Forschungsbedarf
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A’Beckett, Mary Anne
Der Forschungsbedarf zu Mary Anne A’Beckett umfasst ihre Biografie, ihre Kompositionen, ihre Tätigkeiten sowie ihre Kontakte innerhalb des englischen Musiklebens.Adler, Jenny
Biografie und Tätigkeiten von Jenny Adler wären besonders im Hinblick auf Lebenswege von Frauen im Musikleben des 19. Jahrhunderts in Deutschland interessant, ein Thema, das sich anhand der vergleichsweise vollständig erhaltenen Unterlagen des Leipziger Konservatoriums bearbeiten ließe. Vgl. hierzu z. B. die Artikel Clara Blauhuth, Jenny Blauhuth, Dora Schirmacher, Geraldine Morgan und Doris Böhme.Aleotti, Raffaella
Archiv- und Quellenforschung zu Vittoria/Raffaella Aleotti als Komponistin, Organistin und Dirigentin sowie zum Kloster San Vito steht noch aus. Es fehlt bisher eine systematische Aufarbeitung der Geschichte und Musikpraxis dieses Klosters. Gemessen an seiner überlieferten Bedeutung besteht gerade hier eine große Forschungslücke. Außerdem: Welche Rolle spielten die Fürsten Ferraras für San Vito?Darüber hinaus allgemein: Welche Rolle spielten die Musiktraditionen der oberitalienischen Klöster und die Bedingungen für die Ausprägung ihrer hervorragenden Musikpraxis? Speziell für Ferrara werden in den Quellen neben San Vito auch die Klöster San Antonio und San Silvestro genannt (Faustini 1646, Libro II, S. 88f., Borsetti 1670, S. 229f., Frizzi 1847-482, S. 442). Es gab in diesen Klöstern offensichtlich sogenannte Musikakademien.
Alexander, Leni
- Eine ausführliche Betrachtung von Leni Alexanders kompositorischem Werk und eine Analyse einzelner Kompositionen steht noch aus.- Interessant wäre auch eine Untersuchung in Hinblick auf die Einflüsse von Maderna.
- Da die meisten bislang vorliegenden Informationen von Leni Alexander selbst stammen, wäre eine Befragung von KünstlerkollegInnen (Komponisten, Dirigenten, InterpretInnen, RundfunkredakteurInnen), Freunden und Angehörigen in Bezug auf ihr kompositorisches Schaffen, ihre Radiosendungen und ihre Biografie interessant.
- Eine Dokumentation von Aufführungen ihrer Kompositionen fehlt.
Über ihre USA-Aufenthalte (1959 und 1979(?), Kontakte, Lehrtätigkeit und Aufführungen ihrer Kompositionen) ist wenig bekannt.
Alpár, Gitta
Über Gitta Alpár liegt keine wissenschaftliche Monografie vor, besonders wenig Informationen und verlässliche Grunddaten liegen über ihre Zeit in den USA vor, aber auch ihre Auftritte und Filme in England harren noch einer Aufarbeitung. Ebenso fehlt es an einer ausführlichen Darstellung der Operetten, die Ende der zwanziger, Anfang der dreißiger Jahre entstanden (u.a. die Operetten Paul Abrahams und anderer Komponisten aus der Spätphase der Weimarer Republik) wie auch der Tonfilmoperette.Alvear, Maria de
Eine Untersuchung einzelner Werke wäre eine Vorbedingung, an die sich eine Erforschung der vielfältigen Einflüsse auf Maria de Alvears Schaffen anschließen könnte. Aus der Perspektive der Gender Studies wäre die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Sexualität ein lohnender Forschungsgegenstand.Amann-Weinlich, Josephine
Der Forschungsbedarf zu Josephine Amann-Weinlich umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten. Im Anschluss ließen sich die Bedingungen genauer darstellen, die zur Gründung des „Europäischen Damenorchester“ sowie zu den verschiedenen Kammerensembles führten.Archilei, Vittoria
Es liegt bisher keine Monografie zu Vittoria Archilei vor. Auch ihre nicht-sängerischen Tätigkeiten (Komposition, Netzwerkarbeit) sind bislang noch nicht umfassend erforscht, ebenso wenig ihr Einfluss auf die zeitgenössische Diskussion um die neu aufkommenden Stile insbesondere der römischen und florentinischen Vokalmusik, die teilweise zwischen prima und seconda prattica oszillieren. Auch ihr Anteil am kompositorischen Schaffen ihrer männlichen Kollegen am Florentiner Hof ist noch ein vielleicht nicht zur Gänze einzulösendes Desiderat.Archipowa, Irina Konstantinowna
Detaillierte, vielseitige und umfassende Recherchen zu Leben und Wirken Irina Archipowas stehen noch aus. Sie sollten Quellen einbeziehen, Daten und Fakten belegen sowie die historische Bedeutung der Sängerin deutlich machen. Auch ihre Beziehung zur Tradition der russischen Musik und speziell zur Gesangs- und Theaterkunst wären eingehendere Untersuchungen wert.Arkwright, Marian
Der Forschungsbedarf zu Marian Arkwright umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten. Die Erforschung ihrer Tätigkeiten könnte zugleich einen weiteren Einblick in die Rolle von Frauen im englischen Laienmusikleben bis 1920 geben. Vgl. hierzu auch die Artikel zu Kathleen Riddick und Editha Knocker . Ebenso interessant wäre eine genauere Betrachtung der Kompositionen von Marian Arkwright im Kontext der „English Renaissance“.Arnheim, Amalie
Der Forschungsbedarf zu Amalie Arnheim umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten.Arnim, Bettina von
Wünschenswert wäre eine Gesamtausgabe aller Briefe Bettina von Arnims, inklusive der an sie gerichteten Briefe. Bedauerlicherweise sind noch immer Briefe unveröffentlicht.Aspri, Orsola
Der Forschungsbedarf zu Orsola Aspri umfasst ihre Biografie und ihre Tätigkeiten sowie analytische und kontextuelle Studien zu ihren Werken.Auernhammer, Josepha
Josepha Auernhammer kann als besonders interessantes Beispiel einer vielseitig begabten und aktiven Musikerin der Wiener Klassik angesehen werden. Gleichwohl gehören viele Aspekte zu Leben und künstlerischer Arbeit Josepha Auernhammers noch zu den Forschungsdesideraten. Einige Punkte seien hierzu beispielhaft angesprochen:· Möglichkeiten der musikalischen Ausbildung und Entfaltung von Frauen (Wien, 1780er Jahre)
· Mozart als Lehrer (und Förderer) Wiener Pianistinnen. Dieser Punkt ist insofern aufschlussreich, als Mozart in Josepha Auernhammer offenbar eine ähnliche Künstlerin gesehen hat wie in seiner Schwester (vgl. dazu erste Ansätze in Unseld 2006). In der Familienkorrespondenz ist mehrfach von entsprechenden Vergleichen die Rede. Interessant bleibt dies im Blick auf Nannerl Mozart, da Josepha Auernhammer just zu jener Zeit eine professionelle Künstlerinnenlaufbahn einschlug (unterstützt von ihrem Lehrer Mozart), als Nannerl Mozart in Salzburg keine berufliche Perspektive mehr sah.
· Das Repertoire
· Ihr kompositorisches Werk
· Rezeption der Pianistin und Komponistin Josepha Auernhammer
· Kontakte und Tätigkeiten im Zusammenhang mit Wiener Verlegern
· Tätigkeit und Wirken ihrer Tochter, Anna Czegka (Lehrerin von Henriette Sonntag)
Zu den zahlreichen Falschüberlieferungen in Bezug auf Josepha Auernhammer gehört der Hinweis auf ihre adelige Herkunft und eine reiche Erbschaft. Lohnend wäre in diesem Zusammenhang die Aufarbeitung aller Fehlinformationen bzw. auch deren Funktion im Kontext von Musikgeschichtsschreibung über weibliche Künstler.
Auerbach, Lera
Es gibt bislang keine wissenschaftlichen Veröffentlichungen zur Musik Lera Auerbachs. Besprechungen einzelner Werke oder Werkgruppen sowie ihre historische Einordnung, aber auch Betrachungen des Länder und Kontinente überschreitenden Kulturtransfers, den die Komponistin mit ihren Werken geleistet hat und leistet, sind ein wichtiges Forschungsdesiderat.Aulin, Valborg
Skandinavien scheint in der deutschsprachigen Musikgeschichte lediglich ein „Randphänomen“ zu sein. Diese Position trifft die Frauen der skandinavischen Musiklandschaft umso härter. Mit Ausnahme des MGG-Artikels liegen bislang keine deutschsprachigen Arbeiten zu Valborg Aulin vor. Einschlägige Untersuchungen zu den Kompositionen Aulins stehen auch auf internationaler Ebene noch aus. Interessant wären ferner nähere Betrachtungen zu Valborg Aulin als Konzertveranstalterin sowie die zeitgenössische Rezeption der Musikerin als Pianisten und Komponistin in Schweden, Frankreich und Deutschland.Ohe, Adele aus der
Der Forschungsbedarf zu Adele aus der Ohe umfasst nahezu alle ihre künstlerischen Tätigkeiten. Über ihren Klavierunterricht an der „Neuen Academie der Tonkunst“ von Theodor Kullak in Berlin ist ebenso wenig bekannt, wie über ihre Weimarer Studienzeit bei Franz Liszt. Die Auswertung der „New York Times“ legt vermutlich nur einen Bruchteil ihrer tatsächlichen Konzerttätigkeit offen. Zu erforschen wäre auch, in welchem beruflichen und privaten Umfeld sie sich bewegte – bislang ist kein einziges Kammermusik-Konzert nachweisbar – und wer ihre Schülerinnen und Schüler waren. Ebenso unerforscht sind ihre Tätigkeiten als Pianistin im deutschen Musikleben. Die Tatsache, dass sie zwischen 1900 und 1907 von drei deutschen Höfen zur Hofpianistin ernannt wurde, lässt vermuten, dass sie regelmäßig in Deutschland auftrat, von Mäzenen bzw. Mäzeninnen protegiert und vom Publikum anerkannt wurde.Zu ihren Kompositionen liegen bislang keinerlei Forschungen vor.
Auspitz-Kolár, Auguste
Der Forschungsbedarf zu Auguste Auspitz-Kolár umfasst sowohl ihre Biografie als auch alle ihre Tätigkeitsbereiche. Ihre nachweisbaren Kompositionen sind zur Zeit verschollen und ihre künstlerischen und privaten Kontakte sind nur in Einzelfällen bekannt. Hinweise auf eine mögliche pädagogische Tätigkeit fehlen.Bacewicz, Grazyna
Die oben genannte Untersuchung der Funktion von Selbstzitaten in Bacewiczs Werken wäre sicher einer eingehenden und vorurteilsfreien Untersuchung wert. Dabei ist zu beachten, dass nicht alle edierten Werke von der Komponistin zur Veröffentlichung gedacht waren.Tiefergehende Einzelanalysen ihrer Werke wären nicht nur in diesem Zusammenhang interessant. Auch das Problem, welcher Art eigentlich der Neoklassizismus ist, dem zumindest Bacewiczs frühes und mittleres Schaffen häufig zugeordnet wird, ist einer genaueren Betrachtung wert.
Die Frage der politischen Verortung der Komponistin (und deren mögliche Auswirkung auf ihr Werk) ist hochinteressant und gleichzeitig sehr schwer zu beantworten. Hier können Aussagen von noch lebenden Zeitgenossen vielleicht weiterhelfen.
Ferner wären interessant, welchen Einfluss ihre Reisen auf ihr Werk hatten.
Bachmann, Elise
Der Forschungsbedarf zu Elise Bachmann umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten. Zahlreiche ihrer Kompositionen sind in der Staatsbibliothek zu Berlin erhalten, so dass eine Diplomarbeit zu ihren Kompositionen sowie deren Aufführungen in öffentlichem und privatem Rahmen vermutlich lohnend wäre. Anhand der Opuszahlen sind zudem erhebliche Lücken im Werkverzeichnis festzustellenBackes, Lotte
Das kompositorische Gesamtwerk von Lotte Backes ist bislang noch nicht eingehend untersucht worden.Die Entstehungszeit der meisten erhaltenen Werke ist geklärt, da die Komponistin eigenhändig Werkverzeichnisse erstellte und zudem zahlreiche handschriftliche Datierungen in den Werkmanuskripten vorliegen. Allerdings weichen zuweilen die Datierungen im Werkverzeichnis und im Werk selbst geringfügig voneinander ab.
Während das Wirken von Lotte Backes als Komponistin und Interpretin sowie die Rezeption ihrer Werke seit 1945 in ihrem Nachlass (durch Werkmanuskripte und -ausgaben, Konzertdokumente, Rezensionen, Tonträgermitschnitte u.a.) recht gut dokumentiert sind (abgesehen von ihrem Leben und möglichem weiteren Schaffen), ist ihre Biografie und ihr Werk aus der Zeit davor nur bruchstückhaft überliefert, was u.a. wesentlich darauf zurückzuführen ist, dass der größte Teil ihres gesamten bis dahin entstandenen Werkes und wichtige Lebensdokumente 1945 – kurz vor Kriegsende – in ihrer Wohnung verbrannten.
Bahr-Mildenburg, Anna
Es fehlt bis heute eine umfassende Aufarbeitung des Nachlasses der Künstlerin und eine wissenschaftliche Einordnung ihres Lebenswerkes. Gabriele Parizek hat sich in ihrer Dissertation (vgl. Literatur) der Tagebücher der Jahrgänge 1888-1889 und 1906-1947 und des übrigen unveröffentlichten Archivmaterials (Rollenbearbeitungen, Aufsätze, Manuskripte, Zeitungskritiken über ihre Auftritte) angenommen, kommt jedoch streckenweise zu problematischen Schlussfolgerungen.Die genannte Magisterarbeit von Candida Kraus ist zeitgeschichtlich ein hochinteressantes Dokument, auch wenn der Umgang mit den Quellen und den Äußerungen der Künstlerin selbst unkritisch bleibt.
Die Arbeit Franz Willnauers ist aus der Sicht eines Mahlerforschers geschrieben, daher könnte hier das Mittel der Montage anderer Dokumente hilfreich sein, um ein vollständiges Bild der Sängerin zu erhalten.
Schließlich müsste die Selbstdarstellung der Künstlerin, wie sie beispielsweise in ihren Tagebüchern zum Ausdruck kommt, und die Darstellung durch Andere (wie sie sich beispielsweise aus Zeitungskritiken und zeitgenössischen Berichten über ihre Arbeit ergibt) einander gegenübergestellt werden, um ein möglichst umfassendes biographisches Bild der Künstlerin liefern zu können.
Die Autorin dieses Artikels bereitet derzeit eine Dissertation vor, die diesen Aufgaben nachgehen wird.
Barker, Laura
Der Forschungsbedarf zu Laura Barker umfasst ihre Biografie, ihre Kompositionen sowie ihre Tätigkeiten.Baroni, Leonora
Zu Leonora Baroni liegt noch keine Monografie vor (Ademollos „Leonora di Milton“ ist lediglich ein kurzer Überblick, vgl. Ademollo 1885); es fehlt eine aktualisierte Quellenauswertung, die jüngere Forschungsaspekte berücksichtigt. Auch eine stärker interdisziplinäre Einordnung von Baronis musikalischem und auch außermusikalischem Wirken, insbesondere vor dem Hintergrund von Ansätzen von Autorschaft und Geschlechterpolitik, steht noch aus.Barsowa, Waleria Wladimirowna
Notwendig ist die gründliche Erforschung der künstlerischen Biografie Barsowas und der verschiedenen Perioden ihres Wirkens. Von besonderem Interesse sind ihre Verbindungen zur Schule und Methode Konstantin Stanislawskis sowie zum russischen experimentellen Theater der 1910er Jahre, vor allem zur Praxis des Theater-Kabaretts und des konventionellen und synthetischen Theaters.Baudissin, Sophie von
Der Forschungsbedarf zu Sophie von Baudissin umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten.Bauer, Catharina
Der Forschungsbedarf zu Catherina Bauer umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten. Interessant wäre auch, der kontinuierlichen Tradierung ihrer Biografie in Musikerlexika nachzugehen und die Kriterien zu ermitteln, die zu ihrer Aufnahme dort führten.Bauer, Charlotte
Über Charlotte Bauer ist derzeit, abgesehen von den Titeln ihrer Kompositionen, nichts bekannt.Baum, Katharina
Der Forschungsbedarf zu Katharina Baum umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten. Besonders interessant wären dabei vermutlich ihre Kompositionen und deren Verbreitung innerhalb der Salonkultur Berlins im 19. Jahrhundert.Becker, Ida
Der Forschungsbedarf zu Ida Becker umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten. Ihre Kompositionen wären vermutlich auch für eine Geschichte der elementaren Musikpädagogik interessant.Becker-Samolewska, Bianca
Der Forschungsbedarf zu Bianca Becker-Samolewska umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten.Belleville, Anna Caroline de
Der Forschungsbedarf zu Anna Caroline de Belleville umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeitsbereiche. Dabei wären als erstes verlässliche Quellen zu eruieren. Forschungen zu ihren Kompositionen, deren Drucken, Aufführungen und Rezeption, könnten den Blick auf das Virtuosentum im 19. Jahrhundert und dessen Bedeutung für das Musikleben erweitern.Benesch, Senta
Die weitere Erforschung von Leben und Wirken von Senta Benesch, vor allem auch im privaten Bereich wäre wünschenswert. Auch steht das Auswerten der zeitgenössischen Rezeption, von zeitgenössischen Berichten im Allgemeinen und Recherchen in ausländischen Rundfunkstationen (Repertoire, Spielpartner) bislang noch aus.Beningfield, Ethel
Der Forschungsbedarf zu Ethel Beningfield umfasst ihre Biografie sowie ihre Tätigkeiten.Bennet, Margaret
Der Forschungsbedarf zu Margaret Bennett umfasst ihre Biografie, ihre Tätigkeiten und Kompositionen sowie ihre Kontakte innerhalb des englischen Musiklebens.Bernouilly, Agnes
Der Forschungsbedarf zu Agnes Bernouilly umfasst sowohl ihre Biografie als auch alle ihre Tätigkeitsbereiche.Besserer, Erika
Der Forschungsbedarf zu Erika Besserer umfasst sowohl ihre Biografie als auch ihre Tätigkeiten.Beyer, Johanna
Zu Johanna Beyer gibt es bisher nur wenige akademische Arbeiten und überhaupt sehr wenig Informationen zu ihrem Leben.Wir suchen deshalb weitere Erkenntnisse zu Leben und Werk dieser eigenwilligen Persönlichkeit und möchten ausdrücklich ermuntern, sich mit den Kompositionen Beyers auseinander zu setzen!
Bienenfeld, Elsa
Der verbleibende Forschungsbedarf zu Elsa Bienenfeld lässt sich erst nach Veröffentlichung der Dissertation von Eva Taudes (Taudes 2007) näher bestimmen. Der Titel der Dissertation sowie deren Abstract (vgl. „Links“) lassen vermuten, dass auch hier im Wesentlichen die Bedeutung von Elsa Bienenfeld für die Wiener Moderne untersucht wird.Darüber hinaus wäre es jedoch interessant zu erfahren, auf welche Weise es Elsa Bienenfeld gelang, sich innerhalb der männlich dominierten universitären Musikwissenschaft in Wien zwischen 1900 und 1910 so weit zu behaupten, dass Guido Adler ihr die Promotion (1903) und deren Publikation (1904) ermöglichte. Zu hinterfragen wäre auch, wie es zu ihrer „wirkenden Mitgliedschaft“ bei den „Denkmälern der Tonkunst in Österreich“ kam und inwieweit sie dort tatsächlich als Musikwissenschaftlerin in Forschungs- bzw. Editionsprojekte eingebunden wurde.
Bigot, Marie
Es fehlen noch Untersuchungen darüber, inwiefern von einer Bigot-Schule zu sprechen wäre, da ihre Mutter und ihre Schwester auch als Klavierpädagoginnen tätig waren. Auch stehen analytische Untersuchungen ihrer Kompositionen und quellenkundliche Untersuchungen französischer Zeitschriften aus. Außerdem könnten Nachlässe und Biografien jener Musiker, mit denen sie in Paris zusammenarbeitete, weitere Aufschlüsse geben.Birnbaum, Friederike
Der Forschungsbedarf zu Friederike Birnbaum, verh. Kohlhauer, umfasst ihre Biografie sowie ihre Tätigkeiten.Birnbaum, Amalie
Der Forschungsbedarf zu Amalie Birnbaum umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten, darunter ihre Konzerte und Konzertreisen, ihre musikpädagogische Tätigkeiten und ihre Arbeit als Orchestermusikerin.Birnstein, Renate
Zeitgenössische Musik ist in der Gesellschaft nicht angekommen. Die Bereitschaft, sich auf fremde, ungewöhnliche Hörerfahrungen einzulassen, hat eher abgenommen. Woran das liegen mag, wäre eine interessante Fragestellung, der man nachgehen sollte.Blauhuth, Jenny
Der Forschungsbedarf zu Jenny Blauhuth umfasst sowohl ihre Biografie als auch alle ihre Tätigkeitsbereiche.Blauhuth, Clara
Der Forschungsbedarf zu Clara Blauhuth umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten. Besonders interessant wären weitere Kenntnisse über ihre Biografie im Hinblick auf vergleichende Studien über die Lebenswege von Absolventinnen des Leipziger Konservatoriums im 19. Jahrhundert.Bley, Carla
Eine umfassende Biografie über Carla Bley sowie musikwissenschaftliche Analysen ihrer Werke an der Grenze zwischen sogenannter U- und E-Musik stehen noch aus. Viele Publikationen erschöpfen sich bislang, wie die von Wayne Enstice oder Karen O’Brien, in der Gegenüberstellung von Biografie und Gesprächsprotokollen.Auffallend ist, dass die Arbeit männlicher Jazzkomponisten wie Duke Ellington oder Michael Mantler deutlich umfassender dokumentiert ist. Entsprechendes gilt für die bedeutenden Sängerinnen des Jazz im Vergleich mit den Instrumentalistinnen und Komponistinnen.
Eine eingehende Untersuchung des Lebens und Schaffens Carla Bleys, ihrer Verbindungen in der Jazzszene und ihrer Vorbildfunktion für andere Jazzmusiker würde darüber hinaus Aufschluss über die Rolle der Frau als Komponistin, Instrumentalistin und Bandleaderin in der Welt des Jazz geben.
Bock, Berta
Der Forschungsbedarf zu Berta Bock umfasst ihre Biografie, ihre Tätigkeiten und ihre künstlerischen Kontakte.Böhme, Doris
Der Forschungsbedarf zu Doris Böhme umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten und künstlerischen bzw. privaten Kontakte. Ihre Biografie könnte besonders im Hinblick auf Ausbildung und anschließende Erwerbstätigkeit von Musikerinnen im 19. Jahrhundert interessant sein.Bohrer, Sophie
Der Forschungsbedarf zu Sophie Bohrer umfasst Teile ihrer Biografie sowie ihrer Tätigkeiten, vor allem in ihrer zweiten Lebenshälfte. Darüber hinaus enthält ihre Biografie zahlreiche übergreifende Aspekte, die für eine eingehendere Untersuchung interessant wären, beginnend mit ihrem Status als so genanntes „Wunderkind“ bis hin zur Geschichte der Musiker-Medizin.Bordoni, Faustina
Faustina Bordonis Biographie, Stimme und Gesangskunst wurde vor allem von Margarete Högg, danach wieder von der Autorin dieser Grundseite, eingehend erforscht. Überdies sind mehrere Dissertationen, etwa über Hasse und über die „Cleofide“, in Arbeit, die vermutlich auch zu Faustina Bordoni noch neue Erkenntnisse bringen werden. Hierzu gehören die Dissertationen von Zenon Mojzysz über die Oper „Cleofide“ und von Roland D. Schmidt Hensel über Hasses Opere serie der Jahre 1730-1745. Forschungsbedarf scheint vielmehr noch zu den Kollegen und Kolleginnen von Faustina Bordoni zu bestehen – so etwa zu Senesino und Francesca Cuzzoni.Borisova-Ollas, Victoria
Analytische Untersuchungen der Werke Victoria Borisova-Ollas‘ im Spannungsfeld zwischen sogenannter Neoromantik der letzten 20 Jahre und der Moderne scheinen ein interessantes und ergiebiges Feld zu sein. Insbesondere ist der Einfluss der Nachkriegsgeneration Englands, Russlands und der baltischen Staaten auf ihre Werke von Interesse.Borton, Alice
Der Forschungsbedarf zu Alice Borton umfasst ihre Biografie und ihre Tätigkeiten.Boulanger, Lili
ForschungsbedarfObschon Leben und Werk von Lili (und Nadia) Boulanger - nicht nur in der frankophonen Fachwelt Thema von Fachtagungen sowie wissenschaftlichen Artikeln und Monographien ist, ihr Name Pate für Musikwettbewerbe stand und auch die deutsche und die angelsächsische Musikwissenschaft sich mit den Boulangers auseinandersetzte, gibt es bislang keine kritische Gesamtausgabe der Werke Lili Boulangers. Sie müsste einer umfassenden Würdigung des Werkes von Lili Boulanger vorausgehen und sämtliche bereits veröffentlichte und unveröffentlichte Werke umfassen. Dies wären derzeit 36 an der Zahl. Aufgrund eines vergleichsweise übersichtlichen Œuvres und aufgrund heutiger Erfahrungen mit Gesamtausgaben wäre ein solches Projekt mit verhältnismäßig überschaubarem Zeitaufwand zu bewerkstelligen. Es könnte die Musik Lili Boulangers in einheitlicher Gestaltung zu Aufführungszwecken und zu weiterführenden Forschungsarbeiten zur Verfügung stellen.
Bovet, Hermine
Der Forschungsbedarf zu Hermine Bovet umfasst sowohl ihre Biografie als auch alle ihre Tätigkeitsbereiche. Besonders für eine Geschichte der Musikpädagogik könnten ihre Schulwerke und Kompositionen aufschlussreich sein.Boyce, Ethel
Der Forschungsbedarf zu Ethel Boyce umfasst ihre Biografie und ihre Tätigkeiten. Besonders interessant wäre dabei auch eine Untersuchung ihrer kompositorisch-pädagogischen Arbeit, die sie gemeinsam mit Dora Bright und Amy Horrocks leistete, so z. B. in der Komposition von „Action Songs“.Brambilla, Marietta
Den durch Cernuschi gewonnenen Erkenntnissen sollte vertiefend nachgegangen und seine Recherchen einer breiteren (wissenschaftlich interessierten) Leserschaft erschlossen werden. Lohnende Forschungsansätze finden sich in dem zwar kleinen, aber aufschlussreichen kompositorischen Werk von Marietta Brambilla und dessen Bezügen zur Salonkultur sowie zu ihrer Rolle als Gesangspädagogin. Über die Pariser und Londoner Jahre der Altistin in der Kompanie des Théâtre Italien ist noch wenig bekannt. Eine umfassende Auswertung der französischen und englischen Presse verspricht weitere Erkenntnisse zu ihrer späten Laufbahn. Neben den Lexikonartikeln (Kutsch & Riemens; MGG2) gibt es bislang keine deutschsprachigen Publikationen zu Marietta Brambilla.Brandenstein, Caroline von
Der Forschungsbedarf zu Caroline von Brandenstein umfasst ihre Biografie und ihre Tätigkeiten.Brandes, Minna
Die Rolle der Musik im Wirken der Wanderschauspieler wurde noch nicht aufgearbeitet.Brandes, Emma
Obwohl Emma Brandes, verheiratete Engelmann, im Zusammenhang mit vielen Musikerinnen und Musikern eine große Rolle spielte, ist über ihr Leben, ihre künstlerischen Tätigkeiten sowie über ihre Arbeit als ideelle Förderin bislang nahezu nichts bekannt. Eine systematische Sichtung von Zeitschriften, eine Auswertung der von ihr erhaltenen Briefe sowie ein Sichtung des Nachlasses ihres Mannes Theodor Wilhelm Engelmann könnte für erste Erkenntnisse und weitere Forschungen sicherlich aufschlussreich sein.Brée, Malvine
Der Forschungsbedarf zu Malvine Brée umfasst ihre Biografie und ihre Tätigkeiten.Breidenstein, Marie
Der Forschungsbedarf zu Marie Breidenstein umfasst ihre Biografie und ihre Tätigkeiten.Brentano, Antonie
Es fehlt eine fundierte Biografie, die beispielsweise ihre Beziehungen zu anderen Mitgliedern der Familie Brentano einmal genauer untersucht, insbesondere zu ihrem Gatten, ihren Kindern sowie zu Bettina und Clemens. Es sind zahlreiche, noch unveröffentlichte Briefe Antonies überliefert, die dabei eine große Hilfe darstellen würden. Aufschlussreich könnte auch eine Untersuchung zum Frankfurter Frauenverein sein, in dem Antonie Brentano offenbar eine zentrale Rolle spielte.Brennerberg, Irene von
Der Forschungsbedarf zu Irene von Brennerberg umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten.Bright, Dora
Der Forschungsbedarf zu Dora Bright umfasst ihre Biografie und ihre Tätigkeiten sowie eingehende Untersuchungen ihrer Kompositionen.Broen, Elli von
Der Forschungsbedarf zu Elli von Broen umfasst ihre Biografie sowie ihre Tätigkeiten.Bronsart, Ingeborg von
Erforscht werden müssten/könnten:- institutionelle und sozialgeschichtliche Zusammenhänge insbesondere von Ingeborg von Bronsarts Opernschaffen,
- Interpretentätigkeit, etwa Repertoire und Konzertreisen,
- regionalgeschichtliche Aspekte wie das Schaffen oder Nutzen von Netzwerken, etwa Liszt-Kreis in Weimar, Künstlerkontakte in Hannover oder München.
- Vielleicht gibt es in russischen Archiven noch etwas zu entdecken? Die St. Petersburger Editionen ihrer frühen Kompositionen etwa?
Buchholtz, Helen
Nur ansatzweise wurde sich mit den Orchesterwerken sowie dem Chorschaffen befasst. Unerforscht ist auch die Wiesbadener Zeit der Komponistin (1914 bis ca. 1922).Bülow, Charlotte von
Der Forschungsbedarf zu Charlotte von Bülow umfasst ihre Biografie sowie ihre Tätigkeiten.Burmeister-Petersen, Dory
Der Forschungsbedarf zu Dory Petersen umfasst ihre Biografie sowie ihre Tätigkeiten.Butler, Antonia
Der Forschungsbedarf zu Antonia Butler umfasst nahezu alle ihre Tätigkeitsbereiche. Lediglich ihre Auftritte als Solistin sind bislang anhand der „Times London“ vergleichsweise gut zu dokumentieren. Über mögliche Konzertreisen von Antonia Butler ist bislang nichts bekannt, ebenso wenig über ihre kammermusikalischen Aktivitäten, die es jedoch zahlreich gegeben hat, z. B. mit dem Kameran Trio. Interessant wäre auch, ihre musikpädagogischen Tätigkeiten zu untersuchen.Caccini, Francesca
Dank der Arbeiten von Cusick (1993, 1999, 2009), die auch eine Monographie zu Caccini vorgelegt hat, ist Francesca Caccini relativ gut erforscht. Von Cusick selbst formulierte Desiderate sind einerseits weitere Forschungen zu Caccinis Jahren in Lucca (1627-1633), insbesondere aus musikpolitischer Sicht, und Caccinis Engagement in der weiblichen Klostermusik in und um Florenz in den 1630er Jahren.Darüber hinaus wäre eine Neueinordnung von Caccinis Schaffen zwischen Gesang und Komposition auf der Basis der von Cusick gewonnenen Erkenntnisse wünschenswert, ebenso wie eine tiefergehende Betrachtung Caccinis als Sängerin im Vergleich zu ihren zeitgenössischen Kolleginnen, die sich dezidiert von Ademollos Rhetorik von angepasster und unangepasster Weiblichkeit distanziert.
Campbell, Lucy
Der Forschungsbedarf zu Lucy Campbell umfasst sowohl ihre Biografie als auch alle ihre künstlerischen und möglicherweise auch pädagogischen Tätigkeiten.Caponsacchi, Marguérite
Der Forschungsbedarf zu Marguérite Caponsacchi umfasst ihre Biografie, ihre künstlerischen Tätigkeiten sowie ihre Kontakte innerhalb des internationalen Musiklebens.Cassian, Nina
Eine Biografie steht bisher aus, wobei Nina Cassian derzeit an ihrer Autobiografie arbeitet. Ob es der über Neunzigjährigen allerdings gelingen wird, diese zu vollenden, steht dahin. Genauso fehlt jegliche Sichtung und Aufarbeitung, geschweige denn eine musikwissenschaftliche Analyse und Würdigung ihres kompositorischen Werks. Nach Cassian befinden sich weitere Noten in der Rumänischen Nationalbibliothek. Ebenfalls sollen in den Ton-Archiven des Radio Romania aufgezeichnete Konzerte vorliegen, an die aber bis dato nicht heranzukommen war.Cavalieri, Catarina
• Zu den wichtigsten Forschungsdesideraten ist die Erforschung des Repertoires von Catarina Cavalieri zu zählen. Über die von ihr interpretierten Partien, vor allem aber über die für sie komponierten Rollen ließe sich ihr Stimmenprofil gut herausarbeiten (vgl. auch Lewy Gidwitz 1991), so dass das Diktum der „geläufigen Gurgel“ an Prägnanz gewönne.• Da sie als Schlüsselfigur der Primadonnen-Kultur im Wien der Mozart-Zeit gelten muß, sind auch auf diesem Gebiet lohnenswerte Forschungen möglich.
Chaminade, Cécile
Forschungsbedarf zu Cécile Chaminade besteht zum Beispiel bei Chaminades aufführungspraktischer Tätigkeit und der Auswertung der journalistischen Beiträge, ebenso bei der Einordnung einzelner Werke in ihren gesamthistorischen Kontext, besonders auch die Betrachtung der der größeren Werke (Oper, Orchestersuite). Auch ihre Einspielung von Klavierrollen gebührt eingehendere Analyse. Sicherlich ist auch ihr Verhältnis zum und ihre Stellung innerhalb des französischen Musiklebens, einer hauptsächlich von männlichen Komponisten dominierten Gesellschaft, weiter zu verfolgen. Wie schon bemerkt, ist deutschsprachige Literatur dazu rar.Chamberlayne, Elizabeth A.
Der Forschungsbedarf zu Elizabeth A. Chamberlayne umfasst ihre Biografie und ihre Tätigkeiten.Chew, Otie
Der Forschungsbedarf zu der Violinistin Otie Chew umfasst sowohl ihre Biografie als auch alle ihre Tätigkeiten.Chin, Unsuk
Einige einzelne Werkbetrachtungen existieren, der Konnex zu einer überblickartigen Darstellung des Schaffens ist aber noch nicht gelungen. Verschiedene Werkstränge zeichnen sich bei der Beschäftigung mit Chin ab, müssten jedoch noch genauer untersucht werden. Forschungsdesiderate gibt es außerdem in der analytischen Beschäftigung mit dem Schaffen Chins.Cibbini, Katharina
Wenig ist bislang noch immer über Katharina Cibbinis eigentliche künstlerische Tätigkeit bekannt. Die Konzerte, in denen sie auftrat, sollten vollständig ermittelt und mit den einschlägigen Besprechungen dokumentiert werden. Darüber hinaus ist eine Sichtung und vergleichende Wertung ihres musikalischen Schaffens anzustreben.Clarke, Rebecca
Nach wie vor sind zahlreiche Kompositionen Rebecca Clarkes sowie ihre Tagebücher und Memoiren unveröffentlicht und nur mit Einwilligung ihrer Erben zugänglich. Für einen noch größeren Teil ihrer Werke fehlen Einspielungen. Auch von ihren eigenen Einspielungen als Bratschistin ist nur ein Bruchteil dessen, was sie in ihren Tagebüchern erwähnt, erhältlich. Ein weiteres Forschungsdesiderat ist die Beschäftigung mit Rebecca Clarkes musikpädagogischen und -schriftstellerischen Tätigkeiten.Clauss-Szarvady, Wilhelmine
Der Forschungsbedarf zu Wilhelmine Clauss-Szarvady umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten.Clauss, Marie
Der Forschungsbedarf zu Marie Clauss umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten.Clauss, Jenny
Der Forschungsbedarf zu Jenny Clauss umfasst ihre Biografie sowie ihre Tätigkeiten. Besonders interessant könnte dabei ihre Rolle als Mitbegründerin mehrerer Damenensembles in den 1850er und 1860er Jahren in Frankreich sein sowie ihre Welttournee durch Australien, Java, China, Japan und die USA.Clauss, Fanny
Der Forschungsbedarf zu Fanny Clauss umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten.Clauss, Cécile
Der Forschungsbedarf zu Cécile Clauss umfasst ihre Tätigkeiten sowie ihre Einbindung in das Gefüge der Familie Clauss.Clement, Mary
Der Forschungsbedarf zu Mary Clement umfasst ihre Biografie und ihre TätigkeitenClench, Nora
Interessant wäre sicherlich, die näheren Umstände von Nora Clenchs Studien in Leipzig, Brüssel und Berlin zu beleuchten. Auch wäre zu vermuten, dass die Violinistin im Paris der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert zahlreiche Kontakte knüpfte, die für das weitere künstlerische Leben bedeutend gewesen sein könnten. Die Kontakte zu Komponistinnen und Komponisten, die im Zuge der verschiedenen Uraufführungen durch das Nora-Clench-String-Quartet entstanden sind, sind ungeklärt. Über ihre bildkünstlerischen Arbeiten stehen bislang keine Informationen zur Verfügung.Coryn, Corinne
Der Forschungsbedarf zu Corinne Coryn umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten.Cozzolani, Chiara Margarita
Kompositorische Studien:Insbesondere die Psalmvertonungen und die Messa a quattro bedürfen noch einer systematischen Untersuchung. Hier geht es primär um die Kompositionstechnik und die Einordnung in die stilistische Entwicklung des italienischen Psalmkonzerts um die Mitte des 17. Jh. Bei den Motetten steht noch eine umfassende Gesamtuntersuchung zu Textwahl, Kontextualisierung und musikalischer Gestaltung an; hier bieten die Studien von Robert L. Kendrick eine wichtige Grundlage.
Kulturhistorische Kontextualisierung:
Desiderat ist zudem eine systematische Untersuchung des Konvents St. Radegonda im Hinblick auf Musikerinnen und eventuelle weitere Kompositionen für den internen Gebrauch (wiederum bieten hier die Arbeiten von Kendrick den wichtigsten Ausgangspunkt). Notwendig wäre zudem eine erweiterte Kontextualisierung im Hinblick auf Komponistinnen und komponierende Ordensfrauen sowie auf die speziellen Bedingungen des Musizierens in den italienischen Frauenkonventen des 17. Jh.
Croner, Helene
Der Forschungsbedarf zu Helene Croner umfasst sowohl ihre Biografie als auch alle ihre Tätigkeiten. Bislang lassen sich lediglich vereinzelt Konzerte als Kammermusikerin, u. a. im Rahmen des Jüdischen Kulturbundes, nachweisen.Cruciger, Elisabeth
Zu Mary Jane Haemig “The case of the Disappearing Hymn Writer”: Mir scheint ein Vergleich mit der umstrittenen Autorschaft von Christiana Cunrad (Autorin von EG 204: Herr Christ, dein bin ich eigen) sinnvoll. Im Vergleich der beiden Rezeptionsgeschichten ließe sich erhärten, inwieweit es sich in diesen „Fällen“ tatsächlich um das bewusste Verschweigen weiblicher Autorschaft handelt und wodurch dieses Verschweigen gegebenenfalls motiviert war.Das Lied von Christiana Cunrad (1591–1625) wurde zunächst ihrem Mann, dem Arzt und preisgekrönten Dichter Caspar Cunrad, zugeschrieben. Erst ein Jahrhundert später setzte sich, angestoßen durch den pietistisch geprägten Lieddichter Johann Caspar Wetzel, die andere Überlieferung durch, das Lied „Herr Christ, dein bin ich eigen“ sei von seiner jung verstorbenen Frau Christiana geb. Tilesius verfasst worden.
Bei der Zuschreibung des Liedes zum Werk ihres Mannes könnte das Epitaph auf dem Grabstein von Christiana Cunrad eine Rolle gespielt haben. Das Epitaph wurde von Martin Opitz angefertigt – im Auftrag von Caspar Cunrad, der zugleich sein Mentor war. Christiana Cunrad wird darin als fromme Ehefrau gewürdigt, die in den dichterischen Werken ihres Mannes weiterlebt. Ihr eigenes literarisches Schaffen wird nicht erwähnt:
„Der fromm Dahingeschiedenen. Teurer Gast Gottes, wenn das Heiligtum und die Verheißungen unseres Himmels die seligen Seelen nach ihrem Tod aufnehmen, dann blicke du von den Höhen des Himmels auf die frommen Weihegaben des trauernden Gatten, die er deinen Verdiensten widmet. Dass du im Himmel wohnst, hat deine Frömmigkeit gewirkt und jene Liebe zu Gott, die dir immer Begleiterin war, sowie die vortreffliche Rechtschaffenheit deines Lebenswandels, ein von Bosheit nichts wissender Sinn und ein Leben in engster Verbundenheit mit der Größe Gottes. Nun dehnst du sogar die Zeit dieses irdischen Lebens aus in den Schriften und Gedichten des geliebten Mannes. Damit nicht genug: Es beliebt ihm noch andere Dichter einzuladen, damit er so fromme Gaben auf dein Grab häufen kann.“
(In: Marschall, Veronika/ Seidel, Robert (Hg.). Martin Opitz - Lateinische Werke 2. Berlin/ New York: De Gruyter, 2011. S. 66)
Das Lied erscheint heute im Gesangbuch unter der Rubrik „Tauflieder“.
Czernowin, Chaya
Chaya Czernowins Bemühen, die zeitgenössische Musik aus der Einbahnstraße eines akademischen Formalismus zu befreien und stärker im Erleben der Menschen zu verankern, verdiente intensive Erforschung.Dahl, Emma
Es wäre Aufgabe zukünftiger Forschung, bisher ungesichtetes Material in Bibliotheken und Archiven (u.a. in Oslo, Bergen und Kopenhagen) auszuwerten sowie weitere Quellenbestände zu eruieren, die Emma Dahls kulturelles Handeln näher beleuchten können. Vor allem über die Zeit in Berlin, ihre Parisreise sowie ihren letzten Lebensabschnitt in Kopenhagen ist bisher nur sehr wenig bekannt (zu suchen wäre hier u. a. nach einem Nachlass, dem genauen Sterbedatum, Kompositionen aus dieser Zeit, etc.).Interessant wäre darüber hinaus, das Umfeld des Dahlschen Salons zu bestimmen und Emma Dahls Einfluss auf das norwegische Musikleben näher zu untersuchen.
Auch über ihre Rezeption besteht Klärungsbedarf. Historisch müsste z. B. untersucht werden, welche Verbreitung Emma Dahls Werke besaßen oder welche Vorbildfunktion sie für andere norwegische Sängerinnen hatte. Wirkte sie repertoirebildend? Hat sie überwiegend norwegische oder auch deutsche Lieder gesungen?
Eine Übersicht über ihr Repertoire steht ebenso aus wie ein detailliertes Werkverzeichnis. Ein Vergleich ihrer Schauspielmusik zu „Maria Stuart“ mit derjenigen von Halfdan Kjerulf und Friedrich August Reissiger zum selben Bühnenstück könnte Aufschluss über ihr kompositorisches Selbstverständnis geben.
Damcke, Louise
Der Forschungsbedarf zu Louise Damcke umfasst ihre Biografie, ihre Tätigkeiten sowie die künstlerischen Kontakte und das kompositorische Schaffen.Danzi, Margarethe
Die Gastspielreisen von Margarethe Danzi gemeinsam mit ihrem Mann Franz Danzi sowohl nach Italien als auch innerhalb Deutschlands wären noch genauer zu recherchieren. Besonders ergiebig für Nachforschungen könnte dabei die Zeit ihres Engagements als Primadonna in der Theatertruppe von Guardasoni sein, der sie und ihr Mann von 1790-1793 angehörten.Davies, Fanny
Über das künstlerische und private Leben von Fanny Davies ist bis heute trotz zahlreicher Veröffentlichungen kaum etwas bekannt. Lediglich einige wenige Informationen werden von Publikation zu Publikation weitergetragen. Dies gilt für nahezu alle Bereiche: für ihre Konzerte, ihr Repertoire und ihre Aufnahmen, für ihre Schülerinnen und Schüler sowie für ihre privaten und beruflichen Kontakte. Ausgehend vom Bestand „Fanny Davies“ im Royal College of Music London wären weiterführende Forschungen über private und berufliche Kontakte möglich. Auch eine systematische Auswertung von Zeitungen und Zeitschriften könnte dazu beitragen, ein genaueres Bild der Pianistin zu gewinnen. Anhand ihrer Zeitschriftenartikel wäre musikwissenschaftlich zu hinterfragen, welches Bild Fanny Davies vom Kreis um Clara Schumann vermittelte und in welchem zeitgenössischen Kontext es steht.Dessauer, Alice
Der Forschungsbedarf zu Alice Dessauer umfasst ihr Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten.Try, Elisa de
Der Forschungsbedarf zu Elisa de Try umfasst ihre Biographie, ihre Tätigkeiten sowie ihre beruflichen und privaten Kontakte.Dickson, Ellen
Der Forschungsbedarf zu Ellen Dickson umfasst ihre Biografie, ihre Tätigkeiten und ihre Kompositionen.Dietz, Cathinka
Bis auf die Recherchen über die Herkunft der Musikerin und einige verstreute Notenfunde, die über das Internet möglich waren, stützen sich die Ergebnisse in erster Linie auf Berichte in deutschsprachigen, französischen und englischen Musikjournalen. Weiterführende Recherchen in Frankreich und England zu ihrer Konzerttätigkeit, ihren zahlreichen Kontakten und zu ihrer Arbeit als Klavierpädagogin würden Aufschluss über die künstlerische Bedeutung Cathinka Dietz‘ bringen.Dinescu, Violeta
Im Zusammenhang mit dem Schaffen Violeta Dinescus ist die rumänische Musik und die Musik rumänischer Komponisten weiter zu erforschen, des weiteren die Bedeutung der Klangfarbe und deren Verwandlungsmöglichkeiten in der europäischen und in der osteuropäischen Musik. Akzente der Forschung könnten sein:- die Heterophonie in den Werken George Enescus und anderer Komponisten der rumänischen Tradition bzw. ihre Folgen für das Schaffen Violeta Dinescus;
- die Anlehnung an den byzantinischin Kirchengesang;
- die Bedeutung der rumänischen Volksmusik;
- die Besonderheiten des vokalen und instrumentalen ‚Gesangs’ in der rumänischen Musik allgemein;
- Aspekte der musikalischen Zeitgestaltung;
- improvisatorische Elemente in der komponierten Musik;
- Teiltonstrukturen und der Mikrokosmos des Klanges.
Dirichlet, Rebecka
Von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen steht eine Publikation der zahlreichen Briefe Rebecka Dirichlets bislang aus. Gerade weil ihr Schaffen Teil häuslicher, nachbarschaftlicher und freundschaftlicher Netzwerke war, wäre es sinnvoll und wünschenswert, die Briefe entsprechend den Erkenntnissen der neueren Briefforschung in Form einer Korrespondenz zu publizieren.Dorrenboom, Ida
Der Forschungsbedarf zu Ida Dorrenboom umfasst ihre Biografie sowie ihre Tätigkeiten.Dreifus, Henriette
Der Forschungsbedarf zu Henriette Dreifus umfasst ihre Biografie, ihre Kompositionen und Tätigkeiten sowie ihre Kontakte sowohl im Stuttgarter (Musik-)Leben als auch im Umfeld ihres Bruders Julius Benedict.Drews, Martha
Der Forschungsbedarf zu Martha Drews umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten.Drieberg, Louise von
Der Forschungsbedarf zu Louise von Drieberg umfasst ihre Biografie sowie all ihre Tätigkeiten.Duchambge, Pauline
Eine eingehende Studie zum Leben und Schaffen Pauline Duchambges steht noch aus. Nachdem sich alle zeitgenössischen Aussagen über die Geburt Duchambges auf La Martinique als falsch erwiesen haben, scheint eine Verifizierung der Aussagen über ihre Jugend dringend notwendig. Zu fragen ist auch, welchen Vorteil der Mythos einer solchen Herkunft bot. Die Geschichte um ihre dramatische Scheidung und der Wechsel ihres Lebens von der aristokratischen jungen Ehefrau zur professionellen Musikerin könnten interessante Einblicke in die Sozialgeschichte der Musik dieser bewegten Zeit in Paris geben.Eine systematische Suche in den Pariser Archiven würde sicher weitere Werke zu Tage befördern und die Voraussetzung dafür schaffen, dass eine wissenschaftlich fundierte Einordnung und Analyse ihrer Werke stattfinden und eine kritische Edition ihrer Werke in Angriff genommen werden kann.
Dulcken, Louise
Der Forschungsbedarf zu Louise Dulcken umfasst ihre Biografie, ihre Tätigkeiten, ihren Schülerinnen- und Schülerkreis sowie ihre zahlreichen künstlerischen und privaten Kontakte.Dulcken, Sophie
Der Forschungsbedarf zu Sophie Dulcken umfasst ihre Biografie sowie ihre künstlerischen Tätigkeiten und Kontakte. Über ihr Leben nach ihrer Heirat ist bislang nichts bekannt.Dulcken, Isabella
Der Forschungsbedarf zu Isabella Dulcken umfasst ihre Biografie sowie ihre künstlerischen Tätigkeiten und Kontakte.Dulowa, Wera Georgijewna
Es besteht ein großer Bedarf in der Darstellung der Bedeutung dieser Künstlerin für die moderne Kultur; von besonderem Interesse wären die privaten und künstlerischen Kontakte Wera Dulowas und ihrer Familie mit Dmitri Schostakowitsch, Lew Oborin, Wsewolod Meyerhold u.a.Eberlin, Maria Caecilia
Mit Ausnahme der Kurzbiografien einiger Hofsängerinnen wurde das, was Frauen im 18. Jahrhundert in Salzburg musikalisch geleistet haben, bislang kaum erforscht. Bezüglich Caecilia Eberlin gehören zu den ersten Desiderata der Forschung die Edition und Analyse ihrer bisher bekannten Werke – auch im Zusammenhang mit ähnlichen, bisher unerforschten Werken ihres Vaters. Außerdem wäre zu untersuchen, ob sie an der Entstehung der Werke ihres Ehemannes Joseph Nikolaus Meissner, von dem mehrere Schuldramen nachgewiesen werden können, beteiligt war. Die Suche nach weiteren Quellen zu ihrer Biografie wäre eine unabdingbare Voraussetzung für weitere Forschungen.Ebinger, Blandine
Interessant wäre die Beteiligung von Blandine Ebinger am Entstehen der „Lieder eines armen Mädchens“ und der für sie geschriebenen Chansons. weitergehend zu untersuchen.Eckhardt-Gramatté, Sophie-Carmen
Bisher existiert neben der von Ferdinand Eckhardt verfassten Biografie „Music from within“ und der 1981 abgeschlossenen, aber nie im Druck öffentlich erschienenen Dissertation von Glen Blaine Carruthers keine wissenschaftliche biografische Darstellung. Eine wichtige Forschungsleistung wäre in diesem Zusammenhang eine Gegenlektüre von „Music from within“ mit einer vergleichenden Untersuchung der verschiedenen Fassungen dieser Biografie und ihrer Quellen, da „Music from within“ gänzlich ohne Nachweise der Quellen auskommt. Auch die 1998 ins Deutsche übersetzte biografische Darstellung von Carruthers (in „Annäherung IX – an sieben Komponistinnen“) führt so gut wie keine Belege an. Notwendig erscheint daher eine systematische Auseinandersetzung mit den Quellen und deren transparente Einbeziehung in eine wissenschaftliche Darstellung.Ein weiterer, bisher kaum beachteter Aspekt von Eckhardt-Gramattés Arbeit ist ihre Tätigkeit als Lehrerin, die sie v. a. in Kanada ausübte. Über von ihr entwickelte spezielle klavier- und violintechnische Ansätze, eine Reihe von pädagogischen Kompositionen und ihre Dozentinnentätigkeit an der Brandon University sind die Informationen bislang rar. Lorne Watson setzte sich zwar in seiner 1976 abgeschlossenen Dissertation mit der Klaviertechnik auseinander, ein von ihm ebenfalls geplantes Buchprojekt zu dieser Thematik wurde aber nicht realisiert.
Eder, Josephine
Der Forschungsbedarf zu Josephine Eder umfasst ihre Biografie sowie ihre Tätigkeiten.Eggar, Katharine
Der Forschungsbedarf zu Katharine Eggar umfasst ihre Biografie, ihre Tätigkeiten sowie Kompositionen und Schriften.Eibenschütz, Ilona
Über das Leben von Ilona Eibenschütz und ihre künstlerischen Tätigkeiten ist bislang wenig bekannt. Die zahlreichen Hinweise, z. B. über ihre internationale Konzerttätigkeit als so genanntes „Wunderkind“, wären zu verifizieren und mit konkreten Inhalten zu füllen. Auch ist ihr intensives Verhältnis zu Johannes Brahms zwar bekannt, jedoch kaum erforscht.Im privaten Bereich wären vor allem die Verwandschaftsverhältnisse zur Künstlerfamilie Eibenschütz näher zu klären, die u. a. den Dirigenten Sigmund Eibenschütz (ein Bruder von Ilona Eibenschütz), den Dirigenten José Eibenschütz und den Pianisten Albert Eibenschütz mit einschloss.
Eissler, Marianne
Der Forschungsbedarf zu Marianne Eissler umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten.Eissler, Clara
Der Forschungsbedarf zu Clara Eissler umfasst ihre Biografie sowie ihre Tätigkeiten. Ihre Biografie und ihre künstlerische Laufbahn könnten dabei besonders im Hinblick auf die Förderung und weitere musikalische Laufbahn von Geschwisterkindern interessant sein. Vgl. hierzu auch den Artikel zu Marianne Eissler sowie zu den Geschwistern Franziska und Ottilie Friese, Beatrice, May und Margaret Harrison, Clara und Jenny Blauhuth oder Eugenie und Sophie Menter.Erdeli, Xenia Alexandrowna
Es ist vor allem nötig, genaue Informationen zum Leben und Schaffen Xenia Erdelis zu beschaffen, darunter auch solche zu genealogischen Forschungen und zur Geschichte der Sowjetunion, damit die musikwissenschaftlichen Forschungen vervollständigt und systematisiert werden können. Ferner wäre eine umfassende Beschreibung des Repertoires von Erdeli und eine Darstellung ihrer Tätigkeiten wünschenswert.Erdmannsdörfer-Fichtner, Pauline von
Der Forschungsbedarf zu Pauline von Erdmannsdörfer-Fichtner erstreckt sich auf nahezu alle ihre Tätigkeiten. Über ihre kurze eigenständige Laufbahn als Pianistin und ihre Konzerttourneen in den Jahren 1870 bis 1874 ist nahezu nichts bekannt. Ebenso wenig sind ihre Kompositionen und ihre Tätigkeiten als Klavierpädagogin und Förderin bislang erforscht. Es ist zu vermuten, dass sie unter den Komponisten im Umfeld von Franz Liszt und der Neudeutschen Schule als Interpretin außerordentlich anerkannt war, aber auch die daraus sich ergebenden Kontakte wurden bislang nicht näher untersucht.Ernst, Siegrid
Bis auf wenige biografische Artikel oder Rezensionen in Lexika und Onlinedatenbanken fehlt jede weitergehende musikwissenschaftliche Sichtung, Analyse und Würdigung ihres Schaffens. Nur unter Mithilfe der Komponistin war es überhaupt möglich, obiges Werkverzeichnis zu erstellen. Insbesondere ihre Arbeiten für Schulorchester und kleinere Schulbesetzungen – als Zeugnisse einer intensiven Beschäftigung mit der Heranführung von Kindern an die Musik – verdienten eine engagierte Aufarbeitung.Ertmann, Dorothea von
Von großem Wert wären eine Biografie Dorothea von Ertmanns sowie eine genauere Kenntnis ihres Repertoires und ihres großen Freundeskreises. Erforderlich wären daneben Recherchen zur militärischen Laufbahn ihres Mannes, da sich daraus auch eine präzisere Darstellung ihrer eigenen Lebensstationen ergeben würde. Möglicherweise sind auch Briefe von ihr erhalten, von denen jedoch bislang nichts bekannt ist.Essipoff, Annette
Der Forschungsbedarf zu Annette Essipoff umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten. Besonders interessant wären ihre Tätigkeiten z. B. im Vergleich zu weiteren herausragenden Pianistinnen des 19. Jahrhunderts wie z. B. Sophie Menter und Teresa Carreño.Faisst, Clara
Hier kann nur ein erster Überblick über das Schaffen Clara Faissts gegeben werden, eine musikanalytische Beschäftigung mit ihrem Werk steht noch aus.Nur zwei Werke sind bislang auf Tonträgern erhältlich, das ”Adagio consolante” B-Dur, opus 7,1 (1990) und das ”Präludium in gotischem Stil”, opus 28 (um 1998, vgl. auch die Diskographie).
Ebenfalls nur zwei Werke sind in den letzten Jahren in Neuausgaben erschienen: die ”Melodie nach einer alten Ballade”, ”Es waren zwei Königskinder”, für Cello und Klavier, Opus 5 (1999) und aus den ”Drei Stücken für Violoncell mit Begleitung des Claviers”, Opus 7, das zweite Stück ”Allegretto grazioso” im Jahr 1998 (vgl. die ausführlichen Angaben im Werkverzeichnis).
Auch die Biographie der Komponistin ist noch nicht vollends erforscht. Bislang fehlen allerdings weitere Quellen, die z. B. ein genaueres Bild über die Aktivitäten Clara Faissts in Karlsruhe und an anderen Orten geben.
Faltis, Evelyn
Der Forschungsbedarf zu Evelyn Faltis umfasst ihre gesamte Biografie sowie ihre Tätigkeit als Korrepetitorin und ihre Werke. Biografisch wären dabei besonders ihre Verbindungen zu Bayreuth interessant, die – wie es scheint – unter den Vorzeichen der NS-Zeit widersprüchlich waren. Ebenso ergiebig wäre jedoch auch eine nähere Betrachtung ihrer Kompositionen, die teilweise bis heute aufgeführt werden. Schließlich ließe sich auch ihre Festanstellung als erste (bislang bekannte) weibliche Korrepetitorin in einem bis dahin fast ausschließlich Männern vorbehaltenen Beruf untersuchen.Farrenc, Louise
Vor dem Hintergrund von Entstehungszeit und -ort gesehen weisen die Kompositionen Louise Farrencs eine erstaunliche Mischung aus Orientierung an klassischen Vorbildern und schöpferischer Lebendigkeit und Eigenständigkeit auf, gepaart mit einer ebenso erstaunlichen Unabhängigkeit von ihrem unmittelbaren musikalischen Umfeld. Leider geben die wenigen erhaltenen biographischen Quellen wenig Auskunft über Farrencs Selbstverständnis als Komponistin oder über ihre kompositorischen Schaffensprozesse, und es muss als wenig wahrscheinlich gelten, dass in größerem Umfang weitere Quellen gefunden werden. Umso wünschenswerter wären weiterführende musikalische Analysen ihrer Werke, auch im Vergleich zu anderen Kompositionen, die als Vorbild gedient haben könnten oder die unter ähnlichen Bedingungen erschienen sind. Die Rolle Louise Farrencs für das Pariser Musikleben und die Einordnung ihres kompositorischen Schaffens in den Kontext der Kompositionsgeschichte sollten so noch präziser erfasst werden.Felsenthal, Amalie
Der Forschungsbedarf zu Amalie Felsenthal umfasst sowohl ihre Biografie als auch alle ihre Tätigkeitsbereiche. Eine nähere Betrachtung ihrer Kompositionen sowie Forschungen zu ihrer institutionellen Einbindung in Leipzig könnten dabei sicherlich auch Aufschluss über die Vorstellungen von einer kindgerechten Musikpädagogik im 19. Jahrhundert geben.Fennings, Sarah
Der Forschungsbedarf zu Sarah Fennings umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten. Interessant wäre dabei sicherlich auch ihre Rolle als Vertreterin der Otakar Sevčik-Methode in England und ihr Anteil an deren internationaler Verbreitung.Ferchland, Helene
Der Forschungsbedarf zu Helene Ferchland umfasst sowohl ihre Biografie als auch alle ihre Tätigkeitsbereiche.Firssowa, Jelena
Interessant wäre es, die gegenseitige Beeinflussung und die Zusammenarbeit mit Jelena Firssowas Mann, dem Komponisten Dmitri Smirnow, genauer zu beleuchten. Auch die genannten Bezüge zu Philip Herschkowitz und Edisson Denissow sollten einmal am konkreten Musikbeispiel untersucht werden. Analysen, die das Verhältnis zur Poetik Mandelstams auf musikalischer Ebene untersuchen, stehen ebenfalls noch aus. Eine ausführliche Biografie sowie ausführliche Werkbeschreibungen existieren bislang nicht.Fletcher, Maud
Der Forschungsbedarf zu Maud Fletcher umfasst ihre Biografie und ihre Tätigkeiten.Fletcher, Polyxena
Der Forschungsbedarf zu Polyxena Fletcher umfasst ihre Biographie, ihrer Tätigkeiten sowie ihre vielfältigen Kontakte innerhalb des Londoner Musiklebens.Fontyn, Jacqueline
Forschungsdesiderate sind vor allem die detaillierte musikalische Analyse der Werke Jacqueline Fontyns und die ausführliche Aufarbeitung ihrer Biografie. Eine Edition ihrer Werke durch einen Verlag steht bislang ebenso aus.Marie de France,
Marie de France ist als Poetin gut erforscht und hat seit Jahren ihren festen Platz im Kanon französischer Literatur gefunden. In modernen Anthologien ist sie in der Regel vertreten.Es ist daher zu bedauern, dass der Verbindung zu anderen Künsten, konkret der Möglichkeit musikalischer Aufführungen ihrer Lais, bisher nur wenig Untersuchungen gewidmet wurden. Da sich die Quellenlage um die Biografie der Marie de France schwierig gestaltet, wäre vielleicht ein breiterer Ansatz denkbar. So könnte eine Erforschung etwa die kammermusikalische Praxis am englischen Hof zu neuen Erkenntnissen führen.
Frickenhaus, Fanny
Der Forschungsbedarf zu Fanny Frickenhaus umfasst ihre Biografie, ihre Tätigkeiten sowie ihre künstlerischen Kontakte.Friese, Franziska
Der Forschungsbedarf zu Franziska Friese umfasst vorrangig ihre Biografie, ihre künstlerischen Kontakte und ihre Tätigkeitsbereiche.Friedemann, Lilli
Forschungsbedarf zu Lilli Friedemann gibt es in verschiedenen Bereichen:- Ordnung des Bandmaterial im Archiv für Gruppenimprovisation in Berlin
- Sammlung, Archivierung und wissenschaftliche Betrachtung ihrer Kompositionen
- Untersuchung ihrer Rolle in der Musiktherapie und der Musikpädagogik
Friese, Ottilie
Der Forschungsbedarf zu Ottilie Friese umfasst ihre Biografie sowie ihre Tätigkeiten. Besonders interessant könnte ihre Biografie im Hinblick auf die musikalische Ausbildung und den weiteren Lebensweg von Geschwistern im 19. Jahrhundert sein. Vgl. hierzu auch die Geschwister Marianne und Clara Eissler, Beatrice, May und Margaret Harrison, Clara und Jenny Blauhuth oder Eugenie und Sophie Menter.Fromm, Marie
Der Forschungsbedarf zu Marie Fromm umfasst sowohl ihre Biografie als auch ihre Tätigkeiten. Besonders interessant wäre dabei die Verbreitung und Weiterentwicklung der Clara Schumann-Schule in England, die dort durch zahlreiche ihrer Schülerinnen vertreten wurde, darunter Mathilde Verne, Fanny Davies, Amina Goodwin und Adelina de Lara.Fromm-Michaels, Ilse
- Dokumentation ihrer Konzerttätigkeit (Untersuchung von Repertoire, Programmgestaltung, Kritiken)- Dokumentation von Aufführungen eigener Kompositionen und von Aufführungen ihrer Kompositionen durch andere Musiker
- Veröffentlichte und unveröffentlichte Werke
Garland, Dora
Der Forschungsbedarf zu Dora Garland umfasst ihre Biografie, ihre Tätigkeiten sowie ihre Kontakte im englischen Musikleben.Geist, Marie
Der Forschungsbedarf zu Marie Geist umfasst ihre Biografie, alle ihre Tätigkeiten sowie ihre beruflichen und privaten Kontakte.Geisler, Helene
Der Forschungsbedarf zu Helene Geisler umfasst ihre Biografie sowie ihre Tätigkeiten.Gilbert, Pia
Eine Betrachtung des kompositorischen Werkes von Pia Gilbert, sowohl der Tanz- und Schauspielmusiken als auch der Konzertstücke, steht insgesamt noch aus. Besonders interessant erscheint eine Beschäftigung mit den Kompositionen für den Tanz, vor allem im Kontext der Entwicklung des Modern Dance ebenso wie in Hinblick auf Pia Gilberts theoretische Konzeption des universitären Faches ”Music for Dance”. Problematisch dürfte allerdings die Quellenlage sein; vorhandene Materialien zu diesem Bereich befinden sich vermutlich in der Archivabteilung der University of California, Los Angeles (s. unter Literatur und Quellen, Rubrik Archive). Auch eine nähere Beschäftigung mit den Werken aus dem Bereich ”Music per se”, gerade auch der 1994 in Deutschland uraufgeführten Kammeroper ”Dialects”, erscheint lohnend.Die biografische Forschung zu Pia Gilbert hat bisher fast ausschließlich aus der Perspektive der deutsch-österreichischen Exilforschung stattgefunden, sie wäre in weiten Bereichen zu ergänzen.
Gnessina, Jelena Fabianowna
Eine systematische Erforschung des umfangreichen Quellenmaterials, das im Familienarchiv der Gnessins liegt, steht noch aus. Die wichtigsten Materialien, Dokumente usw. zum Leben und Schaffen von Jelena Fabianovna Gnessina sowie zur Geschichte der Gnessin-Musikschulen befinden sich im Jelena Gnessina Memorial Museum. Dort ist eine Forschungsreihe geplant, die die zahlreichen Materialien zum Leben und Werk Jelena Gnessina im Kontext des kulturellen Lebens in Russland und der Sowjetunion aufarbeiten soll.Göllerich, Gisela
Der Forschungsbedarf zu Gisela Göllerich umfasst sowohl ihre Biografie als auch alle künstlerischen und pädagogischen Tätigkeiten. Über ihre Schülerinnen und Schüler ist ebenso wenig bekannt wie über ihre Leitung der Volkmannschen Musikschule in Nürnberg. Ebenso fehlen jegliche Angaben zu ihrer Konzerttätigkeit in Budapest, Wien und Nürnberg. Auch über ihre künstlerischen Kontakte innerhalb des Kreises um Franz Liszt liegen bislang kaum Informationen vor.Götz-Lehmann, Auguste
Der Forschungsbedarf zu Auguste Götz-Lehmann umfasst ihre Biografie, ihre verschiedenen Tätigkeiten sowie ihre künstlerischen Kontakte.Goodwin, Amina
Der Forschungsbedarf zu Amina Goodwin umfasst sowohl ihre Biografie als auch alle ihre Tätigkeitsbereiche als Interpretin, Klavierpädagogin und Komponistin.Gossler, Clara von
Der Forschungsbedarf zu Clara von Gossler umfasst sowohl ihre Biografie als auch alle ihre Tätigkeiten.Gotkovsky, Ida
Weitere Forschungsarbeiten im Zusammenhang mit dem Gesamtwerk von Ida Gotkovsky könnten sich mit folgenden Aspekten befassen:1.Auseinandersetzung mit der Frage, inwiefern bei Ida Gotkovsky im Vergleich mit anderen Komponistinnen das familiäre Umfeld eine musikalische Karriere günstig beeinflusste,
2.Analyse und Einordnung der Werke Ida Gotkovskys hinsichtlich stilistischer Charakteristika,
3.Untersuchung mit Darstellung von kompositorischen Einflüssen durch die französische Musik vom Ende des 19. bis heute auf ihre Werke,
4.Einordnung der Bläserwerke in die Tradition der französischen Bläsermusik
Grandval, Marie de
Dem derzeitigen Forschungsstand entsprechend umfasst der Forschungsbedarf zu Marie de Grandval ihre Biografie sowie ihre Kompositionen. Nahezu unerforscht sind ihre konkreten künstlerischen Kontakte sowie ihre Bedeutung als Interpretin und möglicherweise Förderin zeitgenössischer Komponistinnen und Komponisten, auf die zahlreiche Widmungen hinweisen (so z. B. mehrfach von Camille Saint-Saëns), Analysen ihrer Werke fehlen fast vollständig. Auffallend sind die zahlreichen geistlichen Werke Marie de Grandvals, mit denen sie vermutlich – zumindest in dieser Anzahl – eine Sonderstellung in der französischen Musikgeschichte der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts einnimmt.Grever, Maria
Der Forschungsbedarf zu Maria Grever bezieht sich auf den gesamten Werkumfang Bislang existiert noch keine deutschsprachige Literatur.Grimson, Annie
Der Forschungsbedarf zu Annie Grimson umfasst ihre Biografie, ihre Tätigkeiten und ihre Kontakte im Londoner Musikleben.Grimson, Amy
Der Forschungsbedarf zu Amy Grimson umfasst ihre Biografie, ihre Tätigkeiten sowie ihre beruflichen und privaten Kontakte im Londoner Musikleben.Grimson, Jessie
Der Forschungsbedarf zu Jessie Grimson umfasst ihre Biographie und ihre Tätigkeiten und ihre Kontakte innerhalb des Londoner Musiklebens.Grinberg, Maria
Um ihre künstlerische Tätigkeit im Kontext der Zeit zu würdigen, sind weitere Studien zum Leben und Schaffen von Maria Grinberg notwendig. Auch eine Erforschung der Besonderheiten ihres interpretatorischen Stils und dessen Entwicklung stehen noch aus. Voraussetzung dafür wäre eine vollständige und zuverlässige Repertoireliste. Praktisch unerforscht sind bislang auch die künstlerischen Verbindungen der Pianistin zu ihren Zeitgenossen.Backer Grøndahl, Agathe
Das künstlerische Wirken Backer Grøndahls ist weitgehend erforscht.Analytische Untersuchungen ihrer Kompositionen stehen allerdings zu großen Teilen noch aus. Ebenso hat die Forschung ihre Arbeit als Pädagogin und den Einfluss, den sie damit auf folgende Künstlergenerationen genommen hat, noch nicht ausreichend erfasst. Wichtig wären Forschungen zum Vergleich der soziokulturellen Bedingungen skandinavischer und mitteleuropäischer Komponistinnen dieser Zeit, um die Bedeutung ihres Werkes besser einordnen zu können.
Gubaidulina, Sofia
Laut DDM (Doctoral Dissertations in Musicology; online:www.chmtl.indiana.edu/ddm) entstehen derzeit vier Dissertationen über Werke Gubaidulinas. Drei Arbeiten beschäftigen sich mit Aspekten der religiösen Semantik bzw. Symbolik, Mystik und Spiritualität, eine mit aufführungstechnischen Fragen der Kompositionen für Fagott. Angesichts des umfangreichen und bedeutenden Werks Sofia Gubaidulinas kann dies nur ein Anfang sein. Als vorbildliche Analyse liegt Valeria Zenowas Studie über die Zahlenmystik im Werk Sofia Gubaidulinas vor (2001, s.u. Literatur). Von Interesse wäre beispielsweise eine eingehende Betrachtung der durch außergewöhnliche Instrumentenkombinationen erzielten Klangfarben, Gubaidulinas Umgang mit der menschlichen Stimme, ihre Beschäftigung mit besonderen Instrumenten wie Bajan und Koto sowie ihr unverwechselbar individueller Zugang zu Schlagzeug bzw. Percussion.Jacquet de la Guerre, Élisabeth-Claude
Das Leben und das kompositorische Œuvre Élisabeth-Claude Jacquet de la Guerres sind gut erforscht. Möglicherweise ließen sich in Tagebüchern aus dem höfischen Umfeld und Adelskreisen noch Informationen zu ihrer Karriere als Cembalistin und Organistin eruieren und aufgeführte Werke und eventuelle weitere SchülerInnen bestimmen.Haaß, Catharina
Der Forschungsbedarf zu Catharina Haaß umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten. Ihr jahrzehntelanges Wirken im Bereich der elementaren Musikpädagogik wäre dabei vermutlich für eine Geschichte der elementaren Musikpädagogik ebenso interessant wie im Hinblick auf die musikalische Erwerbstätigkeit von Frauen im 19. Jahrhundert (vgl. hierzu z. B. die Artikel über Hermine Bovet und Amalie Felsenthal ).Haas-Holländer, Alma
Der Forschungsbedarf zu Alma Haas Holländer umfasst sowohl ihre Biografie als auch alle ihre Tätigkeitsbereiche.Häßler, Sophia Barbara
Der leserliche Teil der Autobiografie endet mit Sophia Häßlers Ankunft in Moskau. Es wäre wünschenswert, die späteren und heute aufgrund des schlechten Zustandes des Papiers nicht mehr lesbaren Seiten zu rekonstruieren.Möglicherweise wären durch Nachforschungen über die Tochter Regina Henriette Nerlich und ihre Tätigkeiten in Weimar noch Einzelheiten über die späteren Lebensjahre Sophia Häßlers in Erfahrung zu bringen.
Ergiebig wären außerdem Recherchen zu den Programmen der von Sophia Häßler dirigierten Konzerte anhand von originalen Programmzetteln, Zeitungsberichten und möglicherweise vorhandenen Notenmaterialien.
Harrison, Annie
Der Forschungsbedarf zu Annie Harrison umfasst ihre Biografie und ihre Tätigkeiten.Harrison, May
May Harrison steht bis heute im Schatten ihrer Schwester Beatrice Harrison. Entsprechend groß ist der Forschungsbedarf zu den eigenständigen Tätigkeiten von May Harrison. Dies betrifft sowohl ihre Studienzeit bei Enrique Arbós in London und bei Leopold Auer in St. Petersburg als auch ihre internationale Karriere als Solistin, ihre Konzerttourneen und die Rezeption ihres Spiels in den jeweiligen Ländern. Durch alle Kurzdarstellungen ihres Lebens zieht sich der Hinweis, dass sie eine herausragende Bach-Interpretin war, ohne dass dies bislang anhand von Dokumenten zu präzisieren wäre. Auch ihre Kontakte zu zeitgenössischen Komponisten sind nahezu unerforscht, ebenso wie ihre kammermusikalischen Tätigkeiten außerhalb ihrer Familie. So befindet sich z. B. im National Sound Archive der British Library London eine Aufnahme von Ha'nacker mill“ des Komponisten Peter Warlock für Bariton, Oboe, Klavier und Violine, die 1936 gemeinsam mit Sumner Austin (Bar.), Helen Gaskell (Ob.) und Charles Lynch (Kl.) entstanden ist. Ferner ließe sich May Harrisons Interpretationsweise alter und neuer Musik anhand von Aufnahmen wie auch mit Hilfe der erhaltenen Einzeichnungen in Partituren untersuchen und könnte auf diese Weise Aufschluss geben über die Rolle von Interpretinnen und Interpreten der „neuen Musik“ Großbritanniens in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts.May Harrison unterrichtete zwölf Jahre lang am Royal College of Music im Fach Violine. Dennoch ist weder über ihren Unterricht, noch über ihre Schülerinnen und Schüler Näheres bekannt.
Da von ihr eine Komposition erhalten ist, wäre zu fragen, inwieweit May Harrison kontinuierlich komponiert hat.
Harrison, Beatrice
Die Biografie von Beatrice Harrison sowie ihre Konzerttätigkeit ist vergleichweise gut dokumentiert. Informationen fehlen im Wesentlichen zu ihren Konzerttourneen sowie die Rezeption in den jeweiligen Ländern, besonders in den USA. Ihre Interpretationen von Werken zeitgenössischer Komponisten sind bislang nicht näher untersucht und könnten über die Kompositions- und Interpretationspraxis in England in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts Aufschluss geben. Dies betrifft sowohl die Interpretation von Edward Elgars Cellokonzert als auch die Ausführungen von Werken anderer zeitgenössischer britischer Komponisten. Angesichts der zahlreichen Kompositionen, die von ihrem Spiel angeregt bzw. für sie komponiert wurden, wäre auch zu hinterfragen, welche Bedeutung Beatrice Harrison für die Cello-Literatur und ihre Rezeption in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zukommt.Harrison, Margaret
Der Forschungsbedarf zu Margaret Harrison umfasst nahezu alle Tätigkeiten, von ihren Auftritten als Violinistin bis hin zu ihrer Arbeit „im Hintergrund“ als Begleiterin ihrer Schwestern. Ob Margaret Harrison auch als Komponistin gewirkt hat, ist bislang unbekannt.Hartzer-Stibbe, Marie
Der Forschungsbedarf zu Marie Hartzer-Stibbe umfasst sowohl ihre Biografie als auch alle ihre Tätigkeitsbereiche. Hierzu zählen besonders Forschungen zu ihrer Konzerttätigkeit nach 1908, zur stilistischen Einordung ihrer Kompositionen, zu den Hintergründen ihrer Emigration 1932 sowie zu ihren Tätigkeiten in den USA. Die Komposition der „Kinderlieder“ (op. 26) lässt zudem eine pädagogische Tätigkeit vermuten, für die es bislang jedoch keine Belege gibt.Hauffe, Louise
Der Forschungsbedarf zu Louise Hauffe umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeitsbereiche; so ist z. B. bislang über eine mögliche Unterrichtstätigkeit nichts bekannt. Auch die Frage, welche gesellschaftlich-künstlerische Rolle sie im Haus Härtel spielte, ist unerforscht.Hayward, Marjorie
Während die Konzerttätigkeiten und das künstlerische Umfeld sowie das Repertoire von Marjorie Hayward relativ gut zu erschließen sind, ist über ihre pädagogischen Tätigkeiten bislang nichts bekannt. Interessant wären auch die zahlreichen Aufnahmen kammermusikalischer Werke, die im National Sound Archive der British Library aufbewahrt werden und die sicherlich näheren Aufschluss über die Interpretationsweise sowohl des klassisch-romantischen Repertoires als auch der zeitgenössischen britischen Musik geben könnten. In diesem Rahmen wäre dann vermutlich auch die Rolle von Marjorie Hayward für das Londoner Musikleben in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts präziser zu bestimmen.Hegyesi, Lotte
Der Forschungsbedarf zu Lotte Hegyesi umfasst ihre Biografie, ihre Tätigkeiten sowie ihre beruflichen und privaten Kontakte. Interessant wäre auch die Frage, ob Lotte Hegyesi bereits vor 1933 Deutschland verlassen hatte oder ob sie zu den Verfolgten der NS-Zeit gehörte.Heinke, Ottilie
Der Forschungsbedarf zu Ottilie Heinke umfasst ihre Biografie sowie ihre Tätigkeiten. Dabei könnten ihre Biografie und ihre Kompositionen besonders für Forschungen zu einer Geschichte der Musikpädagogik im 19. Jahrhundert interessant sein.Henkel, Lily
Die Biografie von Lily Henkel und ihre künstlerischen Tätigkeiten lassen sich bislang nur fragmentarisch rekonstruieren. Dabei bleiben viele Fragen offen, z. B. zu ihrer Studienzeit bei Heinrich Ordenstein und Clara Schumann, zu ihren Konzerten und Konzerttourneen sowie zu ihren Konzertveranstaltungen. Auch das künstlerische Umfeld ist bislang nahezu unerforscht. Kein einziger Hinweis findet sich zudem auf eine mögliche Unterrichtstätigkeit von Lily Henkel. Ein Nachlass ist nicht bekannt.Hensel, Fanny
Zwar liegen sowohl Fanny Hensels Kompositionen als auch ihre Briefe inzwischen weitgehend gedruckt vor, da die editorische Qualität allerdings nicht immer der schwierigen Ausgangslage Rechnung trägt, ist der Rückgriff auf die Quellen meist nach wie vor unabdingbar. Die Musik Fanny Hensels stellt die Herausgeberinnen und Herausgeber vor Aufgaben, die unbedingt einer methodischen Reflexion bedürfen und sowohl im Widerspruch zu den am pragmatischen Wunsch der Aufführung orientierten „spielpraktischen Ausgaben“ als auch an den Prämissen einer am Werkbegriff orientierten wissenschaftlichen Editionspraxis stehen. Die Arbeit an einer wissenschaftlich-kritischen Gesamtausgabe, die neuartige Formen der Editionstechnik wie insbesondere digitale Editionsinstrumente methodisch nutzt, wäre dringend nötig, steht aber durch die weltweit verstreuten Einzelausgaben der Musik nahezu unüberwindlichen rechtlichen Hindernissen gegenüber. Obwohl die zugänglichen Ausgaben der Briefe Fanny Hensels eine hilfreiche Arbeitsgrundlage darstellen, entsprechen sie weder dem heutigen Stand der Briefforschung und teilweise auch nicht den Anforderungen an eine wissenschaftlich kritische Edition. Leider wurde auch im Rahmen der Leipziger Felix Mendelssohn Bartholdy-Briefausgabe die Chance verpasst, nicht nur die Briefe Fanny Hensels, sondern auch die Felix Mendelssohn Bartholdys den heutigen Erkenntnissen über den Brief als einer unabgeschlossenen, dialogischen Textform entsprechend zu edieren. Anstelle einer gemeinsam mit den jeweiligen Gegenbriefen kommentierten, textkritischen Edition ist eine Edition getreten, die die Briefe unter einem vermeintlichen „Autornamen“ fasst. Dies führt zum einen dazu, dass die Briefe von Lea Mendelssohn und Rebecka Dirichlet, die eine wichtige Quelle insbesondere für Fanny Hensels Musizieren darstellen, erst zu einem sehr späten Zeitpunkt erscheinen werden, zum andern erschwert es die Lesbarkeit der Briefe ungemein. Dies gilt um so mehr auf Grund der in der Familie Mendelssohn üblichen Praxis des Schreibens von Familienbriefen: Briefe wurden nicht nur im Familien- und Freundeskreis vorgelesen, sondern auch gemeinsam geschrieben, so dass die Herauslösung eines „Briefautors“ eine Konstruktion ist, die die zirkulierenden Schreib- und Lektüreweisen fragmentiert und zerstört. Auch für den Brief lassen sich mittels digitaler Technik Editionsformen entwickeln, die seinen besonderen unabgeschlossenen Schreib- und Lektüreweisen Rechnung tragen. Hier wäre es ebenfalls wünschenswert, wenn die Rechtsfragen die Entwicklung solcher Methoden nicht von vornherein unmöglich machten.Fanny Hensels Kompositionen wurde in den letzten Jahren einige Aufmerksamkeit zuteil. Nur selten wurde ihre Musik dabei jedoch in den Kontext der musikalischen Kommunikationsweisen gestellt, für die sie entstanden ist. Die Rekonstruktion der ihrer Musik angemessenen Rezeptionsformen gehört daher nach wie vor zu den Herausforderungen, die die Auseinandersetzung mit ihrer Musik und ihrem musikalischen Wirken heute mit sich bringt.
Ein Bereich, zu dem fast noch keine Untersuchungen vorliegen, ist die Korrespondenz zwischen Zeichnungen und Musik in den von Fanny Hensel und ihrem Mann Wilhelm gestalteten Albumblättern und Erinnerungsbüchern.
Die methodische Reflexion, die die Auseinandersetzung mit Fanny Hensels Musik erzwingt, geht über ihr Schaffen weit hinaus. Sie führt zu grundlegenden Infragestellungen herkömmlicher Rezeptionsweisen und Tradierungsformen von Musik.
Hertz, Hedwig
Der Forschungsbedarf zu Hedwig Hertz umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten.Herzogenberg, Elisabeth von
Wichtige und bisher leider kaum geleistete Vorarbeiten, die für eine Einordnung der Tätigkeit Elisabeth von Herzogenbergs in die Musikwissenschaft notwendig sind, sind wissenschaftlich fundierte Arbeiten:- zu musikalischen Salons,
- zu Musikförderung und Mäzenatentum,
- zu Freundschaftsnetzwerken in der Musikkultur,
- zur Rolle von Förderung in kreativen Prozessen.
Hess, Myra
Während Myra Hess‘ persönlicher Werdegang und zum Teil auch ihre Kontakte zu anderen KünstlerInnnen relativ gut in der Biografie von Marian McKenna erschlossen sind, ist über ihren Interpretationsstil – gerade was die Klavierwerke Mozarts und Beethovens anbelangt – wenig bekannt. Vergleichende Analysen ihrer Aufnahmen würde diesbezüglich Abhilfe schaffen. Zudem wäre eine nähere Untersuchung des SchülerInnen- und KünstlerkollegInnenkreises von Myra Hess aufschlussreich, um mehr über ihre Klavierpädagogik und Interpretationszugänge zu einzelnen Komponisten und deren Werken zu erfahren. So erwähnt zum Beispiel die englische Pianistin und Clara-Schumann-Schülerin Adelina de Lara in ihrer Autobiografie, zu der Myra Hess das Vorwort verfasste, einen gemeinsamen Auftritt am 23. Januar 1946 in der National Gallery (de Lara, Adelina. Finale. S. 204f.)Ferner stehen noch Forschungen zu Myra Hess‘ Klaviertranskriptionen von Barockmusik, insbesondere der Musik J. S. Bachs aus.
Hesterberg, Trude
- Es gibt noch keine Biographie von Trude Hesterberg; lediglich ihre Autobiographie ist erschienen, jedoch ohne wissenschaftlichen Kommentar.- Vor allem Hesterbergs Wirken nach dem Zweiten Weltkrieg ist kaum erforscht bzw. beschrieben.
- Ihr Repertoire müsste anhand von Programmen und anderen Unterlagen zusammengestellt werden.
- Ihr Gesangsstil/ihre Technik wäre im Vergleich mit anderen Sängerinnen der Zeit (z.B. der Massary und anderen) untersuchenswert.
Hildegard von Bingen
Die musikbezogene Hildegard von Bingen-Forschung sollte sich verstärkt der Frage der Notation zuwenden. Bisherige Studien zu Einzelneumen haben ergeben, dass eine grundlegende Analyse des Materials auf der Grundlage der Gregorianischen Semiologie notwenig und hilfreich wäre. Vor allem für die Aufführungspraxis lassen sich hier konkrete Ergebnisse erwarten. Die Erforschung und Edierung von Vergleichsmaterial sollte in den nächsten Jahren das Verständnis der liturgischen Musik des zwölften Jahrhunderts vertiefen. Vergleichende Forschung im Bereich liturgische Musik, frühe Mehrstimmigkeit sowie Troubardour und Trouvere Musik könnten Hinweise darauf erbringen, wie die Verwendung von Instrumenten bei der Aufführung der Gesänge Hildegard von Bingens ausgesehen hat. Hier kann auch die vergleichende Ikonografie wertvolle Auskünfte über Instrumententypen liefern. Die verschiedenen Heiligengesänge, speziell die an Maria gerichteten sollten mit weiterem Vergleichsmaterial in Beziehung gesetzt werden.Holst, Imogen
Dank der intensiven Arbeit eines kleinen Teams von interessierten und teils noch mit Holst persönlich bekannten Wissenschaftlern enthält Christopher Grogans umfangreiche Biografie „Imogen Holst. A Life in Music“ (2007) aktuelle und ausführliche Informationen zu Leben und Werk. Darüber hinaus fehlen jedoch systematisch angelegte Forschungen über Imogen Holst als Lehrerin, Dirigentin oder Schriftstellerin sowie analytische Einzelbetrachtungen vieler ihrer Werke. Über die Zusammenarbeit mit Britten, die Holst selbst in ihrem „Aldeburgh Diary“ festgehalten hat, wäre ebenfalls zu forschen.Horne, Lena
Eine dezidierte, genreübergreifende Untersuchung und Bewertung der Situation einer Frau, in den 1920er bis 1940er Jahren als Sängerin in Jazz, Pop oder Klassik Karriere zu machen, damit all jener erheblichen Widrigkeiten und Demütigungen, denen sich auch Lena Horne ausgesetzt sah, wäre spannend und wünschenswert.Horrocks, Amy
Der Forschungsbedarf zu Amy Horrocks umfasst ihre Biografie und ihre Tätigkeiten. Dabei könnte vor allem ihre musikpädagogische Arbeit, die sich in ihren Kompositionen für Kinder zeigt, für eine Geschichte der Musikpädagogik interessant sein.Hundt, Aline
Der Forschungsbedarf zu Aline Hundt betrifft alle ihre Tätigkeitsbereiche sowie den gesamten Bereich ihrer Biografie. Bislang liegen lediglich erste Hinweise auf ihr Umfeld vor.Isabella d'Este Gonzaga
Obwohl die Bedeutung des Musikmäzenatentums von Isabella d’Este Gonzaga bereits in den 1940er Jahren in der Musikforschung erkannt wurde, fehlen Einzeluntersuchungen im Zusammenhang mit folgenden Aspekten der Kulturgeschichte zwischen 1500 und 1530:- der kompositorischen Entwicklung der weltlichen, italienischsprachigen Vokalmusik in den ersten Jahrzehnten des Druckwesens,
- der sprachpolitischen Entwicklung hin zur Normierung des Italienischen, wie sie etwa in Bembos ”Prose della volgar lingua” (1525) formuliert wird,
- der Rolle von Hofdamen bzw. Regentinnen für die Popularisierung weltlicher, volksprachlicher Musik (mangels Kapelle konzentrierten sich Fürstinnenhöfe auf die Pflege weltlicher, kleinbesetzter Musik),
- der Frage des Austauschs und der Konkurrenz zwischen vergleichbaren Mäzeninnen. Die Erforschung von weniger bekannten zeitgenössischen Musikmäzeninnen steht noch weitgehend aus, z.B. Eleonora d’Aragona Este (Isabellas Mutter), Beatrice d’Este Sforza/Mailand (Isabellas Schwester), Elisabetta Gonzaga/Urbino (Isabellas Schwägerin), Lucrezia Borgia/Ferrara (Isabellas Schwägerin), aber auch des Verhältnisses zwischen Fürstinnen- und Fürstenhof.
Der Vergleich mit anderen norditalienischen Höfen vereinfacht u.U. die Quellenlage: Zwar ist die Korrespondenz Isabella d’Este Gonzagas äußerst umfangreich, weitgehend gut erhalten und lesbar, es fehlt aber an Rechnungsbüchern, so dass die Struktur ihres Hofes nur bedingt zu erschließen ist. Umgekehrt sieht es etwa im Fall des Hofes von Lucrezia Borgia aus, wo Korrespondenzen relativ unergiebig, aber umfangreiche Rechnungsbücher für einige Jahre vorhanden sind. Isabella d’Este Gonzagas Wirken als Kunstsammlerin und –mäzenin ist durch die Kunst- und Literaturwissenschaften bereits weitgehend erschlossen.
Jackson, Leonora
Trotz der in allen Überlieferungen unbestrittenen Bedeutung der amerikanischen Violinistin und Mäzenin für das Musikleben am Ende des 19. und im 20. Jahrhundert sind ihr Leben und ihre Arbeit m. W. bislang nicht näher betrachtet worden. Dies ist umso erstaunlicher, als sie durch die von ihr und ihrem Mann initiierte Stiftung bis heute junge Künstlerinnen und Künstler fördert. Eine wissenschaftliche Sichtung der beiden Nachlassbestände und insbesondere ihrer Tagebücher würde sicherlich Interessantes über das Leben von Leonora Jackson, über das Musikleben ihrer Zeit, über ihre Studienzeit in Paris und Berlin, über ihre Tätigkeiten als Kunst- und Musikmäzenin sowie über ihre literarischen Arbeiten ans Licht bringen. Darüber hinaus würden diese Dokumente sicherlich einen fundierten Einblick in das Reise-Leben einer Musikerin in dieser Zeit geben.Janotha, Natalie
Natalie Janotha ist sowohl in beiden Ausgaben der „Musik in Geschichte und Gegenwart“ (Lissa 1957; Chechlińska 2003) auch im „New Grove (Chechlińska 1980 und 2001) mit einem Artikel vertreten. Dennoch fehlen zahlreiche konkrete Angaben über ihren Lebenslauf. So lässt sich nur für jeweils kurze Zeitspannen ihres Lebens ein Wohnort bestimmen und obwohl ihre internationale Karriere als Pianistin unstrittig ist, fehlen auch hier konkrete Angaben über Konzerte und Tourneen, über ihr Repertoire sowie über ihr künstlerisches Umfeld. Eine systematische Sichtung international ausgerichteter Musikzeitschriften könnte hierüber Aufschluss geben. Ebenso wenig ist über ihre Schülerinnen und Schüler, die sie zumindest am Hoch’schen Konservatorium in Frankfurt a. M. hatte, bekannt; Hinweise auf PrivatschülerInnen gibt es bislang keine.Noch weniger ist über ihre ca. 400 Kompositionen bekannt. Nicht einmal deren Aufbewahrungsort ließ sich recherchieren. Werklisten wurden bislang nur in Ansätzen erstellt (vgl. Artikel „Janotha, Natalie“ in Pazdírek 1904-1910 und Lissa 1957), Untersuchungen der Kompositionen von Natalie Janotha fehlen völlig.
Jeppe, Elisabeth
Der Forschungsbedarf zu Elisabeth Jeppe umfasst sowohl ihre Biografie als auch alle ihre Tätigkeitsbereiche.Joachim, Amalie
Ein großer Teil der Briefe Amalie Joachims, vor allem der nahezu vollständig in der Hamburger Universitäts- und Staatsbibliothek bzw. in Privatbesitz erhaltene Ehebriefwechsel sind unveröffentlicht. Weitere unveröffentlichte bzw. nur teilveröffentlichte Briefe befinden sich im Brahms-Institut an der Lübecker Musikhochschule.Forschungsbedarf besteht vor allem noch bezogen auf die pädagogische Tätigkeit Amalie Joachims, zunächst im Rahmen von Gesangskursen in Elberfeld und München, dann am Klindworth-Scharwenka-Konservatorium in Berlin und schließlich im Rahmen ihrer eigenen Gesangsschule und am Conservatorium des Westens. Auch eine Einordnung der Bedeutung von Amalie Joachims Wirken für den Lied- und Oratoriengesang in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in eine noch zu schreibende Geschichte des Konzertgesangs in Deutschland und Euorpa steht ebenfalls noch aus.
Jonas-Stockhausen, Ella
Der Forschungsbedarf zu Ella Jonas-Stockhausen umfasst sowohl ihre Biografie, die bislang nur in Ausschnitten bekannt ist, als auch alle ihre Tätigkeiten. Über eine Vielzahl ihrer Konzerte, über mögliche Konzertreisen, über ihre künstlerischen und privaten Konakte sowie über ihre Schülerinnen und Schüler ist bislang nicht Näheres bekannt.Die Erforschung der Familienverhältnisse, besonders die bislang nicht geklärte Identität ihres Mannes, könnten näheren Aufschluss über die Biografie von Ella Jonas-Stockhausen während der NS-Zeit geben.
Judina, Maria
Die Zusammenhänge zwischen Biografie, Politik und künstlerischem Wirken bedürfen im Falle Maria Judinas noch eingehender Forschungen und Recherchen. Zudem wäre die Erstellung einer vollständigen Repertoireliste hilfreich, um Einschätzungen von Maria Judinas Engagement für die Neue Musik konkretisieren zu können.Kaprálová, Vítězslava
Es gibt bisher noch keine Dissertation oder andere wissenschaftliche Arbeiten größeren Umfangs, die sich im einzelnen mit Kaprálovás Schaffen befasst. Zu untersuchen wären beispielweise Kaprálovás stilistische Entwicklung, die Verflechtung ihres Werks mit der Zeitgeschichte, die Beziehung der Werke zu denen anderer Komponisten sowie die Beziehung zwischen Text und Musik in den Liedern.Für interdisziplinär Interessierte wäre darüber hinaus die Klärung der Frage von Bedeutung, an welcher Krankheit Vítězslava Kaprálová so plötzlich starb.
Kastner, Rosa
Der Forschungsbedarf zu Rosa Kastner umfasst sowohl ihre Biografie als auch alle ihre Tätigkeitsbereiche. Besonders interessant scheinen dabei ihre künstlerischen Kontakte, u. a. zu Franz Liszt, Giacomo Meyerbeer und Hector Berlioz zu sein, die bislang kaum erforscht sind.Katow, Hélène de
Der Forschungsbedarf zu Hélène de Katow umfasst ihre Biografie und ihre verschiedenen künstlerischen Tätigkeiten.Kaulbach, Frida von
Die größte und deutlichste Leerstelle sind sicher Kindheit und Jugendjahre, Ausbildung und künstlerischer Werdegang bis zur Heirat. Forschungen in diesem Bereich müssen sich auch auf dänische und eventuell französische Archive ausdehnen.Die Biografie Frida von Kaulbachs ist Gegenstand des Dissertationsprojektes der Autorin, das sich der biografischen Erforschung von Geigerinnen im 19. Jahrhundert widmet.
Kersey, Eda
Der Forschungsbedarf zu Eda Kersey umfasst ihre Biografie, ihre Tätigkeiten sowie ihre Kontakte innerhalb des englischen Musiklebens.Kinkel, Johanna
Forschungsbedarf besteht in der wissenschaftlichen Aufarbeitung der bislang zum großen Teil in Manuskripten vorliegenden Bühnenwerke sowie der Schriften und Briefe, um den Stellenwert Johanna Kinkels und ihre Bedeutung besser einordnen und würdigen zu können.Kirchgessner, Marianne
· Über die bereits vorliegenden Dokumentationen der Konzertreisen bei Schneider und Ullrich hinaus gehört eine Untersuchung zu den Konzertreisen zu den wichtigsten Forschungsdesideraten.· Weiterer Forschungsbedarf besteht bei der Aufarbeitung ihres Repertoires und der für sie komponierten Werke. Dies könnte u.a. durch die systematische Auswertung der Rezensionen erfolgen.
· Der Einfluss ihres Spiels auf die zeitgenössischen Literaten wird aus literaturwissenschaftlicher Perspektive erwähnt, auch hier müssten allerdings Forschungen ansetzen, um im interdisziplinären Dialog dem Phänomen des Klangs der Glasharmonika in Verbindung mit der Person Kirchgessners nachzugehen.
· Schließlich gehört eine allgemeinere Aufarbeitung der im 18. und frühen 19. Jahrhundert auftretenden Glasharmonika-Virtuso(inn)en zum weitergreifenden Forschungsbedarf (vgl. dazu auch Thomsen-Fürst 2003).
Kleeberg, Clotilde
Der Forschungsbedarf zu Clotilde Kleeberg umfasst alle ihre Tätigkeitsbereiche sowie ihre Biografie. So ist z. B. über mögliche Schülerinnen und Schüler bislang nichts bekannt. Interessant wären auch Vergleichsforschungen zur Rezeption ihrer Konzerte in verschiedenen Ländern, besonders England, Frankreich und Deutschland. Eine systematische Auswertung von Musikzeitschriften könnte bereits näheren Aufschluss darüber sowie über ihre Biografie geben.Klinckerfuß, Johanna
Der Forschungsbedarf zu Johanna Klinckerfuß umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten. Besonders interessant wäre hier ein übergreifender Blick auf die ersten Absolventinnen des Stuttgarter Konservatoriums, das zur Studienzeit von Johanna Klinckerfuß erst seit wenigen Jahren bestand (vgl. hierzu auch die Artikel zu Anna Mehlig und Irma Steinacker). Ebenso interessant wäre es, ausgehend von der Villa Klinckerfuß, das Stuttgarter Musikleben zwischen 1880 und 1920 näher zu untersuchen.Knocker, Editha
Außer einigen wenigen Informationen über ihr Studium bei Joseph Joachim an der Königlichen Hochschule für Musik in Berlin (vgl. Prante 1999) sowie den im Internet veröffentlichten Dokumenten über ihre Zeit beim „York Symphony Orchestra“ wurden bislang keine Quellen systematisch gesichtet. Zu untersuchen wären z. B. ihre Beziehungen zu Leopold von Auer, der sie vermutlich sehr geschätzt hat. Seine Memoiren geben jedoch keinen Hinweis auf Editha Knocker. Unerforscht ist bislang auch die Zeit zwischen 1914 und 1924, in der sie möglicherweise ein weiteres Orchester in Newcastle-upon-Tyne gegründet hat sowie ihre Zeit als Violinpädagogin in London, spätestens ab 1924 mit einer selbst gegründeten Schule. Möglicherweise könnten hier entsprechende Bibliotheken in England Auskunft geben.Koblenz, Babette
1. Die Polyrhythmik von Babette Koblenz ist in ihrer Art neu und andersartig als zum Beispiel minimalistische (z.B. Steve Reich) oder avantgardistische (z.B. Xenakis, Ligeti, Nancarrow) Konzepte der Polymetrik und Polyrhythmik. Sie basiert insofern nicht primär auf der Überlagerung proportional verschieden gedehnter Puls-Einheiten (z.B. Quartole/Quintole) oder additiv autonom pulsierender Beats (z.B. 3/16 – 4/16), sondern vor allem auf einer Vielfach-Codierung der Impulse innerhalb des Impuls-Flusses, wobei der polare Faktor (beat/off-beat) mit additiven (z.B. 3-3-3-4), zyklischen (z.B. 13/16) und pulsflexiblen Elementen (z.B. 17/16 wie 5/4 als 3-4-3-4-3) ein in sich selbst vielfach schwingendes und sich dabei umpolendes (z.B. 2 mal 5/4 als +- +- +/- +- +) Kraftfeld erzeugt, das korrekt nur durch eine dreidimensionale Notation wiedergegeben werden könnte. Der optisch-graphische Schein der Partituren in ihrem geradlinigen Pulsfluss gibt die Tiefenschichtung der Impulse nicht wieder, wie sie in einer musikalische guten Aufführung zum Tragen kommen. Das Ineinanderwirken solcher und ähnlicher rhythmischer Prinzipien ist forschungsmäßig bislang kaum dargestellt. (vgl. dazu u.a. H. Ch. von Dadelsen: „Eine neue Stufe rhythmischer Wechselwirkung“, in: „Ästhetik und Komposition“, Internationales Musikinstitut Darmstadt, Mainz 1994)2. Die häufig unter dem Begriff „Postmoderne“ subsumierte zeitgenössische Musik zeichnet sich häufig durch eine Vielfalt historischer, avantgardistischer und ethnischer Verfahren aus, die oftmals in eine additive, collagiert geschnittene, gelegentlich quasi zitathafte Beziehung treten. Das musikalischer Werk von Babette Koblenz meidet konsequent solche Formen der Polystilistik und verweigert sich dem Begriff Postmoderne. Musikalische Einflussfelder wie etwa synagogale Psalmodik, mittel- und südamerikanische Drive-Konstruktionen, aber auch spezifische avantgardistische Techniken haben sich im Werk von Babette Koblenz vielmehr zu einer integralen musikalischen Orthographie verbunden, deren Bestandteile nicht mehr, oder nur schwer zu isolieren sind. Dieser Bindungsprozess, auch in seiner schrittweisen geschichtlichen Ausbildung ist bislang nicht untersucht. Dabei ergibt sich auch das Problem, dass konventionelle Verbalisierungen aufgrund ihrer historischen Konnotation einen falschen Anschein ergeben (z.B. Begriffe wie „minimalistisch“, „rock-beeinflusst“, „Synagogalmusik“ etc.) und dem eigentlichen Transformationsprozess nicht gerecht werden.
Koch, Emma
Der Forschungsbedarf zu Emma Koch umfasst alle Bereiche: ihre Biographie, ihr Studium bei Carl Baermann, Xaver Scharwenka, Franz Liszt und Hans von Bülow, ihre Konzerttätigkeit, ihr Repertoire sowie ihre Kontakte zu Zeitgenossen.Koellreutter, Emilie
Der Forschungsbedarf zu Emilie Koellreutter umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten. Besonders interessant wäre ihr Lebensweg mit Blick auf die Laufbahn von Orchestermusikerinnen in professionellen Orchestern vor Beginn des Zweiten Weltkriegs.König, Marie
Der Forschungsbedarf zu Marie König umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten. Beides ist besonders im Hinblick auf eine beginnende selbständige Berufs- und Erwerbstätigkeit von Frauen in der Mitte des 19. Jahrhunderts interessant.Korjus, Miliza
Trotz zahlreicher Artikel, Erwähnungen in Autobiografien und Biografien anderer und Einträge in Lexika, trotz wiedererwachtem Interesse an der Sängerin und Wiederveröffentlichungen ihrer Aufnahmen steht eine umfassende Biografie über Miliza Korjus noch aus.Koshetz, Nina Pavlovna
Eine sorgfältige Rekonstruktion des Lebens und des Schaffens von Nina Koshetz, ihrer Rolle in der Musik- und Opernkultur des vorrevolutionären Russlands und der russischen Emigration in Frankreich und den USA steht noch aus.Koster, Lou
Da das Werk Lou Kosters bis vor kurzem nicht zugänglich war, stehen musikalische Analysen und übergreifende Betrachtungen zu bestimmten Werkgruppen ihres kompositorischen Schaffens immer noch aus. Zu diesen gehören z.B.: die Operette „An der Schwemm“ (deutsche Version: Amor im Bade), die Unterhaltungsmusik für Orchester, die Kompositionen für Kinder u.a.Kralik von Meyrswalden, Mathilde
Wissenschaftliche Untersuchungen zu Leben und Schaffen von Mathilde Kralik von Meyrswalden stehen noch aus. Wünschenswert wären grundlegende Forschungen zur Entstehung, Aufführung und Rezeption ihrer Werke.Kraus-Bloedy, Edith
Wünschenswert wären:- Dokumentation und Rezeption ihrer Konzerttätigkeit und Rundfunkaufnahmen. Vor dem Zweiten Weltkrieg entstanden mehrere Radioproduktionen mit Edith Kraus in Berlin und in Prag, nach Kriegsende entstanden weitere Produktionen in Prag (1945-48), Jerusalem und Kopenhagen.
- Untersuchungen zu ihrem pianistischen Stil
Krebs, Mary
Der Forschungsbedarf zu Mary Krebs umfasst ihre gesamte Konzerttätigkeit. So sind bislang zwar zahlreiche Daten und Orte bekannt, jedoch kaum etwas über die Rezeption in den jeweiligen Ländern. Hierfür wären die im „Répertoire international de presse musicale“ verzeichneten Rezensionen und Artikel zu sichten und auszuwerten (vgl. „Literatur“). Interessant wäre auch die Frage nach ihren Interpretationen und ihrer Bedeutung für andere Musikerinnen und Musiker. Wie es bislang scheint, verstand sich Mary Krebs selbst ausschließlich als ausübenden Musikerin. Hinweise auf kompositorische oder pädagogische Tätigkeiten gibt es nicht.Kristina von Schweden
Kristina von Schweden ist eine beliebte Person der Geschichtsschreibung, die leider zu unwissenschaftlichen Phantasien anregt. Die deutschsprachigen Informationen über ihr Wirken als Mäzenin in Stockholm und Rom beschränken sich auf kurze Abschnitte, die Dank Silke Leopold in Standardwerken der Musikgeschichte zu finden sind (u.a. im Handbuch der musikalischen Gattungen (Band 11), hg. von Siegfried Mauser). Nach Ansicht der Autorin ist Kristina von Schweden ein Thema, das unter dem Aspekt „Musik als kulturelles Handeln“ einer Aufarbeitung bedarf, die ihrer Bedeutung als Förderin von Musikern, die selbstverständlich und fest im Kanon europäischer Kunstmusik des 17. und 18. Jahrhunderts verankert sind, gerecht wird.Kukuck, Felicitas
Der Forschungsbedarf umfasst Analysen ihres Spätwerks (vor allem seit 1990) und Untersuchungen zur Rezeption ihrer Werke.Kull, Anna
Der Forschungsbedarf zu Anna Kull umfasst ihre Biografie, ihre künstlerischen Tätigkeiten sowie ihre privaten und beruflichen Kontakte.Lange, Aloisia
Als „berühmte Schwägerin des berühmten Mozart“ sind Leben und Wirken der Aloisia Lange vergleichsweise gut erforscht. Gleichwohl ist vor allem für ihr Repertoire jenseits von Mozart noch großer Forschungsbedarf anzumerken, auch um die Breite ihres Repertoires zu vergegenwärtigen.Interessant wären darüber hinaus Dokumentationen ihrer zahlreichen Konzertreisen.
Institutionsgeschichtlich kann sie als Schlüsselfigur der Wiener Bühnen der 1780er und 1790er Jahre gelten – eine Position, die es ermöglichen könnte, anhand ihrer Person und Funktion die dortige Situation genauer zu fassen.
Lang, Josephine
Josephine Langs Musikkenntnisse bedürfen weiterer Untersuchung. Ihre Briefe und Lied-Autographen liefern nur einige Hinweise auf die Musik, die sie kannte, schätzte und aufführte. Insbesondere bedarf das Repertoire, das sie als Kammersängerin in München vortrug, noch eingehendere Forschungen.Drucke von Josephine Langs op. 1 und op. 3 sind auch noch nicht aufgefunden worden. In Josephine Langs persönlich aufgestelltem Werkverzeichnis von 1867 steht, dass sie ihre eigenen Hefte von „opp. 1, 2, und 3“ durch ihren Schwiegersohn an den Verleger (Falter & Sohn) zum Zweck einer zweiten Auflage geschickt habe. Dieses ist wohl der Grund, warum diese Liedersammlungen nicht in der Württembergischen Landesbibliothek zu finden sind. Die Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz Berlin besaß op. 1 und op. 3, aber sie wurden leider im Krieg zerstört. Forschungen bei den verschiedenen Verlegern, die eventuell die Noten von Falter & Sohn erworben haben, waren bis jetzt erfolglos.
Auch eine historisch-kritische Ausgabe der Werke Josephine Lang steht noch aus, obwohl eine Anzahl von Neuausgaben bei amerikanischen und deutschen Verlegern erschienen ist.
Langley, Beatrice
Der Forschungsbedarf umfasst nahezu alle Tätigkeiten von Beatrice Langley sowie auch ihre Biografie. Über ihr Violinstudium bei den beiden Geigern Joseph Ludwig und August Wilhelmj ist bislang ebenso wenig bekannt, wie über ihre – vermutliche – Studienzeit in Berlin bei Joseph Joachim.Interessant wäre ferner, die verschiedenen beruflichen Kontakte von Beatrice Langley zu untersuchen, u. a. ihre Zusammenarbeit mit der Sängerin Emma Albani – einschließlich der Tourneen, die die beiden Musikerinnen gemeinsam unternahmen. Ebenfalls ist zu vermuten, dass sie sich im Umfeld der „Society of Women Musicians“ bewegte, die 1911 gegründet wurde und zu deren Ehrenpräsidentinnen u. a. Ethel Smyth zählte.
Völlig unerforscht sind bislang die Tätigkeiten von Beatrice Langley nach 1920. Im Kontext der englischen Ausbildung von Laien war sie vermutlich in der Grafschaft Devon eine zentrale Figur. Ihre Arbeit als Dirigentin ihres eigenen Streichorchesters wäre in diesem Zusammenhang ebenso interessant, wie die Frage nach möglichen Schülerinnen und Schülern.
Lara, Adelina de
Obwohl von Adelina de Lara eine Autobiografie vorliegt, ist über ihr künstlerisches Leben kaum etwas zu erfahren; die Autobiografie beschäftigt sich zu großen Teilen mit familiären Zusammenhängen sowie mit den Kontakten zu anderen Künstlerinnen und Künstlern, gibt jedoch nur wenig konkrete Hinweise zu ihrem eigenen Arbeitsalltag. Den dort gelegten Spuren wäre allerdings in Forschungen weiter nachzugehen. Eine systematische Sichtung von Zeitungen und Musikzeitschriften gäbe sicherlich ein genaueres Bild der künstlerischen Tätigkeiten von Adelina de Lara, eine Untersuchung ihres Schülerkreises könnte Aufschluss über ihre Klavierpädagogik geben.Über ihre Kompositionen ist außer der Tatsache, dass sie geschrieben und teilweise aufgeführt wurden, nichts bekannt.
Lawrence, Emily M.
Der Forschungsbedarf zu Emily M. Lawrence umfasst ihre Biografie, ihre Tätigkeiten sowie ihre Kompositionen.Le Beau, Luise Adolpha
Luise Adolpha Le Beaus Lied- und Klavierschaffen fand bisher kaum Berücksichtigung in der musikwissenschaftlichen Literatur, ebenso wenig ihr pädagogisches Wirken und ihre Bedeutung für die musikalische Erziehung von Mädchen im 19. Jahrhundert.Ihre Lebenserinnerungen müssten vergleichenden Betrachtungen zu anderen zeitgenössischen Zeugnissen oder Berichten unterzogen werden.
Lebrun, Franziska
Obwohl das kompositorische Œuvre ausgesprochen überschaubar ist, fehlt eine detaillierte Untersuchung und Einordnung der Sonaten in den historischen Kontext.Bauer-Lechner, Natalie
Die Nachlässe der bekannten Zeitgenossen, mit denen Natalie Bauer-Lechner in Kontakt gewesen ist, wären auf Briefwechsel mit Natalie Bauer-Lechner hin zu überprüfen (u. a. Siegfried Lipiner, Bruno Walter, Anna Bahr-von Mildenburg, Johannes Brahms, Hugo Wolf).Weitere Forschung über das Soldat-Roeger-Quartett, besonders das Repertoire betreffend sowie speziell die Rolle Natalie Bauer-Lechners, wäre aufschlussreich. Soweit bisher bekannt, hat Natalie Bauer-Lechner nicht in anderen Quartetten oder anderen professionellen Kammermusikbesetzungen mitgewirkt.
Um das Bild Natalie Bauer-Lechners innerhalb der Mahler-Forschung zu ergänzen, wären weitere Forschungen notwendig. So sollten z. B. weitere Briefe Mahlers etc. auf die Darstellung ihrer Person hin gegengelesen werden.
Lehmann, Lilli
Schon die Liste der Briefpartner Lilli Lehmanns macht deutlich, wie interessant und lohnend eine komplette Erschließung und Transkription des Briefbestandes wäre. Lehmann stand tatsächlich mit der gesamten künstlerischen und gesellschaftlichen Elite ihrer Zeit in Verbindung. Ihr kompletter schriftlicher Nachlass ist in der Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz archiviert, jedoch nur grob sortiert. Eine endgültige Katalogisierung, eventuell auch eine Edition ausgewählter Briefe wäre von höchstem wissenschaftlichen Interesse. Sie könnte nicht unwesentliche Beiträge zur biografischen Forschung in Lehmanns Umfeld beitragen. Die Staatsbibliothek selbst sieht derzeit keine Möglichkeit einer Bearbeitung des Nachlasses durch Kräfte der Bibliothek.Lehmann, Liza
Der Forschungsbedarf zu Liza Lehmann umfasst ihre Biografie sowie vor allem eine gründliche wissenschaftliche Untersuchung ihrer Kompositionen. Auch ihre künstlerischen und privaten Kontakte sind bislang kaum erforscht.Leider, Frida
Es gibt wenige Dokumente oder Briefe, die Frida Leiders Gefährdung und berufliche Schwierigkeiten in der Zeit des Nationalsozialismus belegen. Dokumente aus dieser Zeit wären hilfreich für die biografische Forschung zu der Sängerin. Ebenso befinden sich noch zahlreiche Gemälde im Privatbesitz, eine Erfassung dieser Bestände wäre wünschenswert. Eine wissenschaftliche Aufarbeitung von Frida Leiders Repertoire und ihrer besonderen Bedeutung für das Wagnerfach steht noch aus.Leubuscher, Helene
Der Forschungsbedarf zu Helene Leubuscher umfasst sowohl ihre Biografie als auch ihre Tätigkeiten. Interessant wäre dabei z. B. die Frage, in welcher Weise die Lisztsche Schule die Musikpädagogik in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts prägte, z. B. durch Schülerinnen wie Helene Leubuscher, Ottilie Lichterfeld oder Martha Remmert.Levy, Sara
Zu den Forschungsdesideraten gehört Sara Levys Kontakt zum Salon Anna Amalias von Preußen und die Frage, inwieweit dieser sowie die Musikpflege der preußischen Prinzessin für sie tatsächlich Vorbildfunktion hatten. Die frühe Zeit ihrer musikalischen Geselligkeit lässt sich bisher nur anhand ihrer Sammeltätigkeit und ihrer Aufträge an Komponisten erschließen, die späte Zeit ist weitgehend aus der Erinnerungsliteratur des späteren 19. Jahrhunderts überliefert – weitere Quellenfunde bzw. eine Auswertung bereits zugänglicher Quellen beispielsweise aus dem Umkreis der Familie Mendelssohn wären hierfür wünschenswert.Interessant wäre eine Analyse der von Sara Levy insbesondere bei Carl Philipp Emanuel Bach in Auftrag gegebenen Werke unter dem Aspekt der Adressiertheit.
Lichterfeld, Ottilie
Der Forschungsbedarf zu Ottilie Lichterfeld umfasst sowohl ihre Biografie als auch ihre Tätigkeiten. Interessant wären weitere Forschungen zu ihrem Berliner Schülerkreis, die möglicherweise Rückschlüsse auf die Verbreitung der Lisztschen Schule ermöglichten.Liebmann, Helene
Auch in den Londoner und Hamburger Lebensabschnitt der Musikerin könnte durch entsprechendes Vorgehen mit Sicherheit mehr Licht gebracht werden. Neben ihrem Sterbedatum bleibt bislang offen, ob Helene Liebmann Kinder hatte, ob sie unterrichtete und in welchem Umfang sie nach ihrer Rückkehr nach Deutschland als Pianistin oder Sängerin am Konzertleben teilnahm.Lind, Jenny
Das bemerkenswerte Ausmaß von Jenny Linds Popularität und der reiche Austausch der Sängerin mit Künstlern, Monarchen und anderen Zeitgenossen bietet einen Fundus an Quellen, die bis dato jedoch nur vereinzelt und teilweise nicht in der Originalsprache gedruckt wurden. Dabei erscheint vor allem eine kritische Ausgabe des Briefwechsels Jenny Linds für ein fundiertes Forschungsunternehmen unerlässlich.Lipsius, Marie
Konnte La Mara von den Erlösen ihrer Bücher leben?Wie genau waren ihre Arbeitsweisen, unter welchen Bedingungen arbeitete sie, inwiefern unterschieden sich ihre Bedingungen zu denen ihrer männlichen Kollegen.
Lissa, Zofia
Interessant wäre es, die Bedingungen zu untersuchen, die dazu führten, dass in Polen im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern Musikwissenschaftlerinnen wie Zofia Lissa und Stefania Lobaczewska (ebenfalls aus Lemberg) bereits in den 1930er Jahren bedeutende Positionen erreichen konnten.Long, Kathleen
Der Forschungsbedarf zu Kathleen Long umfasst sowohl ihre Biografie als auch zahlreiche Tätigkeitsbereiche. Während ihre Konzerte im Londoner Musikleben vergleichsweise gut zu dokumentieren sind, ist ihre Bedeutung für Musikpädagogik und Musikpolitik bislang unerforscht; dies betrifft u. a. auch ihre Aktivitäten in der „Society of Woman Musicians“.Im Rahmen übergreifender, sozialgeschichtlicher Forschungen wäre die Biografie von Kathleen Long auch im Hinblick auf ein kontinuierliches, fünfzig Jahre umspannendes Arbeitsleben als Musikerin interessant.
Lorand, Edith
Lorands Biografie ist bisher noch nicht vollständig erforscht und weist noch einige Lücken auf (Ausbildung, Erfolgsjahre in Berlin, Emigration). Ein Vergleich der zeitgenössischen Rezeption des Edith Lorand Orchesters mit den Tanzorchestern männlicher Kollegen (Auswertung von Zeitungen) könnte hinsichtlich genderspezifischer Rezeption aufschlussreich sein. Es fehlt eine Einordnung von Lorands musikalischem Wirken bzw. eine Bewertung ihres Einflusses auf das Musikleben der Weimarer Republik. Auch ihre Emigration und vor allem ihre Integration in das amerikanische Musikleben und der Aufbau einer neuen Lebensgrundlage in den USA bieten Perspektiven für vielfältige Forschungsansätze. Grundlegend wäre für jegliche weiterführende biografische Forschung jedoch zunächst das Ausfindig-machen des Nachlasses bzw. der Erben Lorands. Zudem wäre es sicher möglich, die Quellensammlung um weitere Bild- und Textquellen zu erweitern, indem man nationale und internationale Presse weiterführend auswertet.Lutyens, Elisabeth
Die Werke sind nur vereinzelt analysiert. Es zeichnet sich jedoch ab, dass die Einflüsse gerade der alten Musik auf ihre Kompositionstechnik vielfältiger gewesen sein dürften als angenommen. Eine weitergehende, auch vergleichende Untersuchung ihrer Werke ist daher ebenso sinnvoll wie die Erforschung ihrer Kontakte zu den zeitgenössischen Londoner Künstlern, Literaten und Malern. Die kritische Einordnung ihrer Werke in eine britische musikalische Moderne ist ebenfalls von Interesse. Nicht zuletzt steht eine Untersuchung ihrer ihren Stil vermutlich stark prägenden und erstaunlich vielseitigen Film- und Radiomusik noch völlig aus.Macirone, Clara Angela
Der Forschungsbedarf zu Clara Angela Macirone umfasst ihre Biografie, ihre Kompositionen sowie ihre Tätigkeiten. Für die Frauenforschung interessant wäre hierbei auch ihre pädagogisch-künstlerischen Tätigkeiten in britischen Mädchenschulen.Magnus-Heinze, Sara
Der Forschungsbedarf zu Sara Magnus-Heinze umfasst sowohl ihre Biografie als auch alle ihre Tätigkeitsbereiche.Mahler, Alma
Da die Alma Mahler-Biografik bis in die 1990er Jahre vor allem das selbstinszenierte Bild der Alma Mahler-Werfel weitergetragen und festgeschrieben hat - immer auch unter Zustimmung der Gustav Mahler-Forschung -, blieb es der Publikation der „Tagebuch-Suiten“ vorbehalten, erstmals genauer auch jene Lebensphase kennen zu lernen, in der Alma Mahler (eigentlich Schindler) hauptsächlich komponierte.Seither hat sich die kritische Sicht auf die autobiografischen Schriften Alma Mahlers geschärft, der Umgang mit ihrer Person für die musikwissenschaftliche und kulturwissenschaftliche Forschung geändert. Vor allem durch die Arbeiten von Susanne Rode-Breymann kann man inzwischen von einer ernstzunehmenden Alma Mahler-Forschung sprechen.
Gleichwohl bleiben, vor allem was die Komponistin Alma Mahler anbelangt, bislang große Bereiche offen: Die Manuskripte vieler Lieder, der musikdramatischen Entwürfe, der Klavier- und Kammermusikkompositionen sind verschollen, weiteres Briefmaterial ebenfalls.
Maїda, Clara
Die genaue Analyse der Werke ist ein lohnenswertes Projekt, wobei es notwendig erscheint, sich auf die Bezüge zur Psychologie (und Psychoanalyse) und Naturwissenschaft einzulassen.Maria Antonia Walpurgis Kurfürstin von Sachsen
Da in der verdienstvollen Monografie von Carl von Weber (1857) häufig die Quellenangaben fehlen und sich inzwischen einige Ungenauigkeiten herausgestellt haben, wäre eine neue Monografie über Maria Antonia Walpurgis sehr wünschenswert.Ebenso wäre ihre Tätigkeit als Malerin und ihre Bilder dringend zu erforschen. Der Bestand der Gemälde und ihr Aufbewahrungsort wären erneut zu eruieren, denn die zuletzt erstellte Liste ihrer Gemälde datiert von 1857 (Weber).
Marshall, Florence A.
Der Forschungsbedarf zu Florence A. Marshall umfasst ihre Biografie, ihre Tätigkeiten und Kompositionen sowie ihre Kontakte innerhalb des Londoner Musiklebens.Martines, Marianne
Die Verwobenheit der Marianne Martines in die musikkulturellen Kreise Wiens ist bislang nur äußerst unzureichend erforscht. Ihr Name taucht z.B. auch im Stammbuch der Mozart-Schülerin Babette Ployer auf, wobei unklar ist, in welcher Beziehung die beiden Musikerinnen zueinander standen (denkbar wäre z.B. ein Lehrerin-Schülerin-Verhältnis). Auch über ihren offenbar sehr regen Salon, bzw. die von ihr regelmäßig veranstalteten Akademien ist so gut wie nichts bekannt.Das Repertoire von Marianne Martines muss ebenfalls als Forschungsdesiderat angesehen werden.
Da sich die Komponistin Luise Adolpha Le Beau auf Marianne Martines bezog, ist auch eine Rezeption im 19. Jahrhundert nachweisbar, allerdings bislang noch nicht erforscht (vgl. dazu Unseld 2001).
Die pädagogische Tätigkeit der Marianne Martines und ihr Schülerinnen-Kreis ist ein weiteres Forschungsdesiderat.
Und schließlich bleiben etliche Werke von ihr noch zu edieren, um ein detaillierteres Bild der Komponistin Marianne Martines erstellen zu können.
Marx, Berthe
Der Forschungsbedarf umfasst sowohl die künstlerischen Tätigkeiten von Berthe Marx als auch ihre Biografie. Dabei wäre sicherlich eine systematische Auswertung von Zeitschriften ergiebig. Interessant wäre auch die Frage, inwieweit Vorurteile gegenüber Pablo de Sarasate, z. B. im Hinblick auf populäre Musik, auf Berthe Marx übertragen wurden.Mayer, Emilie
Vor dem Hintergrund des umfangreichen Œuvres besteht vor allem bezüglich der systematischen musikwissenschaftlichen Aufarbeitung und Untersuchung von Werkgruppen Forschungsbedarf – auch vor dem Hintergrund ihrer Position innerhalb des als Spannungsfeld zu bezeichnenden ästhetischen Diskurses um Gattungstraditionen und Fortschritt und ihre Bedeutung für das Repertoire von sinfonischer Musik und Kammermusik gegen Mitte des 19. Jahrhunderts.Auf den Wert der editorischen Aufarbeitung –
auch für die musikalische Praxis – der zahlreichen unveröffentlichten Werke muss ausdrücklich verwiesen werden. Emilie Mayers Werke finden in jüngerer Zeit zunehmend Eingang ins musikalische Repertoire.
Der Nachlass der Komponistin befindet sich in der „Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz. Musikabteilung mit Mendelssohn Archiv“.
Meck, Nadeshda von
Eine Reihe biografischer Umstände in Nadeshda von Mecks Lieben, darunter der Abbruch der Korrespondenz mit Tschaikowsky im Jahre 1890, bedürfen weiterer Klärung. Umfassende Recherchen nach Archivmaterial und dessen Aufarbeitung stehen noch aus. Auch die Frage nach dem Zusammenhang zwischen der Korrespondenz und dem Schaffensprozess bei Tschaikowsky bedarf noch der wissenschaftlichen Auseinandersetzung, ebenso die ständige Polemik der Korrespondenten um weltanschauliche und philosophische Fragen (beispielsweise wurde Tschaikowskys reges Interesse am Idealismus und der Mystik in der sowjetischen Musikforschung übergangen bzw. missinterpretiert).Mehlig, Anna
Der Forschungsbedarf zu Anna Mehlig umfasst sowohl die gesamte biografische Forschung zu ihrer Person sowie alle ihre Tätigkeitsbereiche. Über ihr Studium am Stuttgarter Konservatorium und bei Franz Liszt in Weimar ist nahezu nichts bekannt. Konzerte von ihr sind zwar im anglo-amerikanischen Bereich vergleichsweise zahlreich nachzuweisen, Studien zu Programmen, Repertoire und Rezeption fehlen allerdings überwiegend. Ihre Konzertätigkeit außerhalb dieser Länder ist bislang nur rudimentär erfasst. Über ihre künstlerischen und privaten Kontakte ist ebenso wenig bekannt, wie über eine mögliche Unterrichtstätigkeit und eventuelle Anstellungen. Die Jahre nach ihrer Heirat in Antwerpen sowie die Berliner Jahre ab 1914 liegen völlig im Dunkeln.Mendelssohn, Lea
Von den zahlreichen Briefen Lea Mendelssohn Bartholdys ist nur ein Bruchteil ediert. Das grundlegendste Forschungsdesiderat besteht daher in einer kommentierten Veröffentlichung ihrer Briefe, die nicht nur für die Kenntnis ihrer eigenen Aktivitäten, sondern auch des Musiklebens ihrer Zeit von großem Wert sind. Auf Grund der in der Familie Mendelssohn insbesondere in den 1830er Jahren etablierten Gepflogenheit des „Familienbriefs“, der von mehreren Personen geschrieben und oft auch an mehrere Adressaten gerichtet wurde, aber auch auf Grund des dialogischen Charakters des Briefs schlechthin wäre die Veröffentlichung der an Felix Mendelssohn Bartholdy gerichteten Briefe Lea Mendelsohns wie auch ihrer Töchter Rebecka und Fanny im Rahmen der Leipziger Felix Mendelssohn Bartholdy-Briefausgabe sinnvoll und wünschenswert.Eine Rezeption des Wirkens Lea Mendelssohns auf der Basis ihrer eigenen Briefe und der Erinnerungsliteratur gehört zu den Desiderata der Forschung.
Mendel-Oberüber, Else
Der Forschungsbedarf zu Else Mendel-Oberüber umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten.Mendzelevskaya, Nina Solomonovna
Eine wissenschaftliche Beschäftigung mit Nina Mendzelevskaya müsste bei dem vorhandenen Materialfundus ansetzen. Möglicherweise könnten weitere Quellen in Weißrussland bzw. Russland erschlossen werden. Eine musikhistorische Einordnung in den Kontext der ehemaligen Sowjetunion, besonders in die ehemaligen musikpädagogischen Strukturen und Begrifflichkeiten, wäre für ein angemessenes Verständnis unverzichtbar. Da es über die – immer noch praktizierte Klaviermethodik – keine schriftlichen Dokumente gibt, wären hier Zeitzeugeninterviews und empirische Untersuchungen naheliegend. Für den sowjetischen Bereich wäre eine Vernetzung mit bereits erforschten Biografien sinnvoll, für den deutschen Bereich wäre zu prüfen, inwiefern die Kontingentflüchtlinge nach 1989 auch für einen Kulturtransfer gesorgt haben, für eine Weiterführung russischer bzw. weißrussischer Musiktraditionen unter neuen Bedingungen, d.h. im Musikleben der Bundesrepublik Deutschland.Menter, Sophie
Der Forschungsbedarf zu Sophie Menter umfasst nach wie vor nahezu alle Bereiche ihrer Tätigkeiten: ihre Konzerte und Konzerttourneen, ihr Repertoire, die Rezeption als Virtuosin, ihre Kompositionen sowie ihre Schülerinnen und Schüler.Metzdorff, Adelina
Der Forschungsbedarf zu Adelina Metzdorff umfasst ihr Biografie sowie ihre Tätigkeiten.Metzger-Lattermann, Ottilie
Im Zuge der Recherchen konnte kein konkreter Nachweis zu Ottilie Metzger-Lattermanns Deportation und Tod in Auschwitz ermittelt werden. Eine Anfrage an das dortige Dokumentationszentrum läuft, eine Antwort steht noch aus.Auch eine Auswertung der im Archiv der Hamburger Staatsoper vorhandenen Materialien und eine detaillierte Recherche ihrer USA-Tourneen stehen noch aus. Eine Diskografie und Digitalisierung der nicht unbeträchtlichen Aufnahmen Ottilie Metzger-Lattermanns ist ein weiteres Desiderat (Tonträger: Grammophone & Typewriter (G&T), His Masters Voice (HMV), Parlophon, Odeon, Edison-Amberola-Zylinder).
Wenig ist auch bekannt über ihr Liedrepertoire und ihre Konzerttätigkeit. Eine systematische Auswertung der gängigen Musikzeitschriften mit Kritiken und Konzertberichten wäre lohnenswert.
Meyer, Therese
Der Forschungsbedarf zu Therese Meyer umfasst ihre Biografie, ihre Tätigkeiten, ihre Kontakte innerhalb des europäischen Musiklebens sowie ihren Schülerinnen- und Schülerkreis.Michaelis, Melanie
Der Forschungsbedarf zu Melanie Michaelis umfasst ihre Biografie sowie ihre Tätigkeiten.Milder-Hauptmann, Anna
Es wäre lohnend, die Biografie Anna Milder-Hauptmanns einmal detailliert zu erforschen, ebenso ihren Einfluss auf die Zeitgenossen. Die Tatsache, dass viele Umstände ihres privaten wie beruflichen Lebens nicht einmal ansatzweise ermittelt wurden, macht es momentan noch schwer, ihre Stellung in der Musikgeschichte ausgewogen zu würdigen.Mongin, Marie-Louise
Der Forschungsbedarf zu Marie-Louise Mongin umfasst ihre Biografie, ihre Tätigkeiten sowie ihre Kontakte innerhalb des französischen Musiklebens.Montigny-Rémaury, Caroline
Der Forschungsbedarf zu Caroline Montigny-Rémaury umfasst ihre Biografie, ihre Tätigkeiten sowie ihre künstlerischen und persönlichen Kontakte.Montijn, Aleida
Der Forschungsbedarf zu Aleida Montijn umfasst alle ihre Tätigkeiten, darunter ihre Konzerte und Tourneen, ihre musikpädagogische Tätigkeiten, ihre Arbeit als Komponistin von Bühnenmusiken und für den Tanz.Moodie, Alma
Alma Moodies Lehrtätigkeit ist bislang nicht näher untersucht worden. Sicher wäre es ein lohnender Forschungsbeitrag, Schülerlisten aufzustellen und durch ehemalige SchülerInnen des Hoch’schen Konservatoriums mehr über ihre Spielweise zu erfahren. Wegen der fehlenden Tondokumente scheint dies aus heutiger Sicht die einzige Möglichkeit zu sein, ein deutlicheres Bild der Spieltechnik von Alma Moodie zu gewinnen.Morini, Erica
Bei dem Einbruch in Erica Morinis Wohnung kurz vor ihrem Tod wurden etliche persönliche Dokumente sowie Noten mit Fingersätzen gestohlen. Möglicherweise liegen jedoch in amerikanischen Archiven andere Quellen. Insbesondere über ihre New Yorker Konzertagentur ließe sich wohl einiges über die Häufigkeit ihrer Konzerte, ihr Repertoire, etc. herausfinden.Es wäre wünschenswert, dass die Interpretationweise und die verschiedenen Wirkungsfelder Erica Morinis ebenso gewissenhaft und detailliert aufgearbeitet werden wie die ihrer männlichen Kollegen.
Morosowa, Margarita Kirillowna
Besonders wichtig sind weiterführende Forschungen, die Aufschlüsse geben über Margarita Morosowas Aktivitäten im Musikleben Russlands zu Beginn des 20. Jahrhunderts.Morsch, Anna
Forschungsbedarf besteht zu folgenden Fragen:- Aufsätze von Anna Morsch im „Klavierlehrer“ und anderen Musikzeitschriften;
- Rezeption in der Musikpädagogik – insbesondere als Gründerin des Deutschen musikpädagogischen Verbands;
- Geschichte des musikpädagogischen Verbands;
- nicht publizierten Vortragsreihen; vielleicht lassen sich noch Manuskripte finden;
- musikpädagogische Kongresse in Berlin 1903, 1904, 1906, 1908, 1911 und 1913.
Moszumańska-Nazar, Krystyna
Es wäre sehr interessant, die Musik und vor allem auch die Biografie von Krystyna Moszumańska-Nazar mit Musik und Biografien anderer europäischer Komponistinnen ihrer Generation zu vergleichen.Mounsey Bartholomew, Ann
Der Forschungsbedarf zu Ann Mounsey Bartholomew umfasst ihre Biografie, ihre Tätigkeiten und Kompositionen sowie ihre privaten und künstlerischen Kontakte.Mounsey, Elizabeth
Der Forschungsbedarf zu Elizabeth Mounsey umfasst ihre Biografie, ihre Tätigkeiten sowie ihre Kontakte im (Musik-)Leben Englands.Mozart, Maria Anna
Zahlreiche Aspekte von Leben und musikalischem Handeln Maria Anna Mozarts sind noch nicht hinreichend erforscht, so zum Beispiel:· ihre tatsächlichen musikalischen Fähigkeiten neben ihrem pianistischen Können, z.B. auf dem Gebiet der Komposition, Instrumentation, Improvisation etc.;
· ihr Repertoire;
· ihr soziales und künstlerische Netzwerk in Salzburg;
· ihre Kompositionen/Kompositionsversuche;
· das Verhältnis zwischen Constanze Nissen und Maria Anna Berchtold zu Sonnenberg nach dem Tod Wolfgang Amadeus Mozarts, vor allem während der gemeinsamen Salzburger Zeit;
· ihre Schülerinnen (und Schüler?), ihre pädagogische Herangehensweise
Darüber hinaus bleibt es trotz der verdienstvollen Arbeiten von Rieger, Geffray und Düll/Neumeier weiterhin ein wichtiges Forschungsdesiderat, die vorliegenden Quellen in neue Kontexte zu stellen. So dürfte etwa die weitergehende Erforschung des Bildungsideals Leopold Mozarts weitere Schlüsse auf die Ausbildung Maria Anna Mozarts geben, eine tiefgehende Untersuchung zum Phänomen der (weiblichen) Wunderkinder im 18. Jahrhundert steht ebenfalls noch aus.
Mozart, Constanze
Das Repertoire Constanzes auf den Konzert-Reisen nach dem Tod ihres Mannes in Linz, Graz, Berlin, Leipzig, Hamburg und Prag ist noch wenig recherchiert.Die Frage nach den Retouchen in Briefen Mozarts (v.a. Ausradieren von Namen von Bekannten und Freunden) können nach dem Erscheinen von Helmut Perls Buch “Der Fall ‚Zauberflöte’. Mozart und die Illuminaten” in einem neuen Licht gesehen werden. Da Mozart in seinen letzten fünf Lebensjahren selbst dem in vieler Hinsicht radikalen Freimaurer-Zirkel der “Illuminati” sehr nahe stand, musste er Repressionen seitens des Staates und der Kirche befürchten, die schon viele seiner Freunde erlitten hatten. Möglicherweise wollte Constanze mit ihren Namens-Retouchen nach Mozarts Tod viele dieser Freunde schützen und nicht der Zensur preisgeben.
Constanze war eingeweiht in die geheimsten Gedankengänge ihres Mannes. Sie wusste, dass Mozart eine neue Loge mit dem Namen “Grotte” gründen wollte. Laut Helmut Perl (S. 153) schrieb sie am 21. Juli 1800 an den Verlag Breitkopf & Härtel dazu: “Ich leihe Ihnen hiemit zum Gebrauch für die biographie (...) einen Aufsatz, größtentheils in der Handschrift meines Mannes, von einem Orden oder Gesellschaft die er errichten wollte: Grotta genannt. Ich kann nicht mehr Erläuterung schaffen, der hiesige hofklarinettist Stadler der ältere, der den Rest geschrieben hat, könnte es, trägt aber Bedenken zu gestehen, daß er darum weiß, weil die Ordens oder geheime Gesellschaften so sehr verhaßt sind.”
Dies lässt die Schwierigkeiten der letzten Ehejahre der Mozarts in neuem Licht erscheinen und bedarf neuer Forschungsarbeit.
Mukle, May
Der Forschungsbedarf zu May Mukle erstreckt sich über nahezu alle ihre Tätigkeitsbereiche. Die Auswertung der London Times hat vermutlich lediglich einen Bruchteil ihrer Konzerte und ihres Repertoires als Solistin wie als Kammermusikerin aufgedeckt. Über ihre zahlreichen und umfangreichen Tourneen ist nahezu nichts bekannt, und noch weniger über die Rezeption ihres Spiels und die Aufnahme als Konzertcellistin in den jeweiligen Ländern. Auch die sicherlich zahlreichen Kontakte zu zeitgenössischen KomponistInnen und MusikerInnen sind, abgesehen von jenen zu Rebecca Clarke und Maud Powell, bislang unerforscht. Die Frage, in wie weit May Mukle unterrichtet hat oder sich auf andere Weise für jungen Musikerinnen und Musiker einsetzte, ist ebenfalls ungeklärt, abgesehen von einer einzigen Schülerin (s. o.). In diesem Zusammenhang steht auch die Frage nach dem Umfang ihres Engagements für die „Society of Women Musicians“, zu deren Gründungsmitgliedern sie zählte. Bekannt ist lediglich, dass May Mukle ihr Montagnana-Cello für Konzerte an begabte Nachwuchs-Cellistinnen und -Cellisten für Konzerte verlieh (vgl. Campbell 1988, S. 202).Der Druck von drei ihrer Kompositionen lässt vermuten, dass May Mukle mehrere Werke komponiert hat. Auch hierüber ist bislang nichts bekannt.
Schließlich wäre der Frage nachzugehen, in wie weit May Mukle als weibliche Cellistin eine Vorbildfunktion übernahm und wen sie auf diese Weise beeinflusst hat.
Das private Leben von May Mukle, außerhalb ihrer beruflichen Kontakte, ist bislang unerforscht.
Mundella, Emma
Der Forschungsbedarf zu Emma Mundella umfasst ihre Biografie, ihre Tätigkeiten und ihre Kompositionen. Besonders interessant erscheint ihre Tätigkeit als leitende Schulmusikerin.Näser-Otto, Martha
Der Forschungsbedarf zu Martha Näser-Otto umfasst ihre Biografie, ihre Kompositionen sowie ihre beruflichen und privaten Kontakte.Neruda, Amálie
Im Rahmen der Erforschung des Brünner Musiklebens in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und insbesondere im Rahmen der Interpretationsforschung sind Leben und Schaffen von Amálie Neruda noch entsprechend zu würdigen.Interessant wären folgende Aspekte:
- In wieweit beeinflusste sie den Musikgeschmack der Brünner Bevölkerung?
- In welchem Maße unterstützte sie durch ihre Interpretationen die Verbreitung zeitgenössischer Komponisten?
- Welchen Anteil hatte sie am tschechisch geprägten Musikleben in Brünn?
- Welche musikalischen Bildungsmöglichkeiten bestanden für Frauen im 19. Jahrhundert in der Österreich-Ungarischen Monarchie?
Neshdanowa, Antonina Wassiljewna
Bisher wenig erforscht ist der Einfluss der italienischen Gesangskunst und des russisch-orthodoxen Gesangs auf ihr künstlerisches Schaffen sowie ihre Rolle als Pädagogin und Vermittlerin des Belcanto in Russland. Darüber hinaus bieten die mit ihr entstandenen Aufnahmen ein reiches Quellenmaterial für die Interpretationsforschung.Neuwirth, Olga
Aufschlussreich wären eine Übersicht und eine Analyse des Filmmusikschaffens, die über das hinausgehen, was es bislang schon gibt, ebenso steht eine Würdigung und analytische Betrachtung der Werke Olga Neuwirths in Zusammenhang mit dem Schaffen anderer Komponisten ihrer Zeit noch aus.Ney, Elly
Der umfangreiche Nachlass von Elly Ney ist noch nicht aufgearbeitet worden. Es gibt zwar Publikationen (s. oben), aber keine wissenschaftliche Studie zur Biografie sowie zu Elly Neys eigenwilligem Stil als Pianistin. Zudem ist ihre Rolle im NS- Staat ein lange verschwiegenes Thema; dieses Kapitel wäre ebenso zu behandeln wie Elly Neys Position im Nachkriegsdeutschland. Es geht also um mehr als um Musikforschung und Klavier-Interpretation!Obuchowa, Nadeshda Andrejewna
Es besteht ein vielseitiger Forschungsbedarf: Neben dem Sammeln und der Beschreibung weiterer biografischer Daten ist die Einordnung und Würdigung Obuchowas sowie ihrer Bedeutung innerhalb der russischen/sowjetischen Kunst ebenso notwendig wie die wissenschaftliche Aufarbeitung ihrer Interpretationen und Gesangskunst.Oswald, Marianne
Marianne Oswalds Leben und Karriere sind weitgehend unerforscht. Zwar wird sie in Schriften zu Kurt Weill, zur Groupe des Six, zu Jean Cocteau oder Jacques Prévert, zur französischen Musikgeschichte der 30er Jahre sowie in Kabarettmonografien erwähnt, eigene wissenschaftliche Studien zu ihrer Person, den Besonderheiten ihres Vortragsstils, ihrem Repertoire und ihrer Wirkung stehen allerdings bis jetzt noch aus. Zu untersuchen wäre insbesondere ihr Einfluss auf die Entwicklung des „Chanson Rive gauche“. Interessieren könnte auch das Phänomen der Intermedialität, das sich in den zum Teil parallel ausgeübten Berufen Sängerin, Schauspielerin, Schriftstellerin, Drehbuchautorin zeigt.Zwar gibt es Hinweise auf eine angeblich 1993 erschienene Biografie Oswalds von der französischen Journalistin Hélène Hazera. Das Buch ist jedoch in keiner französischen Bibliothek nachgewiesen.
Pagh-Paan, Younghi
Tiefer gehende Untersuchungen wären von der Gender-Forschung zu leisten. Ihre weibliche Identitätsbildung angesichts der von Pagh-Paan im Zusammenhang mit ihrem Orchesterwerk „Sori“ erwähnten konfuzianischen Männergesellschaft ist eine offene Frage. Ferner gibt es Forschungsdesiderate bezüglich Pagh-Paans spezifischen Einsatzes gegen die Diskriminierung von Frauen in Korea, aber auch in westlichen Gesellschaften.Panteo, Bianca
Der Forschungsbedarf zu Bianca Panteo umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten. Dabei ist zu vermuten, dass weitergehende Forschungen in Italien, insbesondere in Mailand, genauere Angaben zu Bianca Panteos Biografie, ihrem künstlerischen Werdegang und ihren beruflichen Kontakten ermöglichten.Paradis , Maria Theresia
Wünschenswert wäre das Auffinden der als verschollenen geltenden Werke, um das Gesamtschaffen der Komponistin würdigen zu können.Das Stammbuch der Maria Theresia Paradis, auch kulturgeschichtlich von Interesse, verdiente eine Faksimile-Ausgabe mit wissenschaftlichem Kommentar, worauf übrigens Heino Pfannenschmid, Herausgeber des Fremdenbuches von Gottlieb Konrad Pfeffel, bereits 1892 verwies.
Pászthory, Pálma von
Der Forschungsbedarf zu Pálma von Pászthory umfasst sowohl ihre Biografie als auch ihre künstlerischen Tätigkeiten. Über ihre Schülerinnen und Schüler ist bislang nichts bekannt, ebensowenig über ihre musikorganisatorischen Aktivitäten, von der Organisation von Hausmusikkonzerten bis zur musikalischen Leitung der Münchner Volkshochschule. Die in Kürschners „Deutschem Musik-Kalender“ erwähnten Aufnahmen auf Voxplatten könnten – sofern sie aufzufinden sind – über ihre Interpretationen Aufschluss geben.Maria Pawlowna Großherzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach
Wünschenswert wären Forschungen zu Maria Pawlownas Bedeutung als Komponistin einschließlich der Erstellung eines Werkverzeichnisses. Auch die Stationen ihrer musikalischen Ausbildung sind noch nicht im Detail dargestellt worden.Pfeilschifter, Julie von
Der Forschungsbedarf zu Julie von Pfeilschifter umfasst alle ihre Tätigkeitsbereiche. Über ihre Schülerinnen und Schüler der Wiesbadener Zeit ist bislang ebenso wenig bekannt, wie über die Rezeption ihrer Konzerte und Kompositionen. Ihre Verbindungen zum Bühnentanz, die anhand verschiedener Kompositionen deutlich werden, sind bislang ungeklärt. Der Verbleib ihrer Kompositionen ist weitestgehend unbekannt.Sozialgeschichtlich könnten Forschungen zu Julie von Pfeilschifter besonders mit Blick auf die finanziellen Lebensbedingungen alleinstehender Musikerinnen am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts ergiebig sein (s. „Forschungsinformationen“).
Pflughaupt, Sophie
Der Forschungsbedarf zu Sophie Pflughaupt umfasst sowohl ihre Biografie als auch alle ihre Tätigkeitsbereiche.Ployer, Babette
Da man kann davon ausgehen, dass Babette Ployer als Kompositionsschülerin Mozart tatsächlich auch komponiert hat, und Werke von ihrer Hand – über das Studienbuch hinaus – bis heute nicht bekannt sind, wäre nach ihren Kompositionen zu suchen.Unklar bleiben bislang auch die Angaben über Babette Ployer während der Zeit ihrer Ehe. Auch ihr Todesdatum ist unbekannt.
Zu hoffen ist, dass das seit 1945 verschollene Stammbuch der Babette Ployer wieder aufgefunden wird. Hieraus sind auch genauere Angaben über ihren künstlerischen Zirkel in Wien zu erwarten.
Michael Lorenz bemerkt in seinem Aufsatz über Ployer zu Recht: „Eine umfassende, auf allen Quellen basierende Studie zu Mozarts Schülerinnen bliebe noch zu schreiben.“ (Lorenz 2000, S. 24).
Polzelli, Luigia
Während Polzellis Wirken in Eszterháza und ihre Zusammenarbeit mit Haydn relativ gut erforscht ist, liegen die frühen Jahre in Italien und besonders die Zeit ab 1791 weitgehend im Dunkeln.Powell, Maud
Leben und Werk von Maud Powell wurden in den 1980er-Jahren von Karen A. Shaffer und Neva Garner Greenwood umfangreich erforscht. Dennoch deckte bereits die Staatsexamensarbeit von Inka Prante (Prante 1999) Unstimmigkeiten in deren Darstellung auf. Ein neuer Blick auf Maud Powell könnte die 1988 erschienene Monografie möglicherweise in einigen Punkten relativieren und weitere Facetten des künstlerischen Lebens von Maud Powell herausarbeiten. Auch über ihre Studien bei Henry Schradieck in Leipzig, Charles Dancla in Paris und Joseph Joachim in Berlin ist bislang wenig bekannt.Prawossudowitsch, Natalie
Der Forschungsbedarf zu Natalie Prawossudowitsch betrifft in erster Linie ihre Kompositionen. Neben einer generellen Betrachtung wäre dabei z. B. zu hinterfragen, ob und in welcher Weise gesellschaftlich-politische und persönliche Erfahrungen in ihnen bearbeitet werden. So lässt sich bei einigen ihrer Kompositionen vermuten, dass sie auf bestimmte politische Vorgänge Bezug nehmen. Interessant ist ferner, dass sich Natalie Prawossudowitsch – soweit bislang zu rekonstruieren – nahezu ausschließlich als Komponistin verstand. Eine öffentliche Tätigkeit als Interpretin oder Musikpädagogin ist bislang nicht nachzuweisen.Quehl, Frida
Der Forschungsbedarf zu Frida Quehl umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten.Quidde, Margarete
Der Forschungsbedarf zu Margarete Quidde umfasst alle ihre Tätigkeitsbereiche, die bislang fast ausschließlich an Hand von Lexikonartikeln zu benennen sind: Auftritte, Konzertreisen und Veranstaltungen als Musikerin, ihre Arbeit als Musikpädagogin und Musikkritikerin, als Schriftstellerin, Übersetzerin und Herausgeberin.Hierfür wäre als erstes ihr Nachlass in der Münchner Stadt- und Landesbibliothek zu sichten.
Rappoldi-Kahrer, Laura
Der Forschungsbedarf zu Laura Rappoldi-Kahrer umfasst alle ihre Tätigkeitsbereiche. Ihre Konzerttourneen, ihr Repertoire, ihre Kontakte zu zeitgenössischen Musikerinnen und Musikern sowie ihre kammermusikalischen Konzerte konnten im vorliegenden Artikel lediglich rudimentär dargestellt werden. Der Verbleib ihrer Kompositionen ist bislang nicht bekannt. Die klavierpädagogischen und musikwissenschaftlich-hermeneutischen Schriften von Laura Rappoldi-Kahrer wären für eine historische Betrachtung der Klavier- bzw. Musikpädagogik ebenso interessant wie für interpretationsgeschichtliche Ansätze. Die künstlerischen Kontakte zur „Neudeutschen Schule“ um Franz Liszt sowie die Aufführungen von Werken aus diesem Umfeld sind m. W. bislang unerforscht.Parallel zu ihrer künstlerischen Laufbahn, war Laura Rappoldi-Kahrer über 35 Jahre lang als Klavierpädagogin am Dresdner Conservatorium tätig und wurde dort 1911 zur Professorin ernannt; über ihre Schülerinnen und Schüler ist bislang nichts bekannt. Interessant wäre in diesem Zusammenhang auch die Frage, welche äußeren Umstände dazu beitrugen, dass Laura Rappoldi-Kahrer der Titel einer „Professorin“ verliehen wurde – zu einer Zeit, als dies für eine Frau eher unüblich war.
Eine Sichtung ihres und ihres Mannes Nachlasses in der Sächsischen Landesbibliothek/Staats- und Universitätsbibliothek Dresden könnte ersten näheren Aufschluss geben und weitere Forschungswege aufzeigen.
Ravasz, Ilonka von
Der Forschungsbedarf zu Ilonka von Ravasz umfasst sowohl ihre Biografie als auch alle ihre künstlerisch-pädagogischen Tätigkeiten. Die Ergebnisse könnten auch weiteren Aufschluss geben über die berufliche Entwicklung der ungarischen Schülerinnen von Franz Liszt.Ravissa, Genovieffa
Genovieffa Ravissas Bedeutung scheint nach derzeitigem Wissensstand in ihrer Tätigkeit als selbstständige Musiklehrerin zu liegen: Sie verdiente in einer Zeit eigenständig ihren Lebensunterhalt als Musikerin, als dies nicht üblich war. Eine interessante Untersuchung in diesem Zusammenhang könnte die Suche nach weiteren, vielleicht vergessenen Frauen sein, die auf diese unspektakuläre Art wirkten, die aber gleichzeitig den Grundstock zur Öffnung eines heute nicht mehr wegzudenkenden Berufes für das weibliche Geschlecht legten.Rawack, Margarete
Der Forschungsbedarf zu Margarete Rawack umfasst sowohl ihre Biografie als auch alle ihre Tätigkeitsbereiche.Rehnqvist, Karin
Vor allem Karin Rehnqvists innovativer Kompositionsansatz, Kunstmusik mit schwedischen Volksmusik- und Gesangstechniken zu kombinieren, wurde als solcher untersucht und anerkannt. Dabei konzentrierte man sich verständlicherweise auf jene Werke, die Rehnqvist auch über die Grenzen Schwedens bekannt machten, wie „Davids nimm“, „Puksånger – Lockrup“, „Kast u.a.“, also vor allem Ensemblekompositionen. Analytisch bislang kaum betrachtet sind ihre großen Orchesterwerke wie z.B. „Arktis, Arktis“, „On Distant Shore“ u.a. Insgesamt wäre eine kontinuierliche Beschäftigung mit ihr und ihrem Werk sehr wünschenswert.Reichardt, Juliane
Von Interesse ist, wie sich die musikalische Ausbildung Juliane Reichardts beim Vater Franz Benda, der vor allem wegen seines Violinspiels und v.a. seines besonders intensiven Adagiospiels berühmt war, auf ihren Gesangstil, ihren „ächt italienischen Vortrage“ (Reichardt 1774), ausgewirkt hat.Reichardt, Louise
Ihre Rolle innerhalb der Hamburger Musikgeschichte zu Beginn des 19. Jahrhunderts ist bisher noch nicht umfassend gewürdigt worden. Weitere möglicherweise in Hamburger und Berliner Archiven befindliche Quellen könnten Aufschluss über ihre Rolle bei der Gründung der Sing-Akademie geben und ihre Kontakte zu den Mitgliedern der Berliner Sing-Akademie, insbesondere zu Carl Friedrich Zelter näher beleuchten.Ebenso steht eine eingehende Analyse aller Lieder Louise Reichardts im Spannungsfeld von zweiter Berliner Liederschule und frühromantischer Subjektivierung und pietistischer Frömmigkeit noch aus.
Reiss, Thelma
Der Forschungsbedarf zu Thelma Reiss umfasst sowohl ihre Biografie als auch alle ihre Tätigkeiten. Bislang ist lediglich eine Dokumentation ihrer größeren Konzerte in Großbritannien und des dort gespielten Repertoires möglich. Über ihre Konzertreisen ist bislang nichts Näheres bekannt. Ungeklärt ist auch der Hinweis, dass Thelma Reiss privat von der portugiesischen Cellistin Guilhermina Suggia unterrichtet worden sei.Remmert, Martha
Der weitere Forschungsbedarf ist erst nach Erscheinen der Biographie von Dieter Nolden zu bestimmen. In jedem Fall wäre es interessant, zu erforschen, welche Rolle Martha Remmert in der Programmgestaltung der Musikfeste spielte und auf welche Weise sie junge Musikerinnen, Musiker, Komponistinnen und Komponisten förderte. Dabei wäre auch nach dem Status der Berliner „Franz Liszt-Academie“ und deren Schülerinnen und Schüler zu fragen.Zu vermuten ist, dass die Tätigkeitsfelder von Martha Remmert ein größeres Spektrum umfassen, als es bislang aufgezeigt werden kann. So wird z. B. im Goethe- und Schiller-Archiv eine Komposition aufbewahrt und die dortige Sammlung an „Urteilen von Zeitgenossen“ verweist auch auf die Dirigentin Martha Remmert. Ebenso ist über die (Musik-)Schriftstellerin Martha Remmert bislang nahezu nichts bekannt.
Ricci de Tingoli, Cesarina
Suche nach möglichen weiteren Kompositionen und Zugang zum Familienarchiv der Familie Ricci.Riddick, Kathleen
Der Forschungsbedarf zu Kathleen Riddick umfasst ihre Biografie ebenso wie ihre künstlerischen und pädagogischen Tätigkeiten. Dabei wäre auch der Verbleib ihrer Kompositionen zu eruieren und ihre künstlerischen Kontakte, ihre Verbindungen zur zeitgenössischen Musik sowie zur Society of Women Musicians systematisch zu untersuchen.Gleichzeitig lassen die ersten Forschungen zu Kathleen Riddick erkennen, dass ihre Biografie und ihre Tätigkeiten auch in Verbindung mit übergeordneten Fragestellungen interessant wären. Hierzu zählt die Frage nach dem Ausbau der Laienmusik in den ländlichen Gegenden Englands und die Bedeutung von Frauen, speziell von Kathleen Riddick, für diesen Prozess. Zudem stellt sich die Frage, auf welche Weise es Kathleen Riddick gelang, auch im professionellen Bereich mit völliger Selbstverständlichkeit als Dirigentin anerkannt zu werden, zu einer Zeit als dieser Beruf für Frauen unüblich war. Schließlich wäre zu hinterfragen, wie das von ihr gegründete London Women’s String Orchestra organisiert war und welche Bedeutung diesem Orchester für den Lebensweg von Musikerinnen zukam.
Rimskaja-Korsakowa , Nadeshda Nikolajewna
Es besteht ein Forschungsbedarf hinsichtlich ihrer kompositorischen und musikschriftstellerischen Tätigkeiten sowie ihres Nachlasses.Robinson, Edith
Der Forschungsbedarf zu Edith Robinson umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten.Rodemann-Nielsen, Marie
Der Forschungsbedarf zu Marie Rodemann-Nielsen umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten. Interessant wäre auch, die Lebenswege mehrerer Absolventinnen der Berliner Königlichen Hochschule für Musik im Fach Violoncello am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts nachzuvollziehen (vgl. hierzu auch die Artikel Eugenie Stoltz-Premyslav, Lucy Campbell und Beatrice Harrison).Röckel, Elisabeth
Insgesamt ist die Biografie Elisabeth Röckels bislang nur ansatzweise erforscht. So ist beispielsweise anzunehmen, dass sie vor ihrem Engagement in Bamberg, wo sie in der anspruchsvollen Partie der Donna Anna debütierte, bereits an einer kleineren Bühne tätig war und dort erste Erfahrungen sammelte. Eine Durchsicht damaliger Theateralmanache sowie der Wiener Theaterzeitung könnte zu neuen Erkenntnissen führen. Bezüglich ihres Bamberger Engagements wären insbesondere ihre Kontakte zu E. T. A. Hoffmann von Interesse und verdienten ein intensiveres Quellenstudium, auch zu den Rollen, die sie in Bamberg verkörperte.Im Hinblick auf Beethovens Albumblatt wären daneben weitere Belege von Bedeutung, aus denen hervorgeht, welche Form des Namens Elisabeth sie speziell in Wien benutzte. Auf den überlieferten Anschlagzetteln sowie in den bislang bekannten Presseberichten wird sie – wie damals üblich – nur „Dem.[oiselle] Röckel“ genannt.
Rosé, Alma
Für eine genauere Beurteilung der Geigerin Alma Rosé wäre die Aufarbeitung weiterer Quellen zu ihrer Konzerttätigkeit von 1926 bis 1942 von großem Nutzen. Eine nähere Erforschung der Rezeptionsgeschichte der „Wiener Walzermädeln“ wird dadurch erschwert, dass sich Berichte in Musikzeitschriften in der Regel auf die Hochkultur beschränken. Zu Alma Rosés Privatkonzerten in den Niederlanden gibt es möglicherweise noch Unterlagen im „Tellegen – Archiv“ im ROD Amsterdam. Auf der Grundlage der einzigen erhaltenen Tonaufnahme ist eine abschließende Würdigung der Geigerin Alma Rosé nur in Ansätzen möglichRosenberger, Katharina
Von entscheidender Bedeutung ist die holistische Betrachtung des Schaffens. Eine rein musikwissenschaftliche Analyse kann nur kleine Ausschnitte beziehungsweise einzelne Werke fruchtbar behandeln. Es wird darauf ankommen, den vielfältigen Einflusssphären Rosenbergers gerecht zu werden, ohne die akustische Ebene zu sehr in den Vordergrund zu stellen. Strenge, als „wissenschaftlich“ erachtete Methoden sind dafür leider noch nicht entwickelt.Ruegger, Elsa
Der Forschungsbedarf zu Elsa Ruegger umfasst sowohl ihre Biografie als auch alle ihre Tätigkeitsfelder. Ihre zahlreichen Konzerte und Konzertreisen konnten bislang erst in Ansätzen nachgewiesen werden, über ihre Unterrichtstätigkeit, ihre Schülerinnen und Schüler sowie eine mögliche institutionelle Einbindung in den USA ist bislang nichts Näheres bekannt.Růžičková, Zuzana
Der Forschungsbedarf zu Zuzana Růžičková umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten, darunter ihre Konzerte und Konzertreisen sowie ihre musikpädagogischen Tätigkeiten. Auch der Einfluss ihrer Biografie auf ihre spätere professionelle Musikausübung bedarf weiterer Forschungen.Sachse, Auguste
Studienverlauf und erste Konzerte von Auguste Sachse wären vor allem im Hinblick auf eine Geschichte der institutionellen Ausbildung interessant. Das Leipziger Konservatorium war bekanntlich 1843 als erstes deutsches Musikkonservatorium gegründet worden. Auguste Sachse gehörte demnach zu den ersten Musikerinnen und Musikern, die überhaupt die Möglichkeit hatten, eine institutionalisierte Ausbildung in Deutschland zu absolvieren (vgl. hierzu auch die Grundseite über die Pianistin Louise Hauffe ); zu ihren Kommilitonen zählte u.a. der Geiger Joseph Joachim.Saenger-Sethe, Irma
Der Forschungsbedarf zu Irma Saenger-Sethe umfasst sowohl ihre Biografie als auch alle ihre Tätigkeitsbereiche.Schaden, Nanette von
Wertvoll wäre eine detaillierte Biografie, was jedoch schwierig werden dürfte, da sich dazu vermutlich kaum noch neue Quellen erschließen lassen.Scharwenka-Stresow, Marianne
Der Forschungsbedarf zu Marianne Scharwenka-Stresow umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten. Dabei wären ihr jahrzehntelanges Wirken als Pädagogin am Scharwenka-Konservatorium in Berlin, ihr dortiger Schülerkreis sowie ihre Arbeit am Konservatorium im „Hintergrund“ ebenso interessant wie ihre Bedeutung für die zahlreichen beruflichen und privaten Kontakte im Umfeld der Brüder Philipp und Xaver Scharwenka.Schadewaldt, Bertha
Der Forschungsbedarf zu Bertha Schadewaldt umfasst ihre Biografie, ihre Tätigkeiten sowie ihre privaten und beruflichen Kontakte.Schebest, Agnese
Auftritte von Agnese Schebest werden in zahlreichen zeitgenössischen Zeitungsartikeln erwähnt, die bislang noch nicht ausgewertet sind.Die Autobiografie von Agnese Schebest ist erst in Ansätzen nach literaturwissenschaftlichen Forschungsmethoden untersucht worden (vgl. Martina Rebmann „Luise Adolpha Le Beau, Lebenserinnerungen einer Komponistin“. In: Musik in Baden-Württemberg, Jahrbuch. Gabriele Busch-Salmen u.a. (Hg.). München: Strube, 2007. S. 49-71).
Eingehende Studien zur Unterrichtsmethode von Agnese Schebest sowie die Einbettung in das pädagogische Umfeld in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stehen noch aus, ebenso Untersuchungen zu Schülerinnen und Schülern (wer wurde unterrichtet, wie lange, mit welchem Ergebnis, welche überregionale Wirkung ergibt sich aus Schebests Lehrmethode?).
Scherres-Friedenthal, Flora
Der Forschungsbedarf zu Flora Scherres-Friedenthal umfasst ihre Biografie und alle ihre Tätigkeiten. Es ist zu vermuten, dass Recherchen im Umfeld von Berliner Komponisten in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts, wie z. B. Hugo Kaun, Friedrich Gernsheim, Alexis Hollaender und Ernst Eduard Taubert, ergiebig sind und die Einbindung Flora Scherres-Friedenthals in das Berliner Musikleben der Zeit konkretisieren könnten.Schick, Margarete Luise
Das Wirken von Margarete Luise Schick ist insbesondere für die Berliner Musikgeschichtsschreibung von einer Bedeutung, die eine neuere biografische Darstellung unbedingt rechtfertigen würde. Diese sollte sich sowohl auf die Zeitungen und Zeitschriften der damaligen Zeit als auch auf archivalische Quellen stützen.Schirmacher, Dora
Der Forschungsbedarf zu Dora Schirmacher umfasst sowohl ihre Biografie als auch alle ihre Tätigkeitsbereiche. Über mögliche Schülerinnen und Schüler ist ebenso wenig bekannt, wie über ihre beruflichen Kontakte. Der Verbleib ihrer Kompositionen ließ sich bislang nicht eruieren. Ein möglicher Nachlass ist nicht bekannt.Schindler, Rosa
Der Forschungsbedarf zu Rosa Schindler umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeitsbereiche.Schiphorst, Iris ter
Speziellere Analysen zu ausgewählten Kompositionen wären ein dringliches Forschungsgebiet. Da innerhalb des Musikschaffens eine Koproduktion eher exzeptionell ist, wäre die Untersuchung des Schaffensprozesses im Falle der Gemeinschaftswerke ein interessantes Untersuchungsfeld. Darüber hinaus könnten geschlechtsspezifische Fragestellungen an ter Schiphorsts Bühnenwerke herangetragen werden und somit möglicherweise einen wertvollen Beitrag zu den Gender-Studies liefern.Da Iris ter Schiphorst die Abseitsstellung von Frauen im zeitgenössischen Musikbetrieb kritisiert und ihr gerade in der Zusammenarbeit mit Helmut Oehring die Problematik komponierender Frauen bewusst wurde (vgl. Gespräch mit Susanne Binas, Erfolgreiche Künstlerinnen, 2003), wäre die Relevanz ihrer Kommentare durch genauere Untersuchungen zu überprüfen. Das Gespräch mit Binas eröffnet zudem Einblicke in die Arbeitsorganisation einer alleinerziehenden Mutter und in die Selbsteinschätzung einer Komponistin, die sich unter schwierigen Rahmenbedingungen zu behaupten hat.
Schjelderup, Mon
Neben dem Auffinden weiterer Quellen (insbesondere aus der Berliner und Pariser Zeit) sowie der Erschließung bereits vorhandener Materialien (z.B. dem Erinnerungsbuch) wäre vor allem eine Analyse ihres Repertoires sowie Analysen ihrer Kompositionen wünschenswert, um sie als Musikerin besser einschätzen zu können. Welche Rolle spielte sie innerhalb der Frauenbewegung und welche Auswirkungen hatte das auf ihr kompositorisches Schaffen? Auffällig ist, dass sich der Kreis der Widmungsträger, Textdichter, Interpreten, Journalisten, Schüler und Frauenrechtler zum Teil überschneidet. Hier könnte eine Analyse des sozialen Netzwerks über die genauen Zusammenhänge aufklären.Außerdem steht eine Rekonstruktion ihrer Tätigkeit als Klavierpädagogin aus.
Mon Schjelderup ist Teil des Forschungsprojektes der Autorin zum Thema „Komponierende Frauen in Norwegen. Bedingungen kulturellen Handelns.“
Schloezer-Skrjabina, Tatiana
Tatiana Fjodorowna Schloezer-Skrjabinas Person ist von vielen Legenden umgeben; ihr Leben und ihre Bedeutung als Alexander Skrjabins Frau und Muse wurden bislang noch nicht wissenschaftlich erforscht und aufgearbeitet. Interessant und aufschlussreich wären auch Forschungen über die ursprüngliche Herkunft der nach Russland übergesiedelten Familie Schloezer.Schmezer, Elise
Der Forschungsbedarf zu Elise Schmezer umfasst sowohl ihre Biografie als auch alle ihre Tätigkeitsbereiche.Schöne, Lotte
Obwohl in den meisten großen Musiklexika Artikel zu Lotte Schöne verzeichnet sind, ist die spezialisierte Forschung zu ihrer Person und ihrem Werdegang äußerst spärlich. Die vielen widersprüchlichen Informationen gerade zum ersten Drittel ihres Lebens (Geburtsdaten, Karrierebeginn usw.) erfordern eine Klärung. Eine systematische Erforschung ihres Opern- und Operettenrepertoires, die über eine kumulative Auflistung hinausgeht, also beispielsweise Vergleiche und Entwicklungen in Wien, Berlin und Paris aufzeigt, gibt es bisher nicht, ebenso wenig eine Darstellung ihres Liedrepertoires. Über ihre Tätigkeit als Gesangslehrerin, über Methode, Schüler und Schülerinnen ist nichts bekannt. Weiterhin gibt es noch keine Monographie zu Lotte Schöne, obwohl ihr Leben und Wirken in den drei großen musikalischen Zentren Wien, Berlin und Paris für die musikhistorische Forschung zur Zwischenkriegszeit (beispielweise unter repertoire- und stilgeschichtlichen Gesichtspunkten) und für die musikwissenschaftliche Exilforschung sehr interessant sind.Schonthal, Ruth
Untersuchungen der Werke (v.a. seit 1990), Beziehungen zwischen Musik und Malerei, Lehrtätigkeit.Schröder-Devrient, Wilhelmine
Es besteht Bedarf an einer aktuellen, umfassenden und wissenschaftlichen Studie zu Wilhelmine Schröder-Devrient. Ihre Rolle als dramatische Opernsängerin ist noch nicht hinreichend erforscht worden. Ebenso besteht Bedarf an einer Untersuchung ihrer vielseitigen Konzerttätigkeiten. Es fehlt ebenfalls eine wissenschaftliche Studie zur Rezeptionsgeschichte und ihrer Wirkung auf die europäische Opernlandschaft. Nicht erforscht sind bisher auch die bei Wolzogen und Glümer erwähnten politischen Neigungen oder Aktivitäten der Sängerin. Besonders aufschlussreich und erstrebenswert wäre zudem eine Zusammenführung und kritische Edition ihrer Korrespondenz als wichtige Primärquellensammlung zur Opern-, Gesangs- und Genderforschung; Claire Glümer nennt zahlreiche ihrer bedeutenden Korrespondenten wie Carl Gustav Carus, Helmine von Chézy, Lucile Grahn, Theodor Hell, Ferdinand Hiller, Carl von Holtei, Heinrich Laube, Franz Liszt, Felix Mendelssohn Bartholdy, Giacomo Meyerbeer, Theodor Mosevius, Elise Polko, Gioacchino Rossini, Clara und Robert Schumann, Gaspare Spontini, Daniel Stern (Pseudonym der Gräfin Marie d’Agoult), Caroline Ungher-Sabatier und viele mehr.Schumann, Clara
Da immer wieder neue Briefmaterialien auftauchen, differenziert sich unser Bild von dem wohl berühmtesten Künstlerpaar der Musikgeschichte immer mehr. Vor allem die neu veröffentlichten Briefe an die Mutter Clara Schumanns, Mariane Bargiel, einer Frau, die als Klavierlehrerin den Lebensunterhalt für ihren Mann und vier Kinder bestreiten musste, harren der Auswertung. Darüber hinaus fehlen Detailstudien z.B. zu Clara Schumanns vielfältigen Tätigkeiten etwa in Leipzig, Dresden und Düsseldorf, zu den Beziehungen zu KünstlerkollegInnen, auch zu einzelnen ihrer Schülerinnen.Da 2008 ein neuer Film - „Geliebte Clara“ (Helma Sanders-Brahms) - in die Kinos gekommen ist, wäre eine Studie zum Thema Clara Schumann als Roman- und Filmheldin immer wieder aktuell.
Schulz, Erna
Über das Leben und die künstlerischen Tätigkeiten von Erna Schulz ist bislang kaum etwas bekannt, obwohl sie bei zwei der erstrangigen Violinisten der Zeit ausgebildet wurde und sich bereits während ihres Studiums im deutschen, später dann auch im englischen Musikleben etablieren konnte und mit zahlreichen Musikerinnen und Musikerin der Zeit in Kontakt stand. Der Forschungsbedarf umfasst daher alle Bereiche: ihre Biografie, ihre solistische Karriere, ihre kammermusikalischen Tätigkeiten, ihre Konzertreisen, ihre künstlerischen und privaten Kontakte sowie schließlich auch den Kreis ihrer Schülerinnen und Schüler.Schwabe, Betty
Über Betty Schwabe ist bislang nur sehr wenig bekannt. Während sich ihre Zeit als Solistin noch anhand von Konzertkritiken zumindest teilweise rekonstruieren lässt – auch hier fehlen genaue Tourneedaten, Repertoirelisten, Auftrittsorte u.a.m. – ist über ihre nachfolgende pädagogische Arbeit, über ihre Schüler und Schülerinnen, über mögliche Festanstellungen und andere institutionelle Einbindungen bislang nichts bekannt. Auch die konkreten Stationen ihrer NS-Verfolgung liegen bislang weitestgehend im Dunkeln.Schweikert, Margarete
Eine ausführliche Untersuchung von Margarete Schweikerts kompositorischem Werk als Grundlage für eine Rezeption desselben steht noch aus.Ebenso ist ihre Bedeutung innerhalb des Karlsruher Musiklebens noch nicht genau einzuschätzen, da dieses selbst bisher nur rudimentär untersucht ist.
In beiden Bereichen sind weitere Erkenntnisse zu erwarten: zur Abhängigkeit des Personalstils von den herrschenden musikalischen Traditionen sowie zur spezifischen Rolle der Künstlerin innerhalb des durch bildungsbürgerliche Konventionen gekennzeichneten Karlsruher Sozialgefüges.
Die derzeit in Vorbereitung befindliche Auswahledition der Orgelstücke und Lieder mit anschließender Tonträgereinspielung wird hier einen Teil beitragen.
Scott, Marion
Die verschiedenen Tätigkeitsfelder von Marion M. Scott sind zwar relativ deutlich umrissen, im Detail allerdings kaum erforscht. Dies betrifft an erster Stelle ihrer Kompositionen, von denen bislang weder ein Verzeichnis noch eine stilistische Einordnung vorliegt. Ebenso wenig ist über ihr Engagement als Violinistin, Kammermusikerin und Konzertorganisatorin bekannt. Angesichts der von ihr gewählten Schwerpunktsetzung ist zu vermuten, dass sie zahlreiche Uraufführungen selbst gespielt bzw. initiiert hat – neben einem umfangreichen klassisch-romantischen Repertoire.Eine weitere Frage ist die nach ihren beruflichen und privaten Kontakten, die ihre musikpolitische Arbeit mit sich brachte sowie generell die Frage nach ihrem Engagement in Organisationen des britischen Musiklebens. Auch eine Einschätzung ihrer wissenschaftlichen Arbeit steht bis heute weitgehend aus.
Senfter, Johanna
Eine komplette Erschließung und weitere analytische Forschungen ihrer Werke sowie deren Rezeption stehen noch aus. Insbesondere ist das kompositorische Spannungsverhältnis zwischen den Werkes ihres Lehrers Max Reger und ihrem eigenen Schaffen von Interesse. Zu untersuchen wäre darüber hinaus auch, wie weit die in der 6. Sinfonie zu beobachtende ideologische Verstrickung mit dem Gedankengut der Nazis tatsächlich reichte.Senkrah, Arma
Der Forschungsbedarf zu Arma Senkrah umfasst sowohl ihre Biografie als auch alle ihre Tätigkeitsbereiche.Shinner, Emily
Obwohl Emily Shinner im Konzertleben Englands zwischen 1880 und 1904 einen festen Platz als Violinsolistin und Kammermusikerin hatte, ist bislang über ihre Studienzeit bei Joseph Joachim, über ihre Arbeit als Musikerin wie auch über ihr Privatleben nur sehr wenig bekannt.Siems, Margarethe
Für die Zeit zwischen 1937 bis 1946, während der Margarethe Siems am Breslauer Konservatorium Gesang unterrichtete, fehlen konkrete Angaben über mögliche Auftritte, nähere Details über ihre Lehrtätigkeit und Hinweise, wie sie das Kriegsende in ihrem Haus in Bad Landeck erlebte. Es fehlen auch Angaben, welche Besitztümer Margarethe Siems zurücklassen musste, als sie im November 1946 aus dem nun zu Polen gehörenden Bad Landeck vertrieben wurde und nach Dresden ging.Sirmen, Maddalena
Trotz der reichhaltigen Monografie von Arnold/Baldauf-Berdes (wertvolles Archivmaterial ist auch im Vorwort zur Edition der drei Violinkonzerte durch Baldauf-Berdes eingearbeitet) liegen einige Lebensstationen von Maddalena Sirmen noch weitgehend im Dunkeln, wie etwa die Zeit am Dresdner Hof. Analytische Auseinandersetzungen mit den Duetten, Trios und Streichquartetten fehlen noch. Wenig bekannt ist über das Repertoire der Geigerin. Für die Violinkonzerte Nr. 2 und 4 liegen noch keine modernen Ausgaben vor. Abgesehen von den eigenen Werken sind nur wenige Stücke anderer Komponisten bekannt, die sie öffentlich spielte. Ihr Gesangsrepertoire, v.a. in Dresden und St. Petersburg, ist noch gänzlich unerforscht. Auch in Hinblick auf die Rezeption der Kompositionen von Maddalena Sirmen wären weiterführende Forschungen wünschenswert.Soldat-Röger, Marie
Der Nachlass von Marie Soldat-Röger wurde von Barbara Kühnen in mehreren Publikationen ausgewertet. Dennoch bleiben zahlreiche Fragen offen, zum Beispiel zu ihrer Studienzeit in Berlin, zu ihren Schülerinnen und Schüler sowie zum künstlerischen Umfeld, in dem sie sich bewegte.Sontag, Henriette
Die aktuellsten und umfassendsten Publikationen über Henriette Sontag liegen bereits Jahrzehnte zurück, so dass Bedarf an einer neuen wissenschaftlichen Studie über die Sängerin besteht. Insbesondere die Forschung zu ihrem Opernrepertoire weist Lücken auf und müsste vervollständigt werden. Eine Untersuchung ihrer vielseitigen Konzerttätigkeit, gerade in den Jahren nach ihrer Heirat mit dem Grafen Rossi, steht ebenso noch aus. In diesem Zusammenhang wäre auch Henriette Sontags Berliner Salon näher zu betrachten. Darüber hinaus wäre eine Sammlung und kritische Edition ihrer Korrespondenz als wichtige Grundlage zur Opern-, Gesangs- und Genderforschung erstrebenswert.Sporleder, Charlotte
Der Forschungsbedarf zu Charlotte Sporleder umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten.Staudach, Emma von
Der Forschungsbedarf zu Emma von Staudach umfasst ihre Biografie, ihre Tätigkeiten sowie ihre künstlerischen Kontakte.Steinacker, Irma
Der Forschungsbedarf zu Irma Steinacker umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten.Stenhammar, Fredrika
Bedauerlicherweise sind bis dato nur wenige konkrete Aussagen über Fredrika Stenhammars Konzerttätigkeit möglich: sowohl ihr Repertoire als auch Konzertkritiken müssen noch ausgewertet werden.Fredrika Stenhammar zeichnete sich außerdem als aktive Netzwerkerin aus. Insofern wäre Stenhammars Wirken in und auf das schwedische Musikleben ein vielversprechendes Forschungsfeld.
Stenhammar, Elsa
„Folkskonserter“, Arbeiterkonzerte, Volkskonzerte etc. sind ein noch wenig untersuchter Bereich musikalischen Handelns. Im Rahmen einer solchen Forschungsarbeit wäre Elsa Stenhammar mit Sicherheit eine aufschlussreiche Persönlichkeit, über die bis jetzt nur wenige detaillierte Informationen vorliegen.Stern, Margarethe
Außer den Informationen, die den Schriften ihres Mannes, Adolf Stern, zu entnehmen sind, ist über das Leben und die verschiedenen Tätigkeiten von Margarethe Stern bislang kaum etwas bekannt. In der Biografie von Adolf Stern sind zwar ihre Konzerte vergleichsweise gut dokumentiert, jedoch nicht deren Rezeption, so dass diese aus anderen Quellen zu rekonstruieren wäre. Über ihre Ausbildungszeit bei Franz Liszt und Clara Schumann ist nur sehr wenig bekannt, ebenso über ihre künstlerischen Kontakte. Obwohl Margarethe Stern nahezu 30 Jahre lang unterrichtet hat, ist über den Kreis ihrer Schülerinnen und Schüler bislang nichts zu erfahren.Neben Recherchen im Nachlass ihres Mannes Adolf Stern könnte eine Sichtung des „Archivs des Allgemeinen Deutschen Musikvereins“ ergiebig sein, das sich in Weimar im Archiv der Hochschule für Musik Franz Liszt befindet. Eine systematische Sichtung von Zeitschriften und Zeitungen würde eine differenzierte Sicht auf die zeitgenössische Rezeption und die künstlerische Entwicklung Margarethe Sterns ermöglichen.
Stoltz-Premyslav, Eugenie
Der Forschungsbedarf zu Eugenie Stoltz-Premyslav umfasst sowohl ihre Biografie, von der bislang nur ein Ausschnitt von ca. 25 Jahren im Ansatz bekannt ist, als auch alle ihre Tätigkeitsbereiche. Unbekannt ist beispielsweise, ob Eugenie Stoltz-Premyslav unterrichtete, und wenn ja, wer ihre Schülerinnen und Schüler waren.Darüber hinaus könnten Forschungen über Eugenie Stoltz-Premyslav auch Aufschlüsse darüber geben, ab wann sich Cellistinnen im deutschen Musikleben behaupten konnten, welche Faktoren dazu beitrugen und welche Bedeutung dabei speziell der Kammermusik zukam.
Für Hinweise zum Lebensweg des Ehepaares Eugenie Stoltz-Premyslav und Leopold Premyslav danke ich David Sandberg (Walter- & Leo-Spies-Archiv Berlin) sowie Sophie Fetthauer (Lexikon verfolgter Musiker und Musikerinnen der NS-Zeit, Universität Hamburg).
Storace, Nancy
Systematische Auswertung der Briefe/des Briefwechsels im Sir John Soane’s Museum London.
Forschungen zum sozialen Status der Primadonnen am Wiener Hoftheater unter Joseph II.
Nancy Storace scheint eine besonders gesellige und Gesellschaft pflegende Person gewesen zu sein. Wo sie auftrat, war sie Mittelpunkt eines illustren Kreises, nicht nur bestehend aus Musikern und Sängerkollegen, sondern – über ihren Bruder – auch bestehend aus Komponisten, aber auch Literaten, Architekten, Gelehrten, Politikern und vielen anderen. Insofern wäre die Aufarbeitung des Zirkels um Nancy Storace – sowohl während ihrer Zeit in Italien, als auch aus der Wiener, der Londoner und der späteren Zeit in Herne Hill – wünschenswert.
Streicher, Nannette
Eine vollständige Erschließung der Quellen steht noch aus. Wünschenswert wäre daneben eine Arbeit, die Nannette Streichers Instrumente im Kontext mit anderen bedeutenden europäischen Klavierbauern ihrer Zeit untersucht. Wichtige Grundlagen dazu bietet der Bericht über das Symposium „Das Wiener Klavier bis 1850“ (s. Literatur).Strinasacchi, Regina
Eine systematische Auswertung der zeitgenössischen Publikationen (Cramer u.a.) im Hinblick auf Rezensionen über Regina Strinasacchis Konzerte in Deutschland, Frankreich und Italien steht noch aus. Hieraus wäre evtl. auch ein Einblick in ihr Repertoire möglich.Darüber hinaus ist zu erwarten, dass eine lokalgeschichtliche Forschung in Gotha weiteres Material zu Regina Strinasachi, ihr Wirken am Gothaer Hof und ihrer Familie zu Tage bringen könnte.
Bislang unbekannt sind ihre eigenen Kompositionen (wahrscheinlich vorwiegend für ihr eigenes Instrument) (s. Magazin der Musik. 2. Jg. Erste Hälfte. 1784. S. 346).
Strozzi, Barbara
Bedarf besteht an kritischen Editionen, Analysen von Strozzis Werk und seiner Rezeption im Hinblick auf die Entwicklung musikalischer Formen. Auch eine genauere Untersuchung ihres geistigen Umfelds, namentlich der Akademie- und Opernkontext, versprechen interessante intertextuelle Zusammenhänge.Szymanowska, Maria
Es liegen bislang biografische Studien sowie einige Analysen ihrer Werke vor. Eine intensivere Auswertung der zahlreichen Quellen, Manuskripte und Aufnahmen steht allerdings noch aus.Tailleferre, Germaine
Es gibt noch ca. 130 unpublizierte Kompositionen von Germaine Tailleferre, die noch nicht analysiert worden sind.Ein lohnendes Projekt wäre somit die Erstellung einer kritischen Gesamtausgabe der veröffentlichten und der noch nicht publizierten Werke Germaine Tailleferres.
Außerdem steht noch eine detaillierte Studie zu Tailleferres Rolle als Frau innerhalb der „Six“ an.
Takano, Mari
Bisher existiert keine zusammenfassende Arbeit, die sich ausschließlich oder schwerpunktmäßig mit Mari Takanos Werk auseinandersetzt.Weiterhin ergeben sich gewisse Probleme aus dem kosmopolitischen Lebensweg Mari Takanos, beispielsweise hinsichtlich mancher Details der Werkaufführungen als auch der adäquaten Übersetzung von Namen japanischer Institutionen, Konzertsäle, unüblicher Instrumente etc. Nicht alle Lehrer von Mari Takano konnten einwandfrei hinsichtlich ihrer Position identifiziert werden.
Mari Takano hat sich in den letzten Jahren zunehmend für spirituelle Fragen interessiert. Noch vor gar nicht langer Zeit wurde „Spiritualität” meist mit einem relativ kitschnahen Kunstverständnis assoziiert (in der Art eines Kitaro), doch scheint neuerdings hier und da eine Denkrichtung Fuß zu fassen, die Spiritualität und radikale ästhetische Erneuerung nicht als Gegensätze, sondern geradezu einander ergänzende Prinzipien ansieht. Zuweilen wird in diesem Zusammenhang auf Stockhausen verwiesen, doch würde es sicher lohnen, die verschiedenen Positionen zum Thema Kunst und Spiritualität, ihre Entwicklung und ihre wechselseitige Abhängigkeit einer differenzierteren Analyse zu unterziehen, namentlich auch im Hinblick auf den recht erheblichen Einfluss mancher Künstlerinnen.
Schon lange setzt sich Mari Takano mit der Frage auseinander, ob und inwieweit es geschlechtsspezifische Gestaltungsmerkmale in der Kunst gibt (siehe Takano 2000). Diese Merkmale lassen sich freilich aus mehr oder weniger (vielleicht gesellschaftlichem Druck gehorchender) epigonaler Kunst nur sehr mühsam ablesen, wirkungsvoller wäre ein Ansatz, der einerseits besonders radikale Künstlerinnen befragt, andererseits die – freilich immer mit Vorsicht zu genießenden – Erkenntnisse neurologischer und kognitionspsychologischer Forschung berücksichtigt.
Um zunächst auf den ersten Punkt einzugehen: In Japan nehmen Frauen wenigstens in der literarischen Tradition einen hervorragenden Platz ein – angefangen mit Murasaki Shikibu紫式部, der Verfasserin der “Erzählungen vom Prinzen Genji” (源氏物語), deren Rang innerhalb der japanischen Literatur mit dem Goethes in Deutschland vergleichbar ist. So wenig auch in der gesellschaftlichen Realität Japans von Gleichberechtigung die Rede sein kann, gibt es keine Vorurteile gegen künstlerisches Wirken von Frauen. Nie wurde in Japan bestritten, daß Frauen Kunst produzieren können, die der ihrer männlichen Kollegen an Qualität gleichkommt, wo nicht gar überlegen ist. Dies, verbunden mit einer bewussten und ästhetischen Kultivierung von geschlechtsspezifischen Verhaltensweisen, die in Japan auch heute noch eine große Rolle spielen, mag den Hintergrund abgeben, vor dem die historische Legitimation weiblichen Komponierens weitaus weniger interessiert als die Frage nach dem Ausdruck typisch weiblicher Erfahrungen und Erlebensweisen in der Kunst. Mari Takano sieht hier, von Hildegard von Bingen und Ruth Crawford Seeger abgesehen, besonders im Pop (etwa bei Bjørk oder bei der jungen Tori Amos) und bei Meredith Monk Gestaltungsmerkmale, die sich bei männlichen Komponisten nicht finden, namentlich eine andere Einstellung zu Form, Entwicklungsrhythmus und Polyphonie, die in einem ganz anderen Medium, etwa auch im Tanztheater von Pina Bausch, zu spüren sei. Diese eher intuitiv aufgestellten These verlangt zu ihrer Stützung natürlich nach eingehenderen Analysen.
Was nun zweitens die neurologische und kognitionspsychologische Forschung angeht, so sind in den letzten Jahren reichlich Arbeiten über geschlechtsspezifische Denkweisen erschienen, doch sollte man über der Flut populärwisschenschaftlich ausgebreiteter “Erkenntnisse” nie außer Acht lassen, auf wie unsicheren Füßen Kognitionspsychologie in vielen Bereichen noch steht. Vor gar nicht so langer Zeit gewannen in Japan die pseudowissenschaftlichen Arbeiten Tsunodas (über angeblich für Japaner spezifische Lateralisierung der Musikwahrnehmung) den Beifall selbst so herausragender Musikologen wie Fumio Koizumi (siehe: Tadanobu Tsunoda. “Nihonjin no n_ô” (Das Gehirn der Japaner). Tokyo: Taishukan Shoten 1978 (角田忠信,『日本人の脳』); zur Kritik von Tsunodas Theorien u.a..William Wetherall. Talking to crickets. In: Far Eastern Economic Review, vol. 132(18), 1. Mai 1986, S. 43 f., und Gregory Shepherd. ’Nihonjinron:’ Challenge to Academia. In: International Review of the Aesthetics and Sociology of Music (Zagreb), vol. 22/2 (1991), S. 187-192). Wenn dieser Skandal nicht schon hinreichend zur Vorsicht mahnt, so möge Robert L. Greenes exzellentes Buch “Human Memory: Paradigms and Pardoxes” (Hillsdale, New Jersey: Lawrence Erlbaum Associates 1992) den Blick öffnen für die zahlreichen Fallen, die kognitionswissenschaftliche Forschung für Nicht-Fachleute bereithält. Trotz dieser Caveats dürfte an der Existenz von Zusammenhängen zwischen Gender (bzw. “männlicher”, “weiblicher” Persönlichkeit und ihrem hormonellen Äquivalenten) und spezifischen Denkweisen kein Zweifel bestehen, und oft genug wurde schon die Vermutung oder Hoffnung geäußert, daß eine stärkere gesellschaftliche Repräsentation von Künstlerinnen der Kunst Wege zu neuen oder wenigstens bisher ungenügend berücksichtigten Gestaltungsprinzipien öffnet.
Tausig, Seraphine
Der Forschungsbedarf zu Seraphine Tausig umfasst ihre Biografie, ihre Tätigkeiten sowie ihre künstlerischen und persönlichen Kontakte.Tayau, Marie
Der Forschungsbedarf zu Marie Tayau umfasst ihre Biografie sowie ihre Tätigkeiten als Geigerin, Kammermusikerin, Konzertveranstalterin und Pädagogin.Tchemberdji, Katia
Bislang sind noch keine Forschungsarbeiten zu Katia Tchemberdjis Wirken als Pianistin und Komponistin entstanden. Eine wissenschaftliche Untersuchung ihrer Werke würde sicherlich viele interessante Aspekte und Ergebnisse zu Tage fördern – vor allem auch im Hinblick auf Katia Tchemberdjis eigenen und immer eigenständigen wie eigenwilligen Ansichten über zeitgenössische Musik im Allgemeinen und ihre persönliche künstlerische Arbeitsweise im Besonderen. Wer sich näher mit Katia Tchemberdjis Werken und ihren Ideen beschäftigt, wird immer auch auf philosophische, ethisch-humanistische, naturwissenschaftliche und kunstgeschichtliche Fragen und Probleme stoßen.Wertvolle Hinweise über Katia Tchemberdjis Kompositionsweise, ihre Inspirationsquellen und ihre grundsätzliche Auffassung vom Komponieren – wichtige Ansatz- und Ausgangspunkte für eine wissenschaftliche Untersuchung! – finden sich im Interview mit der Komponistin in der multimedialen Präsentation auf dieser Homepage: http://mugi.hfmt-hamburg.de/multimediale_praes/tche1960.php).
Auch ihre überaus „kreative“ Tätigkeit als Klavier- und Kompositionspädagogin (vor allem in der Arbeit mit Kindern) verdient eine ernsthafte Diskussion und Würdigung.
Teichmüller, Anna
Die biografischen Quellen sind bislang nur einer ersten Sichtung unterzogen worden. Ihre intensive Aufarbeitung steht noch aus und dürfte Informationen über die wechselseitige Beeinflussung von Carl Hauptmann und Anna Teichmüller zutage fördern. Diese gehört zu den vermutlich besonders interessanten Forschungsdesideraten im Zusammenhang mit Anna Teichmüller. Auch die weitergehende Beschäftigung mit Anna Teichmüllers veröffentlichter Musik ist noch als Forschungsdesiderat zu bezeichnen.Neben einer intensiveren Beschäftigung mit den bisher zugänglichen Quellen wäre das Auffinden und die Erschließung weiterer Quellen wünschenswert. Insbesondere fehlen bislang genauere Informationen über Anna Teichmüllers musikalische Ausbildung sowie über das familiäre Musikleben vor der Schreiberhauer Zeit. Um weitere Quellen und eventuell auch Musikautografe sowie die verschollenen Werke zu finden, wäre es nützlich, Nachfahren der Familien Teichmüller und von Cramer zu finden, in deren Besitz sich Anna Teichmüllers eigener Nachlass erhalten haben könnte.
Ein weiteres Desiderat betrifft Aufführungen der Musik Anna Teichmüllers in den kulturellen Zentren Berlin und Breslau sowie deren Rezeption. Hierzu müssten systematisch die zeitgenössischen Musikzeitschriften durchgesehen werden.
Tesi, Vittoria
Es liegt bis heute keine Monografie über Vittoria Tesi vor; Forschungsbedarf gibt es vor allen Dingen in Bezug auf ihre Position und ihre Vernetzung im italienischen Musikleben der 1720er und 1730er Jahre. Auch die Rezeption Vittoria Tesis im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert als idealtypischer Sängerin und Darstellerin ist noch nicht ausreichende untersucht, ebenso wenig ihre Einordnung in den sich wandelnden Kontext des Schauspielverständnisses des 18. Jahrhunderts. Archivrecherchen in den Opernhäusern Italiens könnten weitere Aufschlüsse über ihre zahlreichen Engagements geben.Thiedemann, Tony Cäcilie
Weiter zu erforschen wäre das Repertoire von Tony Thiedemann sowie ihr musikalischer und persönlicher Einfluss auf das künstlerische Umfeld (Fanny Hensel, Wilhelm Taubert, Elise Polko, Richard Wüerst, Ferdinand Hiller, Carl Reinecke, Eduard Franck, Richard Franck).Über den Auftritt von Tony Thiedemann vor der späteren Kaiserin Augusta und ihrem Sohn (später Kaiser Friedrich III.) gibt es nach einem Hinweis des Sohnes Richard Franck ein „Albumblatt“ von Elise Polko. Möglicherweise befindet es sich wie weitere Publikationen von Elise Polko in einem der ersten Jahrgänge der Neuen Musik-Zeitung (Tonger), die bisher nicht vollständig ausgewertet werden konnten.
Timanova, Vera
Der Forschungsbedarf zu Vera Timanova umfasst alle ihre Lebensbereiche. Ihre Biografie und ihre künstlerische Entwicklung sind bislang nur im Ansatz bekannt, ihre pädagogische Tätigkeit liegt vollständig im Dunkeln. Die von ihr bespielten Welte-Mignon-Rollen könnten näheren Aufschluss über ihre Interpretationsweise geben. Auch ihre Kontakte zu Musikerinnen und Musikern sind bislang unerforscht.Um ein angemessenes Bild der Pianistin und Musikpädagogin zu erhalten, ist aller Voraussicht nach die Kenntnis der russischen Sprache sowie eine Zusammenarbeit mit der regionalen Forschung in Ufa notwendig.
Timmermann, Leni
Zeitungsbestände insbesondere in den Stadtarchiven Recklinghausen und Marl: Zeitungsberichte u. Kritiken in der Lokalpresse Recklinghausen u. Marl-Hüls, Veranstaltungsprogramme etc. über Auftritte von Leni Pahlenberg ca. 1918-1933, Anmeldungen von Musikveranstaltungen bei der STAGMA (GEMA-Vorgängerin) (Fast alle Unterlagen gingen der Familie im Krieg verloren).Tirs, Catherina
Folgende Fragen ergeben sich aus den bisherigen Forschungen:Lassen sich durch die Ausführung der römisch-katholischen Liturgie in Münster im ausgehenden 16. Jahrhundert weitere Informationen über die liturgisch-musikalischen Gebräuche der Schwestern vom Gemeinsamen Leben erschließen?
Gibt es Verbindungen zwischen der Musikpraxis der Devotio moderna und der Musikpraxis der frühen Täuferbewegung?
Gibt es Zusammenhänge (Einflussnahmen, ähnliche Entwicklungen) zwischen den geistlichen Liedern der Devotio moderna und dem Tugendlied?
Inwieweit wurden die niederdeutschen Konvente der Schwestern vom Gemeinsamen Leben von den niederländischen Konventen beeinflusst hinsichtlich der Meditations- und Gesangspraxis?
(Siehe auch das Stichwort „Spekulationen“ unter http://mugi.hfmt-hamburg.de/Liederbuch_Tirs/index.html).
Trebelli, Zelia
Im Rahmen der Aufarbeitung und Erforschung von Interpretationsgeschichte ist es von Bedeutung, das Leben und die Interpretationskunst von Zelia Trebelli in einer umfassenden Biographie entsprechend zu würdigen.Weiterhin ergibt sich die Forschungsfrage, in wieweit es in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verbreitet war, dass Frauen nicht nur Hosenrollen sangen, sondern auch ausgesprochene Männerrollen verkörperten und wie sich diese Tatsache im Publikum und in der Gesellschaft wiederspiegelte.
Tschetschulin, Agnes
Der Forschungsbedarf zu Agnes Tschetschulin umfasst sowohl ihre Biografie als auch alle ihre Tätigkeitsbereiche.Umińska, Eugenia
Der Forschungsbedarf zu Eugenia Umińska umfasst weitere Recherchen zu ihrem musikalischen und politischen Wirken während und nach dem Zweiten Weltkrieg. Auch wäre es sehr aufschlussreich, ihren Beitrag zur „Feminisierung“ der polnischen Streicherkunst näher zu untersuchenUnger, Caroline
Es wäre verdienstvoll, die in Österreich, Deutschland, Italien und Frankreich verstreut überlieferten Quellen einmal zusammenzutragen, um damit die Grundlagen für eine Biografie Caroline Ungers zu schaffen. Unerforscht ist insbesondere, inwieweit sie auf Komponisten wie Beethoven und Schubert – oder später auf Bellini, Donizetti, Meyerbeer und Rossini – direkten Einfluss ausübte. Von Interesse wären auch ihre eigenen, bislang nur schwer zugänglichen Kompositionen, zu denen noch keine Untersuchung vorliegt.Ustvolskaya, Galina
Es gibt zwar schon zahlreiche Aufsätze, Werkbesprechungen und Kritiken der Werke Galina Ustvolskayas, doch eine umfangreiche Darstellung zu ihrem Schaffen steht weiterhin aus. Die Publikationen von Gladkowa und Bokman sind beide durch ihre persönliche Beziehung zu Ustvolskaya geprägt (vor allem diejenigen Bokmans), daher wäre eine objektivere Stellungnahme sehr zu wünschen. Um die wenigen biografischen Daten zu vervollständigen, wäre es sinnvoll, Zeitzeugen zu befragen und den Nachlass aufzuarbeiten. Der persönliche und kompositorische Bezug zu ihrem Lehrer Schostakowitsch wurde zwar schon vielfach erwähnt, aber eine grundlegende Untersuchung steht ebenfalls noch aus.Vaillant, Gabrielle
Der Forschungsbedarf zu Gabrielle Vaillant umfasst ihre Biografie, ihre Tätigkeiten sowie ihre verschiedenen beruflichen und privaten Kontakte im britischen Musikleben.Verhulst, Anna
Der Forschungsbedarf zu Anna Verhulst umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten.Verne, Mathilde
Die Tätigkeiten von Mathilde Verne, ihr Repertoire und ihre Schülerinnen bzw. Schüler, die von ihr organisierten Konzerte und die von ihr bearbeiteten Noten sowie ihre Interpretationen sind bis heute kaum erforscht. Ihre Autobiografie gibt zwar zahlreiche Hinweise, vor allem was die Namen ihrer Schülerinnen und Schüler betrifft, trotzdem fehlen konkrete Daten und die Einbindung in übergreifende Zusammenhänge. Neben einer Sichtung des Familienbestands wäre hier eine systematische Auswertung von Zeitschriften und Konzertprogrammen notwendig. Eine Untersuchung ihres außerordentlich erfolgreichen „College’s of Music“ könnte zugleich über die Errichtung und Bedeutung von Privatkonservatorien in England im 20. Jahrhundert Aufschluss geben.Viardot, Pauline
Es besteht ein sehr großer Forschungsbedarf bezogen auf alle Felder von Pauline Viardots künstlerischer Tätigkeit. Besonders genannt seien hier noch einmal ihre Kompositionen (von den in Baden-Baden entstandenen Bühnenwerken kennen wir nur die Partitur von „Le dernier sorcier“/“Der letzte Zauberer“) und ihre Rolle als Kulturvermittlerin. Da Pauline Viardot nicht nur mit zahllosen Musikern einen ausgedehnten Briefwechsel führte, liegen tausende von Briefen in den verschiedensten öffentlichen und privaten Archiven und harren ebenso wie ihr Konzert- und ihr Opernrepertoire der Aufarbeitung. Auch ihre Mitarbeitung an der Entstehung verschiedener Partituren etwa von Meyerbeer, Gounod, Massenet und Saint-Saëns ist bisher nicht untersucht worden.Viard-Louis, Jenny
Der Forschungsbedarf zu Jenny Viard-Louis umfasst ihre Biografie, ihre Tätigkeiten sowie ihre Kontakte innerhalb des französischen und englischen Musiklebens.Voigt , Henriette
Um Henriette Voigts Einfluss auf die Repertoirepflege ihrer Zeit ermessen zu können, würde man grundlegender Forschung zu dem in Leipzig gepflegten Repertoire bedürfen. Dies bezieht sich sowohl auf öffentliche Konzertvereine, als auch auf die private oder halböffentliche Musikpflege.Eine wesentliche Phase von Henriette Voigts musikalischer Sozialisation fand in Berlin statt, so dass hier zu fragen ist, ob spezifische Berliner Traditionen in ihrem Repertoire oder ihrer Musikauffassung wiederzufinden sind. Es wäre auch interessant der Frage nach zu gehen, in welchem Verhältnis die Musikkultur Berlins und die Leipzigs zueinander standen.
Für die bürgerliche Musikpraxis des 19. Jahrhunderts stellt sich die Frage, inwiefern hier Strömungen und Gruppierungen erkennbar sind und wann man von regionalen Einzelerscheinungen sprechen muss. Weiterer Forschung bedarf auch die Frage, in wieweit bürgerliche Dilettanten Einfluss auf die Ausbildung eines Werkkanons hatten. Hierbei fehlt es vielfach noch an geeigneten und etablierten Beschreibungskategorien für die Tätigkeiten von Interpreten und Dilettanten, um ihrem Stellenwert in der Musikgeschichtsschreibung gerecht zu werden. Hierbei stellt auch der Begriff des „Salons“ und der „Salonière“ im deutschsprachigen Raum einen viel diskutierten Begriff dar, der eingehender Untersuchung bedürfte.
Wagner, Elsa
Der Forschungsbedarf zu Elsa Wagner umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten.Waldoff, Claire
Interpretationsgeschichte:Welche Einflüsse führten zu Claire Waldoffs persönlichem Gesangs- und Interpretationsstil (z.B. Yvette Guilbert, Otto Reutter)? Inwiefern beeinflusste Claire Waldoffs Gesangs- und Interpretationsstil nachfolgende Chanteusen-Generationen?
Kulturgeschichte:
Wie hängen Claire Waldoffs Auftritte (Liedinhalte, Männerkleidung, „Auftreten“) und die zunehmende Frauenemanzipation dieser Zeit zusammen?
Biographische/lokale Forschung:
Der Lebensabschnitt Clara Wortmanns in Hannover sowie die Anfänge des Mädchengymnasialwesens in Hannover sind bisher wenig erforscht. Hier bestünde auch im Hinblick auf andere Hannoveraner Schülerinnen dieser Zeit Forschungsbedarf.
Walshe, Jennifer
Da tiefer gehende Analysen kaum vorliegen, wäre die musikwissenschaftliche Aufarbeitung des Oeuvres oder zumindest ausgewählter Kompositionen ein dringlicher Forschungsbedarf. Zudem sind Walshes Werken Fragen der Gender Studies förmlich eingeschrieben. Besonders aufschlussreich dürfte die Auseinandersetzung mit den musiksemiotischen Erwägungen sein. So könnte eine rezeptionsorientierte Untersuchung ausgewählter Kompositionen Walshes – bisher ungeprüfte – Thesen stärken oder relativieren.Wandersleb-Patzig, Luise
Der Forschungsbedarf zu Luise Wandersleb-Patzig umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten. Besonders interessant wäre es in diesem Zusammenhang, ihre Berufstätigkeit als Violoncellistin in einem bürgerlich städtischen Umfeld am Ende des 19. Jahrhunderts näher zu untersuchen.Waßmann, Irmgard
Das Thema „Musik im Puppentheater“ bedarf grundlegender Forschungen, eine wissenschaftliche Aufarbeitung des Themas steht noch aus. Es gibt jedoch einige pädagogische Pulikationen über Musik im Figuren- oder Puppentheater, wie z.B:Stojancev, Stojan, Musik im Puppentheater, Leipzig 1983.
Arbeitskreis für gemeinsame Kulturarbeit bayerischer Städte e. V., PUCK – Das Figurentheater und die anderen Künste, Nr. 6: Musik in Bewegung, 2001 (die Zeitschrift wurde inzwischen eingestellt; zu beziehen über: Referat für Kultur, Jugend und Freizeit, Kulturprojektbüro, Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen).
Weglein, Clär
Über den exemplarischen Einzelfall von Clär Weglein hinaus wäre sicherlich eine größer angelegte geschlechtsspezifische Untersuchung zur Remigration von Musikschaffenden nach 1945 ein äußerst interessantes Forschungsfeld. Hauptziel einer weiteren Forschung zu Clär Weglein selbst könnte zunächst die Recherche nach einem evtl. vorhandenen Nachlass sein. Weiterhin wäre eine umfassende Erforschung ihrer Tätigkeit in der Stuttgarter Jüdischen Kunstgemeinschaft von Interesse. Hierzu befinden sich noch unbearbeitete Quellen im Stadtarchiv Stuttgart.Weigl, Vally
Es steht noch eine ausführlichere Betrachtung von Vally Weigls kompositorischem Werk aus, wobei Bezüge zu ihrer musiktherapeutischen Arbeit, ihrem politischen Engagement, ihrer Mitgliedschaft in der Gemeinde der Quäker sowie der Zäsur durch das Exil zu untersuchen wären. Ihre Kompositionen sind nur teilweise ediert.Wertheim, Rosy
Forschungsbedarf zu Rosy Wertheim gibt es in allen Bereichen: Eine ausführlichere Betrachtung von Rosy Wertheims kompositorischem Werk steht ebenso aus wie eine genauere biographische Arbeit zur Rosy Wertheim und speziell den Umständen ihrer Verfolgung während der NS-Zeit. Es gibt weder Arbeiten zu ihrer Einbindung in die Pariser Musikszene und ihre Rezeption in Frankreich und den USA noch zu ihrer Rolle in der niederländischen Musikszene und ihren Beziehungen zu anderen niederländischen Komponistinnen und Komponisten.Obwohl die Autographe der Kompositionen Rosy Wertheims im Haags Gementemuseum gut erschlossen vorliegen, sind nur wenige ihrer Kompositionen verlegt.
Westendorp, Sybil
Edition und nähere Analyse der Werke; nähere Recherche der frühen Biographie Westendorps; weitere Rezeptionsforschung.Wickerhauser, Nathalie
Der Forschungsbedarf zu Nathalie Wickerhauser umfasst ihre Biografie und ihre Tätigkeiten.Wietrowetz, Gabriele
Um genauere Einblicke in das Leben und die Tätigkeiten von Gabriele Wietrowetz zu erhalten, wäre es notwendig, grundlegende Dokumente wie z. B. Briefe und Konzertprogramme aufzufinden. Da Gabriele Wietrowetz mit sehr vielen Künstlerinnen und Künstlern zusammengearbeitet hat (s. Biografie), wäre zu vermuten, dass sich in deren Nachlässen weitere Dokumente befinden.Ferner wäre nach konkreten Lebensdaten zu suchen, nach Tourneedaten ebenso wie nach genaueren biografischen Umständen. Gabriele Wietrowetz hat über zehn Jahre an der Königlichen Hochschule für Musik als Violinpädagogin unterrichtet. Über den Kreis ihrer Schülerinnen ist ebenfalls bislang nichts bekannt.



