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    von Torsten Möller
    Namen:
    Unsuk Chin
    Lebensdaten:
    geb. in Seoul, Süd-Korea
    Tätigkeitsfelder:
    Komponistin, Pianistin
    Charakterisierender Satz:

    „Meine Musik ist das Spiegelbild meiner Träume. Ich versuche in der Musik den Eindruck strahlenden Lichts und die Leuchtkraft der Farben aus meinen Träumen einzuflechten, ein Spiel des Lichts und der Farben, das den Raum erfüllt und eine akustische Form annimmt.“

    Unsuk Chin


    Profil

    Im Gegensatz zu den meisten ihrer Kompositionskollegen gelang Unsuk Chin der Anschluss ans internationale Konzertleben. Gefördert durch bedeutende Dirigenten, unter ihnen Simon Rattle oder Kent Nagano, werden ihre durchaus zugänglichen, nicht aber populistischen Werke weltweit gespielt. Chin, die sich oft gegen Klassifizierungen aussprach, hat sich nie einer bestimmten Schule angeschlossen. Ihr Kompositionsverfahren ist pluralistisch angelegt: Spuren der französischen „Musique spectrale“ lassen sich ebenso nachweisen wie die der Geräuschkomposition und elektronischer Kompositionsmethoden.

    Orte und Länder

    Unsuk Chin wurde am 14. Juli 1961 in Seoul/Korea geboren. Früh hat sie in Korea autodidaktisch mit dem Klavierspiel begonnen, entschloss sich aber mit 12 Jahren, auch selbst Musik zu schreiben. Nach einem Studium an der Seoul National University bei ihrem Landsmann, dem Koreaner Sukhi Kang (1981-1985) verlagerte Chin ihren Wohnsitz nach Deutschland. Von 1985 bis 1988 studierte sie bei György Ligeti in Hamburg. Seither ist sie als frei schaffende Komponistin in Berlin tätig.

    Biografie

    Unsuk Chin wurde am 14. Juli 1961 in Seoul geboren. Als vierjähriges Kind eines evangelischen Geistlichen begann Chin autodidaktisch mit dem Klavierspiel und trat später im Rahmen des Pan Music Festivals als versierte Pianistin in Erscheinung. Ihr Repertoire umfasste zu Beginn ihrer Laufbahn vor allem die europäische traditionelle Musik von Ludwig van Beethoven, Johannes Brahms, Peter Tschaikowsky, aber auch Igor Strawinsky. Ursprünglich die Virtuosenkarriere anvisierend, wurde Chin zunehmend bewusst, dass das Selbst-Erlernte angesichts einer – gerade im Fach Klavier mächtigen – Konkurrenz keinen Solistenstatus im Sinne einer konzertierenden Virtuosin ermöglichte. Mit etwa zwölf Jahren folgte sie dem Rat ihres damaligen Musiklehrers und begann, selbst Musik zu schreiben. Zwischen 1981 und 1985 studierte sie Komposition an der Seoul National University bei dem Koreaner Sukhi Kang, dem zuvor in Berlin von seinem Landsmann Isang Yun ausgebildeten Koreaner. Durch ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) eröffnete sich die Möglichkeit, in Deutschland die Studien fortzusetzen. Chin entschloss sich zum Unterricht an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg bei dem ebenso renommierten wie anspruchsvollen Ungarn György Ligeti. Es sei eine „schwierige Zeit“ gewesen, sagte Chin: „Ich war erst 24, es war ein Kulturschock für mich. Ich kam aus Südkorea, ein damals unfreies und armes Land, in dem jeder zu kämpfen hatte. Ligeti sagte zu mir, alle meine Kompositionen wären unoriginell und ich sollte sie lieber wegwerfen. Dabei hatte ich damit schon internationale Preise gewonnen. Es war eine sehr schwere Zeit für mich und für drei Jahre hatte ich gänzlich aufgehört zu komponieren. Nichtsdestotrotz habe ich sehr viel von seiner Musik gelernt.“ (vgl. Interview mit Frank Soda, 2007) Erst in Hamburg intensivierte Chin durch den Einfluss Ligetis ihre Auseinandersetzung mit fernöstlicher Musik, die am Konservatorium in Seoul nicht im Fokus stand. Traditionelle Musik ihrer Heimat, aber auch balinesische Gamelanmusik weckten ihr Interesse. Nach Beendigung ihrer Studien zog Chin nach Berlin, wo sie bis heute als freischaffende und erfolgreiche Komponistin lebt.

    Würdigung

    Unsuk Chin hat sich stets dagegen gewehrt, ihren Stil im Sinne ihrer koreanischen Herkunft zu deuten. Anders als Komponisten der „koreanischen mittleren Generation“, etwa Younghi Pagh-Paan, bezieht sich Chin nicht auf die Musik ihres Heimatlandes. Dafür tritt im Sinne der Postmoderne ein pluraler und globaler Kompositionsansatz zu Tage: Ausgeprägte historische Bezüge (z.B. in „Miroirs des temps“ für vier Sänger und Orchester, 1999/rev. 2001) stehen neben einer ausgiebigen Auseinandersetzung mit elektronischer Musik und avanciert-avantgardistischen Kompositionstechniken. Das Denken in personalstilistischen Kategorien liegt der Koreanerin ebenso fern wie das in historischen Begriffen: „ Ich glaube nicht, dass Klassifizierungen sinnvoll sind. Barocke Komponisten sahen sich nicht als solche, Chopin hätte sich im Grabe umgedreht, wenn man ihn als Romantiker bezeichnet hätte, Debussy ärgerte sich über den Stempel Impressionist usw. Wenn wir also zeitgenössische Musik hören, bringt es nichts in Schubladen zu denken - modern, postmodern, traditionell etc. - es sind alles Verallgemeinerungen.“ (Vgl. Interview mit Frank Soda, 2007).

    Für ihre Werke entwickelt Chin oft heterogene „Versuchsaufbauten“. Ihre zwischen 1995 und 2003 entstandenen sechs Klavieretüden stehen symptomatisch für einen ausgeprägten Ideenreichtum. Ist die erste „Piano Etude No. 1 (in C)“ von einem schweifenden, mit Jazz-Allusionen durchsetzten Kreisen um den zentralen, in mehreren Oktaven erklingenden Ton c geprägt, stehen in der „Piano Etude No. 2 (Sequenzen)“ virtuose Elemente im Dienste expressiver dynamischer Steigerungen. In „Piano Etude No. 3 (Scherzo ad libitum)“ und „Piano Etude No. 5 (Toccata)“ bezieht sich Chin in eigenständig aktualisierender Manier auf historische Formen. Die fünfte Etüde verweist in der steten Repetition auf manche Klaviersonate Domenico Scarlattis, wobei auch eine Nähe zu den Klavier-Etüden des einstigen Lehrers György Ligeti zu erkennen ist. Wiederholte motorische Figurationen der linken Hand werden – wie bei Ligeti – rhythmisch unregelmäßig, synkopisch mit der rechten akzentuiert.


    Viele Forscher und Rezensenten betonen einen ausgeprägten Klangreichreichtum von Chins Werken: „Wesentlich (...) ist ihr außerordentlicher Farb- und Klangsinn, ihre Tendenz zur Fortspinnung perkussiver Charaktere in Instrumentalkompositionen, das Schichten filigran organisierter kleiner Struktureinheiten, die divisiv differenziert oder als Klangausbruch chrakterisiert werden.“ (Burde, 2000) In zahlreichen Orchesterwerken, aber auch in der zweispältig rezipierten Oper „Alice in Wonderland“ (2007) nutzt Chin klanglich opulente Apparate, um „jähe Farbwechsel“ und „Grade von Luzidität und Dunkelheit“ zu komponieren (Vgl. Rohm, 2008). Besonders auffallend ist das nicht selten impressionistisch wirkende Spiel mit Klangfarben im 2001 komponierten „Violin Concerto“ . Aus dem Rohmaterial des Solo-Intruments, den vier leeren Violinsaiten, entwickelt Chin faszinierende, von Quinten dominierte Klangräume. Impressionistische Klangwirkungen sind auffallend. Orchestrale Verdichtungen, Beschleunigungen, dann wieder Ruhe nach behutsam vorbereiteten Kulminationspunkten treten an die Stelle fest umrissener thematischer Gestalten.

    Als Unsuk Chin nach Deutschland kam, folgte sie den von Sukhi Kang vermittelten postseriellen Verfahren. Nach dem Unterricht beim Avantgarde-Skeptiker György Ligeti hat sich die Koreanerin aber davon verabschiedet. Bezeichnenderweise nimmt Chin vor 1989 entstandene Werke, unter anderem das mit dem „International Rostrum of Composers“ der UNESCO ausgezeichnete Kammermusikwerk „Gestalten“, nicht in ihr Werkverzeichnis auf. An die Stelle etablierter Kompositionstechniken rückt eine offene wie intensive „Klangarbeit“. Nicht nur im Violinkonzert geht Chin von „akustischen Keimzellen“ aus, sondern auch schon im zuvor entstandenen Klavierkonzert (1996/1997), in dem spielerische Züge, mitunter auch musikalischer Humor auffallend ist. Die minutiöse Analyse eines Klangpartikels hängt mit den Erfahrungen zusammen, die Chin mit elektronischer Musik machte. Ihre langjährige und stete Arbeit im elektronischen Studio der Technischen Universität Berlin ermöglichte eine intensive Klangforschung durch ein quasi „mikroskopisches Komponieren“. Möglichkeiten der Granularsynthese, also eines Klangbaus mithilfe kleinster Pixel, spielen auch in „Xi“ für Ensemble und Elektronik (1998) eine Hauptrolle. Fragmente von etwa 5 bis 20 Millisekunden Länge werden gedehnt und extrapoliert in längere instrumentale wie elektronische Felder. Verwandt mit Verfahren der französischen „Musique spectrale“ nutzt Chin in der elektronischen Zuspielung Klangeigenschaften eines mit einem Stock geschlagenen Gusseisenrahmens eines Klaviers. Das Verfahren von „Xi“, die Weitung kleinster Ausschnitte, wurde bereits angewendet in der sechsten Klavieretüde „Grains“.


    Unsuk Chin tritt vor allem mit größer besetzten Orchesterwerken in Erscheinung. Singulär ist bisher die zweistündige Oper „Alice in Wonderland“, zwischen 2004 und 2007 geschrieben für die Bayerische Staatsoper in München (Inszenierung: Achim Freyer, Leitung: Kent Nagano). Das vom Traum und dem Irrationalen geprägte surrealistische Sujet Lewis Carrols äußert sich in rätselhaften Szenen und Ereignissen, zugleich bietet es dem musikalischen Imaginationsreichtum der Koreanerin reichlich Stoff. Obgleich vom Münchener Opernpublikum abgelehnt und von Teilen der avancierten Kritik aufgrund als rückständig empfundener Kompositionsmittel verschmäht, hat die zweistündige Oper den Status eines Schlüsselwerks, das Helmut Rohm so beschrieb: „Dem Fantastischen, dem Märchenhaften, dem aus der Welt des Unterbewussten und des Traumes in die Realität projizierten, erwächst dabei eine Integrität und Wahrhaftigkeit, in der sich kindliche Anmut und eine tief lotende Sinnsuche unaufhebbar miteinender verbinden.“ (Rohm, 2008)

    Rezeption

    Im Gegensatz zu den meisten zeitgenössischen KomponistInnen gelang der erfolgreichen Komponistin Unsuk Chin der Anschluss ans internationale Konzertleben. Nicht primär im Rahmen der Donaueschinger Musiktage oder der Wittener Tage für Neue Kammermusik stehen ihre Werke auf dem Programm, sondern auf denen des London Philharmonic Orchestra, der Los Angeles Philharmonic oder des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin. Namhafte Dirigenten wie Sir Simon Rattle, Gustavo Dudamel oder Kent Nagano dirigierten Chins Orchesterwerke. Insbesondere Nagano setzt sich seit etwa 2000 für die Werke der Koreanerin ein. Auf dessen Initiative geht unter anderem auch die Münchener Aufführung der Oper „Alice in Wonderland“ zurück (Bayerische Staatsoper, 2007). Auffallend ist eine internationale Verbreitung ihrer Werke.


    Für ihr Schaffen wurde Unsuk Chin vielfach ausgezeichnet. Sie erhielt unter anderem folgende Preise und Auszeichnungen:


    1984: „International Rostrum of Composers“ der UNESCO für das Kammermusikwerk „Gestalten“


    1985: Kompositionspreis der Stiftung „Gaudeamus“ für „Spektra“


    1993: 1. Preis beim Contest for Orchestra Works to Commemorate the Semicentennial for the Tokyo Governement.


    1997: 1. Preis für zeitgenössische Klaviermusik beim Concours International de Piano d´Orléans für die Klavieretüden 2-4


    1999: 1. Preis bei den „Concours Internationaux de Musique et d´Art Sonore Electroacoustiques de Bourges“ für „Xi“


    2004: „Grawemeyer Award“ für Violinkonzert


    2005: Arnold Schönberg Preis


    2007: Heidelberger Künstlerinnenpreis


    2010: Preis für musikalische Komposition der „Stiftung Fürst Pierre von Monaco“ für „Gougalōn“


    2012: „Ho-Am“-Kunstpreis, Korea

    Werkverzeichnis

    Alle Werke von Unsuk Chin sind im Verlag Boosey and Hawkes in London erschienen.


    A. Vokalmusik


    1. Musiktheater


    „Alice in Wonderland“. Oper in acht Szenen nach einem Libretto von David Henry Hwang und Unsuk Chin basierend auf Lewis Carrols „Alice in Wonderland“ und „Through the Looking Glass“ (2004-2007). Uraufführung: München, 2007. Dauer: 2 Stunden. Verlag: Boosey and Hawkes, London.



    2. Stimmen und Orchester


    „Die Troerinnen“ für 3 Sängerinnen, Frauenchor und Orchester nach Texten von Euripides (1986/rev. 1990). Uraufführung: Oslo, 1990. Dauer: 22 Minuten. Verlag: Boosey and Hawkes, London.


    „Kalá“ für Sopran und Bass-Solisten nach Texten von Gerhard Rühm, Inger Christensen, Unica Zürn, Gunnar Ekelöf, Arthur Rimbaud und Paava Haavikko (2000). Uraufführung: Göteborg. 2001. Dauer: 32 Minuten. Verlag: Boosey and Hawkes, London.


    „Miroirs des temps“ für vier Sänger und Orchester mit Elementen von Johannes Ciconias „Mercé, o morte“ und dem zyprischen Volkslied „Je suis trestout d´amour raimpli“. Texte von mittelalterlichen Dichtern und Fernado Pessoa (1999/rev. 2001). Uraufführung: London, 1999. Dauer: 36 Minuten. Verlag: Boosey and Hawkes, London. (Gleichnamige Bearbeitung ohne die Adaption von Johannes Ciconias „Mercé, o morte“ und dem zyprischen Volkslied „Je suis trestout d´amour raimpli“ (1999/rev. 2001). Dauer: 19 Minuten. Verlag: Boosey and Hawkes, London.)


    „snagS&Snarls“ für Sopran und Orchester nach Lewis Carrols „Alice in Wonderland“, einem Text Unsuk Chins und einem traditionellen englischen Kindergedicht (2003/04). Uraufführung: Ojai (Kalifornien), 2004. Dauer: 13 Minuten. Verlag: Boosey and Hawkes, London.


    „Scenes from Alice in Wonderland“ für Sopran, Mezzozopran und Orchester nach Texten von David Henry Hwang und Unsuk Chin, basierend auf Lewis Carrols „Alice in Wonderland“ und „Through the Looking Glass“ (2010/2011). Uraufführung: Porto, 2011. Dauer: 40 Minuten. Verlag: Boosey and Hawkes, London.



    3. Stimmen und Ensemble


    „Akrostichon-Wortspiel“. Sieben Szenen für Sopran und Ensemble nach Erzählungen von Unsuk Chin (1991/rev. 1993). Dauer: 17 Minuten. Uraufführung: London, 1993. Verlag: Boosey and Hawkes, London.


    „Ma fin est mon commencement Mon commencement est ma fin“ für Chorsolisten und und Ensemble nach Texten von Guillaume de Machaut (1999). Dauer: 6 Minuten. Verlag: Boosey and Hawkes, London. (Entspricht dem dritten Satz von „Miroirs de temps“.)


    „Cantatrix Sopranica“ für zwei Soprane, Countertenor und Ensemble nach Texten von Unsuk Chin, Harry Mathews, Arno Holz und einem Lied aus der Tang Dynastie (2004/2005). Dauer: 26 Minuten. Uraufführung: London, 2005. Verlag: Boosey and Hawkes, London.



    B. Instrumentalmusik


    1. Orchester


    „Alice in Wonderland - Prelude zur Szene 5“ für Orchester (2007). Dauer: 2,30 Minuten. Verlag: Boosey and Hawkes, London.


    „Rocaná (Room of Light)“ für Orchester (2008). Uraufführung: Montreal, 2008. Dauer: 21 Minuten. Verlag: Boosey and Hawkes, London.


    „Graffiti“ für Kammerorchester (2012). Uraufführung: Los Angeles, 2013. Dauer: 28 Minuten. Verlag: Boosey and Hawkes, London.



    2. Konzerte


    „Piano Concerto“ (1996/97). Uraufführung: Cardiff, 1997. Dauer: 25 Minuten. Verlag: Boosey and Hawkes, London.


    „Violin Concerto“ (2001). Uraufführung: Berlin, 2001. Dauer: 27 Minuten. Verlag: Boosey and Hawkes, London.


    „Double Concerto“ für Klavier, Schlagzeug und Ensemble (2002). Uraufführung: Paris, 2003. Dauer: 20 Minuten. Verlag: Boosey and Hawkes, London.


    „Concerto for Cello and Orchestra“ (2006-2008). Uraufführung: London, 2009. Dauer: 30 Minuten. Verlag: Boosey and Hawkes, London.


    „Šu“ für chinesische Sheng und Orchester (2009). Uraufführung: Tokyo, 2009. Dauer: 19 Minuten. Verlag: Boosey and Hawkes, London.



    3. Kammermusik


    „Fantaisie mécanique“ für fünf Instrumente (1994/1997). Uraufführung: Paris, 1994. Dauer: 13 Minuten. Verlag: Boosey and Hawkes, London.


    „ParaMetaString“ für Streichquartett und Zuspielung (1996). Uraufführung: Seoul, 1996. Dauer: 20 Minuten. Verlag: Boosey and Hawkes, London.


    „Xi“ für Ensemble und Elektronik (1998). Uraufführung: Paris, 1999. Dauer: 23 Minuten. Verlag: Boosey and Hawkes, London.


    „Gougalon“. Szenen aus einem Straßentheater für Ensemble (2009). Uraufführung: Berlin, 2009. Dauer: 14 Minuten. Verlag: Boosey and Hawkes, London. (Gleichnamige Endfassung beendet 2011 und uraufgeführt in Paris 2012.)


    „Cosmigimmicks“. Musikalische Pantomime für sieben Instrumente (2011/2012). Uraufführung: Amsterdam, 2012. Dauer: 24 Minuten. Verlag: Boosey and Hawkes, London.


    „Fanfare chimérique“ für zwei Bläserensemble und verstärkte Blechbläser (2010/2011). Uraufführung: Paris, 2012. Dauer: 18 Minuten. Verlag: Boosey and Hawkes, London.



    4. Solostücke / Elektronik


    „Gradus ad Infinitum“ für Tonband (1989). Dauer: 11 Minuten. Uraufführung: Amsterdam, 1989. Verlag: Boosey and Hawkes, London.


    „Allegro ma non troppo“ für Tonband (1993/1994). Dauer: 13 Minuten. Uraufführung: Berlin, 1994. Verlag: Boosey and Hawkes, London.


    „Allegro ma non troppo“ für Schlagzeug und Zuspielung (1994-1998). Dauer: 13 Minuten. Uraufführung: Berlin, 1998. Verlag: Boosey and Hawkes, London.


    „Piano Etude No. 1 (in C)“ für Klavier (1999/rev. 2003). Dauer: 3 Minuten. Uraufführung: Hannover, 1999. Verlag: Boosey and Hawkes, London.


    „Piano Etude No. 2“ (Sequenzen) für Klavier (1995/rev. 2003). Dauer: 3 Minuten. Uraufführung: Berlin, 1995. Verlag: Boosey and Hawkes, London.


    „Piano Etude No. 3 (Scherzo ad libitum)“ für Klavier (1995/rev. 2003). Dauer: 2 Minuten. Uraufführung: Topeka (USA), 1996. Verlag: Boosey and Hawkes, London.


    „Piano Etude No. 4 (Scalen)“ für Klavier (1995/rev. 2003). Dauer: 2 Minuten. Uraufführung: Topeka (USA), 1996. Verlag: Boosey and Hawkes, London.


    „Piano Etude No. 5 (Toccata)“ für Klavier (2003). Dauer: 3 Minuten. Uraufführung: Tokyo, 2003. Verlag: Boosey and Hawkes, London.


    „Piano Etude No. 6 (Grains)“ für Klavier (2000). Dauer: 3 Minuten. Uraufführung: London, 2000. Verlag: Boosey and Hawkes, London.


    „Alice in Wonderland. Advice from a caterpillar“ für Bassklarinette (2007). Dauer: 5 Minuten. Verlag: Boosey and Hawkes, London.


    „Double Bind?“ für Violine und Elektronik (2007). Dauer: 17 Minuten. Uraufführung: Paris, 2007. Verlag: Boosey and Hawkes, London. (Elektronik auf Anfrage über das IRCAM erhältlich.)

    Quellen

    Literatur (Auswahl)


    Burde, Wolfgang, „Unsuk Chin“. In: Ludwig Finscher (Hg.): „Die Musik in Geschichte und Gegenwart“. 1994-2007. Personenteil Bd. 4 (2000), Sp. 939-941


    Whittall, Arnold, „Unsuk Chin in focus. Meditations & mechanics“. In: „Musical Times“, Volume 141, Spring 2000, S. 21-32


    Whittall, Arnold, „Unsuk Chin“. In: Stanley Sadie (Hrsg.): „The New Grove Dictionary of Music“, Zweite Auflage, 2001, S. 630/631


    Demmler, Martin, „Dynamische Prozesse und architektonische Form. Das musikalische Universum der Unsuk Chin“. In: „Neue Zeitschrift für Musik“ Heft 6/2002, S. 50 f.


    Ehrler, Hanno, „Ordnung, Chaos und Computer. Die Koreanerin Unsuk Chin“. In: „MusikTexte“ Nr. 96 (Februar 2003) (Schriftliche Fassung einer Rundfunksendung für DeutschlandRadio Berlin, Sendung 26.8.2001) Download: http://www.hanno-ehrler.de/manuskripte/personen-c-e.html


    Traber, Habakuk, „Das Violin Concerto von Unsuk Chin“. In: Positionen. Beiträge zur Neuen Musik, Heft 59 (2004), S. 48/49


    Soda, Franco: „Musik als Spiegelbild der Träume“. In: Klassikinfo – Das Online Magazin für Klassische Musik, Oper, Konzert. http://www.klassikinfo.de/Interview-Unsuk-Chin.244.0.html (Erscheinungsjahr 2007)


    Schreiber, Wolfgang, Archaischer Kindertraum. In: Opernwelt, 8/2007, S. 10

    Rohm, Helmut, „Ein Spiel von Licht und Farben. Die Komponistin Unsuk Chin“. Rundfunksendung für den Bayerischen Rundfunk, Sendung in Bayern 4 Klassik am 3. Juni 2008


    Metzer, David, „Musical Modernism at the Turn of the Twenty-First Century“. Cambridge University Press, 2009


    Harders-Wuthenow, Frank, „Unsuk Chin“. In: Annette Kreuziger-Herr/Melanie Unseld (Hrsg.): „Lexikon Musik und Gender“. Stuttgart (Metzler-Verlag) 2010, S. 170/171


    Drees, Stefan (Hrsg.), „Im Spiegel der Zeit. Die Komponistin Unsuk Chin“, Schott (Mainz) 2011. (Der Sammelband enthält zahlreiche Aufsätze von Unsuk Chin, Kent Nagano, Habakuk Traber, Hanno Ehrler u.v.a.)



    Diskographie (Auswahl)


    „Akrostichon–Wortspiel“ / „Fantaisie mécanique“ / „Xi“ / „Double Concerto“. Interpreten: Piia Komsi (Sopran), Samuel Favre (Percussion), Dimitri Vassilakis (Klavier), Ensemble Intercontemporain, Patrick Davin, David Robertson, Kazushi Ono, Stefan Asbury (Leitung), Deutsche Grammophon 00289 477 5118 (2005). Neu aufgelegt bei Kairos 0013062KAI (2010)


    „Rocaná“ / „Violin Concerto“. Interpreten: Viviane Hagner (Violine), Orchestre symphonique de Montréal, Kent Nagano (Leitung). Analekta AN 29944 (2009)


    „Cantatrix Sopranica“. Auf CD „Sprechgesänge – Speech Songs“ (=Edition MusikFabrik). Interpreten: Anu Komsi, Piia Komsi (Sopran), David Cordier (Countertenor), MusikFabrik (Leitung Stefan Asbury). Wergo WER 68512 (2010)


    „Six Piano Etudes“. Auf CD „Musical Toys“. Interpretin: Mei Yi Foo (Klavier). Odradek Records 8553 1700302 8 CD DDD, (2012)



    Links


    http://www.hanno-ehrler.de/manuskripte/personen-c-e.html

    Mit Download-Option einer knapp einstündigen Rundfunksendung über Unsuk Chin (vgl. Ehrler 2001).


    http://www.laweekly.com/2007-07-19/stage/on-with-their-heads/

    Bietet eine Kritik der Oper „Alice in Wonderland“ von Alan Rich.


    http://www.boosey.com/

    Website des Verlags von Unsuk Chin, Boosey and Hawkes. Ein Porträttext von Paul Griffiths (2003) ist hier ebenso abrufbar wie ein aktualisiertes Werkverzeichnis.


    http://www.klassikinfo.de/Interview-Unsuk-Chin.244.0.html

    Ein 2007 geführtes Gespräch mit dem Publizisten Franco Soda, das primär von der Oper „Alice in Wonderland“ handelt, aber auch Informationen über biografische Fakten bietet. (vgl. Soda 2007)


    http://www.faz.net/frankfurter-allgemeine-zeitung/feuilleton/die-komponistin-unsuk-chin-heimat-hinter-den-spiegeln-1652564.html

    Bietet ein kurzes Porträt des Musikpublizisten Gerhard Rohde in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.


    http://web.archive.org/web/20110520024242/http://www.resmusica.com/aff_articles.php3?num_art=4386

    Ein Gespräch mit Bruno Serrou in französischer Sprache (Mai 2011)

    Forschung

    Eine Annäherung an das Unsuk Chins Oeuvre fand bisher vor allem aus journalistischer Perspektive statt. Durch eine fragwürdige Konzentration auf ihre koreanische Herkunft gerieten Untersuchungen über Chins – offenbar vielfältigen – Einflusssphären ins Hintertreffen. Aufgrund der Mechanismen des Kulturbetriebs beschäftigen sich viele Autoren mit dem Musiktheater „Alice in Wonderland“.

    Forschungsbedarf

    Einige einzelne Werkbetrachtungen existieren, der Konnex zu einer überblickartigen Darstellung des Schaffens ist aber noch nicht gelungen. Verschiedene Werkstränge zeichnen sich bei der Beschäftigung mit Chin ab, müssten jedoch noch genauer untersucht werden. Forschungsdesiderate gibt es außerdem in der analytischen Beschäftigung mit dem Schaffen Chins.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 12563576
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 124334016
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Torsten Möller


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Regina Back
    Zuerst eingegeben am 14.03.2013


    Empfohlene Zitierweise

    Torsten Möller, Artikel „Unsuk Chin“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 14.3.2013.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Unsuk_Chin