should be integrated into music programs and that people should not be comfortable and make it convenient for themselves to have a little segregated festival and get rid of it that way."
(Life in Several Keys. Pia Gilbert. Interviewed by Richard Cándida Smith. Completed under the Auspices of the Oral History Program UCLA. Los Angeles: University of California, 1988 [maschinenschriftlich]. S. 484f. Zit. n. Nina Ermlich. ”Pia Gilbert”. In: Lebenswege von Musikerinnen im ”Dritten Reich” und im Exil. Arbeitsgruppe Exilmusik Hamburg (Hg.). (= Musik im ”Dritten Reich” und im Exil, Bd. 8). Hamburg: von Bockel, 2000. S. 310).

”Ich wurde von meinem Verlag, [Edition C. F.] Peters, gebeten, bei einem Kompositionswettbewerb als Jury-Mitglied mitzuwirken. Es ging um Komponistinnen. Nun, ich sehe rot, wenn ich Frauen-Musik, Frauen-irgendwas höre. Meiner Ansicht nach sollte jeder und jede einfach als Komponist angesehen werden. Man sagt ja auch nicht Männer-Musik. Ich habe etwas gegen diese Unterscheidung, auch wenn ich weiß, daß sie hilfreich ist. Ich mag keinerlei Abgrenzung in der Musik oder bei Musikern, bei Komponisten oder wo auch immer. Ich bedaure, daß es so viele Festivals für Neue Musik gibt. Ich glaube, daß die Neue Musik in die normalen Musikprogramme integriert werden sollte. Die Leute sollten es sich nicht so bequem und einfach machen können, sich der Neuen Musik zu entledigen, indem man sie auf Spezialfestivals abschiebt.”
(Life in several keys. Pia Gilbert. Interviewed by Richard Cándida Smith. Completed under the auspices of the Oral History Program UCLA. Los Angeles: University of California, 1988 [maschinenschriftlich]. S. 484f. Zit. n. Nina Ermlich. ”Pia Gilbert”. In: Lebenswege von Musikerinnen im ”Dritten Reich” und im Exil. Arbeitsgruppe Exilmusik Hamburg (Hg.). (= Musik im ”Dritten Reich” und im Exil, Bd. 8). Hamburg: von Bockel, 2000. S. 310. Übersetzung S. 285.)
Tätigkeitsfelder
Komponistin, Professorin für “Music for Dance”, Dirigentin, Klavierbegleiterin für den Tanz

Orte und Länder
Pia Gilbert, geboren und aufgewachsen in Kippenheim (Baden), wurde während des ”Dritten Reiches” aus Deutschland vertrieben und floh mit ihrer Familie 1937 nach New York. In Lincoln (Nebraska) arbeitete sie erstmals kurzfristig an einer Universität in der Tanz- und Musikausbildung, von 1947 bis 1985 wirkte sie an der University of California, Los Angeles, zuletzt als ordentliche Professorin. Heute lebt und arbeitet sie wieder in New York.

Profil
Pia Gilbert erlebte die Ausgrenzung und Verfolgung durch die Nazis als Schülerin, bevor sie 1937 mit ihrer Familie in die USA floh. In New York kam sie über eine Freundin zum Tanztheater des Modern Dance. 1946 ging sie nach Los Angeles, wo sie Bekanntschaft mit der dort ansässigen Exilantenszene machte. Sie freundete sich u.a. mit der Familie Arnold Schönbergs und Ernst Tochs an. Seit 1947 baute sie an der dortigen Universität den Studiengang ”Music for Dance" (Musik für den Tanz) auf, den sie bis zu ihrer Emeritierung 1985 leitete. Bis in die 1970er Jahre hinein komponierte sie avancierte, stets funktional eingebundene Musik für zahlreiche Tanz- und Schauspielproduktionen. Erst durch die Anregung John Cages, mit dem sie eng befreundet war, begann ihre Karriere als Komponistin funktional ungebundener Musik, die mittlerweile zum Teil auch in Deutschland aufgeführt worden ist. Heute lebt und arbeitet sie wieder in New York.

Biografie

Pia Gilbert, geboren am 21. Juni 1921, entstammte einer gut bürgerlichen, jüdischen Familie aus Baden. Bereits in ihrer Kindheit erkannte die Familie ihr musikalisches Talent und förderte sie durch privaten Klavierunterricht. 1937 floh Pia Gilbert mit ihrer Familie in die USA. Dort begann sie ein Klavierstudium am New York College of Music, das sie 1945 mit der künstlerischen Reifeprüfung abschloss. Entscheidender war allerdings ihre Bekanntschaft mit der New Yorker Ballett- und Tanzszene, insbesondere mit den Vertreterinnen des Modern Dance wie Doris Humphrey, Martha Graham u.a., für die sie als Klavierbegleiterin zu arbeiten begann. Nach ihrer Heirat verließ Pia Gilbert New York und folgte ihrem Mann in die US-amerikanische Provinz. In Lincoln, Nebraska, lernte sie den Modern Dance erstmals aus der Perspektive der universitären Ausbildung kennen, gleichzeitig bot sich ihr die Möglichkeit, erste Tanzprojekte musikalisch eigenständig zu gestalten. 1946 zog sie mit ihrem Mann nach Los Angeles um. Die dortige University of California (UCLA) engagierte sie zunächst als Klavierbegleiterin für die Tanzklassen. Nach kurzer Zeit bot man ihr an, eine Klasse in ”Music for Dance” einzurichten. Dies war der Beginn einer exzeptionellen Hochschulkarriere: bereits 1952 wurde Pia Gilbert ”Assistant Professor”, bis sie, über die verschiedenen akademischen Stufen, 1966 den Titel des ordentlichen ”Professor of Dance” an der UCLA erhielt. Daneben war sie von 1947 bis zur ihrer Emeritierung 1985 ”Resident Composer” und Musikdirektorin für die Dance Company der UCLA. In dieser Zeit komponierte sie zahlreiche Tanz- und Schauspielmusiken, später auch für den Konzertvortrag gedachte Werke. Nach ihrer Emeritierung kehrte sie nach New York zurück und lehrt seitdem an der dortigen Juilliard School of Music Musikästhetik und -philosophie.
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Würdigung

Pia Gilbert war maßgeblich an der Entwicklung der Tanzabteilungen an den amerikanischen Universitäten und des eigenständigen Faches ”Music for Dance” beteiligt, dessen theoretische Grundlagen sie in dem Buch ”Music for the Modern Dance” (veröffentlicht zusammen mit Aileene Lockhart 1961) und in zahlreichen Aufsätzen beschrieben hat. Neben den praxisorientierten Kursen ”Music for Dance” widmete sich Pia Gilbert zunehmend auch den theoretischen und philosophischen Grundlagen ihres Faches und unterrichtete seit den 1970er Jahren Kurse in Ästhetik und Philosophie des Tanzes. Ihre Lehrtätigkeit setzte sie nach ihrer Emeritierung an der University of California, Los Angeles (UCLA) 1985 an der Juilliard School in New York fort.
Neben ihrer Lehrtätigkeit, der sie sich bis heute voller Enthusiasmus widmet, und der künstlerisch-musikalischen Leitung zahlreicher Konzerte, Theater- und Tanzproduktionen vor allem an der UCLA (bei denen sie unter anderem auch als Dirigentin auftrat), ist Pia Gilberts drittes wichtiges Betätigungsfeld das der Komposition. In enger Zusammenarbeit mit der Dance Company der UCLA und zahlreichen Gastchoreographen hat sie seit Ende der 1940er Jahre an die 30 Partituren für Modern Dance-Produktionen geschrieben. Im gleichen Zeitraum entstanden darüber hinaus zahlreiche Schauspielmusiken sowohl für Theaterproduktionen der UCLA als auch für freie Theatergruppen unter anderem am Rockford Summer College und dem Mark Taper Forum in Los Angeles. Seit Mitte der 1970er Jahre widmet sich Gilbert auch der Komposition von ”eigenständigen” Musikwerken (sie selbst fasst diese Werke unter dem Stichwort ”Music per se”), d.h. von Werken, die anders als ihre Kompositionen für den Tanz oder das Theater nicht in einen funktionalen Kontext eingebunden, sondern allein für den Konzertvortrag gedacht sind.
Dass die Anzahl ihrer ”Music per se”-Werke im Vergleich zu den Kompositionen für Tanz und Theater bis heute relativ gering geblieben ist, liegt, neben der zeitlichen Einschränkung aufgrund ihrer zahlreichen weiteren Tätigkeitsfelder, daran, dass Pia Gilbert grundsätzlich nur in Hinblick auf konkrete Aufträge komponiert. Mit ihrem bisher letzten Werk, der Kammeroper ”Dialects”, das als Auftragswerk der Oper Bonn entstanden ist und an der dortigen Werkstattbühne 1994 uraufgeführt wurde, nähert sich Pia Gilbert, diesmal allerdings von der Seite des Musiktheaters, wieder der Theaterbühne an.
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Rezeption

Die Rezeption von Pia Gilberts Kompositionen für den Tanz ist durch ihre Bindung an den einmaligen Anlass, eine konkrete Choreographie, bestimmt. Das gleiche gilt für die Schauspielmusiken. Insofern hat nach den jeweiligen Uraufführungen kaum eine Komposition aus diesem Bereich eine weitere Rezeption erfahren, nicht zuletzt ”unterstützt” durch Gilberts Haltung, die lange Zeit ihre Kompositionen als rein funktionale Musik begriff. Erst seit Mitte der 1970er Jahre hat Pia Gilbert ihre Kompositionen mehr als Werke eigenständigen Charakters begriffen, nun für den Konzertvortrag (unter dem Stichwort ”Music per se”) konzipiert und zum Teil auch veröffentlicht.
Pia Gilbert komponiert grundsätzlich nur in Hinblick auf konkrete Aufträge. So sind alle ihre ”Music per se”-Werke erfolgreich uraufgeführt worden und haben zumeist weitere Aufführungen in den USA, zum Teil auch in Europa erfahren. So wurde z.B. ”Quotations and Interludes” im Frühjahr 1990 von dem Continuum Ensemble unter Leitung von Joel Sachs in Salzburg und Berlin aufgeführt. ”Gestures”, uraufgeführt 1990 in Cincinnati, erfuhr u.a. eine weitere Aufführung beim Aspen Music Festival 1991 unter der Leitung von Lawrence Foster (Angaben sind Briefen Pia Gilberts an die Autorin vom 14.8.1999 und 16.10.1999 entnommen). Insgesamt jedoch ist die Rezeption in Europa bisher eher sporadisch. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist allerdings Pia Gilberts Kammeroper ”Dialects”, die als Auftragswerk für die Oper Bonn entstanden ist und an deren Werkstattbühne am 22.5.1994 uraufgeführt wurde. Das steigende Interesse an der Exilforschung in jüngerer Zeit führt zu einer verstärkten Rezeption der Werke Pia Gilberts im deutschsprachigen Raum. So wurden z.B. zwei Werke (”Vociano” und ”Interrupted Suite”) im Rahmen der Tagung ”Echolos. Klangwelten verfolgter Musikerinnen in der NS-Zeit” 2002 in Bielefeld aufgeführt.
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Werkverzeichnis

Das Werkverzeichnis basiert im Wesentlichen auf den Angaben aus: Life in Several Keys. Pia Gilbert. Interviewed by Richard Cándida Smith. Completed under the Auspices of the Oral History Programm UCLA. Los Angeles: University of California, 1988. Es wurde ergänzt und erweitert durch Informationen, die der Verlag C. F. Peters bzw. die Komponistin zur Verfügung gestellt haben, sowie durch Angaben aus: Nicolas Slominsky. Music Since 1900. 5. Auflage. New York: Schirmer, 1994.
Die Werkliste ist in drei Rubriken gegliedert: A. Kompositionen für den Tanz, B. Schauspielmusik, C. ”Music per se”. Die Bezeichnung ”Music per se” stammt von Pia Gilbert selbst. Sie meint, in Abgrenzung zu ihren Kompositionen für den Tanz oder das Theater, Werke, die nicht in einen funktionalen Kontext eingebunden, sondern allein für den Konzertvortrag gedacht sind.
Grundsätzlich ist nur das Datum der Uraufführung angegeben. Die Kompositionen sind zumeist unmittelbar vor der Uraufführung entstanden.

A. Kompositionen für den Tanz

”In Twos It’s Love”, für eine Choreographie von Maria Marginnis, UA: 1949

”So Many to the Sea”, für eine Choreographie von Carol Scothorn, UA: ca. 1952

”Songs of Innocence and Experience”, für eine Choreographie von Jeanne Riley, UA: 1952

”Western Suite”, für eine Choreographie von Carol Scothorn, UA: 1954

”Emperor’s New Clothes”, UA: 1955

”Orders: of the Sea, of the Land, of the Air”, für eine Choreographie von Carol Scothorn, UA: 1956 (überarbeitet 1966)

”Trio for Piano, Dancer, and Lights”, für eine Choreographie von Carol Scothorn, UA: 1956

”The Bride: A Macedonian Dance”, für eine Choreographie von Elsie Ivancich Dunin, UA: 1957

”The King’s Breakfast”, UA: 1957

”Medieval Dance”, für eine Choreographie von Jerry Jackson, UA: 1958

”Game of Gods”, für eine Choreographie von Carol Scothorn, UA: 1959

”Valse for Lotte Goslar”, für eine Choreographie von Lotte Goslar, UA: 1959

”Bridge of the Seventh Moon”, für eine Choreographie von Al Huang, UA: 1960

”The Chinese Flute”, für eine Choreographie von Al Huang, UA: ca. 1960

”Chinese Legend”, für eine Choreographie von Al Huang, UA: 1960

”Realm of Sorrow”, für eine Choreographie von Victor Paddock, UA: 1961

”Metamorphoses”, für eine Choreographie von Carol Scothorn, UA: 1966 (überabeitet 1971)

”Arena for One: View in Four Dimensions”, für eine Choreographie von Valerie Bettis, UA: 1968

”Freke-Phreec-Freake-Phreaque-Freak”, für eine Choreographie von Gus Solomons, UA: 1969

”Irving, the Terrific”, für eine Choreographie von Daniel Lewis, UA: 1971

”Requiem for Jimmy Dean”, für eine Choreographie von Jack Cole, UA: 1972

”Continuum”, für eine Choreographie von Carol Scothorn, UA: 1975

”Celebration for Percussion and Dance”, für eine Choreographie von Marion Scott, UA: 1979

”Many Paths Lead to the Top of the Mountain”, für eine Choreographie von Marion Scott, UA: 1980

”Legend”, für eine Choreographie von Marion Scott, UA: 1985

B. Schauspielmusik

”Victims” von Eugène Ionesco, für eine Independent theater-in-the-round production in Hollywood, UA: 1961

”The Bald Soprano” von Eugène Ionesco, für das Rockford College Summer Theatre, UA: 1961

”The Sandbox” von Edward Albee, für das Rockford College Summer Theatre, UA: 1961

”The Zoo Story” von Edward Albee, für das Rockford College Summer Theatre, UA: 1961

”The Deputy” von Rolf Hochhuth, UA: Schoenberg Hall, UCLA 1966

”The Devils” von John Whiting, für die Mark Taper Forum Theatre Group, Los Angeles, UA: 1968

”Murderous Angels” von Conor Cruise O’Brien, für die Mark Taper Forum Theatre Group, Los Angeles, UA: 1970

”Souvenir” von Peter Viertel und George Axelrod, für das Shubert Theatre, Los Angeles, UA: 1975

”Tales from Hollywood” von Christopher Hampton, für die Mark Taper Forum Theatre Group, Los Angeles, UA: 1982

Pia Gilbert komponierte darüber hinaus zwischen 1950 und 1975 zahlreiche weitere Schauspielmusiken für Theaterproduktionen des UCLA Department of Theatre Arts, u.a. für Stücke von Bertolt Brecht, Jean Cocteau, William Shakespeare und Peter Weiss.

C. ”Music per se"

”Transmutations” für Orgel und Schlagzeug, UA: Los Angeles, Royce Hall (UCLA) als Musik für die Choreographie ”Continuum" von Carol Scothorn 1975 (veröffentlicht bei C.F. Peters Editions, New York u.a.)

”Interrupted Suite” für Klarinette, 2 Klaviere und präpariertes Klavier, UA: Los Angeles, Schoenberg Hall (UCLA) 1976 (veröffentlicht bei C. F. Peters Editions, New York u.a.)

”Spirals and Interpolations” für kleines Ensemble, UA: Los Angeles, Monday Evening Concerts Serie, Winter 1976/77? (veröffentlicht bei C. F. Peters Editions, New York u.a.)

”Tri: Dispute, Dialogue, Diatribe” für Violoncello und Klavier, UA: University of Texas, Austin 1978?

”Vociano” für Mezzosopran und Klavier, Text: Pia Gilbert, UA: Aspen Music Festival 30.7.1981

”Food” für Sopran, Bariton, Trompete, Klavier und kleine Trommel, Text: John Cage, UA: Washington, DC, Sigma Alpha Iota Convention 2.8.1981 (veröffentlicht bei C.F. Peters Editions, New York u.a.)

”Bells” für Sopran und Klavier, Text: Gertrude Stein, Bertrand Russell, John Cage u.a., zusammengestellt von Pia Gilbert, UA: El Camino College in Torrance, California 2.2.1984

”Das Lied der Gefallenen” für Singstimme und Klavier, Text: Lion Feuchtwanger, UA: 1984

”Volatile” für Klavier, UA: New York, Christ and St. Stephen’s Church New Music Series, März 1987

”Gestures” für Orchester, UA: Cincinnati 3.3.1990

”Quotations and Interludes” für Sopran, Violine, Klarinette, Klavier und Luftballons, UA: 1990?

”Dialects”, Oper für Sopran, Mezzosopran, Tenor, Bariton, kleinen Chor, Tänzer und Kammerorchester, Text: Pia Gilbert, UA: Oper Bonn, Werkstattbühne 22.5.1994
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Literatur und Quellen

a) Archive

UCLA [University of California, Los Angeles] Library Department of Special Collections / UCLA University Archives
(Interview im Rahmen des ”Oral History Program” der UCLA, nähere Angaben siehe unten ”Pia Gilbert. Schriften und Interviews”. Auch Briefe, Partituren, Skizzenbücher u.a.)

b) Ikonographische Quellen

Allende-Blin, Juan. ”Pia Gilbert". In: Musiktradition im Exil. Zurück aus dem Vergessen. Juan Allende-Blin (Hg.). Köln: Bund, 1993. S. 132. (Pia Gilbert allein)

Brown, Gillian. ”6 Composers + 6 Choreographers + 6 Minutes = An Adventurous Hour of New Works”. In: The Juilliard Journal Online. Vol. XIX. Nr. 4. Dez. 2003. (http://www.juilliard.edu/update/journal/j_articles131.html, Stand: 6.12.2004). (Pia Gilbert mit Kollegin)

Ermlich, Nina. ”Pia Gilbert”. In: Lebenswege von Musikerinnen im ”Dritten Reich” und im Exil. Arbeitsgruppe Exilmusik am Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Hamburg (Hg.). (= Musik im ”Dritten Reich” und im Exil, Bd. 8). Hamburg: von Bockel, 2000. S. 284, 291, 293, 301, 303. (Pia Gilbert allein, mit Familie, Elternhaus)

Finn, Caroline. ”’I’ Into ‘We’ – The Art of Collaboration”. In: The Juilliard Journal Online. Vol. XVII. Nr. 4. Dez. 2001/Jan. 2002. (http://www.juilliard.edu/update/journal/workshop_1201.html; Stand: 6.12.2004). (Pia Gilbert mit Studierenden und Kolleginnen)

Programmheft zur Uraufführung der Oper Dialects am 22.5.1994. Hg. von der Oper Bonn. 1994. S. 10. (Pia Gilbert allein)

c) Pia Gilbert: Schriften und Interviews (Auswahl) (chronologisch)

Gilbert, Pia; Lockhart, Aileene. Music for the Modern Dance. Dubuque (Iowa): Brown, 1961.

”The Composer and the Dance". In: An Introduction to Music Publishing. New York: C. F. Peters, 1981. S. 12.

”Musik ist Sache des Zufalls. Anregende Begegnung mit dem Komponisten John Cage”. In: Die Welt, 5.9.1987.

”Simeon spielt auf in Salzburg. Das Multitalent Ernst Krenek”. In: Die Welt, 23.7.1988.

Life in Several Keys. Pia Gilbert. Interviewed by Richard Cándida Smith. Completed under the Auspices of the Oral History Program UCLA. Los Angeles: University of California (Department of Special Collections, Charles E. Young Research Library), 1988 (maschinenschriftlich).

”Rückblicke in die Gegenwart. Kippenheim, New York, Los Angeles (UCLA), New York”. In: Musiktradition im Exil. Zurück aus dem Vergessen. Juan Allende-Blin (Hg.). Köln: Bund, 1993. S. 134-147.

”Eine Oper über Beziehungen. Gespräch mit Pia Gilbert". In: Programmheft zur Uraufführung der Oper ”Dialects” am 22.5.1994. Hg. von der Oper Bonn. S. 33-37.

”Grußwort der Komponistin Pia Gilbert”. In: Echolos. Klangwelten verfolgter Musikerinnen in der NS-Zeit (12. Tagung der AG ”Frauen im Exil” in der ”Gesellschaft für Exilforschung” in Zusammenarbeit mit dem Oberstufen Kolleg der Universität Bielfeld und dem Orpheus Trust Wien. 1.-3. November 2002). Anna-Christine Rhode-Jüchtern, Maria Kublitz-Kramer (Hg.). Bielefeld: Aisthesis, 2004. S. 15f.

d) Sekundärliteratur (alphabetisch)

Anon. ”Gilbert, Pia”. In: International Encyclopedia of Women Composers. Aaron I. Cohen (Hg.). New York, London: Bowker, 1981. S. 182.

Anon. ”Gilbert, Pia”. In: Baker’s Biographical Dictionary of Musicians. Nicolas Slominsky (Hg.). 8. Auflage. New York: Schirmer, 1992. S. 623.

Anon. ”Pia Gilbert: Food (1982)”. In: Programmheft der Juilliard School ”Focus!. The american ‘80s. 6 concerts, with dance. January 24-31, 1992. Allis Tully Hall. The Julliard Theater”.

Allende-Blin, Juan. ”Pia Gilbert". In: Musiktradition im Exil. Zurück aus dem Vergessen. Juan Allende-Blin (Hg.). Köln: Bund, 1993. S. 133.

Brown, Gillian. ”6 Composers + 6 Choreographers + 6 Minutes = An Adventurous Hour of New Works”. In: The Juilliard Journal Online. Vol. XIX. Nr. 4. Dez. 2003. (http://www.juilliard.edu/update/journal/j_articles131.html; Stand: 6.12.2004)

Ermlich, Nina. ”Pia Gilbert”. In: Lebenswege von Musikerinnen im ”Dritten Reich” und im Exil. Arbeitsgruppe Exilmusik am Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Hamburg (Hg.). (= Musik im ”Dritten Reich” und im Exil, Bd. 8). Hamburg: von Bockel, 2000. S. 285-316.

Finn, Caroline. ”’I’ Into ‘We’ – The Art of Collaboration”. In: The Juilliard Journal Online. Vol. XVII. Nr. 4. Dez. 2001/Jan. 2002. (http://www.juilliard.edu/update/journal/workshop_1201.html; Stand: 6.12.2004)

Norquet, Matthias. ”Ubi et Gorbi. Drei Uraufführungen in Bonn”. In: Opernwelt. 35 Jg. (1994). H. 7 (Juli). S. 28f.

Programmheft zur Uraufführung der Oper ”Dialects” am 22.5.1994. Hg. von der Oper Bonn. 1994.

Schellinger, Uwe. Jüdisches Kippenheim. Einladung zu einem Rundgang. (= Orte jüdischer Kultur, Bd. 7). Haigerloch: Verl. Medien und Dialog, 1999. S. 12.

Schellinger, Uwe. ”Die Bedeutung der Zeitzeugen-Erinnerungen an die Synagoge”. In: Die Synagoge in Kippenheim 1852-2002. Uwe Schellinger (Hg.) im Auftrage des Fördervereins Ehemalige Synagoge Kippenheim e.V. Heidelberg u.a.: Verl. Regionalkultur, 2002. S. 143-163 (besonders S. 153f.).

Slominsky, Nicolas. Music Since 1900. 5. Auflage. New York: Schirmer, 1994. S. 914, 920 u. 936.

Stude, Jürgen. ”Der Novemberpogrom in Kippenheim". In: Schicksal und Geschichte der jüdischen Gemeinden. Ettenheim, Altdorf, Kippenheim, Schmieheim, Rust, Orschweier. Historischen Verein für Mittelbaden e.V., Mitgliedergruppe Ettenheim (Hg.). Ettenheim: Histor. Verein für Mittelbaden, Mitgliedergruppe Ettenheim, 1988, S. 45-47.

Stude, Jürgen. ”Geschichte der jüdischen Gemeinde Kippenheim”. In: Schicksal und Geschichte der jüdischen Gemeinden. Ettenheim, Altdorf, Kippenheim, Schmieheim, Rust, Orschweier. Historischer Verein für Mittelbaden e.V., Mitgliedergruppe Ettenheim (Hg.). Ettenheim: Histor. Verein für Mittelbaden, Mitgliedergruppe Ettenheim, 1988. S. 322-361.

Uttenweiler, Bernhard. ”’Vorgänge am Realgymnasium Ettenheim’ im Jahre 1935”. In: Schicksal und Geschichte der jüdischen Gemeinden. Ettenheim, Altdorf, Kippenheim, Schmieheim, Rust, Orschweier. Historischer Verein für Mittelbaden e.V., Mitgliedergruppe Ettenheim (Hg.). Ettenheim: Histor. Verein für Mittelbaden, Mitgliedergruppe Ettenheim, 1988. S. 227-228.

Weis, Dieter. ”Synagogen im ehemaligen Amtsbezirk Ettenheim. Ettenheim, Altdorf, Kippenheim, Schmieheim und Rust". In: Schicksal und Geschichte der jüdischen Gemeinden. Ettenheim, Altdorf, Kippenheim, Schmieheim, Rust, Orschweier. Historischer Verein für Mittelbaden e.V., Mitgliedergruppe Ettenheim (Hg.). Ettenheim: Histor. Verein für Mittelbaden, Mitgliedergruppe Ettenheim, 1988. S. 68-156.

e) Diskografie

LP


”Two American Contemporaries. Four Premiers. Victoria Bond: Peter Quince at the Clavier; Monologue. Pia Gilbert: Transmutations; Interrupted Suite”. Los Angeles: Protone Records, 1980 (vergriffen)

f) Links

http://www.amc.net/resources/library (Stand: 19.11.2004)
American Music Center New York (Noten- und Aufnahmen)
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Forschung

In einer Reihe von Lexika sind Artikel über Pia Gilbert enthalten; in den zwei großen Nachschlagewerken (MGG, New Grove) fehlt sie allerdings auch in den Neuausgaben der letzten Jahre. In jüngerer Zeit wurde sie im deutschsprachigen Raum im Kontext der Exilforschung wahrgenommen und behandelt (Juan Allende-Blin, Nina Ermlich, Uwe Schellinger).
Als Ausgangspunkt weiterer biografischer Forschung bietet sich das umfangreiche, im Rahmen des ”Oral History Program” der University of California, Los Angeles 1986/1987 entstandene Interview ”Life in Several Keys. Pia Gilbert” (verschriftlicht 1988, 720 Seiten, s. unter Literatur und Quellen, Rubrik Pia Gilbert: Schriften und Interviews). Es ist über die University of California, Los Angeles zu beziehen (ein Exemplar steht darüber hinaus in der Bibliothek des Musikwissenschaftlichen Instituts der Universität Hamburg zur Verfügung), in deren Archivabteilung sich auch weitere wichtige Quellen zu Pia Gilbert befinden (s. unter Literatur und Quellen, Rubrik Archive).
Die Komponistin selbst steht der Forschung über ihre Person durchaus offen gegenüber; sie kann über ihren Verlag (Edition C. F. Peters, http://www.edition-peters.com) oder über die Juilliard School in New York (http://www.juilliard.edu) kontaktiert werden.
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Forschungsbedarf

Eine Betrachtung des kompositorischen Werkes von Pia Gilbert, sowohl der Tanz- und Schauspielmusiken als auch der Konzertstücke, steht insgesamt noch aus. Besonders interessant erscheint eine Beschäftigung mit den Kompositionen für den Tanz, vor allem im Kontext der Entwicklung des Modern Dance ebenso wie in Hinblick auf Pia Gilberts theoretische Konzeption des universitären Faches ”Music for Dance”. Problematisch dürfte allerdings die Quellenlage sein; vorhandene Materialien zu diesem Bereich befinden sich vermutlich in der Archivabteilung der University of California, Los Angeles (s. unter Literatur und Quellen, Rubrik Archive). Auch eine nähere Beschäftigung mit den Werken aus dem Bereich ”Music per se”, gerade auch der 1994 in Deutschland uraufgeführten Kammeroper ”Dialects”, erscheint lohnend.
Die biografische Forschung zu Pia Gilbert hat bisher fast ausschließlich aus der Perspektive der deutsch-österreichischen Exilforschung stattgefunden, sie wäre in weiten Bereichen zu ergänzen.
Autor/innen:
Nina Ermlich Lehmann, Die Grundseite wurde im Dezember 2004 erstellt.

Bearbeitungsstand:
Redaktion: Sophie Fetthauer
Zuerst eingegeben am 06.01.2005.
Zuletzt aktualisiert am 06.01.2005.