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  • Sophie-Carmen Eckhardt-Gramatté

    von Natalie von Zadow
    Sophie-Carmen Eckhardt-Gramatté
    Namen:
    Sophie-Carmen Eckhardt-Gramatté
    Geburtsname: Sophie-Carmen Fridman
    Varianten: Sophie-Carmen Friedmann, Sophie-Carmen Fridman-Gramatté
    Lebensdaten:
    geb. in Moskau, Russland
    gest. in Stuttgart, Deutschland

    Als Geburtsjahr wird abweichend auch 1902 angegeben, das als Datum z. B. in Eckhardt-Gramattés letzten Reisepass eingetragen ist (Roger 2000, S. 54). In „Music from within“ geht ihr Mann Ferdinand Eckhardt Überlegungen nach, wonach sie möglicherweise sogar früher als 1899 geboren worden sein könnte. Das Jahr 1899, welches in einem 1914 in Paris entstandenen Geburtsdokument genannt wird, wäre demzufolge eine für musikalische Wunderkinder nicht unübliche Manipulation, die deren Leistungen noch bemerkenswerter erscheinen lassen sollte (vgl. Eckhardt 1985, S. 17–21, 33 und 196f). Unklarheit besteht auch über den Geburtsort, da Sophie-Carmen Eckhardt-Gramattés Mutter hierüber widersprüchliche Angaben gemacht hat und eine Geburts- oder Taufurkunde fehlt. Neben Moskau wurde auch Paris oder gar ein von Moskau nach Paris fahrender Zug genannt (vgl. Eckhardt, S. 17–19).
    Tätigkeitsfelder:
    Komponistin, Pianistin, Geigerin, Klavier- und Violinlehrerin, Hochschuldozentin
    Charakterisierender Satz:

    „Each plant needs personal care; some need tropical warmth, others need to grow slowly in coolness and shadow. As there is no uniform treatment for plants, neither is there for composers.”


    „Jede Pflanze braucht individuelle Pflege; manche benötigen tropische Wärme, andere gedeihen langsam in Kühle und Schatten. Weder für Pflanzen, noch für Komponisten gibt es eine gleichförmige Behandlungsweise.“

    (S. C. Eckhardt-Gramatté, aus dem Artikel „Modern Music“. In: The Manitoba Arts Review, 1957/58. S. 5)


    Profil

    Die Komponistin, Pianistin und Geigerin Sophie-Carmen Eckhardt-Gramatté fiel schon als Kind durch ihre musikalische Dreifachbegabung auf, die sie in Konzerten mit beiden Instrumenten und eigenen Kompositionen schon im Alter von elf Jahren unter Beweis stellte. Im Laufe ihres Lebens konzentrierte sie sich immer mehr auf das Komponieren, die Auftritte als Instrumentalistin gingen zurück und beschränkten sich schließlich auf Aufführungen ihrer eigenen Werke. V. a. in Kanada, ihrem späteren Lebensmittelpunkt, erfuhr sie eine große Anerkennung als Komponistin und Instrumentallehrerin und hinterließ, anders als in Europa, deutliche Spuren im kulturellen Gedächtnis.

    Orte und Länder

    Geboren in Moskau verbrachte Sophie-Carmen Eckhardt-Gramatté die ersten Jahre ihrer Kindheit in England. Im Alter von fünf Jahren zog sie mit ihrer Mutter und einer Halbschwester nach Paris, wo sie später am Konservatorium studierte. Ab 1914 lebte die kleine Familie in Berlin. Mit ihrem ersten Ehemann Walter Gramatté lebte Sophie-Carmen Eckhardt-Gramatté v. a. dort, aber auch zwei Jahre (1924–26) in Barcelona. Mit ihrem zweiten Ehemann Ferdinand Eckhardt lebte sie ab 1939 in Wien, 1953 wanderte das Paar nach Winnipeg in Kanada aus.

    Biografie

    „The origins of Sophie-Carmen Eckhardt-Gramatté are shrouded in legend“ („Die Herkunft Sophie-Carmen Eckhardt-Gramattés liegt im Ungewissen.“) – so beginnt Ferdinand Eckhardt die Biografie über seine Ehefrau in Anspielung auf die Unklarheiten, die in Bezug auf Geburtsjahr, -ort und Vater der Künstlerin bestehen (Eckhardt 1985, S. 17). Diese Legenden wurden maßgeblich von Eckhardt-Gramattés Mutter Catharina de Fridman, geb. Kotschewskaja (in engl. Publikationen Kochevskaia) um die Herkunft ihrer Tochter gewoben. (Catharina de Fridman war die Französisch- und Klavierlehrerin der Familie Tolstoi.) Von ihrem Ehemann Nicolas Karlowitsch de Fridmann war sie zum Zeitpunkt der Geburt ihres dritten Kindes Sophie-Carmen schon getrennt und führte mit ihm einen zähen Streit über das Sorgerecht für ihre zwei älteren Kinder. Als Vater ihrer 1899 geborenen Tochter Sophie-Carmen nannte sie in ihrer autobiografischen Schrift „Wie und warum Sophie Carmen Friedman zur Welt kam" (entstanden um 1922 und auf deutsch und französisch erschienen, vgl. Quellen) einen ihrer Klavierschüler, für dessen Existenz nur wenige belastbare Beweise vorliegen (Eckhardt, S. 194f).

    Fest steht aber, dass Catharina de Fridman entschlossen war, mit ihren drei Kindern Russland zu verlassen und in England eine neue Existenz aufzubauen. Kurz nach Sophie-Carmen Eckhardt-Gramattés Geburt konnte sie diesen Plan in die Tat umsetzen, musste aber nach kurzem Aufenthalt in der Whiteway Colony aufgrund finanzieller Schwierigkeiten ihre Tochter dort in einer Pflegefamilie zurücklassen, um erneut nach Russland und zu ihrer Tätigkeit als Klavierlehrerin zurückzukehren. Erst 1904 traf sie wieder mit Sophie-Carmen zusammen und ließ sich nun mit dieser und ihrer ältesten Tochter Sophie in Paris nieder; ihr Sohn Nicolas besuchte inzwischen in der Schweiz die Schule.


    In Paris begann Sophie-Carmen Eckhardt-Gramattés musikalische Ausbildung, zunächst durch Zuhören beim Musikunterricht, den ihre Mutter, eine Schülerin Anton und Nikolai Rubinsteins, erteilte. Bald erhielt sie selbst auch Klavierstunden, improvisierte erste eigene Stücke und erwarb Grundlagen des Violinspiels. 1908 wurde Sophie-Carmen am Conservatoire de Paris aufgenommen und studierte dort sowohl Geige als auch Klavier (Eckhardt, S. 29). Ihre Violinlehrer waren Alfred Bruhn und Guillaume Rémy, Klavierunterricht erhielt sie bei Sophie Chenée, außerdem studierte sie Kammermusik bei Vincent d’Indy und Camille Chevillard (vgl. Kreyszig 2001, Sp. 66 und Eckhardt, S. 29f). Nicht nur bei den Prüfungen im Conservatoire, bei denen u. a. Claude Debussy, Maurice Ravel und Camille Saint-Saëns als Prüfer fungierten, sondern auch bei ersten öffentlichen Konzerten ab 1910 erhielt Sophie-Carmen Eckhardt-Gramatté begeisterte Reaktionen. Bei ihren Auftritten in Paris, Genf und Berlin als Elf- und Zwölfjährige spielte sie in der Regel beide Instrumente, außerdem trug sie eigene Kompositionen vor und stellte so ihre dreifache musikalische Begabung unter Beweis.

    1914 endete ihre Ausbildung am Pariser Conservatoire offenbar im Streit mit mehreren Lehrern und dem Direktor Gabriel Fauré, nachdem sie sich bei einer Violinprüfung ungerecht beurteilt gefühlt hatte (vgl. Abschrift eines Briefes an Fauré vom 13. Dezember 1913, in: Eckhardt 1985, S. 31f).


    Nach diesen Ereignissen verließ sie mit Mutter und Schwester Paris und ging nach Berlin. Kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs war es für die junge Künstlerin schwierig, dort Fuß zu fassen. In teilweise prekären Verhältnissen lebend musste sie für sich, ihre Mutter und Schwester den Lebensunterhalt mit Auftritten etwa in Restaurants oder Cafés verdienen und bekam zunächst nur selten eine Gelegenheit wie jene am 15. April 1915, wo sie auf Einladung des Konzertagenten Hermann Wolff ein Konzert im Bechstein-Saal geben konnte (Carruthers 1998, S. 28). Im selben Jahr lernte sie die Geigerin Suzanne Chaigneau kennen. Die Schwiegertochter Joseph Joachims förderte sie in vielfältiger Weise: sie konnte Eckhardt-Gramatté finanzielle Unterstützung durch den Bankier Franz von Mendelssohn vermitteln, stellte ihr eine Violine von Joseph Joachim zur Verfügung und ermöglichte es, dass sie 1918 Unterricht bei Bronisław Huberman nehmen konnte.

    Schon während ihrer Zeit am Conservatoire de Paris war das Komponieren eine stetige Begleitung des Instrumentalstudiums gewesen, das auf eine mögliche Virtuosenkarriere ausgerichtet war, und auch in Berlin setzte sie ihre kreative Arbeit fort. Es entstanden in den Jahren bis 1930 zahlreiche Kompositionen für Violine oder Klavier solo bzw. Kammermusik- oder Orchesterwerke, von denen viele ganz offenbar auf ihre eigenen Bedürfnisse als Konzertpianistin und –geigerin ausgerichtet waren und selbstverständlich Eingang in ihr Repertoire fanden. Dazu zählen besonders die Violinsonaten und –capricen, die Klaviersonaten oder ihr Concerto für Violine solo und das erste Klavierkonzert.


    1919 hatte sie den expressionistischen Maler Walter Gramatté kennen gelernt, den sie im folgenden Jahr heiratete. Unerwartete Schwierigkeiten bereitete dem Paar v. a. die Suche nach einer Wohnung, die ihnen beiden ungestörtes künstlerisches Arbeiten ermöglichen würde. Nach zahlreichen vergeblichen Versuchen und Fehlschlägen und auch aufgrund finanzieller Schwierigkeiten entschieden sich die beiden 1924, nach Spanien zu gehen. Bis 1926 lebten sie in Barcelona, eine Zeit, in der Sophie-Carmen Eckhardt-Gramatté das ungestörte und sorgenfreie Komponieren genoss (vgl. von Zadow 2011, S. 204). Das Paar reiste viel und pflegte Kontakte zu anderen Künstlern, so z. B. zu Pablo Casals, der seit dieser Zeit ein großer Verehrer Sophie-Carmen Eckhardt-Gramattés und ihrer Kompositionen war (vgl. Aussage über Eckhardt-Gramatté durch Casals in Carruthers 1998, S. 27, und Abbildung einer gewidmeten Fotografie in Eckhardt 1985, S. 125).

    Eine Konzerttournee mit dem Pianisten Edwin Fischer fand 1925 in Deutschland statt. 1926 gingen die Gramattés nach Berlin zurück, wo sie sich endlich dauerhaft niederlassen konnten. 1927 folgte eine Konzertreise nach Spanien und Nordafrika, und Walter Gramattés Werke wurden in Berlin ausgestellt, doch trotz des sich allmählich einstellenden Erfolgs blieb die finanzielle Situation schwierig. Gleichzeitig verschlechterte sich ab 1928 der Gesundheitszustand Walter Gramattés zusehends, am 9. Februar 1929 starb er an Tuberkulose.


    Der Tod ihres Mannes traf Sophie-Carmen Eckhardt-Gramatté hart. Eine für das Frühjahr 1929 geplante Konzertreise nach Philadelphia und Chicago mit den Dirigenten Leopold Stokowski und Friedrich August Stock fand zwar im November desselben Jahres statt, danach aber zog sie sich aus der Öffentlichkeit zurück, komponierte kaum noch und widmete ihre Zeit v. a. dem Erhalt der Werke ihres verstorbenen Mannes.

    Unterstützung erhielt sie dabei durch den Kunsthistoriker und Autor Ferdinand Eckhardt, der sich 1930 zunächst im Rahmen von Recherchen für einen Zeitschriftenartikel über Berliner Grafiker der Nachkriegszeit an sie gewendet hatte. Ein Ergebnis der gemeinsamen Arbeit an Walter Gramattés Nachlass war eine Gedenkausstellung, die 1932 in Hamburg eröffnet wurde und danach in mehreren Städten in ganz Deutschland zu sehen war. Die immer enger werdende Beziehung zwischen Sophie-Carmen Eckhardt-Gramatté und Ferdinand Eckhardt führte 1934 zur Heirat.


    Nach 1933 wurde Walter Gramattés künstlerische Arbeit von den Nationalsozialisten als „entartete Kunst“ verunglimpft, so dass die Ausstellung geschlossen werden musste. Auch Sophie-Carmen Eckhardt-Gramatté hatte zunehmend Schwierigkeiten, Auftritts- bzw. Aufführungsmöglichkeiten für ihre Werke zu finden. Ihre kompositorische Arbeit verfolgte sie aber nach wie vor und nahm ab 1936 auch Unterricht bei Max Trapp, mit dem sie v. a. an Instrumentation und Satztechnik arbeitete (Eckhardt 1985, S. 82f).


    Durch die berufliche Entwicklung bei Ferdinand Eckhardt, der seit 1933 für das Unternehmen Bayer arbeitete, ergab sich im Juni 1939 die Möglichkeit, nach Wien zu ziehen. Gute Kontakte bestanden in der ersten Zeit nach Breslau, wo in den kommenden Jahren mehrere Uraufführungen von Eckhardt-Gramattés Werken stattfanden, z. B. das erste Streichquartett (1939), die erste Symphonie (1942) und das zweite Streichquartett (1943).

    Diese Werke stehen beispielhaft für die grundsätzliche Veränderung in Eckhardt-Gramattés kompositorischem Schaffen dieser Zeit, die von solistischen Werken hin zu Kammermusik bzw. zu größeren Instrumentalbesetzungen führt. In dieser Zeit der kompositorischen Produktivität gingen die Auftritte als Konzertgeigerin und -pianistin immer stärker zurück, Eckhardt-Gramatté führte nun nur noch ihre eigenen Werke auf.

    Trotz des Krieges entwickelten sich Kontakte ins Wiener Gesellschafts- und Musikleben, Sophie-Carmen Eckhardt-Gramatté unterrichtete, komponierte und veranstaltete Hauskonzerte. Nach Kriegsende intensivierten sich diese Aktivitäten und es fanden immer mehr Aufführungen ihrer Werke statt. 1945 wurde sie Mitglied der wiedergegründeten Internationalen Gesellschaft für Neue Musik, erhielt mehrere Preise für ihre Kompositionen und wurde 1950 im Rahmen der ersten Verleihung des Österreichischen Staatspreises nach dem Krieg ausgezeichnet (Carruthers 1998, S. 34; detaillierte Erwähnung von Preisen auch bei Kreyszig 2001, Sp. 67f). Mehrere Auftragskompositionen zeugen von der zunehmenden Wahrnehmung und Wertschätzung ihrer Arbeit.

    1953 wurde Ferdinand Eckhardt, der nach Kriegsende wieder in den Bereich der Museumsarbeit zurückgekehrt war, die Leitung der Winnipeg Art Gallery in Kanada angeboten. Obwohl S C Eckhardt-Gramatté, wie sich die Künstlerin inzwischen nannte, damit ein lebendiges Netzwerk von Musikkontakten in Europa und besonders in Wien zurücklassen musste, ging das Paar Ende 1953 nach Kanada. Durch kammermusikalische Aktivitäten und Unterricht entstanden auch hier bald vielfältige Verbindungen ins Musikleben von Winnipeg und in der Region Manitoba. Eine wichtige Rolle spielten auch die Kontakte zur University of Manitoba in Winnipeg und zur School of Music an der Brandon University. Die Beziehungen nach Europa und besonders nach Wien blieben ebenso lebendig und wurden in den kommenden zwei Jahrzehnten auf mehreren ausgedehnten Europareisen gepflegt.


    Ab 1960 war Sophie-Carmen Eckhardt-Gramatté ganz in den Musikbetrieb Kanadas integriert. Kompositionsaufträge, ihre rege Lehrtätigkeit für Klavier und Geige und immer zahlreicher werdende Aufführungen ihrer Werke in ganz Nordamerika zeugen davon. Wichtige SchülerInnen waren Deidre Irons und Emmanuel Ax, Klavier. Ebenso suchten KollegInnen wie die Cellistin Peggie Sampson, Professorin für Cello an der University of Manitoba, oder Lorne Watson, Klavierdozent und Leiter der School of Music an der University of Brandon, den fachlichen Austausch mit ihr. Letzterer war insbesondere an der von ihr entwickelten Klaviertechnik interessiert und behandelte diese u.a. in seiner Dissertation (Watson, Lorne: Cadences in Debussy’s preludes, book I and II; and, the E-Gré piano technique. Thesis (D. M. A.), Indiana University, 1976).

    Diese durch wachsende Wahrnehmung und Anerkennung ihrer kompositorischen Arbeit geprägte Phase wurde durch mehrere Ehrungen begleitet: 1961 und 1966 wurde sie im Internationalen Kompositionswettbewerb der GEDOK Mannheim/Ludwigshafen ausgezeichnet, 1970 verlieh ihr die Brandon University die Ehrendoktorwürde, und die Österreichische Regierung ehrte sie im selben Jahr als Professorin h. c. (Kreyszig 2001, Sp.68).


    Während einer Europareise 1974 mit ihrem Ehemann verunglückte Sophie-Carmen Eckhardt-Gramatté bei einer Busfahrt in Stuttgart und verstarb am 2. Dezember 1974 an den Folgen der Verletzung. Sie wurde in Berlin-Wilhelmshagen neben ihrem ersten Ehemann Walter Gramatté und ihrer Mutter Catharina de Fridman, geb. Kotschewskaja, beigesetzt.

    Würdigung

    Sophie-Carmen Eckhardt-Gramatté war als Komponistin, Geigerin und Pianistin eine außergewöhnliche Erscheinung. Zeitlebens verfolgte sie mit Entschiedenheit ihren Weg als Künstlerin, insbesondere als Komponistin, und verstand dies ganz selbstverständlich als ihren Beruf. In ihren Ehemännern Walter Gramatté und Ferdinand Eckhardt traf sie dabei auf Weggefährten, die sie in ihrer künstlerischen Arbeit unterstützten.

    Ihre Fähigkeiten als Komponistin entwickelte sie den bisherigen Kenntnissen zufolge hauptsächlich autodidaktisch. Außer den Studien 1936 bei Max Trapp in Berlin fehlen Hinweise auf weiteren Kompositionsunterricht. Besonders ihre Werke drücken eine Eigenständigkeit aus, die eine Zuordnung zu einer bestimmten Schule oder Strömung des 20. Jahrhunderts erschwert. Zwar bezog sie sich etwa auf die Zwölftontechnik oder verwendete serielle Verfahren, diese legte sie aber immer nach eigenen Vorstellungen aus und ordnete sie ihren ästhetischen Ideen unter. Sowohl Carruthers als auch Kreyszig machen vier verschiedene Stilrichtungen in Eckhardt-Gramattés Gesamtwerk aus, wobei Carruthers chronologisch angeordnete „Schaffensperioden“ annimmt (Carruthers 1998, S. 42ff), während Kreyszig von „sich deutlich voneinander durch Stildifferenzierungen abhebende[n] Kompositionsrichtungen“ spricht (Kreyszig 2001, Sp. 70f).

    Rezeption

    Eine Besonderheit in der Rezeption stellt der immense Einsatz Ferdinand Eckhardts für Werk und Wirkung seiner Frau dar. Nach deren Tod war es sein Anliegen, ihre Werke zugänglich zu machen und die Erinnerung an sie als Komponistin und Musikerin lebendig zu halten. Dazu gehörte v. a. die Gründung der Eckhardt-Gramatté Foundation 1982, die bis heute besteht und durch ihr umfangreiches Archiv, sowie durch Kulturförderung, Tonaufnahmen, Ausstellungen und eigene Veröffentlichungen das künstlerische Werk von Sophie-Carmen Eckhardt-Gramatté und ihrem ersten Ehemann Walter Gramatté pflegt. Auch Ferdinand Eckhardt selbst ist inzwischen Gegenstand der Aktivitäten der Stiftung.

    Ferdinand Eckhardt beschäftigte sich intensiv mit dem Nachlass seiner Frau. Er verfasste zahlreiche systematische Aufstellungen zu ihren Werken, so z. B. eine Zusammenstellung aller zu einem Werk verfügbaren Informationen (Daten und Angaben zu Entstehung, UA, Besetzung, verschiedenen Fassungen, Drucklegung, Tonaufnahmen etc.). Auch das Werkverzeichnis geht auf ihn zurück, außerdem fertigte er maschinenschriftliche Abschriften von Briefen und Auszüge aus Notizbüchern und Kalendern seiner Frau an. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit war das Verfassen einer ausführlichen Biografie, für die er umfangreiche Nachforschungen u.a. über Eckhardt-Gramattés Geburt und frühe Kindheit anstellte und die 1985 unter dem Titel „Music from within“ erschien. Zu Ferdinand Eckhardts Bemühungen gehörte es auch, eine repräsentative Auswahl an Dokumenten nach Europa zu geben. So stellte er Ende der 1970er Jahre der Musikabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin ein Konvolut von Notenausgaben, Briefabschriften, Tonaufnahmen, Fotos und Druckerzeugnissen zur Verfügung.


    Eckhardts Engagement in der Nachlasspflege hat zum einen eine bemerkenswert breite Quellenlage geschaffen. Zum anderen haben seine eigenen Veröffentlichungen und beispielsweise die getroffene Auswahl der Dokumente für Berlin einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Darstellung der Künstlerin Sophie-Carmen Eckhardt-Gramatté gehabt. Die Betonung liegt deutlich auf ihrer Tätigkeit als Komponistin, während ihre Aktivitäten als ausübende und durchaus erfolgreiche Instrumentalistin in den Hintergrund treten.


    Anders als in Europa ist Sophie-Carmen Eckhardt-Gramatté in Nordamerika und besonders in Kanada nach wie vor eine regelmäßig aufgeführte Komponistin. Aufnahmen von Konzertveranstaltungen Studierender der University of Manitoba und der School of Music an der Brandon University belegen, dass ihre Werke gerade auch in der Ausbildung junger Musikerinnen und Musiker einen selbstverständlichen Platz einnehmen. Auch die aktuellsten Aufnahmen ihrer Werke stammen fast alle aus Kanada.

    Wie die aufführungspraktische Rezeption so ist auch die wissenschaftliche Beschäftigung mit ihrem Schaffen in Nordamerika und besonders in Kanada reger als in Europa. Mehrere wissenschaftliche Qualifikationsarbeiten beschäftigten sich mit ihr und speziellen Aspekten ihrer Kompositionen.

    Werkverzeichnis

    Das ausführliche Werkverzeichnis kann bei der Eckhardt-Gramatté Foundation Winnipeg als Dokument heruntergeladen werden. http://www.egre.mb.ca/sc/index.html

    Repertoire

    Wichtigster und größter Bestandteil von Eckhardt-Gramattés Repertoire als Geigerin und Pianistin waren ihre eigenen Kompositionen, von denen sie sehr viele selbst uraufführte.



    Ihr Repertoire von Werken anderer Komponisten umfasste v. a. Kammermusikwerke und nur wenige Instrumentalkonzerte mit Orchester. Die hier aufgeführten Werke sind eine Auswahl anhand von Konzertprogrammen und Hinweisen in der Literatur; eine systematische Auswertung des Repertoires steht noch aus.


    Violine:

    Johann Sebastian Bach, Sonaten und Partiten für Violine solo. – Besonders die Chaconne aus der 2. Partita in d-Moll BWV 1004 war ein wichtiges und häufig gespieltes Werk und ist das einzige Werk eines anderen Komponisten, von dem eine Tonaufnahme von Eckhardt-Gramatté als Interpretin bekannt ist (vgl. Diskografie, LP bei Discopaedia 1980).


    Wolfgang Amadeus Mozart, Sonaten für Violine und Klavier; auf der Konzertreise mit Edwin Fischer 1925 z. B. KV 526 A-Dur.


    Ludwig van Beethoven, Violinsonaten; besonders Op. 47 Nr. 9 A-Dur „Kreutzer-Sonate“.


    Pablo de Sarasate, Zigeunerweisen.


    Niccolò Paganini, Capricen. – Von den Capricen 1, 16, 19 und 24 schuf Eckhardt-Gramatté um 1918 eigene Bearbeitungen für Violine und Klavier. 1928 entstanden Bearbeitungen für Orchester (Capricen 1 und 16), für Violine und Orchester (Capricen 16, 17 und 24), sowie für Klavier solo (Caprice 16).


    Max Bruch, Schottische Phantasie für Violine und Orchester, auch in einer Fassung für Violine und Klavier.


    Klavier:

    Johann Sebastian Bach, Konzert c-Moll für zwei Cembali (Klaviere) und Orchester BWV 1060; auf der Konzertreise mit Edwin Fischer 1925.


    Ludwig van Beethoven, Klaviersonaten, besonders Nr. 23 f-Moll Op. 57 „Appassionata“.


    Werke von Frédéric Chopin, Franz Liszt und Anton Rubinstein.

    Quellen

    Archive


    Nachlass bei der Eckhardt-Gramatté Foundation in Winnipeg/Kanada.

    Dieser wurde zum Teil bereits an die „Archives of Manitoba“ übergeben.


    Teilnachlass in der Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, Musikabteilung mit Mendelssohnarchiv. Es handelt sich hier größtenteils um Kopien bzw. Abschriften von Dokumenten, außerdem eine große Anzahl Fotos und Tonbänder bzw. Schallplatten. Des Weiteren ist die Gesamtausgabe der Werke, einige Faksimiles und Originalhandschriften von Kompositionen sowie seltener zugängliche Literatur wie z. B. die Dissertation von Carruthers enthalten.


    Weitere Dokumente: Library and Archives Canada.



    Primärliteratur


    Eckhardt, Ferdinand: Music from within: A biography of the composer S C Eckhardt-Gramatté. Ed. Gerald Bowler. Winnipeg: University of Manitoba Press, 1985.


    Eckhardt, Ferdinand: Walter Gramatté. Eine Auswahl seiner Briefe. Berlin: Brücke-Museum, 1982 (Brücke-Archiv. 12).


    Eckhardt-Gramatté, Sophie-Carmen: Modern Music. In: The Manitoba Arts Review, 1957/58. S. 4–7.



    Primärliteratur (unveröffentlicht)


    Calwaire, Catherine [Catharina de Kochevskaia]: Comment et pourquoi Sophie Carmen Friedman vint au monde. 2 Vols. Selbstverlag, 1922. – Auch als: Kalwähr, Catherine: Wie und warum Sophie Carmen Friedman zur Welt kam.


    Eckhardt, Ferdinand: Aus meinem Leben. Hg. von Erika Fürst. Unveröffentlichte Memoiren. 1992.


    Eckhardt, Ferdinand: Das Leben der Komponistin S. C. Eckhardt-Gramatté. 1977. – 1. Fassung in Deutsch, Englisch und Französisch; 2. Fassung in Deutsch; 3. Fassung: Überarbeitung der 2. Fassung; 4. Fassung mit Korrekturen von Elisabeth Rehwald.


    Eckhardt, Ferdinand: The life of the composer S. C. Eckhardt-Gramatté. Erste Übersetzung der 1. Fassung von „Das Leben der Komponistin S. C. Eckhardt-Gramatté“ durch Verena Catikkas, Bob Hubbard, Elke May, Margarit Roger u. a. 1979-81. Endgültige Fassung der Übersetzung: 1981.


    Eckhardt, Ferdinand: Tragik und Schicksal der Sophie-Carmen Eckhardt-Gramatté. 1977.



    Sekundärliteratur


    Carruthers, Glen Blaine: Sophie-Carmen Eckhardt-Gramatté. „Eine Musikerin von Gottes Gnaden“. In: Annäherung IX – an sieben Komponistinnen. Mit Berichten, Interviews und Selbstdarstellungen. Clara Mayer (Hg.). Kassel: Furore Verlag, 1998 (= Furore Edition. 894). S. 25–52.


    Decock, Murray Lloyd: The piano sonatas of Sophie-Carmen Eckhardt-Gramatté. Originally presented as the author’s thesis (D.M.A. - University of Maryland, 1995). Ann Arbor, Mich.: UMI Dissertation Services, 1997.


    Koller-Glück, Elisabeth: Musikerin von Gottes Gnaden. In: Niederösterreichische Kulturberichte, 2 (1993). S. 18–20.


    Roger, Dieter: Eckhardt-Gramatté Gedenkschrift für das Familiengrab in Berlin-Wilhelmshagen. Ein internationales Jahrhundert in Kunst und Musik. English excerpts. Winnipeg: Roger, 2000.


    Schwartz, Linda: A centenary profile of Sophie-Carmen Eckhardt-Gramatté (1899-1974): Her development as seen in her piano sonatas. In: International Alliance of Women in Music Journal, 5,1 (1999). S. 2–7.


    Simek, Ursula: Österreichische Komponisten des 20. Jahrhunderts: Sophie-Carmen Eckhardt-Gramatté. In: Österreichische Musikzeitschrift, Bd. 48, Nr. 7/8 (1991). S. 379.


    von Zadow, Natalie: „... weil ich gerade hier so herrliche Ruhe habe“ – Arbeitsbedingungen der Geigerin und Komponistin Sophie-Carmen Eckhardt-Gramatté zur Entstehungszeit des „Grand Concerts“ für Violine Solo. In: „... mein Wunsch ist, Spuren zu hinterlassen...“ Rezeptions- und Berufsgeschichte von Geigerinnen. Carolin Stahrenberg und Susanne Rode-Breymann (Hg.). Hannover: Wehrhahn, 2011 (= Beiträge aus dem Forschungszentrum Musik und Gender. 1). S. 196–206.


    Weissweiler, Eva: Komponistinnen aus 500 Jahren: Eine Kultur- und Wirkungsgeschichte in Biographien und Werkbeispielen. Frankfurt a. M.: Fischer Taschenbuch, 1981. S. 376f.


    Weissweiler, Eva: Komponistinnen vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Eine Kultur- und Wirkungsgeschichte in Biographien und Werkbeispielen. Überarb. Neuausg. des 1981 erschienenen Bandes „Komponistinnen aus 500 Jahren“. München: Deutscher Taschenbuch Verlag, 1999. S. 10, 376 und 395f.



    Wissenschaftliche Arbeiten (unveröffentlicht)


    Carruthers, Glen Blaine: Career and compositions of S. C. Eckhardt-Gramatté. Thesis (M. A.), Institute of Canadian Studies, Carleton University Ottawa, 1981.


    Choi, Helen: The solo piano works of S. C. Eckhardt-Gramatté. Dissertation (M. mus.), Royal College of Music London, 1988.


    Kollmar, Ulrike: Sophie-Carmen (Sonia) Eckhardt-Gramatté: Ausgewählte Analysen ihrer Klaviermusik. Magisterarbeit, Eberhard-Karls-Universität Tübingen, 1994.


    Lotoski, Avila Karin: An analytic method for motion quality: A study of S. C. Eckhardt-Gramaté’s six Caprices for piano. Thesis (M. A.), The University of Regina, 2008. – Mikrofiche-Version: Ottawa: Library and Archives Canada, 2009.


    Wacker, Lori Jane: Motivic form and function in the late works of S. C. Eckhardt-Gramatté. Thesis (Ph. D.), Indiana University, 2000.


    Watson, Lorne: Cadences in Debussy’s preludes, book I and II; and, the E-Gré piano technique. Thesis (D. M. A.), Indiana University, 1976.



    Nachschlagewerke (Auswahl)


    Baker’s Biographical Dictionary of Music and Musicians. 8th Ed. Rev. by Nicolas Slonimsky. New York: Schirmer Books, 1992. S. 478.


    Cohen, Aaron I.: International Encyclopedia of Women Composers. 2nd ed., revised and enlarged. Vol. 1 A-Sai. New York, London: Books & Music (USA) Inc., 1987. S. 213.


    Deutsche Biographische Enzyklopädie der Musik. Bearb. von Bruno Jahn. Bd. 1 A-R. München: Saur Verlag, 2003. S. 186.


    Harten, Uwe: Sophie-Carmen Eckhardt-Gramatté. In: Österreichisches Musiklexikon. Rudolf Flotzinger (Hg.). Bd. 1 Abbado-Fux. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 2002. S. 358.


    Hellwig-Unruh, Renate: Sophie-Carmen Eckhardt-Gramatté. In: Komponisten der Gegenwart. Online-Version über www.munzinger.de (Zugriff nur mit Lizenz, z. B. über Bibliotheken).


    Jones, Gaynor G.: Sophie-Carmen Eckhardt-Gramatté. In: The New Grove Dictionary of Music and Musicians. 2nd Ed. Stanley Sadie, John Tyrell (Ed.). Vol. 7 Dàn trank to Egüés. New York: Oxford University Press, 2001. S. 867–868.


    Kreyszig, Walter: Sophie-Carmen Eckhardt-Gramatté. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Allgemeine Enzyklopädie der Musik, begründet von Friedrich Blume. 2., neubearb. Ausgabe. Ludwig Finscher (Hg.). Personenteil Bd. 6 E-Gra. Kassel, Basel, London, New York, Prag: Bärenreiter; Stuttgart, Weimar: Metzler, 2001. Sp. 66–73.


    Olivier, Antje und Karin Weingart-Perschel: Komponistinnen von A-Z. Düsseldorf: Tokkata Verlag für Frauenforschung, 1988. S. 107–108.


    Olivier, Antje und Sevgi Braun: Komponistinnen in 800 Jahren. Essen: Sequentia Verlag, 1996. S. 129–131.


    Riemann Musiklexikon. Hg. von Carl Dahlhaus. Ergänzungsband Personenteil A-K. Mainz: B. Schott’s Söhne, 1972. S. 308.



    Ausstellungskataloge


    27 x Sonia: Portraits by Walter Gramatté. Watercolour, woodcuts, etchings, dry points. Exhibition held at the University of Winnipeg Gallery, January 16 – February 15, 1992. Ed. Sarah M. McKinnon. Winnipeg: University of Winnipeg, 1992.


    Kompositionen auf Papier: Malerei und Musik von Frauen heute. Bundesausstellung der GEDOK in Heidelberg 10. Juni bis 8. Juli 1988. Hg.: GEDOK, Ortsgr. Heidelberg, bearb. von Sabine Fischer. Heidelberg: Brausdruck, 1988.


    The Eckhardts in Winnipeg: A cultural legacy. 11.1. – 3.5.1987 Winnipeg Art Gallery. Ed by Tiana Korchak. Winnipeg, Manitoba: Winnipeg Art Gallery, 1987.



    Tonaufnahmen (je Kategorie absteigend chronologisch geordnet)


    CD

    Unaccompanied. [Werke für Violine solo von Bach, Ysaye, Eckhardt-Gramatté, Milstein u. a.] Ioan Harea, Violine. Ottawa: Dark Slippy Records, 2005. – Enth. Werk: Caprice No. I „Die Kranke und die Uhr“.


    Fin de siècle: Klaviermusik österreichischer Komponistinnen. Sigrid Trummer, Klavier. Wien: Re Nova Classics (Strasshof), 4/4-Verlag, 2005 (= Frauentöne. 5). – Enth. Werk: Caprice No. V „Meeresmuschel“ aus Capricen I-VI.


    Alexander Tselyakov live at the Lorne Watson concert hall, Brandon University: A 20th century piano album. Alexander Tselyakov, Klavier. Toronto: Golomb Records, 2004. – Enth. Werk: Caprice No. VI.


    Caprice [Capricen und Capriccios div. Komponisten und Komponistinnen]. Sylvia Shadick-Taylor, Klavier. Edmonton: Arktos, 2004. – Enth. Werk: Caprice No. I „Portrait F. E.“.


    A Canadian piano album. Allen Reiser, Piano. Calgary: Signal Works Music, 2001. – Enth. Werk: „V“ – Valse chromatique.


    Sophie-Carmen Eckhardt-Gramatté, Gary Kulesha: 13 Canadian Caprices. Jasper Wood, Violine. Montreal: Analekta, 1999. – Enth. Werk: 10 Capricen für Violine solo. Diese Aufnahme der 10 Capricen wurde wiederveröffentlicht auf: Les grands interprétes canadiens/The finest Canadian musicians [div. Komponistinnen und Komponisten; div. Interpretinnen und Interpreten]. Montreal: Analekta/Musicdor, 2000.


    A centenary celebration. S. C. Eckhardt-Gramatté, Klavier, Hans Weber, Klavier, Ernst Kunwald, Klavier, Anton Kuerti, Klavier u. a.. 2 CDs. Winnipeg: Eckhardt-Gramatté Foundation, 1999. – Enth. Werke: S. C. Eckhardt-Gramatté composing at the piano: excerpt of the composer working on an orchestral composition (possibly Manitoba Symphony); Piano Sonata No. V; Markantes Stück fort wo pianos and orchestra; Piano Concerto No. I; Vier Weihnachtslieder (choir); Symphony-Concerto for piano and orchestra; Triple Concerto; Molto Sostenuto (string orchestra)


    Eckhardt-Gramatté: Works for solo violin. Nandór Szederkenyi, Violine. O. O., Karpatia, 1999.


    Canadian music for clarinette/Musique canadienne pour clarinette. James Mark, Klarinette, Penelope Mark, Klavier, Michel Dechénes, Perkussion. Sackville, O. O.: J. & P. Mark, 1999. – Enth. Werk: „Ruck-Ruck“ Sonata.


    Canadian music for chamber orchestra: Andrew P. MacDonald, Sophie-Carmen Eckhardt-Gramatté, Andrew Matthews. David Stewart, Violine, Vincent Ellin, Fagott, Manitoba Chamber Orchestra, Simon Streatfeild. Djursholm/SWE: BIS, 1995. – Enth. Werk: Fagott Konzert.


    The six Caprices and other works for piano. Megumi Masaki plays Eckhardt-Gramatté. Megumi Masaki, Klavier. Winnipeg: Eckhardt-Gramatté Foundation, 1992.


    S. C. Eckhardt-Gramatté: The six Piano Sonatas. Marc-André Hamelin, Klavier. 2 CDs. Winnipeg: Eckhardt-Gramatté Foundation, 1991. – Auch bei Altarus Records/GB, 1991.


    Tchaikovsky, Glinka, Eckhardt-Gramatté. Winnipeg Symphony Orchestra, Kazuhiro Koizumi. Toronto: CBC Records, 1990. – Enth. Werk: Capriccio concertante for Orchestra.


    LP

    Sophie-Carmen Eckhardt-Gramatté: 10 Caprices for violin solo 1924-1934. Francis Chaplin, Violine. Toronto: Discopaedia, 1986.


    Vancouver Symphony Orchestra, Mario Bernardi. Toronto: CBC, Centrediscs, 1986 (= Canadian Classics Vol. 1). – Enth. Werk: Molto Sostenuto.


    Concertino for cello and piano [by Eckhardt-Gramatté; also a work by B. Britten]. Dorothy Bishop,Violoncello, Delores Jerde Keahey, Klavier. Ontario: Discopaedia, ca. 1985. – Auch: Toronto: Jubal, ca. 1986.


    Romantic works. S C Eckhardt-Gramatté, Robert Schumann, Frederic Chopin. Irmgard Baerg, Klavier. Winnipeg: Eckhardt-Gramatté Foundation, zwischen 1985 und 1988. – Enth. Werke: Nocturne; Boîte à surprise; Introduction and variations on a theme from my childhood.


    Anthologie de la musique canadienne/Anthology of Canadian Music, Vol. 21: S. C. Eckhardt-Gramatté. Div. Interpreten, u. a. Eckhardt-Gramatté. 5 Schallplatten. Montreal: Radio Canada International, 1985. – Inkl. einer Dokumentation über die Komponistin von Lorne Watson auf Schallplatte 1.


    [Music for Brass Ensemble by] Sophie-Carmen Eckhardt-Gramatté, John Weinzweig, Oskar Morawetz, Walter Buczynski, Jean Papineau-Couture, John Beckwith, Steven Gellman, James Montgomery. Composer’s Brass Group with assisting instrumentalists. 2 Schallplatten. Toronto: Music Gallery Editions, 1981 (= Canadian Anthology, Vol. 1). – Enth. Werk: Fanfare.


    Bach, Eckhardt-Gramatté. Sophie-Carmen Eckhardt-Gramatté, Violine. Toronto: Discopaedia, 1980 (= Masters of the bow, vol. 4). – Enth. Werke: Johann Sebastian Bach, Chaconne aus Partita No. II d-Moll; Eckhardt-Gramatté: Concerto for solo violin.


    E. Gré plays E. Gré. Eckhardt-Gramatté performing her own works. Private and unreleased recordings and international broadcast performances. Recorded 1932-1969. 4 Schallplatten. Winnipeg: Tri-Art Edition; Toronto: Discopaedia, zwischen 1974 und 1981. – Enth. Werke: LP 1: Piano Sonatas No. I-III; LP 2: Piano Sonatas No. IV and V; Piano Caprices No. II-V; LP 3: Violin Caprices No. I, IV-VII, IX and X; Violin Suite No. III; Violin Duo No. I; LP 4: Duo concertante for flute and violin; Markantes Stück fort wo pianos and orchestra; Ruck-Ruck Sonate for clarinet and piano; Berceuse for flute and piano; Presto No. I and II for flute and piano.


    W. A. Mozart: Symphony No. 38 D Major, KV 504; Sophie-Carmen Eckhardt-Gramatté: Triple Concerto for trumpet, clarinet, bassoon and orchestra. National Arts Centre Orchestra, Mario Bernardi. CBC/Société Radio Canada, 1976.


    Eckhardt-Gramatté: Symphony Concerto for piano and orchestra. Anton Kuerti, Klavier, CBC Festival Orchestra, Alexander Brott. O. O.: RCA Victor, 1968.


    Sophie-Carmen Eckhardt-Gramatté: Duo Concertante for cello and piano; Suite No. 6 „Drei Klavierstücke“. Peggie Sampson, Violoncello, Deidre Irons, Klavier. Montreal: CBC Radio Canada, RCA Victor, zwischen 1960 und 1967 (= Music and Musicians of Canada, Vol. 12).


    Kassette/Tonband

    Jared Erhardt, Violine [Aufnahmen im Rahmen eines M. Mus. Abschlusses]. Thesis (M. Mus.), 1992. – Enth. Werk: Caprice No. IX „Chestnut hill at night“.


    Barcarolle in F-sharp Major op. 60, Frederic Chopin [Klavierwerke von Chopin, Liszt und Eckhardt-Gramatté]. Karin Redekopp Edwards, Klavier. Winnipeg: Eckhardt-Gramatté Foundation, 1990. – Enth. Werke: Piano Sonata No. I und V; Danse de Nêgre.


    February Suite. Works for violin and piano. [Werke von Eckhardt-Gramatté und Robert Turner] Jack Glatzer, Violine, Delores Jerde Keahey, Klavier. Winnipeg: Eckhardt-Gramatté Foundation, 1990. – Enth. Werk: February Suite.


    Pieces from my childhood. Div. Klavierstudierende; Textbeiträge von Lorne Watson und Ferdinand Eckhardt. Winnipeg: Eckhardt-Gramatté Foundation, 1989. – Inkl. einer Einleitung, einer Biographie und eines Interviews mit F. Eckhardt.


    Music for two pianos. Stravinsky, Eckhardt-Gramatté. Laurie Duncan, Chester Duncan, Klavier. O. o., Canzona, 1989. – Enth. Werk: Passacaglia and Fugue.


    Basic cassette series. Various performers and performing groups. 24 Kassetten/Tonbänder. Winnipeg: Eckhardt-Gramatté Foundation, 1987. – Enth. Werke: Kass. 1: Symphony No. I; Kass. 2: Symphony No. II; Markantes Stück (two pianos and orchestra); Kass. 3: Bassoon Concerto; Capriccio concertante; Passacaglia and Fugue; Kass. 4: Piano Concerto No. I; Concerto for Orchestra; Kass. 5: Piano Concerto No.V; Kass. 6: Triple Concerto; Ruck-Ruck Sonata; Kass. 7: String Quartet No. I; Kass. 8: String Quartet No.II; Kass. 9: String Quartet No. III; Piano Trio; Kass. 10: Wind Quartet; Woodwind Quintet; Trio for flute, Clarinet, Bassoon; Kass. 11: Berceuse; Improvisation; Lagrima; Duo for two cellos; Presto No. II; Ein wenig Musik; Kass. 12: Molto sostenuto; Concertino for strings; Grave Funebre; Fanfare; Kass. 13: Violin Duo No. I and II; Duo for violin and cello; Kass. 14: Duo concertante for flute and violin; Duo concertante for cello and piano; Kass. 15: X Caprices for violin solo; Kass. 16: X Caprices for violin solo; Kass. 17: Suite for violin solo No. II-IV; Concerto for solo violin; Kass. 19: Sonata for piano No. I-III; Kass. 20: Sonata for piano No. IV; Two russian dances; Campanella; Kass. 21: Sonata for piano No. V and VI; Arabeske; Tanz; Tune for a child; Kass. 22: Piano Caprices I-VI; Nocturne; La petite danse a la corde; Kass 23 und 24: S. C. Eckhardt-Gramatté Festival, Winnipeg Art Gallery 1979; Pieces from my childhood. – Kopien aller Kassetten besitzt in Deutschland die Musikabteilung der Staatsbibliothek Berlin.


    Video

    Appassionata. The extraordinary life and music of Sonia Eckhardt-Gramatté. Written and directed by Paula Kelly. DVD mit CD-Rom. O. O.: Buffalo Gal Pictures; Vancouver: Moving Images Distribution, 2006.


    Canadian Women Composers. Written and narrated by Valerie Verity King. The Institute of Women Studies and the Institute of Canadian Studies, Carleton University in association with the School of Continuing Education and Instructional Media Services. VHS-Kassette. Belleair Bluffs, Flor.: Suncoast Media, 1988 (= Through her eyes. Women, culture and creativity. 5). – Komponistinnen: Gena Branscombe, Sophie-Carmen Eckhardt-Gramatté, Violet Archer, Jean Coulthard, Barbara Pentland. Anne Southam.



    Links


    www.egre.mb.ca Internetpräsenz der Eckhardt-Gramatté Foundation in Kanada. Dort finden sich neben Bibliografie, Werkverzeichnis und Diskografie ausgewählte Fotos, Zeitungsausschnitte und Konzertprogramme, sowie Klangbeispiele.


    Weitere Klangbeispiele mit zugehörigen Ausschnitten aus den Noten auf der Internetseite des Canadian Music Centre: http://www.musiccentre.ca/apps/index.cfm?fuseaction=composer.FA_dsp_sample&authpeopleid=182&by=E


    Archives of Manitoba: http://pam.minisisinc.com/pam/search.htm

    Forschung

    Forschungen zu Biografie und Werk aus europäischer Perspektive sollten in jedem Fall auch die in Kanada bei der Eckhardt-Gramatté Foundation, in den Archives of Manitoba und in der Library and Archives Canada vorhandenen Quellen einbeziehen.

    Forschungsbedarf

    Bisher existiert neben der von Ferdinand Eckhardt verfassten Biografie „Music from within“ und der 1981 abgeschlossenen, aber nie im Druck öffentlich erschienenen Dissertation von Glen Blaine Carruthers keine wissenschaftliche biografische Darstellung. Eine wichtige Forschungsleistung wäre in diesem Zusammenhang eine Gegenlektüre von „Music from within“ mit einer vergleichenden Untersuchung der verschiedenen Fassungen dieser Biografie und ihrer Quellen, da „Music from within“ gänzlich ohne Nachweise der Quellen auskommt. Auch die 1998 ins Deutsche übersetzte biografische Darstellung von Carruthers (in „Annäherung IX – an sieben Komponistinnen“) führt so gut wie keine Belege an. Notwendig erscheint daher eine systematische Auseinandersetzung mit den Quellen und deren transparente Einbeziehung in eine wissenschaftliche Darstellung.


    Ein weiterer, bisher kaum beachteter Aspekt von Eckhardt-Gramattés Arbeit ist ihre Tätigkeit als Lehrerin, die sie v. a. in Kanada ausübte. Über von ihr entwickelte spezielle klavier- und violintechnische Ansätze, eine Reihe von pädagogischen Kompositionen und ihre Dozentinnentätigkeit an der Brandon University sind die Informationen bislang rar. Lorne Watson setzte sich zwar in seiner 1976 abgeschlossenen Dissertation mit der Klaviertechnik auseinander, ein von ihm ebenfalls geplantes Buchprojekt zu dieser Thematik wurde aber nicht realisiert.

    Normdaten

    Virtual International Authority File (VIAF): 120745766
    Deutsche Nationalbibliothek (GND): 118835041
    Library of Congress (LCCN): n81075897
    Wikipedia-Personensuche

    Autor/innen

    Natalie von Zadow


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Ellen Freyberg
    Zuerst eingegeben am 27.01.2012


    Empfohlene Zitierweise

    Natalie von Zadow, Artikel „Sophie-Carmen Eckhardt-Gramatté“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 27.1.2012.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Sophie-Carmen_Eckhardt-Gramatté