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  • Sarah Fennings

    von Silke Wenzel
    Namen:
    Sarah Fennings
    Lebensdaten:
    geb. in Essex, England
    gest. nach

    Tätigkeitsfelder:
    Violinistin, Violinpädagogin
    Charakterisierender Satz:

    „I think that we were living in the dark till [Otakar] Sevcik appeared on the horizon, and in the future violin playing will be more of a science as well as an art. It is quite evident from the number of well-known artists as well as amateurs who congregate from all quarters of the globe, that the Prague school leads the way.”


    („Ich denke, wir lebten im Dunkeln, bis [Otakar] Sevčik am Horizont erschien, und in Zukunft wird das Violinspiel ebensosehr Wissenschaft wie Kunst sein. Betrachtet man die Anzahl bekannter Künstler und Amateure, die aus allen Winkeln der Erde dort zusammenkommen, versteht es sich von selbst, dass die Prager Schule den Weg weisen wird.“)


    Sarah Fennings in einem Interview mit B. Henderson, in: „The Strad“, Jg. 16 (1905), S. 315.


    Profil

    Die Geigerin Sarah Fennings studierte zunächt bei Gustav Hollaender und August Wilhelmij und konnte sich bereits während ihres Studiums im britischen Musikleben als Solistin und Kammermusikerin etablieren. Im Alter von 29 Jahren setzte sie ihr Studium bei Otakar Sevčik in Prag fort. Anschließend kehrte sie nach England zurück, widmete sich dort vorwiegend der Musikpädagogik und galt als wesentliche Vertreterin der Sevčikschen Violinmethode in Großbritannien. Ab ca. 1910 bis mindestens 1938 wirkte sie als Professorin am Trinity College in London.

    Orte und Länder

    Sarah Fennings wurde in Essex geboren und wuchs ab dem Alter von zehn Jahren in London auf. Sie studierte an der dortigen Kensington School of Music sowie bei Gustav Hollaender, möglicherweise am Kölner Konservatorium. Von 1902 bis 1904 setzte sie ihr Studium bei Otakar Sevčik in Prag fort und kehrte anschließend nach England zurück. Sie erhielt eine Professur am Londoner Trinity College und unterrichtete zudem wöchentlich in Peterborough, Doncaster, Harrogate, York und Leeds. Von 1928 bis 1934 war sie als Assistentin von Otakar Sevčik an dessen Sommerkursen in Pišek (Tschechien) beteiligt.

    Biografie

    Sarah Fennings wurde 1873 in Essex als Tochter von Richard Sander Fennings, einem Bankmanager, und seiner Frau geboren. Als Kind kam sie nach London und erhielt ab dem Alter von zehn Jahren dort ihre erste musikalische Ausbildung im Fach Violine an der Kensington School of Music, dem heutigen Royal College of Music. Anschließend setzte sie ihr Studium anderthalb Jahre lang bei Gustav Hollaender, möglicherweise am Kölner Konservatorium, fort und beendete es bei August Wilhelmij, der ab 1894 an der Londoner Guildhall School of Music lehrte (vgl. Henderson 1905, S. 314).


    Noch während ihres Studiums bei August Wilhelmij debütierte Sarah Fennings Ende April 1896 mit einem eigenen Konzertabend in der Londoner Queen’s Hall und konnte sich in den folgenden Jahren im Londoner Musikleben als Solistin etablieren. Bei ihrem Debüt spielte sie das Violinkonzert g-Moll (op. 25) von Max Bruch, zwei Sätze aus Edvard Griegs Violinsonate F-Dur (op. 8), eine Transkription August Wilhelmijs von Louis Spohrs „Rose, softly blooming“ sowie einen der „Ungarischen Tänze“ von Johannes Brahms in der Bearbeitung von Joseph Joachim. Die „London Times“ rezensierte: „Miss Fennings, a pupil of Herr Wilhelmj, already has some of the qualities which go to make an artist of repute. Her tone is both sympathetic and full, and her playing is singularly free from all trace of sentimentality.” („Miss Fennings, eine Schülerin von Herrn Wilhelmij, hat bereits einige Fähigkeiten, die sie zu einer bekannten Künstlerin machen werden. Ihr Ton ist angenehm und voll, und ihr Spiel ist auf einzigartige Weise frei von jeglicher Sentimentalität.“; „The Times London“ vom 1. Mai 1896, S. 10) Ein Jahr später, Anfang Mai 1897, gab Sarah Fennings ein weiteres eigenes Konzert in der Londoner Queen’s Hall, bei dem sie u. a. eine Violinsonate A-Dur von Georg Friedrich Händel sowie kleinere Stücke, u. a. von Jean-Marie Leclair spielte (vgl. „The Times London“ vom 8. Mai 1897, S. 6). Im Dezember 1898 trat sie bei einem Konzert des Sängers Charles Copland in der Londoner Steinway Hall auf (vgl. „The Times London“ vom 14. Dezember 1898, S. 10). Bei einem weiteren eigenen Konzert im Juni 1901 in der Londoner St. James’s Hall standen Ludwig van Beethovens Violinkonzert D-Dur (op. 61), wiederum die Violinsonate A-Dur von Georg Friedrich Händel, ein Prélude von Johann Sebastian Bach sowie mehrere kleinere Stücke auf dem Programm (vgl. „The Times London“ vom 17. Juni 1901, S. 16), und im Oktober 1901 beteiligte sich Sarah Fennings an einem Konzert des Sängers Herbert Brown in der Londoner Bechstein Hall, u. a. wiederum mit einem Prélude von Johann Sebastian Bach: „Miss Sarah Fennings played a prelude by Bach for violin and other solos with good tone and expression.“ („Miss Sarah Fennings spielte ein Prélude von Bach für Violine und andere Solostücke ausdrucksvoll und mit schönem Ton.“; „The Times London“ vom 16. Oktober 1901, S. 4)


    Zwischen 1902 und 1904 setzte Sarah Fennings ihr Studium bei Otakar Sevčik in Prag fort und kehrte anschließend nach England zurück. In einem Interview, das sie kurz nach ihrer Rückkehr dem Journalisten B. Henderson gab, berichtete sie über ihren Entschluss, bei Otakar Sevčik zu studieren: „My decision was actually made in a few moments at one of Marie Hall’s concerts, and I felt that I must make every effort to go to Prague. Sir Frederick Cowen was kind enough to write my application fo me, and for two months I suffered tortures of suspense till at last there was a vacancy and I took myself and my fiddle to Bohemia. [...] unquestionable Sevcik is the master for the violin. I worked with him fo a year and a half, and enjoyed every moment of work which before had been a drudgery.” („Mein Entschluss fiel in wenigen Augenblicken bei einem von Marie Halls Konzerten, und ich fühlte, dass ich alles daran setzten musste, um nach Prag zu kommen. Sir Frederick Cowen war so freundlich, mir eine Empfehlung zu schreiben, und ich litt zwei Monate lang entsetzlich an der Ungewissheit, bis letztlich feststand, dass ein Platz frei ist. Ich nahm mich und meine Geige und ging nach Böhmen. [...] fraglos ist Sevčik der Meister der Violine. Ich arbeitete anderthalb Jahre mit ihm und genoss jeden Moment der Arbeit, die vorher eine einzige Schinderei gewesen war.“; Henderson 1905, S. 314)


    Kurze Zeit nach ihrer Rückkehr aus Prag trat Sarah Fennings ein weiteres Mal mit einem Konzert in der Londoner Bechstein Hall auf, bei dem sie u. a. gemeinsam mit dem Pianisten Herbert Freyer Antonín Dvořáks Violinsonate F-Dur (op. 57), das Violinkonzert d-Moll (op. 31) von Henri Vieuxtemps, die „Fantaisie brillante sur ‚Faust‘„ (op. 20) von Henri Wieniawski sowie kleinere Stücke von Johann Sebastian Bach und Wolfgang Amadeus Mozart spielte. Die „London Times“ schrieb über das Konzert: „After [...] a period of further study under Professor Sevcik, Miss Sarah Fennings, a clever violinist, made her reappearance last night at Bechstein-hall. Her performance of Dvorák’s sonata in F, in which she was joined by Mr. Herbert Freyer, was somewhat disappointing; it lacked vigour and interest, as though she was not in sympathy with the music. That she really has a fine technique was shown in Vieuxtemps’s concerto in D minor, played with treat brilliance and with a tone of fuller and better quality than that produced in the first-named work. In these and some short pieces bei Bach, Mozart, and others, and Wieniawski’s ‘Faust Fantasia’ she was very warmly received by the large audience [...].” („Nach einer weiteren Studienphase bei Professor Sevčik trat Miss Sarah Fennings, eine kluge und gewandte Violinistin, gestern Abend erstmals wieder auf. Ihre Wiedergabe von Dvořáks Sonate F-Dur, die sie gemeinsam mit Mr. Herbert Freyer gab, war ein wenig enttäuschend; es fehlte Lebendigkeit und Engagement, als würde ihr die Musik nicht gefallen. Dass sie wirklich über eine ausgezeichnete Technik verfügt, wurde in Vieuxtemps Konzert d-Moll deutlich, das sie mit vergnügter Brillianz und mit einem volleren und qualitativ besseren Ton spielte als das erstgenannte Werk. Mit diesem und auch mit einigen kleineren Stücken von Bach, Mozart und anderen und mit Wieniawskis ‚Faust-Fantasie‘ wurde sie vom Publikum warmherzig empfangen.“; „The Times London“ vom 7. April 1905, S. 11; vgl. auch „The Strad”, Jg. 16 [1905/06], S. 7) Im März 1906 gab Sarah Fennings gemeinsam mit der Sängerin Giulia Ravogli und der Pianistin Vera Margolice ein Konzert in der Londoner Aeolian Hall und spielte dabei u. a. das Violinkonzert g-Moll (op. 25) von Max Bruch („The Times London“ vom 6. März 1906, S. 10). Im Dezember 1907 trat sie in einem Wohltätigkeitskonzert in der Londoner St. James’s Hall auf („The Times London“ vom 3. Dezember 1907, S. 7). Auch in den folgenden Jahren blieb sie im britischen Musikleben präsent. So gab sie z. B. am 10. Juni 1910 ein Konzert im United Arts Club in London, bei dem sie wiederum Max Bruchs Violinkonzert g-Moll sowie kleinere Stücke von Frantisek Alois Drdla, Franz Schubert, Johann Mattheson und Pablo de Sarasate spielte: „A very successful concert was given by Miss Sarah Fennings at the United Arts Club in St. James Street, on June 10th, Miss Fennings displayed her customary ability in the Concerto in G minor by Max Bruch as well as in smaller solos by Drdla, Fr. Schubert, Mattheson and Sarasate. [...] Mme. Gleeson-White, Mr. Charles Copland, and Mr. Fred Upton lent valuable aid, and a pleasant evening’s entertainment was much appreciated by a large and fashionable audience.“ („Ein sehr erfolgreiches Konzert wurde am 10. Juni von Miss Sarah Fennings im United Arts Club in der St. James Street gegeben. Miss Fennings zeigte ihre gewohnten Fähigkeiten im Konzert g-Moll von Max Bruch ebenso wie in kleineren Solostücken von Drdla, F. Schubert, Mattheson und Sarasate. [...] Mme. Gleeson-White, Mr. Charles Copland und Mr. Fred Upton leisteten wertvolle Mithilfe, und die erfreuliche Abendunterhaltung wurde von einem großen und eleganten Publikum genossen.“; „The Strad”, Jg. 20 [1910], S. 84). Am 12. Dezember 1913 konzertierte Sarah Fennings gemeinsam mit dem Organisten Percy Richardson in Leeds und spielte dort u. a. Georg Friedrich Händels Violinsonate A-Dur („The Musical Times“ vom 1. Januar 1914, S. 55). Sie trat am 27. Februar 1914 gemeinsam mit der Pianistin Annie Corrie in Bradford auf, u.a. mit César Francks Violinsonate A-Dur (FWV 8), und gab am 29. Juni 1914 gemeinsam mit der Pianistin Annie Corrie ein Konzert in der Londoner Aeolian Hall (vgl. „The Musical Times“ vom 1. April 1914, S. 267; vom 1. August 1914, S. 542).


    Parallel zu ihrer Laufbahn als Solistin und Kammermusikerin wurde Sarah Fennings vor allem als Violinpädagogin bekannt und dabei besonders als Vertreterin der Otakar Sevčik-Methode in Großbritannien. Im o. g. Interview, das sie 1905 gab, antwortete sie auf die Frage, ob sie gerne unterrichte: „Yes [I’m] extremely fond [of teaching], and I have several very clever pupils, some of whom I am preparing for Prague. Teaching is such interesting work, especially when you have young pupils to train, and I enjoy it as much as solo playing, though of course there is more excitement attached to the latter.” („Ja, ich unterrichte ausgesprochen gerne, und ich habe mehrere gute Schüler, die ich teilweise auch für Prag vorbereite. Zu unterrichten ist eine unglaublich interessante Arbeit, besonders wenn man junge Schüler ausbilden kann, und ich genieße es ebenso wie solistisch zu konzertieren, auch wenn letzteres natürlich mehr Aufregung bietet.“; Henderson 1905, S. 314). Nach der Zukunft des Violinspiels gefragt, gab sie der Überzeugung Ausdruck: „I think that we were living in the dark till Sevcik appeared on the horizon, and in the future violin playing will be more of a science as well as an art. It is quite evident from the number of well-known artists as well as amateurs who congregate from all quarters of the globe, that the Prague school leads the way.” („Ich denke, wir lebten im Dunkeln, bis Sevčik am Horizont erschien, und in Zukunft wird das Violinspiel ebensosehr Wissenschaft wie Kunst sein. Betrachtet man die Anzahl bekannter Künstler und Amateure, die aus allen Winkeln der Erde dort zusammenkommen, versteht es sich von selbst, dass die Prager Schule den Weg weisen wird.“ Henderson 1905, S. 315) In den Jahren 1911/12 publizierte Sarah Fennings eine umfangreiche Serie von Artikeln in der Zeitschrift „The Strad“, in denen sie unter dem Titel „Some Explanatory Notes on Sevcik’s Technical Studies“ die Grundlagen der Sevčik -Methode erläuterte (vgl. Fennings 1911/12).


    Von ca. 1910 bis mindestens 1938 war Sarah Fennings als Professorin für Violine am Trinity College in London angestellt und unterrichtete zudem wöchentlich in den Städten Harrogate, Leeds, Bradford, Sheffield, Nottingham, Peterborough, Doncaster, York und Leicester. In einem ihrer Inserate, das 1921 in der Fachzeitschrift „The Strad“ erschien, hieß es z. B.: „Sevcik Method. Miss Sarah Fennings (Associate of the Philharmonic Society, Professor of Trinity College, W.) [...] has some VACANCIES for a few more PUPILS [...]. Miss Sarah Fennings visits weekly Harrogate, Leeds, Bradford, Sheffield, Nottingham, and Leicester to give Lessons.” („Sevcik-Methode. Miss Sarah Fennings [Mitglied der Philharmonic Society, Professorin des Trinity College, W.] [...] hat ein paar freie Plätze für einige wenige neue Schüler [...]. Miss Sarah Fennings kommt wöchentlich nach Harrogate, Leeds, Bradford, Sheffield, Nottingham und Leicester, um zu unterrichten.“; „The Strad” 32 [1921], S. 39) Sie veranstaltete regelmäßig Konzerte gemeinsam mit ihren Schülerinnen und Schülern. So berichtete z. B. „The Strad” 1913 aus London über ein Konzert, das Sarah Fennings gemeinsam mit ihrer Schülerin Alice Lees und dem Pianisten Ernest Lees gab, und bei dem u. a. Edouard Lalos „Symphonie Espagnole“ (op. 21), Peter I. Tschaikowskys Violinkonzert D-Dur (op. 35) und eine von Christian Sindings Serenaden auf dem Programm standen: „The concert given at Steinway Hall by Miss Sarah Fennings and her pupil Miss Alice Lees served admirably to demonstrate the successful results of Miss Fenning’s teaching. The object of the concert being to introduce Miss Lees to the London public, her share in the programme was naturally the most important. In Lalo’s ‘Symponie Espagnole’ and the first movement of Tschaikovsky’s Concerto in D, the young violinist gave ample proof of a musical talent which has been perfected by thorough training. [...] Miss Fenning’s part of the programme consisted of some small solos which she played with skill and refinement, and she also joined Miss Lees and Mr. Ernest Lees in three movements of Sinding’s interesting Serenade for two violins and piano.” („Das Konzert, das Miss Sarah Fennings und ihre Schülerin Miss Alice Lees in der Steinway Hall gegeben haben, diente in bewunderswerter Weise dazu, die erfolgreichen Ergebnisse des Unterrichts von Miss Fennings zu zeigen. Der Zweck des Konzertes lag darin, Miss Lees dem Londoner Publikum vorzustellen, ihr Anteil am Programm war entsprechend der bedeutendste. In Lalos ‚Symponie Espagnole‘ und dem ersten Satz von Tschaikowskys Konzert D-Dur erbrachte die junge Violinistin den umfassenden Beweis eines musikalischen Talents, das durch sorgfältigen Unterricht perfektioniert worden ist. [...] Miss Fennings’ Anteil am Programm bestand aus mehreren kleineren Solostücken, die sie gekonnt und feinsinnig spielte, und gemeinsam mit Miss Lees und Mr. Ernest Lees gab sie drei Sätze aus Sindings interessanter Serenade für zwei Violinen und Klavier.“; „The Strad”, Jg. 23 [1913], S. 153) Auch am Trinity College veranstaltete Sarah Fennings regelmäßige Schülerkonzerte, wie mehrere Anzeigen in „The Musical Times“ belegen (vgl. z. B. „The Musical Times“ vom 1. Dezember 1922, S. 836; vom 1. Februar 1925, S. 112; vom 1. Mai 1934, S. 400). Zu ihren Schülerinnen und Schülern am Tritinity College in London gehörte z. B. der spätere Geiger und Begründer der London Mozart Players, Harry Blech.


    Von 1928 bis 1934 unterrichtete Sarah Fennings zudem als Assistentin von Otakar Sevčik bei den Sommerkursen, die Sevčik jährlich im tschechischen Pišek abhielt (vgl. Artikel 1938/39).


    Die Sterbedaten von Sarah Fennings sind nicht bekannt. In dem Almanach „The lady’s who’s who” von 1938/39 wurde sie nach wie vor als Professorin des Trinity Colleges ausgewiesen und wohnte zu dieser Zeit am Cavendish Square in London (vgl. Artikel 1939).

    Würdigung

    Sarah Fennings wurde u. a. von August Wilhelmij in London und Otokar Sevčik in Prag ausgebildet und konnte sich anschließend als Solistin und Kammermusikerin im britischen Musikleben etablieren. Der eigentliche Schwerpunkt ihrer Arbeit lag jedoch im violinpädagogischen Bereich. Sarah Fennings spezialisierte sich auf die Otokar Sevčik-Methode und verbreitete sie in Großbritannien. Als Professorin für Violine lehrte sie fast drei Jahrzehnte lang am Londoner Trinity College und gab darüber hinaus wöchentlich Unterricht in weiteren Städten Englands.

    Rezeption

    Die Tätigkeiten von Sarah Fennings werden derzeit nicht rezipiert.

    Werkverzeichnis

    Schriften


    Fennings, Sarah. Some Explanatory Notes on Sevcik’s Technical Studies. In: „The Strad”, Jg. 21 (1911), S. 57ff., 96ff., 130ff., 168ff., 201ff., 237ff., 294ff., 320ff., 363ff., 399ff., 424ff. und in „The Strad, Jg. 22 (1812), S. 6ff., 58ff., S. 86ff., 130ff., 154ff., 207ff.

    Repertoire

    Eine Repertoireliste von Sarah Fennings lässt sich derzeit aufgrund fehlender Forschungen nicht erstellen. Nachgewiesen sind Aufführungen der folgenden Werke:


    Bach, Johann Sebastian. Prélude für Violine (keine Präzisierung möglich)


    Beethoven, Ludwig van. Konzert für Violine und Orchester D-Dur, op. 61


    Brahms, Johannes/Joachim, Joseph. Ungarische Tänze in der Bearbeitung für Violine und Klavier


    Bruch, Max. Konzert für Violine und Orchester g-Moll, op. 25.


    Dvořák, Antonín. Sonate für Violine und Klavier F-Dur, op. 57


    Franck, César. Sonate für Violine und Klavier A-Dur, FWV 8


    Grieg, Edvard. Sonate für Violine und Klavier F-Dur, op. 8


    Händel, Georg Friedrich. Sonate für Violine und Klavier A-Dur


    Sinding, Christian. Serenade (keine Präzisierung möglich)


    Spohr, Louis/Wilhelmij, August. Transkription von „Rose, softly blooming“


    Vieuxtemps, Henri. Konzert für Violine und Orchester d-Moll, op. 31


    Wieniawski, Henri. Fantaisie brillante sur „Faust“, op. 20

    Quellen

    Literatur


    Artikel „Fennings, Sarah”. In: Who’s who in music. H. S. Wyndham (Hg.). 1913 (verfügbar in wbis – world biographical information system).


    Artikel „Fennings, Sarah“. In: A dictionary of modern music and musicians. A. E. Hull (Hg.). 1924 (verfügbar in wbis – world biographical information system).


    Artikel „Fennings, Sarah“. In: The lady’s who’s who. 1938/39. 1939 (verfügbar in wbis – world biographical information system).


    Artikel „Fennings, Sarah“. In: Lexikon der Frau. Zürich: Encyclios Verlag, 1954,, Bd. 1, Sp. 1024


    Fennings, Sarah. Some Explanatory Notes on Sevcik’s Technical Studies. In: „The Strad”, Jg. 21 (1911), S. 57ff., 96ff., 130ff., 168ff., 201ff., 237ff., 294ff., 320ff., 363ff., 399ff., 424ff. und in „The Strad, Jg. 22 (1812), S. 6ff., 58ff., S. 86ff., 130ff., 154ff., 207ff.


    Henderson, B. Interview with Miss Sarah Fennings. In: The Strad, Jg. 16 (1905), S. 314-315.


    Straeten, Edmond van der. The History of the Violin. Its ancestors and Collateral Instruments From Earliest Times. Vol. II. London 1933. Reprint: New York: Da Capo Press 1968.



    Konzertkritiken und Zeitungsartikel


    The Musical Times vom 1. Januar 1914, S. 55.

    The Musical Times vom 1. April 1914, S. 267.

    The Musical Times vom 1. August 1914, S. 542.

    The Musical Times vom 1. Dezember 1922, S. 836.

    The Musical Times vom 1. Februar 1925, S. 112.

    The Musical Times vom 1. Mai 1934, S. 400.


    The Strad, Jg. 16 (1905/06), S. 7.

    The Strad, Jg. 23 (1913), S. 153.

    The Strad, Jg. 32 (1921), S. 39.


    The Times London vom 1. Mai 1896, S. 10.

    The Times London vom 8. Mai 1897, S. 6.

    The Times London vom 14. Dezember 1898, S. 10.

    The Times London vom 17. Juni 1901, S. 16.

    The Times London vom 16. Oktober 1901, S. 4.

    The Times London vom 7. April 1905, S. 11.

    The Times London vom 6. März 1906, S. 10.

    The Times London vom 3. Dezember 1907, S. 7.

    Forschung

    Zu Sarah Fennings liegen keine weiteren Forschungsinformationen vor.

    Forschungsbedarf

    Der Forschungsbedarf zu Sarah Fennings umfasst ihre Biografie sowie alle ihre Tätigkeiten. Interessant wäre dabei sicherlich auch ihre Rolle als Vertreterin der Otakar Sevčik-Methode in England und ihr Anteil an deren internationaler Verbreitung.

    Autor/innen

    Silke Wenzel, 26. November 2009


    Bearbeitungsstand

    Redaktion: Regina Back
    Zuerst eingegeben am 05.12.2009


    Empfohlene Zitierweise

    Silke Wenzel, Artikel „Sarah Fennings“, in: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 5.12.2009.
    URL: http://mugi.hfmt-hamburg.de/artikel/Sarah_Fennings