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  • Wanda Landowska

    von Ingeborg Harer
    Die Cembalistin und Pianistin Wanda Landowska.
    Namen:
    Wanda Landowska
    Lebensdaten:
    geb. in Warschau, Polen
    gest. in Lakeville, Connecticut, USA

    Nicht identisch oder verwandt mit der Musikschriftstellerin W(anda) L. Landowski (auch: Wanda Alice L. Landowski), Paris 1899 – Paris 1959, die das „L.“ (= Ladislas, den Namen ihres Vaters) in ihrem Namen verwendete, um eine Verwechslung mit der Cembalistin Wanda Landowska zu vermeiden.
    Tätigkeitsfelder:
    Cembalistin, Pianistin, Komponistin, Cembalo- und Klavierpädagogin, Konzertveranstalterin, Musikforscherin, Musikschriftstellerin, Professorin für Cembalo, Pionierin der Alte-Musik-Bewegung, Korrespondentin
    Charakterisierender Satz:

    Zahlreiche Anekdoten sind im Zusammenhang mit Landowskas künstlerischem Umfeld, überliefert, oft werden sie fälschlich ge- und be-nützt, wie z.B. der Satz:


    „You play Bach your way and I’ll play him his way.“

    („Sie spielen Bach auf Ihre Weise, ich spiele ihn auf seine Weise.“)

    Wanda Landowska, 1941


    Angeblich hätte Landowska diese Aussage ihrer Konkurrentin, der Pianistin und Bach-Interpretin Rosalyn Turek (1913-2003) gegenüber geäußert, sie diente somit der Nachwelt dazu, die Konkurrenz unter den Musikerinnen der damaligen Zeit zum Ausdruck zu bringen. In Wahrheit war die Bemerkung an den Cellisten Pablo Casals adressiert, wobei Landowska in einer Diskussion über die Ausführung von Bachschen Verzierungen bei einem musikalischen Treffen in Banyuls-sur-Mer im Juni 1941 wortwörtlich sagte: “… ne discutons pas davantage. Continuez a jouer Bach a votre façon et moi, a sa façon”. (The Oxford Dictionary of American Quotations, hg. von Hugh Rawson, Margaret Miner, 2. Auflage. New York: Oxford University Press, 2006. S. 66.) Inhaltlich bildet der Satz durchaus einen Widerspruch zu Landowskas eigener Auffassung von Interpretation in späteren Jahren: „When I play, there is always a frame, although I do not care any longer about the rules of interpretation.“ (Wanda Landowska, Being an Interpreter [1950er Jahre]. In: Denise Restout (Hg.). Landowska on Music. New York: Stein and Day 1964, S. 407.)


    Profil

    Trotz ihrer vielfältigen Begabungen und Aktivitäten sah sich Wanda Landowska bevorzugt als Interpretin. In Lebensläufen, die von ihr autorisiert wurden, blieben ihre Bestrebungen, sich in jungen Jahren als Komponistin zu etablieren, stets ausgelassen. Stattdessen betonte sie die frühe Begeisterung für die Alte Musik und nicht zuletzt für Johann Sebastian Bach. Die Basis für diese lebenslange Beschäftigung und damit verbunden das Interesse für das damals in Vergessenheit geratene Cembalo war bereits in Wanda Landowskas Kindheit und Jugend in Warschau und Berlin erkennbar. Dennoch liegen aus der Berliner Zeit und den Anfangsjahren in Paris zahlreiche Kompositionen vor, die in Stil und Form der spätromantischen Tradition zuzuschreiben sind. Die Klavierstücke aus dieser Zeit dürften jedoch ausschließlich von ihr selbst zum Erklingen gebracht worden sein.

    Als Landowska ab ca. 1903 das Komponieren gegenüber dem Musizieren, bevorzugt auf dem Cembalo, zurücktreten ließ, sah sie sich durchaus einer weiblichen und männlichen Konkurrenz gegenübergestellt, die ebenfalls vermehrt das Cembalo dem Klavier vorzog. Doch keine der Cembalistinnen (und Cembalisten) setzte sich in dem Ausmaß wie Wanda Landowska zum Ziel, das Cembalo als Soloinstrument zu etablieren. Tatsächlich sind – abgesehen von einigen Ausnahmen – die meisten Konzertauftritte der Landowska als Soloabende zu werten. Vergleichsweise selten war Landowska mit ihrem Cembalo in Aufführungen mit Kammer- oder Orchestermusik vertreten. Von Anfang an, bereits ab 1904, war sie jedoch als „die“ Bach-Interpretin bekannt.

    In der Verfolgung ihres Zieles, das Repertoire der Vergangenheit dem an virtuose Musikpräsentationen gewöhnten Publikum durch ihre spezielle Zugangsweise als neu zu entdeckende Musik zu präsentieren, war Wanda Landowska kompromisslos von ihrer künstlerischen Berufung geleitet, wenngleich sie ihr Terrain förmlich erobern und harte Kritik einstecken musste. In Bezug auf die Verwendung von historischen Instrumenten ging sie jedoch sehr wohl - und aus heutiger Sicht - gewagte Kompromisse ein, denn sie arbeitete stetig an der „Verbesserung“ des modernen Cembalos. In den Jahren 1904 und später spielte Landowska auf einem Instrument der Firma Pleyel, wie es auch von anderen Cembalisten und Cembalistinnen der damaligen Zeit, zumindest seit dessen Einsatz bei der Pariser Weltausstellung 1889, verwendet wurde (vgl. Elste 2010 und Battault 2011). Bald entsprach dieses Instrument jedoch nicht mehr Landowskas Ansprüchen und idealen Klangvorstellungen. Wanda Landowska veranlasste daher die Firma Pleyel, ein Instrument zu konstruieren, das letzten Endes auch Kritik am zu leisen und wenig nuancierfähigen Klang des Cembalos verstummen lassen sollte. Dieses „Grand Modèle de Concert“ (auch Landowska-Modell genannt) kam ab 1912 zum Einsatz und begleitete Landowska auf ihren Konzertreisen und in die Emigration. Trotz der Präferenz des Cembalos blieb Landowska jedoch auch dem Klavierspiel treu und mischte noch am Ende ihrer Karriere z.B. Klavierwerke von Mozart in ihre Cembalo-Abende, in denen jedoch Werke des Barock dominierten.

    Orte und Länder

    Wanda Landowskas erste Auftritte als Pianistin erfolgten in Warschau und Berlin, wo auch in den 1890er Jahren ihre ersten Kompositionen zur Aufführung gelangten. Die Laufbahn als Komponistin wurde ab 1900 in Paris fortgesetzt, aber ab ca. 1903 von Solo-Auftritten mit dem Cembalo abgelöst. Fortan erfolgte eine rege internationale Konzerttätigkeit mit dem Cembalo, die Landowska 1904 nach Deutschland und Österreich führte, 1907 und 1909 nach Russland. Ab 1913 war Berlin künstlerischer Lebensmittelpunkt, bis sie 1920 wieder nach Paris zurückkehrte. In den folgenden Jahrzehnten gab es kaum ein Land, in dem Landowska nicht musizierte, auch nach Südamerika und in die USA führten ihre ausgedehnten Konzertreisen. Mit der Etablierung ihrer „École de Musique Ancienne“ in Saint-Leu-la-Forêt bei Paris erfolgte ab 1926 eine intensive pädagogische Tätigkeit, verbunden mit der Veranstaltung von Konzerten, sodass das Anwesen samt Musiksaal zum Magnet der an Alter Musik interessierten Musikwelt wurde. Nach der Vertreibung durch das Nazi-Regime und der Flucht in die USA im Jahre 1941 beschränkte sich Landowskas Konzert- und Unterrichtstätigkeit auf Nordamerika.

    Biografie

    Wanda Landowska wurde als Tochter des Rechtsanwalts Marian Landowski (?-1916) und der Übersetzerin Ewa Landowska geb. Lautenberg (1859-1925) in Warschau, damals Russland geboren. Die Familie, zu der auch die Brüder Paul (1882-1937) und André gehörten, war katholisch mit jüdisch-polnischen Wurzeln. Wanda wuchs in einem kulturfördernden Umfeld auf und zeigte schon als kleines Mädchen große Begabung für die Musik. Im Alter von vier Jahren fiel sie bereits durch ihr Klavierspiel auf. Wanda Landowska war in Warschau zunächst Schülerin von Jan Kleczyński (1837-1895), dann von Aleksander Michałowski (1851-1938). Neben der intensiven Auseinandersetzung mit Frédéric Chopin, die ihre Lehrer einforderten, zeigte Wanda schon in dieser Zeit großes Interesse für die Musik Johann Sebastian Bachs.


    Ausbildung in Berlin

    Ende 1895 setzte Wanda Landowska ihre Musikausbildung in Berlin fort. Ihre Lehrer waren Heinrich Urban (1837-1901) in Komposition und Moritz (Maurice) Moszkowski (1854-1925) im Klavierspiel. In dieser Zeit trat Wanda immer wieder als Komponistin und Pianistin auf. Ihre Kompositionen erschienen zum Teil im Druck. Die Konzertprogramme enthielten eigene Werke, spätromantische Klavierstücke ebenso wie Werke von J.S. Bach.

    In ihrem Bestreben, sich als Komponistin zu etablieren, wurde sie offensichtlich von ihrer Mutter beraten und auch unterstützt. In Briefen, die an Edvard Grieg gerichtet waren, ging es darum, diesen zur Begutachtung der von ihr vorgelegten Kompositionen zu bewegen: Nach einer von Wanda Landowska verfassten Anfrage an Grieg und der Übersendung von „einigen Klavierstücken“, datiert 6. September 1897 (Vgl. Harer 2011), wandte sich auch die Mutter an den Komponisten: „ Sie [Wanda] wohnt studienhalber in Berlin, Steglitzer 58, und weiss nicht davon, dass ich so viel Muth fasste, mich an Sie grosser Meister zu wenden, in der Hoffnung Peer Gynts Verfasser wird doch einer Mutter zu verzeihen wissen! Ich bin fest überzeugt, dass Sie, wenn Sie diese jugendliche Componistin, Pianistin und Sängerin näher kennten, Sie von ihrer tiefen, grossen, durch und durch musikalischen Seele überrascht sein würden; sie hat über 50 Lieder geschrieben, von denen kein Einziges gemacht, aber alle glühend empfunden sind, Variationen für 1 und 2 Klaviere, Einiges für Streichorchester usf.

    Sollte Wandas Glücksstern Sie, ihren von Kindheit geliebten und bewunderten Meister nach Berlin bringen, dann wage ich Sie noch um das große Glück einer Audienz für das junge Mädchen zu bitten! Nun bin ich sicher ihr durch diesen Brief den besten Dienst geleistet zu haben, und erflehe für sie edler, muthiger und überall bewunderter Tondichter das Allerbeste. In tiefster Huldigung E.[wa] Landowska. Warschau 14.10.99.“


    Komponistin, Pianistin und Cembalistin in Paris

    Wandas Mutter Ewa Landowska setzte Grieg ein Jahr später auch von Wandas Übersiedlung nach Paris in Kenntnis: „Sie wohnt jetzt in Paris 117 avenue de Clichy, und ist jetzt volljährig geworden, nun werde ich sie leider noch weniger als bisher sehen, und weiss wirklich nicht woher sie den Muth genommen hat in Paris sich einen Namen machen zu wollen. Dies Alles schreibe ich Ihnen, gütiger Meister, damit Wanda, sollten Sie event. einmal Paris besuchen, es wagen darf, sich Ihnen vorzustellen, und Ihnen ihre zahlreichen Arbeiten vorzeigen, auch etwas Bach vorspielen [kann]. […] Ihre Dienerin [Ewa] Landowska. Warschau am 3. Nov. 1900.“


    In Paris hatte Wanda bereits am 10. Mai 1900 Henri (Henryk) Lew (1874-1919) geheiratet. Während Wanda ihren Mädchennamen behielt, nannte sich ihr Ehemann, der sie in ihren weiteren künstlerischen Ambitionen unterstützen und ihre Karriere lenken sollte, Lew-Landowski. Verschiedene Faktoren waren in den ersten Jahren der Entwicklung der jungen Künstlerin förderlich: Zum speziellen kulturellen Klima im Paris um 1900 kam vor allem ein Netzwerk an Personen aus dem Kulturleben, die zum Großteil den jüdischen und polnischen Hintergrund mit den Landowskis teilten. In diesem Zusammenhang ist insbesondere Gabriel Astruc (1864-1938) erwähnenswert, der Verbindungen zum Verlag Enoch hatte und als Herausgeber der Zeitschrift „Musica“ Wanda Landowska und ihren jeweiligen musikalisch-künstlerischen Zielen kontinuierlich in eben diesem Medium Raum gab. Der Verlag Enoch nahm Wanda Landowska als Komponistin bereits 1901 unter Vertrag und publizierte einige Werke der Pariser Anfangsjahre. 1903 wurde Landowska in „Musica“ als vielversprechende „Compositeur et Pianiste“(„Komponistin und Pianistin“) vorgestellt. Das so bezeichnete ganzseitige Portrait-Foto wird folgendermaßen kommentiert: „[…] Est-elle plus compositeur que virtuose ou plus virtuose que compositeur? L’avenir le dira: peut-être est-elle les deux avec un égal talent.” („ […] ist sie eher Komponistin als Virtuosin oder eher Virtuosin als Komponistin? Die Zukunft wird es zeigen: vielleicht ist sie beides mit demselben Talent.“ „Musica“ 5/2. 1903, S. 73.) Es sollte jedoch anders kommen.

    Wanda Landowska konnte vorerst Erfolge als Komponistin verzeichnen. Im Jahre 1904 wurde sie in einem von der Zeitschrift „Musica“ organisierten und ausgetragenen Kompositionswettbewerb „Tournoi Musical International 1904“ mit dem 1. Preis (ex aequo) für ihre Komposition „Feu Follet“ (in der Kategorie „Klavier-Konzertstück, hoher Schwierigkeitsgrad“) und dem 2. Preis für „Querelle“ (Kategorie „Lied mit Klavierbegleitung“) belohnt. („Musica“ 16/1. 1904, S. 244.) Ihre Leistungen als Komponistin wurden lobend erwähnt, man schrieb ihr kontinuierlich außerordentliches Talent zu. Weiterhin wurden 1904 und 1909 im „Album Musica“ zwei ihrer Klavierstücke gedruckt, „Feu Follet“ und „Valse“ (siehe Werkverzeichnis). In den ersten Jahren in Paris trat Landowska immer wieder mit eigenen Werken auf, z.B. heißt es im Jahre 1902 in einer Konzertkritik der Tagespresse: „Les artistes les plus éminents […] Wanda Landowska, qui s‘est révélée comme compositeur de grand talent dans sa ,Reverie d´automne‘ et ses ,Variations polonaises‘ jouées a deux pianos avec le pianiste Alfred Casella;” („Die wichtigsten Künstler. […] Wanda Landowska, die als Komponistin mit großem Talent in ihrem ,Reverie d´automne‘ und ihren ,Variations polonaises‘ hervortat, [letztere] gespielt auf zwei Klavieren mit dem Pianisten Alfred Casella.” „Le Figaro“ 48/3/76. 17. März 1902, S. 5.)


    Annoncen in „Musica“ zeigen jedoch, dass Landowska vermutlich aus finanziellen Gründen ab 1903 Privatunterricht in Klavier gab. Bald schon wurde in der Zeitschrift „Musica“ nicht mehr die Komponistin, sondern vielmehr die Interpretin Landowska in den Vordergrund gerückt. U.a. erschien im Jahr 1905 ein Artikel, der sich mit Wanda Landowska befasste (siehe „Quellen. B. Sekundärliteratur“, Brussel 1905). Im Pariser Musikleben wurde sie rasch als Bach-Interpretin bekannt, wie aus zahlreichen Anmerkungen in Kritiken hervorgeht. So heißt es z.B. 1904: „Mme Wanda Landowska, que le Tout-Paris musical a déjà applaudi chez Lamoureux et à la Schola Cantorum, se fera entendre demain soir, à la salle Erard, dans les œuvres de son maître préféré, Jean-Sébastien Bach, dont elle est considérée comme l‘interpète idéale.“ („Madame Wanda Landowska, der ganz Paris schon bei den Lamoureux[-Konzerten] Applaus spendete, ist morgen mit Werken ihres bevorzugten Meisters, Johann Sebastian Bach, zu hören, als deren ideale Interpretin sie angesehen wird.“ „Le Figaro“ 50/3/34 . 3. Februar 1904, S. 4.)


    Die ersten Auftritte als Cembalistin erfolgten in den Jahren 1903 und 1904. Beim ersten nachweislichen Konzert, veranstaltet von der Schola Cantorum am 12. November 1903, bei dem das Cembalo zum Einsatz kam, spielte Wanda Landowska allerdings hauptsächlich Klavier, nur ein Werk trug sie auf dem Cembalo vor. (Programm-Faksimile in Elste 2010, S. 34.) Am Konzept, an einem Abend Klavier und Cembalo zu spielen, hielt Landowska auch in späteren Zeiten ihrer Konzertkarriere fest, wenngleich das Klavier zugunsten des Cembalos in den Hintergrund trat. Parallel zur zunehmenden Beschäftigung mit dem Cembalo und damit verbunden mit dem Schreiben über die Interpretation Alter Musik ist eine deutliche Abnahme der Zahl der Kompositionen Landowskas ab ca. 1904 zu verzeichnen. In späteren Jahren fand das Handwerk des Komponierens – mit wenigen Ausnahmen – nur mehr Niederschlag in Bearbeitungen von Werken für Tasteninstrumente und im Ausschreiben von Kadenzen zu Klavierkonzerten von Haydn und Mozart.


    Das Cembalo und insbesondere die Sololiteratur für das Cembalo dem uninformierten Publikum des frühen 20. Jahrhunderts näher zu bringen, wurde das Leitmotiv für Wanda Landowskas umfassendes kulturelles Handeln. Ziel war es, ein Corpus an älterer Musik zum Erklingen zu bringen, das nur auf dem der Musik adäquaten Instrument zur Entfaltung kommen könne. In den Pariser Jahren ab 1904 erfolgten zahlreiche Konzerttourneen in ganz Europa und Übersee. (Siehe „Repertoire/Chronologie der Konzerte“.) Legendär wurden Landowskas Reisen nach Russland, vor allem die Besuche bei Leo Tolstoi. (Fotos und Zeitungsartikel siehe „Quellen. A. Quellen und Schriften“, Landowska 1908 sowie „Quellen. B. Sekundärliteratur“, Goldenring 1908.)


    Auf der Suche nach historischen Instrumenten und originalem Notenmaterial in den europäischen Museen und Privatsammlungen ebenso wie auf den Konzertreisen wurde Wanda Landowska stets von ihrem Mann begleitet. Mit ihm gemeinsam verfasste sie das Buch „Musique Ancienne“ (1909), Henri Lew-Landowski führte außerdem die notwendige Korrespondenz, um wichtige Kontakte zu knüpfen, so z.B. zum Pariser Klavierhaus Pleyel. (Vgl. Elste 2010.) Zum einen spielte Wanda Landowska ausschließlich auf Instrumenten dieser Firma, die sie auch ihren Schülern und Schülerinnen empfahl, zum anderen ging die Firma Pleyel im Cembalobau auf die Wünsche der Landowskis ein. (Vgl. Battault 2011.)


    Von Berlin zurück nach Paris

    Das nach den Vorstellungen Landowskas gebaute Pleyel-Cembalo „Grand Modèle de Concert“ (auch Landowska-Modell genannt) wurde beim Bachfest in Breslau 1912 präsentiert. Das „Grand Modèle de Concert“ verfügte zwecks Erhöhung der Dynamik und Klanggestaltung über 7 Pedale, sowie ein 16-, zwei 8-, ein 4-Fuß-Register plus Lautenzug. Außerdem war dieses Instrument mit einem Eisenrahmen ausgestattet, der die zahlreichen Konzertreisen, auf denen das nunmehr robustere Instrument transportiert werden musste, erst möglich machte. Dieses Instrument wurde vom Ehepaar Landowski gezielt propagiert. (Elste 2010, S. 82-83.) So wurde ein Pleyel-Cembalo an die Hochschule in Berlin empfohlen, wo Wanda Landowska 1913 eine eigens für sie eingerichtet Klasse für Cembalo unterrichtete. Wegen der durch den Ersten Weltkrieg bedingten schwierigen Verhältnisse – die Landowskis waren russische Staatsbürger – musste Wanda Landowska ihre Tätigkeit als Cembaloprofessorin beenden, noch dazu verlor sie ihren Mann, der 1919 (nach offiziellen Meldungen) bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Es konnte nie geklärt werden, ob es sich dabei um einen politisch motivierten, gewaltsam herbeigeführten Tod handelte oder nicht.


    1920 nach Paris zurückgekehrt, nahm Landowska dort wieder ihre Unterrichts-, Vortrags-, Schreib- und Konzerttätigkeit auf. So unterrichtete sie beispielsweise an der École Normale de Musique. Bald fasste sie den Entschluss, sich außerhalb von Paris ein speziell nach ihren Vorstellungen eingerichtetes Refugium für ihre vielfältigen künstlerischen Tätigkeiten und Forschungen einzurichten. Das ihre „École de Musique Ancienne“ in Saint-Leu-la-Forêt beherbergende Gebäude, zu dem auch ein Garten gehörte, wurde durch einen eigenen Konzertsaal erweitert, genannt „Temple de la musique“. (Battault und Parmiani 2011, S. 155-162.) Das Anwesen bot außerdem Platz für die ständig wachsende Sammlung an Musikinstrumenten, darunter wertvolle historische Tasteninstrumente. Hinzu kam eine umfangreiche Bibliothek, der auch seltene Notendrucke und Manuskripte angehörten. (Vgl. Marty 2011.) Landowskas Kurse, z.B. „Über den Vortrag der Meister des XVII. u. XVIII. Jahrhunderts“, und die von ihr gegebenen und veranstalteten Konzerte fanden regen Zuspruch bei einem internationalen Publikum und SchülerInnenkreis, bis der Einmarsch der Nationalsozialisten dieser produktiven Phase ein gewaltsames Ende setzte. Ihre Studioaufnahmen von Scarlatti-Sonaten sind mit den deutlich hörbaren Bomben als Hintergrundgeräusch Zeugen der Kriegssituation in Paris 1940, belegen jedoch gleichzeitig auf eindrucksvolle Weise Landowskas leidenschaftliche Konzentration auf die Musik.

    Denise Restouts Erzählungen nach hatte Wanda Landowska die drohende Gefahr durch die Nationalsozialisten nicht erkennen wollen. Schließlich verließen die beiden Frauen am 10. Juni 1940 Saint-Leu-la-Forêt in Richtung Süden, wobei der gesamte Besitz zurückgelassen werden musste. Landowska verbrachte einige Zeit im Süden Frankreichs – ohne Cembalo (vgl. de Vries 2004, S. 208-211.) Mit Unterstützung des Bildhauers Aristide Maillol (1861-1944) hielten sich die beiden Frauen schließlich ein Jahr lang in Banyuls-sur-Mer auf. Nachdem ein Pleyel-Cembalo aufgetrieben werden konnte, spielte Landowska in der Schweiz wieder Konzerte, um Geld für die Überfahrt nach Amerika zu verdienen. Nachdem Landowska über Umwege erfahren hatte, dass ihr Zuhause in Saint-Leu-la-Forêt durch einen Einsatz des „Sonderstabs Musik“ geplündert und ihr gesamtes Hab und Gut abtransportiert worden war, konnte dieser traurigen Gewissheit nur mehr die endgültige Flucht in die USA folgen. Landowskas Besitz, zu dem die wertvolle Sammlung alter Instrumente, die Noten- und Quellensammlung sowie die umfangreiche Bibliothek gehörten, ging unwiederbringlich verloren, und Wanda Landowska erhielt auch nach dem Krieg keine angemessene Entschädigung. Erst in den 1990er Jahren erfolgte eine intensive Nachverfolgung der einzelnen Gegenstände dieser einzigartigen Sammlung. Im Zuge der Aufarbeitung der Geschehnisse rund um die Plünderung kam auch die tatkräftige Beteiligung des Musikwissenschaftlers Wolfgang Boetticher (1914-2002) zu Tage (vgl. de Vries 1998, S. 316.)


    USA

    Am 28. November 1941 gelang es Landowska und Restout von Lissabon aus, mit Hilfe des „Emergency Rescue Committees“ unter der Leitung des US-amerikanischen Journalisten Varian Fry (1907-1967) aus Frankreich zu fliehen und am 7. Dezember 1941 in die USA einzureisen, wo sie sich vorerst in New York niederließ und unverzüglich ihre künstlerische Arbeit fortsetzte. Landowska übersiedelte schließlich gemeinsam mit ihren langjährigen Wegbegleiterinnen Elsa Schunicke und Denise Restout (1915-2004) nach Lakewood, Ct., wo sie weiterhin Schülerinnen und Schüler empfing und wo auch ihre letzten Schallplattenaufnahmen (1959) entstanden.

    Am 21. Februar 1954 trat Landowska zum letzten Mal im Rahmen der Konzerte in der Frick Collection auf. Sie verstarb am 16. August 1959 in Lakeville. Ihre Urne wurde ihrem Wunsch gemäß in Frankreich, auf dem Friedhof von Taverny in der Nähe von Saint-Leu-la-Forêt, bestattet.

    Würdigung

    Wanda Landowska zählt zu jenen weiblichen Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, die das Musikleben nicht nur geprägt, sondern auch nachhaltig verändert haben. Dies ist vor allem auf dem Gebiet der musikalischen Interpretation zu sehen: Wanda Landowska ist nicht nur als Hauptakteurin an der sogenannten Wiederbelebung des Cembalos im 20. Jahrhundert beteiligt, die letztendlich zum heute standardisierten Einsatz dieses Instruments in bestimmten Repertoire-Bereichen und zur Etablierung des Instruments als universitäres Lehrfach geführt hat. Gleichzeitig hat Landowska als Pionierin auf diesem Sektor die Beschäftigung mit Interpretationsfragen generell in den Vordergrund gerückt.


    Mit ihrem konsequent (in Klang, Wort und Schrift) vorgeführten Zugang, nämlich die Erschließung und Erforschung der spielpraktischen Quellen als Grundlage für die klangliche Realisierung eines Musikwerkes zu verwenden, hat sie die immer noch gültige Methode des Herstellens eines Dialogs zwischen Forschung und Praxis sowie zwischen Vergangenheit und Gegenwart etabliert, wie er im prinzipiellen Ansatz auch heute noch von den VertreterInnen der Alten-Musik-Bewegung gepflegt wird. Im Zusammenhang mit dem Siegeszug des Cembalos im 20. Jahrhundert ist vor allem auch Wanda Landowskas Einfluss auf den Cembalobau unübersehbar, der sich besonders auf Produktion und Verkauf der Cembali aus dem Pariser Klavierhaus Pleyel auswirkte. (Harer 2014.)


    Das funktionierende Netzwerk, das Wanda Landowska am Anfang ihrer Karriere zu nützen verstand, führte letztendlich auch zum Zusammenspiel im wörtlichen und übertragenen Sinn des Wortes mit zeitgenössischen Künstlerpersönlichkeiten wie z.B. Pablo Casals, Claude Debussy, Manuel de Falla, Francis Poulenc, Rainer Maria Rilke, Auguste Rodin und Albert Schweitzer. Als herausragende Leistung müssen wohl das ungebrochene Durchhaltevermögen, die Quantität und das Ineinandergreifen der vielfältigen Tätigkeiten „der“ Landowska gelten. Dazu zählen neben dem Einfluss, den sie auf ihre künstlerische Umgebung generell ausübte, ihre Konzertauftritte, Platten-Aufnahmen, Schriften und Unterrichtstätigkeit, die sie konsequent fortsetzte, nämlich bis ins hohe Alter und trotz dramatischer, existenz- und lebensbedrohlicher Lebensumstände.

    Rezeption

    Pianistin und Komponistin

    Wanda Landowska trat in jungen Jahren vor allem als Pianistin im Warschauer und Berliner Musikleben, dann auch in Paris in Erscheinung und genoss durchaus den Ruf der jungen begabten und aufstrebenden Komponistin und Pianistin, die sich in beiden Bereichen zu etablieren suchte. Ihre Ambitionen als Komponistin wurden 1901 belohnt, als Wanda Landowska einen Vertrag beim Verlag Enoch für die Publikation ihrer Werke erhielt und sie sich auch 1904 Preisträgerin beim Wettbewerb der Zeitschrift „Musica“ nennen durfte.


    Cembalistin

    Der persönliche Einsatz für das Cembalo erfolgte für Landowska nicht widerspruchslos. Am Beginn des 20. Jahrhunderts war das akustische und optische Erscheinungsbild des Cembalos mit der Aura einer längst vergangenen Zeit im negativen oder auch positiven Sinn behaftet. Dem Cembalo wurden außerdem mangelnde Durchsetzungskraft und jene spezielle Klanggebung angelastet, die als nähmaschinenähnlich oder zirpend empfunden wurde. Hinzu kam eine Konnotation, die das Instrument als ein für Frauen typisches darstellte. Das Engagement für die „Weiterentwicklung“ des Cembalos stellt eine Annäherung an das im 20. Jahrhundert geforderte Klangbild dar. Gleichwohl erscheint diese Entwicklung heute als Widerspruch zu Landowskas an historischen Vorbildern orientierten Studien und den daraus gezogenen Erkenntnissen.


    Einige Auftritte – besonders im Bereich der Bach-Interpretation – gingen mittlerweile als legendäre Ereignisse in die Interpretationsgeschichte des 20. Jahrhunderts ein. Dazu zählt der erstmalige Einsatz des Cembalos (statt eines Klaviers) bei einer Aufführung der „Matthäuspassion“ von J.S. Bach im Jahre 1919 in Basel, wobei Landowska das Continuo-Cembalo spielte. Hervorzuheben ist auch Landowskas Aufführung der Bachschen „Goldbergvariationen“ als gesamtes Werk, was in der damaligen Zeit keine Selbstverständlichkeit war. Landowskas Aufführung am 14. Mai 1933 in Saint-Leu-la-Forêt wurde jedoch fälschlicherweise als die erste Gesamtaufführung bezeichnet. (Elste 2010, S. 205.)


    Teil ihres Erfolges war auch die Tatsache, dass Landowska es verstand, ihre Auftritte zu zelebrieren und zu inszenieren. Das geschah mit einem Erscheinungsbild und einem Ablauf der Konzerte, die zu ihren „Markenkennzeichen“ wurden, was aus heutiger Sicht auch im Sinne einer spezifisch „weiblichen“ Inszenierung (Kleidung, Schuhe, Gestik) zu sehen ist. (Vgl. auch Fauser 2006.) Zumeist dürfte sie ihre Konzerte auch als Lecture-Recitals gestaltet haben, um es nicht zu verabsäumen, das Publikum auf das neue Hörerlebnis in Bezug auf Instrument und Repertoire verbal vorzubereiten. Immer verstand sie es, zahlreiche Helferinnen und Helfer für sich und ihre Arbeit zu gewinnen, allen voran ihre Assistentinnen Denise Restout und Elsa Schunicke.


    Schülerinnen und Nachwelt

    Landowska hinterließ eine Generation an Schülerinnen und Schülern, zu denen u.a. Alice Ehlers (1887-1981), Marcelle de Lacour (1896-1997), Clifford Curzon (1907-1982), Ralph Kirkpatrick (1911-1984), Rafael Puyana (1931-2013), Eta Harich Schneider (1897-1986), Isabel Nef (1898-1976), Edith Weiss-Mann (1885-1951) und Ruggero Gerlin (1899-1983) zählten. Durch sie wurden einerseits die für das Spiel der Landowska charakteristischen Merkmale und die von Landowska vermittelten Prinzipien des historischen Herangehens an die Musik an die „Enkelgeneration“ weitergegeben, andererseits erfolgte eine Weiterentwicklung, die bereits vor Landowskas Tod erkennbar war: Das modernisierte Pleyel-Cembalo hatte ausgedient und wich den nach historischen Vorbildern gebauten Instrumenten. Die Freiheiten in der Interpretation, die sich Wanda Landowska nahm, wurden kritisiert und als Widerspruch zum Versuch der historischen Rekonstruktion von Spielpraxis empfunden.


    Schriften, Klangdokumente, Bilder, Nachwelt

    Landowskas Schriften lassen erahnen, welche Instruktionen sowohl ihre Schülerinnen und Schülern als auch das Konzertpublikum erhielten. Die Tatsache, dass diese Schriften in verschiedenen Sprachen gedruckt wurden, zeigt einmal mehr, mit welcher Energie Landowska bestrebt war, ihre Ideen zu verbreiten. Ihr 1909 erschienenes Buch „Musique Ancienne“ gilt als eines der ersten, das dem Sektor Alte Musik im 20. Jahrhundert gewidmet war. Es erlebte mehrere Auflagen und erschien im Jahre 1924 in englischer Sprache.


    Die von Wanda Landowska eingespielten Tonträger legen Zeugnis von der Kunst des Cembalo- und Klavierspiels der Musikerin ab. Schon zu Beginn ihrer Karriere als Cembalistin interessierten sich die Plattenfirmen für Aufnahmen der „Hohepriesterin des Cembalos“. Die Tondokumente, die sich über die Zeit der Jahre 1905 (Klavierrolle) und 1908 (1. Walzenaufnahme eines Cembalos überhaupt) bis kurz vor ihren Tod 1959 erstrecken, repräsentieren das Konzertrepertoire der Künstlerin (inklusive der Aufnahmen, bei denen Landowska Klavier spielte).


    Werke, die Landowska gewidmet oder für sie komponiert wurden, beweisen ihren Einfluss auf die damals zeitgenössische Musik und die Wertschätzung, die ihr in ihrem musikalischen Umfeld zuteilwurde. Prominente Maler fertigten Porträts und Gemälde, wobei jene von Valentin Serov (1907, vgl. Restout 1964) und Leonid Pasternak d. Ä. (Landowska in Moskau 1907, Tretyakov Gallery in Moskau) die bekanntesten sind.


    Anlässlich der Jubiläumsjahre 1979 und 2009 wurde Wanda Landowskas Gesamtwerk als Musikerin erneut einer intensiven Analyse unterzogen, die sich in einigen Publikationen, aber auch in multimedialen Darstellungsformen niederschlug.

    Werkverzeichnis

    Das folgende Verzeichnis der kompositorischen Arbeiten Wanda Landowskas nimmt die Werkverzeichnisse von Aaron I. Cohen (1987) sowie Sylvia Glickman und Martha Furman Schleifer (1999) als Grundlage, sucht diese zu erweitern und gegebenenfalls zu korrigieren. Trotzdem kann der Anspruch auf Vollständigkeit nicht erhoben werden, denn das Verzeichnis muss vorläufig immer noch in den Bereichen Originaltitel der Kompositionen, Kompositions-, Aufführungs- und Publikationsdaten unvollständig bleiben, da die Kompositionen z.T. nicht zugänglich oder nicht mehr vorhanden sind. Die in der Sekundärliteratur angeführten Titel der Kompositionen variieren häufig. Bei Titelbezeichnungen in unterschiedlichen Sprachen (Englisch, Französisch, Polnisch, Deutsch) stellt sich daher die Klärung der Identität der Werke als vorläufig unlösbares Problem dar. Zum Teil konnten für das hier folgende Werkverzeichnis allerdings neue Quellen zur Verifizierung der Titel herangezogen werden. Das Verzeichnis beginnt mit Werken, die 1897 komponiert/aufgeführt wurden. Im derzeit nicht zugänglichen Tagebuch der jungen Wanda Landowska werden einige Frühwerke (für Klavier, Gesang) erwähnt, die vor 1897 entstanden. Sie fehlen im Folgenden. Außerdem dürfte Landowska weit mehr Lieder komponiert haben: Bereits 1899 wird die Anzahl der Lieder mit mehr als 50 angegeben (lt. Brief von Ewa Landowska 14.10 1899).


    Die Anordnung der Werke erfolgt chronologisch, wenn nicht anders angegeben. Da die gefundenen Aufführungsdaten sich nicht mit Sicherheit auf eine Uraufführung beziehen, sind diese meist von Wanda Landowska selbst gespielten Werke mit „A:“ für „aufgeführt“ gekennzeichnet. Nur zweimal konnte eine „UA“ nachgewiesen werden. Neben den üblichen Kategorien enthält der letzte Punkt (D) Werke, die Landowska gewidmet oder für sie komponiert wurden. Größtmögliche Vollständigkeit wird in der Liste (C) der Bearbeitungen und Kadenzen angestrebt, denn diese wurden von Wanda Landowska für den Konzertgebrauch angefertigt und spiegeln somit sehr deutlich ihre Konzepte zur Spiel- und Konzertpraxis.



    A. Vokalmusik


    1. Lieder mit Klavierbegleitung, ohne Opusbezeichnungen


    Im Walde, Berlin vor 1901


    Kolysanka, Berlin vor 1901


    Mir seimmt [sic] in Herzen, Berlin vor 1901


    Piosenka ludowa, g-Moll, Berlin vor 1901


    Tu veux partir, Paris: Enoch, ca. 1901


    Après la pluie, Paris: Enoch, ca. 1901


    La Querelle, T: Comtesse Mathieu de Noailles, Paris 1903/4



    2. Lieder mit Klavierbegleitung und Opuszahlen


    Sechs Lieder für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte, op. 3. 1. Kobold, T.: Herman Kletke; słowa polskie Zofii Vieweger – 2. Frühlingsregen, T.: Hermann Kletke – 3. Verlorenes Herz – 4. Tief ist der Abgrund – 5. Saß einer in seinem Kämmerlein – 6. So kahl die zitternden Ranken = Jak nagie zeschłe powoje, T.: Landowska; słowa polskie Zofii Vieweger – 7. Ici bas. Berlin: Schlesinger und Warschau: Gebethner 1898 = Sześć pieśni na jeden głos z towarzyszeniem fortepianu: op. 3 [polnische/deutsche Titel/Texte])


    Drei Lieder für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte, op. 4. 1. Abendstunde – 2. Mährisches Volkslied – 3. Serce me. Berlin: Deneke, ca. 1900 [deutsch/französ. Titel/Texte])



    3. Lieder ohne Begleitung


    Mandoline, e-Moll. T.: Paul Verlaine, o.J.


    Ich schreite heim. T.: Emil Claar, 1919



    4. Chormusik


    Chor für Frauenstimmen und Orchester, o.J.


    [Ein weiteres Stück für Frauenstimmen und Orchester, o.J.]



    B. Instrumentalmusik


    1. Orchestermusik


    Hebräisches Gedicht für Orchester, o.J.


    Serenade für Streichinstrumente, Berlin 1896


    Rapsodie juive, [Kopistenabschrift] „Ch. Schnéklüd P. 13, rue des Abbesses, bureau de copie de musique“, Paris 1900


    Rhapsodie orientale, für Klavier und Orchester, Paris ca. 1901. A: Paris, Salle Enoch 1901


    Suite d’Orchestre, Paris vor 1904


    Liberation Fanfare for Band. Scored by Richard Franko-Goldman in 1943. D-Dur. UA: New York Juni 1943



    2. Kammermusik


    Paysage triste, für Streichorchester, a-Moll, Paris 1900


    Automne, op. 9 No. 2, Violine und Klavier. Paris: Enoch 1902 = Automne op. 9 n 2 revue et doigtée par le prof. St. Barcewicz. Les Perles du Violoniste: Choix de Compositions pour Violon avec Accompagnement de Piano. Dégré 3; 32, Warszawa: Gebethner i Wolff; Druk. i Lit. Jana Cotty, ca. 1910 = Jesień. Op. 9 nr 2, in: Utwory kompozytorów polskich na altówkę / zebrał i oprac. Mieczysław Szaleski. Kraków: Polskie Wydawnictwo Muzyczne, 1955



    3. Tasteninstrumente


    3.1. Cembalo


    Berceuse [komponiert 1907 für Tolstois Tochter Prinzessin Alexandra]. In: At the Piano with Women Composers. Maurice Hinson (Hg.). Van Nuys, Calif.: Alfred Music Publishing 1990



    3.2. Klavier ohne Opusangaben


    Ballet polonaise, o.J. In: Prestige Piano Solos. John W Schaum (Hg.). Milwaukee: Schaum Publications, 1962


    Petite sonate, o.J.


    Rondo capriccioso, A: Berlin 1897


    Variationen für 2 Klaviere [vor 1899, lt. Brief von Ewa Landowska 14.10.1899]


    Variationen in F, A: Magdeburg 1899


    Romanzen, Berlin vor 1901


    Variations Polonaises für 2 Klaviere, A: von Landowska und Alfred Casella in Paris, Salle Enoch 1902


    Feu follet. Morceau de piano, 1903/4. In: Album musica 17. Paris: Pierre Lafitte et Cie., 1904, S. 407-410


    Valse pour piano. In: Album musica 86, Paris: Pierre Lafitte et Cie, 1909, S. 262-263


    Valse. In: Compositions des Auteurs Polonais pour Piano à Deux Mains, Warschau: Gebethner & Wolff, ca .1910


    Liberation fanfare, 1940 [gewidmet General de Gaulle]. Edited by Denise Restout. In: Martha Furman Schleifer und Sylvia Glickman (Hg.). Women Composers: Music through the Ages. Volume 6: Composers Born 1800-1899: Keyboard Music: New York: G.K. Hall, 1999 – A Guide to Piano Music by Women Composers. Pamela Youngdahl Dees (Hg.). Volume I. Composers Born Before 1900. Westport, Conn.: Greenwood Press, 2002



    3.3. Klavier mit Opusangaben


    Deux Morceaux Rococos, op. 1. 1. Menuetto – 2. Gavotte. Berlin: Schlesinger; Warschau: Gebethner & Wolff, ca. 1897


    Quatre Morceaux, op. 2. 1. Berceuse – 2. Nuit d’Automne – 3. La Source – 4. En valsant. A: Breslau 1897. Berlin: Schlesinger, 1897


    [Op. 3 fehlt, oder Fehler in Nummerierung]


    En Route. Etude Caractéristique, op. 4. c-Moll. Paris: Enoch 1901 = Compositions des Auteurs Polonais pour Piano à Deux Mains, Warschau: Gebethner & Wolff; Druk. i Li. Jana Cotty, 1910. In: John W. Schaum Presents Composer-Pianists: Ten Compositions in their Original Form, for Piano. Milwaukee: Schaum Publications, 1971


    Lied, op. 5, Paris: Enoch, 1901


    Rêverie d’Automne, op.6. A: Paris, Salle Enoch 1902. Paris: Enoch 1901 und Lyon: Enoch et Cie, 2002


    Danse Polonaise, op. 7. Paris: Enoch, 1901



    C. Transkriptionen, Bearbeitungen, Editionen, Kadenzen


    1. Volkslieder (polnische Nationalmusik), Alte Musik


    [Transkription polnischer Volkslieder, 1895-?, unpubliziert, UA: 11. Juni 1933 unter Anwesenheit des Polnischen Botschafters in Frankreich in St. Leu-La-Forêt. Manuskripte von Nationalsozialisten geraubt. A: Wanda Landowska, New York 1945. Neudruck als] Five Polish folk-songs for Harpsichord with Winds and Strings. For Various Combinations of Winds (Flute, Oboe, Bassoon, Trumpet(s)), Strings (Violins, Viola, Violoncello, Double Bass), and Harpsichord. Introduction by Denise Restout. Bryn Mawr, Pa.: Hildegard Publishing Company, 1994: 1. Kolendy, F-Dur. A: Wanda Landowska New York Radio WQXR 1942– 2. Oj Chmielu (The Hop), e-Moll. A: Wanda Landowska, Schallplatte 1951 RCA (LM 1186) – 3. Mazur, As-Dur – 4. Whitsunday Polonaise, C-Dur – 5. Wedrowali Krawozcy (The Journeymen Tailors), E-Dur


    [Verschiedene Tänze entsprechend dem von Landowska häufig präsentierten Konzertprogramm „Volten und Walzer”.] In: Album musica 51/4, Paris: Pierre Lafitte & Cie, 1906, S. 265-286: 1. Trois danses populaires inédites: Branle simple: dansé par les vieux; Branle gay: dansé par les gens mariés; Branle de Montirandé: dansé par les domestiques / par A. Francisque – 2. Danses galantes. Volte du roy: inédit, transcrites pour le piano par Mme Wanda Landowska / M. Praetorius – 3. Volte: inédit / Jacques Champion de Chambonnières – 4. Courante; Chaconne: inédit / Jacques Champion de Chambonnières – 5. Bourrée; Balet anglois / Johann Kaspar Ferdinand Fischer – 6. Les canaries; Les tambourins / F. Couperin le grand – 7. Gavotte: inédit / Marchand, Allemande; Gigue / G.F. Handel – 8. Sarabande; Passepied / J. S. Bach – 9. Rigaudon; Gigue en rondeau / J. Ph. Rameau – 10. Menuet / W.A. Mozart – 11. Menuet / J. Haydn – 12. Deux valses nobles / F. Schubert – 13.Valse / R. Schumann


    Le Rossignol. The Nightingale. Elizabeth Roger’s Virginal Book. Pièce inédite d’auteur inconnu, communiquée par Wanda Landowska. In: Monde musical. 15 avril 1909.


    Henry Purcell, Ground, danse ancienne. Pour piano ou clavecin. Publié par Wanda Landowska. In: Monde musical. 15 avril 1909


    Wanda Landowska, Bourrée d’Auvergne. 2 Fassungen für Cembalo, unveröffentlicht, Schallplattenaufnahmen 1923, 1928, 1951


    Michael Cleophas Oginski, Polonaise in a-Moll für Cembalo. Schallplattenaufnahme „Dances of Ancient Poland“ RCA Victor LM 2830, 1951


    Michael Cleophas Oginski, Polonaise in G-Dur für Cembalo, Schallplattenaufnahme RCA Victor LM 2830, 1951



    2. Editionen (alphabetisch)


    Philipp Emanuel Bach, Sicilienne: pour piano, restituée et commentée par Wanda Landowska. In: Album musica 93/8. Paris: Pierre Lafitte et Cie, [1910]


    Johann Sebastian Bach, Aria aus Der Streit zwischen Phoebus und Pan – Kantate: Weichet nur betrübte Schatten – Kantate: Der zufriedengestellte Aeolus – Kantate: Amore traditore, für Cembalo, Autograph von Wanda Landowska 1919, Abschrift Denise Restout 1939


    Johann Sebastian Bach, Concerto italien – Fantaisie chromatique et fugue – Partita en si bémol majeur – Toccata en ré majeur. La Voix de son Maître, Paris: Mercure 1958


    Joseph Haydn, Sonate pour piano, doigtée, annotée et commentée par Mme Wanda Landowska In: Album musica 80/7. Paris: Pierre Lafitte et Cie, [1909], S. 98-119


    Joseph Lanner, Valses Viennoises. Réunies et doigtées par W. L. [für Klavier]. New York: Schirmer, 1926


    Wolfgang Amadeus Mozart, Country dances transcribed for piano= Ländlerische Tänze KV 606, New York: Carl Fischer 1945


    Franz Schubert, Châine de Ländler et Valses [für Klavier], Leipzig: Breitkopf & Härtel, 1911

    Ders., Nouvelle chaine de ländler et valses = Neue Ländler- und Walzer-Kette. Moskau: A. Gutheil, 1913.



    3. Kadenzen (alphabetisch)


    Georg Friedrich Händel, Cadenza for the keyboard concerto in B-flat major, opus 4, no. 6, second movement. New York: Broude Bros., 1959


    Joseph Haydn, Konzert D-Dur op. 21, Kadenz zum 2. Satze. Kadenzen zu klassischen Pianoforte-Konzerten. Leipzig: Breitkopf & Härtel, 1920.

    Ders., Cadenzas for the piano concerto in D major, opus 21, first and second movements. New York: Broude Bros., 1960


    Wolfgang Amadeus Mozart, Cadenzas for the piano concerto no. 9, in E-flat major, K. 271, First and second movements. New York: Broude Bros., 1963

    Ders., Cadenzas for the piano concerto no. 11 in A major, K 413, first and second movements. New York: Broude Bros., 1963

    Ders., Cadenzas for the piano concerto no. 12, in A major, K 414: first movement. New York: Broude Bros., 1959

    Ders., Cadenzas for the piano concerto in C major, K. 415. New York: Broude Bros., 2000

    Ders., Cadenzas and ornamentations for the piano concerto no. 22, in E-flat major, K. 482. New York: Broude Bros., 1963

    Ders., Cadenzas and ornamentations: for the piano concerto no. 26 in D major, K 537, first and second movements. New York: Broude Bros., 1963

    Ders., Kadenz zum letzten Satze von W.A. Mozarts Konzert Nr. 20 in D Moll, KV466. Leipzig: Breikopf & Härtel, 1920

    Ders., Cadenzas for the piano concerto no. 20, in D minor, K. 466, First and third movements. New York: Broude Bros., 1963

    Ders., Cadenzas for the Piano sonata in B-flat major, K. 333, third movement, New York: Broude Bros., 1959


    Kadenzen zu klassischen Pianofortekonzerten. 1. Haydn: op. 21 (D). 2. Mozart KV 466 (d). Leipzig: Breitkopf und Härtel 1920


    Weitere Notenausgaben mit Generalbassaussetzungen und Verzierungen siehe Sylvia Glickman und Martha Furman Schleifer (1999)



    D. Kompositorische Rezeption (chronologisch)


    Werke, die Wanda Landowska gewidmet sind, die für sie komponiert wurdenoder in Erinnerung an sie entstanden:


    Louis Morelowski, Danses à l’antique op. 6 no. 1. Tempo di minuetto - op. 6, no. 2. Bourrée. Krakau, Warschau, Leipzig: A. Piwarski & Co., Gebethner & Wolff, C. G. Röder, ca. 1900.


    Manuel de Falla, El retablo de maese Pedro / Meister Pedros Puppenspiel. London: J. & W. Chester, 1924


    Manuel de Falla, Concerto per clavicembalo (o pianoforte) flauto, oboe, clarinetto, violino e violoncello. Paris: M. Eschig, 1928


    Francis Poulenc, Concert champêtre pour clavecin (ou piano) et orchestra. Paris: Rouart, Lerolle & Cie, cop. 1931


    Jean Françaix, L’insectarium pour clavecin. Mainz: Schott, 1959


    Daniel Pinkham, Homage to Wanda Landowska on the Occasion of her Eightieth Birthday, July 5, 1959. New York: American Composers Alliance, 1959


    Henri Sauguet, 80 notes clavecines: pour Wanda Landowska. Clavecin solo, 1959. Lyon: Symétrie, 2006


    Ewa Gabryś, Toccata dlja Landowskiej = Toccata für Landowska, 1979, für Cembalo. Kraków: Polskie Wydawnictwo Muzyczne, 1987


    Walter Zimmermann. CURA CURIOSITAS. 3) Die verschwundenen Instrumente der Wanda Landowska, Experimentalfilm für Midiharpsichord, Hammerklavier und Computerprojektionen, 1998/99, Filmfassung 2001


    Phillip Wilcher, Bacchante: Ten Preludes, Homage to Landowska. Perth: Keys Press, 2004


    Jake Heggie / Gene Scheer. Friendly Persuasions: Homage to Poulenc: Four Songs for Tenor, Flute, Oboe (Clarinet), Cello and Harpsichord. 1. Wanda Landowska. San Francisco, CA: Bent Pen Music, 2008

    Repertoire

    Während Wanda Landowska in ihrer Berliner Zeit in den 1890er Jahren ausschließlich auf dem Klavier spielte und sowohl eigene Werke als auch Werke von zeitgenössischen Komponisten wie Edvard Grieg (1843-1807), Camille Saint-Saëns (1835-1921) oder Mieczysław Karłowicz (1876-1909) aufführte, wobei Klavierwerke von Johann Sebastian Bach nicht fehlten, verschob sich das Repertoire in der Pariser Zeit ab 1904 mehr und mehr in Richtung Cembalo-Repertoire des 17. und 18. Jahrhunderts. Die französischen Clavecinisten, Johann Sebastian Bach und Domenico Scarlatti bildeten einen Schwerpunkt. Immer wieder spielte Landowska in ihren Konzerten jedoch einzelne Werke auf dem Klavier und auf dem Cembalo. Dies war z.B. auch in dem ab 1904 von ihr konzipierten und oft präsentierten Programm „Volten und Walzer“ der Fall, in dem sie Tänze des 17. Jahrhunderts auf dem Cembalo, Schubert und Lanner jedoch auf dem Klavier spielte. Auch Sonaten von Wolfgang Amadeus Mozart blieben auf dem Klavier gespielt langfristig Bestandteil der Konzertprogramme und wurden beispielsweise im selben Konzert mit Cembalo-Musik präsentiert. Die folgende Liste versteht sich als Auswahl und bezieht sich auf wiederholt gespielte Werke oder Interpretationen, die als Meilensteine in der Interpretationsgeschichte anzusehen sind. Daher fehlen alle jene Werke, die Landowska mitunter nur einmal als Pianistin in den frühen Jahren ihrer Karriere aufführte. Im Grunde genommen ist keine klare Trennlinie zwischen einem Repertoire, das Landowska für das Klavier bestimmte und einem, das dem Cembalo vorbehalten war, erkennbar.


    Klavier


    Johann Sebastian Bach, Werke für Tasteninstrumente

    Ludwig van Beethoven, Cellosonaten

    Frederic Chopin, Mazurken, Walzer

    Wanda Landowska (siehe „Werkverzeichnis“)

    Joseph Lanner, Walzer („Steyrische Tänze“ op. 165)

    Wolfgang Amadeus Mozart, Klavierkonzerte, Klaviersonaten

    Robert Schumann, Klavierkonzert

    Franz Schubert, Valses nobles et sentimentals op. 50 und op. 77.



    Cembalo


    William Byrd, La Volta, Wolsey’s Wilde

    Johann Sebastian Bach, Werke für Tasteninstrumente, darunter Chromatische Fantasie und Fuge, Goldberg-Variationen, Italienisches Konzert, Wohltemperiertes Clavier I und II, Englische und Französische Suiten

    Manuel de Falla, El retablo de maese Pedro / Meister Pedros Puppenspiel, UA Paris 1923

    Manuel de Falla, Konzert für Cembalo und Orchester, UA Paris 1926

    Französische Cembalomusik, darunter Jean Henri d‘Anglebert, Jacques Champion de Chambonnières, François und Louis Couperin, Louis-Claude Daquin, Antoine Francisque, Jean François Dandrieu, Jean Philippe Rameau

    Georg Friedrich Händel, Suiten für Cembalo, Grobschmied-Variationen (Suite No. 5, HWV 430)

    Joseph Haydn, Sonaten, Cembalokonzerte

    Francis Poulenc, Concert champêtre pour clavecin et orchestre, UA Paris 1929

    Michael Praetorius, Volte du Roi (aus: Terpsichore)

    Henry Purcell, Ground

    Domenico Scarlatti, Sonaten

    Wanda Landowska, Arrangements und Bearbeitungen von (polnischen und französischen) Volksmelodien, bes. Bourrée d‘Auvergne, Berceuse, The Hop (siehe „Werkverzeichnis“)

    mehr zu Repertoire weniger zu Repertoire

    Chronologie der Konzerte (Auswahl)


    Wanda Landowskas Konzerttätigkeit umfasst die Jahre 1896 bis 1954. Aus diesem Grund werden aus den wichtigen Stationen dieser Auftritte und in Übereinstimmung mit den Aufenthaltsorten der Künstlerin sowie mit deren künstlerischen Schwerpunkten nur ausgewählte Konzertauftritte bzw. Stationen aufgelistet. Bei ihren zahlreichen Soloabenden, die den Schwerpunkt ihrer gesamten Laufbahn bilden, schickte Landowska ihrem Spiel oft einleitende Worte voraus, die der Erklärung der Musik und gegebenenfalls der Interpretation auf dem Cembalo oder/und Klavier galten. In zahlreichen Zeitungsankündigungen und Rezensionen der internationalen Presse sind die Auftritte „der“ Landowska dokumentiert.


    Warschau

    vor 1896 Auftritte als Klavierschülerin


    Berlin

    1896 Schülerkonzerte veranstaltet von Heinrich Urban

    1897 Berlin (Duett- und Liederabend), Breslau

    1898 Berlin, St. Petersburg

    1899 Leipzig, Berlin und Hamburg (jeweils Bach-Konzert für 3 Klaviere d-Moll, Dirigent: Arthur Nikisch)


    Paris

    1901 Paris, 23. November 1901, Konzert mit Louis Diémer u.a., Eigenkomposition „Rapsodie Orientale“

    1902 Paris, Februar, W.A. Mozart „Concert en mi bémol“, Concerts Lamoureux.

    1902 Paris, März, Eigenkomposition „Rêverie d‘Automne“

    1903 Paris, 12. November 1903, Landowska spielt erstmals Cembalo. Grande Salle de la Schola „Concert des Chanteurs et Musiciens de la Schola Cantorum“

    1904 Berlin und Wien, Cembalo-Debüt mit mehreren Konzerten und dem Programm „Volten und Walzer“

    1905 London, Edinburgh, Paris

    1906 Paris, Salon von Princesse de Polignac

    1906 Basel, „Musikalischer Abend im Hause Louis La Roche-Burckhardt“ (im Rahmen des Kongresses der Internationalen Musikgesellschaft)

    1907 Moskau-Debüt, 16. März 1907, „J.S. Bach und seine Zeitgenossen“ (Solo)

    1907 Paris, Salle Pleyel (anl. eines Empfangs russischer Künstler)

    1907 Moskau, 7. November 1907, danach Jasnaja Poljana (1. Besuch bei Leo Tolstoi)

    1908 Berlin, erste Walzenaufnahmen mit einem Cembalo, Auftritte im Rahmen der Sitzung der Berliner Ortsgruppe der Internationalen Musikgesellschaft

    1909 Wien, Auftritte im Rahmen der Haydnzentenarfeier 25.-29. Mai 1909

    1909 Moskau, Jasnaja Poljana (2. Besuch bei Leo Tolstoi), St. Petersburg, Berlin, Basel

    1910 Duisburg (Bachfest), Berlin

    1911 Köln, Eisenach

    1912 Breslau (Bachfest), Landowska stellt Pleyel-Cembalo „Grand Modèle de Concert“ vor.

    1912, 1913 Berlin


    Berlin

    1913 Köln, 20. September 1913 „Aufführung historischer Kammermusik“ (Konzert mit Nachbau-Cembalo von Johann Heinrich Gräbner d.J., Dresden 1774)

    1915 Italien

    1917 Hamburg

    1919 Basel, 25. Mai 1919 Continuo auf dem Cembalo in Matthäuspassion von J.S. Bach, Konzerte in der Schweiz, Meisterkurs in Basel


    Paris

    1920 Basel, 20/21. März 1920 Continuo auf dem Cembalo in Matthäuspassion von J.S. Bach

    1921 Spanien

    1923 Paris, Salon Princesse de Polignac 26. Juni 1923 Uraufführung von „Retablo de Maese Pedro“ von Manuel de Falla, Orchester (Vladimir Golschmann)

    1. USA-Konzertreise

    1924 Paris, Théâtre de Champs-Élysées, 18.Mai 1924, Matthäuspassion von J.S. Bach (Willem Mengelberg)

    2. USA-Konzertreise

    1925 Philadelphia (Curtis Institute, Meisterkurse)

    1926 Barcelona, Uraufführung Cembalokonzert von Manuel de Falla

    3. USA-Konzertreise (Winter 1926/27). New York, Carnegie Hall, New York Philharmonic (Wilhelm Furtwängler)

    1927 bis 1940 Saint-Leu-la-Forêt, zahlreiche Konzerte und Meisterkurse im eigenen Konzertsaal

    1927 4. USA-Konzertreise

    1928 Berlin, 9. Januar 1928, Philharmonie, „6. Philharmonisches Konzert“ Berliner Philharmonisches Orchester (Wilhelm Furtwängler), Konzert für Cembalo D-Dur von J. Haydn

    1928 Leipzig, 12. Januar 1928, Leipziger Gewandhausorchester (Georg Göhler)

    1929 Paris, 3. Mai 1929, Uraufführung von „Concert champêtre“ von Francis Poulenc, Orchestre Symphonique de Paris (Pierre Monteux)

    1929 Südamerika-Tournee

    1930 Letzter Auftritt in Deutschland, Singakademie 13. Januar 1930, Berliner Funk-Orchester (Ernest Ansermet)

    1931 Basel, 12. März 1931, Abonnementkonzert des Basler Kammerorchesters (Paul Sacher)

    1933 Saint-Leu-la-Forêt, 14. Mai 1933, Bachs Goldberg-Variationen als Zyklus

    1940 Paris, Benefizkonzert zugunsten Polens (gemeinsam mit Bronislaw Huberman)

    1941 Lausanne und Genf, Abonnement-Konzert Orchestre de la Suisse romande (Ernest Ansermet, 5. Brandenburgisches Konzert von J.S. Bach), 9. November 1941, Salle de la Réformation Genf, „Une Heure de Musique avec Wanda Landowska“, letztes Konzert in Europa (Soloprogramm)


    USA

    1942 New York, 21. Februar 1942, Goldberg-Variationen u.a. Konzerte in Town Hall

    1943 New York, 10 Konzerte in Frick Collection bis 1954

    1945 New York, Carnegie Hall, 2. Dezember 1945, The Philharmonic-Symphony Orchestra (Artur Rodzinski) und 27. Oktober 1946

    1949 New York. Carnegie Hall, 17.,18. und 20. November 1949 amerikanische Erstaufführung von „Concert champêtre“, New York Philharmonic (Leopold Stokowski)

    1954 New York, Frick Collection 21. Februar 1954, letzter Auftritt in der Öffentlichkeit

    Quellen

    Zeitgenössische Quellen von und über Wanda Landowska, teils im Faksimile: Martin Elste, Die Dame mit dem Cembalo: Wanda Landowska und die Alte Musik. Mainz: Schott Music, 2010.


    A. Quellen und Schriften von Wanda Landowska


    1. Handschriftliche Quellen


    Briefe an Edvard Grieg [Wanda Landowska an Edvard Grieg, 6. Sept. 1897, Ewa Landowska an Edvard Grieg 14. Okt. 1899 und 3. Nov. 1900] Bergen Offentlige Bibliotek, Grieg Archive http://bergenbibliotek.no/cgi-bin/websok-grieg?sourceid=egendef&mode=vistitler&st=p&publikumskjema=1&indekssok_kval=&pubsok_kval_0=&pubsok_txt_0=landowska


    Briefe von und an Wanda Landowska. Kalliope Verbundkatalog http://kalliope.staatsbibliothek-berlin.de/


    [Dokumente aus den Jahren 1927-1940, Fotos, Pläne, Briefe zum Musiksaal und den Konzerten] Wanda Landowska. Le Temple de la Musique Ancienne Saint-Leu-la-Forêt. CD und DVD-ROM. Paradizo PA0009. 2011.


    Nachlass. Wanda Landowska Collection (Manuskripte, Tagebücher, Korrespondenz, Noten, Musikinstrumente) Music Division, Library of Congress, Washington. http://memory.loc.gov/diglib/ihas/loc.natlib.scdb.200033811/default.html


    [Tagebuch] Wanda Landowska Collection, Library of Congress [Faksimile und Übersetzung aus dem Polnischen, Auszug aus dem Jahre 1896. In: Elste 2010, S. 30].


    [Vorträge] Landowska, Wanda. Ecole Normale de Musique. La Musique à clavier au 18. siècle. Interprétation et esthétique. Six Cours [Progr. mit Vorr. Paris 1921]: Mondhare et Jean. Staatsbibliothek Berlin.


    Landowska, Wanda. Kadenz zum 2. Satz des Klavierkonzerts D-Dur op. 21 von Joseph Haydn, Stichvorlage [mit autographer Unterschrift auf Deckblatt] o. D. [um 1919?], Nr. 28502, um 1919, Sächsisches Staatsarchiv, Staatsarchiv Leipzig, 21081 Breitkopf & Härtel, Leipzig, Nummer 6561


    Landowska, Wanda. Korrespondenz 1903-1908, Sächsisches Staatsarchiv, Staatsarchiv Leipzig, 21081 Breitkopf & Härtel, Leipzig, Nummer 2582, Korrespondenz 1911-1932, Sächsisches Staatsarchiv, Staatsarchiv Leipzig, 21081 Breitkopf & Härtel, Leipzig, Nummer 2583



    2. Publikationen (chronologisch)


    2.1. Bücher


    Landowska, Wanda [in Zusammenarbeit mit Henri Lew-Landowski]. Musique Ancienne. Style – Interpretations – Instruments – Artistes. Paris: Mercure, 1909. 6. Auflage Paris: Maurice Senart, 1921. Neuauflage Paris: Ivrea, 1996. Engl. Übersetzung von William Aspenwall Bradley. Music of the Past. New York: Alfred Knopf, 1924.


    Restout, Denise (Hg.). Landowska on Music. Collected, edited and translated by Denise Restout, assited by Robert Hawkins. New York: Stein and Day, 1964.



    2.2. Aufsätze


    Landowska, Wanda. „Bach et ses interprètes. Sur l’interprétation des œuvres de J. S. Bach“. In: Mercure de France. 15 Novembre 1905. S. 214-230.


    Landowska, Wanda. „Mozart pianiste et claveciniste“. In: Musica. 43/4. 1906. S. 52.


    Landowska, Wanda. „Les œuvres de clavecin de J.-S. Bach“. In: Musica. 61/10. 1907. S. 156-157.


    Landowska, Wanda. „La tradition”. In: Bulletin français de la S.I.M. Société Internationale de Musique. No 7. 15 Juillet 1908. S. 1058-1065.


    Landowska, Wanda. „How Chopin Played“. In: The Etude Magazine. December 1908.


    Landowska, Wanda. „Tolstoi Musicien“. In: Musica. 69/6. 1908. S. 95.


    Landowska, Wanda. „L’Œuvre de Chopin et son interprétation“. In: Musica. 70/7. 1908. S. 99-100.


    Wanda Landowska, „Les ancêtres du piano”. In: Musica. 76/1. 1909. S. 5-6.


    Landowska, Wanda. „Comment on dirigeait l’orchestre autrefois“. In: Musica. 80/5. 1909. S. 69.


    Landowska, Wanda. „Un roi de la valse: Johann Strauss“. In: Musica. 87/12. 1909. S. 178-179.


    Landowska, Wanda. „Le clavecin chez Bach“. In: Revue musicale S.I.M. 6e Année. No 5. 15 Mai 1910. S. 309-322.


    Landowska, Wanda. „Bach und die französische Klaviermusik“. In: Bach-Jahrbuch 7. Berlin 1910. S. 33-44.


    Landowska, Wanda. „Les Allemands et la musique française au XVIIIe siècle“. In: Mercure de France. 16 Octobre 1911. S. 673-684.


    Landowska, Wanda. „Für welches Instrument hat Bach sein ,Wohltemperiertes Klavier‘ geschrieben?“. In: Neue Zeitschrift für Musik. 78. Jg.. Heft 20. 18. Mai 1911. S. 308-311.


    Landowska, Wanda. „How Chopin Played Chopin.” In: The Musical Standard. 1. 1913. S. 10.


    Landowska, Wanda. „Pourquoi notre musique n’est-elle pas mélodique?“. In: Revue musicale S.I.M. 9e Année. No 3. 15 Mars 1913. S. 3-6.


    Landowska, Wanda. „Über den Triller in den Mozartschen Klavier-Werken“. In: Allgemeine Musikzeitung. 39/ 43. 29. November 1912. S. 1266.


    Landowska, Wanda. „Über die C-Dur Fuge aus dem I. Teil des ,Wohltemperierten Klaviers‘“. In: Bach-Jahrbuch 10. Berlin 1913. S. 53-58.


    Landowska, Wanda. „Die Renaissance des Cembalos“. In: Vossische Zeitung. Nr. 259/24. Mai 1914. Morgen-Ausgabe, achte Beilage [Faksimile in Elste 2010, S. 14].


    Landowska, Wanda. „Paderewski orateur“. In: La Revue Mondiale. 15 Aug. 1923. S. 383-385.


    Landowska, Wanda. „Why modern music lacks melody”. In: Modern Music. Volume II. Number 2. April 1925. S. 7-11.


    Landowska, Wanda. „Advice on the Interpretation of Chopin”. In: The Etude. 64. February 1926. S. 107-108.


    Landowska, Wanda. „The Charms of Old Music [1926]”. In: Piano Mastery: Talks with Paderewski, Hofmann, Bauer, Godowsky, Grainger, Rachmaninoff, and Others: the Harriette Brower Interviews 1915-1926 edited and with an introduction by Jeffrey Johnson. Mineola, NY: Dover Publications, 2003.


    Landowska, Wanda. „En vue de quel instrument Bach a-t-il composé son Wohltemperiertes Clavier?“. In: La Revue Musicale. 9e année. No.2. 1er décembre 1927. S. 123-129.


    Landowska, Wanda. „Clavichord and harpsichord: for which were Bach’s ‘forty-eight’ written?”. In: The Dominant [London]. Nov.1927. S. 11-16.


    Landowska, Wanda. „Chopin et l’ancienne musique française“. In: Revue musicale, numéro spécial. Décembre 1931. S. 200-207.


    Landowska, Wanda. „Sur les ,Variations Goldberg’ de J. S. Bach“. In: Revue musicale. 14e Année. No.136. Mai 1933. S. 321-336.


    Zahlreiche Konzerteinführungen und Plattentexte.



    B. Sekundärliteratur (Auswahl, chronologisch)


    Brussel, Robert. „Wanda Landowska ou la Renaissance du Clavecin“. In: Musica. 28/1. 1905. S. 7-8.


    Goldenring, Stefania. „Musik im Hause Tolstois“. In: Der Welt-Spiegel. 8. März 1908 [Repr. Elste 2010. S. 49].


    Haydn-Zentenarfeier. III. Kongreß der Internationalen Musikgesellschaft. Bericht, Wien 25.-29. Mai 1909, vorgelegt vom Wiener Kongreßausschuß [Guido Adler]. Wien: Artaria 1909. S. 37. [Konzertprogramm vom 27. Mai 1909]


    Heuß, Alfred. „Das kleine Bachfest in Eisenach“. In: Zeitschrift der Internationalen Musikgesellschaft. 13. 1911/12. S. 27-29.


    Schering, Arnold. „Das VI. deutsche Bachfest in Breslau (15.-17. Juni 1912)“. In: Zeitschrift der Internationalen Musikgesellschaft. 13. 1911/12. S 365-368.


    Niemann, Walter. „Von Clavecinisten und alten Meistern“. In: Walter Niemann, Meister des Klaviers. Die Pianisten der Gegenwart und der letzten Vergangenheit. Berlin: Schuster & Loeffler, 1919. S. 213-220.


    Stein, Richard H. „Wanda Landowska“. In: Die Musik XVII. 1. Oktober 1924. S. 16-20.


    Rohozinski, L[adislas] (Hg.). Cinquante ans de musique française de 1874 à 1925. 2 Bde. Paris: Editions musicales de la Librairie de France, 1925. Bd. 2. S. 326.


    Gavoty, Bernard, Roger Hauert. Die großen Interpreten: Wanda Landowska. Genf/Frankfurt: Kister-Limpert, 1956.


    Bainbridge, Timothy. „Wanda Landowska and her Repertoire: a Note“. In: Early Music 3/1. 1975. S. 39-41.


    Dyson, Ruth. „Bend the Finger at All Three Joints: A First-Hand Record of Landowska’s Teaching Methods“. In: Early Music. 3/3. 1975. S. 240-242.


    Restout, Denise. „Wanda Landowska’s Centenary”. In: Diapason. July 1979. S. 1, 12-15.


    100e anniversaire de la naissance de Wanda Landowska. Revue Musicale de Suisse Romande 32/3. 1979. S. 2-39. [Sonderheft mit 9 Beiträgen]


    Schott, Howard. „Wanda Landowska: A Centenary Appraisal“. In: Early Music. 7/4. 1979. S. 427-472.


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    Vries, Willem de. „Von St. Leu nach Lakeville – Das Exil der Wanda Landowska“. In: Echolos. Klangwelten verfolgter Musikerinnen der NS-Zeit. 12. Tagung der AG „Frauen im Exil“ in der „Gesellschaft für Exilforschung“ in Zusammenarbeit mit dem Oberstufen-Kolleg der Universität Bielefeld und dem Orpheus Trust Wien. 1.-3. November 2002. Anna-Christine Rhode-Jüchtern / Maria Kublitz-Kramer (Hg.). Bielefeld: Aisthesis Verlag 2004. S. 203-213.


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    Elste, Martin. Die Dame mit dem Cembalo: Wanda Landowska und die Alte Musik, Mainz: Schott Music, 2010.


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    Lautenschläger, Philine. „Landowska, Wanda“. In: Lexikon Musik und Gender. Annette Kreutziger-Herr, Melanie Unseld (Hg.). Kassel: Bärenreiter 2010, S. 323-324.


    Battault, Jean-Claude. „Landowska-Pleyel, la diffusion du clavecin dans le monde”. In: Eigeldinger 2011. S. 141-154.


    Battault, Jean-Claude und Bruno Parmiani. „Le ‘temple’ de Saint-Leu-la-Forêt: la sale d’audition de Wanda Landowska”. In: Eigeldinger 2011. S. 155-162.


    Délot, Alain. „Wanda Landowska et le disque”. In: Eigeldinger 2011. S. 173-182.


    Eigeldinger, Jean-Jacques (Hg.). Wanda Landowska et la renaissance de la musique ancienne, Arles: Musicales Actes Sud, 2011.


    Harer, Ingeborg. „Landowska, Wanda“. In: Europäische Instrumentalistinnen des 18. und 19. Jahrhunderts, Freia Hoffmann (Hg.). 2011. http://www.sophie-drinker-institut.de/cms/index.php?page=instrumentalistinnen-lexikon (Textfassung 2011).


    Kjar, David. „The Plague, a Metal Monster, and the Wonder of Wanda”. In: Per Musi. Belo Horizonte. 24. July/Dec. 2011. S. 79-100. http://www.scielo.br/scielo.php?pid=S1517-75992011000200010&script=sci_arttext


    Marty, Daniel. „Wanda Landowska à Saint-Leu-la-Forêt”. In: Eigeldinger 2011. S. S. 89-108.


    Netoux, Jean-Michel. „Paris 1900, un panorama musical”. In: Eigeldinger 2011. S. 19-32.


    Palmer, Larry. „Harpsichord Playing in America ,after’ Landowska”. In: Diapason. June 2011. Vol 102. Issue 6. S. 19-21.


    Harer, Ingeborg. „Pleyel und Wanda Landowska. Eine Symbiose mit Folgen – auch für die Cembalopraxis der Gegenwart“. In: Tagungsband. 3. Internationales Ignaz-Joseph-Pleyel-Symposium 2011. Hildesheim: Olms, 2014 im Druck.



    C. Diskografie (Auswahl, ab 2010)


    Walzen- und Rollen-Aufnahmen von 1905-1923, Schallplatten von 1923-1959. Vgl. Elste 2010. S. 212-230 und Alain Délot. Enregistrements de Wanda Landowska. In: Eigeldinger 2011. S. 183-191.


    Wanda Landowska. Le Temple de la Musique Ancienne Saint-Leu-la-Forêt. CD und DVD-ROM, Paradizo PA0009 2011[enthält Bach-Cembalowerk, aufgenommen in Saint-Leu-la-Forêt 1935/36].


    Wanda Landowska. The Well-Tempered Musician. The Complete European Recordings 1928-1940 [Box-Set] 8 CDs United Arc (Harmonia Mundi) 2011 [enthält Cembalo- und Klavierwerke von J.S. Bach, Händel, D. Scarlatti, Daquin, F. Couperin, Rameau, Pachelbel, Chambonnières, Lully, Haydn, Mozart].


    The Artistry of Wanda Landowska (Remastered Historical Recording). CD EMG Classical 2012 [enthält Klavierwerke von Mozart, Beethoven, Lanner].


    Landowska Plays Bach, CD Fabula Classica, 2013.



    D. Filme


    Wanda Landowska in St. Leu-la-Forêt. Kurzfilm aufgenommen von Karol Liszniewski, 1927

    http://www.youtube.com/watch?v=YyBdS3DLTVY.


    Caroline Burke. Wanda Landowska at Home. [Der Plattenproduzent John Pfeiffer interviewt Wanda Landowska.] NBC Television, 1953.


    Barbara Attie, Janet Goldwater, and Diane Pontius. Landowska: Uncommon Visionary. Video/DVD [1997].



    E. Bilder


    Leonid Pasternak. Concert of Wanda Landowska in Moscow 1907, Pastell, Tretyakov Gallery, Moskau.

    http://en.wikipedia.org/wiki/File:Landowska_concert.jpg


    Valentin Serov, Wanda Landowska 1907, Zeichnung in Tretyakov Gallery, Moskau.

    http://www.wikipaintings.org/en/valentin-serov/portrait-of-the-pianist-wanda-landowska-1907


    Zahlreiche Fotos. Digital Collection. Library of Congress

    http://www.loc.gov/search/?q=landowska


    Dokumente und Fotos zum Bau des Konzertsaals in Saint-Leu-la-Forêt: Wanda Landowska. Le Temple de la Musique Ancienne Saint-Leu-la-Forêt. CD und DVD-ROM, Paradizo PA0009 2011



    Links

    Zum Raub der Musikinstrumentensammlung Landowska http://www.jmberlin.de/raub-und-restitution/de/landowska.php


    Nachlass: Wanda Landowska Collection, Music Division, Library of Congress, Washington. http://memory.loc.gov/diglib/ihas/loc.natlib.scdb.200033811/default.html


    Briefe von und an Wanda Landowska http://kalliope.staatsbibliothek-berlin.de/


    Europäische Instrumentalistinnen des 18. und 19. Jahrhunderts, Freia Hoffmann (Hg.). 2011. http://www.sophie-drinker-institut.de/cms/index.php?page=instrumentalistinnen-lexikon

    Forschung

    Der aktuelle Forschungsstand zu Wanda Landowskas Leben und Leistungen als Interpretin ist repräsentiert durch die Publikationen von Martin Elste und Jean-Jacques Eigeldinger, die zuletzt im Jahr 2009 jeweils Tagungen zu Ehren Landowskas veranstalteten.

    Genderspezifische Aspekte in der künstlerischen Laufbahn Wanda Landowskas werden in den Forschungsarbeiten von Alice Hudnall Cash und Annegret Fauser diskutiert. Mit der Neu-Beurteilung von Landowskas Rolle in der Alte-Musik-Bewegung des 20. Jahrhunderts hat sich David Kjar (2011) befasst. Zur Rolle der Musikerin im 19. Jahrhundert vgl. Harer 2011, über den Einfluss Wanda Landowskas auf die Firma Pleyel vgl. Harer 2014.

    Forschungsbedarf

    Die Faszination der Person Wanda Landowska hat bis zur Gegenwart kontinuierliche Forschungsarbeiten motiviert. Meistens lag und liegt der Schwerpunkt dabei auf Darstellungen, die Landowskas Leistungen als Cembalistin und Pionierin der Alten-Musik-Bewegung erläutern. Selten wurden Landowskas Jugendjahre einer genaueren Untersuchung unterzogen. Dazu zählen die Jahre des ersten Klavierunterrichts in Warschau und des Kompositionsunterrichts in Berlin. Die Frage, warum Landowska ursprünglich eine Laufbahn als Komponistin anstrebte und dieses Ziel schließlich aufgab, wurde bisher kaum gestellt, so wie es offenbar durch die Priorität der von ihr ausgeübten Rolle als Cembalistin nicht angemessen erschien, eine möglichst vollständige Werkliste der Komponistin Landowska zu erstellen. Dieser Versuch wird im vorliegenden Lexikoneintrag erstmals unternommen. Eine lückenlose Überprüfung der Werke in Hinblick auf ihre tatsächliche Existenz sowie eine umfassende Beschäftigung mit der Rolle Landowskas als Komponistin müssen noch Desideratum bleiben.

    Was Wanda Landowskas Schriften betrifft, so herrscht auch hier wenig Klarheit über die exakte Anzahl der Beiträge, deren Übersetzungen in andere Sprachen sowie zeitgenössische Reprints und etwaige inhaltliche Überschneidungen.

    Die Quellenlage zu Wanda Landowska als Musikerin ist hingegen außerordentlich reichhaltig, hat doch die Künstlerin ihre Tätigkeit akribisch dokumentiert und auch schriftliche Zeugnisse (Briefe, gedruckte und handschriftliche Schriftstücke) in großer Zahl hinterlassen, die ihre künstlerische Denkweise eindrucksvoll dokumentieren. Da diese Materialien aber in zahlreichen Bibliotheken oder Archiven, zum Teil auch im Privatbesitz der nachfolgenden Schülerinnengeneration verstreut sind, ist es bislang nicht möglich, eine lückenlose Aufschließung vorzunehmen. Da der Nachlass erst nach dem Tod von Denise Restout im Jahre 2004 offiziell der Library of Congress übergeben wurde, blieb auch dieser Bestand bisher weitgehend unbearbeitet und wurde in seinen einzelnen Inhalten bislang nicht katalogisiert.

    Eine weitere Lücke in der bisherigen Forschung stellt die Erfassung der Schüler und Schülerinnen dar, verbunden mit der Frage des pädagogischen Einflusses „der“ Landowska auf nachfolgende Generationen. Wenngleich dieser unbestritten ist, fehlen doch Versuche, die Spuren dieses Einflusses bei Personen und Lehrmeinungen zum Cembalospiel nachzuzeichnen.

    Normdaten

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    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 119037890
    Library of Congress (LCCN): n83121776
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Ingeborg Harer

    Übersetzung: David Babcock


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Regina Back
    Zuerst eingegeben am 10.11.2013
    Zuletzt bearbeitet am 13.05.2014


    Empfohlene Zitierweise

    Ingeborg Harer, Artikel „Wanda Landowska“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 13.5.2014
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Wanda_Landowska