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Agnes Bernouilly

Agnes Mindt (geb.), Agnes Bernoully, Agnes Bernouilli, Agnes Bernoulli

* 1825 in Pankow bei Berlin, Deutschland.
† 1893 in unbekannt.

Das Sterbejahr liegt vermutlich nach 1893.

Tätigkeitsfelder
Komponistin, Pianistin, Musikpädagogin

Orte und Länder
Agnes Bernouilly wurde in Pankow geboren. Sie studierte und arbeitete als Pianistin, Musikpädagogin und Komponistin in Pankow und Berlin.

Profil
Agnes Bernouilly war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Komponistin im Berliner öffentlichen Musikleben präsent. Ihre Kompositionen wurden u. a. von der Liebig’schen Kapelle in den Berliner Populären Sinfoniekonzerten aufgeführt, ihre Lieder und Klavierstücke bei verschiedenen Berliner Verlagen gedruckt. Carl von Ledebur nahm sie 1861 in das „Tonkünstler-Lexicon Berlin’s“ als Komponistin auf (Ledebur 1861, S. 51), und Anna Morsch widmete ihr in ihrem Buch „Deutschlands Tonkünstlerinnen“ von 1893 einen eigenen Artikel (Morsch 1893). Im Jahr 1854 wurde beim Stiftungsfest des Elisabethstifts in Pankow eine Motette von Agnes Bernouilly nach einem Text von Fanny Hensel aufgeführt.

Biografie

Agnes Bernouilly wurde 1825 als Agnes Mindt in Pankow bei Berlin als Tochter eines Gutsbesitzers geboren. Sie erhielt von klein auf Klavierunterricht und studierte privat Komposition bei dem Berliner Kapellmeister und Königlichen Kammermusiker Karl Böhmer, der u. a. auch die Komponistin Johanna Kinkel unterrichtet hatte. Bereits ihre ersten Kompositionen, darunter mehrere Tänze, wurden instrumentiert und in den Berliner populären Sinfoniekonzerten, die Karl Liebig mit seiner Kapelle ab 1843 veranstaltete, aufgeführt (vgl. Morsch 1893, S. 60).

Um das Jahr 1845 heiratete Agnes Bernouilly den Gutsbesitzer Friedrich Ferdinand Johann Bernouilly (1819–1884) in Pankow bei Berlin (vgl.www.familysearch.org, Stand: 21. Oktober 2008) und beschränkte ihre musikalischen Tätigkeiten überwiegend auf das nähere Umfeld. Sie gab in einer der Kirchen Pankows regelmäßig Benefiz-Konzerte – ob als Pianistin oder Organistin ist bislang nicht bekannt –, unterrichtete unentgeltlich Klavier und übernahm im „Frauenverein für Belehrung und Unterhaltung“ als Leiterin den Bereich Musik (vgl. Morsch 1893, S. 60). Auch als Komponistin blieb Agnes Bernouilly im öffentlichen Musikleben Berlins präsent. Ihre Kompositionen wurden teilweise gedruckt und öffentlich aufgeführt, darunter ein Trauermarsch für Orchester sowie ein Notturno für Klavier, das 1856 bei einem öffentlichen Konzert in Berlin gespielt wurde. Im Jahr 1854 erklang eine Motette von Agnes Bernouilly nach einem Text von Fanny Hensel beim Stiftungsfest des Elisabethstiftes in Pankow, das 1853 die „landesherrliche Genehmigung“ als öffentliche Stiftung erhalten hatte (zu den Kompositionen und ihren Aufführungen vgl. Ledebur 1861, S. 51; Morsch 1893, S. 60f.; Elson 1903, S. 162; Datenbank „Hofmeister XIX“).

Das Oeuvre von Agnes Bernouilly umfasst demnach Lieder, Klavierwerke, Orchester- und Kammermusik sowie eine Motette. Die Kompositionen gelten jedoch zur Zeit (Dezember 2008) als verschollen und sind lediglich anhand von zeitgenössischen Verzeichnissen und Lexikonartikeln zu belegen. Drucke ihrer Lieder und Klavierwerke sind zwischen 1851 und 1883 bei den Berliner Verlagen Esslinger, Heinrich Weiss, Carl Paez und Barth nachweisbar, von denen jedoch kein einziger in den digitalen Katalogen internationaler Bibliotheken verzeichnet ist.

Im Jahr 1893 lebte Agnes Bernouilly verwitwet in Berlin (Morsch 1893, S. 61).
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Würdigung

Eine angemessene Würdigung der Komponistin, Pianistin und Musikpädagogin Agnes Bernouilly ist erst nach weiteren Forschungen möglich.
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Rezeption

Eine Rezeption der Tätigkeiten von Agnes Bernouilly findet derzeit (Dezember 2008) nicht statt.
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Werkverzeichnis

Das Oeuvre von Agnes Bernouilly umfasst Lieder, Klavierwerke, Orchester- und Kammermusik sowie eine Motette. Die Kompositionen gelten bislang als verschollen. Ein Teil der Lieder und Klavierwerke erschien unter der Namensschreibweise „A. Bernoully“.

Motette nach einem Text von Fanny Hensel (Titel unbekannt; aufgeführt 1854 beim Stiftungsfest des Elisabethstifts in Pankow; Nachweis: Ledebur 1861)

Frühlingsklänge. Walzer für Klavier. Berlin: Esslinger 1851 (Nachweis Ledebur 1861)

Nocturne für Klavier. Berlin: ? 1855

Valse brillante (As-Dur), op. 3. Berlin: Heinrich Weiss (erschienen März 1867).

Nachtlied („Der Mond kommt still gegangen“), für eine Singstimme mit Klavier. Berlin: Carl Paez (erschienen April 1873).

Jagdlied für Klavier. Berlin: Carl Paez (erschienen März 1875).

Etude für Klavier. Berlin: Carl Paez (erschienen März 1875).

Liebesgruss: „Wie ich dich liebe“, für eine Singstimme mit Klavier. Berlin: Carl Paez (erschienen April 1878).

„Du weisst es nicht“, für eine Singstimme mit Klavier. Berlin: Barth (erschienen August 1881).

Geständniss: „Mir ist als müsst’ ich Dir was sagen“, für eine Singstimme (Alt) mit Klavier. Berlin: Barth (erschienen September 1883).
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Repertoire

Eine Repertoireliste von Agnes Bernouilly kann derzeit aufgrund fehlender Forschungen nicht erstellt werden.
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Quellen

Literatur

Artikel „Bernouilli, (Agnes)“. In: Tonkünstler-Lexicon Berlin’s von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart. Carl von Ledebur (Hg.). Berlin: Ludwig Rauh, 1861, S. 51.

Brand, Bettina u. a. (Hg.): Komponistinnen in Berlin. Berlin: Musikfrauen e. V. Berlin, 1987.

Elson, Arthur. Women’s Work in Music. Boston: L. C. Page & Company, 1903.

Morsch, Anna. Deutschlands Tonkünstlerinnen. Biographische Skizzen aus der Gegenwart. Berlin: Stern & Ollendorff, 1893.


Links

http://www.hofmeister.rhul.ac.uk
Die Datenbank Hofmeister XIX, in der die Hofmeisterschen Musikalienkataloge des 19. Jahrhunderts erfasst sind, verzeichnet sechs gedruckte Kompositionen von Agnes Bernouilly unter dem Namen „A. Bernoully“.
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Forschung

Derzeit (Dezember 2008) liegen keine weiteren Forschungsinformationen zu Agnes Bernouilly vor. Den Hinweis auf ihre Komposition nach einem Text von Fanny Hensel gibt Carl von Ledebur 1861. Dort heißt es: „Bernouilli, (Agnes), Tochter eines Gutsbesitzers zu Pankow bei Berlin. Von ihrer Composition ward 1854 beim Stiftungsfeste des Elisabethstiftes zu Pankow eine Motette aufgeführt, deren Text von Frl. Hensel war; ebenso ward 1856 ein Notturno p. Pf. Ihrer Composition in einem Concerte zu Berlin gespielt. Gedruckt erschien bis jetzt von ihrer Composition: Frühlingsklänge, Walzer f. Pf. Berlin Esslinger 1851.“ (Artikel Ledebur 1861, S. 51)
Mögliche verwandtschaftliche Beziehungen zur Kaufmannsfamilie Bernouilli, die aus dem Umfeld der Familie Mendelssohn bekannt ist, lassen sich bislang nicht verifizieren.
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Forschungsbedarf

Der Forschungsbedarf zu Agnes Bernouilly umfasst sowohl ihre Biografie als auch alle ihre Tätigkeitsbereiche.
Autor/innen:
Silke Wenzel, 6. Mai 2009

Bearbeitungsstand:
Redaktion: Regina Back
Zuerst eingegeben am 21.05.2009