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  • Wilhelmine Markgräfin von Bayreuth

    von Ruth Müller-Lindenberg
    Wilhelmine von Bayreuth in Pilgertracht, Gemälde von Antoine Pesne
    Namen:
    Wilhelmine Markgräfin von Bayreuth
    Geburtsname: Wilhelmine Prinzessin von Preußen
    Lebensdaten:
    geb. in Berlin, Deutschland
    gest. in Bayreuth, Deutschland
    Tätigkeitsfelder:
    Komponistin, Musikerin, Sängerin, Librettistin, Dramaturgin, Leiterin des Hoftheaters, Malerin, Gestalterin von Interieurs und Gartenanlagen
    Charakterisierender Satz:

    „Rien ne me fait plus de plaisir qu’un bell Opera mes oreilles comuniquent les doux accsens de la voix jusqu au fond de mon Coeur.”

    („Nichts bereitet mir mehr Vergnügen als eine schöne Oper. Die lieblichen Klänge der menschlichen Stimme dringen mir mitten ins Herz.“)

    Brief Wilhelmines an Friedrich II., Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, BPH Rep 46 W 17, Bd. II,3, fol. 33 recto




    Profil

    Wilhelmine von Bayreuth 1751 wurde in die römische Accademia dell’Arcadia aufgenommen. Sie betätigte sich als Komponistin, Musikerin (Cembalo, Laute, Violine), Sängerin, Leiterin des Hoftheaters, Schauspielerin, Librettistin, Dramaturgin, Malerin und Gestalterin von Interieurs und Gartenanlagen. Sie schrieb ihre Lebenserinnerungen und dilettierte auch in philosophischen Themen.

    Orte und Länder

    Wilhelmine wurde als Tochter des preußischen Kronprinzen und späteren Königs Friedrich Wilhelm I. und seiner Gattin Sophie Dorothea in Berlin geboren. 1732 zog sie mit dem Bayreuther Erbprinzen und späteren Markgrafen Friedrich nach Bayreuth, wo sie bis zu ihrem Tod lebte. Familienbesuche führten sie nach Berlin, Potsdam und Rheinsberg, kürzere Reisen u.a. nach Bad Ems (1737) und Karlsbad (1747). Von 18. Oktober 1754 bis zum 9. August 1755 bereiste Wilhelmine gemeinsam mit Markgraf Friedrich Frankreich und Italien.

    Biografie

    Wilhelmine von Bayreuth verbrachte ihre Kindheit und Jugend als Tochter des sog. „Soldatenkönigs“ Friedrich Wilhelm I. am preußischen Hof, bis sie 1731 an den Bayreuther Erbprinzen und späteren Markgrafen Friedrich verheiratet wurde. Bis zu ihrem Tod im Jahre 1758 lebte sie überwiegend in der kleinen fränkischen Residenz, die sie mit vielfältigen künstlerischen Aktivitäten ausgestaltete. Dazu gehörten u.a. die Hofmusik, ein Hoftheater mit zeitweise aus Italien engagierten Sängerinnen und Sängern, das von Wilhelmine geleitet wurde, ein französisches Theater, eine Akademie und eine Hofgesellschaft nach französischem Vorbild. Wilhelmine selber philosophierte, schrieb ihre Lebenserinnerungen, legte Gärten und Schlösser an, malte, sang, spielte Cembalo, Geige und Laute, komponierte und entwarf Texte für das höfische Theater.

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    Wilhelmine Friederike Sophie kam 1709 als zweites Kind des preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm und seiner Gemahlin Sophie Dorothea zur Welt. Das erste Kind, ein Sohn, war 1708 im Alter von wenigen Monaten gestorben. Im Januar 1712 wurde Kronprinz Friedrich geboren, die Person, die in Wilhelmines Leben eine überragende Rolle spielte und der sie bis zu ihrem Tod eng verbunden blieb. 1713 starb Friedrich I., König in Preußen, und Wilhelmines Vater folgte ihm als Friedrich Wilhelm I. (der sog. Soldatenkönig) nach. Bereits 1712 hatte Wilhelmine eine italienische Erzieherin bekommen, von der sie bis 1721 unterrichtet wurde. Aus dieser Zeit berichtete Wilhelmine von zahlreichen körperlichen Übergriffen und Misshandlungen. Mit fünf Jahren erlernte sie die deutsche Sprache in Wort und Schrift; von 1717 bis 1723 erhielt sie Unterricht in Geschichte bei Maturin Veyssière de la Croze. Seit 1721 lebte Dorothea Henriette Louise von Wittendorf-Sonsfeld als Wilhelmines Hofmeisterin am preußischen Hof. Sie begleitete Wilhelmine auch nach Bayreuth, wo sie 1746 starb.

    Schon als Kind lernte Wilhelmine Cembalo spielen und wurde gemeinsam mit ihrem Bruder von Silvius Leopold Weiss auf der Laute unterrichtet.

    Vom Anfang der 1730er Jahre könnte Wilhelmines Flötensonate stammen.

    Wilhelmines Jugend stand unter dem Zeichen eines zwischen ihren Eltern umstrittenen Heiratsprojektes: Sie sollte den ältesten hannoverschen Prinzen heiraten, um so auf den englischen Thron zu gelangen. Trotz langjähriger Bemühungen scheiterte dieser Plan. 1731 zwang der König Wilhelmine zur Ehe mit dem Bayreuther Erbprinzen Friedrich, um auf diese Weise Preußens Einfluss in Franken zu sichern. Die Vermählung fand am 20. November 1731 in Berlin statt, und Anfang 1732 zog Wilhelmine mit ihrem Gatten in der oberfränkischen Residenz ein. Am 30. August 1732 kam dort die Tochter Elisabeth Friederike Sophie zur Welt, das einzige Kind des Paares. Ohne das Kind reisten Wilhelmine und Friedrich auf Geheiß des Königs von November 1732 bis Ende August 1733 nach Berlin.

    Zurück in Bayreuth, hatten sie noch knapp zwei Jahre Zeit, um sich auf die Übernahme der Regierung vorzubereiten: Im Mai 1735 starb Markgraf Georg Friedrich Karl. Danach drängte das junge Markgrafenpaar den pietistischen Einfluss zurück, der in der Regierungszeit Georg Friedrich Karls das Hofleben geprägt hatte, und ließ die höfische Festkultur wieder aufleben. Außerdem verlegten Markgraf Friedrich und Wilhelmine

    sich aufs repräsentative Bauen (was den Haushalt des Markgrafentums über Gebühr strapazierte). Ende 1737 ließ Wilhelmine sich vom Markgrafen die Leitung der Hofmusik übertragen. In diesem Jahr kam auch der Sänger und Komponist Giuseppe Antonio Paganelli nach Bayreuth und blieb dort bis 1738 im Engagement. Er unterrichtete Wilhelmine im Singen.

    1738/39 gastierte eine italienische Operntruppe in Bayreuth, in der sich auch der Kastrat Giacomo Zaghini befand. Bis 1763 gehörte er mit Unterbrechungen zum Ensemble der Bayreuther Hofoper.

    Da Wilhelmine in den Jahren 1738/39 immer wieder schwer erkrankte, sandte ihr Vater ihr seinen Leibarzt Daniel de Superville, der neun Jahre am Bayreuther Hof verbrachte und dort ein wichtiger Gewährsmann für das Gedankengut der Aufklärung wurde.

    1740 komponierte Wilhelmine die Oper „Argenore“, zu der sie den Text entworfen hatte. Eine Aufführung scheint allerdings nicht stattgefunden zu haben.

    Seit ihrer Verheiratung nach Bayreuth pflegte Wilhelmine einen intensiven brieflichen Austausch mit dem Bruder Friedrich. Häufig ging es dabei um musikalische Fragen. Diese enge Verbindung wurde allerdings in den Jahren zwischen 1740 und 1747 getrübt. Eine politische Begründung dafür dürfte darin zu suchen sein, dass der König die Politik der Markgrafschaft dominieren wollte, während Markgraf Friedrich als Regent eines kleinen Ländchens unbedingt auf den Ausgleich zwischen preußischen und österreichischen Interessen angewiesen war. Hinzu kam die Affäre um Wilhelmines Hofdame Wilhelmine von der Marwitz, die seit Ende der 1730er Jahre die Mätresse des Bayreuther Markgrafen war. Wilhelmine verheiratete die Marwitz an den österreichischen Grafen Burghauß, sehr zum Missfallen Friedrichs II., der tatenlos zusehen musste, wie sich der Einfluss der kaiserlichen Partei am Bayreuther Hof breit machte. Erst mit der Entlassung der Gräfin Burghauß aus Bayreuther Diensten Anfang 1748 endete der Konflikt.

    Im September 1748 fand in Bayreuth die Vermählung von Prinzessin Elisabeth Friederike Sophie mit Herzog Karl II. Eugen von Württemberg statt. Zu diesem Anlass wurde das neuerbaute Opernhaus eingeweiht. Bis zum Ausbruch des Siebenjährigen Krieges 1756 fanden dort Opernaufführungen statt.

    Konsequent arbeitete Wilhelmine daran, eine Hofgesellschaft nach französischem Vorbild um sich zu scharen. Voltaire, den sie 1740 in Rheinsberg kennen gelernt hatte, vermittelte ihr 1752 den Marquis Antoine Honneste d’Adhémar als Kammerherrn. Andere französische Adlige gesellten sich dazu.

    1753 brannte das Bayreuther Schloss ab. Dabei gingen vermutlich Wilhelmines Musikalien, darunter möglicherweise auch eigene Werke, verloren. Das Markgrafenpaar begann trotz der angespannten finanziellen Lage unverzüglich mit der Planung eines Neubaus und ließ das heute noch existierende Neue Schloss errichten.

    1751 wurde Wilhelmine unter dem Schäfernamen Cleorinda Aracinzia in die römische Accademia dell’Arcadia aufgenommen.

    1754/55 reiste Wilhelmine mit ihrem Gemahl zehn Monate lang durch Frankreich und Italien. Während dieser Grand tour sammelte sie, beraten von Anton Raphael Mengs, Gemälde und andere Kunstwerke, darunter viele antike Stücke. Diese vermachte sie später testamentarisch ihrem Bruder Friedrich; sie bildeten den Grundstock der Berliner Antikensammlung.

    Für das Hoftheater entwarf Wilhelmine jeweils anlässlich des Geburtstages von Markgraf Friedrich am 10. Mai Texte für feierliche Aufführungen. Diese Texte wurden von Hofdichtern in Verse gesetzt und wahrscheinlich auch übersetzt.

    Die Jahre vom Ausbruch des Krieges 1756 bis zu Wilhelmines Tod waren geprägt vom Loyalitätskonflikt, den Wilhelmine zwischen dem preußischen König und dem fränkischen Markgrafen bewältigen musste. Außerdem überschatteten schwere Krankheiten (Gelenkrheumatismus, Niereninsuffizienz, wahrscheinlich Lungentuberkulose) die letzten Lebensjahre. Am 14. Oktober 1758 starb Wilhelmine in Bayreuth und wurde dort in der Markgrafengruft der Schlosskirche (der heutigen katholischen Kirche „Unsere liebe Frau“) beigesetzt.



    Würdigung

    Wilhelmine von Bayreuth dilettierte auf mehreren Gebieten der Kunst. Musik und Oper standen jedoch im Zentrum ihrer Aktivitäten. Für die Bayreuther Hofmusik verpflichtete sie u.a. Adam Falckenhagen und Johann Pfeiffer, bei dem sie sich in der Komposition unterrichten ließ. Sie empfing Johann Joachim Quantz, Franz Benda und Johann Adolf Hasse und andere bedeutenden Musiker in der Residenz. Bestimmend für das Niveau ihrer musikalischen Ambitionen war der über Jahrzehnte mit Bruder Friedrich intensiv gepflegte Austausch in allen künstlerischen Fragen.

    Bis vor kurzem galt Wilhelmine von Bayreuth als Komponistin eines Cembalokonzertes, einer Flötensonate, der Oper „Argenore“ und zweier Arien für die Festa teatrale „L’Uomo“. Das Cembalokonzert hat sich inzwischen als ein Werk J. G. Jänichens erwiesen, und auch die beiden Arien für „L’Uomo“, die 1908 publiziert wurden, werfen Zweifel an der Autoschaft auf (vgl. Sabine Henze-Döhring, Markgräfin Wilhelmine und die Bayreuther Hofmusik, Bamberg 2009). Hinzu kommt, dass Wilhelmine in ihren Briefen und Lebenserinnerungen stets nur vage über eigene Kompositionen berichtet. „Argenore“ allerdings darf als Werk Wilhelmine von Bayreuths angesehen werden. Diese Oper orientiert sich am zeitgenössischen Opernstil, wie er vor allem von dem von Wilhelmine verehrten Komponisten Johann Adolf Hasse vertreten wurde. Die Partitur kann nicht als exzeptionell gelten, aber auch nicht als epigonal – weil diese Bewertungskriterien dem Gegenstand nicht angemessen sind.

    Wilhelmine von Bayreuth schrieb ferner für Aufführungen im Bayreuther Opernhaus eine Reihe von Texten für Feste teatrali und Drammi per musica. Diese Werke wurden als Pasticci aufgeführt, also nicht mit original komponierter Musik, sondern mit Arien von anderen Komponisten. Eine Ausnahme stellt die von Wilhelmine entworfene und komponierte dreiaktige Oper „Argenore“ dar. Dieses Werk weicht in auffälliger Weise vom Modell des metastasianischen Dramma per musica ab, indem es Themen und Konflikte artikuliert, die eher aus Wilhelmine von Bayreuths Biographie als aus der Gattungstradition zu stammen scheinen: ein unbarmherziger Vater, eine Tochter, die gegen ihren Willen verheiratet werden soll, ein zugespitzter Vater-Sohn-Konflikt. Eklatant ist vor allem der Schluss des Werkes: König Argenore muss schließlich einsehen, dass er für die Lebenskatastrophen seiner Kinder verantwortlich ist, und nimmt sich unter dem Druck dieser Erkenntnis das Leben.

    Die Bedeutung der Bayreuther Markgräfin ist weniger in den Werken, die sie hinterlassen hat, zu sehen als vielmehr in Wilhelmine von Bayreuths vielfältigem kulturellen Handeln. Es wäre verfehlt, den Qualitätsmaßstab eines professionellen Komponisten, Librettisten, Porträtmalers oder auch Architekten anzulegen. Die breite Palette von Wilhelmines ästhetischen Aktivitäten erlaubt es vielmehr, paradigmatisch die Verbindung zwischen Selbstrepräsentation und Kunst am Beispiel einer Füsrtin zu untersuchen, die gleichzeitig als Königstochter und lebenslange Gesprächspartnerin des preußischen Thronfolgers und Königs eine herausgehobene Rolle hatte.

    Rezeption

    Zunächst lieferten Preußenforscher Beiträge zur Biografie Wilhelmines, jedoch geschah dies stets unter dem Blickwinkel, was sich daraus für die Forschung zu Friedrich II. ergebe. So wurden die 1810 erstmals publizierten Lebenserinnerungen der Markgräfin von bedeutenden Historikern wie Leopold Ranke und Gustav Droysen akribisch auf Zuverlässigkeit und politische Korrektheit hin überprüft; die künstlerischen Aktivitäten Wilhelmine von Bayreuths fanden jedoch keine Berücksichtigung. Auch der Ort, den die Geschichte Wilhelmine zugewiesen hatte, war für die Wahrnehmung ihrer vielseitigen Kreativität nicht günstig: In Bayreuth standen Leben und Werk der Markgräfin lange im Schatten Richard Wagners.

    Die Forschung zu Wilhelmine von Bayreuth erhielt 1998 einen Impuls durch eine große Ausstellung und wissenschaftliche Tagung anlässlich des Jubiläums „250 Jahre Markgräfliches Opernhaus“ (Niedermüller). Monographien zu Wilhelmine von Bayreuths künstlerischen Aktivitäten wurden 2005 von Ruth Müller-Lindenberg und 2009 von Sabine Henze-Döhring vorgelegt. 2007 legte der Romanist Günter Berger eine Neuübersetzung der „Lebenserinnerungen“ vor.


    „Argenore“ wurde 1993 in Erlangen (Regie: Susanne Vill, musikalische Leitung: Walter Opp) und im Jahre 2001 in Berlin als Projekt der Hochschule der Künste unter Leitung von Beatrix Borchard aufgeführt (Regie: Vroni Kiefer, musikalische Leitung: Hanno Bachus). Eine Produktion des Hans-Otto-Theaters Potsdam, ebenfalls 2001, wurde u.a. im Schlosstheater von Sanssouci und im Markgräflichen Opernhaus Bayreuth gezeigt. Für 2009 ist dort im Rahmen des Wilhelmine-Jubiläums eine Neuproduktion geplant.

    Werkverzeichnis

    Kompositionen


    „Argenore“, 3 Akte, Text: Giovanni Andrea Galletti nach einem Entwurf Wilhelmines; 1740; UA: unbekannt; autographe Partitur: Staatliche Bibliothek Ansbach, Signatur: VI g 44;

    Faksimile des Autographs in: Bauer, Hans-Joachim. Rokokooper in Bayreuth. „Argenore“ der Markgräfin Wilhelmine (= Thurnauer Schriften zum Musiktheater, Bd. 8). Laaber: Laaber-Verlag 1983.


    Cavatina „O sol che venero“ und Cavatina „Ah chiaro splendido intorno” für die Festa teatrale „L’Uomo”; Abschrift in: Andrea Bernasconi, „L’Uomo” (Partitur), Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel; wohl 1754; Ausgabe: Schiedermair, Ludwig. Bayreuther Festspiele im Zeitalter des Absolutismus. Studien zur Geschichte der deutschen Oper. Leipzig 1908.


    Sonate für Querflöte und Generalbass in a-Moll (wohl 1730)

    Autograph: Bibliotheca Fürstenbergiana, Schloss Herdringen, Signatur: Fü 3595a

    Ausgabe: Sonata per flauto traverso e basso continuo, hg. von Irene Hegen und Adelheid Krause-Pichler, Kassel: furore-Verlag 2006.



    Texte für das Musiktheater


    Übersetzung aus dem Italienischen ins Französische von:


    (ohne Titel) Pietro Metastasio, Gioas re di Giuda (2 Akte, Entstehungszeit unbekannt), nach Jean Racine, Athalie (1691); Autograph: Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin, Signatur: BPH Rep 46 W 26 fol. 27re.-33re.

    Deutsche Übersetzung in: Müller-Lindenberg, Ruth. Wilhelmine von Bayreuth. Die Hofoper als Bühne des Lebens. Köln: Böhlau 2005, S. 185-202.


    Eigene Entwürfe:


    „Deucalion et Pyrrha“, Festa teatrale, 1 Akt, 1751/52, UA: 10. Mai 1752, Bayreuth; Druck: Bayreuth 1752 (italienisch/französisch).


    „Semiramide“, dramma per musica, 3 Akte, nach Voltaire, Sémiramis (1748), 1750-53; UA: 10. Mai 1753, Bayreuth; Druck: Erlangen 1753 (italienisch/deutsch).


    „L’Uomo“, festa teatrale, 2 Akte, 1754; UA: 19. Juni 1754, Bayreuth; Druck: Bayreuth 1754 (italienisch/französisch).

    Faksimile in: Niedermüller, Peter, und Wiesend, Reinhard (Hg.). Musik und Theater am Hofe der Bayreuther Markgräfin Wilhelmine. Symposion zum 250-jährigen Jubiläum des Markgräflichen Opernhauses am 2. Juli 1998 (= Schriften zur Musikwissenschaft, herausgegeben vom Musikwissenschaftlichen Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Bd. 7), Mainz 2002.


    „Amaltea“, dramma per musica, 3 Akte, wohl 1756, UA: 10. Mai 1756, Bayreuth; Druck: Bayreuth 1756. Faksimile der deutschen Übersetzung in: Barockfeste. Nachrichten und Zeugnisse über theatralische Feste nebst einem Singspiel der Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth, hg. von Dietrich Mack, Thurnau 1979, S. 66-126.

    Quellen

    Dokumente


    Memoiren, eigenhändiges Manuskript in: Staatsbibliothek Berlin Preußischer Kulturbesitz, Handschriftenabteilung, Signatur: Ms. Boruss


    Denkwürdigkeiten aus dem Leben der Königlich Preußischen Prinzessin Friederike Sophie Wilhelmine, Markgräfin von Baireuth, vom Jahr 1709 bis 1733. Tübingen 1810.


    Mémoires de Frédérique Sophie Wilhelmine, margrave de Bareith, soeur de Frédéric le Grand, depuis l’année 1706 jusqu’à 1742. Ecrits de sa main. Braunschweig 1810.


    Memoiren einer preußischen Königstochter: Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth, übersetzt von Günter Berger, Bayreuth: Ellwanger 2007.


    Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth: Tagebuch der italienischen Reise (1754-55). Übertragen ins Deutsche von Oskar Sauer, herausgegeben und kommentiert von Heike Kammerer-Grothaus, Bayreuth 2002; zuerst veröffentlicht in: Burrell, Mary. Thoughts für enthusiasts at Bayreuth/4. Unpublished journal „Voage d’Italie“ and 60 unpubl. letters of The Margravine of Bayreuth to Frederick the Great together with 16 unpubl. letters from the King to the Margravine, London 1891.


    Briefwechsel mit Friedrich II. von Preußen: Geheimes Staatsarchiv Berlin Preußischer Kulturbesitz, BPH Rep 46 W 17, 16 Bände

    Teiledition: Volz, Gustav Berthold (Hg.). Friedrich der Große und Wilhelmine von Bayreuth, deutsch von Friedrich Oppeln-Bronikowski, Bd. 1: Jugendbriefe 1728-1740; Bd. 2: Briefe der Königszeit 1740-1758. Berlin u. Leipzig 1924 und 1926.


    Horn, Georg. Voltaire und die Markgräfin von Baireuth. Berlin 1865. (Briefwechsel mit Voltaire)


    Entwürfe zu Operntexten in Wilhelmines handschriftlichem Nachlass, Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, BPH Rep 46



    Literatur


    Bachmann, Erich (Hg.). Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth und ihre Welt. München 1959.


    Bauer, Hans-Joachim. Barockoper in Bayreuth (= Thurnauer Schriften zum Musiktheater, Bd. 7). Laaber: Laaber-Verlag 1982.


    Ders. Rokokooper in Bayreuth. „Argenore“ der Markgräfin Wilhelmine (= Thurnauer Schriften zum Musiktheater, Bd. 8). Laaber: Laaber-Verlag 1983.


    Berger, Günter. Hofkultur auf Französisch im deutschen Absolutismus. In: Dahmen, Wolfgang u.a. (Hg.). Das Französische in den deutschsprachigen Ländern (= Romanistisches Kolloquium VII). Tübingen 1993, S. 123-133.


    Ders. (Hg.), Wilhelmine von Bayreuth heute – das kulturelle Erbe der Markgräfin, erscheint Bayreuth 2009 (= Sonderband Archiv für Geschichte in Oberfranken)


    Bischoff, Cordula. Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth (1709-1758). In: Merkel, Kerstin, und Wunder, Heide (Hg.). Deutsche Frauen in der Frühen Neuzeit. Darmstadt 2000. S. 153-167.


    Borchard, Beatrix. Spiegelscherben – Wilhelmine von Bayreuth. In: Hanns-Werner Heister und Wolfgang Hochstein (Hg.). Musik zwischen Spätbarock und Wiener Klassik. Festschrift für Gisela Vogel-Beckmann zum 65. Geburtstag (= Schriftenreihe der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Neue Folge Bd. 6), Berlin 2005, S. 99-116.


    Burrell, Mary. Thoughts for Enthusiasts at Bayreuth, Collected Memory of 1882 and 1883. Chapter 1: London 1888. Chapter 2: London 1889.


    Delius. Nikolaus. Eine Sonate für Bruder Friedrich? Der Anonymus Herdringen Fü 3595a. In: Tibia. Magazin für Holzbläserkunde 4/2003. S. 571-577.


    Fester, Richard. Die Bayreuther Schwester Friedrichs des Großen. Ein biographischer Versuch. Berlin 1902.


    Focht, Josef. Die musische Aura der Markgräfin Wilhelmine. Musikinszenierung in der Kunst des Bayreuther Rokoko. Passau 1998.


    Hegen, Irene. Neue Dokumente und Überlegungen zur Musikgeschichte der Wilhelminezeit. In: Niedermüller, Peter, und Wiesend, Reinhard (Hg.). Musik und Theater am Hofe der Bayreuther Markgräfin Wilhelmine. Symposion zum 250-jährigen Jubiläum des Markgräflichen Opernhauses am 2. Juli 1998 (= Schriften zur Musikwissenschaft, herausgegeben vom Musikwissenschaftlichen Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Bd. 7), Mainz 2002. S. 27-57.


    Dies. Wilhelmines Oper Argenore. In: Archiv für Geschichte in Oberfranken 83/2003. S. 329-361.


    Henze-Döhring, Sabine. Konzeption einer höfischen Musikkultur. In: Niedermüller, Peter, und Wiesend, Reinhard (Hg.). Musik und Theater am Hofe der Bayreuther Markgräfin Wilhelmine. Symposion zum 250-jährigen Jubiläum des Markgräflichen Opernhauses am 2. Juli 1998 (= Schriften zur Musikwissenschaft, herausgegeben vom Musikwissenschaftlichen Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Bd. 7), Mainz 2002. S. 97-118.


    Dies. Markgräfin Wilhelmine und die Bayreuther Hofmusik, Bamberg 2009.


    Dies. Wilhelmine Markgräfin von Bayreuth und die preußische Hofmusik. Musik- und Musikeraustausch zwischen Ruppin/Rheinsberg und Bayreuth: Neue Quellen zur Bayreuther Hofkapelle in den Jahren 1732 bis 1740 unter besonderer Berücksichtigung des Solokonzerts und der Autorschaft des Markgräfin Wilhelmine zugeschriebenen Cembalokonzerts in g-Moll. In: Wilhelmine von Bayreuth heute. Das kulturelle Erbe der Markgräfin. Hrsg. v. Günter Berger. Bayreuth 2009 (Archiv für Geschichte von Oberfranken. Sonderbd. 2009), S. 207-230.


    Dies., Die musikalische Komposition der Oper L’Huomo, online publiziert unter: http://www.uni-marburg.de/fb09/musikwissenschaft/institut/mitarbeiter/onlinepublikationen/lhuomo.pdf


    Hirschmann, Wolfgang. Italienische Opernpflege am Bayreuther Hof, der Sänger Giacomo Zaghini und die Oper Argenore der Markgräfin Wilhelmine. In: Brusniak, Friedhelm (hg.). Italienische Musiker und Musikpflege an deutschen Höfen der Barockzeit. Köln 1995. S. 117-153.


    Kröll, Joachim. Zum Gedankengut der Aufklärung in Bayreuth. In: Archiv für Geschichte in Oberfranken 39/1959. S. 156-175.


    Krückmann, Peter. Das Bayreuth der Markgräfin Wilhelmine. München u. New York 1998.


    Ders. (Hg.). Galli Bibiena und der Musenhof der Wilhelmine von Bayreuth. München und New York 1998.


    Maron, Richard. Voltaire in Bayreuth. In: Archiv für Geschichte in Oberfranken 60/1980. S. 127-133.


    Müller-Lindenberg, Ruth. Wilhelmine von Bayreuth. Die Hofoper als Bühne des Lebens. Köln 2005.


    Müssel, Karl. Markgraf Friedrich von Brandenburg-Bayreuth. Bayreuth 1956.


    Ders. Wilhelmines Jugend im Spiegel von Briefen ihrer Mutter. In: Archiv für Geschichte in Oberfranken 39/1959. S. 176-191.


    Ders. Die Akademie der freien Künste und Wissenschaften in Bayreuth (1756-1763). In: Archiv für Geschichte in Oberfranken 61/1981. S. 33-57.


    Ders. Das Repertoire der „Französischen Komödie“ am Hofe des Bayreuther Markgrafenpaares Friedrich und Wilhelmine. In: Archiv für Geschichte in Oberfranken 77/1997. S. 119-128.


    Ders. Zum Briefwechsel der Markgräfin Wilhelmine mit ihrem Bruder Friedrich im Jahre 1748. Eine Zugabe aus bisher unveröffentlichten Briefen. In: Archiv für Geschichte in Oberfranken 78/1998. S. 255-267.


    Rudloff-Hille, Gertrud. Die Bayreuther Hofbühne im 17. und 18. Jahrhundert. In: Archiv für Geschichte in Oberfranken 33/1936. S. 67-138.


    Sander, Ina. Johann Pfeiffer, Leben und Werk des letzten Kapellmeisters am markgräflichen Hof zu Bayreuth. In: Archiv für Geschichte in Oberfranken 46/1966. S. 129-182.


    Schiedermair, Ludwig. Bayreuther Festspiele im Zeitalter des Absolutismus. Studien zur Geschichte der deutschen Oper. Leipzig 1908.


    Schrader, Susanne. Das Markgrafentheater in Bayreuth. Studien zum Hoftheatertypus des 18. Jahrhunderts. München 1985.


    Talkenberger, Heike. Selbstverständnis und bildliche Repräsentation bei Sophie von Hannover und Wilhelmine von Bayreuth. In: Baumbach, Gabriele und Cordula Bischoff (Hg.). Frau und Bildnis 1600-1750. Barocke Repräsentationskultur an europäischen Fürstenhöfen. Kassel 2003. S. 133-160.


    Thiel, Heinrich. Wilhelmine von Bayreuth. Die Lieblingsschwester Friedrichs des Großen. München 1967. Nachdruck Bayreuth 1981.


    Veh, Otto. Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth im Urteil von Mit- und Nachwelt. Wissenschaftliche Beilage zum Jahresbericht des Humanistischen Gymnasiums in Fürth i. Bay. 1958/59. Fürth 1959.


    Volz, Gustav Berthold. Die Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth und ihre Denkwürdigkeiten. In: Forschungen zur Brandenburgischen und Preußischen Geschichte, Bd. 36, München und Berlin 1924. S. 164-179.


    Wittern-Sterzel, Renate. Wilhelmine von Bayreuth und Daniel de Superville: Vorgeschichte und Frühzeit der Erlanger Universität. Erlangen 1993.


    Wuthenow, Ralph-Rainer. Fürstliches Elend. Die Memoiren der Wilhelmine, Markgräfin von Bayreuth. In: ders. Das Bild und der Spiegel. Europäische Literatur im 18. Jahrhundert. München und Wien 1984. S. 114-128.

    Forschung

    Eine 2008 anlässlich der Jubiläumsperiode (300. Geburtstag/250. Todestag) veranstaltete Tagung der Universität Bayreuth gab den Anstoß dafür, bislang nicht oder unvollständig aufgearbeitete Gebiete wissenschaftlich besser oder überhaupt erst zu erschließen. Dazu gehören das Musikleben am Bayreuther Hof, auch in komparatistischer Perspektive, und eine Bewertung und Einordnung der philosophischen Schriften. Auch Tanz und Sprechtheater sowie Wilhelmine von Bayreuths Engagement als Mentorin von Sängerinnen und Sängern an ihrem Hof sind bislang unzureichend erforscht.

    Wilhelmine von Bayreuths handschriftlicher Nachlass, darunter Entwürfe zu Operntexten, befindet sich im Geheimen Staatsarchiv Berlin, Preußischer Kulturbesitz (zu den Musikalien siehe auch die Rubrik Werkverzeichnis).

    2009 erschien Sabine Henze-Döhrings Buch über „Markgräfin Wilhelmine und die Bayreuther Hofmusik“ (Bamberg 2009), in dem zahlreiche Quellen wie die Bayreuther Zeitungen und die Briefe Wilhelmine von Bayreuths ausgewertet wurden und die Autorschaft verschiedener Werke geklärt werden konnte.

    Forschungsbedarf

    Der 1924 und 1926 in zwei Bänden erschienene Briefwechsel zwischen Wilhelmine und ihrem Bruder Friedrich schließt, wie der Herausgeber Gustav Volz im Vorwort erläutert, Informationen über Musik und Theater weitgehend aus, da diese unwesentlich seien. Der im Geheimen Staatsarchiv Berlin, Preußischer Kulturbesitz, befindliche Briefwechsel bedarf einer erneuten Sichtung und auszugsweisen Publikation, auch im französischsprachigen Original.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 76289271
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 118633112
    Library of Congress (LCCN): n82056675
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Ruth Müller-Lindenberg, 31. März 2008


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Regina Back
    Zuerst eingegeben am 26.05.2004
    Zuletzt bearbeitet am 07.04.2009


    Empfohlene Zitierweise

    Ruth Müller-Lindenberg, Artikel „Wilhelmine Markgräfin von Bayreuth“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 7.4.2009
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Wilhelmine_Markgräfin_von_Bayreuth