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  • Pauline Viardot

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    Impressum

    Diese Webseite erwuchs aus einem Konzertprojekt an der Hochschule der Künste Berlin 1999, das gemeinsam von Prof. Jutta Schlegel und Prof. Dr. Beatrix Borchard geleitet wurde. Zunächst entwarfen Beatrix Borchard und Julia Lindig ein Konzept für eine CD-ROM zu Pauline Viardot, die als Abschlussarbeit einer Webdesignweiterbildung teilweise realisiert wurde. Die Rekonzeption und Reprogrammierung für das Internet fand im Rahmen des Forschungsprojekts Musik und Gender im Internet statt und wurde vom Innovationsprogramm der Universität Paderborn finanziert.


    Kontakt: mugi[at]hfmt-hamburg.de

    Konzept: Beatrix Borchard und Julia Lindig

    Redaktion: Kirsten Reese

    Webdesign: Julia Lindig (webdesign berlin)

    Stud. Hilfskraft: Christian Bähnisch

    Stand: Mai 2004


    Kommentar

    Genese


    Die Idee für die Entwicklung einer Plattform im Internet zum Thema Musikerinnen und Gender entstand während verschiedener Konzertprojekte zu Musikerinnen und Musikerpaaren an der Hochschule der Künste Berlin (jetzt Universität der Künste), die von Studierenden mit großem Engagement unter der Leitung von Beatrix Borchard durchgeführt wurden. Aufgrund der oft sehr komplizierten Quellenlage hatten die diesen Projekten zugrunde liegenden Seminare einen hohen Forschungsanteil, so dass sich sehr rasch die Frage der Ergebnissicherung und Veröffentlichung stellte. Ein erster Schritt in Richtung Internetforum war abgesehen von Programmheften und einer CD die Konzipierung und Realisierung einer CD Rom zu der französischen Sängerin und Komponistin Pauline Viardot-Garcia. Sie basierte auf einem Konzertprojekt, das im Sommer 1999 gemeinsam von Prof. Jutta Schlegel und Prof. Dr. Beatrix Borchard geleitet wurde. Zunächst entwarfen Beatrix Borchard und Julia Lindig ein Konzept für eine CD-ROM zu Pauline Viardot, die als Abschlussarbeit einer Webdesignweiterbildung teilweise realisiert wurde. Die Überarbeitung der Konzeption und Programmierung für das Internet fand im Rahmen des Forschungsprojekts "Musik und Gender im Internet" statt und wurde vom Innovationsprogramm der Universität Paderborn finanziert.


    Aufbau


    Ziel der multimedialen Präsentation ist es, die vielfältigen und miteinander vernetzten Lebensbereiche und Tätigkeitsfelder einer Musikerin anschaulich zu machen, deren Name zwar in den Biographien nahezu aller wichtigen Komponisten der 2. Hälfte des 19. Jahrhudnerts auftaucht, die aber dennoch für die Musikgeschichtsschreibung bisher nicht existiert hat. Pauline Viardot-Garcia war Sängerin, Komponistin, Bearbeiterin, Pianistin, Gesangslehrerin, Organistin, Kulturvermittlerin, Veranstalterin, Herausgeberin, Regisseurin, Karikaturistin, Tochter, Ehefrau, Mutter, Freundin, Geliebte. Nicht diskursiv sondern gestalterisch wird Musik beispielhaft in dieser multimedialen Seite als kulturelles Handeln "erfahrbar". Die Geschichte der Vermittlung von Musik durch Interpretation, Programmgestaltung, Unterricht tritt gleichberechtigt neben die Kompositionsgeschichte. Deswegen werden die traditionellen Informationen zu Herkunft, Leben und Werkverzeichnis konrotualisiert durch weitere Aspekte, wie Stimme, Repertoire, Reisen, Salons, Freunde und Briefe. Stimme, Repertoire und Reisen gruppieren sich zum Tätigkeitsfeld Interpretin, Repertoire und Reisen gehören gleichzeitig gemeinsam mit Salons, Freunden und Briefen aber auch zum Aspekt der Kulturvermittlung usw. Das bedeutet, untereinander sind alle Berereiche miteinander vernetzt. Daß es zwischen den einzelnen Feldern keine Hierarchie gibt, macht die optische Gestaltung der Startseite deutlich: Im Zentrum steht die Sängerin im Halbprofil, rechts und links ist sie von kleinen Pictogrammen umgeben, die den einzelnen Themenbereichen zugeordnet sind. Die Präsentation suggeriert keine Vollständigkeit, sondern regt an zum Navigieren durch die Lebens- und Arbeitswelt der Pauline Viardot-Garcia.


    Stimme


    Wie kann man eine Vorstellung von der sängerischen Leistung einer Musikerin gewinnen vor der Erfindung der Schallplatte? Diese Frage nach der Geschichte der Interpretation von Musik war Ausgangspunkt3 für die Gestaltung der Unterseiten zum Thema "Stimme". Am Beispiel einer der Rollen, deren Verständnis und Interpretation wesentlich durch sie geprägt wurde, der Rolle des Orpheus in Glucks Oper "Orpheus und Eurydike", die Hector Berlioz mit ihr gemeinsam wieder auf die Bühne brachte, wurde historisches Material, wie z.B. Kritiken, zeitgenössische Stimmbeschreibungen, Rollenphotos, Briefe von Pauline Viardot-Garcia, in denen sie ihr Rollenkonzept beschreibt, konstelliert mit einem "Orpheusspiel". In diesem interaktiven Spiel wird die Stimme von Pauline Viardot-Garcia gleichsam beschworen: sechs verschiedene Aufnahmen einer einzigen Passage aus der berühmten Orpheusarie "Ach ich habe sie verloren" wurden zusammengestellt. Sie erklingen, wenn man das Bild von Pauline Viardot-Garcia, das in der Mitte steht, auf eine der Sänger und Sängerinnen zieht. Die Bandbreite der Aufnahmen reicht von Maria Callas, bekanntlich einer Sopranistin, über eine Altistin bis zu einem Countertenor. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Aufnahmen sind so eklatant, daß sie sofort Fragen zu Tempogestaltung, Stilistik, Besetzung, Geschlechtsidentität zwischen Rolle und Sänger usw. Provozieren. Diese aufführungspraktischen Fragen werden bewußt nicht im Rahmen der multimedialen Präsentation beantwortet werden. Denn die Internetseite ist kein wissenschaftliches Buch mit anderen Mitteln sondern interaktives Vermittlungsmedium von nicht nur aber auch historiographischen Fragestellungen. Die aufgenommenen rote und Bildmaterialien sind ausschließlich auf Pauline Viardot bezogene Originalmaterialien. Ergänzend ist unter dem Stichwort "Gesangsschulen" ein studentischer Programmheftbeitrag zum Thema "Garcia-Schule" eingebunden, also der Schule, aus der Pauline Viardot selber stammte und die sie durch ihre eigene Gesangskunst und durch ihre Unterrichtstätigkeit tradierte. Folglich ist hier auch ein Link auf das Thema Unterricht zu finden.


    Kompositionen und Werkverzeichnis


    Wie eingangs dargestellt ist das Grundkonzept dieser Präsentation aus einem Konzertprojekt entstanden. Eine Reihe der Materialien, die in diesem Konrot entstanden sind, sind hier eingebunden, wie z.B. Aufnahmen, gedruckte Noten, Notenautographe, Bearbeitungen für Kammerbesetzung, Libretto, Programmheftrote. Am Beispiel einer der für Baden-Baden entstandenen Operetten Pauline Viardot-Garcias verfolgt die Darstellung ein doppeltes Ziel: Sie will Material für Interessierte zur Verfügung stellen, die eine Aufführung dieses Stücks planen bzw. ausübende Musiker und Musikerinnen dazu anregen dies zu tun. Gleichzeitig bietet sie ausführliches Ausgangsmaterial für eine vertiefte wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Stück. Ein ausführlicher Essay der Autorin, der über die digitale Materialsammlung abrufbar ist, wird zusätzlich zur Verfügung gestellt und bietet weitere Konrotualisierungen. Die Art der Darstellung will darüber hinaus veranschaulichen, daß die Kompositionen Pauline Viardot-Garcias keine Werke im emphatischen Sinne sind, sondern Ausdruck einer ganz spezifischen Verknüpfung von Lebenswelt und Klangwelt, die über ein reine Analyse des Notenrotes nicht zu erfassen ist. Zeitgenössische Abbildungen des Opernhauses, das sich die Sängerin in ihren Garten in Baden-Baden bauen ließ, bringen auch die Bedeutung konkreter Orte und Räume, die in ihre Stücke miteinkomponiert sind, ins Bewußtsein. Abbildungen sind also keine schmückende Illustration sondern transportieren inhaltliche Aussagen. Klangbeispiele sind im Zusammenhang mit dem Berliner Hochschulprojekt entstanden. Anhand eines Beispiels, des Liedes "Le reve de Jésus" sind rot, Noten und Musik komplett eingebunden.


    Salon


    Die besondere Bedeutung der Räume im konkreten wie im übertragenen Sinne für die musikalische Tätigkeit von Pauline Viardot-Garcia und auch für die Faktur ihrer Kompositionen wird auch über das Themenfeld "Salon" transportiert. Der Begriff "Salon" steht hier für einen Zwischenbereich zwischen Privatheit und Öffentlichkeit, für den es heute kein Äquivalent mehr gibt. Die eingebundenen Beschreibungen ganz unterschiedlicher Provenienz zeugen von der Bandbreite der musikalischen Darbietungen und Formen musikalischer Geselligkeit, die sich mit dem Namen Viardot über ein halbes Jahrhundert an verschiedenen Orten verknüpften und der großen "Vernetzungsbedeutung" ihrer Salons für Musiker und Nichtmusiker der damaligen Zeit. Die Rolle dieser "Privaten Öffentlichkeit" (Habermas) für das Musikleben der Zeit ist bisher von der herkömmlichen Musikgeschichtsschreibung kaum thematisiert worden, insofern steht . Mehr als einen Eindruck kann das Quellenmaterial nicht vermitteln, wir haben es hier mit einem großen Forschungsdesiderat zu tun. Mit dem Thema "Salon"verknüpfen sich die Themen Kompositionen (Salon als Experimentierraum für "geselllige" Kompositionsformen), "Unterricht" (Auftrittsmöglichkeiten für Schülerinnen und Vermittlungsstelle für Engagements), und Freunde. Um dies deutlich zu machen, finden sich rote, die sowohl zu dem einen als auch zu dem anderen Themenbereich gehören. Während des interaktiven Navigierens durch die Lebens- und Arbeitswelt der Pauline Viardot wird man so immer wieder darauf gestoßen, daß man die einzelnen Bereiche eigentlich nicht voneinander trennen kann.


    Unterricht


    Auch das Thema Unterricht ist weitgehend unaufgearbeitet. Am Beispiel der Erinnerungen zweier Schülerinnen und Pauline Viardot-Garcias gesangspädagogischen Veröffentlichungen wird ausschnitthaft dieser für die künstlerische Arbeit der Sängerin so wichtige Bereich vorgestellt. Charakteristisch ist die weitgehend mündliche Tradierung. Auf die untrennbare Verknüpfung mit den Themen "Stimme" und "Herkunft" wurde schon verwiesen, denn die Sängerin stand in einer großen Familientradition, der Tradition der Familie Garcia .


    Herkunft


    Alle Mitglieder der Familie Garcia waren Berufssänger. Sie werden einzeln mit ihrer Vita vorgestellt. Für jedes Mitglied könnte man eine eigene multimediale Seite machen. Hier geht nur darum deutlich zu machen, in welchem Boden die spezielle Physiognomie von Pauline Viardot-Garcia wurzelte. In der Zusammenschau der einzelnen Biographien entsteht beispielhaft ein Stück Kulturgeschichte und Künstlersozialgeschichte, denn die Geschichte dieser Familie steht sowohl für Kontinuität als auch für Wandel des sängerischen Berufes im Laufe des 19. Jahrhundert. Die vier Viardot-Kinder sind ebenfalls hier zugeordnet, weil ihre Geschichte als Teil dieses Wandels begriffen wird: alle vier Kinder wurden professionell als Musiker ausgebildet, die älteste Tochter trat die direkte Nachfolge der Mutter an als Sängerin und Komponistin, die beiden anderen Töchter übten keinen Beruf aus. Der einzige Sohn wurde Geiger.


    Freunde


    Die Auswahl, die hier unter den zahlreichen Freunden Pauline Viardot-Garcias getroffen werden mußte, ist zwar nicht willkürlich, aber auch nicht repräsentativ. Im wesentlichen ging es auch hier um die Vielfalt der Beziehungen und die fließenden Grenzen zwischen Arbeit, Freundschaft und Liebe. Beispielhaft vorgestellt werden deswegen mit einer kurzen Vita neben Tourgeniew, Berlioz, Musset, Camille Saint-Sains, Chopin, Ary Scheffer, George Sand und Clara Schumann auch ihr Mann, Louis Viardot. Wie unterschiedlich sich diese Freundschaften im einzelnen gestalteten, zeigen das eingebundene briefliche Material und kurze Introrote. Besonders aufschlußreich gerade in Fragen der Lebensorientierung und der Einstellung zu der eigenen Arbeit ist der erhaltene Briefwechsel mit Clara Schumann, deswegen wurde hier die Möglichkeit eingebaut nicht nur einzelne Briefe ausschnittsweise zu lesen sondern auch zu hören.


    Briefe


    Eigentlich müßte hier zumindest beispielhaft Teile der ausgedehnten Geschäftskorrespondenz eingebunden sein. Denn ein Netzwerk von Beziehungen bildete die Basis für ihre Tätigkeit als ausübende Künstlerin, und die erhaltenen, zum größten Teil bisher unpublizierten Briefe lassen erahnen, wie umfangreich und vielfältig dieses Netzwerk war. Da jedoch, wie bereits erwähnt, Freundschaft und Arbeitsbeziehung in den meisten Fällen nicht zu trennen ist, wird hier eine Korrespondenz vorstellt, die vielleicht am stärksten Pauline Viardot-Garcia dazu provoziert hat, ihr Lebens- und Arbeitskonzept zu thematisieren: ihre Brief an den deutschen Dirigenten Julius Rietz. Diese Briefe sind mehr als schriftliche Telephongespräche, sie dienen der eigenen Standortbestimmung eines Mneschen, der immer "unterwegs" ist. Da diese Briefe publiziert sind, werden sie im Konrot der multimedialen Präsentation nur vorgestellt nicht dokumentiert.


    Reisen


    Die erhaltenen Briefe sind das wichtigste Quellenmaterial auch für die Arbeitsbedingungen Pauline Viardots, berichtet die Sängerin doch oft ausführlich über ihre Programme, die jeweilige Reaktion des Publikums und die musikalischen Verhältnisse an anderen Orten. Herausgegriffen sind hier nur ihre Reisen nach Rußland durch die Einbindung eines kurzen studentischen Programmheftrotes. Ziel ist es nicht, ihre Reisen "darzustellen", auch dies muß einer Printpublikation vorbehalten werden, sondern das Thema "Reisen" als wesentlich für die Lebens- und Arbeitsbedingungen einer Interpretin bewußt zu machen.


    Repertoire


    Eng mit dem Thema "Reisen" genauso wie mit "Stimme" verknüpft ist die Frage nach dem Repertoire. Pauline Viardot war eine wichtige Kulturvermittlerin zwischen Frankreich, Deutschland, Spanien und Rußland, da sie überall, wo sie auftrat nationale Volks- und Kunstmusik in ihre Programme aufnahm oder im privaten Rahmen vorstellte. Der Stand der Auswertung ihrer öffentlichen Auftritte ist alles andere als befriedigend. Auch hier wie im gesamten Feld der Interporetationsgeschichte ist noch sehr viel zu tun.


    Ausstellung


    Eine imaginäre Ausstellung führt noch einmal unbekanntes und auch schon bereits eingebundenes Material vor - ohne Kommentar und Konrot. Sie weist auf die Fülle erhaltenen Materials, das einer wissenschaftlichen Aufarbeitung harrt, und auf zusätzliche Themenfelder.