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  • Zara Levina

    von Tatjana Frumkis
    Zara Levina Ende der sechziger Jahre
    Namen:
    Zara Levina
    Lebensdaten:
    geb. in Simferopol, Ukraine
    gest. in Moskau, Sowjetunion (Russland)
    Tätigkeitsfelder:
    Komponistin, Pianistin, Autorin, Kulturvermittlerin.
    Charakterisierender Satz:

    „Man kann oft hören, daß die Sprache der Musik ausgeschöpft ist, daß der Roman veraltet ist, daß es in den Landschaften nichts Neues mehr gibt. Das ist ein großer Irrtum. Denn künstlerisches Schaffen ist ja das Leben. Das Leben aber ist unendlich.“

    (Zara Levina)


    Profil

    Die aus einer jüdischen Familie stammende Zara Levina beschäftigte sich als Komponistin schwerpunktmäßig mit Vokalmusik. Neben ca. 250 Liedkompositionen nach Texten vornehmlich russischer Dichter bearbeitete sie europäische Volkslieder und schuf, zunächst für ihre Tochter, viele Kinderlieder, in welche sie neue kompositorische Prinzipien einbezog. Ihre Instrumentalwerke, in denen autobiografische Bezüge aufscheinen, führte sie als Pianistin zumeist selbst auf.

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    Siehe multimediale Seite.

    Orte und Länder

    Simferopol, Aleksandrovsk, Odessa und Moskau, Sowjetunion (Russland, Ukraine).

    Biografie

    Das Leben Zara Levinas war durch die schwierige Positionierung im sowjetischen Kulturbetrieb geprägt. Früh fiel ihre außergewöhnliche musikalische Begabung auf; sie gab mit elf Jahren ihr Debüt als Pianistin. Nach dem Klavierstudium am Konservatorium von Odessa wirkte sie bis zum Ende der 1920er Jahre als Solistin, studierte aber daneben noch Klavier und Komposition am Moskauer Konservatorium. Sie trat in den neugegründeten Sowjetischen Komponistenverband ein und arbeitete als freischaffende Komponistin. Nach anfänglicher Begeisterung der jungen Musikerin für die Ideen der Revolution, die zum Eintritt in verschiedene sozialistische Kulturorganisationen und zur Komposition von Massenliedern führte, wurde der Zwiespalt zwischen der Ästhetik des Sozialistischen Realismus und dem klassischen Erbe, mit dem Levina aufgewachsen war und das ihre musikalische Praxis bestimmte, virulent. Obwohl sie mit ihrer Arbeit auch äußeren Erfolg hatte, belastete sie die politische und künstlerische Unfreiheit in ihrem Lande bis ans Lebensende.

    Mit ihrem früh verstorbenen Mann Nikolaj Karpovitsch Tchemberdji hatte sie eine Tochter, Valentina Tchemberdji, die als Übersetzerin und Buchautorin wirkte. Ihre Enkelin Katja Tchemberdji ist Komponistin und Pianistin, ihr Enkel Alexander Melnikov ebenfalls Pianist.

    Rezeption

    Levinas Werke wurden von international anerkannten Interpreten hauptsächlich sowjetischer Provenienz gespielt und gesungen; für ihre Lieder setzten sich aber auch die französische Sängerin Lylyan Buane oder die Japanerin Mieko Kanesugi ein. Die wissenschaftliche Erforschung ihres Wirkens – zumal die deutschsprachige – steht erst am Anfang.

    Werkverzeichnis

    Siehe multimediale Präsentation.


    Zara Levinas Werke sind bei den Moskauer Verlagen „Musyka“ und „Sovjetskij Kompositor“ (jetzt „Kompositor“) veröffentlicht.

    Repertoire

    In der pianistischen Ausbildung Zara Levinas an den Konservatorien von Odessa und Moskau stand das klassisch-romantische Repertoire im Zentrum – die Ablehnung des Klaviers als „bürgerlichem“ Instrument bewog sie schließlich zum Austritt aus den sowjetischen Kulturvereinen PROKOLL und RAPM (s. Multimediale Seite). Später wirkte sie häufig bei der Aufführung und Einspielung eigener Kompositionen – Klaviermusik sowie wie als Begleiterin bei Liedern – mit.

    Quellen

    Schriften

    „Autobiographie“. Manuskript, ausführlich zitiert in: V. Tchemberdji. V dome Musyka jila (Im Haus lebte die Musik) Moskau (Verlag „Agraf“) 2002.


    Literatur


    Kabalevskij, Dmitrij. „Pozdravljajem s Jubileem“ (Gratulation zum Jubileum). In: Sovetskaja musyka 1966, No. 2, S. 150.


    Michajlovskaja, No·emi Michajlovna. „Zara Levina”. Moskau 1969.


    Tchemberdji, V. „V dome Musyka jila“ (Im Haus lebte die Musik). Moskau (Verlag „Agraf“) 2002.


    Frumkis, Tatjana. „Zara Levina (1906-1976). Grundzüge zu einem Komponistinnen-Porträt“. Programmheft zum Porträtkonzert Zara Levina. 19. April 2002 Internationale Komponistinnen Bibliohek Unna.


    Diskografie (Auswahl)


    LP


    Romansy (Romanzen)

    MELODIA 33_.20709-10

    Nach Gedichten von O. Schiraz, T. Milaschkina; E. Kibkalo, Stimme, Z. Levina, Klavier; nach Gedichten von E. Moschkovskoj, S. Kaputikjan, Mario de Andrada. V. Ivanova; N. Isakova, Stimme,

    Z. Levina, Klavier


    Portrety sovetskich kompositirov (Porträts der sowjetischen Komponistin) Zara Levina (2 Schallplatten)

    MELODIA 33M10-38009-12

    Vosem’ pesen na stichi S. Jesenina (acht Lieder) nach Gedichten von S. Jesenin, L. Belobragina, N. Isakova, Stimme, Z. Levina, Klavier;

    nach Gedichten von M. Lermontov und O. Dris; Z. Doluchanova, Stimme, B. Kozel’, Klavier

    Sonate für Violine und Klavier A-dur. David Ojstrach Violine, Z. Levina Klavier

    Toccata e-moll; Tanz As-dur für Klavier. L Brumberg Klavier

    Klavierkonzert No. 1 für Klavier und Orchester

    L. Brumberg, Klavier, Allunions Radioorchester Dirigent V. Kin


    „Ode an einen Soldaten“ Vokal-symphonisches Triptychon für Orchester, Orgel, Klavier, gemischten Chor u. Solisten nach Gedichten von Alexander Tvardovskij u. Lidija Nekrasova (1964)

    MELODIA __ 558.63 33C-1191-92

    Allunions Chor und Radioorchester Dirigent J. Aranovitsch


    Iz tetradi „10 musykal’nych kartin“ (aus dem Heft „10 musikalische Bilder“) nach Gedichten von E. Moschkovskoj

    MELODIA 33_-00021729

    V. Ivanova, Stimme, Z. Levina, Klavier


    Detskije pesni (Kinderlieder)

    MELODIA 33_-00010355-6

    „Timoti Tim“. „Tri Feetschki“ („Drei Feechen“), „Doktor Foster“, Lieder nach englischen Volkstexten in russischen Übersetzungen von S. Marschack und V. Posner; „Wiegenlied“ nach dem Gedicht von T. Spendiarova. V. Ivanova, Stimme, Z. Levina, Klavier; „Parade“ (Text V. Tatarinov); „Novogodnja pesnja“ („Silvesterlied“) (Text M. Ivensen) G. Velikanova, Stimme, Z. Levina, Klavier


    „Prikljutschenija Pifa“ (Abenteuer von Piff). Hörspiel-Musik von Zara Levina

    MELODIA 33 _35029-30


    CD


    Zara Levina: Piano Concerto No. 2, Boris Petruschanskij/ Klavier Conductor/Veronika Dudarova; Poem for Viola and Piano, Galina Calascheva/ Alt, Alexander Bakhchiev/ Klavier; Nina Makarova: Symphony in d-moll Conductor: Olaf Koch

    RASSIAN DISC 1994


    Links


    http://home.wanadoo.nl/ovar/levina.htm (Stand: 8.4.2004)

    Kurzbiografie, Werkverzeichnis (Auswahl)

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 116357334
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 1012832880
    Library of Congress (LCCN): n95115938
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Tatjana Frumkis, Die Grundseite wurde im Februar 2002 verfasst und im April 2004 überarbeitet.


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Sophie Fetthauer
    Zuerst eingegeben am 26.05.2004


    Empfohlene Zitierweise

    Tatjana Frumkis, Artikel „Zara Levina“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 26.5.2004.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Zara_Levina