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  • Vítězslava Kaprálová

    von Gabriele Jonté
    Vítězslava Kaprálová (anlässlich der Premiere ihres Klavierkonzertes am 17. Juni 1935 im Brünner Konservatorium)
    Namen:
    Vítězslava Kaprálová
    Lebensdaten:
    geb. in Brünn, Österreich-Ungarn
    gest. in Montpellier, Frankreich
    Tätigkeitsfelder:
    Komponistin, Dirigentin
    Charakterisierender Satz:

    „Ve všech hudebních projevech slečny Vítězslavy Kaprálové hlásí se ke slovu mládí, kypící živým temperamentem a tvůrčí odvahou. Majíc svzěží invenci a pěknou komposiční techniku, pracovala slečna Kaprálová lehce, ne však povrchně, s pozoruhodným zdarem ve skladbe klavírní, písňové, komorní i orchestrální. [...] Její rozhodné nadáni opravňuje k nejlepším nadějím.“


    „In allen musikalischen Äußerungen von Fräulein Vítězslava Kaprálová meldet sich die Jugend zu Wort, überfließend mit lebhaftem Temperament und kreativem Mut. Im Besitz frischer Erfindungskraft und feiner

    Kompositionstechnik, hat Fräulein Kaprálová leicht, aber nicht oberflächlich gearbeitet, mit bemerkenswertem Erfolg bei Klavierstücken ebenso wie bei Liedern, Kammermusik und Orchesterwerken. [...] Ihr ausgesprochenes Talent berechtigt zu den besten Hoffnungen.“


    Aus dem Gutachten der Prüfungskommission des Prager Konservatoriums bei Vítězslava Kaprálovás mit Auszeichnung bestandener Abschlussprüfung am 26. Juni 1937 (vgl. Karla Hartl. Vitezslava Kapralova. An annotated life chronology. Part 1. www.kapralova.org). [Deutsche Übersetzung von Gabriele Jonté.]


    Profil

    In ihrem kurzen Leben schuf Vítězslava Kaprálová über 50 Werke: Klavier- und Kammermusik, Orchesterwerke sowie 30 Lieder. Die Liebesbeziehung mit ihrem Lehrer Bohuslav Martinů, dem sie nach Paris gefolgt war, hinterließ in ihrem Leben und Werk tiefe Spuren. Nach der Besetzung ihres Heimatlandes durch die Nationalsozialisten kehrte sie nicht mehr in die Tschechoslowakei zurück. Im Juli 1940 erlag die erst 25 jährige Komponistin Vítězslava Kaprálová einer schweren Krankheit.

    Orte und Länder

    Vítězslava Kaprálová verbrachte ihre Kindheit und Jugend in Brünn (Österreich-Ungarn), wo sie zunächst auch studierte. Mit zwanzig Jahren ging sie nach Prag (damals Tschechoslowakei) und zwei Jahre später nach Paris (Frankreich), um dort ihre Studien fortzusetzen. Eine besondere Affinität hatte Kaprálová zum Ferienort Tři Studně im mährischen Hochland. Vítězslava Kaprálová starb in Montpellier (Frankreich).

    Biografie

    Vítězslava Kaprálová wurde am 24. Januar 1915 in Brünn als Tochter der Sängerin Viktorie Kaprálová und des Komponisten Václav Kaprál geboren. Die Mutter sang der kleinen Vítězslava häufig Lieder vor und erteilte ihr auch den ersten Klavierunterricht, während der Vater – er war ein Schüler von Leoš Janáček und hatte 1911 in Brünn eine private Musikschule gegründet – sie bei ihren ersten Kompositionsversuchen unterstützte, die sie als etwa Neunjährige unternahm. Am 20. Januar 1926, kurz vor ihrem 11. Geburtstag, erhielt Vítězslava ein Dankesschreiben des damaligen tschechoslowakischen Präsidenten Thomas Garrigue Masaryk, nachdem sie ihm das Klavierstück „Po bitvě bělohorské“ („Nach der Schlacht auf dem weißen Berg“) gewidmet hatte.


    Von 1930 bis 1935 studierte Vítězslava Kaprálová Komposition bei Vílem Petrželka und Dirigieren bei Zdeněk Chalabala am Konservatorium in Brünn. Im März 1933 komponierte sie das Lied „Leden“ („Januar“), mit der ungewöhnlichen Besetzung für Singstimme, Klavier, Flöte, zwei Violinen und Violoncello; den zugrunde liegenden surrealistischen Text dichtete Vítězslav Nezval (1900-1958), Vorreiter des „Prager Poetismus“, der sich parallel zum Pariser Surrealismus entwickelte. Im April 1935 besuchte Vítězslava Kaprálová ein Konzert in Brünn, bei dem der Pianist Rudolf Firkušny Bohuslav Martinůs zweites Klavierkonzert spielte, von dessen zweitem Satz sie tief beeindruckt war (vgl. Mucha 1988, S. 252). Der tschechische Komponist Bohuslav Martinů (1890-1959), der 1923 von Prag nach Paris gegangen war und sich in dieser lebendigen, geistig überaus anregenden Metropole außerordentlich wohl fühlte, sollte in Vítězslava Kaprálovás Leben noch eine bedeutende Rolle spielen.


    Am 17. Juni 1935 dirigierte Vítězslava Kaprálová beim Absolventenkonzert des Brünner Konservatoriums den ersten Satz ihres „Klavierkonzerts in d-Moll“ und erhielt eine Auszeichnung für die in diesem Jahrgang beste Komposition. Am 30. September 1935 verließ die Komponistin Brünn, um ihre künstlerische Ausbildung in Prag fortzusetzen. Am Prager Konservatorium wurde Vítězslava Kaprálová in die Meisterklassen des Dvořák-Schülers Vítězslav Novák, ‚Vater’ zahlreicher tschechischer Komponisten, und des langjährigen Chefdirigenten der Tschechischen Philharmonie, Václav Talich, aufgenommen.


    Im April 1937 begegnete Vítězslava Kaprálová in Prag erstmals Bohuslav Martinů, der gerade gemeinsam mit Václav Talich die Uraufführung seiner surrealistischen Oper „Juliette“ am Prager Nationaltheater vorbereitete. Martinů riet seiner jungen Kollegin, ihre Studien im kosmopolitisch geprägten Paris zu vertiefen, wo er selbst seit über 13 Jahren lebte. Nachdem Vítězslava Kaprálová am 26. Juni 1937 die Abschlussprüfung am Prager Konservatorium mit Auszeichnung bestanden hatte, erhielt sie im Oktober 1937 ein Stipendium, das ihr ein Studium an der École normale de musique de Paris ermöglichte. Noch im selben Monat reiste sie in die französische Hauptstadt ab, wo sie sich kurz nach ihrer Ankunft mit Martinů traf. Bald lernte sie auch Florent Schmitt, Darius Milhaud und Arthur Honegger kennen. An der École normale de musique studierte sie Dirigieren bei Charles Munch und nahm außerdem privaten Kompositionsunterricht bei Bohuslav Martinů. Tief beeindruckt war sie auch von der Musik Igor Strawinskys. Einen ihrer spektakulärsten Erfolge erzielte sie noch im selben Jahr in ihrer Heimat: Am 26. November 1937 reiste Vítězslava Kaprálová nach Prag, um die Tschechische Philharmonie bei der feierlichen Uraufführung ihrer dem tschechischen Staatspräsidenten Edvard Beneš gewidmeten „Vojenská symfonieta“ (Militär-Sinfonietta) zu dirigieren.


    Aus der Lehrer-Schüler-Beziehung zu Martinu war inzwischen eine innige Freundschaft geworden. Als Martinů im Januar 1938 mit der Arbeit an seinem Werk „Tre Ricercari“ für Kammerorchester begann, tauschte er sich mit Vítězslava Kaprálová aus und nahm einige ihrer Anregungen auf. Im Frühjahr des gleichen Jahres komponierte er sein „Streichquartett Nr. 5“ in g-Moll, das er Vítězslava widmete. Eine im Mährischen Landesmuseum in Brünn aufbewahrte autografe Skizze des Quartetts enthält diverse Zeichnungen und private Eintragungen, die – neben der Expressivität der Musik selbst – eine tiefe Zuneigung Martinůs zu seiner Schülerin dokumentieren. Später schenkte Martinů Vítězslava Kaprálová die Klavierskizze zu seiner surrealistischen Oper „Julietta“, die, ähnlich wie das 5. Streichquartett, mit zahlreichen persönlichen Kommentaren versehen ist.

    Am 2. Juni 1938 dirigierte Vítězslava Kaprálová in Paris Martinůs „Konzert für Cembalo und kleines Orchester“ (komponiert 1935). Eine Woche später wurde mit Vítězslava Kaprálovás „Militär-Sinfonietta“ das Festival der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (IGNM) eröffnet; die Komponistin selbst leitete das BBC Orchestra (später BBC Symphony Orchestra). Den Sommer 1938 verbrachte Vítězslava Kaprálová im Ferienhaus ihrer Eltern in Tři Studně, wo Martinů sie besuchte. Anschließend machte sie einen Gegenbesuch in Bohuslav Martinůs Geburtsstadt Polička. Während Martinů über Prag nach Paris zurückreiste, wartete Vítězslava Kaprálová in Brünnn auf die Verlängerung ihres Pariser Stipendiums. Im Dezember 1938 wurde die Komponistin für ihre „Militär-Sinfonietta“ mit dem Smetana-Preis der Brünner Bedřich-Smetana-Gesellschaft ausgezeichnet. Nachdem das Stipendium im November 1938 bewilligt worden war, kehrte Vítězslava Kaprálová im Januar 1939 in die französische Hauptstadt zurück, um ihre Studien an der École normale de musique fortzusetzen.


    Nach der Besetzung der Tschechoslowakei durch deutsche Truppen am 15. März 1939 entschied sich Vítězslava Kaprálová, weiterhin in Paris zu bleiben. So wurde sie zum Flüchtling und Frankreich ihr Exilland. Im Frühjahr 1940 hatte Vítězslava Kaprálová möglicherweise Kompositionsunterricht bei Nadia Boulanger, die noch bis zur deutschen Besetzung von Paris im Sommer 1940 an der École normale lehrte. Eindeutige Aussagen oder Belege gibt es dafür bisher jedoch nicht (vgl. Hartl www.kapralova.org). Angesichts der Erkenntnis, dass ein gemeinsames Leben mit dem verheirateten Martinů nicht möglich sein würde, heiratete Vítězslava Kaprálová am 23. April 1940 den Schriftsteller Jiří Mucha, Sohn des Jugendstil-Malers Alfons Mucha. Anfang Mai zeigten sich erste Symptome einer schweren, möglicherweise tuberkulösen Erkrankung; am 9. Mai wurde Vítězslava Kaprálová in ein Pariser Krankenhaus aufgenommen, wo Martinů sie zehn Tage später besuchte. Bevor die deutschen Truppen Paris erreichten, wurde Vítězslava Kaprálová nach Montpellier evakuiert, wo sie am 16. Juni 1940 starb.


    Vítězslava Kaprálová wurde zunächst in Montpellier begraben. Ihr ehemaliger Mitstudent und Freund Ota Vach, dem sie den Liederzyklus „Funken aus der Asche“ gewidmet hatte, sorgte im Jahr 1946 für eine Überführung nach Brünn. Ihr Grab befindet sich in der Ehrenabteilung des Brünner Friedhofs.


    Im Jahr 1946 wurde Vítězslava Kaprálová in memoriam mit der Mitgliedschaft in der Tschechischen Akademie der Künste und Wissenschaften geehrt.

    Würdigung

    Vítězslava Kaprálová wuchs in ihrer Heimatstadt Brünn in einem geistigen Klima auf, das von der musikalischen Leitfigur Leoš Janáček (1854-1928) geprägt war. Ihr Vater war ein Schüler Janáčeks, sie selbst war von dessen Musik fasziniert, wusste aber schon früh, dass sie sich von seinem Einfluss lösen musste, um ihre eigene musikalische Sprache zu finden. Das Leben vieler jüngerer tschechischer Komponisten, die sich in den 20er und 30er Jahren mit neuen Ausdrucksmöglichkeiten profilierten – unter ihnen Viktor Ullmann, Pavel Haas, Gideon Klein und Hans Krása – endete während des Zweiten Weltkriegs in Vernichtungslagern. Kaprálovás Schicksal war ein anderes, jedoch auch von den Auswirkungen des Krieges mitbestimmt: Eine ungewisse Zukunftsperspektive, Exil und Flucht mögen ihre Abwehr geschwächt haben, so dass sie ihrer schweren Erkrankung nichts entgegenzusetzen hatte. In ihrem kurzen Leben schuf Vítězslava Kaprálová rund 50 Werke verschiedener Genres – Orchesterwerke, Kammermusik, Klaviermusik und Lieder – von denen viele bereits einen ausgeprägten persönlichen Stil aufweisen. Besonders ihr Streichquartett und ihre Lieder überzeugen durch ihre expressive Kraft. Temperamentvoll und unbeirrbar setzte sich Vítězslava Kaprálová in der männlich dominierten Welt der Komponisten und Dirigenten durch. Mit ihrem Wesen bezauberte sie die Menschen, die ihr begegneten. Wie sie nach dem Krieg den Herausforderungen der Avantgarde in der Musik begegnet wäre, muss Spekulation bleiben.

    Rezeption

    Im Jahr 1946 erhielt Vítězslava Kaprálová in memoriam die Ehrenmitgliedschaft in der Tschechischen Akademie der Künste und Wissenschaften.


    Kaprálovás Leben inspirierte nicht nur die Autobiografie „Podivné lasky“ („Seltsame Lieben“, 1988) ihres Ehemanns Jiří Mucha, sondern auch dessen Romane „Most“ (Brücke, 1943) und „Studené slunce“ (Kalte Sonne, 1968). Jindřich Uher, ein Brünner Schriftsteller und Journalist, verfasste den biografischen Roman „Ona a Martinů“ („Sie und Martinů“, 1995). Darüber hinaus ist der Roman „Juliette Pomerleau“ (1989) von Yves Beauchemin zu nennen, der sich zum Teil auf Martinůs und Kaprálovás Begegnung stützt. (Für diese Informationen danke ich Karla Hartl, The Kapralova Society, Toronto, Ontario, Kanada.)


    Bohuslav Martinů komponierte im März 1957 ein Adagio für Klavier, mit dem Titel „Vzpomínky“ (Erinnerungen), gewidmet Václav Kaprál und seiner Tochter Vítězslava Kaprálová.

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    Ein 1995 als „Venus Streichquartett“ in Prag gegründetes Damen-Streichquartett wurde 2001 in „Kaprálová Quartet“ umbenannt.


    Die mit der Erforschung und Verbreitung von Vítězslava Kaprálovás Lebenswerk befasste „Kapralova Society“ (www.kapralova.org) mit Sitz in Toronto, Canada, wurde 1998 von Karla Hartl gegründet.

    Werkverzeichnis

    Anmerkung: Die hier nach Rubriken gegliederte Aufstellung basiert auf dem chronologischen englischsprachigen Werkverzeichnis von Karla Hartl (www.kapralova.org). Die dort im Kommentar angegebenen tschechischen Originaltitel und Namen von Widmungsträgern wurden für das vorliegende Verzeichnis mit diakritischen Zeichen versehen. Darüber hinaus wurden Namen und Lebensdaten der Liedtext-Verfasser nach den Angaben im CD-Booklet zu „Vítězslava Kaprálová: Songs“, Supraphon, 2003, ergänzt.



    A. Vokalmusik


    1. Lieder


    Písně (Lieder), für Singstimme und Klavier,1930-1932?, Prag: Amos Editio, 2005.


    Dvě písně (zwei Lieder), für Singstimme und Klavier, op. 4, T.: R. Bojko (= Alois Horák, 1877-1952), 1932, UA: Brünn, 5.12.1933, Prag: Amos Editio, 2005.


    Jiskry z popele (Funken aus der Asche), für Singstimme und Klavier, op. 5, T.: Bohdan Jelínek (1851-1874), 1932-1933, Prag: Amos Editio, 2005.


    Jablko z klína (Apfel aus dem Schoß), für Singstimme und Klavier, op. 10, vier Lieder, T.: Jaroslav Seifert (1901-1986), „Für Prof. Máša Fleischer, die erste Interpretin der Lieder“, 1934-1936, UA: Prag, 17.12.1936, Prag: Hudební matice Umělecké besedy 1938, Prag: Amos Editio, 2005.


    Navždy (Für immer), für Singstimme und Klavier, op. 12, drei Lieder, T.: Jan Čarek (1898-1966) und Jaroslav Seifert (1901-1986), „Für Milada Kunderová“, 1936-1937, Prag: Hudební matice Umělecké besedy, 1949, Prag: Amos Editio, 2005.


    Sbohem a šáteček (Adieu und Tüchlein), für Singstimme und Klavier, op. 14, T.: Vítězslav Nezval (1900-1958), „Abschiedsgruß an die schönste Stadt Prag“, 1937, UA: Prag, 19.6.1937, Prag: Hudební matice Umělecké besedy, 1947, Prag: Amos Editio, 2005.


    Koleda (Volkslied), für Singstimme und Klavier, T.: Volkslied, „Gewidmet meinen gefiederten Freunden“, 1937, UA: Nederhost den Berg, Niederlande, 26.5.2006, Prag: Lidové noviny,1937, Prag: Amos Editio, 2005.


    Hymna dobrovolných sester Československého červeného kříže (Hymnus der freiwilligen Krankenschwestern des Tschechoslowakischen Roten Kreuzes), für zwei Singstimmen und Klavier, T.: Pavla Křičková, 1938.


    Sekunden / Vteřiny, für Singstimme und Klavier, op. 18, acht Lieder, T.: Jaroslav Seifert (1901-1986), Jan Čarek (1898-1966), Fráňa Šrámek (1877-1952), Fráňa Velkoborský (1900-1958), Josef Hora (1891-1945), Volkstexte, „Alles Gute zum Neuen Jahr von Vítězslava Kaprálová für Dr. O. Vach“, „An Gracian Černušák“, „Meinem Vater zum Geburtstag“, „Im Gedenken an TGM [?],„An Renuška, anlässlich ihrer Hochzeit“, „An meine liebste Mutter zu ihrem Geburtstag von ihrer Vítulka“,1936-1939, UA: Prag, 26.11.1945, Prag: Amos Editio, 2005.


    V zemi české (Im tschechischen Land), für Singstimme und Klavier,1939, UA: Brünn, 23.1.1955, Prag: Amos Editio, 2005.


    Píseň dělníků Pana (Lied der Arbeiter des Herrn), für Singstimme und Klavier,1939, Prag: Amos Editio, 2005.


    Zpíváno do dálky (In die Ferne gesungen), für Singstimme und Klavier, op. 22, Zyklus aus drei Liedern, T.: Viktor Kripner (1906-1956), „An Dr. Viktor Kripner“, 1939, UA: Paris, 30.6.1939, Prag: Amos Editio, 2005.


    Vánoční koleda (Weihnachtslied), für Singstimme und Klavier, T.: Adam Václav Michna z Otradovic (c. 1600-1676), „An Mutter und Vater – Weihnachten 1939“, 1939, UA: Prag, Juni 2003, Prag: Amos Editio, 2005.


    Dopis (Brief), für Singstimme und Klavier, T.: Petr Křička (1884-1949), 1940, Prag: Mucha, 1988, Prag: Amos Editio, 2005.



    2. Sologesang mit Orchester


    Smutný večer (Trauriger Abend), für Singstimme und Orchester,1935?


    Sbohem a šáteček (Adieu und Tüchlein), für Singstimme und Orchester, 1938, UA: Brünn, 31.10.1940.



    3. Chormusik


    Matičce (Für Mutter), für Kinderchor, T.: Jan Neruda, 1928, UA: Während des Zweiten Weltkriegs mit einem Frauenchor im südmährischen Internierungslager Svatobořice, unter der Leitung von Václav Kaprál.


    Ilena, sinfonische Ballade für Soli, gemischten Chor, Orchester und Sprecher, op. 15, T.: Ludmila Podjavorinská, 1937.


    „Vězdička, Potpoliš“, zwei Chöre für Frauenstimmen, op. 17, 1936-1937, UA: Brünn, 23.1.1955.


    Titel?, Arrangements Tschechischer Volkslieder und mittelalterlicher Gesänge für vier Männerstimmen bzw. Männerchor, 1938, UA: Paris, Februar 1938.



    B. Instrumentalmusik


    1. Orchestermusik


    Koncert pro klavír a orchestr d moll (Klavierkonzert in d-Moll), op. 7, 1934-1935, UA: Brünn, 17.6.1935 (nur 1. Satz) und Brünn, 15.10.1936.


    Suite en miniature, für Kammerorchester, 1935, UA: Brünn, 7.2.1936.


    Vojenská symfonieta (Militär-Sinfonietta), für Sinfonieorchester, op. 11, „Für Edvard Beneš, Präsident der Republik“, 1936-1937, UA: Prag, 26.11.1937, Prag: Melantrich 1938, Prag: ČHR (Český hudební fond), 1958, Prag: ČRVN (Český rozhlas vydavatelství a nakladatelství), 2005


    „Suita rustica“, Suita z českých lídových písní a tanců (Suite aus tschechischen Volksliedern und Tänzen), op. 19, für Sinfonieorchester, 1938, UA: Brünn, 23.10.1945.


    Partita, für Klavier und Streichorchester, op. 20, 1938-1939, UA: Brünn, 20.11.1941, ?: Svoboda, 1948, Prag: ČRVN (Český rozhlas vydavatelství a nakladatelství), 2006.


    Concertino pro housle, klarinet a orchestr (Concertino für Violine, Klarinette und Orchester), op. 21, 1939, UA: Hradec Králové, 10.1.2002, Kassel: Bärenreiter, 2003.


    Prélude de Noël, für Kammerorchester, 1939, UA: Paris, 24.12.1939 [Radiosendung, ausgestrahlt in der besetzten Tschechoslowakei], Prag: ČRVN (Český rozhlas vydavatelství a nakladatelství), 2002.


    Vojenský pochod (Militärmarsch), für Kammerorchester, 1940.



    2. Kammermusik


    Legenda (Legende), für Violine und Klavier, op. 3a, 1932, UA: Brünn, 9.5.1933.


    Burlesque, für Violine und Klavier, op. 3b, „Für Dr. mus. Magda Kunová“,1932, UA: Brünn, 9.5.1933.


    Leden (Januar), für Singstimme, Klavier, Flöte, zwei Violinen und Violoncello, T.: Vítězlav Nezval, 1933, UA: University of Michigan School of Music (USA), 19.1.2003.


    Smyčcový kvartet (Streichquartett), op. 8, 1935-1936, UA: Brünn, 5.10.1936.


    Trio pro hoboj, klarinet a fagot (Trio für Oboe, Klarinette und Fagott), 1937-1938 (unvollendet).


    Elegie, für Violine und Klavier, 1939, UA: Paris, 28.2.1939.


    „Karlu Čapkovi“ / „A Karel Čapek“ („Für Karel Čapek“), Melodram für Sprecher, Violine, und Klavier, T.: Vítězslav Nezval, ins Französische übersetzt von M.L. Hirsch, 1939, UA: Paris, 15.2.1939.


    Sonátina pro housle a klavír (Sonatine für Violine und Klavier), 1939 (wahrscheinlich unvollendet).


    Povídky malé flétny (Geschichten einer kleinen Flöte), für Flöte und Klavier, 1940.


    Deux ritournelles pour violoncelle et piano, op. 25, 1940, UA: London, 1940, Kassel: Bärenreiter 2003.



    3. Klaviermusik


    Z mojich nejranějších skladeb (Einige meiner ersten Kompositionen), „Für Dr. Vladimír Helfert“, 1924-1928, erste bekannte Aufführung: Brünn, 1.6.1950, Prag: Amos Editio, 2003.


    Skicář – úkoly (Skizzenbuch), 1929-1933.


    První práce ze školy (Erste Schulwerke), 1930-1931.


    Pět klavírních skladeb (Fünf Kompositionen für Klavier), op. 1, 1931-1932, UA: Brünn, 18.4.1932.


    Smuteční pochod (Trauermarsch), op. 2, 1932, UA: Brünn, 18.4.1932.


    Sonata appassionata, op. 6, 1933, UA: Brünn, 1.6.1934, Prag: Amos Editio 2006.


    Dvě kytičky (Zwei Blumensträuße), Miniaturen für Klavier, 1935; 2011 im Certosa Verlag, hg. von Dieter M. Backes.


    Tři kusy pro klavír (Drei Stücke für Klavier), op. 9, „Für Vladimír Helfert“, 1935, UA: Prag, 23.10.1936.


    Jaro na polonině (Frühling auf den Wiesen), 1936.


    Písnička (Kleines Lied),1936, Brünn: Pazdírek 1936.


    Ostinato Fox, „Für Fräulein Jiřinka Černušáková“, 1937.


    Tři klavírní skladbičky pro děti (Drei kleine Klavierstücke für Kinder), „Für Míla Růžičková“ und „Für Prof. R. Šichova“, 1937, UA: 31.5.1937 (zwei der drei Stücke).


    Dubnová preludia (April Präludien), op. 13, „Für Rudolf Firkušny“, 1937, UA: Prag, 5.10.1937, Prag: Hudební matice Umělecké besedy, 1938, Prag: Amos Editio, 2005.


    Vánoční přaní (Weihnachtswünsche), 1937.


    Variations sur le Carillon de l’eglise St-Etienne du Mont, op. 16, 1938.


    Dva tance pro klavír (Zwei Tänze für Klavier), op. 23, 1940.


    Slavnostní fanfára (Festliche Fanfare), 1940.

    Repertoire

    Neben eigenen Werken – Klavierkonzert in d-Moll, Militär-Sinfonietta und

    Prélude de Noël – dirigierte Vítězslava Kaprálová u.a. das Konzert für Cembalo und kleines Orchester von Bohuslav Martinů.

    Quellen

    Sekundärliteratur (Auswahl)


    Bek, Jiránek, Bek, Jaroslav, Bek, Josef (Hg.). Dějiny České hudební kultury 1890-1945 (2). Prag: Academia, 1981. S. 267-268.


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    Cheek, Timothy. „Navzdy (Forever) Kapralova: Reevaluating Czech composer Vitezslava Kapralova through her thirty songs“. In: The Kapralova Society Journal. Vol. 3. Nr. 2. 2005. S. 1-6.


    Entwistle, Erik. „To je Julietta. Martinu, Kapralova and Musical Symbolism“. In: The Kapralova Society Newsletter. Vol. 2. Nr. 2. 2004. S. 1-15.


    Fischer, Lisa. „Vítězslava Kaprálová – Die frühvollendete Meisterin“. In: Zwischenwelt. Literatur / Widerstand / Exil. Nr. 1-2. Mai 2016. S. 54-57.


    Halbreich, Harry. Bohuslav Martinů. Werkverzeichnis und Biografie. Zweite, revidierte Ausgabe. Mainz: Schott, 2007.


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    Hartl, Karla. „Vitezslava Kapralova. A Life Chronology. Part III“. In: The Kapralova Society Newsletter. Vol. 4. No. 1. 2006. S. 6-11.


    Hartl, Karla. „Vitezslava Kapralova. A Life Chronology. Part IV“. In: The Kapralova Society Newsletter. Vol. 5. No. 1. 2007. S. 6-11.


    Hartl, Karla. „Vitezslava Kapralova. An annotated Life Chronology.“ In: www.kapralova.org. [17.7.2007].


    Henderson, Michael. „Bohuslav Martinu and Vitezslava Kapralova“. In: Beckerman, Michael (Hg.). Martinu’s Mysterious Accident. Essays in Memory of Michael Henderson. New York: Pendragon Press. 2007. S. 55-59.


    Houtchens, Alan. „Love’s Labour’s Lost: Martinu, Kapralova and Hitler“. In: Irish Music Studies. Vol. 4. 1996. S. 127-132.


    Karbusický, Vladimír. „Der erträumte und nacherlebte Surrealismus. Martinůs Oper ‚Juliette ou La clé des songes’“. In: Hamburger Jahrbuch für Musikwissenschaft. Bd. 13. Laaber: Laaber, 1995. S. 271-336.


    Kvasničkova, Petra. „Vítězslava Kaprálová“. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Zweite, neubearbeitete Ausgabe. Personenteil 9. Ludwig Finscher (Hg.). Kassel: Bärenreiter u.a., 2003. Sp. 1473.


    Labhart, Walter. „Ich will es den Männern zeigen! Martinůs Kompositionsschülerin Vítězslava Kaprálová“. In: Neue Zürcher Zeitung. 8./9. Dezember. 1990. S. 69.


    Macek, Jiří. Vítězslava Kaprálová. Prag: Knížnice hudebních rozhledů, 1958.


    Macek, Jiří, Šerých, Anna. „Kaprálová, Vítězslava“. In: The New Grove Dictionary of Music and Musicians. Bd. 9. Stanley Sadie (Hg.). London: Macmillan, 2001. S. 362.


    Mucha, Jiří. Podivné lásky [Seltsame Lieben], Prag: Mladá fronta, 1988.


    Pražák, Přemysl (Hg.). Kaprálová, Vítězslava. Studie a vzpomínky [Studien und Erinnerungen]. Prag: Hudební matice Umělecké besedy, 1949.


    Uher, Jindřich. Ona a Martinů [Sie und Martinů]. Prag: Československý spisovatel, 1995, Tišnov: Sursum, 2002.



    Diskografie


    „April Preludes“. In: Silenced Voices. Victims of the Holocaust. Boston: Northeastern Records, 1992.


    „Waving Farewell“. In: Famous Czech Songs. Ostrava: Stylton, 1992.


    Vítězslava Kaprálová. Portrait of the Composer. Prag: Studio Matouš, 1998.


    „Grotesque Passacaglia“ [Aus dem Zyklus „Drei Stücke für Klavier“, op. 9]. In: Srdce na Vysočině. Tomáš Víšek, 2001.


    Vítězslava Kaprálová. Songs. Prag: Supraphon, 2003.


    „String Quartet, op. 8“. In: Martinů, Kaprálová, Suk. Kaprálová Quartet. Prag: Arco Diva, 2006.



    Links


    The Kapralova Society, Toronto, Ontario, Canada: www.kapralova.org


    Bohuslav Martinů Institut und Bohuslav Martinů Stiftung, Prag:

    www.martinu.cz


    Mährisches Landesmuseum, Brünn, Tschechische Republik:

    www.mzm.cz

    Forschung

    Autografe, Skizzen, Korrespondenz und gedruckte Partituren werden vor allem im Mährischen Landsmuseum in Brünn, Tschechische Republik sowie in der auf verschiedene Erben verteilten privaten Familiensammlung „The Kapralova Estate“, ebenfalls Brünn, aufbewahrt. Umfangreiche Forschungsinformationen sind über die Internetseite der kanadischen „Kapralova Society“ zugänglich: www.kapralova.org.

    Forschungsbedarf

    Es gibt bisher noch keine Dissertation oder andere wissenschaftliche Arbeiten größeren Umfangs, die sich im einzelnen mit Kaprálovás Schaffen befasst. Zu untersuchen wären beispielweise Kaprálovás stilistische Entwicklung, die Verflechtung ihres Werks mit der Zeitgeschichte, die Beziehung der Werke zu denen anderer Komponisten sowie die Beziehung zwischen Text und Musik in den Liedern.


    Für interdisziplinär Interessierte wäre darüber hinaus die Klärung der Frage von Bedeutung, an welcher Krankheit Vítězslava Kaprálová so plötzlich starb.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 19880538
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 118984810
    Library of Congress (LCCN): nr88007422
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Gabriele Jonté, Die Grundseite wurde im Oktober 2007 verfasst.


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Nicole K. Strohmann
    Zuerst eingegeben am 05.10.2007


    Empfohlene Zitierweise

    Gabriele Jonté, Artikel „Vítězslava Kaprálová“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 5.10.2007.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Vítězslava_Kaprálová