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  • Wilhelmine Schröder-Devrient

    von Juliette Appold
    Wilhelmine Schröder-Devrient.
    Namen:
    Wilhelmine Schröder-Devrient
    Geburtsname: Wilhelmine Schröder
    Ehename: Wilhelmine von Bock
    Lebensdaten:
    geb. in Hamburg,
    gest. in Coburg,
    Tätigkeitsfelder:
    Sängerin, Sopran, Mezzosopran, Schauspielerin, Autorin erotischer Literatur
    Charakterisierender Satz:

    „Wilhelmine ist als eine der größten deutschen Singschauspielerinnen, als die deutsche Gesangstragödin schlechthin, in die Geschichte der theatralischen Künste eingegangen. In ihrer wahrhaft gotterfüllten Leidenschaft schmelzen mehrere Zeitalter der Bühnenkunst zusammen, sie bildet die lebendige Brücke zwischen Weber und Wagner, sie ist das Medium zweier Genie-Epochen.“


    (Hans Schnoor (Hg.). Dresden. Vierhundert Jahre deutsche Musikkultur. Dresden: Dresdener Verlagsgesellschaft, 1948, S. 161).


    Profil

    Wilhelmine Schröder-Devrient war eine renommierte Opernsängerin, die nicht zuletzt für ihre eindrucksvolle Schauspielkunst berühmt war. Sie verhalf damit einer neuen Kunstform, dem dramatischen Gesang, zur Geltung und wurde auf diesem Gebiet zum Vorbild und Ideal. Ihre darstellende Gesangskunst inspirierte zeitgenössische Komponisten, darunter Richard Wagner, maßgeblich.

    Orte und Länder

    Wilhelmine Schröder-Devrient wuchs in verschiedenen Städten auf. Bedingt durch die politischen Unruhen der napoleonischen Zeit zog ihre Familie von Hamburg nach Prag und anschließend nach Wien – in dieser Zeit begann Wilhelmine Schröder-Devrient, sich auf eine Schauspiel- und Gesangskarriere vorzubereiten. Von 1823 an war sie 24 Jahre lang in Dresden, ihrem Hauptwirkungsort, engagiert (vgl. Emerson, 144). Von dort aus unternahm sie zahlreiche Tourneen, sie reiste mehrfach durch Deutschland, vor allem immer wieder nach Leipzig, Berlin und Hamburg. Auf internationaler Ebene zählten London und Paris zu ihren wichtigsten regelmäßigen Wirkungsstätten, denn dort verbrachte sie jeweils mehrere Opernsaisons. Auch aus privaten Gründen reiste sie viel, so folgte sie z.B. ihrem dritten Ehemann für kurze Zeit ins Baltikum und gastierte gegen Ende ihrer Karriere in Riga und Dorpat (heute Tartu).

    Biografie

    Als Tochter der Schauspielerin Sophie Schröder, geb. Bürger (1781-1868), und deren ebenfalls am Theater tätigen Mann Friedrich Schröder († 1818) wurde Wilhelmine Schröder-Devrient am 6. Dezember 1804 in Hamburg geboren. Schon früh wurde sie mit dem Beruf der Eltern, die der Tillyschen Wandertruppe angehörten, vertraut gemacht. Sie erhielt bereits im Alter von vier Jahren Tanz- und Schauspielunterricht und übernahm bald darauf kleinere Kinderrollen in verschiedenen Theaterstücken.

    Die Familie zog mehrmals um. 1813 verließ sie Hamburg und zog zunächst nach Prag und dann nach Wien, wo erst die Mutter, dann auch der Vater am Burgtheater engagiert waren. In beiden Städten besuchte Wilhelmine die Schauspielschule und war ebenso wie ihre zwei Schwestern Elisabeth und Auguste Mitglied im Horscheltschen Kinderballett, welches zunächst in Prag angesiedelt war und später ebenfalls nach Wien zog (Wolzogen 1863, S. 14-15; Glümer 1885, S. 14-15).

    Ab 1819 übernahm Wilhelmine Schröder-Devrient zunächst Rollen als Schauspielerin und spielte unter anderem Aricia in Schillers „Phädra“, Luise in Schillers „Kabale und Liebe“, Beatrice in Schillers „Braut von Messina“ und Ophelia in Shakespeares „Hamlet“ (Wolzogen 1863, 33; siehe Repertoire). In dieser Zeit begann sie Gesangsunterricht zu nehmen, den sie zunächst von Joseph Mozatti erhielt. Später ließ sie sich noch von dem berühmten Gesangspädagogen Johann Aloys Miksch (1765-1845) in Dresden ausbilden (Wolzogen 1863, S. 97).

    Wilhelmine Schröder-Devrients Sängerinnenkarriere begann am 20. Januar 1821, als sie im Wiener Hofoperntheater am Kärntnertor in der Rolle der Pamina in Mozarts „Zauberflöte“ auftrat und damit gleich große Aufmerksamkeit erregte (Wolzogen 1863, S. 37). Der große Durchbruch als Opernsängerin gelang ihr am 3. November 1821 in Wien, in der Rolle der Agathe aus Webers „Freischütz“. Von diesem Zeitpunkt an und im Laufe der folgenden, sehr erfolgreichen, Konzertreise nach Kassel wurde Wilhelmine Schröder-Devrient weithin als „dramatische Sängerin“ (Wolzogen 1863, S. 52) gefeiert. Endgültig festigte sie diesen Ruf, als sie in Wien die Leonore in Beethovens „Fidelio“ am 9. November 1822 interpretierte (Wolzogen 1863, S. 52-60). Zahlreiche Gastspiele in Dresden und Leipzig folgten. Wilhelmine Schröder-Devrients erster Auftritt in Dresden fand am 22. Juli 1822 statt; sie sang die Emmeline in Joseph Weigls „Schweizerfamilie.“ Wenig später erhielt die Sängerin ihre erste feste Anstellung am königlichen Hoftheater in Dresden. Der Vertrag mit diesem Opernhaus wurde mit einigen Unterbrechungen bis 1847 verlängert bzw. immer wieder neu aufgesetzt.


    1823 heiratete Wilhelmine den Schauspieler Carl Devrient (1797-1872). Fünf Jahre später wurde die Ehe geschieden. Das Paar hatte vier Kinder, zwei Jungen und zwei Mädchen, die jüngste Tochter Louise starb sehr früh. Bei der Scheidung wurde das Sorgerecht dem Vater zugesprochen.

    Wilhelmine Schröder-Devrient ehelichte im August 1847 einen nicht näher identifizierten, aber der Überlieferung nach als Betrüger bekannten Offizier von Döring (Wolzogen, S. 316). Die Sängerin stürzte sich mit dieser Beziehung zeitweilig in den finanziellen Ruin, denn bei der Eheschließung hatte von Döring einen Vertrag aufsetzen lassen, der ihm den Besitz der Sängerin sowie die Hälfte ihrer Dresdener Pension übereignen sollte (Wolzogen, S. 317). Bei der Scheidung im Februar 1848 klagte von Döring mit Erfolg das vertraglich zugesicherte Vermögen ein.

    Zwei Jahre vergingen, bis Wilhelmine Schröder-Devrient im März 1850 ihre dritte und letzte, bis an ihr Lebensende haltende Ehe mit dem livländischen Baron von Bock einging.


    Wilhelmine Schröder-Devrient war seit ihrem ersten Auftritt 1823 am Dresdener Theater an zahlreichen Ur- und Erstaufführungen beteiligt, die von den Komponisten zum Teil selbst dirigiert oder mit großer Aufmerksamkeit begleitet wurden (siehe dazu Repertoire/Opernrollen). Die für ihre Karriere wohl bedeutendste Aufführung war die am 31. März 1824 zum ersten Mal in Dresden gegebene „Euryanthe“ von Carl Maria von Weber. Auch die Dresdener Erstaufführung der Endfassung von Beethovens „Fidelio“ unter der Leitung von Carl Maria von Weber am 29. April 1823 (Hochmuth, S. 112) beeindruckten Publikum und Komponisten (siehe Würdigung).


    Wilhelmine Schröder-Devrient unternahm mehrere internationale Konzertreisen, vor allem nach Frankreich und nach England. Ihre erste Reise führte sie 1830 nach Paris. Sie wurde dort besonders in der Rolle der Agathe (Carl Maria von Webers „Freischütz“) und der Leonore (Ludwig van Beethovens „Fidelio“) gefeiert. Auch ihre zweite internationale Reise führte sie 1831 nach Paris. Man versuchte vergeblich, die Sängerin für die Grand Opéra zu engagieren (Wolzogen, S. 183), sie willigte jedoch in einen Vertrag mit dem Théâtre Italien in Paris ein, wo sie während der Wintersaison 1831/32 sang (Wolzogen, S. 185). Die dramatische Sängerin hatte sich dort der Konkurrenz von Giuditta Pasta, Maria Malibran, Maria Caradori-Allan und Eugenia Tadolini stellen. Im Frühjahr 1832 verabschiedete sich Wilhelmine Schröder-Devrient vom Théâtre Italien mit Bellinis „Il Pirata“. Sie ging nicht direkt zurück nach Dresden, sondern reiste anschließend zu ihrem ersten englischen Gastspiel nach London, woraufhin sie dort einen Vertrag von der deutsch-französisch-italienischen Operngesellschaft unter Leitung von Thomas Monck-Mason erhielt. Sie eröffnete und schloss ihre Londoner Saison als Fidelio (Debüt am 18. Mai 1832, letzte Vorstellung am 20. Juli 1832) und verhalf damit der deutschen Oper in England zu einem neuen Erfolg. Publikum und Presse waren begeistert, in der letzteren wurde sie als die „Queen of tears“ bezeichnet. Zusätzlich zu ihrem vertraglich festgelegten Engagement sang sie bei verschiedenen Gelegenheiten in Benefizkonzerten, musikalischen Soiréen und sonstigen Konzerten (siehe Repertoire). Sie erhielt einen zweiten Vertrag für die folgende Sommersaison 1833, und 1837 nahm sie ein drittes Engagement am Drury Lane Theatre in London an. Diesmal sprang sie für die am 23. September 1836 überraschend gestorbene Sängerin Maria Malibran ein (Wolzogen, S. 259).

    Des weiteren gastierte Wilhelmine Schröder-Devrient 1835/36 in Pest, Brünn, Wien, Breslau und Prag. In den 1840er Jahren bereiste sie die Städte Zürich, Danzig, Königsberg, Riga, Stettin, Posen, Kopenhagen und Sankt Petersburg (Wolzogen, S. 314-317).


    In Dresden verkörperte Wilhelmine Schröder-Devrient in der Zeit von 1833 bis 1835 einen Charakter, der für sie persönlich große Bedeutung erlangen sollte, den Romeo aus Bellinis „I Montecchi e i Capuleti“. Diese Rolle empfand die dramatische Sängerin als ihre beste, und sie schrieb darüber: „Die größte Schwierigkeit für die Darstellung dieser Rolle liegt darin, daß sie für eine Frau geschrieben wurde; die Künstlerin hat daher die ungeheuere Aufgabe, ihr Geschlecht vergessen zu machen und in Haltung, Bewegung, Stellung einen feurigen, von der ersten Liebesglut durchdrungenen Jüngling darzustellen. Nichts darf ihr Geschlecht verrathen, soll die ganze Situation nicht lächerlich werden. Sie muß gehen, stehen, hinknien wie ein Mann; sie muß den Degen ziehen und sich zum Kampf anstellen wie ein guter Fechter, und vor allen Dingen muß alles Weibische aus ihrem Costüm verbannt sein. Keine zierlichen Locken, kein eingezwängter Fuß, keine schöne Taille! Das Hutaufsetzen und Abnehmen, das Handschuh-Aus- und Anziehen ist nicht minder wichtig“ (Glümer S. 89-90, Wolzogen S. 227).

    In den 1840er Jahren stellten die Uraufführungen an der Dresdner Hofoper von Richard Wagners „Tannhäuser“, „Der fliegende Holländer“ und „Rienzi“ zentrale Ereignisse der Operngeschichte dar (siehe Würdigung); Wilhelmine Schröder-Devrient sang darin jeweils die Hauptrollen.

    Neben ihrem fortlaufenden Wirken am Dresdener Opernhaus sang Wilhelmine Schröder-Devrient am 16. März 1843, auf die persönliche Bitte des Komponisten hin, die Sopranpartie in Felix Mendelssohn Bartholdys Oratorium „Paulus“ (siehe Würdigung). 1844 sang sie vermehrt Lieder von Robert und Clara Schumann; der erstere widmete ihr den Liederzyklus „Dichterliebe“ op. 48.


    Anfang Mai 1849 war Wilhelmine Schröder-Devrient Zeugin der politischen Auseinandersetzungen und Ausschreitungen in Dresden. (Wolzogen, S. 324). Die Sängerin verließ die Stadt, um von weiteren Ausschreitungen verschont zu bleiben. Als sie mit ihrem Mann von Bock im Sommer 1851 in die Stadt zurückkehrte, wurde sie festgenommen. Man warf ihr zunächst vor, an den Maiaufständen beteiligt gewesen zu sein, die Stadt Dresden verzichtete indes auf weitere juristische Schritte, und das Verfahren gegen die Sängerin wurde eingestellt. Über diese Geschehnisse liegen jedoch bislang keine aussagekräftigen Forschungsergebnisse vor.

    Bis in die 1850er Jahre trat Wilhelmine Schröder-Devrient in Opern und Konzerten auf, bevor sie endgültig von der Bühne Abschied nahm. Am 6. März 1859 sang sie noch einmal – es ist vermutlich ihr letzter Auftritt – in einem Leipziger Konzert. Einen Monat später brach sie in Dresden zusammen. Wilhelmine Schröder-Devrient zog fünf Monate vor ihrem Tod nach Coburg, wo sie von ihrer Schwester Auguste Schlönbach gepflegt wurde. Sie starb am 26. Januar 1860 und wurde zunächst in Coburg begraben; ihr Mann ließ ihren Leichnam später nach Dresden umbetten – dies war der von Wilhelmine Schröder-Devrient schriftlich festgehaltene Wunsch. Dort liegt sie auf dem Trinitatisfriedhof begraben.



    Würdigung

    Wilhelmine Schröder-Devrient war die erste und die bedeutendste dramatische Sängerin im 19. Jahrhundert. Sie war für ihre überzeugenden schauspielerischen Darbietungen berühmt und wurde als singende Tragödin bezeichnet. Ihre Auftritte waren von großer Innigkeit geprägt. Die von ihr zu neuer Bedeutung gebrachte musikalische Schauspielkunst eröffnete dem dramatischen Musiktheater eine neue Richtung und wirkte schulebildend. „Wilhelmine ist als eine der größten deutschen Singschauspielerinnen, als die deutsche Gesangstragödin schlechthin, in die Geschichte der theatralischen Künste eingegangen. In ihrer wahrhaft gotterfüllten Leidenschaft schmelzen mehrere Zeitalter der Bühnenkunst zusammen, sie bildet die lebendige Brücke zwischen Weber und Wagner, sie ist das Medium zweier Genie-Epochen“ (Schnoor, Dresden. Vierhundert Jahre deutsche Musikkultur, S. 161).

    Wilhelmine Schröder-Devrient wurde von zahlreichen Musikern und Komponisten ihrer Zeit sehr hoch geschätzt.

    Carl Maria von Weber war von ihrer Gesangskunst zutiefst beeindruckt. Nach der Aufführung von „Der Freischütz“ am 7. März 1822 in Dresden, sagte er über die dramatische Sängerin, sie sei die erste Agathe der Welt und habe alles übertroffen, was er in die Rolle hineingelegt zu haben glaubte (Wolzogen 1863, S. 43). Auch die Dresdener Erstaufführung seiner Oper „Euryanthe“ am 31. März 1824 war durch die Sängerin zum großen Erfolg geworden, Weber vermerkt dies mit Enthusiasmus in seinem Tagebuch (abgedruckt in Schnoor, S. 166).

    Ludwig van Beethoven erlebte Wilhelmine Schröder-Devrient in einer Aufführung des „Fidelio“ am 9. November 1822 (Wolzogen 1863, S. 52-60). Beethoven war von ihrer Darstellung so begeistert, dass er ihr versprochen haben soll, eine Oper für sie zu schreiben – ein Vorhaben, das nicht realisiert wurde (Glümer 1885, S. 28; Wolzogen 1863, S. 60).

    Johann Wolfgang von Goethe hörte die Sängerin 1830, als sie auf Durchreise durch Weimar war. Sie sang ihm Franz Schuberts „Erlkönig“ vor. Hochzufrieden mit der Aufführung bedankte sich der Dichter bei der Sängerin mit einem Gedicht als Albumeintrag sowie mit lobenden Dankesworten (Wolzogen, S. 146).

    Robert und Clara Schumann verehrten die Sängerin ebenfalls. Sie waren persönlich mit ihr bekannt. Robert Schumanns Aufzeichnungen in seinen Tagebüchern geben Auskunft über den freundschaftlichen Umgang zwischen den Musikern (Robert Schumann, Tagebücher, Band III, 1 und 2). Zudem widmete Robert Schumann der Sängerin den Liederzyklus „Dichterliebe“ op. 48 (Schumann-Forschungen 4, S. 34).

    Auch Felix Mendelssohn Bartholdy war von der dramatischen Sängerin sehr angetan. In einem Brief vom 2. März 1843 bat er sie persönlich darum, in seinem „Paulus“ zu singen: „Es liegt mir so viel daran, es thäte mir so leid, wenn Sie gerade dann abwesend wären und nicht mitwirkten, daß ich nicht unterlassen kann, Ihnen diese meine dringende Bitte auszusprechen […]“ (Glümer, S. 141f., Wolzogen, S. 277f. – darin fälschlich auf 1845 datiert). Wilhelmine Schröder-Devrient kam seiner Bitte nach. In einem anderen Brief aus Berlin vom 1. Februar 1844 an Ferdinand David bringt Mendelssohn seine Begeisterung für die Sängerin wie folgt zum Ausdruck: „Die Devrient hat vorgestern in Romeo wieder furore gemacht“ (Rothe / Szeskus, Felix Mendelssohn Bartholdy Briefe, S. 194). Dass Wilhelmine Schröder-Devrient ebenfalls ein gern gesehener Gast in der Familie Mendelssohn war, geht aus Sebastian Hensels Publikation „Die Familie Mendelssohn“ hervor. Fanny [Mendelssohn] Hensel bezeichnete die Sängerin demnach bei einem solchen Treffen als „das amüsanteste, tollste Frauenzimmer“ (Hensel, Die Familie Mendelssohn, Band 2, S. 283).

    Den wohl wichtigsten Einfluss auf die Entwicklung der deutschen Oper nahm Wilhelmine Schröder-Devrient durch Richard Wagner. Dieser wurde durch ihre dramatische Gesangskunst maßgeblich inspiriert und komponierte für sie die Hauptrollen in „Rienzi“ (UA, Dresden, 20. Oktober 1842), „Der fliegende Holländer“ (UA, Dresden, 2. Januar 1843), und in „Tannhäuser“ (UA, Dresden, 19. Oktober 1845). Sie war es, die – so schreibt Wagner – „meinem künstlerischen Gefühle plötzlich eine neue und für das ganze Leben entscheidende Richtung gab.“ (Richard Wagner, Mein Leben, 1963, S. 48f.). Wagner hat in seiner Autobiografie festgehalten, er habe Wilhelmine Schröder-Devrient in Beethovens „Fidelio“ erlebt. Dieses Initiationserlebnis beschrieb er wie folgt: „Wenn ich auf mein ganzes Leben zurückblicke, finde ich kaum ein Ereignis, welches ich diesem einen in betreff seiner Einwirkung auf mich an die Seite stellen könnte. Wer sich der wunderbaren Frau aus dieser Periode ihres Lebens erinnert, muß in irgendeiner Weise die fast dämonische Wärme bezeugen können, welche die so menschlich-ekstatische Leistung dieser unvergleichlichen Künstlerin notwendig über ihn ausströmte.“ (Wagner, Mein Leben, S. 49). Der Wagner-Biograf Egon Voss stellt in seiner Dokumentarbiografie in Frage, ob Wagners Initiationserlebnis tatsächlich auf einer „Fidelio“-Aufführung der Sängerin beruht: „Alle erhaltenen Zeugnisse sprechen vielmehr dafür, daß jenes Schlüsselerlebnis die Aufführung von Bellinis Romeo-und-Julia-Oper „I Capuleti e i Montrecchi“ im März 1834 mit Wilhelmine Schröder-Devrient in der Rolle des Romeo war […]“ (Voss, Wagner Dokumentarbiografie, S. 8). Ob Wagner die Sängerin nun zum ersten Mal in „Fidelio“ oder in „I Capuleti e i Montecchi“ erlebt hat - Wilhelmine Schröder-Devrients Auftritt war in jeden Fall für die weitere Laufbahn des Komponisten von größter Bedeutung. Richard Wagners Hochschätzung für die Sängerin zeigt sich in seinen Briefen und Schriften sowie in Bildern von ihr, die sich in der Villa Wahnfried befinden.

    So schreibt Wagner in einem Brief vom 18. März 1841 an Ferdinand Heine, vor Vollendung der Oper „Rienzi“: „Daß Mad: Devrient sich für meine Oper interessirt, ist jedenfalls von der unermeßlichsten Wichtigkeit, denn in diesem Umstande allein beruht die glücklichste Chance für das Reüssiren meines Vorhabens. Fährt sie fort und überläßt sich mit Theilnahme meinen schwachen Inspirationen, so werde ich der großen Frau mein Alles zu verdanken haben. […]“ (Richard Wagner, Sämtliche Briefe, Band 1, S. 457). Nach der Uraufführung von „Rienzi“ schrieb Wagner am 21. Oktober 1842 in einem Brief an Eduard und Cäcilie Avenarius: „Es wäre mir lieber, ihr erführet es von einem Anderen, - denn ich muß Euch sagen, - daß noch nie, wie mir Alle versichern, in Dresden zum ersten Male eine Oper mit solchem Enthusiasmus aufgenommen worden ist, als mein Rienzi. Es war eine Aufregung, eine Revolution durch die ganze Stadt; […] die Devrient – Alles – Alles in einer Vollendung, wie man es hier noch nie erlebt. Triumph! Triumph!“ (Richard Wagner, Sämtliche Briefe, Band 2, S. 167-8). Richard Wagner widmete Wilhelmine Schröder-Devrient außerdem seine Schrift „Über Schauspieler und Sänger“ (Richard Wagner, Dichtungen und Schriften, Band 9, S. 183-263). Weiterhin geben seine Memoiren „Mein Leben“ (Wagner, Mein Leben, 1963) über seine künstlerische Beziehung zu der Sängerin Auskunft.

    Überdies hat Wagner die Sängerin im Sgraffito über dem Eingang von Haus Wahnfried als Bild der antiken Tragödie verkörpert (Egon Voss, Richard Wagner. Dokumentarbiografie, Abbildungen 216 und 217, Text S. 453; siehe auch Habel, Festspielhaus, S. 517, 584, 586, 589). Im Saal der Villa Wahnfried, der gleichzeitig auch Arbeitsraum des Komponisten war, befindet sich eine weiße Marmorbüste von Wilhelmine Schröder-Devrient (Habel, Festspielhaus, S. 537, 600).

    Rezeption

    Wilhelmine Schröder-Devrient galt schon zu Lebzeiten als eine der bedeutendsten dramatischen Sängerinnen. Überall, wo sie auftrat, machte sie Furore. Sie war eine Pionierin des dramatischen Gesangs und wurde als singende Tragödin bezeichnet. Zu Wilhelmine Schröder-Devrients Lebzeiten erschienen zahlreiche Rezensionen und Zeitschriftenartikel. Nur ein Teil dieser Dokumente wurde bisher zur Darstellung ihres Lebens ausgewertet. Auf zahlreiche Zeitgenossen wirkte Wilhelmine Schröder-Devrient höchst inspirierend. Darunter sind Richard Wagner sowie Clara und Robert Schumann die wohl bekanntesten (siehe Würdigung). Diverse Künstler haben die Sängerin zu Lebzeiten porträtiert, darunter auch Wilhelm Hensel. Eine seiner Bleistiftzeichnungen der Sängerin trägt die Widmung: „Die Musik ist das einzige Talent, welches für sich besteht. – alle anderen verlangen Zeugen. Berlin d 31. März 1844.“ (Hensel, Preußische Bildnisse, S. 101). Den Erinnerungen von Eduard Devrient zu Folge hat auch Carl Joseph Begas die Sängerin porträtiert: „Begas’ Porträt von der Schröder-Devrient ist ein Meisterwerk. Wie hat er die ganze Geschichte des Weibes in der schönsten Weise auf dies Gesicht geprägt“ (Eduard Devrient, Erinnerungen, Band 1, S. 444).

    Auch im 20. Jahrhundert gab es Komponisten und Autoren, die mit ihren Werken an die Sängerin erinnerten: 1910 komponierte Ludwig Hartmann ein „Schwanenlied“ nach einem handschriftlich festgehaltenen Gedicht der Sängerin. Ihr bewegtes Leben veranlasste zahlreiche Schriftsteller zu romanhaften Darstellungen, darunter Hermann Richter (1927), Therese Rie-Andro (1928) und die Gräfin von Baudissin (1937):


    Baudissin, Gräfin von. Wilhelmine Schröder-Devrient. Der Schicksalsweg einer großen Künstlerin. Roman. Berlin: Drei Masken 1937.


    Hartmann, Ludwig. „Schwanenlied“, Opus 4 Nr. 2. Nach einer Handschrift von Wilhelmine Schröder-Devrient componiert für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte. Zweite, verbesserte u. revidirte Ausgabe mit dem Facsimile des Gedichtes. Ausgabe für mittlere Stimme. Dresden: Adolph Brauer, um 1910.

    Kassel: Bärenreiter Verlag, 1994.


    Richter, Hermann. Das wilde Herz. Ein Lebensroman der Wilhelmine Schröder-Devrient. Leipzig: Koehler & Umelang GmbH, 1927.


    Rie-Andro, Therese. Vox Humana. Das Leben einer Sängerin. Ebenhausen bei München: Langewiesche Brandt, 1928.


    Schumann, Robert und Clara. Liederalbum für Wilhelmine Schröder-Devrient. Faksimile der Handschrift, 40 Ms. Mus. 282 aus der Handschriftenabteilung der Landesbibliothek und Murhardschen Bibliothek der Stadt Kassel (Gesamthochschulbibliothek) herausgegeben für die Kasseler Musiktage von Angelika Horstmann.

    Werkverzeichnis

    Schriften


    Schröder-Devrient, Wilhelmine [Autorschaft ungesichert]. Aus den Memoiren einer Sängerin, Amsterdam: Privatdruck einer Vereinigung holländischer Bibliophilen, 2 Teile in einem Band, 1909. Mehrfach nachgedruckt. Die Memoiren wurden ebenso ins Französische, Italienische und Englische übersetzt. [Erotische Literatur]


    Schröder-Devrient, Wilhelmine. „Beethoven in den Schilderungen seiner Zeitgenossen“, in: Wege zu Beethoven. Ein volkstümliches Beethoven-Buch von Martha Wiemann mit Beethovens Leben und Schaffen von Dr. Karl Storck, Regensburg: Gustav Bosse Verlag (Deutsche Musikbücherei Band 3), 1938, S. 163-168.

    Repertoire

    a) Opernrollen (alphabetisch) (Die Auswahl der Aufführungsdaten ist hauptsächlich aus Wolzogens Biographie entnommen):


    Adelaide in “Gli Amori di Adelaide e comingio” von Valentino Fioravanti (12. März 1832 Paris)


    Adele in Reissigers Oper “Adele von Fiox” (21. November 1841 Dresden)


    Adriano Colonna in Wagners „Rienzi“ (20. Januar 1842 Dresden)


    Agathe in Webers “Freischütz” (3. November 1821 Wien, 7. März 1822 Wien unter Webers Dirigat, 23. Juli 1822 Dresden, zwischen 10. und 27. August 1822 Kassel, 8. Mai 1823, Sommer 1823 Berlin, 6. Mai 1830 Paris, 15. Mai 1833 London, 27. April 1834 Berlin, September 1835 in Pest, zw. Januar und März 1844 Berlin, zw. 18. August und 18. September 1843 Zürich)


    Alceste in Glucks „Alceste“ (15. Februar 1846 Dresden)


    Alice in Meyerbeers „Robert der Teufel“ (25. Januar 1834 Dresden, 24. Juni 1834 Berlin, zw. Januar und März 1844 Berlin)


    Amazily in „Fernand Cortez ou La conquête du Mexique“ von Spontini (7. Dezember 1833 Dresden, 2.+11. Mai 1834 Berlin, 23. Juni 1835 Breslau)


    Amina in Bellinis „Sonnambula“ (27. September 1834 Dresden, Juli 1837 London in englischer Sprache, Ende August od. September 1835 Pest, zwischen 28. März und 8. April 1837 Leipzig, zwischen 2. und 27. Mai 1838 in Leipzig)


    Anna Bolena in Donizettis „Anna Bolena” (5. März 1834 Dresden)


    Anna in „Die weisse Dame“ von Boieldieu (6. August 1827, 22. Dezember 1828)


    Armande de Grécourt in „Die Neuvermählte“ von Josef Rastrelli (10. März 1839)


    Armide in Glucks „Armide“ (5. März 1843 Dresden, 26. April 1843 Berlin, 14. April 1844 Dresden)


    Bertha im “Schnee” von Auber (21. Sept 1824 Dresden)


    Bianca in „Bianca und Gualtiero“ von Alexis Lwoff (13. Oktober 1844 Dresden)


    Constanze in Cherubinis “Wasserträger” (5. Juni 1842 Berlin)


    Cordelia in Konradin Kreutzers „Cordelia“ (6. März 1823 Wien, 29. Juni 1823 Dresden, 20. Juli 1824, Mai? 1830 in Paris)


    Desdemona in Rossinis “Othello” (15. September 1832 Dresden, auf italienisch, April 1833 in Hamburg, 1. Juli 1833 dritter Akt de Othello in London Benefizkonzert, 18.+29. April 1834 Berlin, 22. Mai 1835 Breslau, Ende August od. September 1835 Pest, nach 19. Oktober 1835 in Brünn, zwischen 21. März und 28. März Augsburg, zwischen 13. und 19. April 1837 Braunschweig, zw. Januar und März 1844 Berlin, nach 28. Mai 1843 Danzig, Juni/Juli? 1843 Hannover, zw. 18. August und 18. September 1843 Zürich, zw. 29. November und 30. Dezember 1843 Weimar)


    Donna Anna in Mozarts „Don Giovanni“ (21. Juni 1823, Dresden, Mai? 1830 Paris, 28. November 1830 Stuttgart, 22.+25 Februar 1831 + 9. März 1831 Berlin, 26. Mai 1831 Paris, 11. Juli 1832 London) Donna Anna aus „Don Giovanni“ auf italienisch (19. Januar 1828, April 1833 in Hamburg, 21. April 1834 und 20. Juni 1834 Berlin, nur erster Akt am 17. Juni 1835 Breslau, ganz: 25. Juni 1835 Breslau, 1. August 1837 Hamburg, nach 28. Mai 1843 Danzig)


    Elvira in Bellinis „I Puritani“ (nach 25. Oktober 1837 Dresden)


    Emmeline in Weigls „Schweizerfamilie“ (2. März 1821 Wien, 21. Juli 1822 Dresden, zwischen 10. und 27. August 1822 Kassel, 13. Juli? 1823 Berlin, 30. Juli Hamburg, 19. Dez. 1828, 19. Mai 1829 Hamburg, 1830 in Weimar, Mai/Juni? 1830 Paris, 24. November 1830 Stuttgart, 9. Juni 1835 Breslau, erster Akt am 17. Juni 1835 Breslau, nach 9. August 1835 Nürnberg, 27. Januar 1836 in Wien, März 1842 Altenburg, nach 28. Mai 1843 Danzig)


    Euryanthe in “Euryanthe” von Weber (31. März 1824, Erstaufführung in Dresden, 9. Dezember 1828 Berlin, 21. Dezember 1828 Berlin, 2. Januar 1831 + 30. Januar 1831 Berlin, 14. Juni 1831 Paris, 16. Juni 1831 Paris, 10. April 1833 in Hamburg, 29. Juni 1833 London, 1. Juli 1833 London erster Akt, 27.+29. Juni 1834 Berlin, 1. Mai 1835 Leipzig, 14.+19.+30. Juni 1835 Breslau, Ende August od. September 1835 Pest, 15. März 1837 Dresden, zwischen 2. und 27. Mai 1838 in Leipzig, 13. April 1841 Dresden, 17. April 1842 Dessau)


    Faniska in „Faniska“ von Cherubini (13. Jan 1825 Dresden)


    Fenella in „Die Stumme von Portici“ von Daniel-François-Esprit Auber (nach 28. Mai 1843 Danzig)


    Fidelio bzw. Leonore in Beethovens „Fidelio“ (9. November 1822 Wien, 24. April 1823, 22. Juli 1823 Berlin, 1830 in Weimar, 8. Mai 1830 in Paris, 29. Juni 1830 Paris; am 16.+19. Januar Berlin, am 4. Februar+26. März 1831 Berlin, 5. April 1831 Hamburg, 17. Mai 1831 Paris; 18., 21., 24., 30. Mai 1832 + 4., 14., 20., 27., 29. Juni + 13. und 20. Juli London, 11. September 1832 Dresden, 6. Mai 1833 London, 1. Juli 1833 London, 20. Juli 1833 Dresden, 9.+15. April sowie 8. Mai 1834 Berlin, April 1835 Leipzig, 24.+31. Mai und 28. Juni Breslau, 9. August 1835 Nürnberg, Ende August od. September 1835 und weitere 5 mal in Pest, zwischen 7. Dezember 1835 und 27. Januar 1836 in Wien, zwischen 29. Februar und 21. März 1836 München, zwischen 21. März und 28. März Augsburg, 28. März 1837 Leipzig, 15. Mai 1837 London in englischer Sprache, 10. Juli 1837 London, 18. Juli 1837 London, 7. August 1837 Hamburg, zwischen 2. und 27. Mai 1838 in Leipzig, 28. August 1839 Breslau, zwischen 19. Juli und 3. August 1841 Braunschweig, 12. April 1842 Dessau, 20. April und 2. Mai Weimar, 22. und 29. Juni 1842 Breslau, zw. Januar und März 1844 Berlin, nach 28. Mai 1843 Danzig, zw. 18. August und 18. September 1843 Zürich, zw. 21. und 21. November 1843 Leipzig, zw. 29. November und 30. Dezember 1843 Weimar, März oder April 1845 Stettin, Juni 1846 Nürnberg, September/Oktober 1846 Königsberg)


    Ginevra von Medici in Halévys “Guido und Ginevra” (22. März 1840 Dresden)


    Imogena in Bellinis „Il Pirata“ (2., 8., 11. und 21. Februar 1832 Paris, 3. und 12. März (Auszüge) 1832 Paris)


    Iphigenia in „Iphigenia in Tauris“ von Gluck (8. November 1829, 26. Januar + 18. Februar 1831 in Berlin, 10. März 1837 Dresden, zw. Januar und März 1844 Berlin, zw. 29. November und 30. Dezember 1843 Weimar)


    Iphigenia in Glucks „Iphigenia in Aulis“ (24. Februar 1847 und 16. Mai 1847 Dresden)


    Jessonda von Spohr (30. November 1824 Dresden Erstaufführung)


    Johanna in „Des Falkners Braut“ von Heinrich Marschner (24. Februar 1833 Dresden, insgesamt etwa 6 Vorstellungen).


    Julia in „Bestalin“ von Spontini (15. März 1829, 24. Juni 1830 Paris, 2. Dezember 1830 Stuttgart; 5 Januar + 23. März 1831 Berlin, April1833 Hamburg,6.+13. April 1834 Berlin, 29. Mai 1835 Breslau, zwischen 29. Februar und 21. März 1836 München, zwischen 2. und 27. Mai 1838 in Leipzig, zwischen 19. Juli und 3. August 1841 Braunschweig)


    Caroline in Weigls einaktiger, nach dem Französischen bearbeitete Operette „Edmund und Caroline“ (21. September 1821 Wien)


    Lady Macbeth in „Macbeth“ von Hippolyte André Jean Baptiste Chelard (2. Juli 1832 London, danach noch drei weitere Aufführungen ebenda; 10. Januar 1840 Dresden)


    Laura in der „Räuberbraut“ von Ferdinand Ries (8., 11. + 20. Februar sowie am 13. März 1831 Berlin)


    Leonore siehe Fidelio


    Libella in „Libella“ von Karl Gottlieb Reißiger (4. Januar 1829)


    Libussa in Konradin Kreutzers „Libussa“ (8. November 1823 Dresden)


    Louise von Schlingen in „Wiener in Berlin“ (1825, nicht genauer angegeben in Wolzogen, 84)


    Lucrezia Borgia in Donizettis “Lucrezia Borgia” (Mai 1843 Danzig, zw. 18. August und 18. September 1843 Zürich, zw. 29. November und 30. Dezember 1843 Weimar, 26. Januar 1845 Dresden, März oder April 1845 Stettin, Spätherbst 1845 Neustrelitz, Juni 1846 Nürnberg, September/Oktober 1846 Königsberg)


    Maja in „Maja und Alpino, oder die bezauberte Rose“ von Eduard Gehe und Joseph Wolfram (7. September 1826, Dresden)


    Maria aus Josef Wolframs „Schloss Candra“ (1. Dezember 1832 Dresden)


    Maria in Gretrys „Blaubart“ (Raoul Barbe-bleue) (12. April 1821 Wien, wahrscheinlich zwischen 10. und 27. August 1822 Kassel, 1. August 1823 Hamburg, 24. April 1826 Dresden, 24. März 1841 Dresden, nach 31. März 1842 Leipzig, zwischen 20. April und 2. Mai 1842 Weimar, 24., 27. und 30. Juni 1842 Breslau, zw. Januar und März 1844 Berlin, zw. 21. und 21. November 1843 Leipzig, zw. 29. November und 30. Dezember 1843 Weimar)


    Marie in „Marie“ von Louis Joseph Ferdinand Hérold (7. Mai 1829)

    Melanie in Aubers „Maskenball“ (11. September 1838 –Auber war anwesend)


    Norma in Bellini’s „Norma” (20. +25. Februar 1835 sowie 6. und 27. März 1835 Dresden, April 1835 Leipzig, Ende August od. September 1835 und weitere 5 mal in Pest, nach 19. Oktober 1835 Brünn, 29. Februar 1836 München, zwischen 21. März und 28. März Augsburg, 16.+18. April 1836 Breslau, zwischen 28. März und 8. April 1837 Leipzig, zwischen 13. und 19. April 1837 Braunschweig, Juli 1837 London in englischer Sprache, 29. Juli und 7. August 1837 Hamburg, 25. Oktober 1837 Dresden, zwischen 2. und 27. Mai 1838 in Leipzig, 24. August 1839 Breslau, 4. Juli 1841 Hamburg, zwischen 19. Juli und 3. August 1841 Braunschweig, März 1842 Altenburg, 10. Mai 1842 Berlin, nach 28. Mai 1843 Danzig, Juni/Juli? 1843 Hannover, zw. 18. August und 18. September 1843 Zürich, März oder April 1845 Stettin, Spätherbst 1845 Neustrelitz, September/Oktober 1846 Königsberg)


    Olympia in Spontinis „Olympia“ (12. Nov 1825 Dresden.)


    Olympia und Statira in “Olympia” von Francesco Gasparini (17.+20. Mai sowie 18.+22. Juni 1834 Berlin)


    Othello in Rossinis „Othello“ (31. Juli 1831 in Dresden zum Benefiz der Hofkapelle)


    Palmira in Louis Joseph Ferdinand Hérolds “Zauberglöckchen” („La clochette“) (20. Juni 1821 Wien)


    Pamina in Mozarts „Zauberflöte“ (20. Januar 1821 Wien Kärntnerthortheater, 26. Juli 1822 Dresden, 20. Juli? 1823 Berlin, 27. Mai 1833 London)


    Preciosa in Carl Maria von Webers „Preciosa“ (19. August 1824 Dresden, 5. September 1824 ebd.)


    Rebecka in Marschners „Templer und Jüdin“ (31. Oktober 1833 Dresden, 11. Juni 1834 Berlin, 4. Juni 1835 Breslau, nach 31. März 1842 Leipzig, zwischen 20. April und 2. Mai 1842 Weimar, September/Oktober 1846 Königsberg)


    Rezia in “Oberon” (24. Februar 1828 Dresden, 16. Dezember 1828 Berlin, 1830 in Weimar, 25. Mai 1830 in Paris, 7. und 23. Januar 1831 Berlin, 23. Mai 1831 Paris, April 1833 in Hamburg, 4. Mai 1834 und 15. Juni 1834 Berlin, September 1835 etwa 5 mal in Pest, nach 28. Mai 1843 Danzig)


    Romeo in Bellinis “I Capuleti e i Montecchi” (1. Oktober 1833 Dresden, ital., 4.+8.+13. Mai 1834 Berlin, 29. März 1835 Dresden, April 1835 Leipzig, Mai 1835 Hannover, 20.+26. Mai 1835 Breslau, 2.+7.+21. Juni Breslau, nach 9. August 1835 Nürnberg, 27. August 1835 und mind. weitere 5 mal in Pest, ab 19. Oktober 1835 Brünn, 7. Dezember 1835 Wien, zwischen 29. Februar und 21. März 1836 und am 21. März 1836 München, zwischen 21. März und 28. März Augsburg, 20.+28. April 1836 sowie 5. Mai 1836 in Breslau, 21. September 1836 Dresden, zwischen 28. März und 5. April 1837 Leipzig, 5. April 1837, 13. April 1837 Braunschweig, 22. April 1837 Hamburg, 22. und 27. August 1839 Breslau, zwischen 19. Juli und 3. August 1841 Braunschweig, März 1842 Altenburg, 14. April 1842 Dessau, 4. Mai 1842 Weimar, 31. Mai 1842 Berlin, 20. Juni 1842 Breslau, zw. Januar und März 1844 Berlin, nach 28. Mai 1843 Danzig, zw. 18. August und 18. September 1843 Zürich, zw. 21. und 21. November 1843 Leipzig, zw. 29. November und 30. Dezember 1843 Weimar, März oder April 1845 Stettin, Spätherbst 1845 Neustrelitz, Juni 1846 Nürnberg, September/Oktober 1846 Königsberg, 29. Dezember 1847 Riga)


    Rosa in Franz Josef Horsts „Des Adlers Horst“ (21. September 1833 Dresden)


    Rosina in Rossinis “Barbier von Sevilla” (im ersten Akt am 16. Juni 1835 Breslau)


    Sargines in „Sargines oder der Zögling der Liebe“ von Ferdinando Paer (am 6. August 1828 Dresden auf italien. „Sargino ossia L’Allievo dell’Amore”, am 18. und 20. Dezember 1828)


    Semiramide in Rossinis “Semiramide” (21. Dezember 1836 Dresden)


    Senta in Wagners “Der fliegende Holländer” (2. Januar 1843 Dresden, zw. Januar und März 1844 Berlin)


    Turandot in Karl Gottlob Reissigers „Turandot“ (22. Januar 1835 Dresden)


    Valentine in Meyerbeers „Die Hugenotten“ (23. März 1838 Dresden, zwischen 2. und 27. Mai 1838 in Leipzig, 8. und 13. Juli Hamburg, zwischen 19. Juli und 3. August 1841 Braunschweig, nach 31. März 1842 Leipzig, 20., 22., 24., 27., 29. Mai und 3., 8., 13. und 16. Juni 1842 Berlin, 18. und 22. April 1843 Berlin, zw. Januar und März 1844 Berlin, Juni/Juli? 1843 Hannover, zw. 18. August und 18. September 1843 Zürich, zw. 21. und 21. November 1843 Leipzig, Juni 1846 Nürnberg)


    Venus in Wagners „Tannhäuser“ (19. Oktober 1845 Dresden)


    Zemire in Spohrs „Zemire und Azor“ (20. Dezember 1821 Wien) (inkl. Terzett mit Unger, Vio, gefiel nicht)


    b) Weitere Aufführungen/Konzertteilnahmen (chronologisch):


    2. Februar 1821, Mitwirkung in einem Konzert des Bassisten Dall’Occa in einem Duett aus Rossinis „Armida“


    Auftritt mit der Stuttgarter Hofkapelle am 29. November 1830


    25. Dezember 1831 im Theâtre Italien – Konzert neben de Bériot, Henri Herz, Malibran-Sängerinnen, Tadolini und Raimbeaus, Lablache, Rubini und Santini.


    8. April 1832 Agathe-Arie aus dem „Freischütz“ „Wie nahte mir der Schlummer“ im Saal des Conservatoire in einem Concert historique.


    Juni/Juli 1832 in verschiedenen Konzerten oder musikalischen Soireen sang sie aus „Der Freischütz“


    8. Juni 1832, Mitwirkung in einer großen „miscellaneous selection of vocal and instrumental music“ in London – Beethovens Oratorium „Christus am Ölberg“


    5. Juli 1832, Mitwirkung an einem Benefizkonzert in London, 3. Akt des Othello als Desdemona


    1. Juli 1835 in einem Konzert des Violinvirtuosen Moritz Schön im Musiksaal der Universität Breslau, die erste Sextus-Arie aus Mozarts „Titus“ und Beethovens „Adelaide“


    10. März 1836, München, laut Theaterzettel: Musikalisch-declamatorische Abend-Unterhaltung im grossen Saale des Museum Gäste: Schauspielerin Sophie Schröder, Hofsängerin Wilhelmine Schröder-Devrient, u.a.


    27. April 1836 Theaterkonzert in Breslau, sie sang die Szene in Gretchens Zimmer und im Garten aus Radziwills „Faust“, Beethovens „Adelaide“, Spohrs Lied der Emma: „Was treibt den Weidmann in den Wald?“ aus dem Drama „Der Erbvertrag“; Schuberts „Erlkönig“

    3. Mai 1836 Konzert in Breslau zum Besten des Bonner Beethovenvereins in der Universitätsaula: Beethovens „Adelaide“ und Beethovens Konzertarie „Ah perfido!“


    August 1836: Zur Krönung des Kaisers Ferdinand von Österreich wurde sie von den böhmischen Ständen eingeladen und sang dort in der zur Festoper bestimmten „Kreuzritter in Ägypten“ von Meyerbeer den Armand d’Orville.


    6. April 1837 sang sie den Romeo in einem Konzert des Violinvirtuosen Ghys in Leipzig – Benefizkonzert


    19. Juli 1937 Mitwirkung in einem Konzert für das Beethovendenkmal im Drury Lane Theater, Kanon-Quartett: „Mir ist so wunderbar“ und große Arie aus „Fidelio“


    Sopranpartie im Oratorium „Paulus“ von Felix Mendelssohn Bartholdy am 8. April 1838 Berlin im Saal des Opernhauses zu Berlin, Benefizkonzert für die Witwen und Waisen der königlichen Kapelle; und am Palmsonntag, 16. März 1845, in Dresden


    5. Juli 1841 im Messias von Händel in Hamburg (Drittes norddeutsches Musikfest in der Michaeliskirche)


    6. Juli 1841 Arie des Sextus aus Mozarts „Titus“ (I,9 „Parto“) in der Festhalle Hamburg


    zw. 29. November und 30. Dezember 1843 Weimar sang sie Sextus in „Titus“, sowie Arie aus der Schweizerfamilie“, Romeo und Lucrezia Borgia.


    September/Oktober 1846 Königsberg – Benefizkonzert Lieder aus dem ersten Akt des „Don Giovanni“, aus dem zweiten Act von „Lucrezia“ und aus dem vierten Akt der „Hugenotten“


    20. Januar 1853 Konzert mit Liedern von Schubert beim Pianisten Jakob Rosenhain


    5. und 12. April 1856 Mitwirkung in Soiréen mit Baritonist Jules Stockhausen im Saal der Singakademie Schuberts Erlkönig, „Rastlose Liebe“ „Ich grolle nicht“ und Schumanns „Frühlingsglaube“


    6. März 1859 Mitwirkung beim Konzert des Bassisten Pögner in Leipzig


    b) Erwähnte / Gesungene Lieder:

    Erlkönig von Schubert (Goethe in Weimar vorgesungen am 22. April 1830)


    Kommt ein Vogel geflogen (ohne nähere Angaben)

    Einmal noch die schöne Gegend meiner Heimat möchte’ ich sehen. (ohne nähere Angaben)

    Lebe wohl, lebe wohl, mein Lieb. (ohne nähere Angaben)


    c) Theaterrollen (alphabetisch):

    Aricia in der „Phädra“ von Schiller (13. Oktober 1819 am Hofburgtheater Wien)


    Beatrice in Schillers „Die Braut von Messina“


    Luise in Schillers „Kabale und Liebe“


    Melitta in „Sappho“


    Ophelia im „Hamlet“


    d) Ballett-Aufführungen (chronologisch):

    „Die kleine Diebin“ (14. November 1815 Wien, Musik von Kinsky)


    „Die Wäschermädchen“ (5. März 1816 Wien, Musik von Kinsky)


    „Das Waldmädchen“ (21. Mai 1816 Wien, Musik von Vranitzky)

    Quellen

    Gedruckte Quellen


    Schröder-Devrient, Wilhelmine. Aus den Memoiren einer Sängerin, Amsterdam: Privatdruck einer Vereinigung holländischer Bibliophilen, 2 Teile in einem Band, 1909. Mehrfach nachgedruckt. Die Memoiren wurden ebenso ins Französische, Italienische und Englische übersetzt [erotische Literatur].


    Schröder-Devrient, Wilhelmine. „Beethoven in den Schilderungen seiner Zeitgenossen“, in: Wege zu Beethoven. Ein volkstümliches Beethoven-Buch von Martha Wiemann mit Beethovens Leben und Schaffen von Dr. Karl Storck, Regensburg: Gustav Bosse Verlag (Deutsche Musikbücherei Band 3), 1938, S. 163-168.



    Erinnerungsliteratur von und über Zeitgenossen

    ([W.] = Wolzogens Literaturangabe)


    Berlioz, Hector. „Briefe über deutsche Musikzustände“. In: „Jornal des Débats“, Oktober 1843. Brief 5, 7 und 8 [W.].


    Chorley, Henry. „Thirty years’ musical recollections. Band I. London: Hurst and Blacket, 1862. S. 44, 55-58 [W.].


    Chorley, Henry. Modern german music, recollections and criticisms. Band I. London: Smith and Elder, 1854. S. 298f., 341-348, 352 [W.].


    Conversations-Lexikon der neuesten Zeit und Literatur, IV, Leipzig: Brockhaus, 1834. S. 207-210 [W.].


    Devrient, Eduard: Aus seinen Tagebüchern. Berlin – Dresden 1836–1852, Karlsruhe 1852–1870. 2 Bände. Rolf Kabel (Hg). Weimar: Böhlau, 1964.


    Glümer, Claire. Erinnerungn an Wilhelmine Schröder-Devrient. Leipzig: Verlag von Joh. Ambr. Barth. Leipzig: Barth, 1885 (2. Auflage).


    Gut, Serge und Bellas, Jacqueline (Hg). Franz Liszt – Marie d’Agoult. Correspondance. Paris: Fayard, 2001.


    Hagemann, Carl. Wilhelmine Schröder-Devrient. Wiesbaden: Verlag der Greif, 1947.


    Hagemann, Carl.Wilhelmine Schröder-Devrient. Berlin und Leipzig: Schuster & Loeffler (Das Theater, Band VII), 1904.


    Hensel, Sebastian. Die Familie Mendelssohn. 1729-1847. Nach Briefen und Tagebüchern. 2 Bände. Berlin: Behr’s Buchhandlung, 1880 (zweite Auflage).


    Herloßsohn, Marggraff u. a. Allgemeines Theater-Lexikon. Band III. Altenburg und Leipzig: Expedition des Theaterlexikons, 1846. S. 7-11 [W.].


    Kriete, Henriette. Worte der Huldigung und des Abschieds an Madame Schröder-Devrient: am Schlusse der Oper „Euryanthe“. Gesprochen von Fräulein Henriette Wüst. Festschrift Wilhelmine Schröder-Devrient. 2 Blatt, ca. 1840.


    Lewald, Fanny. „Lebensgeschichte“. In: „Berliner National-Zeitung“, Nr. 81 und Nr. 83, Jahrgang 1860 [W.].


    Mendelssohn Bartholdy, Felix. Sämtliche Briefe in 12 Bänden. Helmut Loos und Wilhelm Seidel (Hg.). Kassel: Bärenreiter: 2008-2013.


    Rellstab, Ludwig. [Verschiedene Artikel über Wilhelmine Schröder-Devrient]. In: Neue Leipziger Zeitschrift für Musik. Hg. von Robert Schumann. Leipzig 1834, Nr. 47-54, 57 und 58. Ebenso in: Brockhaus. Gesammelte Schriften. Neue wohlfeile Ausgabe, Bd. 9. Leipzig, 1860. S. 365-415 [W.].


    Rellstab, Ludwig. Gesammelte Schriften. Band 20. Leipzig: Brockhaus, 1828. S. 96-102, 167-182, S. 253-264 [W.].


    Rellstab, Ludwig. Wilhelmine Schröder-Devrient. In: „Deutscher Bühnenverein: Deutsches Theater-Archiv und offizielles Geschäfts-Blatt des Deutschen Bühnen-Vereins“. Band 3, 1860, Nr. 16 (14.4.).S. 157-8. Ebenso Nr. 14 und 15 [W.]


    Schilling, Gustav. Encyclopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften oder Universal-Lexicon der Tonkunst. Band VI. Stuttgart: Köhler, 1838. S. 260-262 [W.].


    Schnoor, Hans (Hg.). Dresden. Vierhundert Jahre deutsche Musikkultur. Dresden: Dresdener Verlagsgesellschaft, 1948.


    Schumann, Robert. Tagebücher. Band III. Haushaltsbücher Teil I, Leipzig: VEB Deutscher Verlag für Musik, 1982.


    Singer, Hans Wolfgang. Allgemeiner Bildniskatalog, 14. Band. Leipzig: Hiersemann, 1930-36.


    Tietz, Friedrich. „Wilhelmine Schröder-Devrient“. In: „Vossische Zeitung“, Nr. 31, 5. Februar 1860, (Erste Beilage) [W.].


    Wagner, Richard. Mein Leben. München: Paul List Verlag, 1963.


    Wagner, Richard. Sämtliche Briefe. Band I. Briefe der Jahre 1830-1842. Leipzig: VEB Deutscher Verlag für Musik, 1967.


    Wagner, Richard. Sämtliche Briefe. Band II. Briefe der Jahre 1842-1849. Leipzig: VEB Deutscher Verlag für Musik, 1970.


    Wagner, Richard. Dichtungen und Schriften. In: Jubiläumsausgabe in zehn Bänden. Band 9. Dieter Borchmeyer (Hg). Frankfurt am Main: Insel Verlag, 1983.


    Wolzogen, Alfred Freiherr von. Wilhelmine Schröder-Devrient. Ein Beitrag zur Geschichte des musikalischen Dramas. Leipzig: F. A. Brockhaus, 1863.


    Literatur zur Familie


    Bab, Julius. Die Devrients: Geschichte einer deutschen Theaterfamilie. Berlin: Stilke, 1932.



    Literatur zu Opernaufführungen


    Becker, Wolfgang. Die deutsche Oper in Dresden unter der Leitung von Carl Maria von Weber 1817-1826 (Theater und Drama, hg. von Hans Knudsen, Band 22). Berlin: Otto H. Hes, 1962.


    Dörffel, Alfred. Geschichte der Gewandhauskonzerte. Walluf: Sändig, 1972 (Neudruck der Leipziger Ausgabe von 1884).


    Hochmuth, Michael. Chronik der Dresdner Oper. Zahlen, Namen, Ereignisse (Schriften zur Kulturwissenschaft, Band 21). Hamburg: Verlag Dr. Kovač, 1998.


    Die Oper in Italien und Deutschland zwischen 1780 und 1830. http://www.oper-um-1800.uni-koeln.de/



    Rezensionen und Zeitungsberichte

    (nur unzureichend erschlossen, zu erforschen u.a. in den folgenden Zeitschriften)


    AMZ – Allgemeinen Musikalischen Zeitung

    NZfM – Neue Zeitschrift für Musik

    Berliner Zeitungen („Vossische“, „Spenersche“)

    Wiener musikalische Zeitung

    Chronique Musicale

    Journal des Débats



    Sekundärliteratur (alphabetisch)


    Baudissin, Gräfin von. Wilhelmine Schröder-Devrient. Der Schicksalsweg einer großen Künstlerin. Roman. Berlin: Drei Masken 1937.


    Blos, Anna. Frauen der deutschen Revolution 1848. Zehn Lebensbilder und ein Vorwort

    Dresden: Verlag Kaden & Comp., 1928.


    Dinslage, Patrick. „Traum, Phantasmagorie und Ironie in den Heine-Liedern Robert Schumanns, dargestellt an Mein Wagen rollet langsam op. 142/4“. In: Schumann Forschungen Band 4. Schumann und seine Dichter. Hg. von Matthias Wendt. Mainz u. a. : Schott 1993, S. 33-42.


    Eberlein, Fritz und Bachmann, Harald. Wilhelmine Schröder-Devrient, Anna B. Eckstein, Agnes Kessler, Caroline Stößel. In: Coburger Geschichtsblätter, 1996. S. 25-28.


    Emerson, Isabelle. „Wilhelmine Schröder-Devrient (1804-1860)“. In: Five Centuries of Women Singers (Music Reference Collection, Number 88). Connecticut: Praeger, 2005. S. 137-149.


    Fugger-Hoheneck, Friedrich von (Hg.). Stimmen aus der Vergangenheit: Zwei Darstellungen von Wilhelmine Schröder-Devrient. Von Friedrich von Fugger-Hoheneck. (1836). Aus dem Nachlasse des Verfassers herausgegeben und eingeführt von Rudolf Schlösser. (Sonderabdruck aus Bayreuther Blätter Band), 1908.


    Gedächtnis-Feier für Wilhelmine Schröder-Devrient : Sonntag, d. 11. März 1860, im Saale d. Sing-Akad. Unter Mitwirkung d. Frau Hoppé u.a. Berlin: Sittenfeld 1860. 5 Seiten.


    Habel, Heinrich. Festspielhaus und Wahnfried. Geplante und ausgeführte Bauten Richard Wagners. München: Prestel-Verlag 1985.


    Klüglein, Norbert. Erinnerungen an berühmte Coburgerinnen und Coburger. Coburg: Verkehrsverein, 1995.


    Kühner, Hans. Genien des Gesanges aus dem Zeitalter der Klassik und Romantik. Basel: Trias, 1951.


    Kühner, Hans. Große Sängerinnen der Klassik und Romantik Ihre Kunst, Ihre Grösse, Ihre Taktik. Stuttgart: Victoria Verlag Koerner, 1954.


    Kühner, Hans. Große Sängerinnen der Klassik und Romantik: ihre Kunst, ihre Grösse, ihre Tragik. Stuttgart: Victoria Verl. Koerner, 1954.


    Mongrédien, Jean. Les débuts parisiens de Wilhelmine Schröder-Devrient (1830 - 1831). In: Beer, Axel (Hg.). Festschrift Christoph-Hellmut Mahling zum 65. Geburtstag. Tutzing: Schneider, 1997. (Mainzer Studien zur Musikwissenschaft). S. 935 - 946.


    Ozawa-Müller, Kazuko. Clara Schumann und Wilhelmine Schröder-Devrient (1804 - 1860) im Spiegel ihres Briefwechsels. In: Schumann Studien. 6/1976. S. 65-118.


    Pachale, Karl-Ulrich. Wilhelmine Schröder-Devrient. In: Coburger Geschichtsblätter, Coburg 2004, 12 (2004), 3/4, S. 92.


    Pleasants, Henry. The Great Singers. From Jenny Lind to Callas and Pavarotti. Revised and updated. New York: Simon and Schuster, 1981(2). S. 152-157.


    Probst, Ernst. Wilhelmine Schröder-Devrient. In: „Superfrauen [Elektronische Ressource]. 14 Bücher über ‚Superfrauen’ auf einer CD-ROM“. Matern Communications, 2002.


    Rothe, Hans-Joachim und Szeskus, Reinhard. Felix Mendelssohn Bartholdy. Briefe aus Leipziger Archiven. Leipzig: VEB Deutscher Verlag für Musik, 1972.


    Simek, Ursula. Die Sängerin Wilhelmine Schröder-Devrient (1804-1860) als dämonisches Gegenbild zum Künsterinnenideal Clara Schumann. In: Elena Ostleitner und Ursula Simek (Hg.). Ich fahre in mein liebes Wien. Clara Schumann – Fakten, Bilder, Projektionen. Wien: Löcker Verlag, 1996. S. 121-135.


    Voss, Egon (Hg.) Richard Wagner. Dokumentarbiographie. Mainz: B. Schott’s Söhne, 1982.


    Wagner, Annalise. Die Sängerin Wilhelmine Schröder-Devrient (1804-1860). In: Biographische Denkmale. Neubrandenburg 1993, S. 66-69.


    Waidelich, Till Gerrit. „Anna Milder-Hauptmann (1785 - 1838), Wilhelmine Schröder-Devrient (1804 - 1860) – „... wenn das Orchester ... tobt, und die Sängerin sich dazu wie eine Furie geberdet“ : „Cordelia“ (1823), Conradin Kreutzers Oper über „eine wahre Begebenheit im Jahre 1814“ für zwei Primadonnen. In: Hundt, Irina (Hg.). Vom Salon zur Barrikade: Frauen der Heine-Zeit. Stuttgart/Weimar: Metzler, 2002. S. 111-128.


    Walter, Marta. Miszellen zur Musikgeschichte. (Im Auftrage der Schweizerischen Musikforschenden Gesellschaft hg. v. Hans Ehinger u. Hans Peter Schanzlin). Bern: Haupt, 1967.


    Westernhagen, Curt von. Richard Wagner, die Schröder-Devrient und die Puppenspieler. In: Festspielleitung (Hg.). Das Bayreuther Festspielbuch 1952. Bayreuth: Verlag der Wagnerbuchhandlung Georg Niehrenheim, 1952. S. 111-122.


    Wiemann, Martha: Wege zu Beethoven. Ein volkstümliches Beethoven-Buch. Mit Beethovens Leben und Schaffen von Dr. Karl Storck. Reihe: Deutsche Musikbücherei, hg. von Gustav Bosse, Band 3. Regensburg, 1938. [Darin: Beethoven in den Schilderungen seiner Zeitgenossen, Wilhelmine Schröder-Devrient S. 163-168]


    Wurm, Ernst. Die Sängerin. Berlin: G. Grote’sche Verlagsbuchhandlung, 1939.



    Links


    Auf der Homepage der Universitätsbibliothek Frankfurt sind Bilder und Lithographien online einzusehen:

    http://edocs.ub.uni-frankfurt.de/ergebnis.php?suchart=teil&Lines_Displayed=10&sort=o.date_year+DESC%2C+o.title&suchfeld1=freitext&suchwert1=&opt1=AND&opt2=AND&suchfeld3=date_year&suchwert3=&startindex=0&page=0&dir=2&suche=&suchfeld2=oa.person&suchwert2=Schr%F6der-Devrient%2C%20Wilhelmine%20%5BSchauspielerin%2C%20S%E4ngerin%5D%20%231804-1860%23


    Weitere online einsehbare Porträts und Bilder der Sängerin finden sich unter:

    http://portrait.kaar.at/Musikgeschichte%2019.Jhd%20Teil%203/image23.html

    http://www.deutschefotothek.de/obj30100091.html#|home

    http://www.britannica.com/eb/art-57972


    Wilhelmine Schröder-Devrients Buch „Aus den Memoiren einer Sängerin“ (München 1970) ist kapitelweise online einsehbar unter dem Permalink: http://www.zeno.org/Literatur/M/Schr%C3%B6der-Devrient%2C+Wilhelmine/Roman/Aus+den+Memoiren+einer+S%C3%A4ngerin/1.

    Forschung

    Es gibt zahlreiche Quellen und Dokumente (Briefe und Manuskripte) zu Wilhelmine Schröder-Devrient, die bislang nicht umfassend erforscht sind und verstreut in verschiedenen deutschen Bibliotheken liegen:

    Berlin, Freie Universität, Institut für Theaterwissenschaft

    Berlin, Staatliches Institut für Musikforschung Preußischer Kulturbesitz

    Berlin, Staatsbibliothek, Handschriftenabteilung

    Bielefeld, Stadtarchiv und Landesgeschichtliche Bibliothek

    Bonn, Universitäts- und Landesbibliothek

    Coburg, Kunstsammlungen der Veste Coburg

    Darmstadt, Universitäts- und Landesbibliothek

    Dortmund, Stadt- und Landesbibliothek

    Dresden, Sächsische Landesbibliothek, Staats – und Universitätsbibliothek, Handschriftensammlung

    Düsseldorf, Heinrich-Heine-Institut

    Frankfurt am Main, Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg

    Hamburg, Universität, Zentrum für Theaterforschung

    Hannover, Bibliothek der Hochschule für Musik und Theater

    Hannover, Stadtarchiv

    Heidelberg, Universitätsbibliothek

    Kiel, Christian-Albrechts-Universität, Literaturwissenschaftliches Institut

    Köln, Historisches Archiv

    Köln, Universität, Institut für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft / Theatersammlung

    Leipzig, Stadtgeschichtliches Museum

    München, Bayerische Staatsbibliothek

    New York, The Pierpont Morgan Library

    Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum

    Weimar, Goethe-Schiller-Archiv (Wilhelmines Stammbuch)

    Wolfenbüttel, Herzog-August-Bibliothek


    Ebenso gibt es zahlreiche Konzertkritiken und Rezensionen in Zeitschriften, die für eine Rezeptionsgeschichte der Sängerin aufzuarbeiten wären (siehe Rubrik „Quellen“).

    Forschungsbedarf

    Es besteht Bedarf an einer aktuellen, umfassenden und wissenschaftlichen Studie zu Wilhelmine Schröder-Devrient. Ihre Rolle als dramatische Opernsängerin ist noch nicht hinreichend erforscht worden. Ebenso besteht Bedarf an einer Untersuchung ihrer vielseitigen Konzerttätigkeiten. Es fehlt ebenfalls eine wissenschaftliche Studie zur Rezeptionsgeschichte und ihrer Wirkung auf die europäische Opernlandschaft. Nicht erforscht sind bisher auch die bei Wolzogen und Glümer erwähnten politischen Neigungen oder Aktivitäten der Sängerin. Besonders aufschlussreich und erstrebenswert wäre zudem eine Zusammenführung und kritische Edition ihrer Korrespondenz als wichtige Primärquellensammlung zur Opern-, Gesangs- und Genderforschung; Claire Glümer nennt zahlreiche ihrer bedeutenden Korrespondenten wie Carl Gustav Carus, Helmine von Chézy, Lucile Grahn, Theodor Hell, Ferdinand Hiller, Carl von Holtei, Heinrich Laube, Franz Liszt, Felix Mendelssohn Bartholdy, Giacomo Meyerbeer, Theodor Mosevius, Elise Polko, Gioacchino Rossini, Clara und Robert Schumann, Gaspare Spontini, Daniel Stern (Pseudonym der Gräfin Marie d’Agoult), Caroline Ungher-Sabatier und viele mehr.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 71397570
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 119056569
    Library of Congress (LCCN): n85342496
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Juliette Appold, 25. September 2008


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Regina Back
    Zuerst eingegeben am 07.10.2008


    Empfohlene Zitierweise

    Juliette Appold, Artikel „Wilhelmine Schröder-Devrient“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 7.10.2008.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Wilhelmine_Schröder-Devrient