Johanna Beyer

Johanna Magdalena Beyer (geb.)

* 11. Juli 1888 in Leipzig, Deutschland.
† 9. Januar 1944 in New York, USA.



Mediennachweis

Bild:
Johanna Beyer (o.D.) Courtesy of the National Archives, Maryland, USA.
Dieses Foto wurde uns dankenswerterweise vom Archiv Frau und Musik über Frau Melissa de Graaf, USA, zur Verfügung gestellt.

Tätigkeitsfelder
Komponistin.

Orte und Länder
Deutschland (Leipzig), USA (New York).

Biografie

Über die Stationen von Johanna Beyers Lebensweg ist bislang wenig Genaues bekannt. Nach einem Musiktheorie- und Klavierstudium in ihrer Geburtststadt Leipzig ging sie in die USA – über diesen ersten Aufenthalt kann die bisherige Forschung leider nur spekulieren; möglicherweise war er durch eine journalistische Tätigkeit bedingt, denn sie selbst bezeichnete sich in einem Meldeformular als „Korrespondentin, Erzieherin, Musikstudentin“. 1914 kehrte sie wieder nach Leipzig zu ihrer Familie zurück und studierte an einer privaten Musikerziehungseinrichtung Klavier, Musiktheorie, Gesang und Tanz. Nach ihrer Abschlussprüfung 1923 verließ sie Deutschland und kehrte in die USA zurück. Danach brach sie alle Kontakte zu ihrem Heimatland ab. Sie nahm privaten Kompositionsunterricht bei Dane Rudhyar, Ruth Crawford, Charles Seeger sowie Henry Cowell und schloss ein weiteres Musikstudium 1927 und 1928 an der New Yorker Mannes School of Music an. Um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, unterrichtete sie Klavier, wofür sie pädagogische Stücke schrieb, die in dem „Piano Book“ zusammengefasst sind. Sie starb 1944 und wurde auf einem Friedhof außerhalb New Yorks beigesetzt.
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Würdigung

Der Großteil von Johanna Beyers Kompositionen entstand zwischen 1930 und 1940. Sie war ambitioniert und wagte sich an Werke verschiedenster Gattungen, die sie immer wieder in der Hoffnung auf Aufführungen an berühmte Dirigenten und Interpreten sandte. Die relative Erfolglosigkeit dieses Strebens nach Anerkennung beantwortete sie trotz zwischenzeitlicher Resignation mit Beharrlichkeit. Deutlich sind ihrer Musik die Einflüsse des Kreises um Henry Cowell, Ruth Crawford und Charles Seeger anzuhören. Früh begann sie, neue konzeptuelle Ideen auszuprobieren, etwa mit der Komposition reiner Schlagzeugmusik, dem Experimentieren mit linear verlaufenden prozesshaften Strukturen, dem „dissonant counterpoint“ – einer Technik atonalen Komponierens, die Charles Seeger entwickelt hatte – oder der Verwendung von „Clusters“, wie sie eines ihrer Stücke betitelte.
Die Oper „Status quo“ – ein umfassender Entwurf einer komponierten Zeiten- und Weltreise im Zeichen einer aus sozialkritischen Motiven entsprungenen Utopie – blieb ein Fragment, in welchem sich Experimentierfreude, Offenheit für Neues und die Tendenz zu einem „naiv“ schlichten Gestus als typische Merkmale ihres kompositorischen Schaffens vereinen.
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Rezeption

Nach dem Tod Johanna Beyers wurden ihre Werke vergessen. Erst in letzter Zeit bemüht sich die Forschung um eine Wiederannäherung, die sich wegen der mageren Quellenlage jedoch als schwierig erweist. Spezialensembles haben einige ihrer Werke wieder aufgeführt.
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Werkverzeichnis

Werkverzeichnis siehe Multimediale Seite.

Notenausgaben

Die bisher erschienenen Werke sind bei Frog Peak Music publiziert.
Frog Peak Music, Box 1052, Lebanon, NH 03766, Tel/Fax +1/603/446 8837
Email: fp@frogpeak.org
URL: http://www.frogpeak.org
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Quellen

Literatur

Polansky, Larry; Kennedy, John. "’Total Eclipse’. The Music of Johanna Magdalena Beyer”. In: Musical Quarterly, Vol 80. Nr. 4. Winter 1996, S. 719-778. [Deutsche Übersetzung in: MusikTexte 81/82, Dezember 1999, S. 3-5].

Reese, Kirsten. "Ruhelos. Annäherung an Johanna Magdalena Beyer". In: MusikTexte 81/82, Dezember 1999, S. 6-15.

Diskografie (Auswahl)

Dissonant Counterpoint, Gebrauchs-Musik,
Sarah Cahill (piano), NA 114 CD © 2001 New Albion Records (NAR, 584 Castro Street, No. 525, USA-San Francisco, CA 94114; URL:www.newalbion.com).
Music of the Spheres (1938), Fragment (1937), Ensemble Resonanz, Version für Streichtrio, Konzertmitschnitt vom 01.11.1998, auf: Frau Musica (nova). Festival für Neue Musik, CD 3, LC 09632 © 1999 Frau Musica (nova) e.V. (JHM Vertrieb, Venloer Str. 40, D-50672 Köln & Verlag MusikTexte; URL:www.jazzhausmusik.de).
Music of the Spheres (elektronische Realisation)
Electric Weasel Ensemble, New Music for Electronic and Recorded Media, Women in Electronic Music - 1977, Comosers Recordings Incorporated 728.

Links

http://www.essentialmusic.com/beyer/beyersurvey.html
Einführungsessay zu Johanna Beyer: „Total Eclipse: The Life of Johanna Magdalena Beyer“

http://www.frogpeak.org/fpartists/fpbeyer.html
Werkkatalog

http://music.dartmouth.edu/~larry/beyer.misc.html
Informationen über Aufführungen von Werken Johanna Beyers, kleine Forschungsdiskussionen
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Forschung

Die Quellen werden in der New York Public Library verwahrt.

Kontakt:
The New York Public Library for the Performing Arts
Music Division
40 Lincoln Center Plaza
New York, NY 10023-7498
Phone: +1 212 870-1650
Fax: +1 212 870-1794
Email: musicdiv@nypl.org

Weitere Informationen zu Johanna Beyer und beispielhafte Mitschnitte sind erhältlich im:

Archiv Frau und Musik
Fürstenbergerstr. 221
D-60323 Frankfurt a.M.
Tel. +49 (0) 69 95 92 86 85
Fax +49 (0) 69 95 92 86 90
Email: info@archiv-frau-musik.de
URL: http://www.archiv-frau-musik.de
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Forschungsbedarf

Zu Johanna Beyer gibt es bisher nur wenige akademische Arbeiten und überhaupt sehr wenig Informationen zu ihrem Leben.
Wir suchen deshalb weitere Erkenntnisse zu Leben und Werk dieser eigenwilligen Persönlichkeit und möchten ausdrücklich ermuntern, sich mit den Kompositionen Beyers auseinander zu setzen!
Autor/innen:
Constanze Holze

Bearbeitungsstand:
Redaktion: Sophie Fetthauer
Zuerst eingegeben am 26.05.2004.
Zuletzt aktualisiert am 26.05.2004.