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Louise Farrenc

Jeanne-Louise Farrenc, Jeanne-Louise Dumont (geb.)

* 31. Mai 1804 in Paris, Frankreich.
† 15. September 1875 in Paris, Frankreich.



„L’apparition d’une œuvre sérieuse excite certainement toujours un intérêt puissant; mais lorsque son auteur se trouve être une femme qui, dédaignant les succès faciles prodigués à des compositions frivoles, regarde comme une sainte mission de demeurer l’apôtre de la vraie croyance du bon goût, et marche le pied ferme et la tête haute dans le sentier difficile que peu d’hommes savent parcourir aujourd’hui, nous admirons autant la sévérité d’études, l’austérité de principes que l’intelligence d’élite qui a pu la conduire jusque là.“

„Ein neues ernstes Werk erregt sicherlich immer große Aufmerksamkeit; aber wenn sich sein Autor als eine Frau erweist, die die leichten Erfolge der oberflächlichen Kompositionen verschmäht und die es als heilige Mission erachtet, als Apostel des wahren Glaubens an den guten Geschmack zu wirken und die festen Schrittes und erhobenen Hauptes den schweren Weg geht, den heutzutage nur wenige Männer zu beschreiten vermögen, dann bewundern wir umso mehr die strengen Studien, die sachlichen Grundsätze und die auserlesene Klugheit, die sie bis dorthin führen konnten.“
(Thérèse Wartel in: Revue et Gazette musicale de Paris, 31.3.1850, S. 108 (Rezension der Uraufführung des Nonetts op. 38) (Übersetzung: d. Verf.)).
H�rbeispiel
Louise Farrenc: Symphonie Nr. 3 g-moll op. 36 (Ausschnitt)
Notenbeispiel
Mediennachweis

Bild:
Louise Farrenc. Portrait von Luigi Rubio, 1835. In Privatbesitz (Christin Heitmann)

Hörbeispiel:
Louise Farrenc: Symphonie Nr. 3 g-moll op. 36 (Ausschnitt)
aus: Louise Farrenc, Symphonies 1 & 3, cpo 999 603-2, 1998
Radio-Philharmonie Hannover des NDR, Dirigent: Johannes Goritzki, Ersteinspielung 1998
copyright cpo (classic production osnabrück, georgsmarienhütte)

Notenbeispiel:
Louise Farrenc: Trio Nr. 1 Es-Dur op. 33, 2. Satz
aus: Kritische Ausgabe der Orchester- und Kammermusik sowie ausgewählter Klavierwerke, Hg. von Freia Hoffmann in Zusammenarbeit mit Christin Heitmann und Katharina Herwig, Bd. II/4, Wilhelmshaven: Florian Noetzel Verlag, 2001.
Mit freundlicher Genehmigung Florian Noetzel GmbH, Verlag der Heinrichshofen-Bücher, Wilhelmshaven.

Tätigkeitsfelder
Komponistin, Pianistin, Klavierlehrerin, Klavierprofessorin, Forscherin.

Orte und Länder
Louise Farrenc lebte und arbeitete in Paris, Frankreich. Eine Konzertreise führte sie im Jahr 1832 nach England; einige ihrer Werke erschienen auch in England und Deutschland. Darüber hinaus sind keine Aktivitäten außerhalb von Paris bekannt.

Profil
Louise Farrenc zeichnet sich zum einen durch Vielseitigkeit, zum anderen durch ein hohes Maß an Eigenständigkeit aus. In fast allen ihren unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern, zumal als Komponistin und als Forscherin, beschritt sie vom allgemeinen Strom des Pariser Musiklebens, in dessen Kontext sie arbeitete, unabhängige Wege.

Biografie

Jeanne-Louise Dumont wurde am 31.5.1804 in Paris geboren. Ab 1810 erhielt sie ersten Unterricht in Klavier und Solfège; ab 1819 nahm sie Unterricht in Harmonielehre bei Anton Reicha, wahrscheinlich privat. 1821 heiratete sie den Flötisten und Musikverleger Aristide Farrenc; nach einer Unterbrechung setzte Louise Farrenc ihre Studien bei Reicha fort und erweiterte die Fächer auf Harmonielehre, Kontrapunkt und Fuge sowie Orchestrierung. 1822 und 1825 erschienen die ersten nummerierten Werke von Louise Farrenc im Verlag ihres Mannes. Gelegentlich nahm sie Unterricht bei Hummel und Moscheles. 1826 wurde Victorine Farrenc geboren; sie erhielt Musikunterricht von der Mutter und wurde Pianistin. 1842 wurde Louise Farrenc Professorin für Klavier am Pariser Conservatoire; in dieser Position wirkte sie 30 Jahre lang. 1861 und 1869 erhielt sie den „Prix Chartier“, den von der Académie des Beaux-Arts vergebenen Kammermusikpreis. In den Jahren 1861-1872 erschien die Edition „Trésor des pianistes“, eine 23 Bände umfassende Anthologie mit Klaviermusik von Frescobaldi bis Felix Mendelssohn Bartholdy. Als Aristide Farrenc 1865 starb, setzte Louise Farrenc die Arbeit an der Edition allein fort. Am 15.9.1875 starb sie in Paris.
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Würdigung

Louise Farrenc war kompositorisch vielseitig und produktiv, schulte kontinuierlich Technik und Stil und hatte als Komponistin ein entschieden professionelles Selbstverständnis. Sie ist eine der wenigen Komponistinnen, die groß besetzte Kammermusik und Orchesterwerke komponiert haben, und dies nicht nur entgegen dem weiblichen Rollenverständnis, sondern auch entgegen den herrschenden Vorlieben des Pariser Musiklebens.
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Rezeption

Louise Farrencs gedruckte Werke erschienen nicht nur in Frankreich, sondern vielfach auch in Deutschland und England. Ihre Sinfonien und Ouvertüren blieben ungedruckt. Dennoch sind zum Teil mehrere zeitgenössische Aufführungen der Orchesterkompositionen, auch im europäischen Ausland, belegt. In Paris wurde Louise Farrenc von den Kritikern als Pianistin wie auch als Komponistin hochgeschätzt. In der Pariser Fachpresse finden sich in den 1840er und 1850er Jahren regelmäßig mehrere Konzertrezensionen pro Jahr.
Nach ihrem Tod war Louise Farrenc für etwa 100 Jahre fast völlig vergessen. Ihre Wiederentdeckung während der 1980er Jahre wurde vor allem durch die Dissertation von Bea Friedland initiiert und begünstigt durch zwei neue Forschungsbereiche: Die musikwissenschaftliche Frauen- und Geschlechterforschung und die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der französischen Orchester- und Kammermusik zwischen 1800 und 1870. Heute ist das kompositorische Schaffen Louise Farrencs in Notenausgaben und CD-Einspielungen weitgehend zugänglich.
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Werkverzeichnis

A. Vokalmusik

1. Singstimme und Klavier-/Orchesterbegleitung


Andréa la folle. Ballade

Je me taisais, Romance

La Madone

La Tourterelle. Romance

Le Berger fidèle. Romance

Le Prisonnier de guerre. Scène dramatique

Le Suicide. Scène et air (Komposition identisch mit Le Prisonnier de guerre)

Toi que j’appelle

2. Chormusik

O Père qu’adore mon Père (Hymne de Lamartine), Chor a capella

O Père qu’adore mon Père (Hymne de Lamartine), Chor mit Klavierbegleitung

O Salutaris hostia für Sopran, Alt, Tenor

B. Instrumentalmusik

1. Orchestermusik


Grandes Variations sur l’air: Le premier pas op. 4 (Kl. u. Orchester)

Ouvertüre Nr. 1 op. 23 e-Moll (1823)

Ouvertüre Nr. 2 op. 24 Es-Dur (1823)

Grandes Variations sur un thème du Comte Gallemberg op. 25 (Kl. u. Orchester)

Symphonie Nr. 1 op. 32 c-Moll (1842)

Symphonie Nr. 2 op. 35 D-Dur (1845)

Symphonie Nr. 3 op. 36 g-Moll (1847)

2. Kammermusik

Grandes Variations sur l’air: Le premier pas op. 4 (Kl. u. Str./Fl. ad lib.)

Variations concertantes sur un air suisse op. 20 (Kl. u. Vl.)

Klavierquintett Nr. 1 op. 30 a-Moll (1839; Kl., Vl., Vla., Vc., Kb.)

Klavierquintett Nr. 2 op. 31 E-Dur (1840; Kl., Vl., Vla., Vc., Kb.)

Klaviertrio Nr. 1 op. 33 Es-Dur ([1841-44]; Kl., Vl., Vc.)

Klaviertrio Nr. 2 op. 34 d-Moll (1844; Kl., Vl., Vc.)

Sonate Nr. 1 op. 37 c-Moll (1848; Kl., Vl.)

Nonett op. 38 Es-Dur (1849; Fl., Ob., Klar., Hr., Fg., Vl., Vla., Vc., Kb.)

Sonate Nr. 2 op. 39 A-Dur (1850; Kl., Vl.)

Sextett op. 40 c-Moll (1852; Kl., Fl., Ob., Klar., Hr., Fg.)

Klaviertrio Nr. 3 op. 44 Es-Dur ([1854-56]; Kl., Klar./Vl., Vc.)

Klaviertrio Nr. 4 op. 45 e-Moll ([1854-56]; Kl., Fl./Vl., Vc.)

Sonate op. 46 B-Dur (1857; Kl., Vc.)

3. Klaviermusik

Variations (Aristide Farrenc) op. 2

Grandes variations (Le premier pas) op. 4 (Klavier solo)

Variations brillantes (Rossini) op. 5

Variations sur l’air favori: O ma tendre musette! op. 6

Air suisse varié op. 7

Trois Rondeaux op. 8

Rondeau (Bellini) op. 9

Variations (Onslow) op. 10

Rondeau (C. M. v. Weber) op. 11

Variations (Galopade favorite) op. 12

Rondeau (Rossini) op. 13

Les Italiennes op. 14

Variations brillantes (Donizetti) op. 15

Les Allemandes op. 16

Air russe varié op. 17

La Sylphide op. 18

Souvenir des Huguenots op. 19

Les Jours heureux op. 21

Fugen op. 22 (z. T. unvollendete Kontrapunkt-Studien, [1833])

Trente Etudes dans tous les tons majeurs et mineurs op. 26 [1838]

Hymne russe varié op. 27

Variations sur un thème allemand op. 28

Variations (Bellini) op. 29 (Klavier zu vier Händen, Bearb. für 2 und 3 Klaviere)

Douze Etudes brillantes op. 41 (1853)

Vingt Etudes de moyenne difficulté op. 42 (1854)

Trois mélodies op. 43

Scherzo op. 47

Valse brillante op. 48

1er Nocturne op. 49

Vingtcinq Etudes faciles op. 50

2me Valse brillante op. 51

diverse Klavierwerke o. Op.

Mélodie o. Op. (Veröffentlicht in: Beethoven-Album. Ein Gedenkbuch dankbarer Liebe und Verehrung für den grossen Todten, Stuttgart [1846]

Diverse Bearbeitungen fremder Werke für Klavier 2- bzw. 4-händig.

Ein in Farrencs Nachlass befindliches Streichquartett ist anonym überliefert und aller Wahrscheinlichkeit nach nicht von Louise Farrenc komponiert (die Beschaffenheit der Quelle sowie die stilistische Eigenart der Komposition sprechen dagegen). Eine von ihr geschriebene unvollständige Partitur ist die Abschrift eines Klavierkonzertes von Johann Nepomuk Hummel (h-Moll op. 89).
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Repertoire

Als Pianistin trat Louise Farrenc vor allem mit ihren eigenen Kammermusikwerken öffentlich auf. Ihre Klavierwerke sind dagegen seltener in den Konzertprogrammen zu finden. Im Zuge der Arbeit an der Klavieranthologie „Le Trésor des pianistes“ beschäftigte sie sich eingehend mit der Verzierungspraxis der Clavecinisten und gestaltete in den sogenannten „Séances historiques“ Konzertprogramme mit Klaviermusik von Frescobaldi bis hin zu Mendelssohn Bartholdy.
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Quellen

1. Unveröffentlichte Dokumente

Autographe Quellen sowie die Mehrzahl der Originaldrucke werden aufbewahrt in der Bibliothèque nationale de France in Paris (Département de la musique). Hier befindet sich auch eine kleine Sammlung autographer Briefe Louise Farrencs sowie diverses Material aus dem Nachlass Aristide Farrencs. Originalausgaben sind darüber hinaus in zahlreichen anderen europäischen und US-amerikanischen Bibliotheken vorhanden (siehe Heitmann, Werkverzeichnis).

2. Zeitgenössische Literatur

B[annelier,] C[harles]. „Nécrologie. Madame Louise Farrenc“. In: Revue et Gazette musicale, 19.9.1875, S. 301.

Bourges, Maurice. „Des femmes-compositeurs“. In: Revue et Gazette musicale, 19.9.1847, S. 305-307, und 26.9.1847, S. 313-315.

Brenet, Michel (Pseud.: Marie Bobillier). „Quatre femmes musiciennes. IV Madame Farrenc“. In: L’Art. Revue bi-mensuelle illustrée, 20e année, 2e série, Bd. IV (Okt. - Dez. 1894), S. 183-187.

Catalogue de la Bibliothèque Musicale de Feu M. A. Farrenc, Paris 1866.
Catalogue des ouvrages de Musique composant le fonds d’Ade Farrenc, éditeur des collections de Beethoven, Weber; des ouvrages nouveaux de Hummel, Mayseder, Schwencke, B. Romberg; des œuvres de Reissiger, Kuhlau, Kummer, Hünten, L. Farrenc, etc., etc., etc., en dépôt: chez Colombier, [Paris] 1841.

Fétis, Francois-Joseph. [Art.] Farrenc. In: Biographie universelle des Musiciens et Bibliographie générale de la Musique, Deuxième édition entièrement refondue et augmentée de plus de la moitié, 8 Bde., Paris 1860-1865, (Nachdruck, Brüssel 1963), Bd. 3 (1862), S. 185-188.

Marmontel, Antoine: „Madame Louise Farrenc“. In: ders.: Les Pianistes célèbres. Paris 1878, Tours 21887, S. 176-183.

Reyer, Ernest: [Nachruf Louise Farrenc]. In: Le Journal des débats, 2.10.1875.

Stradina, G.: [Nécrologie. Louise Farrenc]. In: L’Art musical, 23.9.1875, S. 302.

Vattier, Gustave Adolphe. Une famille d’artistes. Les Dumont 1660-1884, Paris 1890.

3. Werkausgabe

Louise Farrenc. Kritische Ausgabe der Orchester- und Kammermusik sowie ausgewählter Klavierwerke, hrsg. von Freia Hoffmann in Zusammenarbeit mit Christin Heitmann und Katharina Herwig an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, 15 Bände, Wilhelmshaven: Florian Noetzel Verlag „Ars musica“ 1998-2005.

Teil I: Orchesterwerke
Band 1: Symphonie Nr. 1 op. 32 (hrsg. von Katharina Herwig)
Band 2: Symphonie Nr. 2 op. 35 (hrsg. von Christin Heitmann)
Band 3: Symphonie Nr. 3 op. 36 (hrsg. von Christin Heitmann)
Band 4: Ouvertüren Nr. 1 op. 23 und Nr. 2 op. 24 (hrsg. von Christin Heitmann)

Teil II: Kammermusik
Band 1: Nonett op. 38 (hrsg. von Katharina Herwig)
Band 2: Sextett op. 40 (hrsg. von Christin Heitmann)
Band 3A: Klavierquintett Nr. 1 op. 30 (hrsg. von Katharina Herwig)
Band 3B: Klavierquintett Nr. 2 op. 31 (hrsg. von Katharina Herwig)
Band 4: Klaviertrios Nr. 1 op. 33, Nr. 2 op. 34 (hrsg. von Freia Hoffmann)
Band 5: Klaviertrios Nr. 3 op. 44, Nr. 4 op. 45 (hrsg. von Freia Hoffmann)
Band 6: Werke für Klavier und Violine (hrsg. von Christin Heitmann)
Variationen op. 20, Sonaten Nr. 1 op. 37 und Nr. 2 op. 39
Band 7: Sonate für Klavier und Violoncello op. 46 (hrsg. von Dorothea Schenck)

Teil III: Ausgewählte Klavierwerke
Band 1: Etüden op. 26 und op. 50 (hrsg. von Katharina Herwig)
Band 2: Einzelne Klavierstücke (hrsg. von Katharina Herwig)
Rondeau op. 9, Variationen (Onslow) op. 10, Variationen (Donizetti) op. 15, Air russe varié op. 17, Nocturne op. 49, Valse brillante op. 51, Mélodie o. op.

Teil IV: Thematisch-bibliographisches Werkverzeichnis (hrsg. von Christin Heitmann)

4. Sekundärliteratur

Bartsch, Cornelia. „Louise Farrenc (1804-1875). „Une femme d’un mérite éminent““. In: Annäherung VII - an sieben Komponistinnen. Mit Berichten, Interviews und Selbstdarstellungen. Clara Mayer (Hrsg.). Kassel: Furore, 1996. S. 97-113.

Cooper, Jeffrey. The Rise of Instrumental Music and Concert Series in Paris 1828-1871. Ann Arbor: UMI Research Press 1983. Studies in Musicology. Bd. 65. George Buelow (Hrsg.).

Fauquet, Joël-Marie. Les sociétés de musique de chambre à Paris de la Restauration à 1870. Paris: Aux amateurs de livres 1986. Domaine musicologique. Collection d’Études. Bd. 1. François Lesure (Hrsg.)

Friedland, Bea. „Louise Farrenc (1804-1875). Composer, Performer, Scholar“. In: The Musical Quarterly, LX/2 (1974). S. 257-274.

dies. Louise Farrenc 1804-1875. Composer, Performer, Scholar. Dissertation, New York City University 1975. Ann Arbor: UMI Research Press 1980. Studies in Musicology. Bd. 32. George Buelow (Hrsg.).

dies. [Art.] Farrenc. French family of musicians. In: New Grove Dictionary 1980, Bd. 6, S. 407-409 sowie in: New Grove Dictionary, Second Edition 2001, Bd. 8. S. 580-582.

dies. „Le Trésor des pianistes and the Early-Music Revival in 19th-Century Paris“. In: Consort: annual journal of the Dolmetsch Foundation, Bd. 50 (1994). S. 111-124.

Gétreau, Florence. "Les précurseurs francais: Moscheles, Fétis, Farrenc,
Saint-Saens". In: Wanda Landowska et la renaissance de la musique ancienne.
Jean-Jacques Eigeldinger (Hg.). Arles: Musicales actes sud, 2011. S. 33-43.

Grotjahn, Rebecca und Christin Heitmann (Hrsg.): Louise Farrenc und die Klassik-Rezeption in Frankreich, Oldenburg: BIS-Verlag 2006 (=Schriftenreihe des Sophie Drinker Instituts, hrsg. von Freia Hoffmann, Bd. 2)

Heitmann, Christin, Katharina Herwig und Freia Hoffmann. Die Werkausgabe Louise Farrenc. In: Einblicke. Forschungsmagazin der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Nr. 27 (April 1998). S. 16-18.

Heitmann, Christin. [Art.] Farrenc. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Personenteil, Bd. 6, Kassel, Stuttgart 2001. Sp. 751-754.

dies. „Traditionsbezug und Originalitätsanspruch im Konflikt? Louise Farrencs Auseinandersetzung mit Ludwig van Beethoven“. In: Maßstab Beethoven? Komponistinnen im Schatten des Geniekults. Bettina Brand, Martina Helmig (Hrsg.). München: Edition text und kritik, 2001. S. 58-76.

dies. „Konnotation, Norm, Wertung. Die Sonatenthemen im Finalsatz der 3. Sinfonie von Louise Farrenc“. In: Geschlechterpolaritäten in der Musikgeschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts. Tagungsbericht Oldenburg 2000. Freia Hoffmann, Rebecca Grotjahn (Hrsg.). (= Beiträge zur Kultur- und Sozialgeschichte der Musik, Bd. 3). Herbolzheim: Centaurus, 2002. S.107-116.

dies. „Louise Farrencs Orchester- und Kammermusik. Neue Perspektiven für die musikalische Analyse“. In: clingKlong. Zeitschrift des FrauenMusikForums Schweiz FMF. Nr. 50 (Winter 2003). S. 15-19.

dies.: Die Orchester- und Kammermusik von Louise Farrenc vor dem Hintergrund der zeitgenössischen Sonatentheorie (zugleich Diss. Oldenburg 2002). Wilhelmshaven: Noetzel, 2004. Veröffentlichungen zur Musikforschung. Bd. 20. Richard Schaal (Hrsg.).

dies. Louise Farrenc. Thematisch-bibliographisches Werkverzeichnis, Wilhelmshaven: Noetzel 2005 (=Louise Farrenc, Kritische Ausgabe der Orchester- und Kammermusik sowie ausgewählter Klavierwerke, Bd. IV).

Hoffmann, Freia. „Louise Farrenc. Geschichte einer Entdeckung“. In: clingKlong. Zeitschrift des FrauenMusikForums Schweiz FMF. Nr. 50 (Winter 2003). S. 8-13.

Launay, Florence. Les Compositrices an France au XIXe siècle, Paris 2006.

Roster, Danielle. „Louise Farrenc, 1804-1875“. In: Die großen Komponistinnen. Lebensberichte. Danielle Roster (Hg.). Frankfurt/Main 1998. S. 161-179.

Summer Lott, Marie. "Necotiation tactics in Louise Farrenc’s piano quintets,
opp. 30 and 31 (1839-1840). In: Ad Parnassum, Bd. 8 (2010), Heft 15, S.
7-66.

Weissweiler, Eva. „Louise Farrenc. Eine Zeitgenossin von Hector Berlioz“. In: Komponistinnen vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Eine Kultur- und Wirkungsgeschichte in Biographien und Werkbeispielen. Eva Weissweiler (Hg.). München 1999. S. 246-261.

5. Diskographie

5.1 CDs (chronologisch)


Klavierquintette Nr. 1 a-Moll op. 30 und Nr. 2 E-Dur op. 31. Linos-Ensemble, cpo 999194-2, 1993

Nonett Es-Dur op. 38 für Bläser und Streicher und Trio Nr. 3 für Klavier, Klarinette, Klavier. Consortium Classicum, Dieter Klöcker, Peter Hörr, Werner Genuit, DIVOX CDX 29 205, 1994

Sextett c-Moll op. 40 für Klavier und Bläserquintett, Nonett Es-Dur op. 38 für Bläser und Streicher und Klaviertrio Nr. 4 e-Moll op. 45. The Ambache Chamber Ensemble. Carlton Classics 30366 00302, 1996

Sinfonien Nr. 1 c-Moll op. 32 und Nr. 3 g-Moll op. 36. Radio-Philharmonie Hannover des NDR, Johannes Goritzki. cpo 999 603-2, 1998

Nonett Es-Dur op. 38 für Bläser und Streicher und Sextett c-Moll op. 40 für Klavier und Bläserquintett. Kammersolisten der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz. Bayer Records BR 100 325 CD, 2000

Les 3 Symphonies (Live-Mitschnitt). Sinfonie Nr. 1 c-Moll op. 32, Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 35, Sinfonie Nr. 3 g-Moll op. 36. Orchestre de Bretagne, Stefan Sanderling. Pierre Verany, PV700030, 2001

Klavierquintette Nr. 1 a-Moll op. 30 und Nr. 2 E-Dur op. 31. Schubert Ensemble London, ASV 1122 DCA, 2001

Klavierwerke: Air russe varié op. 17, Auswahl aus Trente Etudes dans tous les tons majeurs et mineurs op. 26, Valse brillante op. 48, Nocturne op. 49, op. 15. Konstanze Eickhorst, Klavier. cpo 999 879-2, 2003

Symphony 2, Ouvertures 1 & 2, NDR Radiophilharmonie, Johannes Goritzki, cpo 999 820-2, 2004

Louise Farrenc: Musique de Chambre. Nonett op. 38, Mélodie B-Dur o. Op. für Klavier, Variations concertantes für Klavier und Violine op. 20, Etüden für Klavier op. 26, Nr. 17 und 18; Trio für Klavier, Klarinette und Violoncello op. 44. Konzertmitschnitte aus dem Zyklus "Schumann-Farrenc" im Auditorium du Louvre, Paris, Januar 2005. naive V 5033, 2005

L’Œuvre pour Violon & Piano. Sonate Nr. 1 op. 37 (Ersteinspielung), Sonate Nr. 2 op. 39, Variations concertantes sur une mélodie suisse op. 20. Gaëtane Prouvost, Violine, Laurent Cabasso, Piano. Intégral Classic INT 221.161, 2008

Piano Trios, Sextett (Trio Nr. 1 op. 33, Es-Dur – Ersteinspielung; Trio Nr. 3 op. 44, Es-Dur; Sextett für Klavier und Bläserquintett op. 40, c-Moll), Linos-Ensemble, cpo 777 256-2, 2009

5.2 Sampler

Ferdinand Ries: Trio f. Flöte, Cello, Klavier op. 63, Felix Mendelssohn: Andante & Rondo aus Trio op. 49, Max Bruch: 3 Stücke aus op. 83, Louise Farrenc: Trio f. Klavier, Flöte & Cello e-Moll op. 45, Trio Cantabile. Thorofon CTH 2079, 1990.

Musik für Violoncello und Klavier von Komponistinnen des 19. Jahrhunderts. Louise Farrenc: Sonate B-Dur op. 46, Clara Faisst: Adagio consolante B-Dur op. 7 Nr. 1, Luise Adolpha LeBeau: Romanze E-Dur op. 24 Nr. 1, Emilie Mayer: Sonate D-Dur op. 47. Thomas Blees, Vc., Maria Bergmann, Klavier, FSM FCD 97 728, 1990.

Romantische Klaviertrios. Louise Farrenc: Trio Nr. 2 d-Moll op. 34 und Franz Berwald: Klaviertrio Nr. 3. Abegg-Trio, Tacet CD 90, 1990.

Louise Farrenc: Klaviertrio Nr. 2 op. 34, Luise Adolpha Le Beau: Klaviertrio op. 15. Clara Wieck Trio. Bayer Records BR 100 214 CD, 1991.

Midsummer’s Music. Louise Farrenc: Klaviertrio Nr. 4 e-Moll op. 45. Glinka: Trio Pathetique in d, Franz Berwald: Septett in B, Doppler: Nocturne op.19. Centaur 1993.

Kammermusik für Flöte von Komponistinnen. Louise Farrenc: Klaviertrio Nr. 4 e-Moll op. 45, Lili Boulanger: Nocturne (1911), D’un matin de printemps (1918), Marcelle de Manziarly: Trio für Flöte, Cello und Klavier (1952), Sofia Gubaidulina: Allegro rustico, Kate Waring: Alapan (1978). Meininger-Trio. Bayer Records BR 100 266 CD, 1995.

Louise Farrenc: Klaviertrio Nr. 4 e-Moll op. 45 und Clara Schumann: Klaviertrio op. 17. Streicher Trio. M+A 1995.

Flötentrios. Louise Farrenc: Klaviertrio Nr. 4 e-Moll op. 45 und Felix Mendelssohn: Klaviertrio Nr. 1. Petrucci, Devich, Jando. Tudor 1998.

Compositio. Klavierwerke von Komponistinnen aus dem 17. bis 20. Jahrhundert (Elisabeth Jacquet de la Guerre, Marianna Martinez, Fanny Mendelssohn, Clara Wieck, Louise Farrenc (Impromptu h-Moll), Lili Boulanger, Florence-Beatrice Price, Madeleine Dring). Mònica Pons, Piano. Ars Harmonica AH037, 1998

Klavierwerke/Œuvres pour piano. Louise Farrenc: Variations brillantes sur un thème d’Aristide Farrenc op. 2, Hymne russe varié op. 27; Agathe Backer-Grøndahl: diverse Klavierwerke. Luba Timofeyeva, Klavier.Voice of Lyrics VOL C 321, 1999 (Bezug über:www.voiceoflyrics.com).

Kammermusik für Flöte: Hoover: Lyric Trio für Flöte, Cello & Klavier, Marcelle de Manziarly: Trio für Flöte, Cello & Klavier, Louise Farrenc: Trio op.45 für Flöte, Cello & Klavier. Meininger-Trio. NCA 2001.

Thème varié: Elisabeth Jacquet de la Guerre: Suite en ré mineur. Louise Farrenc: Air russe varié op. 17, Etüden op. 26 (Auswahl), Mélodie o. Op. Lili Boulanger: Trois Morceaux pour Piano, Thème et Variations. Tatjana Komarova: Thema mit Variationen. Sheila Arnold, Cembalo, Fortepiano, Klavier. Master Arts records ma-00012 40328240001804, 2003.

Französische Komponistinnen. Musik für Violine und Klavier: Louise Farrenc: Sonate Nr. 2 A-Dur op. 39 (1850-55); Lili Boulanger: Nocturne für Violine und Klavier (1911); Pauline Viardot: Sonatine a-Moll (1874) und Six Morceaux (1867). Annette-Barbara Vogel (Violine) und Ayako Tsuruta (Klavier), Cybele Records, SACD 351.101, 2011

6. Links

www.farrenc.sophie-drinker-institut.de
Biographie Louise Farrencs, Informationen über die Farrenc-Edition

http://www.sophie-drinker-institut.de/
Das Lexikon der Instrumentalistinnen des 18. und 19. Jahrhunderts enthält einen Artikel von Jan Felix Jaacks und Anja Herold über Louise Farrenc.

http://www.ambache.co.uk/wFarrenc.htm
Kurzbiographie und kurze Kommentare zu ausgewählten Werken.
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Forschung

Der aktuelle Forschungsstand über Louise Farrenc ist in der Dissertation (2004) und dem Werkverzeichnis (2005) von Christin Heitmann repräsentiert.
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Forschungsbedarf

Vor dem Hintergrund von Entstehungszeit und -ort gesehen weisen die Kompositionen Louise Farrencs eine erstaunliche Mischung aus Orientierung an klassischen Vorbildern und schöpferischer Lebendigkeit und Eigenständigkeit auf, gepaart mit einer ebenso erstaunlichen Unabhängigkeit von ihrem unmittelbaren musikalischen Umfeld. Leider geben die wenigen erhaltenen biographischen Quellen wenig Auskunft über Farrencs Selbstverständnis als Komponistin oder über ihre kompositorischen Schaffensprozesse, und es muss als wenig wahrscheinlich gelten, dass in größerem Umfang weitere Quellen gefunden werden. Umso wünschenswerter wären weiterführende musikalische Analysen ihrer Werke, auch im Vergleich zu anderen Kompositionen, die als Vorbild gedient haben könnten oder die unter ähnlichen Bedingungen erschienen sind. Die Rolle Louise Farrencs für das Pariser Musikleben und die Einordnung ihres kompositorischen Schaffens in den Kontext der Kompositionsgeschichte sollten so noch präziser erfasst werden.
Autor/innen:
Christin Heitmann, Die Grundseite wurde im Februar 2004 verfasst.

Bearbeitungsstand:
Redaktion: Sophie Fetthauer
Zuerst eingegeben am 26.05.2004.
Zuletzt aktualisiert am 14.05.2012.