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  • Marie Lipsius

    von Martina Bick
    Marie Lipsius
    Namen:
    Marie Lipsius
    Lebensdaten:
    geb. in Leipzig, Deutschland
    gest. in Schmölen,
    Tätigkeitsfelder:
    Musikschriftstellerin, Feuilletonistin, Herausgeberin
    Charakterisierender Satz:

    „Doch erlauben Sie mir, all diesen so wohlverdienten Lobsprüchen hinzuzufügen, daß mich Ihre schriftstellerische Tätigkeit in meiner Eigenschaft als Frau mit Stolz erfüllt. Ohne den Frauen im geringsten das Gebiet reiner Phantasietätigkeit, auf dem sie eine so feine Empfindung und Beobachtung bekunden, entziehen zu sollen, entzückt es mich, sie durch Sie ermutig zu sehen, sich auf Wegen zu versuchen, wo sie zum Vorteil der Geisteswelt gleicherweise durch ihre Feder die Nadel und Spindel ersetzen können, die durch die Maschinen getötet worden sind.“


    (Fürstin Carolyne von Sayn-Wittgenstein 1871 in einem Brief an La Mara, zit. nach La Mara, Durch Musik und Leben im Dienste des Ideals, Autobiographie Bd.1, S. 127)


    PDF

    Facsimile: unveröffentlichter Brief von Marie Lipsius, d.i. La Mara, an Clara Schumann vom 7. Oktober 1892. Staatbibliothek Berlin/Preussischer Kulturbesitz, Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv, Mus.Nachl. Schumann, K. 6, 145


    Transkript:


    Leipzig, Lortzingstr. 4

    7. Oct. 92.


    Geehrte Frau,


    die drei Briefe Liszt’s deren Abschrift Sie die Güte hatten mir zu senden, sind in meiner Hand, und ich sage Ihnen von Herzen Dank für den Schmuck, den sie meiner Sammlung verleihen.

    Auch die in der Berliner Bibiothek befindlichen anderen Briefe, von denen Sie mir im Sommer schrieben, sind mir, nachdem ich ein Gesuch an den preußischen Kultusminister eingereicht, zugänglich gemacht worden, und ich bin glücklich darüber, den sehr innig von mir verehrten und geliebten Meister Robert Schumann mit Ihnen, seinem anderen Ich, so herrlich in meinem Buch vertreten zu sehen.

    Dasselbe wird Ihnen, hoffe ich, Freude machen, wenn es Ihnen zu Händen kommt. Sie werden viel der schönen Edlen, Bedeutenden darin finden. Ein großer Künstler und Mensch spiegelt sich wol nahezu in jedem der vielen Briefe, die ich zusammentrug. Zur Herausgabe autorisirt wurde ich noch von der Universalerbin Liszts’, der Fürstin Wittgenstein. Sie übertrug, um der Veröffentlichung Lisztscher Briefe von anderer, unberechtigter Seite ein für allemal vorzubeugen, das Verlagsrecht derselben an Breitkopf u. Härtel, bei denen das zweibändige Werk im November erscheinen soll.


    In alter Verehrung

    Ihre ergebene

    Marie Lipsius


    Es handelt sich bei den erwähnten Veröffentlichungen um „Briefe hervorragender Zeitgenossen an Franz Liszt“, 2 Bde., hrsg. von La Mara im Verlag Breitkopf und Härtel, Leipzig 1895 sowie um „Franz Liszts’ Briefe“, 8 Bde., hrsg. durch La Mara im Verlag Breitkopf und Härtel, Leipzig 1893-1905




    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 64774061
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 11705822X
    Library of Congress (LCCN): n88608053
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Martina Bick


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Ellen Freyberg
    Zuerst eingegeben am 24.11.2011
    Zuletzt bearbeitet am 11.08.2014


    Empfohlene Zitierweise

    Martina Bick, Artikel „Marie Lipsius“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 11.8.2014
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/material/Marie_Lipsius